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Unverhofft kommt oft!!!!

Erstellt von Label1907, 15.05.2006, 13:49 Uhr · 15 Antworten · 7.725 Aufrufe

  1. #11
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    Re: Unverhofft kommt oft!!!!



    Dieser Tag begann nicht wie üblich, Noi strahlend etwas verschlafen im Arm. Ihre Gesichtszüge wiesen immer noch eine grimmige Verzerrung auf. Sie beabsichtigte wirklich ihre Sachen zu packen. „I don’t want the same before.“ Na ja, ganz Unrecht hatte sie nicht. Vor drei Monaten hatten wir ebenfall einen heftigen Streit in Pattaya. Dafür war die Versöhnung nachher umso schöner. Mir wäre dieser Teil same same sehr Recht. Nun ja, gehen lassen wollte ich sie nicht, also zog ich alle Register. Beteuerte ihr keine Fragen in Bezug auf ihre Arbeit zu stellen. Alles mögliche anzustellen um ein lächeln ihrerseits zu erzeugen. Moment mal, ich bin doch hier in Samui. Normalerweise sollte das doch anders herum laufen. Zugegeben ich hatte sie mehr in mein Herz geschlossen als angenommen. Mancher Rat aus dem Nittaya Forum spuckte mir durchs Hirn. Triff sie bloß nicht wieder, sonst fängt das Spektakel wieder von vorne an. Welche wahren Worte, doch ich Trottel halte mich nie an so etwas. Nach etwa einer halben Stunde Überzeugungskunst packte sie ihre sieben Sachen wieder aus. Keine Ahnung wie diese Frauen das hier machen oder was sie mit uns anstellen, normal ist das auf jeden Fall nicht. Muss irgendein Tropenfieber sein, das unbemerkt Besitz über uns ergreift.

    Ich schaute nach meinem Freund. Der lag wie ein Kartoffelsack im Bett. Seine Kondition ist bemerkenswert. Immer der letzte der auf einer Party. Ich berichtete ihm von meiner Meinungsverschiedenheit mit Noi. Er schüttelte nur den Kopf mit den Worten „Du machst dich hier zum Affen. Es gibt so viele andere.“ Richtig, richtig, aber jedem das seine. Nebenher stimmte ich ihn auf die abendliche Grillparty mit Nois Bar ein. So ganz wollte er mir nicht glauben. Wie, die ganze Bar bei uns im Pool?!?! Na klar, was Du kannst, kann ich auch. Dazu sei gesagt, das er vor drei Monaten mal eine ganze Bar in Pattaya auslöste. Wenn das so ist, dann hole ich Simons Bar, entgegnete er mir. Bist Du verrückt, das wird zuviel und macht der Panya Besitzer nicht mit. Immerhin ist das hier kein Freibad, mein Resümee. Er zeigte zum Glück Einsicht. Ich hoffte, das er eine Überraschungsaktion auslassen würde.

    Wie immer verließen wir die Bungalowanlage zum Nachmittag hin. Uns überkam der Durst nach einem Weizenbier. Also auf zu Joachims Deutschen Biergarten. Zu dieser Zeit war es noch ziemlich leer dort. Franziskaner Import Bier hat so seinen Preis. 0,33 für 160 baht. Ein stolzer Preis. Eine drögere Person wie Joachim war mir auf Samui auch noch nicht untergekommen. Manchmal ist es ziemlich schwer ihn zu verstehen. Manch seiner Worte bleiben im Bart hängen. Nach dem köstlichen Weizengetränk führt uns der Weg zur Ark Bar. Hier stellte man sich schon auf den Abend ein. Sonnenliegen beiseite und die gemütlichen gepolsterten Liegeflächen mit Esstisch herbei. Der DJ aus der Solo Bar legte ein paar fetzige Scheiben auf. Ich ließ meine Augen ein wenig durch die Gegend schweifen. Diese und die Ali Bar sind anscheinend der Treff für Farrangs. Und eine Art Schaulaufen. Sehen und gesehen werden. Was hier für durchtrainierte Männer wie Frauen herumlaufen ist schon bemerkenswert. An einem Tag der Woche gab es hier immer Barbecue for free. Und heute war dieses Ereignis.



    Gegen halb fünf machte ich mich mit Noi auf den Weg ihre Freundinnen einzusammeln. Wir führen mit alle Mann zum Lotus Shopping Center. Für ein ordentliches abendliches Barbecue musste noch einiges besorgt werden. Die Mädels freuten sich über diesen freien Tag. Unter ihnen weilte auch neuerdings Nois Cousine. Diesmal aber wirklich vom Ahnenstamm. Normaler Weise sind all ihre Freundinnen Sister und Cousins, deswegen ist es auch schwer die richtige Familienhierarchie einzuordnen. Ich war ziemlich erstaunt über das junge zarte Alter von 17. Ziemlich früh der Einstieg in die Barszene.

    Die Mädels hatten einen heiden Spaß den Einkaufswagen zu füllen. Wer das allerdings essen sollte, schien mir ein Rätsel. Die Preise versetzten mich mal wieder in Erstaunen. Zirka 40 riesen Scampie für sagenhafte 180 Baht. Micha kümmerte sich um die Getränke. Für uns gab es wieder Sang Som und die Damelwelt bevorzugte Wodka Red Bull.







    Kurz vor Einbruch der Dunkelheit trudelten wir also am Bungalow ein. Den Grill und sämtliche andere Utensilien stellte uns der Bungalowbesitzer zur Verfügung. Noi und Co. bereiteten also das Essen vor. Es sah sehr schmackhaft aus. Grillstäbchen gespickt mit Hühnchen, Beef Pork und natürlich Fischspezialitäten. Und nicht zu vergessen die scharfen Soßen. Da meine Hilfe diesbezüglich nicht von nöten war, schwamm ich mit Micha ein wenig durch den Pool. Mein Freund und Kumpan berichtete mir von seinem Versuch Simons Bar wirklich einzuladen. Coi die Mitbesitzerin hatte ihn nur für verrückt erklärt und ein Storno eingelegt.






    links Nois Cousine

    Der Abend glitt vor sich hin. Das Barbecue bruzelte und die Mädels ließen den Wodka die Kehle entlang gleiten. Jaeb konnte nicht viel mit Nois Freundinnen anfangen. Ist halt nicht mehr ihre Welt hier. Nach der kulinarischen Stärkung sprangen alle in ein, aus meiner Sicht bequemeres Outfit und gesellten sich in den Pool. Tja, so konnte man es sich ergehen lassen.

    Nois beste Freundin fragte mich ob wir die Nacht hier verbringen würden und ob alle in meinem Bungalow nächtigen dürften. Ich vernahm ein leichtes Sirenengehäul in meinem Unterbewusstsein. Klong Klong, Klong Jackpot, wie im Casino. 7 Frauen in meinem Bett. Wie sollte das denn gehen, ich bin doch keine Maschine. Bilder raus aus meinem Kopf. Nein, Spaß beiseite, diese Fantasien waren eher utopisch. Ganz zu schweigen davon das Noi mir mit Sicherheit den Schnippie abschneiden würde.

    Noi beabsichtigte zur späteren Stunde wieder ins Longbeer zu gehen. Sie fand auch direkt von den anderen Zuspruch. Nach der Aufräumaktion ging es dann auch Richtung Chaweng. Micha und Jaeb schlossen sich uns nicht an. Und Patrick, dieser schien verschollen. Anscheinend hatte er die Reisestrapazen noch nicht überwunden und legte einen Relaxabend ein.

    Diesmal bekamen wir direkt an der Bühne einen Platz. Mein Tagesbudget neigte sich dem Ende. Ich hatte nur noch 1.000 Baht in der Tasche. Nois Freude schwappte förmlich über. Ihr gefiel der Abend im Kreis der Freunde. Tja und für mich war es ein Genuss sie so zu erleben. Da die Mädels anscheinend gerade erstmal sich warm getrunken hatte, musste dringend Nachschub besorgt werden. Ich erzählte Noi von meiner gerade entstandenen Geldsorge auch noch ohne ATM Card zu sein. Mach Dir keine Sorgen sagte sie, jetzt nehmen wir nicht Dein und auch nicht mein Geld. Gerade ausgesprochen bezahlte sie die nächste Runde. Anscheinend hatte der Schotte vor meiner Zeit ihr ein bissel Geld dagelassen. Oder sie bezieht monatlich Geld. Keine Ahnung, aber das sollte diesen Abend auch egal sein.

    Mein Alkoholpegel stieg immer mehr. Es führt sogar dazu, dass ich auf den Tisch stieg und die Puppen tanzen ließ. Peinlich, peinlich. Keine Ahnung wie viel Zeit vergangen war, aber ich weiß nur das ich mich später im Bungalow wieder fand. Noi brüllte irgendetwas das ich wie ein Thaimann wäre. Trinken, trinken, trinken. Mehr von diesem Abend weiß ich leider nichts mehr. So einen Filmriss hatte ich mit 18 Jahren und das lag schon einige Zeit zurück.



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  3. #12
    Avatar von Label1907

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    Re: Unverhofft kommt oft!!!!


