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'Unter Schmugglern' - von Mang-Gon-Jai

Erstellt von Kali, 05.03.2005, 18:37 Uhr · 35 Antworten · 2.566 Aufrufe

  1. #11
    Chak2
    Avatar von Chak2

    Re: ´Unter Schmugglern´ - von Mang-Gon-Jai

    Ich merke schon, es baut sich sehr langsam auf.

  2.  
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  3. #12
    rafftRman
    Avatar von rafftRman

    Re: ´Unter Schmugglern´ - von Mang-Gon-Jai

    Hallo, ich bin es - Mang-gon Jai.
    Leider habe ich immer noch Schwierigkeiten, mich unter meinem Namen hier einzuloggen. Ich bin also momentan unter dem Account eines Freundes hier.

    Weiter geht´s also jetzt mit meinem Reisebericht "Unter Schmugglern". Viel Spaß beim Lesen

    Gruß

    Mang-gon Jai

  4. #13
    rafftRman
    Avatar von rafftRman

    Re: ´Unter Schmugglern´ - von Mang-Gon-Jai

    Teil V

    Am nächsten Morgen erhielt ich meinen reparierten Koffer zurück. Den schwarzen Koffer schmückte jetzt ein hellbrauner Griff.
    Alle Sachen wurden wieder in den Koffer gepackt und mit Hilfe einer „Zimmerputzmaus“, die sich auf den Koffer setzen musste, geschlossen. Dann ging´s los.
    Mit dem Taxi nach Moo-Chit. Ein Bus nach Korat war schnell gefunden und los ging´s. Ich rief Pui an:
    “Ich sitze jetzt im Bus nach Nakon-Raschasima. Wie geht´s weiter?“
    “Du kommst also wirklich? Ich freue mich!!!“
    “Nett von dir. Aber wie geht´s weiter? Wie heißt das Dorf in dem du wohnst?“
    “Es hat keinen Namen.“
    “?“
    “In Korat musst du umsteigen. Du nimmst einen Bus über Chok-Chai und Konburi nach Soeng-Sang. Dort steigst du aus und rufst mich wieder an.“
    Die Fahrt von Bangkok nach Korat ist recht eintönig. Die Landschaft gibt nichts Sehenswertes her und ich hockte schläfrig in meinem viel zu kleinen Sitz. Meine Beine waren zu lang und der Sitzabstand zu gering. Es war sehr viel Verkehr und wir kamen nur recht langsam vorwärts. Nach 3 ½ Stunden waren wir endlich in Nakon-Raschasima. Die Fahrt war viel länger als sonst üblich.

    In Moo-Chit einen Bus nach Korat zu finden war ja nun kein Problem gewesen. Hier aber einen Bus nach Soeng-Sang zu finden, gestaltete sich jedoch als deutlich schwieriger.

