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Verlorene Paradiese

Erstellt von HPollmeier, 13.10.2008, 15:55 Uhr · 37 Antworten · 8.862 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von HPollmeier

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    Re: Verlorene Paradiese

    Nein, Maenamstefan,

    die Zerstoerung der Isel schritt zu schnell voran; das wollte ich mir nicht antun.

    Auch die grosse Koh Chang habe ich 1979 nur einmal besucht.

    Hier die Restbilder aus einer "Ritsch-Ratsch-Klick!"- Pocket, muehsam restauriert – und entsprechend in der Qualitaet:



















    Damals war da einfach nicht mehr!

    Gruss
    HPollmeier

  2.  
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  3. #12
    Avatar von HPollmeier

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    Re: Verlorene Paradiese

    Hallo!

    1.3 Noch einmal die verlorenen Traumstraende!









    Das Hochseeangeln – es folgen besondere Kapitel - ist ein Kinderspiel gegenueber dem Angeln vom Schlauchboot aus oder dem Harpunieren ohne Tauchgeraet.

    Hier geht es auf Koh Talu zu:






    Die Thais nehmen die Sache natuerlich wie immer ganz locker:



    Und Frau Pabel verfogt belustigt, wie der Autor sich mit einem Hai drei Stunden lang abmueht.





    Es war mein erster und letzter Hai; er warf an Bord noch einige Junge – das zu sehen, wollte ich mir nie mehr antun.

    Die Thais dieser Kuesten verschmaehen ohnehin Haifleisch, ‚verfuettern’ es lediglich an Ami-Touris und ihresgleichen.

    Dagegen sind junge Koenigsmakrelen ein Leckerbissen:




    Beim Fischen mit dem Schlauboot ist man der Witterung voll ausgesetzt









    und die Anstrengung steht den Beteiligten im Gesicht:









    Gruss
    HPollmeier



  4. #13
    Avatar von HPollmeier

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    Re: Verlorene Paradiese

    Hallo!

    1.4 Viel Spass brachte immer die Jagd mit dem Schlauchboot auf Hornhechte.







    Man sieht die jagenden Schwaerme zwischen den Felseninseln



    und kann immer wieder mit dem Boot queren, um sie an den Blinker oder die Fischfetzen zu locken.

    Hornhechte in den Tropen sind laenger und fetter als in unseren Breiten; krosch am Lagerfeuer gebraten sind sie eine Delikatesse:









    Quatsch muß sein,






    sonst werden auch Paradiese langweilig:





    Gruss
    HPollmeier

  5. #14
    Avatar von resci

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    Re: Verlorene Paradiese

    wenn ich den relaxten Thai mit Kippe auf dem Fischerboot so liegen seh, würd ich am liebsten wieder mit dem Rauchen anfangen .

    Beeindruckende Bilder !

    resci

  6. #15
    Avatar von HPollmeier

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    Re: Verlorene Paradiese

    Hallo,



    2.1 Wang Kaew – ein verlorenes Refugium fuer anspruchsvolle Thais

    © H. & R. Pollmeier





    Nur siebzehn Kilometer oestlich von Ban Phe war in den Jahren von 1980 bis 85/87 unter vielen Bungalowsiedlungen eine Anlage hervorzuheben, die als Musterbeispiel fuer eine gelungene Erschliessung angepriesen werden konnte:












    Wang Kaew, ein Refugium fuer anspruchsvolle Thais, war nur wenigen, in Thailand lebenden Europaeern bekannt. Das Strandbad wurde von der Schneiderin Urai Lueamruang gegruendet, die auch fuer die Koenigin fertigte.





    Durch einen riesigen Park, aufgelockert mit altem Baumbestand, von Urwald bedeckten Felsen, mit Gaerten und Rasenflaechen, fuehrten Strassen und idyllische Pfade zu mehreren Buchten am Meer, aus dem in der Ferne Koh Talu aufragte.





    Villen, Bungalows, Appartments und Terassenwohnungen lagen wohlgeordnet, noch ohne qualvolle Enge, in diesem gepflegten Areal. Die Mietpreise entsprachen dem jeweiligen Komfort und waren keineswegs ueberhoeht, wenn man den damaligen Nepp fuer vergleichsweise primitive Huetten auf Koh Samet betrachtete.







