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Verlorene Paradiese

Erstellt von HPollmeier, 13.10.2008, 15:55 Uhr · 37 Antworten · 8.865 Aufrufe

  1. #31
    antibes
    Avatar von antibes

    Re: Verlorene Paradiese

    Hallo HP,
    auf deinen Foto`s scheinen das die gemeinen Barrakudas zu sein, die in der Gruppe auftreten. Den großen Barrakuda, ein Einzelgänger bzw. -schwimmer, hatte ich bei einem Tauchgang bei Ras Mohamed, Sinai, direkt neben mir. Die sind um die 2m lang und können eine Geschwindigkeit von bis zu 150 km/h im Wasser erreichen. In der Karibik waren diese gefürchteter als die Haie.

  2.  
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  3. #32
    Avatar von HPollmeier

    Registriert seit
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    Re: Verlorene Paradiese

    9. Gier nach Geheimtips
    © Pollmeier

    Reisemagazine und Zeitungen aller Schattierungen preisen in Thailand immer noch Traumstraende, Paradiese und Geheimtips an, die laengst keine mehr sind. Mit Schoenfaerberei und Halbwahrheiten tut man weder dem Land noch den Reisenden einen Gefallen - man betruegt beide.


    Wer schon einmal mit thailaendischen Fischern auf See war, wir die Kunst von Eed Amata bewundern: Er zelebriert ein Ritual.



    "In den Waeldern singen die Affen", verblueffte "Die Zeit" im Juni ´93 mit dem alten Hut der Kanuexpeditionen in die Lagunen der Phang Nga Bucht und faselte vom sanften Tourismus, weil ein Veranstalter "schleunigst Unrat aus der Bay fischen laesst." "Sing weiter Noeck, du luegst so schoen", moechte man anheben, wenn es nicht so traurig stimmte: Solche Artikel treten Massentourismus in verstohlene Winkel los.



    Tourismus ist Industrie. Ihr Potential, der Urlaubsmensch, verdummt durch Medien und ausgebeutet durch Reisehaie, verbraucht Umwelt, in Thailand wie anderswo. Thailand nimmt die Herausforderung an - und bewaeltigt sie nicht. Wir haben sie auch nicht in den Griff bekommen, weder in den Alpen noch am Mittelmeer. Alle Schalmeienklaenge vertuschen nur die Niederlagen.

    Ganz schlaue Medien sagen Lieschen Mueller neuerdings die Wahrheit nach dem Motto: Wunderschoen, aber... So schreibt "Reise & Preise" 3/93 ueber die Ao Pudsa Beach auf Koh Samet: "Mit nur zwei Bungalowanlagen und einer urigen Beach-Bar herrscht dort noch immer eine gemuetliche, fast familiaere Stimmung." Und zu den Schattenseiten: "Malaria ist auf Koh Samet ziemlich stark verbreitet, daher sollte Prophylaxe Pflicht sein. Weiteres Manko: Das knappe Duschwasser geht schnell zur Neige..."



    Koh Samet und Koh Chang sind malariaverseucht. Der einzige wahre Schutz gegen die malariauebertragende, weibliche Anopheles-Muecke ist, sich nicht stechen zu lassen. Das ist praktisch unmoeglich. Vergessen Sie alle Mittel, die Ihnen der Hausarzt verschrieben hat! Sie helfen heutzutage nicht mehr, der Krankheitserreger ist immun gegen jegliche Prophylaxe. Malaria ist im Vormarsch und kann toedlich sein. Darum sollte man die Inseln bei Dunkelheit meiden. Und kein Wort vom unuebersehbaren Dreck mit allen negativen Begleiterscheinungen!