    Im Stillen verfluchte ich meine Faulheit, weil ich immer noch nicht besser lesen gelernt hatte. Zwar kann ich Thai lesen, aber es dauerte einfach zu lange bis ich die Zielbeschriftungen an den Bussen zusammen buchstabiert hatte.
    Endlich fand ich einen Bus. „Konburi / Soeng-Sang“ stand auf der Laufschrift hinter der Frontscheibe.
    Direkt vor dem Bus waren ein Tisch und ein Stuhl aufgestellt. Hier konnte man die Fahrkarten kaufen.
    Vier Fahrkarten (drei a´10 und eine a´5 Baht) erhielt ich und konnte einsteigen während zwei Männer meinen riesigen Koffer in den Seitenklappen verstauten.
    Dieser Bus, er wird hier „Rot-Doisan“ genannt, war nun noch enger als der vorherige. Ich wusste nicht, wo ich meine Beine lassen sollte. Zu allem Überfluss war der Bus völlig überfüllt, viele Fahrgäste standen im schmalen Gang, und eine Klimaanlage gab es auch nicht.
    Wir fuhren nach Süden, über Chok-Chai nach Konburi. Hier stiegen die meisten Fahrgäste aus.
    Wir hatten ein paar Minuten Aufenthalt und ich nutzte die Gelegenheit, auf dem nahe gelegenen Markt, den Saft einer Kokosnuss zu trinken.
    Weiter ging es dann in Richtung Osten, etwa parallel zur Grenze Kambodschas.
    Endlich, nach mehr als zwei Stunden kamen wir in Soeng-Sang an. Mit meinem riesigen Koffer stand ich allein, in der glühenden Hitze des frühen Nachmittags, auf der staubigen Straße in Soeng-Sang. Ich rief Pui an:
    “Ich bin jetzt in Soeng-Sang. Wo finde ich dich?“
    “In Soeng-Sang? Da bin ich nicht.“
    “Wo denn???“
    “Du musst dir ein Auto mieten. Dann fährst du die Straße weiter bis zum Dorf „Saa-aat. Hinter diesem Dorf zweigt rechts eine Straße ab. Die fährst du entlang. Du kannst dich gar nicht verfahren.“
    “Hast du eine Ahnung, wie ich das kann! Wie weit ist es ungefähr?“
    “Etwa 15 km denke ich.“
    “15 Km? Das ist ja noch zu schaffen. Wo bekomme ich ein Auto?“
    “Wo genau bist du?“
    “Ich stehe hier auf der Straße. Rechts ist eine Zweigstelle der „Kasikorn-Bank“.
    “Das ist gut. Gehe bis zur Kreuzung und dann rechts. Dort ist der Markt. Am Markt findest du Samlors (in Bangkok heißen diese Dreiradkarren Tuk-Tuks).“
    “O.k., ich miete mir ein Samlor.“
    “Nein, das geht nicht. Du brauchst ein großes Auto, einen Pickup. Mit einem Samlor kannst du zu mir nicht fahren.“
    „Aber, du sagtest doch eben…“
    “Nein, ich sagte du findest am Markt Samlors. Ich habe nicht gesagt, dass du eins mieten sollst.“
    Da hatte sie nun mal Recht.
    “Sag den Fahrern, wohin du willst. Sie besorgen dir dann ein geeignetes Auto. Sie kennen die Straße zu mir. Sie ist zu schlecht. Mit einem Samlor würdet ihr umkippen.“
    Ich schleppte also den Koffer zur Kreuzung und dann nach rechts, die Straße hinunter.
    Hier war der Markt und hier standen tatsächlich ein paar Samlors.
    Ich erklärte den Fahrern, die mich sofort umringten, wohin ich wollte. Sie nickten, sie schienen den Weg zu Pui tatsächlich zu kennen.
    Ein jüngerer Fahrer übernahm die Fahrt. Meinen Koffer sollte ich auf seinen Dreiradkarren legen und mich setzen. Er selbst ging sich eine große Flasche Wasser holen.
    “Sehr staubig“, meinte er.
    Wir fuhren los. Erst ging es zu einem Freund von ihm, der einen Pickup besaß. Hier wurde mein Koffer umgeladen und dann starteten wir endgültig.
    Das Dorf Saa-aat war bald gefunden. Gleich hinter dem Dorf bog mein Fahrer dann nach rechts in einen Feldweg ein. Ich ließ ihn halten.
    Das konnte unmöglich richtig sein. Pui hatte von einer Straße gesprochen, dieser Feldweg konnte unmöglich gemeint sein.
    Ein erneuter Anruf bei Pui bestätigte jedoch, dass wir absolut richtig waren. Dieser schmale Feldweg war gemeint.
    Allerdings korrigierte sie bei dieser Gelegenheit ihre Kilometerangabe. Statt der ursprünglichen 15 Km schätzte sie nun, dass es jetzt wohl noch etwa 30 Km sind.
    “30 km? Dann bin ich ja in Kambodscha.“
    “Ja, von hier aus ist es nicht mehr weit bis zur Grenze. Auf der Hälfte des Wegs findet ihr ein Wachhäuschen. Dort ist der Weg mit einer Schranke gesperrt. Das Wachhäuschen ist sicher nicht besetzt. Ich müsst die Schranke öffnen und hindurch fahren. Vergesst nicht, die Schranke hinter euch wieder zu schließen, sonst bekommen wir Ärger.“
    Wir fuhren also diesen Weg entlang. Die Reisfelder, die anfangs noch an beiden Seiten des Wegs lagen, hörten bald auf. Stattdessen gab es jetzt Dornengestrüpp. So weit das Auge reichte, das war allerdings nicht sehr weit, war nur Dornengestrüpp. Meist war es über zwei Meter hoch. Manchmal fuhren wir direkt in einem Hohlweg.

  5. #14
    Avatar von MichaelNoi

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    3.844

    Re: ´Unter Schmugglern´ - von Mang-Gon-Jai

    Laß uns nicht zu lange im Dornengestrüpp warten MGJ :-)

