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Zugang zur Einsicht

Erstellt von Johann_B, 22.09.2013, 03:32 Uhr · 138 Antworten · 7.055 Aufrufe

  1. #121
    Avatar von Tanha

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    Na dann dir auch alles Gute in Kambodscha.

    Mich würde es freuen, wenn du was von Mahasi Sayadaw übersetzen könntest, wenn du ihn denn auch magst.
    Z.B A Discourse on Dependent Origination oder Dhammacakka Sutta.

    Gruß
    Tanha

  2.  
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  3. #122
    Avatar von x-pat

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    Vielen Dank für die interessante Diskussion. Obwohl wir verschiedene Sichtweisen haben, war die Diskussion anregend und scheinbar rüttelst du gerne an Käfigen. Tramaico ist übrigens auch ein Spezialist im Käfigrütteln sowie Bauchkraulen, da er in Bangkok eine Gratis-Hundepension für Straßenhunde betreibt. Gutes Gelingen auf deiner weiteren Reise durch die Welt des Cyberbuddhismus.

    Cheers, X-pat

  4. #123
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Irgendwie drehen wir uns unaufhoerlich im Kreis.

    Dennoch, der Thread traegt zumindest fuer mich Fruechte und hat mir in Tat weitere Einsicht gebracht. Nein, nicht die 1.001 Links, Methaper und Zitierungen sondern rein der Dialog mit Dir, Johann.

    Schau, fuer mich ist die buddhistische Lehre nichts anderes als simple Lebenshilfe. Nicht mehr und nicht weniger. Sie hat mir bereits viel gebracht, zum Beispiel, dass ich nicht mehr Tod noch Teufel fuerchte. Warum nicht? Nun, ja, die buddhistische Lehre hat mich gelehrt, dass Furcht etwas voellig unnoetiges ist. Um zu dieser Erkenntnis zu kommen musste ich mir keine Askese auferlegen, was auch nach meinen Verstaendnis nicht im Sinne des Erfinders der Lehre waere.

    Stelle Dir vor Johann, es ist nicht so wie Du es Dir vorstellst oder auch die Profibuddhisten und der physische Tod beendet doch alles gemaess meinen eigenen Schlussfolgerungen. All diese Opfer, all diese Askese fuer nichts. Aber egal, das Positive hierbei ist natuerlich, dass man sich dessen nicht mehr bewusst sein kann, dass man sein ganzes Dasein irgendwie verschwendet hat. Moeglicherweise fuer einen Irrglauben. Sehen wir es logisch. Der Buddha kam zwar zur Erkenntnis ueber den Sinn oder den Unsinns des Seins oder nennen wir es besser gemaess dem Mittelweg sinnigen Unsinn oder unsinnigen Sinn, aber alle Fragen konnte auch er nicht beanworten. Zum Beispiel, was nach dem physischen Tod sein wird, denn dazu muesste er ja bewusst bereits schon einmal gestorben sein.

    Folglich spielt sich fuer mich auch alles in meiner kurzen Bewusstseinsperiode des Lebens ab. Auch die psychischen Tode und Wiedergeburten. Alles andere ist lediglich Mythos, voellig egal welcher Mensch oder Weise diese Mythen auch ausspricht. Es ist fuer mich ohne Bedeutung ob ich Wiedergeboren werde oder nicht, weil fuer mich nur das Jetzt von Bedeutung ist. Diesen Simplizismus hat mich der Buddhismus gelehrt. Ich profitiere taeglich davon und zwar in einer Weise, dass ich keine nagenden nicht beanworteten Frage habe. Eine win/win Situation wie ich finde, waehrend Du es anscheinend vorziehst, wie viele Andere, an Glauben und Mythen festzuhalten. Vermeintliche hoehere Ziele, die mit einem "10 Sila Haushaelterin" Deines Glaubens nach nicht zu erreichen sind.

    Im Grunde tust Du doch nur eins Johann. Du setzt Dein, meiner Meinung nach einzigartiges Leben, wie beim Roulette ein, rein auf der Basis, dass jemand auf diesem Wege schon mal zum Erfolg gekommen ist. Das Jetzt scheint fuer Dich nicht zu zaehlen, Du strebst nach Hoeherem. Somit bist Du dann doch eigentlich nur ein Spieler, der rein auf das Glueck vertraut, beenflusst von vielen Weisen, die Dir einreden, dass Dir das Glueck gewiss ist, wenn Du nur ein "aufrichtiges" Leben fuehrst.