    Wer in Bangkok die alten Thaiholzhaeuser im Suan Pakkard Palast oder das Jim Thompson Haus besichtigte, verspuerte vielleicht den Wunsch, einige Tage in solcher Atmosphaere



    zu verweilen; er meldete sich fuer Wang Kaew Rayong, 155/19 Rajdarmi Road, Bangkok 10 500, an. Cottage No. 14/1, zwei alte Thaihaeuser in einem lieblichen Garten, wurde von dem oesterreichischen Besitzer mit erlesenem Geschmack, ausgesuchten Antiquitaeten und verhaltenem Komfort eingerichtet. Herr Glauniger, von der Kunst der Thais fasziniert, hat sie dagegen als Bierbrauer auf den Geschmack bayrischen Biers (Singha) gebracht.







    Gruss
    HPollmeier




  7. #16
    Avatar von HPollmeier

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    Re: Verlorene Paradiese

    Hallo!



    2.2 Wang Kaew war eine Oase der Stille







    im Uebergang










    von der thailaendischen Riviera zu den unendlich langen Straenden bis zur Grenze nach Kambodscha. Sonnenanbeter, Strandlaeufer, Einzelgaenger oder Liebhaber der Einsamkeit verliefen sich an dieser Kueste, die fast nur von Thais besucht wurde.













    Dann setzte die Gier ein: Zunaechst wurden haessliche Reihenhaeuser in den Strandbereich betoniert, die Glauniger–Bungalows abgerissen, die alten Thaiholzhaeuser – ich weiss nicht, wohin – verpflanzt. Ein Riesenhotel entstand,



    die Umgebung wurde zugebaut, steril wie der neue Hafen in Ban Phe.





    Seit 1989 habe ich Wang Kaew nicht mehr aufgesucht, im Vorbeifahren – hier auf dem Markt in Rayong -







    schmerzt die Erinnerung. Aber wer keine Vergleiche hat, findet es vielleicht gut. Jedenfalls wird man die Kinder am Strand auch heute noch sehen.





    Wer weiss mehr ueber Wang Kaew



    und berichtet ueber den Istzustand?



    Gruss
    HPollmeier

  8. #17
    Avatar von HPollmeier

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    Re: Verlorene Paradiese

    Hallo!

    der Massen-& Melktourismus hat viele schoene Stellen unserer Erde ueberrannt und fuer Individualisten ungeniessbar gemacht hat.



    Ich neige eher dazu, unberuehrtere Gegenden aufzusuchen - und die liegen nicht mehr unbedingt in Thailand, auch wenn wir hier "ein wenig Alete saugen". Wenn man dann noch darueber berichtet, ist das eigentlich schizophren – denn man foerdert den Trend und macht sich mitschuldig.



    Da ueber das ´Reisen´ die unterschiedlichsten Meinungen bestehen, beleuchte ich noch den ein oder anderen Reise-Aspekt ein wenig mit einem alten Artikel, den ich vor Jahren u. a. schon einmal in’s Nittaya gesetzt hatte:

    3. Lust und Last der Lemminge
    © Pollmeier

    Trotz Rezession und Krisen geben die Deutschen fuer Auslandsreisen immer mehr Geld aus. Nach den Terroranschlaegen profitiert zunaechst das Reiseziel Europa, aber bei zunehmender "Jetzt erst recht"-Mentalitaet rangiert Thailand unter den asiatischen Urlaubslaendern wieder auf den ersten Plaetzen. Thai International hat sein Angebot bereits aufgestockt.


    Wie im Angeltourismus wuchern natuerlich auch bei anderen Spielarten die Ausreisser. Als Kontrast zur Kritik ein paar sogenannte Traumstraende, die stereotyp in das Tourismusgeschaeft eingebunden werden:



    Wir sind allerdings kaum darueber informiert, was Millionen in Ferien und Ferne treibt. Der Massenbewegung wird fast nur mit Vorurteilen begegnet, vorzugsweise mit Tiervergleichen: Dem Touristen wird als dumpfes Herdenwesen schlichtweg die Menschenwuerde abgesprochen. Lebensfreude ist wohl - trotz des Schlagworts von der Fun-Gesellschaft - kein erstrebenswertes Ziel: Die Touris zerstoeren nur die Alpenlandschaft, hausen in Bettenburgen am Mittelmeer und foerdern den 5extourismus nach Thailand.



