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Wochenendausflug in den Dschungel

Erstellt von hermann1, 30.09.2007, 09:20 Uhr · 1 Antwort · 615 Aufrufe

  1. #1
    hermann1
    Avatar von hermann1

    Wochenendausflug in den Dschungel

    von hermann1

    Ich hatte damals ein wunderschoenes Haus inmitten einer traumhaften Bungalowanlage in Pattaya. Ich war seit einigen Tagen mit Toi zusammen. Toi war ein sehr lebenslustiges M?del aus dem Isaan. Sie war auch wie viele vor ihr nach Pattaya gekommen, um ihr Glück zu suchen und war anfangs auch eine, die eigentlich seri?s ihr Auskommen schaffte, aber sie erlag nach einiger Zeit auch, wie die meisten, der Gier nach der Kohle und schaffte an..... Kurzum, sie wurde eine Prostituierte.



    Mir war das egal, und ich nahm sie nach einen missglückten Aufenthalt in Frankreich (sie war kurz vorher nach einen 3monatigen Besuch zurückgekommen – hatte keine Wohnung und schlief bei Freundin auf der Liege) in mein Haus auf (aus Mitleid und Nachbarschaftshilfe, aber vor allen, weil ich zu dieser Zeit eh solo war und eh jemanden zum Putzen brauchte).



    Toi entpuppte sich als perfekte Putzhilfe und Untermieterin.
    OK, lange Rede, kurzer Sinn..... ihre Freundin und deren Freund wollten das n?chste Wochenende nach Nakhon Ratchasima nach Hause fahren......



    Da Toi eine gute Freundin war wollte sie natürlich mit, eh klar.



    Ich war bis zu dieser Zeit auch noch nie in Nakhon Ratchasima, so war ich natürlich auch neugierig.



    Nach kurzer Vorbereitung ging die Reise am n?chsten Wochenende los. Wir fuhren über Bangkok Richtung dem "Palast" bzw. der Familie von Sue, der Freundin Toi´s zu viert in einen Suzuki Jeep entgegen.



    Also – wir mit Anhang waren unterwegs Richtung Bangkok und man lies mich w?hrend der Fahrt auch nicht im unklaren, das Sue die einzige Frau inmitten von neun Brüder war....



    Die Fahrt ging über die Autobahn bis Bangkok und dann weiter ueber die Landstrasse bis Nakhon Ratchasima und so langsam erreichten wir unser Ziel.



    ....unterwegs hielten wir mal an ´ner TEXON Tankstelle um Bier zu fassen – Ihr wisst ja, was so in einen Suzuki Jeep reinpasst.... war ne gute Idee.... wir waren ja nicht unbedingt die Milchbarjungs...... und irgendwie wussten wir ja, was auf uns zu kam.....



    Wir mit Anhang erreichten Nakhon Ratchasima – Dann, wir waren circa 8-10 Kilometer weiter (auf der Suche nach Sue´s Familie und eigentlich irgendwo in der Pampa..... keine Sau wusste, wo wir eigentlich waren.... zumindest ich nicht.....



    Ich denke mal, nicht mal GPS, das weltweite Navigationssystem, greift in dieser Gegend.... sogar Satteliten meiden gewisse Gebiete....



    Na ja – auf jeden Fall wusste Sue Bescheid – JA, jetzt müssen wir runter von der asphaltierten Strasse, Ja, wo denn? ...fragte ich......Na ja, da halt – gleich hinter der n?chsten Pfütze....



    Aber so eine Ortsangabe ist von Thais eh normal...... die wissen, von ihren Schuhen weg, wenn sie welche haben, genau bis zum n?chsten Fressstand, wo sie Reis mit irgendwelchen Zutaten kaufen k?nnen..... und sonst gar nichts....



    Egal – jetzt standen wir da mitten in einer der unglaublichsten und normalerweise für Europ?er wundersch?nen Steppe inmitten Palmen und Reisfelder und kein Mensch wusste Bescheid, wies weitergehen sollte.



    Anyway – irgendwann kam die richtige Pfütze und wir bogen von der Landstrasse ab.