  6. #15
    rafftRman
    Avatar von rafftRman

    Re: ´Unter Schmugglern´ - von Mang-Gon-Jai

    Teil VI

    Gut, dass wir ein geschlossenes Auto hatten. Ohne die Schutzwände aus Blech wäre ich hier nur sehr ungern gewesen. Was einem da so alles in den Kragen fallen kann???
    Schließlich sahen wir das Wachhäuschen. Wie Pui erwartet hatte, war der Weg gesperrt, das Häuschen nicht besetzt. Neben der Schranke waren zwei Schilder angebracht.
    Auf einem Schild stand, dass der befestigte Weg hier endet.
    Der befestigte Weg? Das, was wir die letzten Kilometer hinter uns gebracht hatten, konnte man wohl kaum als „befestigten Weg“ bezeichnen. Wie würde es wohl weiter gehen?
    Das zweite Schild war etwas dramatischer. Militärisches Sperrgebiet – Durchfahrt verboten, stand darauf.
    Und diese Schranke sollten wir öffnen? Hier sollten wir weiter fahren?? Ich wollte mich mit meinem Fahrer beraten, doch der zuckte nur gelangweilt die Schultern. Erneut rief ich Pui an.
    “Ja, ihr macht die Schranke hoch, fahrt hindurch und schließt die Schranke wieder hinter euch.“ Ihr Tonfall glich dem, wie wenn sie einem kleinen Kind etwas erklärt.
    O.k., ich öffnete also die Schranke, das Auto fuhr hindurch und ich schloss die Schranke ordnungsgemäß. Ich hatte ein recht eigentümliches Gefühl dabei. Ich wusste es, das würde Ärger geben. Ich würde behaupten, die thailändische Schrift nicht lesen zu können.
    Der Zustand des Wegs wurde tatsächlich noch schlimmer – viel schlimmer. Zeitweise ähnelte unser Weg einer Mondlandschaft. Tiefe Reifenspuren zeugten von großen (Militär)Fahrzeugen. Dann passierte es:
    Ein Militär-LKW kam uns entgegen und hielt uns an. Drei Soldaten, ein Offizier und zwei Mannschaftsgrade, mit Maschinenpistolen, stiegen aus.
    Auch wir stiegen aus. Der Offizier sah uns finster und wortlos an während die MP-Träger unser Auto inspizierten.
    „Wer bist du und was willst du hier?“, wandte er sich schließlich in einwandfreiem Englisch an mich. Meinen Fahrer beachtete niemand.
    Ich versuchte zu erklären, dass ich aus Deutschland kam und hier meinen Urlaub verbringe.
    “Du bist Schmuggler!“, entschied er. „Was ist in dem Koffer?“
    Er wartete keine Antwort ab.
    “Öffnen!“
    Gehorsam öffnete ich den Koffer. Er stocherte darin herum, schien aber nicht das Erwartete zu finden.
    Obwohl ich mir keinen großen Erfolg davon versprach, wollte ich den Namen von Pui ins Spiel bringen. Aber woher sollte er Pui kennen.
    “Ich bin hier, um Pui zu besuchen“, sagte ich einfach.
    “Pui???
    Du bist also der Farang, der Pui besucht? Sie wartet schon auf dich.“
    Er lachte. Ein Wink an seine Leute und sie beendeten die Durchsuchung unseres Autos.
    “Hast du eine Zigarette?“
    Ich reichte ihm die Schachtel.
    Er bediente sich und warf dann die Schachtel seinen Leuten zu, die sich ebenfalls bedienten.
    “Du kennst Pui?“, fragte ich immer noch zweifelnd, ob wir auch die gleiche Pui meinten.
    “Klar, jeder hier kennt Pui. Es gibt keine andere Pui hier.“
    Ich verstand die Welt nicht mehr.
    “Gib mir deine Kamera!“, sagte er und zeigte auf meine Videokamera.
    “Nein!“ Den Trick kannte ich schon. Ich würde Die Kamera nie wieder sehen.
    “Du darfst hier keine Kamera haben. Hier ist Fotografieren und Filmen verboten.“
    “Nein!“
    “Wir lassen dich zu Pui, wir beschlagnahmen dein Gepäck nicht, wir fordern kein Geld von dir, aber eine Kamera darfst du hier nicht besitzen!“, er wurde etwas lauter. „Wenn du diese Gegend wieder verlässt, bekommst du deine Kamera wieder zurück.“
    “Nein!“ Es wurde mir langsam etwas warm.
    “Du hast keine andere Wahl!“ Damit hatte er wahrscheinlich Recht.
    “Doch, ich kann umkehren und die deutsche Botschaft darüber informieren, wie ich hier behandelt werde.“
    Er grinste, das schien ihn nicht sonderlich zu beeindrucken.
    “Und was soll ich wohl Pui sagen, warum ich keine Aufnahmen von ihr machen kann?“
    Er grinste nicht mehr. Offenbar überlegte er. Erneut verstand ich die Welt nicht mehr. Wie konnte die Nennung von Puis Namen nur eine solche Wirkung haben?
    “Ich darf dir die Kamera nicht lassen“, meldete er sich jetzt geradezu kleinlaut.
    “Ich behalte sie!“ Jetzt wurde ich sicherer, er würde die Kamera nicht bekommen.
    “Sie ist sicher kaputt, nicht wahr?“ Aha, da kam das Angebot, seine Forderung zurückzuziehen ohne das Gesicht zu verlieren.
    “Natürlich ist die Kamera kaputt. Du kennst den Weg hierhin. Glaubst du denn, das würde eine empfindliche Kamera aushalten?“
    “Nein!“, sowohl er als auch seine Mannschaftsgrade schüttelten energisch den Kopf. „Nein, das kann keine Kamera aushalten.“
    “Willst du es überprüfen?“ Ich musste ihm einfach diesen Rettungsstrohhalm hinhalten.
    „Nein“, konnte er jetzt ablehnen ohne das Gesicht verloren zu haben. „Wozu soll ich eine defekte Kamera überprüfen?“
    Wir einigten uns darauf, dass, sollte meine Kamera durch Zufall doch wieder funktionieren, ich sie nicht benutzen werde und an diese Zusage habe ich mich auch recht oft gehalten.
    „Wir fahren!“, wandte er sich dann an seine Leute.
    Sie stiegen in ihren LKW, fuhren etwas in das Gestrüpp hinein um uns vorbei zu lassen und brausten dann davon. Meine Zigaretten war ich allerdings los.
    Auch wir fuhren weiter. Die letzten Meter zu Pui lagen vor uns.
    Erneut rief ich sie an.
    “Wir sind wohl bald bei dir. Wie finde ich dich?“
    Du findest mich wohl gar nicht“, kicherte sie. „Ich komme zum Weg hinauf. Du siehst bald eine Frau auf dem Weg. Das bin ich.“
    Tatsächlich. Auf der Straße, unter einem roten Regenschirm, als Sonnenschirm missbraucht, stand sie mitten auf dem Weg zwischen dem Dornengestrüpp… klein und zierlich – sehr klein.

