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Thailand - mein neuester Aufenthalt

Erstellt von Mang-gon-Jai, 10.11.2003, 11:56 Uhr · 36 Antworten · 4.903 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von Mang-gon-Jai

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    Re: Thailand - mein neuester Aufenthalt

    Wir wohnten noch einige Tage in dem Resort. Alles schien Ok, dann, eines morgens, kam ein Polizist auf einem Motorrad. Er überbrachte der Frau des Resort-Besitzers einen Brief mit sehr schlechter Nachricht.
    Hier muss ich jedoch zum Verständnis erst eine Vorgeschichte erzählen:
    Den Resort-Besitzer nenne ich einmal Geng und seine Frau Lii
    Es war vor etwa zwei Jahren. Geng, der Besitzer der Resortanlage bewirtschaftete diese zusammen mit seiner Frau Lii. Lii war schwanger.
    Leider, im Issaan ist das ja nicht ganz selten, hatte Geng neben seiner Frau auch noch eine Mia-Noi, Lii wusste bislang nichts davon. Oft fuhr er angeblich nach Udon-Thani, um etwas einzukaufen, verbrachte jedoch den Tag tatsächlich bei seiner Mia-Noi. Fast immer gingen die beiden dann in einem hübschen Restaurant zum Essen.
    Eines Tages, Geng war wieder per Motorrad in Udon, erhielt Lii einen Anruf von einer Freundin. Diese erzählte, dass ihr Mann eine Freundin habe. Sie berichtete, dass er gerade jetzt mit der Mia-Noi in einem Restaurant in Udon sitze und gab auch die genaue Adresse bekannt.
    Wutentbrannt setzte sich Lii in das gemeinsame Auto und raste nach Udon. Als sie auf dem Parkplatz des Restaurants ankam, verließen die beiden, ihr Mann und seine Freundin, gerade das Restaurant. Er fuhr das Motorrad, sie saß hinten.
    Lii wendete das Auto und fuhr hinter den beiden her. An einer Ampelkreuzung hielt das Motorrad. Lii fuhr mit voller Geschwindigkeit, absichtlich, auf das stehende Motorrad.
    Die junge Frau starb noch am Unfallort. Ihr Mann wurde schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert. Das Motorrad war ein Totalschaden und auch am Auto entstand gehöriger Sachschaden.
    Lange lag Geng im Krankenhaus. Seine Frau befand sich in Polizeigewahrsam. Sie gab zu, den Unfall absichtlich herbeigeführt zu haben und wurde bis zur endgültigen Klärung inhaftiert.
    Nachdem Geng aus dem Krankenhaus entlassen worden war, zahlte er hohe Bestechungsgelder an die Polizei. Es gelang ihm tatsächlich, seine Frau freizukaufen.
    Alles schien nach außen hin wieder in Ordnung, doch die Beziehung zwischen den beiden war eisig.
    Zwei Jahre lebten sie wieder als Mann und Frau zusammen. Das Kind von Lii war längst geboren. Es schien, als sei über diese Sache Gras gewachsen.

    Gerade, als wir im Resort wohnten, kam also der bewusste Brief, den der Polizist überbrachte. Es war ein Haftbefehl. Lii war zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden und musste sich in der kommenden Woche stellen.
    Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie ab jetzt die Stimmung war. Beide, Geng und Lii, waren geradezu verzweifelt. Scheinbar liebte er sie immer noch. Zwei Jahre, das würde sie kaum überleben, davon waren beide überzeugt. Zwei Jahre im Gefängnis in Thailand sind hart!
    Zwei Tage bevor sie sich den Behörden stellen musste, verabschiedeten wir uns. Wir verließen das Resort und kehrten in das Dorf von Jindi zurück. Ich weiß nicht, ob wir Lii noch einmal wieder sehen werden.