    Was jetzt kam, würde einen jeden CAMEL TROPHY Jünger den kalten Schwei? raustreiben – rauf – runter – rauf - von einem Hügel zum n?chsten – eigentlich der blanke Wahnsinn – manchmal dachte ich, ein Bulldog-Traktor würde so einen Weg nicht schaffen.....



    Pl?tzlich, nach circa 10 Minuten Fahrt erreichten wir das Anwesen........



    Hehehehe..... Zwei Geb?ude, ...... na ja, sagen wir mal, 2 Hütten (schon gemauert, zumindest eines davon – das bezahlte ) – bei uns w?re so was sicher unter Denkmalschutz gestanden,hehe... jaja, ich wusste, ich bin ein verw?hntes Allerwertesten – und schon? ....... aber das? ......na fein........



    Die 2 Hütten entpuppten sich als ein „Haupthaus“, wo die Mutter und was wei? ich, wie viele Brüder hausten, weil als wohnen in unseren Sinne kann man das nicht bezeichnen. Das 2te Haus wurde von Sue´s Freund Kohle vor gut zwei Jahren gebaut, ganz nobel mit richtigen Steinen und diente als G?stehaus, was auch immer man darunter verstehen konnte oder auch sollte. In diesem Haus war auch eine Toilette installiert, aber dazu sp?ter mehr..... zumindest sollte man meinen, nach über 2 Jahren Bauphase sollten wenigstens Fenster installiert sein, aber anscheinend st?rte dies niemanden, nein... es fiel eigentlich gar nicht auf, am wenigstens den Thais und zur Uberraschtheit meiner st?rte dies den Financier, auch nicht besonders.....



    Also nun standen wir da, wir mit unseren Anh?ngen.



    Die Begrü?ung unter den Thais (Mutter / Tochter) fiel halt so aus, wie es unter Thais normal ist. Tochter begrü?te Mutter mit einem Wai, Mutter nickt kurz und beachtet sie nicht weiter.



    Die beiden Farangs wurden zwar mit einem kurzen L?cheln von der Mutter begrü?t, aber das war es dann auch schon. Anyway, das kennen wir ja..... egal.....



    Die Brüder, es waren fünf, soweit ich das überblicken konnte, waren da schon sehr viel aufmerksamer und selbstgef?lliger..... Ganz schnell entluden sie das Bier aus dem Auto und machten sich die ersten Halben auf....



    Vorm Haupthaus (haha) war so eine Art Zelt installiert worden, mit Zementtischen und Zementbaenken. Dies diente als Festplatz für das Fest, das am n?chsten Tag stattfinden sollte..... Dazu waren auch einige M?nche geladen und natürlich die ganze Nachbarschaft.
    Das morgen ein Fest stattfinden sollte, erfuhren wir erst jetzt.



    Na ja, Thais sind ja immer für ne Uberraschung gut und eigentlich überraschte es uns Farangs, die ja nun schon einige Jahre im Land wohnten, eigentlich auch nicht so besonders...



    Da es inzwischen sp?ter Nachmittag war, setzten wir uns an einem Tisch und machte uns auch eine Halbe auf... Natürlich setzten sich zwei oder drei Brüder mit an den Tisch und schnorrten sich gleich mal eine Marlboro ....



    Toi sa? neben mir, aber sie beachtete eigentlich keiner.... überhaupt keiner....



    Für mich war es der erste Besuch einer Familie in so einer ?rmlichen Gegend und ich fühlte mich nicht besonders wohl.... aber egal, da machen wir uns noch gleich mal ne Halbe auf, dann schaut das Leben gleich wieder ganz anders aus....



    Sue´ Freund(Karl) war in der Zwischenzeit mit seiner Alten und der Mutter besch?ftigt und sie palaverten lautstark im G?stehaus.... Vielleicht sind jetzt auch Karl die fehlenden Fenster aufgefallen, wer wei??
    Ich machte mir inzwischen die dritte Halbe mit den Brüdern auf.... Inzwischen sa?en 5 Brüder mit mir am Tisch. Die Konversation entpuppte sich als recht schwierig, aber da ich ein paar Brocken Thai sprach, ging es schon irgendwie..... Englisch konnte natürlich keiner der Brüder....