  7. #16
    rafftRman
    Avatar von rafftRman

    Re: ´Unter Schmugglern´ - von Mang-Gon-Jai

    Teil VII

    Pui winkte uns, zu folgen. Sie ging voran, direkt ins Dornengestrüpp. Man hatte hier einen kleinen Weg gerodet und wir konnten, wenn auch nur ganz langsam, fahren. Dann kamen ein paar Bananenstauden und endlich ein paar Hütten.
    Mitten im Dornengestrüpp gab es einen freien Platz. Außen war er mit 7 Hütten bebaut – Puis Zuhause, ein Dorf ohne Namen.
    Nun, ein Dorf konnte man diese 7 Hütten wirklich nicht nennen, Vielleicht passt der Begriff „Ansiedlung“ besser. Ich weiß nicht, mit welchem Begriff man eine 7-Hütten Wohngemeinschaft bezeichnet.
    Auf dem freien Platz zwischen den Hütten saß eine alte Frau, die uns anstarrte. Ich sandte einen Wai in ihre Richtung, der aber nicht beantwortet wurde.
    Wütend bellend stürzte sich eine Meute Hunde auf mich. Mein Fahrer blieb, wie immer, unbeachtet.
    Die Köter näherten sich bis auf etwa zwei Meter, wo sie kläffend stehen blieben und die Zähne fletschten. Einer, offensichtlich der Anführer, kam näher und schnappte nach meinem Bein. Ein Tritt in die Weichteile lehrte ihn, das nicht noch einmal zu versuchen. Quiekend haute er ab, die Meute hinter ihm her. Noch ein zweites Mal schrie er auf, als ihn der Knüppel traf, den Pui nach ihm geworfen hatte.
    Wir saßen auf dem niedrigen Tisch vor der Hütte von Pui. Sie hatte jedem von uns eine Schale mit Regenwasser gereicht. Darin schwammen ein paar Eiswürfel. Gehorsam nippte ich an meiner Schale. Die nächste Durchfallerkrankung stand mir dabei plastisch vor Augen.
    Nur ganz mühsam kam ein Gespräch zustande. Niemand wusste recht, was er sagen sollte.
    Das dritte Mal fragte Pui, ob meine Reise „sabai“ (angenehm) gewesen sei, was ich das dritte Mal bestätigte. Das dritte Mal erklärte sie, wie sehr sie sich freut, dass ich wirklich gekommen bin.
    Als dann mein Fahrer zum Rückzug aufbrach, bat ich Pui, mir die Umgebung zu zeigen.
    Diese Umgebung bestand tatsächlich fast ausschließlich aus Dornengestrüpp, von ein paar Bananen einmal abgesehen.
    “Wie weit ist es von hier aus nach Kambodscha?“, wollte ich wissen.
    “Siehst du hinter dem Gestrüpp die hohen Bäume?“
    “Ja, vielleicht eintausend Meter entfernt.“
    “Diese Bäume stehen bereits in Kambodscha.“
    Ich konnte es kaum glauben. Ich war einen guten Steinwurf von Kambodscha entfernt und konnte mich hier frei bewegen. Bislang wusste ich, dass die Grenze zwischen Thailand und Kambodscha streng bewacht wird.
    “Wenn das Dornengestrüpp nicht wäre, könnte ich sicher ohne Probleme nach Kambodscha gelangen.“
    Sie nickte.
    “Es gibt Pfade im Dornengestrüpp. Du kannst problemlos hinüber.“
    “Ich fasse es nicht.“
    “Aber was willst du dort? Drüben wohnt niemand. Dort sind nur Berge die von undurchdringlichem Dschungel bewachsen sind. Dort würdest du nicht lange überleben. Die Ameisen würden dich auffressen… oder die Blutegel.“
    “Drüben gibt es wirklich keine Leute?“
    “Doch, Soldaten. Viele Soldaten.“
    “Warst du schon einmal drüben?“
    “Ja, schon oft.“
    “Was hast du dort gemacht?“
    Sie grinste und wechselte das Thema. Eine Antwort bekam ich nicht.
    Ich erfuhr, dass in den sieben Hütten etwa 40 Personen leben. Die Leute sprechen kambodschanisch. Die älteren Leute sind Kambodschaner, die vor vielen Jahren über die Grenze nach Thailand geflüchtet waren. Sie hatten sich hier, unmittelbar hinter der Grenze, niedergelassen, etwas Dornengestrüpp gerodet und die ersten beiden Hütten errichtet. Die Thai hatten es geduldet.
    Pui, heute 37 Jahre alt, war damals noch ein Kind gewesen. Sie hatte man in die Schule in die nächste größere Stadt geschickt. Als dann die Schule beendet war, kehrte sie in ihre Ansiedlung zurück. Statt der ehemals zwei Hütten standen jetzt schon 5 Hütten dort.
    Lange Zeit war Pui die einzige gewesen, die thai sprechen konnte. Sie hatte auch lesen, schreiben und rechnen gelernt und so machte man sie zur Lehrerin der kleinen Ansiedlung und so verdiente sie etwas Geld. Als Lehrerin ist sie außerdem hoch geachtet – obwohl sie nur eine Frau ist.