    Natuerlich kannst Du jetzt argumentieren, dass ich niemals mit meiner Ueberheblichkeit aus dem ewigen Kreislauf ausbrechen kann oder gar in der Hoelle schmore, als Zecke wiedergeboren werde oder was auch immer, doch dies laesst mich absolut kalt, weil es mich die buddhistische Lehre so gelehrt hat. So im direkten Vergleich. Habe ich mit meiner Interpretation und Philosophie nicht irgendwie die besseren Karten. Ich erwarte nichts. Weder Positives noch Negatives. Das gibt mir unendlich viel mentale Freiheit. Ich setze auf keinerlei Pferd und somit kann ich zwar nicht gewinnen aber auch nicht verlieren.

    Ist wie mit dem Selbst. Wenn ein Selbst nicht vorhanden ist kann es nach dem Tod weder erloeschen noch weiterexistieren. Wieder der Mittelweg, der immer nur in einer win/win Situation enden kann, waehrend Du meiner Ansicht nach Dich einem Extrem zugewandt hast. Du willst es dem Buddha gleichtun, wovon er aber nach meinen Verstaendnis strikt abgeraten hat, weil man sich dadurch zu leicht in Extremen verfaengt.

    Mein Buddhismus ist sehr simpel und primitiv, dennoch fuer mich sehr effektiv im Jetzt. Was die Zukunft bringt weiss ich nicht, dass weiss keiner und was sie bringen koennte ist nichts als Hypothese. Die Vergangenheit wie die Zukunft liegt ausserhalb unseres unmittelbaren Einflussbereiches. Somit ist dann tatsaechlich nur das Jetzt von Bedeutung. Demnach kommt Askese dann lediglich einer Geisselung gleich. Unsinnig meiner Meinung nach, wenn man nicht weiss was das Morgen bringt.

  5. #124
    Avatar von Johann_B

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    Zitat Zitat von Tanha Beitrag anzeigen
    Na dann dir auch alles Gute in Kambodscha.

    Mich würde es freuen, wenn du was von Mahasi Sayadaw übersetzen könntest, wenn du ihn denn auch magst.
    Z.B A Discourse on Dependent Origination oder Dhammacakka Sutta.

    Gruß
    Tanha
    Ohh würde ich gerne, aber ich denke, daß meine Möglichkeiten am auslaufen sind. Aber wie es "der Zufall" so will habe ich hier ein Geschenk an dich (vielleicht magst du es Korrekturlesen). Und danke für's Erinnern, hätte ich fast vergessen zu teilen:

    Freie Übersetzung von "Vipassanā Mediation" von Ehrw. Chanmyay Sayadaw Ashin Janakabhivamsa (3. Ausgabe) in der englischer Fassung auf dharmaflower.net zur Verfügung gestellt mit Ergänzungen aus der 2. Ausgabe (in Buchform)



    Vipassanā Meditation
    Lehrvorträge über Erkenntnisweisheit
    vom
    Ehrwürdigen Chanmyay Sayadaw U Janakabhivamsa