    Weil sich auf Reisen soziale Unterschiede verwischen, fuehlen sich Prestigegruppen immer noch als "bessere" Reisende und werten die anderen als "Neckermaenner" ab. Ihre Blindheit und das Desinteresse werden gescholten: Die einen, Badeurlauber, reduzieren angeblich das Land auf Meer, Liegestuhl und Diskothek, die anderen, die Kulturtouristen, folgen vorgepraegten und eingefahrenen Vorstellungen.



    Tourismus ist "das Thema des naechsten Jahrhunderts", sagt der Unesco-Berater Daniel Goeudevert, ehemaliger Topmanager bei Ford und VW, "und niemand findet zur Zeit eine Loesung. Alle sind hin- und hergerissen zwischen dem schnellen Profit einerseits und dem Respekt vor den anderen Kulturen andererseits." Aber dann erhebt er in einem Interview der Frankfurter Rundschau den Zeigefinger und macht spuerbar, nur der Kritiker selbst hat die richtige Einstellung zur Fremde. "Touristen aber - und das ist das, worueber ich mich und wahrscheinlich so viele andere auch, so aergere - Touristen haben keinen Respekt vor anderen. Sie kommen, haben was bezahlt und wollen fuer die Bezahlung ihrrer Reise einen Gegenwert. Ob das alles naturschaedigend wirkt oder die Kultur anderer Menschern zerstoert, darum kuemmert sich keiner."



    Goeudevert will z. B. bei einem Projekt in Guatemala Tourismus anders gestalten und meint, er koenne den Staat und die Mehrheit der Indianer zu einer Tourismus-Bewegung bringen, die Industrie, Handel, Kommunikation und Tourismus miteinander verbindet. Dann hat "Tourismus eine enorme Zukunft und die Dritte Welt wird davon profitieren ohne Schaden", sagt Goeudevert. "Aber diese Verbindung stellt bislang keiner her. Wonach man zur Zeit strebt, ist, soweit wie moeglich ueberall billige Grundstuecke zusammenzukaufen, Hotels darauf zu errichten, und die Menschen zu Spottpreisen einzuladen, weil das Land billig ist."



    Es bleibt zu hoffen, dass er sich nicht irrt. Denn die Tourismuswissenschaft stockt. Wir kennen Analysen von Reisestroemen und Urlaubspraeferenzen, aber ueber die Motive des Reisens erfahren wir wenig. Es gibt nicht einmal Grundlagenarbeiten fuer eine Theorie des Tourismus. Reiseverhalten wurde bisher nicht exakt und systematisch analysiert, in allen gutgemeinten Versuchen verbleiben Leerstellen, die meist mit Klischees zugekleistert werden.



    Betrachten wir doch einmal unsere eigenen Fotos und Dias! Die malerischen, romantischen, folkloristisch-pittoresken Blickwinkel gewinnen mit grossem Abstand den Wettlauf vor Motiven aus Technik, Verkehr, Wirtschaft oder Schnappschuessen des Alltags, der Arbeit oder Armut. Wir klammern Hektik, Hunger und Kriminalitaet aus, in "Urlaubsparadiesen" sind Aktentaschen, Maschinen oder Schweissperlen verpoent. In Reiseprospekten und -buechern finden wir unsere Motivwahl bestaetigt. Das fremde Land wir umgearbeitet, veredelt oder manipuliert nach vorgegebenen oder eigenen Beduerfnissen. Nicht Erkenntnis, sondern Erleben ist offensichtlich der Touristen Ziel. Der Soziologe und Publizist Christoph Henning sagt: "Das Erleben fiktiver Raeume ... ist in allen Kulturen verbreitet; diese Erfahrung scheint zu den menschlichen Grundbeduerfnissen zu gehoeren... Der Tourismus kann daher, im Unterschied zur Kunst, nicht grundsaetzlich Freiheit von aeusseren Zwaengen beanspruchen. Ein verantwortungsvoller, zurueckhaltender Umgang mit der fremden Welt ist unerlaesslich; und fuer einen solchen Zugang sind Kenntnisse ueber das fremde Land durchaus sinnvoll. Doch bleiben sie Hilfsmittel, nicht wesentlicher Zweck des modernen Reisens."



