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Tomboy

Erstellt von Chonburi's Michael, 24.05.2004, 17:19 Uhr · 3 Antworten · 2.205 Aufrufe

  1. #1
    Chonburi's Michael
    Avatar von Chonburi's Michael

    Tomboy

    In einem meiner Unterrichtsstunden sprachen wir wie Thailand mit 5exualitaet umgeht. Ausloeser dieses Thema war die Aufklaerungsbroschuere die das Government herausgegeben hatte. Von den Jungendlichen wohlwollend aufgenommen von den Erwachsenen war dieses Projekt auf grosse Ablehnung gestossen. So wurden an den meisten Schulen die Broschuere wieder eingezogen. Wir sprachen ueber Hetro5exuelle- und Gleichgeschlechtliche Beziehung ueber Trans5exualitaet und Khatoys.

    Thailand toleriere all diese Veranlagungen da es natuerlich sei. Auslaender schaetzen gerade diese Offenheit und muessen ihre Veranlagung nicht verstecken. In vielen Teilen auf dieser Erde, auch in Thailand, muessen viele Menschen ihr Geheimnis verbergen und leiden ein Lebenlang. Viele werden Missbraucht, da sie sich niemanden anvertrauen koennen ohne dabei auf Ablehnung, und Verurteilung zu stossen. So bleibt das ein Geheimnis.

    Viele interessante Punkte und Meinungen bekam ich zu hoeren. Ein Junge von 18 sass ganz ruhig am hintersten Tisch und musterte mich nur. Keine Reaktion kam auf meine Fragen. Das war weiters nicht schlimm, da aus Erfahrung nach einiger Zeit, wenn das Eis gebrochen war, diese Scheu verschwand.

    Nach Unterrichtsende, als die Studenten den Klassenzimmer verliesen, stand der Junge als letztes auf und kam zu meinem Tisch. Er stand aufrecht vor mir und sagte mit heller Stimme: Das Leben ist ein Kampf und diese Welt kennt keine Geheimnisse. So moechte ich Dir mein Geheimnis anvertrauen.

    Ich bin ein >Tomboy< Ich bin ein Maedchen das gerne ein Junge waere. Ich kleide mich auch so, spiele leidenschaftlich Fussball und moechte spaeter Schlossermeister werden, darum besuche ich das Technik college. Einige Freunde meiner Familie wollten , als ich so um die 12 war, sehen ob ich Koerperlich auch ein Junge bin. Ich kann und will auch nicht mit meiner Familie darueber reden und das ist sehr schlimm fuer mich. Ich liebe viel zu sehr meine Familie um ihnen wehtun zu koennen.

    Die Freunde meiner Familie helfen uns wo sie nur koennen. So schweige ich und denke fuer irgendwas wird es gut sein. Wenn nicht in diesem Leben dann im naechsten Leben. Das ist mein Geheimnis.

    Ich schaute ihn/sie an und wusste nicht was ich sagen sollte. Ich fragte was er moechte was ich tun solle. Er setzte sich an meinem Tisch und dachte nach. Es war eine bedrueckende Stille. Ich fragte was er von 5extourismus halte. Seine Antwort: "Bei uns haben viele Junge Frauen und Maedchen Kinder obwohl Geschlechtsverkehr unter 18 nicht erlaubt ist. Nicht die Touristen schwaengern diese Maedchen, es sind unsere eigenen Leute. Um das nicht im Dorf bekannt werden zu lassen, muessen viele zu entfernte Verwandte. Viele lassen abtreiben.

    Jene die die Kinder bekommen muessen dann dafuer sorgen das nicht nur das Kind sondern auch die Familie die es aufgenommen hat, genug zum Leben hat. Wo und wie das meistens endet weisst du ja, Michael. Wie ich schon sagte, das Leben ist ein Kampf".

    Wir haben noch oft ueber dieses Thema gesprochen und es hat meine Einstellung zu vielen Dingen wesentlich beeinflusst.

    Es ist nie zu spät, unsere Vorurteile aufzugeben.

    ไม่เคยสายเกินไปที่จะละทิ้งอคติของเรา

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Dr. Locker

    Registriert seit
    11.08.2002
    Beiträge
    1.700

    Re: Tomboy

    @Michael
    Wie auch schon an anderer Stelle von anderen Usern bemerkt wurde genuegt es oftmals nicht zu Deinen Beitraegen einfach den THX-O-Mat anzuklicken.

    Alles was Du schreibst vermittelt dem Leser das Gefuehl die Dinge selbst nochmal zu erleben.

    Also, fettestest Lob...

  4. #3
    Chonburi's Michael
    Avatar von Chonburi's Michael

    Re: Tomboy

    @Dr.Locker

    Es freut mich, das meine Erlebnisse auch fuer andere Nachempfindbar sind.

  5. #4
    mrhuber
    Avatar von mrhuber

    Re: Tomboy

    Die Aussage, wofür die Geschichte steht, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, in allen Köpfen und Seelen.

    Insofern ist es fast schade, dass man immer wieder manche Menschen extra darauf hinweisen muss.

    Und deshalb >Danke, Michael, scheinst einer zu sein, der Menschen manchmal gerne erinnert....damit Vorurteile nicht selbstverständlich werden


    Karlheinz