    Es wummerte grauenhaft in meinem Kopf. Anscheinend nicht nur in meinem Kopf. Micha stand vor dem Bungalow und bat um Einlass. Es war gar nicht dran zu denken mich erheben zu können. An so einen krassen Kater konnte ich mich nicht zurück erinnern. Da hatte ich wohl gestern den Bock abgeschossen. Ich schaffte es gerade mal nach rechts zu schauen. Noi schien es ebenfalls nicht anders zu ergehen. Sie rührte sich keinen Millimeter. Zirka 2 Stunden später hämmerte es wieder an der Tür. Erneut Micha, diesmal bemerkte er aber das offene Fenster und trat herein. Jetzt weiß ich wie es ihm immer ergangen ist, als ich morgens oder besser gesagt mittags seinen Schlaf störte. Er lachte sich nur kaputt. So dreckig und schlecht ging es mir wirklich schon lange nicht mehr. Micha fragte mich wo mein Moped sei. Ehrlich gesagt wusste ich es nicht. Eh man, wo ist mein Moped. Ich drehte mich zu Noi herum und fragte nach den gestrigen Geschehnissen und vor allem wie wir nach Hause kamen. Eine verkratze Stimme entgegnete mir nur „i dont no. I dont drive. Heeee, ich aber auch nicht, wer dann?!?!? Mit dem bisschen Kraft was ich hatte schlürfte ich über die Fliesen und sah nach dem Bike. Es stand zum Glück doch da. Noi, you drive, fragte ich sie erneut. Noooo kam es unter der Bettdecke hervor. Sie schien ebenfalls einen Filmriss zu haben. Na dann Mahlzeit. Micha berichtete mir Nois Freundinnen später in der Solo Bar angetroffen zu haben. Nach der Frage wo wir währen, erzählten die Mädels, betrunken zu Hause. Mann, man da hatten wir beide aber alle Zügel von uns geworfen ohne Rücksicht auf den anderen. Das einzige was mir noch durch den Kopf schwebte, war Nois Beschimpfung meinerseits als Thaimann. Ich stellte sie direkt zur Rede. Ein verwundertes Gesicht schaute mich entsetzt an. Sure. Ja, sure. Oh sorry, honey, i dont knew. Das sie das nicht mehr wusste, schien nach einem großen Verlust an Gehirnzellen. Nun ja, somit musste ich ihr vergeben. Ach ja, und danke mir nicht für meine Milde. Da ich zu keiner großen Konversation fähig war, fuhr Micha mit Jaeb erstmal eine Kleinigkeit essen. Irgendetwas zu mir zu nehmen schien in weiter Ferne. Nach langem grübeln meinte Noi eventuell gefahren zu sein. Prost Mahlzeit das uns ein Schutzengel zur Seite stand und sicher nach Hause leitete.

    Gegen 16 Uhr war es uns erst möglich das Bett zu verlassen. Wir führen in Choeng Mon eine Kleinigkeit Essen. Noi musste ins Gaspedal treten, da mein Geist immer noch umnebelt schien. Während meine Herzallerliebste sich die Köstlichkeiten in den Gaumen schaufelte, musste ich mit einer gewissen Übelkeit kämpfen. Der Essengeruch und die unermüdliche Hitze führten zu einem erneuten Gang in mein Bettchen. Noi schaute ein wenig fern und ich schlief die nächsten 2 Stunden meinen Rausch aus.

    Dann trudelten meine Trinkkumpanen ein. Micha hatte in Chaweng Patrick eingesammelt und beide schienen bester Laune. Heute machen wir mal eine Männertour, sprudelte Patrick über die bevorstehende Nacht seine Freude heraus. Bei dem Gedanken an Alkohol bekam ich direkt wieder einen Kloß im Hals. Lieber nicht Jungs, ich bleibe heute zu Haus. Man, Ei Du hasst Disch ssoo verändert, schallte es mit seinem Akzent durch die Luft. Die nächsten 2 Stunden unterhielten wir uns ein wenig und die beiden füllten ihren Alkoholpegel ein wenig auf. Oder besser gesagt sie tranken sich wieder den Pegel an, der anscheinend nie hier auf den Nullpunkt kam. Anschließend begaben sich die beiden auf den Weg nach Chaweng. Eine weitere Stunde später rief mich einer der beiden Kameraden an. Mensch, Du musst unbedingt kommen. Ehrlich gesagt ging es mir ein wenig besser und den ganzen Abend im Bunglaw verbringen, konnte ich auch nicht. Also beschloss ich mich den Schlawinern anzuschließen. Noi zog es vor einen Fernsehabend/Nacht einzulegen. Ich warf mich in die entsprechende Ausgehuniform und packte die Videokamera ein. Noi legte mir nahe bloß keine anderen Frauen anzusehen, Ihre Spatzen säßen überall. Das Video würde sie sich auf jeden Fall ansehen. Ganz wie Du willst, entgegnete ich ihr und machte mich auf den Weg.

    15 Minuten später bog ich auf die Straße zum Reggea Pub ein. Was für ein erfreulicher Anblick. Das Leben tobte, die Musik dröhnte und reizende Frauen lockten am Straßenrand mit preiswerten Getränkeangeboten. Wenn ich kein Ziel gehabt hätte, wäre ich bestimmt in einer der Bars gelandet. Meine Freunde hatten das letzte Etablissement vor dem Reggea Pub ausgesucht. Ich parkte mein Bike und erkannte ohne großes Fixieren die beiden. Jeder natürlich mit einer dunkelhaarigen Schönheit im Arm. Ich filmte das Schauspiel und gesellte mich einige Minuten später zu Ihnen. Es dauerte keine zwei Minuten bis ebenfalls eine sehr gut proportionierte junge Frau sich an mich schmiegte. Die Hitze schien unerträglich, ob es jetzt am Wetter lag mag dahin gestellt sein. Mit großer Überwindung gelang es mir den ersten Sang Som zu trinken. Kaum zu glauben, aber nach den ersten Schlücken lief er auch ganz gut die Kehle herunter. Man man, was für eine Maschine, dachte ich mir nur. At home muss das aber aufhören, sonst mutiere ich noch zum Alkoholiker. Die junge Frau namens Pong, die mir Gesellschaft leistete, ließ ihre Künste und Reize spielen. So faszinierend tanzen sehen, habe ich schon lange keine mehr. Es viel mir schwer näher darauf einzugehen. Ihren Versuch mich zu küssen konnte entgangen werden, doch bei den heißen Bewegungen musste ich mittanzen. Micha amüsierte sich und griff sofort zur Kamera. Ich bemerkte dies erst spät. Lass den Käse bat ich ihn, keine Beweise. Doch leider zu spät.

    Patrick übte seine Kunst im Billiardspielen mit einer netten Frau, die ihm aber nicht ganz so sympathisch schien. Jungs, lass uns mal weiter gehen, rief er hinüber. „Ach ne Pat, Du spielst so schön, mach ruhig weiter, entgegnete ihm Micha. Ihr ....., grummelte der Karlsruher, ihr habt Ladys und ich stehe doof rum. Jeder ist sich selbst der Nächste, donnerte es mit lautem Gelächter von Micha.


    Leider sehr schlecht aber die Grundrisse der Bar sind erkennbar.

    Nach einer Flasche Sang Som, natürlich zu dritt getrunken, und zwei Stunden später, machte sich der Vortag bei mir bemerkbar. Erschöpfung schlich sich ein. Ich beschloss wieder zum Bungalow zu fahren. Die beiden Kameraden dachten noch lange nicht an einen Abbruch der Festivitäten. Also begab ich mich alleine auf den Rückweg. Noi saß wie auch sonst vor dem Fernseher und schaute gebannt auf einer der unglaublichen Soaps. Good movie, darling, klärte sie mich auf. Nach der Frage warum ich so früh heimkehrte gab ich ihr die Antwort, aus Sehnsucht natürlich. So langsam spielte ich das gleiche Spiel. Bin ja nicht Begriffsstutzig. Can i see movie please. Ups, keine gute Idee. Ach ich habe nichts aufgenommen, winkte ich ab. Sie guckte verdutzt. I dont believe, can i see please. Ach, brauchst Du nicht. You worry about movie. Nicht schon wieder diese Aussage. Was solls, ich gab ihr die Kamera. Immerhin hatte sie auch zuvor das Pattaya Video gesehen mit Na. Ich schaute nicht hin und ließ sie gewähren. Oh nice bar beside from my friend. I knew this. Ah ha, das ist ja schön. I call her to show you. Das ist ja nett. Dann verdüsterte sich ihr Gesicht. Ohhhh, nice lady, ohhhhh put her ass, oohhhh 5exy loady. Anscheinend hatte ihre Freundin doch nichts gesehen. Sie schüttelte nur mit dem Kopf. Only dancing gestand ich ihr, was ja auch eigentlich stimmte. Sie sah sich die ganze Aufnahme an. Es dauerte ein bisschen bis sich ihr Gemüt beruhigte.

    Nachdem ein wenig Zeit verstrich, sahen gemeinsam fern Arm in Arm und ließen anschließend dem Liebesspiel freien Lauf. Ehrlich gesagt hatte ich in der Bar Noi gegenüber ein schlechtes Gewissen. Warum, weiß ich nicht, denn schließlich arbeitet sie auch nach meiner Heimreise auf Samui weiter. Die kleine Dame hatte es mir im Laufe der Zeit einfach angetan. Ich sah bisher einige Frauen in Thailand, doch eine ähnliche Persönlichkeit traf ich nicht mehr.