    Biografie von Chanmyay Sayadaw
    Sayadaw Ashin Janakabhivamsa erhielt 1947 die höhere Ordination und setzte das fortgeschrittene Studium der buddhistischen Schriften fort. Er praktizierte Vipassanā Meditation unter der Anleitung vom höchst ehrenwerten Mahasi Ayadaw von 1953-54. Danach wurde er von der staatlichen Buddha Sasana Organisation zum Abhalten von Palipatiwisodhaka (redaktionelle Aufgabe) für das Rezitieren der buddhistischen Schriften während des sechsten großen buddhistischen Konzil eingeladen.
    Ab dem Jahr 1957 verbrachte der ehrwürdige Sayadaw sechs Jahre in Sri Lanka, wo mit dem Studium der englischen, Sanskrit, Hindi und Sinhalesischen Sprache fortsetzte. Im Jahr 1967 wurde er vom ehrwürdigen Mahasi Sayadaw zum Meditationslehrer in Mahasi Sasana Yeikhta, Yangon, berufen. Im Jahr 1977 siedelte sich Sayadaw Ashin Janakabhivamsa im Chanmyay Yeiktha Meditationszentrum an, welches ihm von einigen seiner Anhängern gespendet wurde und wurde Abt dieses Zentrums. Seit dieser Zeit ist er als Chanmyay Sayadaw allseits bekannt.
    Er begleitete den höchst ehrwürdigen Mahasi Sayadaw als Assistent auf seiner Dhamma Mission nach Europa und den USA in Jahr 1979 und 19080. Ab 1981 unternahm er Dhamma Missionen alleine in fünfundzwanzig Länder in Asien, Australien, Europa, in die Vereinigten Staaten, Afrika und Kanada.
    Sayadaw leitete zahlreiche Meditationskurse in der ganzen Welt und wurde auch durch seine Lehrreden, Universitätsvorträge, Rundfunkausstrahlungen und Bücher über Buddhismus, speziell über Meditation inklusive dieses Buches „Vipassanā Meditation“ bekannt. Sayadaw gestattete uns freundlicher Weise diese Buch auf dieser ‚buddhistischen‘ Webseite (http://dharmaflower.net) , während seiner späteren Weltdhammamission im Jahr 1998, zu veröffentlichen.
    Sonst kann ich nur dazu anhalten: Arbeit macht frei! Versucht zu geben und los zulassen. Euer Englisch und Deutsch ist bei weiten besser also teil es, ihr könnt nur dabei gewinnen.

    Das Werk ist auch von einem Schüler der Tradition von Mahasi Sayadaw, großzügig von Moritz übersetzt:

    Übersetzung von Bhante Yuttadammos Buch "How To Meditate - A Beginner's Guide To Peace" (pfd-File 0.9 MB)




    Einleitung

    Der Inhalt dieses Bändchens stammt aus einer sechsteiligen Video-Serie auf YouTube (Yuttadhammo Bhikkhu - YouTube). Es war ursprünglich zum Gebrauch in der Bundeshaftanstalt von Los Angeles gedacht, wo es unmöglich war, Lehren über Video zu verbreiten. Aber inzwischen hat es sich zu meinem bevorzugten Hilfsmittel entwickelt, um allgemein Anfänger in die Meditationspraxis einzuführen. Während die Videos eine nützliche visuelle Anleitung an die Hand geben, enthält dieses Büchlein mehr überarbeitete und ergänzte Informationen, die nicht in den Videos vorhanden sind.

    Die Lehren sind daran ausgelegt, wie ich von einem Anfänger erwarten würde, dass er Meditation Schritt für Schritt lernt. Es mag merkwürdig erscheinen, dass die Kapitel 2, 3 und 5 in der entgegengesetzten Ordnung präsentiert werden, in der sie später praktiziert werden sollen. Der Grund dafür ist, dass Sitzmeditation für den Anfänger am einfachsten zu würdigen ist. Sobald man mit den Konzepten warm geworden ist, die in Meditation involviert sind, kann man seine Praxis erweitern, indem man Gehmeditation und eventuell sogar die meditative Prostration mit einschließt.

    Meine einzige Absicht bei dieser Arbeit ist, dass mehr Menschen von der Meditationspraxis profitieren mögen. Es erscheint mir passend und angebracht, dass jemand, der in Frieden und Glück leben möchte, nach seiner besten Möglichkeit daran arbeiten sollte, Frieden und Glück in der Welt zu verbreiten, in der er lebt.

    Ich möchte hiermit allen danken, die geholfen haben, dieses Buch möglich zu machen: meinen Eltern und allen meinen früheren Lehrern, meinem jetzigen Lehrer und Mönchsvater, Ajaan Tong Sirimangalo, und den freundlichen Wesen, die das ursprüngliche Lehrmaterial aus den YouTube-Videos transkribiert haben.

    Mögen alle Wesen glücklich sein.

    Yuttadhammo




    Gewidmet meinem Lehrer, Ajaan Tong Sirimangalo, der für mich eine lebende Erinnerung daran ist, dass der Buddha einst auf dieser Erde wandelte.

    Ausgabe aktualisiert, am 8. August






  6. #125
    Avatar von Johann_B

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    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Irgendwie drehen wir uns unaufhoerlich im Kreis.