    “Wovon lebt ihr hier?“, fragte ich. „Außer den paar Bananen habe ich in der Gegend keine Landwirtschaft gesehen. Viehzucht betreibt ihr wohl auch nicht.“
    Auch auf diese Frage erhielt ich keine Antwort.
    “Komm, ich zeige dir, was wir alles haben.“
    Außerhalb der Ansiedlung, also im Gestrüpp, befanden sich ein Dieselaggregat sowie ein gewaltiger Treibstoffvorrat in Militärkanistern. Hier wurde Strom erzeugt und über Kabel, die auf langen Stangen lagen, zu den Hütten geführt.
    Ich staunte nicht schlecht, als sie mir auch die Satellitenempfangsanlage zeigte. Auch die Fernsehkabel führten zu jeder der Hütten. Dass Pui ein Handy besaß, wusste ich ja schon. Woher stammte das Geld für all diese Dinge? Und dass Pui noch nie der Prostitution nachgegangen war, wusste ich zu 100%.
    Langsam wuchs in mir ein Verdacht; ich ahnte, woher dieser bescheidene Reichtum stammte.
    Zurück in der Ansiedlung war das Essen bereitet worden. Auf dem Platz zwischen den Hütten waren Matten ausgerollt worden. Unmengen von Schalen und Schüsseln mit den unterschiedlichen Gerichten standen auf den Matten. Alle Bewohner hockten dort und aßen gemeinsam.
    Ich erfuhr, dass das jeden Tag so war. Jeden Abend kochen die Frauen zusammen das Essen. Jede kocht etwas anderes. So haben sie täglich eine große Auswahl unterschiedlicher Gerichte. Das gefiel mir.
    Alles machte den Eindruck einer großen Wohngemeinschaft. Die kleineren Kinder schienen nicht einmal zu wissen, wer ihre Eltern waren. Sie redeten alle Frauen mit Mutter (Mää) und deren Namen an. Also „Mää Bui“, „Mää Dao“ usw. Bei den Männern war es ganz genau so. Sie wurden als „Oou Böm“, „Oou Sak oder „Oou Dong“ angeredet (Oou = (kambodsch.) Vater). So, wie die Hunde allen gehörten, schien es auch mit den Kindern zu sein. Wie mir Pui erklärte, schlafen sie oft in fremden Hütten. Die Ganze Ansiedlung ist eine große Wohngemeinschaft.
    Nach dem Essen leerte ich endlich meinen Koffer mit den „Hilfsgütern“. Es gab eine große Aufregung, jeder konnte etwas gebrauchen. Pui übernahm die Verteilung und behielt einen warmen Winterpullover sowie ein Dampfbügeleisen für sich. Die meisten Kleidungsstücke wurden sofort angezogen.
    Dann, es war schon lange dunkel, brach etwa die Hälfte der Erwachsenen auf. Mit Säcken beladen zogen sie in Richtung Grenze. Jetzt wusste ich sicher, wovon sich die Leute hier ernährten, von Schmuggel. Offensichtlich war es ein recht einträgliches Geschäft.

  8. #17
    Avatar von Mang-gon-Jai

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    Re: ´Unter Schmugglern´ - von Mang-Gon-Jai

    So, mein Zugang zum Nittaya klappt wieder.
    Ab sofort schreibe ich also selbst - ohne Ghostwriter.