    Irgendwann in der Nacht hämmerte es wieder vor dem Fenster. Was ist denn jetzt schon wieder. Micha trommelte wie wild vor die Scheibe. Ich begab mich aus dem Bett und schritt herüber zur Terrasse. Er sah nicht blendend aus. Kleine Schürfwunden verzierten sein Gesicht. Braune Streifen Schmutz auf seinen Klamotten ließen nichts gutes Ahnen. Was ist denn jetzt schon wieder passiert, hat Patrick eine Schlägerei angefangen? Nein nein, viel schlimmer. So so, dann erzähl mal. Na ja, begann er, zur späteren Stunde beschlossen ich und Patrick weiter zu fahren Richtung Green Mango. Pat konnte ich in seinem Zustand nicht fahren lassen, also schnell das Kommando übernommen. Nachdem wir die Straße vom Reggea Pub verließen und am See entlangkurvten, kam die Straßenbiegung langsam näher. Ich fragte Pat wo die Bremse sei. Wie Bremse, unterbrach ich Michas Erzählung. Pat fährt doch ein Schaltmofa, führte er fort. Seine Antwort ließ auf sich warten und knall auf Fall donnerten wir gerade aus von der Straße, ab in die Köttelbecke. Man, man das passierte wieder den Richtigen. Bei dieser Charaktermischung konnte doch nur ein Malheur passieren. Patrick flog anscheinend über Micha hinweg. Der Schaden des Mofas konnte noch nicht ermittelt werden. Passanten strömten anschließend zu den beiden und erkundigten sich nach dem Wohlbefinden. Manchen entlockte es auch ein amüsantes Lachen. Bei so vielen betrunkenen Farrangs schienen wohl öfter so Vorfälle anzustehen. Das Motorbike wurde abgestellt, Micha kam nach Hause und Patrick trudelte in die Solo Bar. Wie mit den beschmutzten Klamotten, wunderte es mich. Anscheinend störte es ihn nicht. Nach dieser Berichterstattung und Michas großer Sorge ein neues Moped kaufen zu müssen, begab ich mich wieder zu Bette.



  4. #13
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    Re: Unverhofft kommt oft!!!!



    Der ereignisreichste Tag begann seinen Lauf. Mann mag es kaum glauben, aber Noi erwachte verhältnismäßig früh. Na ja, ehrlich gesagt verhalf ich ein wenig nach. Mir gingen die vampirischen Zeiten so langsam ein wenig gegen den Strich. Ich sitze doch nicht hier auf einer Trauminsel und verschlafe die Tage. Zumal die Sonne ja ziemlich früh die Bildfläche verlässt. Ich fuhr schnell zum nächstliegenden Internetshop um mir ein Prospekt von der Tigershow in Lamai zu besorgen. Vorstellung 15 Uhr. Wir hatten gerade 12, somit passte das perfekt. Schnell wieder heimgekehrt bat ich Noi sich mit dem Stylen zu beeilen. Mein Freund Micha lag noch zusammengerollt in seinem Bettchen. Er hatte kein besonderes Interesse uns zu begleiten zumal er die Show bereits kannte. Also starteten Noi und ich alleine Richtung Chaweng. Um der kleinen Schönheit eine Freude zu bereiten, dachte ich mir ihr eventuell einen kleinen Ring zu kaufen. Ich hatte ihr versprochen ein Geburtstagsgeschenk aus der Heimat mitzubringen. Dank meiner überaus schnell voranschreitenden Vergesslichkeit, blieb dies auf der Strecke. Noi freute sich enorm über ein weiteres Schmuckstück, denn Gold liebt die über alles. Wir steuerten also in Chaweng den nächsten Juwelier an. Zuviel sollte das ganze nun auch nicht Kosten. 3.000 Baht gab ich ihr zur Auswahl. Nach langem überlegen und Anprobiererei sollte es ein Fischförmiger Ring im Wert von 6.000 Baht sein. Sie gab ihre beiden bisherigen Ringe ab und konnte sich so dieses teurere Schmuckstück leisten. Jetzt strahlte sie bis über beide Ohren.

    Es ging dann weiter Richtung Lamai. Ich hatte den Weg nicht mehr ganz im Kopf, aber die Tigershow wird wohl ausgeschildert sein, dachte ich mir. Beim letzten mal sah ich diese Show mit Na. Bei der Krokodilshow hatte ich Timi als Tourist Guide. Zirka eine halbe Stunde benötigten wir. Die Strecke ist mit den Berg und Talfahrten sehr abwechslungsreich. Durch meinen schnittigen Fahrstil trafen wir etwas zu früh ein. Eine Stunde galt es zu überbrücken. Kurz entschlossen warfen wir einen Blick in die Butterfly Farm. Ich hatte gehört, das sich dort ein Besuch nicht lohnen würde. Ich bezahlte den meines Erachtens teuren Eintritt und wir erklommen quasi den Berg. Es erwies sich als schwer den ersten Schmetterling zu erblicken. Kaum zu glauben, ausgestopft sahen wir alle Rassen, doch lebendige schienen eher rar zu sein. Na ja, mit Noi hatte ich einen großen Butterfly direkt vor mir. Nach einigen Metern kam die kleine ganz schön ausser Atem. Die Steigung forderte ihr einiges ab. Ehrlich gesagt mir auch. Mein T-Shirt schien keinen trockenen Flecken zu beherbergen. Fazit im nach hinein. Ein Besuch lohnt auf keinen Fall. Wir sahen mehr tote Geckos auf den Pfaden als Schmetterlinge.

    20 Minuten vor Showbeginn trudelten wir also wieder ein. Um zur Show zu gelangen schlenderten wir durchs Aquarium. Noi bewunderte die vielen Fische und schoss einige Bilder mit ihrer Handykamera. Ein Kommentar von ihr ließ mich laut auflachen, als sie einen Krebs erblickte. Oh darling im hungry, Pappaya Salad. Sie sah in den meisten Meeresbewohnern eher eine kulinarische Köstlichkeit. Das Füttern der Schildkröten durfte natürlich auch nicht fehlen. Mich erfreute der Anblick Nois leuchtenden Augen zu sehen. Für sie war das alles neu und sie guckte sich alles genau an. Kaum zu verstehen das sie jetzt mittlerweile ein Jahr hier auf der Insel verweilt und die Schönheiten noch nicht gesehen hatte. Tolle Bar in der sie da arbeitete bzw. tolles Publikum was die Bar so anzieht.

    Später folgte die Birdshow. Während des letzten Jahres hatte sie sich nicht verändert. Ich kannte somit die Attraktion, aber Noi fand enormen Spaß daran. Erst Die Papagein, dann die Adler, anschließend der Bieber oder welches Tier es auch war. Als Höhepunkt folgte die Tigershow. So einem Tier würde ich nur sehr ungern in freier Natur begegnen. Das ganze Spektakel dauerte zirka eine Stunde. Unsere Mägen knurrten und Noi schlug vor, an den Wasserfällen zu speisen. Also ging es los. Kurz bevor ich einbiegen wollte erspähte ich einen kleinen Tempel der mir bekannt vorkam. Meiner Neugier musste nachgegangen werden, also legten wir einen kleinen Stopp ein. Da saß er also, der tote Mönch, dem immer noch die Haare wuchsen. Bilder sah ich zuvor bei einem Freund. Noi zündete eine Duftkerze an und bettete zum Mönch.

    Ein wenig stillten wir unseren Hunger an den Wasserfällen. Noi berichtete mir ab und an mal hier her mit ihren Freundinnen zum Essen zu kommen. Es schmeckte wirklich vorzüglich. Frisch gestärkt traten wir den Heimweg an. Nach etlichem Berg rauf und runter und einem Zwischenstopp in Nois Bar, sie musste natürlich ihr neues Schmuckstück begutachten lassen und das Erlebte berichten, trudelten wir wieder am Bungalow ein. Micha schien ausgeflogen. Jaeb räkelte sich vor dem Fernseher. Ich rief meinen Freund an obwohl es sich erahnen ließ wo er sich herum trieb. In irgendeiner veranzten Bar vermutlich. Meine Denkweise erwies sich als Richtung. Er saß neben der Happy Bar in Chaweng.

    Nach der für meine verhältnissmäßig langen Fahrt ruhte ich ein wenig meinen geschundenen Hintern aus. Noi verbrachte wie immer die Zeit vor der Flimmerkiste. Micha drängelte auf mein Erscheinen und ich kam seinem Gesuch nach. Die Dämmerung setzte langsam ein und mein Freund nicht zu übersehen, übte seine Fähigkeiten im 4-Gewinnt. Meine Lieblingsgegnerin in diesem Spiel saß auch wieder am Tresen der Happy Bar. Ich hatte es bisher nie geschafft eine Partie als Sieger zu verlassen. Sie erkannte mich wieder und winkte herüber. Die Bar schien nicht sonderlich gefüllt. Samui ist halt nicht Pattaya. Vor 21 Uhr startete hier kaum was. Micha drängelte ein neues Etablissement aufzusuchen. Ihm kam der Wunsch einer Short time mit einer bezaubernden Frau. Also führen wir mal hier und dort hin. Nichts nach seinem Geschmack aufzufinden. Sein Telefon bimmelte. Julia seine Deutsche Freundin meldete sich mit der bitte eines Rückrufs. Es wäre sehr dringend. Ach Du Schreck erklang es über seine Lippen. Sie wird doch nicht einen Kontoauszug gezogen haben. Schweißperlen küllerten über seine Stirn. Alles bloß das nicht. Da er von einem Erholungsurlaub sprach, war eine Imense Summe an Geldverlust schwer zu erklären. Ich konnte seine Bedenken nachvollziehen.