    Auch eine oekologische Wende ist im Tourismus noch laengst nicht in Sicht. Denn eine Untersuchung des psychologischen Instituts der Universitaet Bern hat herausgefunden, dass umweltspezifisches Wissen gerade bei Personen, die auf Technik und Wissenschaft bauen, keine bedeutsame Voraussetzung fuer umweltgerechtes Handeln ist. Hansruedi Mueller, Professor am Forschungsinstitut fuer Freizeit und Tourismus dieser Uni, setzt auf einen "reflektierenden Umgang mit den Vor- und Nachteilen des Tourismus, der nicht auf seinen wirtschaftlichen Stellenwert reduziert, sondern auf seinen lebensweltlichen Bezug erweitert wird."



    In diese Richtung zielt auch der ruehrige Studienkreis fuer Tourismus und Entwicklung im Ammerland. Ein Tourismus mit Zukunft muss sich fuer die Bevoelkerung in den Zielgebieten in einer ganzheitlichen, sozial- und umweltvertraeglichen Form entwickeln. Nur dann werden die "gastgebenden" Einheimischen ihn auf Dauer billigen. Der Studienkreis schreibt von Zeit zu Zeit Wettbewerbe fuer sozialverantwortlichen Tourismus aus, der sich an oeffentliche Institutionen und private Unternehmen im In- und Ausland wendet, die fuer tourismusrelevante Projekte und Massnahmen verantwortlich sind. Das koennen Aktivitaeten sein, die das Bewusstsein der Ortsansaessigen ueber Chancen und Gefahren touristischer Entwicklung fuer ihren wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Alltag foerdern, es koennen auch neue Wege fuer partnerschaftliche Kooperation zwischen Touristikern und Bereisten sein. Dann wird sich erweisen, ob gute Vorbilder ueberhaupt das Handeln im Tourismus beeinflussen.



    Der Studienkreis verdient ohnehin Beachtung: Er leistet mit seinen Sympathie Magazinen einen konkreten Beitrag zur Verstaendnis- und Sympathiewerbung fuer Reiselaender und ihre Menschen.



    Mit dem Heft "Thailand verstehen" beispielsweise wird der Reisende ermutigt, "seinen touristischen Aufenthalt auch als Chance zu nutzen fuer einen Blick hinter die glitzernden Fassaden der Tempel. Denn hier, so meinen die Autoren, liegt das eigentliche Thailand: Der Alltag eines 60-Millionen Volkes, das zu drei Vierteln in Doerfern lebt, der Alltag von Menschen, deren uns fremd erscheinende Lebens- und Verhaltensweisen tief verwurzelt sind in einer jahrhundertealten kulturellen Tradition." Durch die informative, unterhaltsame und sympathische Einstimmung auf Thailand sollen Missverstaendnisse und Vorurteile abgebaut und Voraussetzungen geschaffen werden, andere gesellschaftliche Gegebenheiten und Wertvorstellungen - also auch ein Knigge fuer viele Politiker(!) - besser zu verstehen und zu respektieren. Das Magazin ersetzt keinen guten - vergessen wir einmal den nur an der ´schnellen Mark´ interessierten Schund - Reisefuehrer, ergaenzt ihn aber.



    Damit treffen die thailaendischen und deutschen Autoren genau den Sinngehalt eines thailaendischen Sprichwortes zu Formen menschlichen Umgangs:

    "Zerbrich nicht den Lotus und wuehle nicht das Wasser auf!"



    Wie leicht zerdrueckt man beim Pfluecken eine Bluete und verschlammt das klare Wasser. Treten wir anderen Menschen behutsam nahe, achten wir ihre Gefuehle und verzichten wir auf Gewalt! Chok Dee - gute Reise!

    Gruss
    HPollmeier

  9. #18
    Avatar von HPollmeier

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    Re: Verlorene Paradiese

    Hallo!

    Verlorene Paradiese
    © Text & Photos Pollmeier



    4.1 Ban Bang Sare – ein verlorenes Anglerparadies

    Vor Pattaya’s Kueste liegen im Umkreis von 40 - 50 km mehr als 30 Inseln. Im inneren Inselring und damit im Blickfeld von Pattaya existieren die vorgelagerten Koh Larn, Koh Sak und Koh Krok.