    Gruß

    Mang-gon Jai




    Teil VIII

    Am nächsten Tag fragte ich Pui noch einmal ganz gezielt nach der Schmuggelei.
    “Ja“, gestand sie, „wir sind Schmuggler. Aber Buddha hat das Schmuggeln nicht verboten. Wir tun nichts Schlechtes.“
    “Du brauchst dich vor mir nicht zu rechtfertigen. Von mir aus kannst du soviel schmuggeln, wie du möchtest. Was schmuggelt ihr eigentlich?“
    “Überwiegend Schnaps und Zigaretten. Aber auch andere Dinge auf Vorbestellung.“
    “Wer sind eure Abnehmer? Du sagtest doch, dass dort drüben niemand wohnt.“
    “Das Militär, die Soldaten.“
    “Deswegen lassen sie euch unbehelligt ins Land.“
    “Ja, meist warten sie schon auf uns.“
    “Wie bezahlen sie? Mit Tauschwaren oder mit Geld?“ Jetzt wollte ich alles wissen.
    “Mit Geld. Sie haben nichts zu tauschen, was wir gebrauchen können. Sie haben thailändische Baht uns manchmal sogar US-Dollars. Hin und wieder bieten sie uns auch Schmuckstücke an.“
    “Vor den kambodschanischen Soldaten braucht ihr euch also nicht zu fürchten. Aber, wie ist es mit euren eigenen Leuten, mit eurem Militär? Ist das nicht gefährlich?“
    “Unser Militär ist auch nicht gefährlich für uns. Von unseren Einkünften erhalten sie einen gewaltigen Anteil. Oft bleibt für uns nur wenig übrig.
    Aber gefährlich ist es durchaus, nachts über die Grenze zu gehen.“
    “Wegen der Minen?“
    “Nein, wegen der Tiere.
    Im Dornengestrüpp gibt es sehr viele Schlangen. Einige davon sind äußerst giftig. Du hast es gestern gesehen. Die, die gehen, umwickeln alle freien Körperstellen mit vielen Tüchern. Zusätzlich tragen sie Gummistiefel und Hüte. Trotzdem haben fast alle von uns bereits einen Schlangenbiss abgekommen. Einige sind daran gestorben. Nachts im Gestrüpp ist es sehr gefährlich.“
    “Ich denke, es wird nicht gefährlicher sein, als auf jedem Reisfeld. Auch auf den Feldern gibt es Schlangen.“
    “Im Gestrüpp ist es viel gefährlicher. Oft ist das Dornengestrüpp mehr als zwei Meter hoch. Sehr oft wächst es über dem Pfad wieder zusammen. Man geht dann durch einen Hohlweg. Auf den Zweigen, über deinem Kopf, liegen die Schlangen. Sehr viele grüne Vipern liegen auf den Zweigen. Wenn du die Tiere versehentlich berührst, beißen sie zu.
    Am Boden gibt es viele Kobras. Sie sind nicht sehr angriffslustig, doch ein Biss von ihnen kann tödlich sein. Es gibt sogar große Königskobras hier. Wenn dich eine solche Königskobra beißt, kann dir wohl niemand mehr helfen. Nach wenigen Minuten bist du dann tot.
    Glaube mir, im Gestrüpp ist es sehr gefährlich!“
    Dann, wohl um das Thema abzubrechen, öffnete Pui das Vorhängeschloss einer Hütte. Es war die einzige Hütte, die verschlossen war.
    Ich staunte nicht schlecht. Berge von Zigaretten und Schnaps der unterschiedlichsten Sorten. Sogar einige Flaschen westlichen Whiskys sah ich.
    “Das ist eine feste Bestellung“, erklärte Pui auf meine Frage hin. „Wir werden in den nächsten Nächten liefern. Möchtest du mal mitkommen?“
    Ich nickte.
    Am Abend saßen wir wieder alle gemeinsam auf dem Matten am Boden. Um uns die vielen unterschiedlichen Speisen, die von den Frauen gekocht worden waren. Wirklich köstlich!
    Vielleicht muss ich noch erwähnen, dass in unserer kleinen Ansiedlung eklige Dinge, wie Käfer, Heuschrecken und Ratten, nicht gegessen wurden. Nicht einmal Schlangen.
    Nach dem Essen machten sich einige Männer fertig, nach drüben zu gehen. Ein älterer Mann sprach mich an:
    “Er fragt, ob du mitgehen willst“, übersetzte Pui.
    “Nach Kambodscha?“
    “Ja!“
    “Natürlich!“ Das war vielleicht ein Abenteuer. Nachts, gemeinsam mit Schmugglern, heimlich die Grenze nach Kambodscha zu überschreiten… das war was für mich!
    Ich erhielt ein paar Gummistiefel, leider zu klein, und zahlreiche Tücher, ehr Decken, die ich um alle ungeschützten Körperteile zu wickeln hatte. Besonders das Gesicht war gefährdet. Da das Gestrüpp sehr hoch war und da Schlangen klettern können, sind sie in der Lage, den Kopf anzugreifen. Als letztes erhielt ich noch einen breitkrempigen Hut.
    Dann drückte man mir einen Sack in die Hand und es ging los. Pui blieb zurück.
    Der Sack war nicht schwer. Wahrscheinlich enthielt er Zigaretten.
    Nach wenigen Metern erreichten wir das Dornengestrüpp. Auf einem schmalen Trampelpfad drangen wir, einer hinter dem anderen, in das Gestrüpp ein. Bald erreichte uns das Licht der Ansiedlung nicht mehr und es wurde stockdunkel.
    Doch nicht lange. Die Augen passten sich der Dunkelheit an und der Halbmond reichte zur Beleuchtung aus.
    Man konnte nur schlecht gehen. Laufend verharkten sich Dornenzweige in unserer Kleidung. Immer tiefer drangen wir in das Gestrüpp ein.
    Bei dem Gedanken, nachts die Grenze nach Kambodscha zu überschreiten, war mir nun doch nicht mehr wohl. Je länger ich darüber nachdachte, desto sicherer schien es mir, dass ich einen großen Fehler machte. Wie würden wohl die kambodschanischen Soldaten reagieren, wenn sie einen Europäer sehen? Plötzlich erschien mir das Risiko zu groß.
    “Ich kehre um“, sagte ich dem vor mir gehenden Mann. „Es ist mir zu gefährlich.“
    Natürlich hatte er kein Wort verstanden. Er hatte aber durchaus begriffen, was ich meinte.
    Er ergriff den Sack, den ich bislang getragen hatte und nickte. Ich blieb zurück, während die Gruppe langsam weiter zog. Ich war allein in diesem schrecklichen Dornengestrüpp. Bald hörte ich die Schritte der Gruppe nicht mehr.
    Ich lauschte. Rings um mich das Zirpen der Zikaden. Von Zeit zu Zeit der etwas schaurig klingende Ruf eines Nachtvogels. Es war schon etwas unheimlich hier.