    Wir nahmen Platz an der Nachbarbar von Nois Arbeitsstelle. Micha tätigte seinen Anruf. Es sah für mich nicht gut aus. Er maschierte hin und her und sein Gesicht nahm eher die Gestalt einer Kalkleiste an. Er signalisierte mir mit einem Zeichen eine schlechte Botschaft an. Strich immer wieder mit dem Finger über seinen Hals. Oh Gott, das gab anscheinend Zunder. Das Gespräch dauerte 20 Minuten. Seine Hände begannen zu zittern. Jetzt verunsicherte es mich ebenfalls. Ich hatte ihn selten so aufgelöst erlebt. Das Gespräch fand sein Ende. Er steuerte auf mich zu, orderte zwei doppelte Wodka und brabelte vor sich hin „ich bin im Eimer, mein Leben ist vorbei.“ Ja wie, ich verstand diese Worte nicht. Was soll das heißen, Geld ist doch nicht das schlimmste. Viel schlimmer antwortete er in stotterndem Tonfall. Seine Hände zitterten immer noch. Raus mit der Sprache drängte ich auf eine Aufklärung. Julia ist schwanger. Jetzt griff der Schock auch auf mich über. So ganz konnte man das nicht glauben. Seit wann denn. Meine entsetzte Frage?? ein paar Tage??? Vielleicht hilft noch die Pille danach??? Zu spät, seit drei Wochen. Mein lieber Gott, das ist eine beachtliche Zeit.

    Die beiden waren 13 Jahre zusammen, einen Sandkastenliebe sozusagen und ausgerechnet jetzt sollte das passieren. Julia hatte in der Zeit der Trennung einige komische Kautze kennen gelernt und versteifte sich immer mehr auf Micha. Bei ihm weiß ich was ich habe, ihr Kommentar. Ein komischer Beigeschmack blieb bei der ganzen Sache. Hier auf der Trauminsel empfand ich das Ereignbiss als unreal. Gerade Micha, der der kaum etwas anbrennen lässt, der der gerade so eben auf sich selber aufpassen kann, soll jetzt diese Verantwortung bekommen. Man könnte meinen Ironie des Schicksal. Wer weiß ob Buddha nicht seine Hände im Spiel hatte. Riskant auf mehreren Hochzeiten zu tanzen. Der ein und andere Schnaps rollte über die Theke. Ein zusammengebrochener Mann saß neben mir. Wer hätte das gedacht, als die beiden vor zwei Monaten wieder zusammen kamen.



  5. #14
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    Re: Unverhofft kommt oft!!!!



    Die folgende Stunde versank mein Freund in Kummer. Sorgen breiteten sich aus. Fragen wie, was kann ich einem Kind bieten, wie soll ich das ganze finanziell abwickeln. Ich rief Noi an um ihr von dem Ereignis zu berichten. Ich hatte ihr bisher kaum etwas verschwiegen. Von Michas deutscher Freundin wusste sie. Ein leichtes Schmunzeln vernahm ich am Telefon, schließlich kannte sie Michas Art der Monogamie zu entsagen. Ich konnte Noi sehr gut verstehen. Jaeb prahlte mit Micha, das er nur Augen für ihr Wesen habe. Das sie ihn genau kennen würde. Nun ja, spendabel zeigte er sich Jaeb gegenüber in jeder Hinsicht. 10.000 Baht monatlich, ein Handy hier, ein Stück Land in ihrem Heimatdorf. Und ein Haus beabsichtigte er in naher Zukunft ebenfalls zu erbauen. Man kann gut verstehen, dass dies Stolz erweckte. Noi strebte dies auch an und musste aber neidisch miterleben, das dies Glück einen andere traf. Deswegen knisterte es zwischen den beiden. Jaeb verstand nicht, das ich dies für Noi nicht vorhatte. Verständlicher Weise spielten zwei Gründe für mein Handeln eine große Rolle. Erstens der finanzielle Aspekt. Mein Freund spielt sozusagen in einer anderen Liga. Und zweitens hatte ich kein Vertrauen in Noi. Schließlich hatte sie mich schon mal belogen und versetzt. Auf jeden Fall verspürte Noi ein wenig Genugtuung.

    Wenig später telefonierte ich mit Patrick. Micha brauchte Unterstützung und was wichtiger war, ein wachendes Auge. Wer weiß was für ein Mist er noch anstellt. Wir trafen uns mit unserem Freund in der Happy Bar. Er wirkte zuerst betroffen, zeigte aber dann ein verstecktes Grinsen. Ich musste ebenfalls die Mundwinkel ein wenig öffnen. Immerhin sprachen wir hier von Micha, dem Partykönig. Das ihm das gerade geschieht, war irgendwie ein Knüller. Ich donnerte kurz los um Noi abzuholen. Sie drängelte drauf nach Chaweng kommen zu wollen. Hatte anscheinend genug TV gesehen. Nachdem ich dann erneut in die Happy Bar eintraf saßen beide versammelt um eine Flasche Sang Som. Seine Augen wirkten errötet. Lag wohl an den Weinkrämpfen. Ich muss los signalisierte er mir. „Wie wo willst Du denn hin.“ Ich muss das Jaeb erzählen. Oh, oh, dachte ich mir nur, da wird aber jemand zu tode betrübt sein. Er schwang sich auf sein Moped und fuhr dahin. Patrick und ich schüttelten nur den Kopf.

    30 Minuten später trudelten die beiden ein. Die Lage verschlimmerte sich und dies alles im Urlaub. Jetzt saßen zwei Häufchen Elend am Tresen. Für Jaeb brach eine Welt ein. Sie sah ihre Fälle hinweg schwimmen. Heute müsst ihr mir beistehen und einen mit mir trinken, gab uns Micha unmissverständlich zu verstehen. Noi beabsichtigte uns nicht zu begleiten. Sie hatte das Gefühl fehl am Platz zu sein. Take care of Micha, teilte sie mir mit. Ich setzte sie an ihrer Bar ab. Sie wollte ein wenig in Gesellschaft ihrer Freunde sein. Micha setzte Jaeb neben dem Star Bucks ab. Zwei Freunde von ihr arbeiteten in einer der dort liegenden Gay Bars. Tja und wir fuhren in Richtung Reggea Pub. Die Bar von unserem letzten Besuch wurde angesteuert. Eine Flasche orderte mein Freund und die Sorgen wurden im Alkohol ertränkt. Mir war gar nicht nach saufen zumute, doch mein Unwohlsein wurde nicht akzeptiert. Trink mit hallte es durch den Raum. Die nette Tänzerin erkannte mich wieder und gesellte sich zu mir. Michas blick fiel erneut auf seine letzte Bekanntschaft Pong, die ihm einen Korb verpasste. Er suchte ein wenig Trost bei ihr und erzählte die ganze Geschichte. Wie schon erwähnt konnte er alles nicht so richtig realisieren, aber eins schien unumgänglich. Abschied nehmen von Samui und Thailand. Welche Frau würde es schon erlauben seinen Männe alleine verreisen zu lassen. Tja und während eines gemeinsamen Urlaubs wäre die Versuchung zu groß für ihn.

    Der Abend/Nacht wich dahin. Micha, der sein Problem im Verlaufe der Zeit und des steigendem Alkoholkonsum beiseite schob, entwickelte immer mehr Zuneigung zu Pong. Nun ja, ich konnte ihn verstehen, sie sah wirklich bezaubernd aus. Leider wies sie alle Annäherungsversuche erneut ab. Wer nicht will der hat schon, wie es so aus dem Volksmund lautet. Ich spielte einige Partien Billiard mit Patrick. Natürlich um kleine Geldbeträge, denn er hatte eine kleine Zockerader. Gestern habe ich 5 Stunden gespielt, warf er stolz in die Runde um mir ein wenig Angst einzujagen. Na ja, hatte irgendwie nichts gebracht das Training.