    Karl (Sue´s Freund) kam jetzt auch zu der geselligen Runde, und da Karls Thai viel besser war, als das von mir kam die Unterhaltung jetzt so richtig in Schwung.... Sp?ter sollen noch 2 Brüder kommen und dann w?ren sie komplett..... Wieso komplett? ...fragte ich ....ihr seid doch neun, oder? Jaja, das stimme schon, aber 2 k?nnen nicht kommen, die s??en beide in Nakhon Ratchasima im Knast.....



    Na ja, anyway, dachte ich mir, ist ja nicht so schlimm, eigentlich ist das gut..... dann saufen wenigsten zwei weniger unser Bier leer.....



    Inzwischen waren auch einige Nachbarn am Tisch und Karl servierte auch noch einige Flaschen Sang Thip, die er vorher im Jeep versteckt hatte.



    Die Party sollte eigentlich erst morgen stattfinden – aber das Bier und der Thai Fusel floss schon jetzt in Str?men....



    Einer der Brüder hatte jetzt die glorreiche Idee noch kurz im Nachbarort (Ban Tha Muang) vorbeizuschauen, da gibt es einen Sing a Song....



    Karl war auch hellauf begeistert von der Idee. So setzten sie sich in Bewegung, 10 Personen in den offenen Suzuki Jeep gepackt (mir war es egal, wie viele.... ich sa? ja vorne neben Karl) und los ging’s. Das Karl eventuell auch schon die Promille Grenze überschritten hatte, kann sich wohl jeder denken, aber wenn interessiert das hier in dieser Gegend? Ein Nachbar hatte einen Pick Up und da waren sicher noch mal so an die 10 Personen drauf.



    Es war inzwischen so 22.00 Uhr als wir dort ankamen.



    Wir waren jetzt in einem typischen Thai Sing a Song, natürlich war das eine open air Veranstaltung und nicht abgeschlossen, mit einer Klimaanlage versehen, wie es vielleicht einige aus den St?dten kennen.



    Das au?er mir und Karl keine weiteren Farangs in dieser Kneipe waren, versteht sich von selbst. Als Expats wussten wir auch, das es von uns erwartet wird, das wir die ganze Rechnung bezahlen müssen. Was soll’s, das ganze Pack soff eh nur den billigen Sang Thip mit Soda, und der kostet am Land eh fast nix.



    Ich, inzwischen schon leicht l?diert, verstand mich blendend mit Sue\\\\\´s Brüdern. Ich sa? inmitten der ganzen Dorf - Mafia und amüsierte mich pr?chtig. Toi war das natürlich ein gewaltiges Dorn im Auge, aber sie wusste sich, in solch einer illustren Gesellschaft, genau so zu benehmen, wie es für eine Thai ihres Standes, angepasst zu sein hat. N?mlich, das sie ihre Schnauze zu halten hat, wenn die M?nner einen drauf machen. Sie wusste ganz genau, das sie nicht in einen der Touristenzentren ist, sondern am Land, und da haben nun mal die M?nner die Hosen an. In den Touristenzentren an den Bars wusste sie, das sie so manchen Farang auf dem Kopf oopsen k?nnte, ohne das etwas passiert und manche lie?en sich das sogar gefallen und lachen noch dazu – komische Welt.



    Auf der Bühne sangen sich die M?dls mit ihren viel zu kurzen R?ckchen und viel zu langen Stiefeln die Seele aus dem Leib. Belohnt wurden sie von einigen Dorfcasanovas mit Blumengirlanden, die Ihnen um den Hals geh?ngt werden. An jeder Girlande verdienen die M?dls einen gewissen Anteil mit.



    Karl und ich kommentierten die einzelnen S?ngerinnen anhand ihres Auftritts bis ins kleinste Detail, vor allen die Vorzüge, die man mit solch einer Dorfsch?nheit anstellen k?nnte. Das ganze machten wir zwar in unser eigenen Sprache, aber unsere Freundinnen bekamen dies schon mit, aber was soll’s und wen interessiert’s?



    Pl?tzlich fiel mir ein, wo wir denn überhaupt schliefen in dieser Nacht? Karl beruhigte mich und sagte: Im Haupthaus w?re ein King Size Bett, und da werden wir schlafen. Die Mutter schl?ft mit ihrer Tochter und Toi im G?stehaus und die Brüder schlafen da, wo sie sich gerade aufhielten oder wo sie einfach umfallen in ihren Rausch. Thai Style halt!