  9. #18
    Avatar von Mang-gon-Jai

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    Re: ´Unter Schmugglern´ - von Mang-Gon-Jai

    Teil IX

    Ganz langsam, Schritt um Schritt, ging ich den schmalen Trampelpfad zurück. Von Zeit zu Zeit blieb ich stehen um zu lauschen. Der Gedanke an die Schlangen um mich herum machte mich etwas unsicher und ich zog die Decken um meinen Körper fester. Vor mir stand ein großer schirmförmiger Baum. Sicher lauerte ein hungriger Python in den Zweigen. Ich blieb stehen und überlegte. Dieser Baum war mir auf dem Hinweg nicht aufgefallen. Er war groß, nicht zu übersehen. Sollte ich mich etwa verlaufen haben? Das hätte mir gerade noch gefehlt.
    Im Gestrüpp knackte es. Ein Tier? Was für ein Tier??
    Erneut war ich stehen geblieben, die Sinne aufs Äußerste angespannt. Was für ein Tier konnte das sein?
    Erneut knackte es. Deutlich war das Brechen eines kleinen Zweigs zu hören. Eindeutig war ich nicht mehr allein. War es vielleicht ein Mensch? Nein, ein Mensch war es nicht, da war ich mir sicher. Aber was für ein Tier konnte es gewesen sein? Schlangen verursachen fast keine Geräusche, wenn sie sich durch das Gestrüpp bewegen. Ein Tiger?
    In dieser Gegend soll es noch Tiger geben. Aber so dicht an einer menschlichen Behausung?
    Vorsichtig ging ich weiter. Irgendwie kam mir alles so fremd vor. Sollte ich mich verlaufen haben? Eine Nacht in diesem Gestrüpp zu verbringen, war nicht gerade das, was ich mir wünschte. Aber eigentlich konnte ich mich gar nicht verlaufen. Ich brauchte doch nur den schmalen Trampelpfad zurück zu gehen und musste bei der Ansiedlung ankommen. Aber der Weg war so lang – viel länger als er mir auf dem Hinweg erschienen war. Hatte der Pfad eine Abzweigung, die ich übersehen hatte? War ich irgendwo falsch abgebogen? Langsam und ging ich weiter und beobachtete meine Umgebung genauestens. Dann änderte der Pfad seine Richtung und ich war mir fast sicher, dass er nicht zur Ansiedlung führte.
    Anhand der Sterne versuchte ich die Himmelsrichtung zu bestimmen. Danach schien die Richtung des Pfads doch zu stimmen. Ich Grunde konnte ich mich ja auch gar nicht verlaufen. Ich brauchte doch nur den Pfad entlang zu gehen, versuchte ich mich selbst zu beruhigen. Aber wenn ich richtig war, hätte ich sicher längst bei der Ansiedlung sein müssen.
    Am Gürtel trug ich eine kleine LED-Taschenlampe. Ich schaltete sie ein. Gleißend hell erschien mir das Licht. Früher war sie mir nie so hell vorgekommen.
    Mehr sehen konnte ich mit dem Licht allerdings auch nicht. Vor und hinter mir war der schmale Trampelpfad, die Seiten bildete undurchdringliches Gestrüpp.
    Sicher war der Lichtschein weithin sichtbar. Vielleicht machte ich thailändisches Militär auf mich aufmerksam und das wollte ich auf keinen Fall. Wie hätte ich meine Anwesenheit in diesem Gestrüpp erklären sollen?
    “Ich bin spazieren gegangen. Farangs laufen immer, wenn sie nachts nicht schlafen können, im militärischen Sperrgebiet im Dornengestrüpp herum.“ Das hätte die Jungs sicher überzeugt.
    Ich schaltete die Lampe wieder aus. Nun stand ich völlig im Dunklen. Meine Augen mussten sich erst wieder an die nur schwache Beleuchtung durch den Halbmond gewöhnen. Das konnte ein paar Minuten dauern. Bis dahin war ich völlig blind.
    Ich wartete und lauschte auf die fremden Geräusche. Dann hörte ich es wieder, Knacken. Jetzt kam es von vorne. Ich war sicher, es mir nicht einzubilden. Das Geräusch war ganz deutlich. Es waren Schritte. Jemand näherte sich mir. Ein Militärposten? Das hatte mir gerade noch gefehlt. Hätte ich bloß die Lampe nicht eingeschaltet.
    Sollte ich versuchen, mich in das Gestrüpp zu zwängen und ihn vorbei zu lassen ohne dass er mich bemerkte? Aber ich hatte gehörigen Respekt vor dem Dickicht.
    Es war zu spät. Die Schritte waren jetzt zu nahe. Dann bog er um eine Biegung des Pfads. Wir standen und gegenüber. Etwa 10 Meter trennten uns. In dicke Decken gehüllt, wie ich, stand er vor mir. Er war klein, sehr klein - Pui!
    “Ich habe dich gesucht. Die Männer haben mich per Handy informiert, dass du zurückgegangen bist. Aber du kamst nicht an. Ich hatte mir Sorgen gemacht und hatte Angst, du hättest dich verlaufen.“
    “Verlaufen??? Ich doch nicht!!!“