    Dennoch, der Thread traegt zumindest fuer mich Fruechte und hat mir in Tat weitere Einsicht gebracht. Nein, nicht die 1.001 Links, Methaper und Zitierungen sondern rein der Dialog mit Dir, Johann.
    Schau mal:




    (english text after the german translation

    “Nur wenige verstehen was Liebe wirklich ist...



    ...und wie es im menschlichen Herzen entsteht. Es wird ständig mit guten Gefühlen anderen gegenüber, Gutmütigkeit, Gewaltlosigkeit oder Dienen verglichen. Aber diese Dinge an sich, sind nicht Liebe. Liebe entsteht aus Einsicht. Sie besteht nur insofern, als du jemanden so wie er oder sie wirklich hier erscheint siehst und nicht wie sie in deiner Erinnerung, deinen Begierden oder in deiner Vorstellung oder Projektion sind, daß du sie wirklich lieben kannst. Anderenfalls ist es nicht die Person die du liebst, sondern die Vorstellung die du dir über die Person geformt hast oder die Person ist Objekt deiner Begierde und nicht wie er oder sie wirklich ist.



    Der erste Akt der Liebe ist diese Person oder dieses Objekt, diese Realität, so zu sehen wie sie wirklich ist. Und dies erfordert eine enorme Disziplin im Ablegen deiner Begierden, deiner Vorurteile, deiner Erinnerungen, deiner Projektionen, deiner selektiven Art Dinge zu betrachten... eine Disziplin die so groß ist, daß sich die meisten Menschen lieber Kopfüber in gute Taten und Dienste stürzen als sich dem brennendem Feuer dieser Askese hinzugeben. Wenn du jemandem zu dienen beginnst und dir nicht die Mühe gemacht hast zu sehen, sorgst du für die Bedürfnisse der Person oder für deine eigenen?"


    ____


    Du siehst Menschen und Dinge nicht so wie sie sind, sondern wie du bist. Wenn du wünscht sie so zu sehen wir sie sind, müßt du dich mit deinen Anhaftungen und den Ängsten, die diese Anhaftungen erzeugen, beschäftigen. Denn wenn du das Leben betrachtest, sind es diese Anhaftungen und Ängsten die darüber entscheiden was du siehst und was du ausblendest. Und nach dem deine Sichtweise selektiv ist, hast du eine illusorische Vorstellung der Dinge und Menschen um dich. Je mehr du mit dieser verzerrten Vorstellung lebst, desto mehr bist davon überzeugt, daß diese das wahre Bild der Welt ist, da deine Anhaftungen und Ängste fortsetzen alle ankommenden Daten so zu verarbeiten, daß sie dein Bild verstärken.

    from The Way to Love--- Father Anthony de Mello


    ***
    **
    *




    "How few understand what love really is,...


    ...and how it arises in the human heart. It is so frequently equated with good feelings toward others, with benevolence or nonviolence or service. But these things in themselves are not love. Love springs from awareness. It is only inasmuch as you see someone as he or she is really here, and not how they are in your memory or your desire or in your imagination or projection that you can truly love them; otherwise it is not the person that you love but the idea that you have formed of this person, or this person as the object of your desire not as he or she is in themselves.


    The first act of love is to see this person or this object, this reality as it truly is. And this involves the enormous discipline of dropping your desires, your prejudices, your memories, your projections, your selective way of looking ...a discipline so great that most people would rather plunge headlong into good actions and service than submit to the burning fire of this asceticism. When you set out to serve someone whom you have not taken the trouble to see, are you meeting that person's need or your own?"


    ____


    "You see persons and things not as they are but as you are. If you wish to see them as they are you must attend to your attachments and the fears that your attachments generate. Because when you look at life it is these attachments and fears that will decide what you will notice and what you block out. Whatever you notice then commands your attention. And since your looking has been selective you have an illusory version of the things and people around you. The more you live with this distorted version the more you become convinced that it is the only true picture of the world because your attachments and fears continue to process incoming data in a way that will reinforce your picture."


    from The Way to Love--- Father Anthony de Mello
    Und vielleicht noch wichtiger aus den 108 von vorher

    Der einsame Pfad

    Was auch immer in unserem Geist vorgeht: Wenn unsere Beweggründe noch nicht gut genug sind, können wir es nicht loslassen. Mit anderen Worten; es gibt zwei Seiten: Diese Seite hier und jene Seite dort. Leute neigen dazu, auf der einen Seite zu gehen, oder auf der anderen. Da ist selten jemand, der in der Mitte geht. Es ist ein einsamer Pfad. Wenn da Liebe ist, gehen wir auf dem Pfad der Liebe. Wenn da Hass ist, dann gehen wir auf dem Pfad des Hasses. Wenn wir versuchen, Liebe und Hass loszulassen, ist es ein einsamer Pfad. Wir sind nicht gewillt, ihm zu folgen.

