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Thailand - mein neuester Aufenthalt

Erstellt von Mang-gon-Jai, 10.11.2003, 11:56 Uhr · 36 Antworten · 4.900 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Mang-gon-Jai

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    Thailand - mein neuester Aufenthalt

    Thailand – der neueste Aufenthalt.
    Da sich eure Antworten auf meinen kurzen Reisebericht bislang fast ausschließlich auf das Thema „Meins und Deins“ bzw. „Selbstbedienung in Thailand“ bezogen, habe ich dieses Thema abgekoppelt. Hier also der reine Reisebericht.
    Mang-gon Jai (Moderator)



    Den Grund für meinen Auszug aus unserem Dorf habe ich in diesem Thread ausführlich beschrieben. Hier also geht´s weiter:

    ... Abends besprach ich mich mit Jindi.
    „Ich bleibe hier nicht“, sagte ich. „Lass uns irgendwo in der Nähe ein Haus mieten. Verbringen wir die paar Tage dort zusammen.“
    Jindi kümmerte sich um alles und bereits nach wenigen Stunden hatte sie ein Haus in einem kleinen Ort gemietet. Weiß der Teufel, wie die Thai so etwas immer so schnell geregelt bekommen. Jemand kennt einen, der einen kennt dessen Bekannter gern sein Haus vermieten will.
    Was meint ihr, was das Haus kosten sollte? 100 Baht / Tag!
    Am nächsten Tag fuhren wir los, etwa 15 Minuten mit dem Auto nach Ban-nong-boo, so heißt der Ort. Versucht gar nicht erst, den Ort auf irgendeiner Karte zu finden. In etwa liegt er zwischen Nong-haan und der Ausgrabungsstätte Ban-chiang.
    Wir fanden das Haus recht schnell, es lag an einer Wegekreuzung, also in etwa im Dorfmittelpunkt. Direkt neben dem Haus lag ein Geschäft.
    In „unserem“ Haus wartete eine Frau auf uns. Sie erklärte uns, dass bereits vor etwa drei Stunden ihre gesamte Familie ausgezogen sei. Sie wohnten jetzt bei Verwandten. Die 100 Baht pro Tag konnten sie sich einfach nicht entgehen lassen. 100 Baht ist übrigens der Verdienst eines Tagelöhners, der von Sonnenauf- bis Untergang in glühender Hitze auf dem Reisfeld schuftet (nur wenn er ein Mann ist, Frauen bekommen weniger).
    Das Haus war recht nett, und eigentlich viel zu groß für uns.
    Natürlich waren wir das Gesprächsthema. Fast die gesamte Dorfbevölkerung stellte sich ein, um den Farang mit der Thaifrau zu bewundern. Es war schon ein erhebendes Gefühl.
    Sogar der Phuu-Jai-Baan, der Dorfvorsteher kam, um mich genauer in Augenschein zu nehmen.
    Er nahm sich ein Bier und erklärte, ich solle bitte keine Schlägereien in seinem Dorf anzetteln. Als ich ihm erklärte, dass ich mich eigentlich grundsätzlich nicht prügele (hatte die ganze vergangene Woche keine Schlägerei ), war er etwas beruhigt.
    Nach einer weiteren Flasche Chang-Bier versicherte er mir dann, dass, wenn ich Streit mit Jindi haben sollte, ich mich getrost an ihn wenden könne. Er sei eine Amtsperson und werde mit widerspenstigen Frauen problemlos fertig. Mir fiel ein Stein vom Herzen.
    Ehe er endlich ging, erfuhr ich noch, dass morgen das Tempelfest (Raan-Wat) begänne. Wir hätten also ganz besonders großes Glück, in sein Dorf gekommen zu sein.
    Eigentlich war er ja ganz nett, hatte nur den Fehler, mit mir englisch sprechen zu wollen. Ich verstand immer nur „Bahnhof“. Das, was er unter englisch verstand, hätte kein Engländer oder Amerikaner verstanden. Meine mehrfachen Bitten, thai zu sprechen, überhörte er (absichtlich?).
    Ich hatte mir eine leichte Erkältung zugezogen, was meine neuen Nachbarn schnell bemerkt hatten. Sofort wurden sie aktiv und erklärten mir, sie werden eine hervorragende Arznei für mich herstellen. Sie benötigten lediglich noch eine Zutat für die Rezeptur, ich solle mich also noch etwas geduldigen.
    Jindi grinste so hinterhältig, das ist immer verdächtig. Endlich kamen sie mit meiner Medizin zurück. Ein frisch gefangener Thakarp, eingelegt in Lau-Khao – Eine Delikatesse! Von der Brühe (Nam-Thakarp) sollte ich regelmäßig vor dem Essen einen Löffel trinken.
    „Das hilft bestimmt!“, erklärte mir eine alte Zahnlose und fügte kichernd hinzu „hilft auch gegen Potenzstörungen (thaa khoi mai kheng thüü).“ So etwas hatte ich schon immer gesucht.
    Nam-Thakarp: Hilft gegen Erkältung und gegen Potenzstörungen.