    Der Abend nahm seinen Lauf und irgendwann fuhren wir zurück in den Dschungel. Dafür das Karl so besoffen war, fuhr er relativ sicher und wir landeten auch nur fast zweimal im Graben. Egal, solche Kleinigkeiten geh?ren in der Pampa dazu und die wenigsten sind da um diese Uhrzeit nicht besoffen.



    Die Pfütze fanden wir diesmal recht schnell, wir bogen ab und wieder gings rauf und runter und wieder rauf und runter..... ihr wisst schon...... Irgendwann kamen wir wieder bei den H?usern an.



    Karl zeigte mir nun das Schlafzimmer...... hahahaha..... ich war bis jetzt noch nicht im innern, einer der beiden H?user, ...ich musste ja den ganzen Nachmittag mit den Brüdern im Festzelt Bier trinken.



    Ich war ja auf vieles gefasst, und zum Glück war ich ja zugedr?hnt bis Oberlippe Unterkante. In Anbetracht dieses Anblickes wollte ich auch gar nimmer das Badezimmer sehen und wollte nur mehr ins Bett. Dieses erreichte ich aber nur, in dem er eine Hühnertreppe raufkroch, weil das gesamte Haus war innen durch eine sogenannte Empore geteilt, also so eine mit Brettern eingezogene Zwischenebene. Oben war das Schlafgemach, nach allen Seiten offen und mitten drin stand das King Size Bett.



    Ich legte sich hin und schlief sofort ein. Neben mir grunzte Karl.



    Dann kam der n?chste Tag – Die Feier !


    Der Tag erwachte und ich grunzte weiter in meinem Bettchen. Somit bekam ich auch nicht mit, das karl schon vor ein paar Stunden von Sue geweckt wurde, um die neun M?nche vom nahegelegenen Tempel abzuholen. Das Fest wurde zum Todestag des Vaters veranstaltet. Jeder wusste, das der Vater vor ein paar Jahren von konkurrierenden Drogenh?ndlern erschossen wurde und eigentlich ein schlechter Mensch war, aber dies interessierte niemanden. Hauptsache, man konnte ein sch?nes Fest veranstalten und alle einladen. Somit wurde wieder Gesicht gewonnen und das alleine z?hlt.

    Die Vorbereitungen des Festes waren schon l?ngst abgeschlossen und voll im Gange, als ich erwachte. Ich wurde durch das laute Gemurmel bzw. Beten der M?nche vor dem Haus wach. Ich schaute mich um und wusste sogleich, wo ich bin. Das ganze Haus strotzte nur so von Dreck und alles lag wild durcheinander. Das Bett wurde anscheinend gestern noch frisch überzogen, aber ansonsten überall Dreck und Staub und was noch alles. Der Boden war natürlich sauber. Ich wusste ja, das Thais bei K?rperpflege führend in der Welt sind, aber auf ihr Heim legen sie so viel Wert wie eine Wildsau in ihren Stall. Einzig allein der Boden wurde hundertmal am Tag gefegt, weil da spielte sich ihr Leben ab. Essen,Saufen , Schlafen, Fernsehschauen, um nur mal die wichtigsten Taetigkeiten von Thais am Land zu nennen. Egal, was soll’s, dachte ich mir – ist ja nicht mein Problem.

    Ich qu?lte mich die Hühnersteige hinunter und sah schon die illustre Gesellschaft vor dem Haus. Rund an die 80 Menschen, die gebannt den M?nchen zuh?rte. Toi war auch dabei und erblickte mich sofort und kam auch gleich auf mich zu.