    Wer keinen gesteigerten Wert auf thailaendisches Flair legt, sondern einem lauten und modernen Leben mit mannigfachen Lendenaktivitaeten offen gegenuebersteht oder gerne ein klimatisiertes Bierzelt mit Musikkapelle aufsucht, fuehlt sich dort gewiss wohl. Aber der Massentourismus hat auch schon seine Spuren in der Unterwasserwelt hinterlassen. Zudem ist Tauchen dort wegen der massenhaft auftretender Wasserscooter und Speedboote sehr gefaehrlich.




    Die besten Angel- und Tauchplaetze liegen am aeusseren Inselring, der von Pattaya aus in etwa zwei Stunden zu erreichen ist. Dort herrschten auch bis etwa 1995 um die Insel Koh Rin die besten Tauchbedingungen mit klarem Wasser und ueppigem Riffbewuchs. Der Fischbestand um Koh Larn/Koh Sak - innerer Ring - und Koh Rin - aeusserer – war bis dahin auch recht ordentlich: Muraenen, Ammenhaie, Leopardenhaie, Barracudas, Drueckerfische, Falterfische, Papageifische, Blaupunktrochen, Sepiarochen und sogar Seepferdchen.

    Aber der grosse Fischreichtum ist vorbei; und so sind – nach einem Zitat aus folgender Arbeit – "die ehemaligen Riffe vor Ko Samesan fast voellig zerstoert und regenerieren sich erst langsam. Kahle, zerschlagene Korallenbloecke sind Ueberbleibsel einer Vergangenheit, die aus militaerischen Schiessuebungen und Dynamitfischerei bestand. Samesan lohnt sich daher nur als Anschauungsuntericht."

    Spezielle Hinweise zum Tauchen:

    http://www.adventure-and-discovery.c...au_1_Thai.html

    Wo keine guten Tauchgruende sind, kann man auch das Fischen vergessen. Erlebnisberichte des frueh verstorbenen khon joehraman im Nittaya und anderen Foren zeigen zwar, dass es noch gute Faenge geben kann, aber der Fisch hat sich in Nieschen verzogen, die nur noch erfahrene Fischer kennen. ‚Ernten’ im thailaendischen Sinne kann man nicht mehr.

    Ban Bang Sare - der alte Hafen









    Uns hat der Ort zwischen 1980 und 90 jahrelang wegen der guenstigen Lage zu dem auesseren Inselring angezogen.

    Achille Clarac erwaehnt ihn in seinem 1971 erschienenen Reisefuehrer ´Thailand´,



    Stefan Loose wittert 1995 schon Unheil:




    Gruss
    HPollmeier

  10. #19
    Avatar von HPollmeier

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    Re: Verlorene Paradiese

    Hallo!

    4.2 Bang Saray - Stuetzpunkt fuer Wassersport und Sportfischen


    Bang Saray, etwa 30 km suedlich von Pattaya, ein lebhafter, versteckt liegender Fischerort an der "Riviera Thailands", hat sich im grossen und ganzen noch eine Menge urspruenglicher Atmosphaere erhalten, auch wenn die von Pattaya ueberschwappende Bauwut den Ort allmaehlich einschnuert.

    Bei den Thais beliebt, blieb es Auslaendern lange unbekannt. Die einst malerischen, hoelzernen Bootsanleger erstreckten sich weit ins Meer, ein Anblick, der Anglerherzen hoeherschlagen liess, weil man von hier aus lohnende Touren unternehmen konnte.



    Fast mitten im Ort liegt die Bang Saray Fishing Lodge mit eigenem Bootssteg. Der Hotelmanager organisiert Angelfahrten mit seetuechtigen Fischkuttern zu unterschiedlichen Preisen je nach Bootsgroesse einschliesslich Geraet und Koedern.





    In der Eingangshalle:







    Erfahrene Fischer uebernehmen die Regie, man kann fast sicher sein, nicht ohne Beute heimzukehren.





    Auf einigen Booten wurden Friseur- zu Kampfstuehlen umfunktioniert, primitiv, aber wirksam, zumindest einfallsreich. Man weiss sowieso nicht genau, ob es sich noch um Bootsangeln vor der Kueste oder schon um Hochseeangeln handelt. Auf den Booten stoeren sich zwei oder drei Angler nicht gegenseitig, so dass man sich den Spass mit Freunden teilen kann.