    Wenige Minuten später düsten wir durch etliche Bars. Micha schien alles in einer Nacht noch einmal durch zu gehen. Das konnte was werden in den nächsten zwei Tagen. Gegen 1 Uhr trafen wir in Nois Bar ein. Zwei englische Gäste verweilten ausser uns ebenfalls in der Bar. Micha berichtete so jeder Frau von seinem Leid, wenn man es so sagen kann. Eine Stunde später torkelten Patrick und mein Kumpan in die Solo Bar. Mir war nicht mehr nach feiern und tanzen und fuhr mit Noi zurück zum Bungalow. Von dort aus rief ich einen Freund in der Heimat an und bequatschte das neue Glück. Pass bloß auf den Knaben auf, sonst macht der noch irgend deinen Unsinn. Recht hatte er, aber nach einer Such und Aufpassaktion war mir gar nicht. Come honey, rief Noi, we make love. So ein Mist, das müssen wir auf später verschieben, gab ich ihr zur Antwort. Ich deutete ihr an Micha einzusammeln. Sie verstand meine Sorge überhaupt nicht. Dieses Verhalten legte sie öfter in unserer Zeit zusammen an den Tag. Nur ihre eigenen Probleme bekümmerten sie. Ich kramte mein Handy aus Nois Handtasche. Und siehe da ein paar Kondome fanden sich auf. Ich hatte die Tage zuvor öfter in ihre Tasche gesehen und keine solcher Exemplare gefunden. You work today, fragte ich. Ein klares Nein, erwiderte sie und stellte sich stur. Ein bisschen ging es mir schon gegen den Strich. Ich bat sie wenigstens in der Zeit mit mir dies zu unterlassen, zumal ich ja für sie sozusagen bezahlte.

    Keinen großen Gedanken mehr daran verschwendet, fuhr ich los Micha zu suchen. Am Eingang der Solo Bar begegnete ich Jaeb. Sie schwankte von einer Ecke in die nächste. Ein total verheultes Gesicht sah mich Hilfe suchend an. Wir schienen das gleiche Ziel zu haben. Micha auffinden. Unsere Wege trennten sich. Wenige Minuten später traf ich Patrick an. Er wirkte ziemlich betrunken. Eh, mach doch mal bidde ne love translation für mich, komm bidde. Wie meinen????? Kannst du mal fragen ob sie ohne Geld mit mir mitkommt, bidde. Man, man er war schon wieder pleite. Ihm zu liebe spielte ich den Amor. Schließlich hatte ich keine Lust ihn auch noch nach Hause zu chauffieren. Glücklicherweise willigte sie ein. Kurzerhand später erspähte ich meinen demoralisierten Freund. Zwei Mädels schenkten ihm Trost. Er heulte sich anscheinend bei ihnen aus. Nach langem Einreden sah er es ein zum Bungalow zrückzukehren, ohne Jaeb aber keinesfalls. Zum Glück trafen wir sie am Eingang in Gesellschaft von Timi und Coi. Ich wollte so gerne fahren, doch eine kleine Diskussion brach aus. Lange Rede kurzer Sinn, hatte ich beide im Schlepptau und steckte sie in ein Taxi. 20 Minuten später konnte ich endlich ins Bett fallen und mich Noi widmen.



  6. #15
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    Re: Unverhofft kommt oft!!!!



    Gegen 13 Uhr erwachte ich aus meinem Schlaf. Micha wummerte schon an der Scheibe. Na wie sieht die Lage heute aus, fragte ich ihn. Beschissen ist milde ausgedrückt, seine Antwort. Wie geht es Jaeb, wollte ich wissen. Dies ist schon auf dem Heimweg, entgegnete er mir. Das ging aber schnell. Ist besser so, sie wollte auch gehen, gab er mir zur Erklärung. Nun ja, nach dem Schock konnte ich es verstehen, immerhin gab es für die beiden keine Zukunft. Es muss ein trauriger tränenreicher Abschied gewesen sein, der Micha zusätzlich an die Nieren gang. Der Flieger brachte sie nach Bangkok. Von dort aus ging es dann weiter mit dem Bus nach Chaiyaphum. Micha wollte nun die letzten zwei Tage auf Samui noch genießen, Abschied nehmen und anschließend sich den neuen Gegebenheiten zuwenden.

    Heute sollte Nois neues Motorbike eintreffen. Sie hatte es sich zugelegt, das heißt eines für ihre Mutter in Khon Kaen. Ihr Sohn, 3 Jahre, begann letzte Woche sein erstes Schuljahr und sollte damit sicher kutschiert werden. Da sich die Möglichkeit zur Benutzung eines Schulbusses ergab, wurde das Motorbike überflüssig und Nois Mutter schickte es ihr nach Samui. 1.800 Baht für die Lieferung.

    Ich wollte gerne mal den Strand sehen, kaum zu glauben, aber meine sandigen Erlebnisse konnte man an einer Hand abzählen. Wir fuhren in die Ark Bar, da wir gerne den House Rythmen lauschten. Die nächsten 90 Minuten wichen dahin. Noi telefonierte mit ihrem Zulieferer und signalisierte mir das Bike einzusammeln. Ich fuhr mit ihr zu ihrer Behausung. Micha schlürfte ein wenig durch die Gegend. In Ihrem Appartement machte es sich außer uns nur eine weitere Freundin von Noi gemütlich. Sie hatte sich einen freien Tag genehmigt. 300 Baht Selbstauslösung. Ihr Arm zierte eine ziemlich große Verbrennung. Nach kurzem Nachfragen, erläuterte sie mir, einen Motorbike Unfall gehabt zu haben. So könnte es mir auch ergehen im betrunken Kopf. Erneut nahm ich mir vor vorsichtiger in Zukunft zu sein und lieber ein Taxi zu nehmen im Fall der Fälle. Es dauerte eine weitere Stunde bis das neue Gefährt eintraf. Einen schönen silbernen Flitzer hatte Noi sich zugelegt. Mittlerweile trudelte eine weitere Freundin ein. Sie kam gerade aus dem Lotup und legte sich ein neues Handy zu. 18.000 Baht für ein nagelneues gerade erschienenes Nokia Modell. Da sieht man wo das Geld steckt. In Sachen Mobiltelefone sparen die meisten nicht. Wer wollte nicht ein MP3 Handy mit Kamera haben. Nach einer Grundreinigung des Bikes fuhren wir Richtung Choeng Mon mein Bike abgeben, schließlich benötigte ich es nicht mehr.

    Heute stand das große Konzert auf dem Programm. Loso, Thai Orratai gaben in den Abendstunden eine Live Vorstellung. Wir hatten uns eigentlich vorgenommen diese Spektakel zu sehen, doch Micha streubte sich dagegen. Zu viele Erinnerungen klebten an den Songs der beiden Stars. Zudem kam noch hinzu das Noi nicht gerade eine Loso Sympathisantin ist. Ich sprach sie noch mal nach einem Besuch bei Buddha an. Sie willigte ein dies sofort zu erledigen. Also flitzen wir zu Big Buddha. Der Jahrmarkt, so erschien es mir jedenfalls, strahlte schon in seiner ganzen Pracht. Die letzten arbeiten an der Bühne wurden erledigt. Der Duft von köstlichem Thaifood schoss mir durch den Riechkolben. Wir schlinderten einmal über den Platz und begaben uns zu den Mönchen. Dieses ganze Ereignis diente einem guten Zweck. Der Stempel benötigte dringend Geld zur Fertigstellung. Wir spendeten also eine Kleinigkeit und knieten zum Empfang eines Segens vor den Mönchen. Die Prozedur dauerte ungefähr 10 Minuten. Am Ende wurden wir mit Wasser geweiht und anschließend mit einem Bändchen versehen. Ach ja, zu allerletzt setzten wir unsere Namen auf einen Ziegel, der später mal das Dach zieren sollte. Nach dem Kurzbesuch fuhren wir zum Bungalow zurück.


    Ziegel zum Unterzeichnen












    Wie jeden Tag zur selben Zeit 17- 21 Uhr machte Noi es sich vor dem Fernseher gemütlich. Movie Time wie sie es zu pflegen sagte. Nun ja, kein Zeitvertreib für meinen Geschmack. Ich leiht mir also Nois Motorbike aus und suchte nach meinem Freund. Als hätte ich es erahnen können, er saß wieder mit Patrick in der Bar am Reggea Pub. Anscheinend hatte diese Pong es ihm angetan, denn er biss sich erneut die Zähne aus. Patrick versüßte sich die Zeit mit einer Partie Billiard. Natürlich um kleine Geldbeträge. Der Schaden von Pats geliehenem Motorbike erwies sich als ziemlich harmlos. 300 Baht. Es sah auf den ersten Blick schlimmer aus, das wohl am verbogenen Gepäckkorb lag. Micha atmete nach dieser Erkenntnis erleichtert auf.

    Ich plauderte ein wenig mit meinen Freunden und neu gewonnene Erlebnisse wurden ausgetauscht. Ich vergaß zu erwähnen, jeden morgen erfolgte ein Standardtelefonat mit den Worten „ eh man, wo ist mein Moped.“ Im Laufe des Urlaubs haben wir allesamt mindestens 3 Stunden mit der Suche nach unseren Bikes verbracht. Das hat man davon, die vielen Gehirnzellen zu verheizen. Soweit ich das mitbekommen habe, standen solche Vorfälle der Farrangs an der Tagesordnung. Deswegen wird von den meisten, nach längerer Standzeit eines Bikes der Verleih angerufen, die ihre Flitzer einsammeln. Nicht viele waren anscheinend erfolgreich bei der Suche.