    Komm, ich zeig dir das Badezimmer. Sie zog mich nun unter die Empore und dann gleich links, da war eine schiefe, verfaulte Holztür, dahinter ist das Bad. Ich folgte ihr gebückt, weil der Abstand vom Boden zur Decke waren nur so rund 160cm. Ich verschwand hinter der Badtür und erschrak gleich noch mal. Lehmboden, es stank wie in einer Wiederaufbereitungsanlage für Schweined?rme und überall Dreck, Dreck, Dreck. An der linken Seite war ein gemauertes Bassin, mit grünen Algen überseht, sicherlich wurde dieses Teil seit Erbauung vor 200 Jahren nicht wieder ges?ubert, einzig und allein das Wasser wurde gewechselt. In der Ecke war ein h?lzernes (?) Loch im Boden, das als Toilette diente. Ich wusste ja, wie die Thai Toiletten aussehen, aber dieses war schon ein Unikat. An der Wand hing ein leicht zerbrochener Spiegel und darunter waren an die 10 ausgeleierten Zahnbürsten mit Zahnpasta verteilt. Ich war durchaus mit den Thai Spielregeln im sogenannten Thai Bad vertraut und wie man es zu benutzen hat (Sch?pfkelle, wie man aufs Klo geht, usw.) aber so ein Drecksloch hatte ich noch nicht erlebt. Beim besten Willen, ich musste sofort raus, weil die ersten Würgegefühle machten sich bereits bemerkbar. Nur raus aus diesem Drecksloch, weil das hat mit unterschiedlicher Kultur beim besten Willen nichts mehr zu tun. Dreck ist multikulti und gewissenhafte Menschen wischen ihn manchmal weg.

    Ich ging gleich in die nebenan gelegene Küche und wollte mir einen Kaffee aufbrühen. Natürlich immer gebückt, weil ich ja mit seinen 1m78 einfach zu gro? war, für die Raumh?he von 1m60.

    Bei Aufkochen des Wassers am Gasherd bemerkte ich so ein komisches Rascheln an der Schlitzen der Bretterbude. Das Haus war hinten komplett mit Grünzeug zugewachsen. Ich untersuchte das Rascheln n?her und sah einer jungen, vielleicht 80 cm langen, grünen Schlange in die Augen. Ein jeder unbedarfte Erst - Thailand - Besucher w?re jetzt vermutlich in Ohnmacht gefallen, aber ich kannte diese Teile nur zu gut. Sie hangen ja bei mir daheim in Pattaya, in der Regenzeit, ja auch überall auf meinen Bananen B?umen. Sie waren ungef?hrlich und sie geh?ren, wie in Europa die Maulwürfe im Garten, einfach dazu. Sie sind nur ein bisschen giftig, nicht t?dlich und haben vor Menschen mehr Angst als wir vor Ihnen. Gekonnt haute ich ihr, mit einen langen Sch?pfer, auf die Schnauze, und sie haute ab.

    Mein Instand Kaffee war inzwischen fertig und ich begab mich raus ins Festzelt, und setzte mich zu Karl. Er machte nun einen gro?en Fehler, er zündete sich eine Marlboro Light an und legte die volle Packung auf den Biertisch. Natürlich war die Schachtel inklusive Feuerzeug binnen 5 Minuten verschwunden, aber er war ja selber schuld, der Depp.

    Ich erz?hlte Karl mein Meeting in dem Bad, aber der winkte nur ab, zuckte kurz mit dem Schultern und machte sich seine zweite Halbe auf. Das Erlebnis mit der Schlange führte zu einem kurzen Heiterkeitsanfall, aber mehr auch nicht. Wozu auch? Das ist wirklich was ganz normales in Thailand.

    Die M?nche waren inzwischen fertig mit ihrer Andacht oder wie immer man das nennen soll und labten sich an den Speisen, die sie überreicht bekamen.
    Ich ging auf die M?nche zu und wollte ihnen guten Tag sagen. Ich wurde, weil ich mit Karl hierher kam und in Thailand wohnte, nicht als das achte Weltwunder angesehen, die anwesenden Thais beobachteten mich zwar auf Schritt und Tritt, aber sie lie?en mich in Ruhe. Toi hatte dazu sicher auch beigetragen, indem sie stolz berichtete, mit mir eine eigene Firma in Pattaya zu besitzen. Das stimmte natürlich nicht, aber es trug zu ihrem Gesichtsgewinn bei, und alle waren glücklich.

    Ich machte, was ich normalerweise sonst nie machte, einen Wai vor den M?nchen und setzte sich, natürlich zuvor auf ein wohlwollendes Nicken der M?nche zu warten, zu ihnen.