  7. #126
    Avatar von Johann_B

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    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    Vielen Dank für die interessante Diskussion. Obwohl wir verschiedene Sichtweisen haben, war die Diskussion anregend und scheinbar rüttelst du gerne an Käfigen. Tramaico ist übrigens auch ein Spezialist im Käfigrütteln sowie Bauchkraulen, da er in Bangkok eine Gratis-Hundepension für Straßenhunde betreibt. Gutes Gelingen auf deiner weiteren Reise durch die Welt des Cyberbuddhismus.

    Cheers, X-pat
    Beharrlich ja

    Wilde Hühner

    Ich werde dir ein Beispiel geben. Es ist wie wilde Hühner. Wir alle wissen, wie wilde Hühner sind. Es gibt kaum ein Tier auf der Erde, das vorsichtiger gegenüber Menschen ist. Als ich damals in diesen Wald hier kam, lehrte ich die Hühner. Ich beobachtete sie und zog viele Lehren aus ihnen.


    Zuerst kam mir eines während einer Gehmeditation über den Weg - wenn es näher kam, sah ich es nicht direkt an. Was immer ich machte, sah ich nicht in seine Richtung. Ich machte keine Bewegung welche es schrecken hätte können. Nach einer Weile versuchte ich, still zu stehen und es anzusehen. So wie meine Augen es streiften, rannte es davon. Wenn ich aufhörte, auf das Huhn zu sehen, begann es wieder im Mist zu scharren, auf der Suche nach Futter wie zuvor. Aber jedes Mal, wenn ich es ansah, rannte es fort.
    Nach einer Weile beobachtete es offensichtlich, wie ruhig ich war, und legte seine Wachsamkeit ab. Sobald ich ihm jedoch etwas Reis in seine Richtung warf, rannte es weg. Aber das war mir gleich. Ich setzte fort, stets Reis für es zu streuen. Nach einer Weile kam es zurück, aber es machte keine Anstalten, den Reis zu fressen. Es wusste nicht, was es ist. Es dachte, ich plane, es umzubringen und Curry aus ihm zu machen. Aber ich nahm keine Rücksicht darauf, ob es isst oder nicht.


    Nach einer Weile begann es, im Mist um den Platz hier zu scharren. Wahrscheinlich ist ihm in den Sinn gekommen, was es ist. Am nächsten Tag kam es zum selben Platz zurück und begann wieder, Reis zu fressen. Wenn der Reis aus war, streute ich mehr für es. Es rannte wieder weg. Aber als ich das wieder und wieder tat, wurde es so, dass es nur mehr ein wenig zurück wich und dann wieder kam, um weiter Reis zu fressen. Nun verstand es.


    Zuerst hatte das Huhn den Reis als Feind angesehen, weil es nicht bekannt damit war. Es sah es nicht klar. Das war der Grund, warum es stets davon lief. Aber als es zahmer wurde, kam es zurück, um nachzusehen, was der Reis nun wirklich war. Das war dann der Moment, wo es wusste: „Das ist Reis. Das ist kein Feind. Es ist nicht gefährlich.“ So war es, als die wilden Hühner begannen, zum Fressen zu kommen, von diesem Tag an bis heute.


    In dieser Weise lernte ich von wilden Hühnern. Wir sind genau wie sie. Bilder, Klänge, Gerüche, Geschmäcker, körperliche Berührungen und Gedanken sind Wege, um uns Wissen über das Dhamma zu vermitteln. Sie geben Lehren für jedermann, der praktiziert. Wenn wir sie klar und im Einklang mit der Wahrheit sehen, sehen wir, dass das ist, was sie sind. Wenn wir die Dinge nicht klar sehen, werden sie immer unsere Feinde sein und wir werden stets vor ihnen davon laufen.