    Einige Zeit später führte uns der Weg in Simons Bar. Noi meldete sich via Telefon und wollte gerne nach Chaweng. Ich schwang mich also aufs Bike und fuhr zu ihr. Movie Time beendet. Wir beschlossen eine Kleinigkeit zu essen. Ich orderte mal wieder Matsaman. Einfach köstlich diese Spezialität. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie kam es mir in den Sinn Noi ein wenig Informationen zu entlocken. Es lag wahrscheinlich daran, das meine Abreise kurz bevor stand und ich doch ein wenig Licht im dunklen Tunnel haben wollte, zumal sie ja auch vorhatte mich in den nächsten Wochen zu besuchen.

    Einiges zu erforschen galt es von ihrer Liebe dem Iren. Er war auf jeden Fall in ihrem Telefon unter „my love“ gespeichert. In den vergangenen Tagen hatte sie es besser angestellt die eintreffenden SMS meinem Blick zu entziehen. Egal, ich stellte eine Frage nach der anderen. Sie wurde immer ungehaltener und erboste ein wenig. Why you want to know this. You make me not happy and you too. Das stimmte, aber die ewige Lügerei ging mir auf den Keks. Schließlich empfand ich mich als sehr tolerant. Nois Augen verzogen sich zu kleinen Schlitzen. An Kommunikation war nicht mehr zu denken. Sie signalisierte mir zu ihren Freundinnen zu wollen. Also fuhren wir dort hin ohne ein Wort zu wechseln. Die nächste halbe Stunde würdigte sie mich keines Blickes. Stur wie ich nun einmal bin, harkte ich erneut nach. Jetzt schien ihre Geduld am Ende. Ok, ich sage Dir jetzt alles polterte Noi los. Jetzt kam die Wahrheit ans Licht. Der Ire kam zum ersten Mal vergangenen November nach Samui. Die Zeit in der ich Noi Geld schickte und in der Annahme war sie verweile zu Hause. Das zweite Mal kam er im Januar. Die letzten zwei Tage seines Urlaubs überschnitten sich mit meinem Urlaub. Noi erzählte mir damals im Krankenhaus gewesen zu sein und kam zwei Tage später angeblich aus Bangkok nach. Die Geschichte habe ich ja schon niedergeschrieben. Zum Abschluss schenkte er ihr angeblich 60.000 Baht. Mein lieber Herr Gesangsverein. Mit 25 Jahren haut er ganz schön auf den Putz. Damit konnte ich natürlich nicht mithalten. Aber mal im Ernst, wer verschenkt eben 1200 Euro. Obwohl, wenn ich genügend Geld hätte, wäre mir das eventuell auch passiert. Fotos von Ihm zeigte sie mir in ihrer vorherigen Bar. Sie arbeitet einige Monate zuvor zwei Bars vor der jetzigen. Na ja, schöne Fotos von ihr und ihm bei der Christmas Party. Zugestanden der Junge war ein hübscher Bengel.

    Wütend verließ mich Noi und verschwand in ihrer Bar. Ihre Freundinnen schauten mich nur skeptisch an. Ich verweilte zirka eine Stunde dort und versuchte Noi umzustimmen, denn sie beabsichtigte keine Zeit mehr mit mir zu verbringen. Nichts zu machen. Sie fuhr los um ihre Sachen aus dem Bungalow zu holen. Ich genehmigte mir ein Singha. Irgendwie stimmt mich das traurig. Micha und Patrick trudelten ein und ich erzählte ihnen das abgelaufene Szenario. Siehst Du, habe ich Dir doch gesagt, jetzt hast Du wenigstens Klarheit, sagte Micha. Das stimmte, doch so krank es sich auch anhören mag, ich wollte die letzten zwei Nächte mir ihr trotzdem verbringen. Meine beiden Freunde verschwanden wenige Minuten später in die Solo Bar. Ich wartete auf Noi, die zirka 40 Minuten später wieder eintraf. Selbst nachdem ein bisschen Zeit verging konnte ich sie nicht umstimmen. Patrick kam zwischenzeitlich vorbei. „Eh der Trautman (seine üblichen Übergriffe zu seinem Rambo Idol) sagt, Du machst hier Politik.“ Jetzt anscheinend nicht mehr. Mir wurde das alles zu bunt. Die Bar senkte auch schon zur Hälfte die Pforten. Einige Mädels und zwei Engländer tranken noch einige Bier. Es war nicht einfach die Situation abzuhaken. Der Gedanke das Noi nachdem ich gegangen war direkt mit einem der Engländer verschwand, sorgte für innerliches Aufbrausen. Aber warum durchkreisten diese Gedanken meinen Kopf. Schließlich arbeitet sie jeden Tag hier und wechselt ständig die Männer. Als ob eine Droge auf mich einwirkte, schien ich immer diesen Gedanken verdrängt zu haben. Ein Begriff für mein Verhalten musste noch erfunden werden. Trottel ist nicht aussagekräftig genug. Ich versuchte das doch irgendwie abzuhaken und verschwand in der Solo Bar.

    So jetzt suchen wir ein neues Mädel für Dich, versuchte mich Patrick aufzubauen. Nett gemeint aber irgendwie war mir nicht danach. Nach kurzem durchstöbern der Solo Bar, fand ich auch Micha. Der saß gerade vertieft an der Bar mit siehe an May. Sie war Michas allererste Thaibekanntschaft vor Jaeb. Die letzten Male entgegnete sie uns nur mit einem gestreckten Mittelfinger. Zeit heilt alle Wunden oder wie heißt es so schön. Ich gesellte mich zu ihnen, das heißt Micha, May und ihre Freundin. Bei Patrick schien seine Müdigkeit Überhand zu nehmen. Eh, Micha, kann ich bidde bidde nach Hause gehen. Witzig das zu fragen, danach verschwand er. So wie es aussah, hatte mein Freund sich entschieden May diese Nacht gemeinsam zu verbringen. Was ist, fragte er mich, nimmst Du ihre Freundin auch mit? Sie wirkte sehr nett, außer dem englischen Slang. Was solls, Trübsal blasen ist nicht gut. Noi ist mit Sicherheit auch schon fündig geworden, dachte ich mir. Also fuhren wir zum Bungalow. Nois Bars war geschlossen, das heißt sie und zwei Freundinnen saßen noch drinnen und verzehrten eine Kleinigkeit. Da ich nicht mehr im Besitz eines Motorbikes war, musste ein Taxi her.

    In Coeng Mon angekommen tranken wir alle noch gemeinsam ein paar Bier. Eine halbe Stunde später verschwand Micha mit seiner May. Tja und meine Bekanntschaft hatte wohl zu tief ins Glas gesehen. Sie verbrachte die nächtliche Zeit überwiegend auf dem Klo und spielte das Kotzmariechen. Ich dagegen fand gut in den Schlaf.



  7. #16
    Avatar von Label1907

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    Re: Unverhofft kommt oft!!!!


    Der letzte Tag und die letzte Nacht standen bevor. Diese Tatsache verursachte wie bei jedem Urlaub hier ein mulmiges Gefühl. Die Einsicht seinen Traum wieder zu beenden versetzte mich in einen traurigen Zustand, vor allem da Noi nicht mehr bei mir verweilte. Ich stand auf und nahm erstmal eine Dusche. Mays Freundin, die bei mir nächtigte, lag noch zusammengerollt in ihrem Bett. Ansprechbar sah für mich anders aus. Der Alkohol hinterließ einige Spuren bei ihr. Die Uhr nahm Kurs auf die 1. Ich weiß nicht warum, mag es Bessenheit sein oder irgendeine Krankheit, aber ich Griff zum Handy und schrieb Noi eine SMS, ob wir uns sehen könnten. Vielleicht hatte sie sich ja beruhigt, dachte ich mir, obwohl ich eigentlich sauer sein müsste. Ich hasse es im Streit auseinander zu gehen, eine blöde Eigenschaft von mir. Ich habe mir nach diesem Urlaub öfter die Frage gestellt warum ich so handelte. Eine genaue Antwort fand ich nicht. Noi hat mehrer Verehrer, die ihr den Hof machten. Vielleicht dachte ich mir einer der besonderen Art zu sein. Können doch nicht alle so blöd sein wie ich und hinterherlaufen. Ich stolzierte zu Micha herüber um einen genauen Lageplan zu bekommen. Der letzte Tag stand an und der sollte natürlich genau durchdacht sein. Unser Flug startete am kommenden Tag um 8 Uhr morgens. Hieß also 7 Uhr am Flughafen. Micha amüsierte sich mit May. Das heißt sie kebelten ein wenig herum. So wie es angefangen hat, endet es auch, mit May. Kaum zu glauben aber wahr. Die nächste Erkenntnis brachte mich und Micha ins stocken. Alles konnte passieren, aber nur nicht das. May teilte uns mit, das dieser Tag ein Feiertag sei. Ja und, macht doch nichts, dachten wir uns. Nun ja, falsch gedacht, an diesem Tag schlossen sogar die Bars. Wie etwas alle unser entsetzen. Ja, alle. Diese Worte mussten erstmal verdaut werden. Micha geriet so langsam in Panik. Das kann doch nicht sein, mein letzter Tag und zum Abschied jetzt so etwas. Wir werden sehen. Ich hatte es bisher noch nie erlebt, das die Partystraße in Chaweng ihre Pforten schloss und konnte es deswegen kaum glauben. May bat mich ihre Freundin so langsam zu wecken, da ihr Arbeitstag um 4 beginnen würde. Sie verrichtete anscheinend keinen Barjob, sondern verdiente ihr Geld in einem Restaurant.