    Eine Ausfahrt fuehrt am Ort vorbei,


    an den Felsen des Khao Hat Yao entlang,







    durch die Enge zwischen Kho Khram und dem Festland



    bis weit auf´s Meer hinaus:





    Und dort bricht nach langer Ruhezeit ploetzlich Hektik aus bis zum ersehnten Fisch:











    Wer nicht in der preiswerten Fishing Lodge uebernachten und essen will, kann auf das Bang Saray Fishermen´s Inn mit dem guten ´Sago´ Restaurant ausweichen;







    ein huebscher kleiner Swimmingpool bietet den Nichtanglern Abwechselung.





    Im Ort gibt es weitere ausgezeichnete Seafood-Restaurants, die vornehmlich von Thais besucht werden. Das gibt es in Pattaya schon lange nicht mehr.









    4.3 Sonstige Hinweise:


    Zum Suesswasserfischen in Thailand bin ich eigentlich nie richtig gekommen, aber ich kenne einige Quellen, die den Interessierten weiterfuehren koennten:

    Wer beispielsweise Angler oder gar Fliegenfischer ist, sollte nicht meinen, er koenne nur dort Forellen fangen, wo einst die Briten waren, wie z. B. in Sri Lanka.

    Unter

    http://www.anglingthailand.com/

    finden wir u. a. Fischarten, Fangzeiten usw. Wer sich mit der Seite intensiv beschaeftigt, erhaelt wertvolle Hinweise - allerdings meist nur in Englisch - ueber spannende Angeltouren in Thailand.

    Die ,Thailand Fishing News´ unter

    http://www.asiatradingonline.com/fishing.htm

    des "Pattaya Fishing & Sports Club" informieren nicht nur ueber das Hochseefischen, denn dor erfahren wir auch, was die Regenbogenforellen am Doi Inthanon treiben.

    Wer damit nicht genug oder einfach Freude am Fliegenfischen hat, kann ja auch einmal das Fliegenfischer-Forum unter

    http://www.fliegenfischer-forum.de/reise.htm

    durchstoebern; Thailand wird er aber wohl nicht finden.

    Heute gibt es in Thailand – u. a. in Pattaya - auch schon eine Menge sogenannter ‚Forellenpuffs’- in Denglisch gibt es dafuer natuerlich einen vornehmeren Namen; ist nicht jedermanns Sache, aber macht Spass fuer den, der es denn will.

    Noch einige Links als Ergaenzung:

    http://www.angeln.de/gewaesser-reise...nd/bericht.htm

    http://www.wrackangeln.de/44.0.html

    http://www.ku.ac.th/AgrInfo/thaifish.../afwindex.html

    http://www.pattayascout.com/modules/...cat.php?cid=19

    Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollstaendigkeit und ist auch nicht als Reklame gemeint.

    Gruss
    HPollmeier

  11. #20
    Avatar von HPollmeier

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    Re: Verlorene Paradiese

    Hallo zusammen,

    eine zuenftige Satire kann jeder Diskussion Stoff liefern; wem sie zu lang ist, einfach wegschauen!



    5. Von Geistern und Touristen
    © Pollmeier

    Puenktlich um acht Uhr werden in Bangkok die Staatsflaggen gehisst, die Klaenge der Nationalhymne gehen im Verkehrslaerm unter. In Restaurants und Laeden steckt man Raeucherstaebchen an die Geisterhaeuschen. Der Touristenstrom im uniformen Outfit von schlabbrigen Bermuda-Shorts und knalligen T-Shirts, gerafft durch die Guerteltasche, begibt sich auf die nimmersatte Suche nach Geheimtips und Schnaeppchen aus der Scheinwelt der Werbung.


    Ich kombiniere die Geschichte mit Bildern einer Angeltour 1987 von Krabi nach Phi Phi, damals schon total ueberlaufen:







    Geisterhaeuschen gehoeren in Thailand zu jedem Grundstueck; der Ortsgeist, Phra Phum, wird versorgt, bevor man mit dem Bau des eigentlichen Hauses beginnt. Nach Einzug erhaelt er Vollpension: morgens Reis und Raecherstaebchen, tagsueber Obst, Tee oder Coke, abends frische Blumen. Auch gegen boese Geister und andere niedertraechtige Wesen, den sogenannten Phis wie Chamop und Chagla oder Grasue und Grahang, haben sich die findigen Thais geruestet. Gutmuetigen Geistern kann man sogar - wie beim Ablass der Katholiken - einen Deal anbieten: Whisky gegen Wuensche. Gehen sie darauf ein, trinken sie symbolisch den fuer ein, zwei Tage offen im Geisterhaeuschen angebotenen Mekong - mit Verstaendnis fuer den wartenden durstigen Spender. Aber gegen einen boesen Geist fanden die Thais kein Mittel: den Touri-Phi. Er verweigert jeden Deal.