  2.  
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  3. #12
    Avatar von Mang-gon-Jai

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    Re: Thailand - mein neuester Aufenthalt

    Wir kehrten also wieder in unser Dorf zurück. Hier wollte ich noch ein paar Tage bleiben, ehe ich nach Deutschland zurückkehrte.
    Dann geschah etwas Eigentümliches. Jindis älterer Bruder kam, um uns zu begrüßen. Er hatte eine große Flasche Chang-Bier bei sich und teilte diese mit mir. Ich verstand die Welt nicht mehr.
    Abends kam dann Jindis Vater um uns wieder im Dorf willkommen zu heißen. Er brachte sogar zwei Flaschen Bier mit, die wir gemeinsam vor unserer Hütte tranken. Wir sollten rüber, in seine Hütte, kommen, sagte er. Jindis Mutter habe Hühnerfußsuppe (Sup-tin-gai) gekocht, die sie mit uns zusammen essen wollten. Luuk-tschin (Fleischbällchen) seien auch in der Suppe.
    Was war hier los?
    Das fragte ich auch Jindi, die natürlich längst über alles informiert war.
    „Meine Familie hat ein Wenig das Gesicht verloren“, erklärte sie. „Nachdem wir hier ausgezogen waren, haben einige Nachbarn meiner Mutter vorgeworfen, dich aus dem Dorf getrieben zu haben. Meine Familie hätte es an Gastfreundschaft mangeln lassen.“

    „Was soll ich tun, wenn du nicht mehr hier bist?“, fragte Jindi. Ich habe keine Lust mehr, den ganzen Tag im Fluss zu stehen und Fische zu fangen. Ich möchte etwas anderes tun.
    „Warum verkaufst du nicht eure berühmte Hühnerfußsuppe?“, fragte ich vorsichtig an.
    „Wie meinst du das? Soll ich ein Restaurant aufmachen?“
    „Ja, eine kleine Suppenküche.“
    Noch am Nachmittag fuhren wir nach Nong-Haan und kauften die Einrichtung: Drei Tische, ein Regal, zwei Feuerstellen für Holzkohle, einige Töpfe usw. Das Ganze hat keine 5.000 Baht gekostet.
    Von einem Nachbarn, der verkehrstechnisch etwas besser gelegen ist, mieteten wir den Vorgarten. 100 Baht / Monat sollte es kosten. In einem großen Baum, unter dem die Tische stehen sollten, montierte ich eine Leuchtstofflampe.
    Am nächsten Morgen, ich schlief noch, war Jindi bereits aufgestanden und hatte Tische und Stühle aufgebaut. Als ich aufgestanden war, kochte die Hühnerfußsuppe bereits in dem großen Topf auf der Feuerstelle.

    Wir eröffneten Jindis Suppenküche.

    Was die Einnahmen anbelangte, war ich recht skeptisch. Egal, dachte ich. Hauptsache ist, dass es ihr Spaß macht.
    Ich hatte mich geirrt. Sehr schnell ging die Suppe zur Neige und es musste weitere Suppe hergestellt werden. Mutter und Schwester halfen. Abends hatte Jindi über 1.200 Baht eingenommen.
    Nun, das war der erste Tag. Die Leute waren noch neugierig, alle kamen zum Essen.






    Jindis Suppenküche.

    Nun bin ich wieder in Deutschland. Gerade habe ich mit Jindi telefoniert. Sie verkauft jetzt drei verschiedene Suppen. Ihre Tochter liefert die Suppen (in verknoteten Plastiktüten) per Moped auch ins Haus. Jindis tägliche Einnahme hat sich auf etwa 500 bis 600 Baht eingependelt.
    Da sie fast keine Kosten hat, die Zutaten kosten nicht viel, kann man von einem Gewinn von etwa 400 Baht pro Tag ausgehen. Das ist das Vierfache von dem, was ein Arbeiter pro Tag für die Arbeiten auf dem Reisfeld verdient.

    Ich habe auch mit Geng telefoniert. Seine Frau ist noch im Gefängnis. Er ist jedoch zuversichtlich und denkt, sie durch weitere Schmiergeldzahlungen freikaufen zu können.
    „In Ban-chiang hat man begonnen, die „abgesoffene“ Ausgrabungsstelle wieder herzurichten“, berichtete er. Er selbst hatte dort bereits mitgeholfen und sich eine schöne Urne (als Entlohnung?) von dort mitgebracht.

  4. #13
    Avatar von Mang-gon-Jai

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    Re: Thailand - mein neuester Aufenthalt

    Nachtrag: Versteh mir einer die Thai!