    Es bedurfte einiger Anstrengung die junge Dame aus dem Bett zu befördern. Dieser Kater würde ihr bestimmt einen schönen Tag bescheren. Während Besofski eine Erfrischung in Form einer Dusche nahm, textete ich ein wenig mit Noi. Wenn ich sie sehen möchte, sollte ich bei ihr zu Hause vorbei kommen. Mist das ich das geliehene Motorbike schon zurück gegeben hatte. Ich fuhr also mit einem Taxi und meiner Bekanntschaft Richtung Chaweng. Kurz vor Wills Wait stieg ich aus, verabschiedete mich und lief ein Stück die Straße entlang Richtung Noi Appartement. Die Hitze brutzelte unermüdlich. Zirka 5 Minuten später traf ich auch ein. Noi saß vor dem Fernseher. Da ich für sie den Tag in der Bar bezahlt hatte, nahm sie sich sozusagen frei. Eine weitere Freundin hielt sich ebenfalls im Raum auf. Großartige Kommunikation betrieben wir nicht. Sie verstand nicht warum ich unser Verhältnis nicht als beendet betrachten konnte. Noi hatte keine Lust mehr auf Stress, ich würde mich wie ein Ehemann verhalten und alles über alles informiert sein. Mein Besuch bewirkte anscheinend nichts. Insgeheim hoffte ich die letzte Nacht mit ihr zu verbringen. No chance. Micha rief mich an. Ich teilte ihm zuvor nicht mit bei Noi einzutrudeln. Bist Du bescheuert klang es aus dem Hörer. Du kannst es einfach nicht sein lassen dich zum Affen zu machen. Oh wie war, aber die rosarote Brille erstreckte sich größer als zuvor. Ich bat ihn mich abzuholen. Ohne Gefährt kam ich mir ziemlich hilflos vor. Ich wünschte Noi ein schönes Leben und verschwand.

    Micha sammelte mich ein und wir speisten erstmal eine Kleinigkeit. Am letzten Tag zog ich es immer vor Farrang Food zu essen. Auf ein Toilettenspektakel im Flugzeug hatte ich keine Lust. Man kann sagen, mein Respekt vor thailändischem Chili ist emenz gross. Frisch gestärkt tranken wir anschließend ein Bierchen an der Bar neben der Happy Bar. Dort arbeitete eine hübsche junge Frau am Tresen die eher nach indianischer Abstammung aussah. Micha viel sie beim letzten Besuch ins Auge. Als angenehm empfand ich diese Lokalität nicht, doch die Klimaanlage kühlte uns ein wenig ab. Ausser uns befanden sich noch einige Engländer im Umkreis. Wenig Kopfbehaarung, tattowiert und ein etwas machomäßiges Verhalten. Jedem das seine. Der Nachmittag lief vor sich hin. Wir wechselten die Lokalität zum Deutschen Biergarten. Uns übermannte der Drang nach einem schönen Weizenbier. Hier wurde ich zum ersten Mal mit einem 0,3er Weizen konfrontiert. Der Anblick versetzte mich nicht gerade in Begeisterung. So etwas konnte doch nicht richtig schmecken. Mein Eindruck bestätigte sich. 180 Baht das Glas empfand ich als ziemlich teuer.

    Der Abend brach an, die Sonne verabschiedete sich und unsere Sorge einen einsamen Abend zu verdichtete sich. Ungläubig fuhren wir Richtung Reggea Pub und anschließend die Hauptstraße von Chaweng rauf und runter. Nicht zu fassen, aber keine Bar oder Discothek öffnete seine Pforten. Ich rief Patrick an um zu erfahren wie seine Pläne aussahen. Sein thailändischer Freund berichtete ihm, das alle sich für diesen Abend in der Ark Bar aufhielten. Das hörte sich schon mal ganz gut an. Wir führen also dort hin. Tja und hier tümmelten sich so alle die wir kannten. An so Feiertagen gingen anscheinend die Thais aus. Kaum zu glauben wie viele Schönheiten sich am Strand versammelten. Wo hielten die sich denn sonst auf. Wir gesellten uns an einen freien Tisch. Gemütlich tranken wir einen Long Island Ice Tea. Eine Stunde später traf Patrick ein. Er bedauerte unseren letzten Abend. Er hatte noch das Vergnügen zwei Wochen länger zu bleiben. Wir unterhielten uns über dies und das. Ein wenig Begeisterung sprudelte aus ihm hervor. Anscheinend traf ein Pfeil Amors ihn mitten ins Herz. Er berichtete uns von seiner neuen Liebe. An seine Flamme konnte ich mich wage erinnern. Er bat mich vor ein paar Tagen nachts in der Solo Bar eine Love-Translation zu tätigen. Sie fruchtete anscheinend.

    Als ich mir einen Überblick über den Strand verschaffte, erkannte ich einige bekannte Gesichter wieder. Timi saß ebenfalls hier. Wieder mit einem neuen Farrang. Lange Bekanntschaften hatte sie, so kam es mir vor, nicht. Wenige Minuten später trudelten die Mädels unserer neuen Stammbar (letzte Bar vor dem Reggea Pub ein). Sie gesellten sich zu uns. Micha wirkte enttäuscht, denn Pong fehlte.

    Mit dem Gedanken Noi nicht mehr zu sehen konnte ich mich nicht anfreunden. Genügend Frauen um eine schöne Nacht zu verbringen waren anwesend, aber ich hatte mal wieder nur Augen für den kleinen Drachen. Kurzerhand schrieb ich ihr einige SMS und fragte sie nach einer letzten gemeinsamen Nacht. Sie willigte zwar nicht ganz ein, doch es klang zuversichtlich. Ich solle zur ihrer Bar kommen. Was hast Du jetzt vor fragte Pat mich, was willst Du tun. Ich ziehe lieber eine Nacht amore vor, gab ich zur Antwort. Was soll ich denn mit meiner Lady mache, fragte er mich nach meiner Meinung. Ich würde lieber zwei Wochen Liebesurlaub vorziehen als ständig zu wechseln, gab ich ihm zurück. Leider ist das gejammer bei der Abreise ziemlich groß. Micha textete Pong an und bat sie zu kommen. Sie wohnt in Mae Nam. Eine etwas weitere Anreise für einen Kurzbesuch sozusagen. Sie wiederum bat Micha zu kommen. Ein gefährliches Unterfangen in anbetracht der frühen Flugzeit. Eines stand jedoch fest. Sie hatte Interesse. Komisch, zuvor ließ sie ihn jedes mal Abblitzen. Für mich war es an der Zeit Abschied zu nehmen. Die Uhr schlug Mitternacht. Ich verabschiedete mich von Patrick und maschierte Richtung Nois Bar. Geöffnet hatte sie nicht, die Mädels tummelten sich nur dort. Nach kurzer Unterhaltung entschloss sich Noi mitzukommen. Wir aßen eine Suppe und drifteten zum Bungalow. Sie steuerte das Bike. Irgendwie empfand sie es als angenehm während der Fahrt umarmt zu werden. Das wirkte sich auf ihren Fahrstil aus und für die 2-3 Kilometer benötigten wir 20 Minuten.

    Die letzte Nacht genoss ich sozusagen richtig. Ein angenehmes Gefühl mit ihr im Arm einzuschlafen. Morgens um 6 schellte der Wecker. Der Bungalow-Besitzer brachte Micha und das Gepäck zum Flughafen. Mich schuffierte Noi auf dem Bike. Zu so früher Stunde erlebte ich den Tag hier noch nie, ausser bei der letzten Full Moon Party. Leider fand diese Party ausgerechnet an unserem Abreisetag statt. Der Abschied ereignete sich wieder als schwer. Ich unterhielt mich mit Noi und sie beabsichtigte wirklich mich besuchen zu wollen. Ich versprach ihr eine Einladung zu schicken und dann über alles weitere zu reden. Dann ging sie hinfort. Dies war schon das dritte Mal, Abschied von ihr zu nehmen.

    Micha berichtete mir im Flugzeug von der vergangenen Nacht. Patricks neue Liebe traf später ein. Mit einem schönen Schild in der Hand „my love.“ Micha lachte sich bei seiner Erzählung erneut kaputt. Die macht das gleiche wie Noi bei Dir zu Anfang. Genau dasselbe Programm. Tja um einen Mann um den Finger zu wickeln gab es bestimmt ein genaues Schema und so schwer ist es ja auch nicht. Seine Pong kam später wirklich noch hinzu und verbrachte die Nacht, das heißt die letzten Stunden, denn er kam erst um 4 Uhr morgens zum Bungalow. Nicht zu fassen, da lässt sie in bis zum Schluss zappeln und trudelt dann aus Mae Nam für eine Kurzaktion ein. Verstehe da einer mal die Frauen.











    Der Rückflug erwies sich mal wieder als Qualvoll. Rechts neben mir mein am Böden zerstörter Freund. So langsam realisierte er, was alles auf ihn zukommen sollte. In diesem Urlaub ist er Geldtechnisch mal wieder über die Stränge geschlagen. Jeden Tag a 200 Euro, manchmal auch 400. Wie er das ganze Geld verbraten hat bei den Preisen, keine Ahnung. Links neben saß ein Mann im mittleren Alter, der überwiegend Tränen während des Fluges vergoss. Eines schönes Bild und ich in der Mitte. Mann kann sagen ich lief eine Furche in den Gang. So endete also unsere 4 Reise ins Land des Lächelns.