    "Absolute Ruhe findet der Besucher am kleinen Sadet Beach im Osten Koh Pha Ngans. Ein Strand mit Geheimtipcharakter", heisst es an anderer Stelle. Wer das Traveller Handbuch Thailand aus dem Stefan Loose Verlag, das Gebetbuch deutscher Touristen, aufschlaegt, konnte noch in der Auflage ´90 lesen, auf dieser Insel wuerden die Traveller noch einige Jahre unter sich bleiben, 1992 muss er bereits feststellen, dass die ganze Insel total vermarktet ist.



    Bei den Straenden von Krabi vernebelt man schwammig: "Eine weitere Entwicklung hin zum Exklusiv-Tourismus ... duerfte fuer viele Reisende eine stark begrenzte Aufenthaltsmoeglichkeit bedeuten." Im Klartext muesste dort stehen: Krabi´s Straende sind fast nur noch fuer betuchte Touristen empfehlenswert. Die Preise sind stark ueberhoeht, in Ao Nang selbst herrscht qualvolle Enge. Wo frueher zehn Long-Tail-Boote zu vorgelagerten Inseln oder abgelegen Buchten starteten, legen nun morgens ab 6 Uhr Hunderte mit ohrenbetaeubendem Laerm los. Wer das oelverschmutzte Meer meiden will, bucht sofort im Krabi Resort oder in Ao Nang Villa, weil Pools angeboten werden.



    Man sollte Schreiber, die Muellberge von Koh Phi Phi mit "der zauberhaften Badebucht" nur als unloesbares Problem verharmlosen, dort in der Hauptsaison zur Strafe aussetzen. Wer Dreck geflissentlich uebersieht, koennte sich dann praxisnah als Rattenfaenger betaetigen, anstatt harmlose Touristen mit blumigen Phrasen anzulocken. Phi Phi und Ao Nang wurden in wenigen Jahren versaut. Wie kommt das?



    Am Anfang steht die Maer vom Rucksackreisenden. Angeblich entdecken sie zuerst "unzerstoerte" Natur. Durch Mundpropaganda spricht sich der "Geheimtip" herum. Dann sollen die "Neckermaenner" einfallen. Beide Reisendengruppen lieben sich abgoettisch, weil Individualisten halt Rucksaecke und Jeans, Pauschalis Koffer und Zwirn tragen. Ich wollte es genau wissen und besuchte einen ehemaligen Geheimtip an der Kueste von Takua Pa.



    "Wir waren uns zunaechst einig," erlaeuterte mir der deutsche Restaurantbesitzer Wolfgang S... - genannt "Hans", weil sein Name fuer Thais unaussprechlich ist - vom Khao Lak Restaurant, "dass wir nicht mehr Traveller brauchten. Wir hatten unser Auskommen ohne Stress und haben jahrelang verhindern koennen, dass wir in die Bibeln der Touristen, die Reisefuehrer, aufgenommen wurden." "Kamen nur Rucksacktouristen?" "Quatsch! Reisende aller Altersgruppen und Schichten, viele Thais, Leute, die mit Sonne und Sand, Reis und Ruhe zufrieden waren und die Hektik hassten, die ueberall herrscht, wo die grossen Investoren zugeschlagen haben.



    Und dann standen wir ploetzlich im "Loose", spaeter in "Moebius/Ster" und wie sie alle heissen. Jetzt werden die ersten Grundstuecke eingezaeunt, ein sicheres Indiz, dass die Investoren aus Bangkok, diese Geier - sie erhoehen ihre Angebote so lange, bis ein Eigentuemer weich wird und verkauft - zugeschlagen haben und der Rummel bald losgeht. Dann kannst Du diesen Landstrich vergessen: Allotria und Videos, ...... und Nepp, Drogen und ..." - Und Khao Lak heute: der Landstrich wird als "Tropenparadies" im TV-Text verramscht.