  10. #19
    Avatar von andydendy

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    Re: ´Unter Schmugglern´ - von Mang-Gon-Jai

    Na, endlich läuft der PC wieder.

  11. #20
    Avatar von Mang-gon-Jai

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    Re: ´Unter Schmugglern´ - von Mang-Gon-Jai

    Teil X


    Das Leben in dieser Ansiedlung war zwar recht angenehm, aber auch recht eintönig. In anderen Dörfern, in denen ich früher gelebt hatte, unternahm ich oft längere Spaziergänge in die Umgebung. Hier gab es keine Umgebung.
    Von der Ansiedlung aus gelangte man durch die paar Bananenstauden zum Weg, auf dem ich hierher gekommen war.
    Aus nördlicher Richtung war ich gekommen. Dort gab es links und rechts nur Dornengestrüpp. Also wandte ich mich nach rechts, nach Süden.
    Die Hundemeute folgte mir, hielt aber stets gebührenden Abstand. Auch kläfften sie nicht mehr. Sie hatten gelernt, dass Farangs treten, wenn man sie in die Beine beißen will.
    Der Weg endete endgültig nach etwa 300 Metern. Dort stand ein Sendemast mit einem Spiegel darauf. Er war in Richtung Kambodscha ausgerichtet.
    Was senden sie hier? Propagandanachrichten? Oder war es ein Störsender, um die gegnerische Propaganda zu stören? Vielleicht war es auch eine Radaranlage – ich kenne mich mit solchen Sendern nicht aus.
    Hinter der Sendeanlage gab es wieder nichts anderes als undurchdringliches Dornengestrüpp.
    Das war also die gesamte Umgebung, die ich hier besichtigen konnte. Ich begann, mich in der Ansiedlung zu langweilen.
    Hinzu kam, dass die Hütte von Pui einfach zu niedrig war. Ich konnte nicht aufrecht stehen. Ich habe nachgemessen, 165 cm betrug die Raumhöhe. Das ist für mich, ich bin 180 cm groß, etwas problematisch, während es für Pui, die 149 cm groß ist, gut passt.
    Auch unter der Hütte, wo man sich tagsüber aufhält, war die Raumhöhe nicht größer. Ganztägig lief ich also mit eingezogenem Kopf herum oder stieß mir die Birne.
    Kurz, nach ein paar Tagen in dieser Ansiedlung wollte ich von hier verschwinden und erklärte es Pui.
    Sie nickte
    “Darf ich mit?“


    Hier endete also mein Besuch bei den Schmugglern.
    Was nun folgte ist sicher nicht so interessant. Ein Aufenthalt in einer Bungalowanlage, eine Fahrt nach Bangkok mit Wohnen im höchsten Hotel Asiens, der Besuch von Tempeln und Märkten und ein erneuter Besuch bei meinem Freund in der Schlangenfarm.

    Mal sehen, vielleicht berichte ich euch auch davon.

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