    Wir (Jindi und ich) waren also letzte Woche wieder in Thailand. Jindis Suppenküche gibt es nicht mehr.
    Während Jindis Abwesenheit (fast 3 Monate in Deutschland) sollte die Suppenküche von ihrer Mutter und Schwester geführt werden. Es wäre für beide ein schönes Zubrot gewesen, denn Jindi hatte mit ihrer Küche eine tägliche Einnahme von immerhin 500 – 600 Baht erzielt.
    Nach nur drei Tagen haben die beiden die Küche aufgegeben. Es war wohl zu viel Arbeit.
    Sicherheitshalber haben sie auch die Einrichtung verkauft. Dass es sich hierbei um Jindis Eigentum handelte, war wohl nicht so wichtig.
    Es gibt eben Tage, da ärgere ich mich gewaltig.

    Gruß

    Mang-gon Jai

  5. #14
    Avatar von MichaelNoi

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    Re: Thailand - mein neuester Aufenthalt

    Muß man in Thailand eigentlich irgendetwas beachten ( Genehmigung ), wenn man eine Suppenküche, oder sonst ein Geschäft betreiben will ?
    Gibt es da evtl. Unterschiede zwischen dem flachen Land und der Stadt ?

  6. #15
    Chak
    Avatar von Chak

    Re: Thailand - mein neuester Aufenthalt

    Meinst du so etwas wie Gesundheitsamt. ;-D

    Mangonjai, und das überrascht dich noch? Ich dachte du wärst ein alter Hase.

  7. #16
    Avatar von Mang-gon-Jai

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    Re: Thailand - mein neuester Aufenthalt

    @Chak
    Mangonjai, und das überrascht dich noch?
    Nein, es überrascht mich eigentlich nicht. Aber ich hoffe bei jedem neuen Versuch, mich dieses Mal geirrt zu haben.
    In diesem Fall war es besonders ärgerlich, weil die Dorfpolizei hier regelmäßig zu Gast war und dort so manchen Baht gelassen hatte


    @MichaelNoi
    Muß man in Thailand eigentlich irgendetwas beachten ( Genehmigung ), wenn man eine Suppenküche, oder sonst ein Geschäft betreiben will ?
    Nein, einer Genehmigung bedarf es eigentlich nicht. Man fragt den Phu-jai-baan und damit hat´s sich.
    So zumindest wird es in unserem Dorf gehandhabt.

    Gruß

    Mang-gon Jai

  8. #17
    Chak
    Avatar von Chak

    Re: Thailand - mein neuester Aufenthalt

    Zitat Zitat von Mang-gon-Jai",p="119427
    @Chak
    Mangonjai, und das überrascht dich noch?
    Nein, es überrascht mich eigentlich nicht. Aber ich hoffe bei jedem neuen Versuch, mich dieses Mal geirrt zu haben.
    Falls dich das tröstet, meine in Florida lebende Schwägerin wird auch noch nach über 25 Jahren noch enttäuscht. Die Hoffnung scheint bei manchen ja unerschütterlich zu sein. Leider habe ich alle Illusionen in dieser Hinsicht endgültig verloren. Aber das gehört zu einem anderen thema.

  9. #18
    Avatar von Bökelberger

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    Re: Thailand - mein neuester Aufenthalt

    Hallo Mang-gon-Jai !

    Wieder mal tolle Neuigkeiten von dir !
    Deine Schwiegereltern würden mir Kopfzerbrechen bereiten !
    Glaubst du, dass es überall in Thailand so zugeht ? :???:

  10. #19
    Avatar von tira

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    Re: Thailand - mein neuester Aufenthalt

    Zitat Zitat von DomTravel",p="119431
    ...Glaubst du, dass es überall in Thailand so zugeht ? :???:
    hallo klaus,

    ich w e i s s, dass es in thailand nicht überall so zugeht......

    wenn ich da an meine schwiegereltern denke no problem.

    gruss

  11. #20
    Avatar von DisainaM

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    Re: Thailand - mein neuester Aufenthalt

    Die Gründe, eine Suppenküche aufzugeben,

    können vielfältig sein.

    2 Motorradtaxis mit 4 Personen kommen plötzlich zu Besuch;

    der Polizist blättert das Papiertaschentuch auffällig durch,

    wo soll man anfangen, und wo aufhören ...

    Oder sagen wir einfach,

    die hatten halt keine Lust,

    aus uns verborgenden Gründen.

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