    Thailand vertraegt die Wahrheit. Es hat sich dem Tourismus verschrieben und muss damit fertig werden. Nun ist in dieser Branche viel Profit zu machen, auch in den Zubringerlaendern. Wo viel Geld im Spiel ist, wird oft manipuliert. Massgeschneiderte Traumreisen verkaufen sich besser als herbe Wirklichkeit, Reisehaie gehen nicht an die Angel, aber viele Autoren lassen sich koedern. Natuerlich gibt es immer noch Geheimtips in Thailand - aber ich verrate keinen. Da muessen Sie sich schon selbst auf den Weg machen!



    Ich polemisiere jetzt nicht gegen irgendeine Person, sondern will nur das allgemeine Problem ansprechen.

    Wenn ich sehe, wie allein in den bekannten Foren die grosse Insel ´Koh Chang´ in letzter Zeit verramscht wurde, werde ich noch nachdenklicher als vor mehr als 10 Jahren bei dem Artikel, der - hier und da z. B. bei Malaria auf den benannten Inseln oder durch den Tsunami ueberholt - die grundsaetzliche Entwicklung anspricht.


    Gruss
    HPollmeier

  4. #33
    Avatar von HPollmeier

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    Re: Verlorene Paradiese

    Hallo!

    10. & Schluss Das war auch einmal Bangkok:



    8. Klongfischen im Bangkok des Jahres 1979
    © Text & Photos Pollmeier

    Bangkok war an den Stadtraendern noch recht laendlich und gar idyllisch:




    Man musste gar nicht weit fahren, um einem kleinen Vergnuegen nachzugehen wie beispielsweise dem Klongfischen mit den Kindern.





    Der Bauboom hatte noch nicht eingesetzt, und es war einfach, fischreiche Angelstellen zu finden:











    Nun hat die Wasserverschmutzung den meisten Fischen den Garaus gemacht.



    Die ein oder andere Art wird sich angepasst haben, aber Angler, die davon berichten koennten, haben offensichtlich den letzten zubereiteten Fang nicht ueberlebt



    oder sind nach einem Abgang nicht wieder aufgetaucht:



    Petri Heil!
    HPollmeier

  5. #34
    Avatar von Dieter1

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    Re: Verlorene Paradiese

    Heinz, da wo ich wohn ist Bangkok immer noch idyllisch.

  6. #35
    Kuki
    Avatar von Kuki

    Re: Verlorene Paradiese

    tolle Bilder
    schön, das du Thailand so erleben durftest.
    Da muss man heute lange suchen um ähnliches zu sehen und zu erleben.

    Da kommt Wehmut auf

    Gruß
    Kuki

  7. #36
    Avatar von HPollmeier

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    Re: Verlorene Paradiese

    Hallo Kuki,

    was ich so aus anderen Reiseberichten erfahre, muss man nach Laos oder Myanmar, um ein ´Thailand´ vor zwanzig Jahren zu erleben.

    Ich ueberlasse das den Juengeren, hoffe aber, sie berichten wenigstens darueber.

    @Dieter1,

    gewiss gibt es schoene Stellen in Bangkok.

    Der kleine Mann mit dem kleinen Fisch ist uebrigens in Bangkok gross geworden; er hat sein Thai aus Jugendjahren noch verbessert. Diese Burschen gingen damals zur ´Schweizer Schule´ und wurden international erzogen. Nach Studium in England & Japan zog es ihn in seine Heimatstadt zurueck; er will dort nicht mehr weg.

    Gruss
    Heinz

  8. #37
    Avatar von Dieter1

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    Re: Verlorene Paradiese

    Heinz, ich kenne Ecken in Bangkok, da scheint die Zeit irgendwann vor fuenfzig Jahren stehengeblieben zu sein und dort triffste immer noch Klongangler.

  9. #38
    Avatar von HPollmeier

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    Hallo Henk,

    Du hast einige meiner Angelgeschichten gesucht; ich habe sie glatt wiedergefunden und noch einmal aus der Versenkung hervorgelockt.

    Das wird einigen Nicht-Fischern natürlich mißfallen, aber die Raucher müssen ja auch die Nicht-Raucher erdulden.

    Herzlichen Gruß
    Heinz

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