    Anmerkung vom Autor: Der Wai ist der thail?ndische Gru? unter Thail?nder und für Thail?nder! Und das ist gut so! Ein jeder Farang, der meint, er muss einen Wai machen, damit er dazugeh?rt oder h?flich wirken will, oder was auch immer, wird sich nur l?cherlich machen. Erstens ist der Wai, wie gesagt, den Thais vorbehalten und das sollte auch so bleiben. Natürlich wird ein jeder Thai, falls er auf dieses Thema angesprochen wird, nicht dem Fragenden widersprechen. Das ist normal und spiegelt die grenzenlose Toleranz der Thais. Meiner Meinung nach sollte für Farangs der Wai nur bei M?nchen Gebrauch finden und sonst nirgends. Von der K?nigsfamilie mal abgesehen, aber die werden Normalsterbende nie zu Gesicht bekommen. Natürlich darf man auch von M?nchen NIEMALS einen Gegen Wai erwarten. Vergesst auch den Wai bei der Familie eurer Angetrauten / Freundin – Ihr werdet euch nur l?cherlich machen, weil ihr nicht wisst, wie hoch er anzusetzen ist. Selbstverst?ndlich werdet ihr das nie zu h?ren bekommen, geschweige denn spüren. Nickt freundlich und l?chelt, das zeugt von viel mehr H?flichkeit und man wird es euch h?her anrechnen. Thais leben nicht nach unseren H?flichkeitsverst?ndnis. Sie leben in Hierarchien, und da zeugt der Wai schon das erste Signal, wo man steht. Am besten sind immer die Farangs, die sogar in den Beer Bars einen Wai machen. Es kommt auf das gleiche raus, wenn sie sich ein gro?es Schild umh?ngen, worauf in Thai Buchstaben steht: Seht her, ich bin der dümmste Mensch aus meinen fernen Land – kommt her und nehmt mich aus..... aber zurück zur Geschichte....

    Mein schlechtes Thai war zuwenig um eine Konversation zu starten, aber einer der neun sprach richtig gutes Englisch. Sie fragten mich aus, was ich hier so mache, wo ich herkomme, was ich so verdiene, ganz normaler Thai Smalltalk halt, auch die M?nche sind normale Leute und vor allen auch neugierig...

    Sie unterhielten sich über die Lebensgewohnheiten in Pattaya und den Gegens?tzen auf dem Land, über Tempel, über alles m?gliche.... Ich erz?hlte über meine Erfahrungen in einen Tempel in Pattaya, usw...... Wenn man keine Berührungs?ngste hat, kann man sich wunderbar mit M?nchen unterhalten – gegenseitig.... M?nche sind sehr aufgeschlossene Leute und manche Farangs w?ren sehr überrascht wie weltoffen und tolerant sie sind... Unvorstellbar bei unseren christlichen Vertretern in unseren Gefilden...

    Bald war es fast Mittag und Karl fuhr die M?nche wieder zurück in ihren Tempel.

    Die Mutter Sue’s hatte sich in ihr Wohnhaus zurückgezogen. Sie hockte auf einer Art kleinen Tisch, ein kleiner Thron k?nnte man fast sagen, aber ganz normal, sie ist sozusagen die uneingeschr?nkte Chefin und somit muss sie h?her erscheinen als die anderen. Um sie rum sa?en bzw. hockten die anderen. Typische Konversation durchhallte den Raum und im Eck lief wie immer der Fernseher, die vierzehntausendfünfhundertachtzigste Folge einer primitiven Seifenoper. Falls zwischendurch mal eine Nachrichtensendung kommt, wird sofort umgeschaltet.

    Karl war nun auch fertig und sa? wieder im Festzelt, er musste zweimal fahren, um die neun M?nche zurückzubringen. Die Party war mehr oder weniger aus, es trieben sich nun nur mehr die Verwandten und einige Nachbarn im Festzelt rum. Es war ja nur eine Art Gedenkgottesdienst für den verstorbenen Vater und solche Feiern dauern meistens nur einen halben Tag.

    Ein paar Chang Beer hatte ich auch schon wieder intus. Ich hatte mir vorgenommen, das sogenannte Bad im Haupthaus nicht mehr zu betreten aber ich wusste ja von Karl, das im G?stehaus auch ein solches sein sollte. Ich machte mich auf den Weg und betrat das G?stehaus nun zum ersten Mal. Abgesehen von den fehlenden Fenstern schaute es ja nicht so übel aus.