    Die Industrialisierung des Tourismus verschlingt, was sich ihr in den Weg stellt: Sie ist proffizient. War der Ortsgeist immer schon da, bevor Menschen auftauchten, ist der Touristen-Phi in seiner graesslichsten Art, der sogenannte P-Phi - die griffige Abkuerzung fuer den Pauschalurlauber - ein unausrottbarer Trend, der professionelle und effiziente Albtraum zugleich. Mit seinem Auftauchen gerieten die Geister weltweit durcheinander: Meist ist er weisshaeutig, langnasig und fett, oft wachsfarben gelb, immer organisiert und arrogant, stellt seinen Reichtum zur Schau, laesst sich bedienen wie ein Scheich und spielt sich im "Land der Freien" entsprechend auf. Kurz: Er missachtet alle Regeln, verstoesst gegen Landessitten und tritt die Thai-Kultur mit Fuessen.





    Gegen diesen ungebetenen Gast schrieben sich in den achtziger Jahren kundige Forscher die Finger wund. "Sanftes Reisen" - oder intelligenter, angepasster, vertraeglicher, einsichtiger, muendiger, anderer Tourismus, wie die ruehrige Branche die Mogelpackung bei Bedarf manipulierte - wurde zum Schlagwort, aber die Modelle des Wunschdenkens blieben Theorie. Sie sind unrealistisch, ohne Wachstumsverzicht und staatliche Eingriffe nicht zu verwirklichen. Professor Jost Krippendorf forderte bereits 1974: "Was wir in erster Linie brauchen, sind nicht andere Reisen, sondern veraenderte Menschen." Aber Kritiker und Reiseunternehmen wollen den "veraenderten Menschen" erzwingen, setzen ihn einfach voraus oder tauschen Massentourismus durch "Einzel-, Familien- und Freundesreisen" aus. "Wir haben eine Kombination aus Pauschal-, Studien- und Individualreise und somit eine aktive Komponente bei den Mitreisenden", sagt der grosse niederlaendische Reiseveranstalter "Djoser", der seit zehn Jahren weltweit auf den "anderen Tourismus" setzt, auch in Thailand. Aber wo liegt der Unterschied zwischen Tausenden von Kombinationsreisenden, Neckermaennern oder Einzelreisenden, wenn das Paradies voll ist?





    Ein Kombinationstourist ist ein Low-Budget-Tourist. Er legt wenig Geld an und hat angeblich viel Zeit, denkt oekologisch, meidet daher in Thailand Fluege und tingelt mit Bus und Bahn, immerhin 3.000 km in 27 Tagen. Wen wundert da der vielzitierte Satz: "Zum Fotografieren zwanzig Minuten Zeit!" - nicht nur in Sukkothai und Ayutthaya? Da der schwer zu unterbietende Preis eine entscheidende Rolle spielt, werden jetzt K-Touristen eingeflogen, die es frueher gerade bis zu den Balearen oder an das Algarve schafften. Suedostasien ist nicht nur eine Spielwiese fuer betuchte Pauschalis. Der "andere Pauschaltourist" ist anpassungswillig und genuegsam, bevorzugt ortsuebliche, einfache Unterkuenfte. Bei Trekkingtouren schleppt er sein Gepaeck selbst, das gehoert zum Abenteuer, individuell genossen in lockerer Horde. Da auch Last-Minute-Unternehmen den Markt entdeckt haben, verdraengt der andere Tourist den haesslichen, der mitdenkende den dummen.Das hebt das Niveau. "Wo wir jeweils waren, wissen wir bis heute nicht," hoert man zu Hause, "aber wir koennen es im Programm nachlesen".



