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Welcome to Takua Pa

Erstellt von dl4gbe, 12.03.2007, 18:06 Uhr · 0 Antworten · 465 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von dl4gbe

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    Welcome to Takua Pa

    Mit einem offenen Boot ins Nichts.



    Birmesische Rohingya auf der Suche nach einem neuen Leben enden im Gefängnis.

    Nach vierzehn Tagen ging ihnen das Essen aus. Auch Drinkwasser war kaum noch vorhanden. Auf den billigen Bordkompaß konnten sie sich nicht verlassen. Und dann ging der Motor kaputt.
    Was konnten sie anderes tut. Sie steuerten die nahe Küste an. Noch weit entfernt von ihrem eigentlichen Ziel Malaysia entfernt. Sie strandeten im Süden Thailands und wurden prompt von der thailändischen Polizei verhaftet. Für 114 Rohingya war die Reise in die ersehnte Freiheit Malaysias zu Ende.
    Zar Phaw erzählte diese Geschichte einem Reporter der Zeitung "The Irrawady" im Gefängnis Takua Pa, einem Distrikt in der thailändischen Provinz Phang Nga. Der 38 jährige gläubige Muslim hatte mit seinen 113 Mitleidenden mehr wie zwei Wochen auf der stürmischen Andamanischen See, in einem kleinen offenen Boot, verbracht.
    Jeder von Ihnen hatte für die Überfahrt etwar 15000 Kyat bezahlt, offiziell getauscht etwa 80.000 Baht. Alle kamen sie aus einem kleinen Dorf im Grenzgebiet von Myanmar und Bangladesh, wo etwa eine Million Rohingya Muslim im buddhistisch geprägten Myanmar, quassi ohne Rechte, leben

    Die 114 beschloßen ein neues Leben zu wagen und ihr Leben in ihre eigenen Hände zu nehmen. Sie machten sich auf, ein besseres Leben in Malaysia zu suchen, wo bereits 12.000 Rohingya leben. Wir waren nicht die Einzigen, meinte Zar Phaw, einige landeten ebenfalls in Thailand, andere Boote befänden sich noch auf hoher See.

    Viele Menschen glauben sie könnten ein besseres Leben in Malaysia finden, meint Zar Phaw, der sein ganzes Geld ausgab um diese Reise zu wagen. Das Schicksal der Rohingya wird oft als eines der schlimmsten Menschenrechtsverletzungen der Myanmarischen Militärregierng angekreidet.
    Die Rohingya leben hauptsächlich in den drei nördlichen großen Zentren des myanmarischen Rakhaing-Staates (ehemals Arakan): Maungdaw, Buthidaung und Rathedaung. Als Flüchtlinge leben sie auch in mehreren anderen Ländern Asiens.
    Offiziell existieren diese Menschen aber überhaupt nicht. Die Zentralregierung, oft mit Hilfe von örtlichen Buddhistischen Gemeinden bezeichnet sie als illegale Einwanderer, die illegal von Indien und Bangladesh eingewandert wären. Deswegen werden ihnen alle Rechte wie Besitz von Land, Schulausbildung, und selbst das Recht auf Heirat verweigert. Sie werden aus ihren Dörfern vertrieben , das Land das sie seit Generationen bewohnen wird beschlagnahmt und die Häuser abgebrannt.

    1991 floh die Mehrheit der Rohingya nach Bangladesh. Viele wurden zwangs rückgeführt, nachdem die Regierung und Myanmar und Bangladesh dies durch einen Vertrag beschlossen haben. Auch das UNHCR war an der Aktion beteiligt. Trotzdem fliehen immer noch Rohingya täglich über die Grenze nach Bangladesh.

    Nach Angaben von Chris Lewa ein Wissenschaftler der sich mit dem Schicksal der Rohingya beschäftigt, und das Arakan Projekt in Bangkok koordiniert, versuchen die Militärbehörden in Myanmar die Rohingya aus Myanmar nach Bangladesh zu vertreiben. Oftmals versuchen sie Dörfer auszuhungern um sie zur Flucht zu bewegen. Das Militär vernichtet Reisfelder und Gemüsegärten um die Menschen in die Flucht als Wirtschaftsflüchtlinge nach Bangladesh zu treiben.

    Aber den Rohingyas geht es nicht viel besser in Bangladesh. Es ist ihnen dort als Flüchtlinge verboten, legal zu arbeiten. Sie werden ausgenutzt, und aufgrund ihres rechtlosen Status mit einem Dollar pro Tag Arbeit abgespeißt. Das Leben in Bangladesh war hart, meinte Zar Phaw. Mit einem Dollar konnte er Frau und sieben Kinder nicht ernähren.

    Sowohl in Myanmar, als auch in Bangladesh, unerwünscht versuchten sie ihr Glück im Süden. Sie hofften auf die die Unterstützuing der Regierung und der Muslim in Malaysia. In den 1990´zigern war das einfacher dorthin auszuwandern, aber nachdem einige Rohingya Terroranschlägen in Myanmar ausgeführt haben, werden sie jetzt pauschal als gewlttätig eingestuft. Besonders nachdem die Behörden in den Ländern von Südostasien eine erhöhte Angst vor Terrorattentaten haben.

    Im Jahre 2002 flüchteten einige Rohingya Gruppen auf das Grundstück des UNHCR in Kuala Lumpur, Malaysia und forderten politisches Asyl. 2004 überfielen Rohingya Flüchtlinge die Botschaft von Myanmar in K.L. und brannten das Gebäude nieder.

    Trotz dieser zwei Vorfälle versuchten die Malaysischen Einwanderungsbehörden den Rohingya zu helfen, sie legal zu registrieren und ihren Kindern eine Schulausbildung zu ermöglichen. Doch das Programm wurde im letzten August gestoppt, als heraus kam, daß korrupte Zwischenmänner und Agenten viel Geld mit diesem Programm verdient haben.

    Der Status der Rohingya die in Südthailand ankamen ist auch predikat. Mehr als 300 wurden von der Thai Polizei verhaftet, nachdem sie sie an den Stränden von Südthailand Schiffbruch erlitten haben. Sie werden der illegalen Einreise angeklagt und sollen abgeschoben werden. Ein Sozialarbeiter, der sich um die Flüchtlinge in Thailand kümmert, schätzt das alleine im Dezember 2006 mindestens 14 Boote nach Malaysia in See gestochen sind. Andere Boote wären unbeobachtet in Thailand gelandet und die Flüchtlinge würden sich in Thailand verstecken

    Weder Thailand noch Malaysia haben die 1951 Flüchtlingskonventionen der UN noch das Abkommen der UN über den Status von Flüchtlingen aus dem Jahre 1967 unterschrieben. Trübe Aussichten für die Flüchtlinge. Werden sie nach Myanmar abgeschoben, müssen sie nicht nur mit erneuten Schikanen rechnen , sondern mit Verhaftung und Schlimmeren.

    "Bringt mich lieber hier um" meinte Zar Phaw aus der Zelle in Takua Pa heraus. "Ich will nicht in den Händen von Folterknechten sterben"



    Quelle: http://www.irrawaddy.org

  2.  
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