    Das Haus bestand aus 2 Schlafzimmern, wo überall irgendwelche Matten wild auf den B?den lagen. Sonst war in den Schlafzimmern nichts zu finden. Der Vorraum und die Küche waren fast leer, abgesehen von dem Müll, der rumlag. Das komplette Haus war am Boden gefliest und der war wie immer sauber.

    Da sah ich das Bad und erinnerte mich, warum ich eigentlich das Haus betreten hatte. Ich erblickte auch gleich den hübschen Ort, auf den ich nun schon so dringend musste. Das die Spülung fehlte, war mir eigentlich klar, wie auch? Woher soll das flie?ende Wasser denn kommen in dieser Gegend, aber viele Thais bauen auch bei flie?enden Wasser keine Spülung mit ein, sondern sie benutzen den Eimer bzw. die Schale, mit der auch geduscht wird.

    Egal, zumindest war eine Tür da, und die schloss ich mal hinter mir. Das fehlende Fenster war nicht so schlimm, es ging Richtung tieferen Dschungel und eigentlich war es mir egal, ob mich jemand beim ...... beobachten will, oder nicht. Also Hose runter und Platz genommen auf einen original franz?sischen Sitzklo, das durch seine klaren Linien charakterisiert war, um jetzt so richtig loszulegen.

    Mann, war das jetzt ein erl?sendes Gefühl, besser wie der sch?nste ........, Klo ..........en werden das verstehen. Die Sitzung dauerte rund 15 Minuten und ich war wie neugeboren. So, jetzt noch einige Wassersch?lchen aus dem gro?en Wasserbeh?lter hineingeschüttet und ich k?nnte wieder im Festzelt Platz nehmen. Das dieser Beh?lter voll war, davon hatte ich mich wohlweislich vorher überzeugt.

    Ich schüttete den ersten Eimer hinein und sah wie sich alles vermischte.

    Aber was war das? Unter dem Klo kam so eine komische braune Flüssigkeit den Fliesen entlang. Hey, ist der Abfluss durch die nicht geringe Menge etwa verstopft?

    Ich untersuchte nun die Sitztoilette etwas genauer und pl?tzlich war mir schlagartig bewusst, warum das ganze vorher so gewackelt hatte beim Aufsitzen. Die Toilette war nicht am Boden verschraubt. Mir schwante ganz b?ses und leider traf dies auch ein. Ich verschob das Sitzklo um 10 cm, um 20 cm, um 30 cm und nun wusste ich ganz sicher, das ich ein Problem hatte.

    Anscheinend wurde ein Abfluss für ein Sitzklo bei der Planung des Badezimmer nicht eingeplant und somit auch nicht eingebaut. Na ja, kann ja mal passieren...

    Nun war guter Rat teuer.... was macht man(n) in solch einer Situation? ...., dachte ich mir, und noch nie traf dieses Wort so genau zu wie jetzt....
    Der absolute Super Gau war eingetroffen!

    Da war sogar ich sprachlos und unbeholfen, wie es denn jetzt weitergehen soll. Da stand ich jetzt 10.000 km von meiner Heimat entfernt in einen Thai Badezimmer mit einer vollgeschissenen Toilette an der Hand und hatte keine Ahnung, wie ich dieses Problem l?sen sollte. Aber so schlimm war es ja auch nicht und suchte nach einer L?sung meines Problems.

    Da kam mir pl?tzlich die ........rei der Thais zu Hilfe. Das komplette Haus hatte ja keine Fenster.... wenn ich nun die Toilette einfach aus dem Fenster schmeisse? Die Thaientsorgung funktioniert ja auch so.

    Ich nahm also die Schüssel und warf sie einfach aus dem nicht vorhandenen Fenster in den verwachsenen Dschungel. Ich war nun immer mehr ein Thai geworden.... Die Sauerei am Boden machte ich noch sauber und zufrieden ging ich wieder ins Festzelt.

    Karl l?chelte mir auch schon wieder leicht angeheitert zu und machte mir ein neues Chang Beer auf. Prost, damit die Gurgel nicht verrostet!

    Der zweite Tag neigte sich dem Ende zu. Die Sonne ging langsam unter. Karl und ich sa?en im Festzelt und hauten uns die Birne zu. Was sollte man sonst auch machen, mitten im Dschungel?