    Der K-Touri ist ein selbstaendiger, mitdenkender. "Wie aber die Tage im einzelnen ausgefuellt werden, das bleibt den Leuten in Absprache mit dem Reisebegleiter voellig selbst ueberlassen," erklaert Norbert Boeer, der Geschaeftsfuehrer von Djoser in Deutschland. In der Praxis sieht das - sagen wir im What Po - wie folgt aus: Der Pulk von acht bis hoechstens zwanzig Personen verlaeuft sich nach der kurzen Gebrauchsanweisung des einheimischen Fremdenfuehrers - und tritt in jedes Fettnaepfen. Die Kleidung fuer einen feierlichen Ort wuerde die Schweizergarde im Petersdom nicht dulden, die Kids versuchen die gigantische Statue des Liegenden Buddha zu besteigen, aus Unkenntnis oder Neugierde schnueffeln die Teilnehmer in Ecken herum, die tabu sind usw.







    Die Reisebegleiter schlagen Programmpunkte vor, Ideen der Mitreisenden werden aufgenommen, ausdiskutiert, es wird abgestimmt, was gemacht werden soll. Schauplatz River Kwai, Erawan-Nationalpark, Hausboote, Idylle, glueckliche Tage. Vorschlag: Wasserfaelle, Bademoeglichkeit. Der Herdentrip regt sich, nur nichts versaeumen: Drei Stunden Busfahrt, Stress. Greift das Djoser-Prinzip oder schlaegt der T-Phi zu? Weitere Beispiele lassen sich dutzendfach auffuehren.



    Nur ein notwendiger Lernprozess wird ganz langsam zum "veraenderten Menschen" fuehren, der Tourismus ein klein wenig sanfter machen koennte. Die alte Furcht vor der Natur schlug um in Angst um Natur; das frueher abschreckende Wort "Wildnis" wurde als Synonym fuer unberuehrte Natur verstanden, als Paradies nicht unbegrenzt verfuegbar. Der Run setzte ein: Nichts wie hin! Die letzten Paradiese werden gestuermt. Autoren von Reisefuehren und -artikeln sind nicht unschuldig, geraten unversehens in ein Dilemma. Zu viele Touristen koennen eine Plage sein - fuer Mensch und Natur. Sind die Kanutouren in die Hoehlen der Phang-Nga-Bucht ein Modell des sanften Tourismus oder nur Trips fuer elitaere Traveller? Ist ihr Erfinder, der baertige Amerikaner John Gray, ein Missionar des sanften Tourismus oder nur ein Scharlatan? Jedenfalls versprechen Berichte in "Die Zeit" und "Globo" Massenandrang und Profit, denn 45 Mitarbeiter schaffen nicht allein aus Liebe zur Natur.



    Sanftes Reisen bedeutet dann und wann, auch einmal auf eine Reise ... zu verzichten. Der Thailand-Experte Professor Juergen Hohnholz meint, nur entsprechende Gesetze von seiten der Regierung des Gastlandes koennten die negativen Seiten des Tourismus und damit den "haesslichen Touristen" in seinem Vandalismus stoppen: "Eine klare Gesetzgebung ist die Voraussetzung ueberhaupt, wenn es einen wirklichen Tourismus mit Einsicht geben soll." Prof. Klaus Wolf von der Uni Frankfurt: "Das entscheidende Problem ist, wieviel Touristen vertraegt eine Landschaft?"







    Radio Eriwan sah das ganz einfach. Auf die Anfrage von Neckermann : "Gibt es sanften Tourismus?" antwortete Eriwan schlicht: "Im Prinzip ja! Geht ein Tourist auf Samtpfoten ueber die Wiese, Gras richtet sich auf, Spuren verwischen. Gehen tausend Touris ueber die Wiese, einer so sanft wie der andere - Wiese kaputt, nix verdient." Wer es nicht glaubt, kann in den naechsten zehn Jahren auf Koh Chang beobachten, wie die Inseln Koh Samet, Samui, Phi Phi und andere zersiedelt und zerstoert wurden. "Touristen sind Landschaftsfresser," sagte Krippendorf - meist ohne Vorsatz und ahnungslos.



    Da wundern sich nicht nun die Thais, dass sie die T-Phis nicht mehr loswerden. In Marrakesch wurde der "Platz der Gekoepften" zum "Platz der Geschroepften". Wird das "Land der Freien" bald zum "Land der Frustrierten"?

    Gruss
    HPollmeier


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