    Dies ist also meine Geschichte. Es hat zwar ein wenig gedauert sie zu Blatte zu bringen, doch in Anbetracht des schönen Wetters und der vielen Arbeit bzw. Überstunden gelang es mir nicht eher. Manchen mag mein Bericht auf das Gemüt geschlagen haben, für den tut es mir leid, aber dafür gibt es ja den Weiterklick Button. Wenn ich meine bisherigen Erlebnisse Revue passieren lasse, gehöre ich zu denjenigen die blauäugig nicht mit dem Verstand gehandelt haben. Wie hier im Forum schon mal erwähnt heißt es doch so schön „sie sind assimiliert, Widerstand ist zwecklos.“ Ich lief einer Wunschvorstellung nach, mein persönliches Disneyland. Aber was soll auch passieren, wenn man seine Urlaubsliebe an der Bar kennen lernt. Ich kann das Verhalten von Noi durchaus Nachvollziehen, warum schreibe ich gleich als Nachtrag nieder. Es ist schwer jemand passendes in der Barbranche zu finden, die es ernst meint. Nach meiner Einschätzung spielt das Alter eine große Rolle. Noi ist einfach zu jung. Hat sehr früh ein Kind bekommen und sozusagen ihre Teenagerjahre der Erziehung gewidmet. Ich vermute das beim anstossen an die 30 das schon anders aussieht. Junge Mädels kommen nach, die bisherigen Freunde sind schon unter Dach und Fach oder in der Heimat. Wer weiß, es ist ein großer Sumpf, in dem man schwer wieder heraus kommt. Mein nächster Urlaub ist im September geplant, diesmal mit zwei anderen Freund. Einer von denen ist schon mit einer Thaifrau verheiratet. Da sehe ich zum Beispiel das es auch anders gehen kann. Ich werde das nächste mal meinen Urlaub mehr der Erholung widmen. Das heißt ich versuche es. Wie es kommt??? Keine Ahnung.


    Wie das ganze mit Noi jetzt ausgegangen ist?! Nun ja, ich bin zum Ausländeramt und habe mir eine Einladung besorgt. Diese dann zu ihr geschickt. Dauert 5 Tage. Mein Wunsch war es sie am 7 Juli bei mir begrüßen zu dürfen. Am 16 wollte sie schon nach Bangkok fliegen um das Visum zu beantragen. Mir erschien das ein wenig zu früh, aber die drängelte und berichtete mir das schnell zu erledigen, da sie im Anschluss noch ein paar Tage in Khon Kaen bei ihrer Familie verbringen wollte. Ich schickte ihr Geld für den ganzen Papierkram, Flug etc. Es dauerte alles ihr jedes Detail zu erklären. Allein schon erstmal einen Termin über die Hotline zu bekommen erwies sich als nicht so einfach. Die Frau meines Freund vermittelte dabei sehr viel und dolmetschte für mich. Irgendwie kam Noi nicht aus den puschen. Auf den letzten Drücker beschaffte sie sich durch meine Dolmetscherin eine Krankenversicherung und eine Ticket Reservation. Nach Nois Aussage verlief das Interview nicht sonderlich gut. Zu Lückenhaft erwies sich ihre Geschichte. Die folgenden 2 Tage versuchte ich vergeblich Noi zu erreichen. Sie nächtigte bei einem Thaipärchen. Ich lernte sie zuvor kennen. Einmal kam ich jedoch durch, doch als es bei Noi an der Tür klopfte legte sich ohne Kommentar auf. Ich dachte mir meinen Teil und malte die wildesten Geschichten aus.

    Einen Tag später rief sie mich morgens in der Früh an. Sie wirkte aufgelöst und weinte am Telefon. Das Visagesuch sei abgelehnt. Warum konnte sie sich nicht genau erklären. Die Dame beim Gespräch fragte oftmals nach ihrem Kontoauszug nach, den sie nicht mithatte. Komisch, komisch, denn so weit ich weiß kann man diesen Nachreichen. Sie würde nicht genug Geld auf dem Konto haben. Nach diesem Gespräch hörte ich erstmal nichts von ihr. Eine Woche später erhielt ich eine SMS von ihr. Na ja, nicht von ihr, aber von ihrem Handy. Ich Schotte meldete sich. Er sei momentan mit Noi zusammen wüsste von mir und sollte den Kontakt am Besten zu ihr abbrechen. Ich antwortete in 2 SMS, das er besser auf sich aufpassen solle und das er mit Sicherheit nicht alles wüsste. Einen Tag später kam eine erneute Nachricht, ich sollte damit aufhören. Ich antwortete erneut. In der nächsten SMS bekam ich eine Drohung, ich sollte bei meinem nächsten Urlaub auf mich aufpassen. Mein Gemüt erhitze sich. Das Wochenende verbrachte ich beim Jungesellenabschied meines Freundes Micha auf Mallorca. Er machte seiner Freundin, baldigen Frau einen Heiratsantrag. Die Hochzeit fand im nächsten Monat statt. Ich schloss die Sache erstmal ab.

    Zwei Tage später bekam ich erneut eine SMS. Warum ich ihren irischen Freund kontaktieren würde. Was für eine komische Seifenoper spielte sich da ab. Anscheinend hatte ihr Schotte auch ihm geschrieben. Ich legte ihr meine Erkenntnis nahe. Alles über SMS. Sie fragte ob ich es wirklich nicht war. Nein, meine Erwiderung. Einen Tag später wurde mir das zu bunt und ich rief an. Es war das erste mal, das sie anscheinend ehrlich zu mir war.

    Ihre beste Freundin Nana entwickelte eine Art Eifersucht. Noi hatte viele Verehrer und bezog Geld von ihnen. Das verschaffte bei ihr Unmut. Desweiteren empfand sie wohl eine grosse Zuneigung zu ihm. Kurzerhand rief sie bei ihm an und erzählte alles von mir und dem Schotten. Der beendete die Beziehung zu Noi. Er überwies ihr jeden Monat 25.000 Baht. Dieser hat anscheinend ein reiches Elternhaus, anders konnte ich mir das nicht erklären mit 23 Jahren. Noi weinte ihm hinterher. Nana erzählte auch alles dem Schotten. Also von mir und dem Iren. Ihn störte das ganze nicht. Er überwies Noi jeden Monat 15.000 Baht. Er kam in der Zeit während des Visaantrags. Das erklärte natürlich alles. Noi versicherte mir wirklich es versucht zu haben, doch ich glaube kein Wort davon. Bei den Preisen könnte und kann ich nicht mithalten. Ehrlich gesagt will ich so etwas auch nicht. Nur arbeiten, damit die Liebste ein schönes Leben hat. Das würde eine Einschränkung der eigenen Lebensqualität bedeuten. Tja und Nois Fall wäre man nicht der einzige. Sie bezog somit 40.000 Baht pro Monat plus das Geld was sie noch verdiente. Jetzt konnte ich mir auch erklären woher das neue Motorbike und die drei Cows kamen.

    Noi gestand mir ein gebrochenes Herz zu haben und fragte mich ob ich ihr mir dem Iren helfen könnte das wieder zu kitten. Bist Du bekloppt gab ich ihr zur Antwort. Oh, Du magst mich also noch, ihr Resümee. Ich sagte nichts dazu, mich regte es zu sehr auf. Sie wolle sich jetzt nur noch auf einen Mann konzentrieren. Nach Samui beabsichtigte sie nicht mehr zu gehen. Zu viele Intrigen und Neider seien in der Bar. Noi berichtete mir weiterhin ihr Haus zu verbessern. Anscheinend donnerte der Schotte viel Geld in die Kleine. Ich hatte zuvor ein Bild von ihm gesehen. Nun ja, der Ire sah sehr attraktiv aus, im Gegensatz zum Schotten. Aber was solls, no money, no honey. Noi ging es ums Geld. Ich fragte sie wann sie beabsichtige einen Besuch in Schottland abzustatten. In naher Zukunft nicht, ihre Antwort. Und heiraten wolle sie ebenfalls nicht. Frühstens ab 25 Jahren. Ob ich so lange warten würde. Die Aussage erhitze erneut mein Gemüt. Liebhaber auf dem Abstellgleis, nein Danke, für so etwas ist sich jeder zu schade. Wir beendeten das Gespräch, Noi mit den Worten das sie mich vermissen würde. Wer’s glaubt. Dies war die letzte Kommunikation zwischen uns. Wer weiß wie lange sie es diesmal aushält in der Heimat zu verweilen. Nicht lange nach meiner Einschätzung. Die Lug und Truggeschichten werden mit Sicherheit kein Ende nehmen, denn das Noi wieder in die Barbranche geht, kann der Schotte nicht gutheißen.

    Was solls, nicht mein Problem. Mein nächster Urlaub in Los wird ohne Noi stattfinden.

    Ich hoffe, das meine Erfahrungen manchen vielleicht ein wenig die Augen öffnen und sich nicht so blauäugig anstellen.

    Gruss
    Sven


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