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Mang-gon-Jai

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    Re: Thailand - mein neuester Aufenthalt

    Ein Lastwagen fuhr vor und ein in Einzelteile zerlegtes Stahlgerüst wurde abgeladen. Erstaunlicher Weise halfen die Männer des Dorfs dabei. Eigentlich ist doch die etwas schwerere Arbeit den Frauen vorbehalten.
    Mit vereinten Kräften wurden die Aluminiumstangen montiert. Dann erkannte ich, um was es sich handelte. Rechts von meinem Haus wurde eine riesige Lautsprecheranlage installiert. Sie war bestimmt 3,5 Meter hoch und etwa 5 Meter breit. 20 große Lautsprecher wurden in das Gerüst gehängt und verkabelt.
    Auf der anderen Seite meiner Hütte, also neben dem kleinen Laden, wurde eine riesige Leinwand aufgebaut. Vorbereitungen für das Tempelfest!
    Dann, in ohrenbetäubender Lautstärke: „Nung-song-saam-Test. Nung-song-saam-Test.“ Die Anlage wurde in Betrieb genommen. :O
    Man war mit dem Ergebnis noch nicht ganz zufrieden. Das Gerüst musste etwas nach vorn verschoben werden. Mit vereinten Kräften gelang das.
    „Nung-song-saam-Test.“ Ein Anderer sprach die magischen Worte. „Nung-song-saam-Test.“
    Offensichtlich war man jetzt zufrieden. Fast jeder der Anwesenden bemächtigte sich des Mikrophons um die Beschwörungsformel zu sprechen: „Nung-song-saam-Test.“
    Ein kleiner LKW kam die Straße herauf gefahren. An der Lautsprecherwand kam er zum Stehen. Hier kam er nicht vorbei. Lange Beratung mit dem Fahrer. Er solle einen anderen Weg fahren, schlug man ihm vor. Der schüttelte dem Kopf. Geht nicht!
    Gemeinsam, mit vereinten Kräften, auch der Fahrer half mit, wurde das Gerüst wieder ein Stück zurückgeschoben. Einige Augenblicke schwankte die riesige Konstruktion und ich befürchtete ihren Zusammenbruch – doch es ging alles gut.
    Zur Belohnung für seine tatkräftige Hilfe durfte nun auch der Fahrer die magische Beschwörungsformel sprechen. „Nung-song-saam-Test.“ Der Mann war ein Nimmersatt. Er hörte gar nicht wieder auf damit. „Nung-song-saam-Test. Nung-song-saam-Test. Nung-song-saam-Test.“ Endlich nahm ihm ein anderer das Mikro aus den Händen. Offensichtlich erst jetzt besann der Fahrer sich auf seinen Auftrag. Er bestieg sein Fahrzeug und zirkelte es vorsichtig, unter großem Gejohle, an den Lautsprechern vorbei.
    „Nung-song-saam-Test.“
    „Was heißt Test?“ fragte Jindi.