    Mir gingen so verschiedene Gedanken durch den Kopf und ich sinnierte im Geist. Es war mir unverst?ndlich, wie manche Expats irgendwo in der Pampa, wie den tiefsten Isaan, leben k?nnen. Sind das alles Künstler, die die Stille für ihre Muse brauchen? –oder Leute, die sich bewusst auf eine Stufe mit den Einheimischen stellen wollen? –oder Leute, die von der Zivilisation genug haben und sich nun irgendwo zum Sterben hinlegen wollen.

    Nein, das kann es nicht sein, ich konnte mir das beim besten Willen nicht vorstellen, Gott sei Dank geht es morgen wieder in die halbwegs geordnete Zivilisation nach Pattaya zurück, obwohl diese Stadt, wenn man Einblick hinter den Kulissen hat, eigentlich auch nicht dem Standard der westlichen Welt entspricht. Das ganze ist eine Art Disneyland der absolut ausgereiften Art, eine super ausgereifte Illusion, natürlich für Erwachsene.

    Egal, was soll’s, eigentlich kann es mir ja v?llig egal sein und ich kam zu der einhelligen Meinung, das die meisten Expats, die in der Pampa leben, vermutlich unüberlegt dort irgendwelche H?user gebaut hatten oder in irgendwelche unrentable Agrarprojekte investiert hatten und nun dort festsitzen. Nach einiger Zeit hatten sie vermutlich gemerkt, das ihnen NULL geh?rt und das sie NULL Einfluss auf ihr Hab und Gut haben, und sie haben sich damit abgefunden und einen Verbündeten in Form einer Chang Flasche gefunden, oder noch schlimmer, den bekannten Thai Fusel wie Lao Khao.

    Mir fielen sogleich sehr viele Beispiele ein, wo manche Farangs ihrer Angetrauten diverse Grundstücke kauften, die eh schon vorher der Familie geh?rt haben, oder das diverse Felder für irgendwelche hirnrissige Projekte im Agrarbereich finanziert wurden, die auch schon vorher im Besitz der Familie waren. Und am besten sind die, die jahrelang mit ihrer Thai Frau im Westen gearbeitet haben, dann alle Brücken im Heimatland abbrechen, alles verkauft hatten um dann im gelobten Land alles zu investieren und pl?tzlich nach Fertigstellung von der ach so geliebten Thai Familie den Tritt in den Allerwertesten bekamen. Wie viele kannte ich von dieser Spezies in Pattaya? ....Nicht wenige!

    Am n?chsten Morgen fuhren wir relativ früh wieder los. Der Abschied von der Chefin, Pum’s Mutter, verlief genauso kühl und reserviert, wie die Begrü?ung.

    Die Fahrt verlief ohne gr??ere Probleme und bald waren wir wieder in der Zivilisation und ich freute mich wie ein kleines Kind auf meine Dusche und auf eine saubere Toilette.....

    Ubrigens: die Thais haben die fehlende Schüssel nie bemerkt, sie haben sie eh nie benutzt. Der Dschungel fra? sie auf, genau wie all die anderen Sachen, die da schon lange lagen.
    Ich hatte Sue einige Monate danach ausgiebig befragt, weil ich doch ein klein wenig, ein schlechtes Gewissen hatte.

    Ich war doch noch kein Thai geworden, und werde auch nie einer werden, das habe ich den Liebeskaspern voraus, und das ist gut so!!!

    hermann1
    Wer glaubt es ist eine wahre Geschichte?

  2.  
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  3. #2
    Avatar von resci

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    Re: Wochenendausflug in den Dschungel

    Zitat Zitat von hermann1",p="529700

    Da kam mir pl?tzlich die ........rei der Thais zu Hilfe. Das komplette Haus hatte ja keine Fenster.... wenn ich nun die Toilette einfach aus dem Fenster schmeisse? Die Thaientsorgung funktioniert ja auch so.

    Wer glaubt es ist eine wahre Geschichte?
    nette Geschichte aus dem Leben, genau richtig vor dem Kirchgang ,

    ob wahr oder unwahr ,

    jedenfalls wie du die Toilette durch das Fenster im Haus ohne Fenster geworfen hast,...

    resci

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