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Wir basteln uns einen Kampffisch, oder auch zwei, oder drei...

Erstellt von Derk, 27.01.2013, 09:24 Uhr · 2 Antworten · 1.085 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Derk

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    Wir basteln uns einen Kampffisch, oder auch zwei, oder drei...

    Nach meinem achtwöchigen Aufenthalt im Norden Thailands kam irgendwan naber auch die Zeit der Rückkehr. Am Tag vor dem Rückflug nach Deutschland ging es in Bangkok noch auf Kampffischtour.
    Mit dem Händler meines Vertrauens habe ich mich morgens in seinem Laden getroffen - und gleich für einen Freund und für mich jeweils ein Pärchen
    einpacken lassen.
    Da der Händler in der vorherigen Woche Geburtstag hatte gab es auch ein Geschenk, das Neueste was der Kampffisch-Buchmarkt in Deutschland hergibt.




    Dann ging es mit dem Taxi des Nachbarn auf die 70 km entfernt gelegene Farm - Siamplakad.
    Taxifahren ist hier noch die Fortbewegung der Wahl, 6 Stunden, ca. 180 km, € 13.-...







    Ein Einmann-Betrieb, der auf einer Fläche von ca. 800 qm im Monat nicht weniger als 15000 Kampffische - überwiegend der traditionellen
    Kurzflosser - "produziert". Da das Grundstück einiges grösser ist besteht noch weitere Expansionsmöglichkeit und es wird auch kontinuierlich ausgebaut.


    Hinter Haus und Kampffischzucht befinden sich zwei Teiche die vollkommen mit Schwimmpflanzen zugewuchert sind. In diesen werden Schlangenkopffische "gemästet", und zwar mit den Ausschussfischen, die
    nicht zum Verkauf taugen, wobei die Selektion ziemlich rigoros ist.




    Fängt man beim "Produktionszyklus" vorne an, so wird das Zuchtpaar in schwarten Plastikschüsseln mit ca. 7 cm Wasserstand zur Zucht angesetzt.
    Nach erfolgreicher Verpaarung wird das Weibchen entfernt und das Männchen behütet das Nest. Nach dem Schlupf der Jungtiere wird auch das Männchen entfernt und die Tiere leben die ersten Tage von ihrem Dottersack.




    Nach 7 Tagen werden die kleinen Fischlein dann in Betonringe gesetzt, die nichts anderes sind als Elemente für Abwasserrohre. Diese haben einen Zentralen Abfluss in dem ein Wasserrohr eingesteckt ist, das nun als Überlauf funktioniert.
    Aber zu Beginn ist der Wasserstand noch bei wenigen Zentimetern und wird dann kontinuierlich bis zum Maximum erhöht wenn die Tiere grösser werden.




    Gefüttert wird auf dieser Farm angeblich ausschliesslich mit gekochtem Eigelb, vom Jungfisch bis zur Verkaufsreife. In einer ca. 3 l fassenden Schüssel konnte ich Reste des Eigelbs sehen, dass vor dem Verfüttern mit Wasser zu einem Brei vermischt wird.


    Die Tiere wachsen in den Betonringen bis zu einer Grösse von ca. 2,5 - 3 cm heran und dann werden die grössten und schönsten herausgefangen und, falls Männchen in Thai-Whisky-Flaschen vereinzelt. Die Flaschen werden gebraucht gekauft (für umgerechnet ca. € 0,07) und bekommen seitlich einen horizontalen Schlitz eingefräst, über den Wasser ablaufen kann.
    Jeweils 1200 Flaschen (60 x 20) kommen in ein "Beet" das auf beiden Seiten von einem befestigten Weg begrenzt ist über den die Versorgung stattfindet. Man kann sich aber auch den Weg über den Weg sparen und direkt über die Flaschen laufen, stabil genug sind sie.



















    Die Hauptarbeiten nun sind Füttern und Wasser wechseln wobei dieses nur mit einem Schlauch von oben aufgefüllt wird und automatisch über den gefrästen Schlitz abläuft.
    Da nur die Männchen in den Flaschen weiter aufgezogen werden wandern die besten Weibchen - und hier nur ca. 10% von dem was an Männchen selektiert wird - in andere Betonringe um dort weiter grossgezogen zu werden. Der Rest der Weibchen wird zum Auschuss, ähm Schlangenkopffutter.




    Zur Zeit meines Besuches war "Winter", also recht kühle Nächte, die durch die Verdunstungskälte der etwas porösen Betonringe für die Fische
    noch etwas verschärft wird. Nicht jede Brut kommt hiermit gleich gut klar und ob gute Fische dabei sind oder nicht, wenn die Tiere zeigen, dass sie vom Wetter mitgenommen
    sind heisst es Stöpsel ziehen und ab zu den Schlangenköpfen. Nur die besten Tiere kommen auf den Markt.




    Wobei... Die besten, finden sich schnell auch am Rand der Farm, Tiere die mehr als 3 Monate alt sind und evtl. mit leichten Flossenschäden aber guten Zuchtvoraussetzungen da stehen werden die Eltern der kommenden Generation. Sobald sie die abschliessende Selektion überstanden haben wandern sie dann in Eimer oder abgeschnittene 6 l Wasserflaschen. Dort bekommen sie auch Pflanzen zum Verstecken und werden beizeiten in die zu Beginn vorgestellten Zuchtschalen wandern.










    Und die Allerbesten finden sich im Haus bzw. auf der Terasse, denn das sind die Tiere die für Wettbewerbe vorgesehen sind...




    Fortsetzung folgt

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Derk

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    Bei jedem Besuch wird dann auch der neue Bestand für den Laden ausgesucht, bei diesem Besuch zusätzlich noch zwei Paare, das linke Männchen schwimmt jetzt bei mir, das rechte ist für Kollege Jens.













    Nach dem anstrengenden Besuch hatten wir uns eine kleine Stärkung verdient bevor es in einstündiger Fahrt zum Händler nach Hause ging.
    Dort finden sich die Tiere die er für den Laden vorbereitet, also an komerzielles Futtergranulat gewöhnt, seine zukünftigen Wettbewerbstiere und besonders selektierte Farben, die als neue Farbschläge der Renner des Jahres werden sollen - für 2013 gold/gelb mit roten Punkten in den Flossen - golden Vanda (nach der Orchideengattung Vanda).
    Natürlich konnte ich mich auch hier nicht zurückhalten als ich die tolle Qualität der "Giant"-Bettas gesehen habe, 6 cm Körperlänge beim 4 Monate alten Männchen und über 5 cm beim 3,5 Monate alten Weibchen. Da kann auch der Preis von 20-25% eines Thai-Monatslohnes nicht abschrecken...















    Ach so, neben den 15000 Kampffischen im Monat "produziert" die Farm mit dem Füttern der Schlangenköpfe auch noch ca. 200 kg Schlangenkopf im Jahr was nochmal um die € 1300.- an Einnahmen bringt.


    Bye,
    Derk

  4. #3
    Avatar von raksiam

    Registriert seit
    10.08.2006
    Beiträge
    2.827
    Heute in meinen Fischgeschaeft gesehen. Ist wohl dabei gross in Mode zukommen.



    Jeder Fisch 50 THB. Ob das nun teuer ist weiss ich nicht.

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