  4. #3
    Avatar von Mang-gon-Jai

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    Re: Thailand - mein neuester Aufenthalt

    Nach dem Abendessen, es war schon dunkel, ging Jindi früh schlafen. Ich bin kein Freund vom frühen Schlafen und blieb noch eine Weile vor dem Haus sitzen. Jetzt war es ruhig. Kein Mensch war mehr auf der Straße. Das einzige Geräusch war das unaufhörliche Zirpen der Grillen. Ich beschloss, mir meine neue Umgebung etwas näher anzusehen, holte eine Taschenlampe und ging los. Einer der herrenlosen Hunde begleitete mich. Erst wanderten wir die kleinen Wege im Ort entlang. Leider weckten wir dabei viele schlafende Hunde, die sofort laut zu bellen anfingen. Also wandten wir uns etwas mehr Ortsauswerts, in Richtung der Reisfelder. Vielleicht hatte ich ja Glück und konnte eine Schlange finden. Mit der starken Taschenlampe in der Hand fühlte ich mich recht sicher.
    Nun, Schlangen gab´s nicht. Ein paar Fledermäuse konnte ich gegen den etwas helleren Himmel ausmachen.
    Dann sah ich sie: 7 Männer, mit keulenähnlichen Knüppeln bewaffnet, standen mir plötzlich gegenüber. Schnell wurde ich umzingelt. Eine Schlägertruppe? Nein, „Tamruad baan – Dorfpolizei“.
    Wenn ein Tempelfest ansteht, melden sich junge Männer des Dorfes freiwillig, um im Dorf für Ruhe und Frieden zu sorgen. Sie durchstreifen nachts das Dorf um ein Auge auf die bereits aufgebauten Verkaufsstände zu werfen. Hauptsächlich sind sie jedoch dafür da, die nach reichlich Alkoholgenuss oft stattfindenden Schlägereien einzudämmen. Diese Dorfpolizei ist also keine richtige Polizei, aber sicher sehr wichtig.
    Jetzt hatten sie also mich „erwischt“. Wer ich bin und wohin ich will wollten sie wissen. Da erkannte mich einer von ihnen.
    „Das Ist doch der Farang, der mit seiner Thai-Mia seit heute bei uns im Dorf wohnt.“
    Das war dann eine riesige Freude. Alle mussten mir mehrfach auf die Schulter klopfen.
    „Ich würde ja gern ein Bier für euch ausgeben“, sagte ich leichtsinniger Weise. „Ich denke aber, dass alle Geschäfte schon geschlossen sind.“
    „Dass macht nichts“, behaupteten sie. Zusammen marschierten wir zum Dorf zurück. Gleich beim ersten Geschäft hielten wir an.
    Natürlich war es geschlossen, die stählernen Rollgitter waren heruntergelassen und alles Licht ausgeschaltet.
    Mit ihren Knüppeln hämmerten sie gegen die Stahlgitter. Die Hunde in der Nachbarschaft wurden wach und begannen zu jaulen und zu bellen. Weiter entfernte Hunde fielen in das Bellen ein und sicher war nach kurzer Zeit das ganze Dorf geweckt.
    So auch die Ladenbesitzerin. Licht wurde angeschaltet und sie schaute argwöhnisch durch das Metallgitter.
    Wir bestellten Chang-Bier, welches ebenfalls durch die Lücken im Metallgitter nach draußen gereicht wurde.
    Vor dem Laden stand ein steinerner Tisch. Hier setzten wir uns und vertilgten das Bier. Es wurde spät und wir mussten noch einige Male nachbestellen. Dann brachten mich meine 7 neuen Freunde nach Hause. Einige hatten ganz schön Schlagseite.