  8. #127
    Avatar von x-pat

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    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Dennoch, der Thread traegt zumindest fuer mich Fruechte und hat mir in Tat weitere Einsicht gebracht.
    Das klingt im Folgenden aber eher so, als ob du die 10 Punkte deiner bereits bekannten Position noch einmal wiederholst. Daraus lese ich nicht unbedingt einen Weisheitszuwachs ab, oder habe ich etwas übersehen?

    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Nun, ja, die buddhistische Lehre hat mich gelehrt, dass Furcht etwas voellig unnoetiges ist.
    Und dennoch ist dein es-kuemmt-wie-es-kuemmt-Buddhismus wiegesagt ein verkappter Stoizismus/Epikureanismus. Ich rätsele immer noch, wie dieser Irrtum entstanden ist. Folgendes Szenario vielleicht? Du hast ein Buch aufgeschlagen, etwas über Leiden und Furcht gelesen, eine Einsicht gehabt, und dir dann den Einband angeschaut. Orange. Mönch. Ah! Buddhismus. Fortan wurden alle weiteren Einsichten unter der Kategorie Buddhismus verbucht, auch wenn sie mit der Originalidee nichts zu tun hatten. Pavlov'sche Prägung?

    Folgender Vorschlag: hier ist ein Link zu dem berühmtesten Werk von Marcus Aurelius: The Internet Classics Archive | The Meditations by Marcus Aurelius und hier ist ein Link zu den Doktrinen des Epicurus: The Internet Classics Archive | Principal Doctrines by Epicurus. Letzteres sind nur zwei Seiten. Morgen ist Sonntag. Les' dir das mal durch und sag mal wie du darüber denkst.

    Cheers, X-pat

  9. #128
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    These: Buddhismus ist die Lehre darueber sich durch ERKENNTNIS permanent vom Leid zu loesen. Erkenntnis wird durch Einsatz des Verstandes und nicht Glauben oder Vertrauen erlangt. Ergo ist die buddhistische Lehre die Lehre der logischen Konsequenz.

  10. #129
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    Folgender Vorschlag: hier ist ein Link zu dem berühmtesten Werk von Marcus Aurelius: The Internet Classics Archive | The Meditations by Marcus Aurelius und hier ist ein Link zu den Doktrinen des Epicurus: The Internet Classics Archive | Principal Doctrines by Epicurus. Letzteres sind nur zwei Seiten. Morgen ist Sonntag. Les' dir das mal durch und sag mal wie du darüber denkst.

    Cheers, X-pat
    Mark Aurelius habe ich mir nicht angetan und werde es auch nicht tun. Kommt anscheinend dem gleich die Bibel komplett lesen zu wollen. Herr Aurelius scheint weit auszuholen und praktisch bei den Saurier anzufangen.

    Epicurus: Mit der generellen Message, die man hatte sichrlich in ein und zwei Saetzen zusammenfassen koennte, gehe ich konform, nicht jedoch mit der pseudointellektuellen Langatmigkeit. Beim Lesen der Doktrinen kam es mir so vor, als ob mehr oder weniger immer wieder dieselbe Aussage endlos wiederholt wurde ohne jedoch zum eigentlichen Fazit zu kommen. Somit habe ich dann so bei Nr. 20 der Statements das Intesse verloren und fing an mich zu langweilen.

    Kurzum, get to the point Mr. Aurelius and Mr. Epicurus anstatt Euch in endlosen Predigten zu verstricken.

    Mir wird oftmals Schwurbelei zur Last gelegt, doch gegen die Personen mit Rang und Namen bin ich diesbezueglich ein Waisenknabe. Hier scheint oftmals einzig und allein die reine Wortmasse von Weisheit bezeugen sollen, waehrend es am eigentlichen Fazit mangelt.

  11. #130
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    Das klingt im Folgenden aber eher so, als ob du die 10 Punkte deiner bereits bekannten Position noch einmal wiederholst. Daraus lese ich nicht unbedingt einen Weisheitszuwachs ab, oder habe ich etwas übersehen?
    Kein Weisheitszuwachs sondern lediglich Bestaetigung bereits existierender Erkenntnisse. Okay, im Grunde koennte man natuerlich auch die Manifestierung von bereits existenten Thesen und Schlussfolgerungen als Weiheitszuwachs bezeichnen, aber lass uns hierueber keine Haare spalten. Waere genauso fruchtlos wie endlos ueber Selbst oder Nicht Selbst zu lamentieren.

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