  5. #4
    Avatar von Mang-gon-Jai

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    Re: Thailand - mein neuester Aufenthalt

    Die Nacht war noch nicht zu Ende. Nachdem ich vielleicht 2 Stunden geschlafen hatte, wurde ich von Jindi geweckt. Sofort, ehe ich etwas sagen konnte, hielt sie mir den Mund zu.
    „Mii Khon-Khamoi = Ein Einbrecher!“, flüsterte sie mir ins Ohr.
    Die Tür von unserem Schlafraum stand offen – ich konnte bis zur Haustür sehen. Die Haustür, ich war sicher, den Riegel vorgeschoben zu haben, stand offen. Gegen den hellen Nachthimmel konnte ich deutlich die Silhouette einer männlichen Gestalt erkennen. Der Mann schlich fast unhörbar ins Haus. Ebenso unhörbar kroch ich unter dem Mung, dem Mückennetz durch und zur Schlafzimmertür. Der Mann schlich auf Zehenspitzen an mir vorbei und bewegte sich in Richtung Wohnbereich. Ich folgte ihm.
    Er bückte sich um den Schrank zu öffnen. Da hatte ich ihn, in einem Würgegriff. Seine Beine zappelten etwas aber er zeigte keine Gegenwehr. Ich ließ etwas lockerer, er rührte sich nicht und brachte auch keinen Ton heraus.
    „Tirak, pööt fai – Mach Licht an!“, rief ich Jindi zu.
    Das Licht flammte auf und Jindi kam, um zu sehen, was für ein Fisch mir ins Netz gegangen war.
    „Tirak“, flüsterte sie. „Khit waa, cham khau dai – Ich glaube, den kenne ich!“
    Ich ließ den Mann los.
    „Ich glaube, er ist der Besitzer unseres Hauses!“
    So war es dann auch. Er, da er gleich morgen die Musikanlage bedienen sollte, wollte sich noch eben schnell ein paar CDs aus unserem (seinem) Haus holen.

  6. #5
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    Re: Thailand - mein neuester Aufenthalt

    Total erschöpft schlief ich recht schnell ein und begann zu träumen.
    Ich saß im Flugzeug, welches gerade abstürzte. Total gefasst beobachtete ich den Absturz und den Aufprall. Mit ohrenbetäubendem Lärm schlug das Flugzeug auf dem Boden auf. Ich wurde vom Sitz hochgerissen und riss die Augen auf... ich saß im Bett.
    Der Ohrenbetäubende Lärm hielt jedoch an. Man hatte die Lautsprecheranlage in Betrieb genommen und die neuesten thailändischen Hits hämmerten mir auf die Trommelfelle.
    Der Platz neben mir war leer. Jindi war schon aufgestanden.
    Ich fand sie vor der Tür, wo sie staunend, wie auch die anderen Dorfbewohner, die Lautsprecherwand betrachtete.
    Die Betreiber saßen vor einem kleinen Tisch auf dem Mischpult, CD-Player und Verstärker aufgebaut waren. Versunken betrachteten sie die zappelnden Anzeigen der Geräte. Toll, und es war gerade 6:00 Uhr!
    Jindi hatte Kaffee gekocht und so saßen wir dann draußen, an einem Tisch und frühstückten. Durch den Lärm schrieen wir uns ein paar Worte zu – besser ging’s mit Zeichensprache.

  7. #6
    Avatar von Mang-gon-Jai

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    Re: Thailand - mein neuester Aufenthalt

    Den ganzen Tag über dröhnte die Musik. Von Zeit zu Zeit wurde sie unterbrochen von Lautsprecherdurchsagen, die verkündeten, wer wie viel gespendet hatte. Das konnten wir uns natürlich nicht nehmen lassen und spendeten ebenfalls. Der Spendenraum war nicht weit entfernt, eine große Salaa. Hier saßen fleißige Helfer und notierten in einem großen Buch peinlichst genau, wer wie viel gespendet hatte.
    War die Spende an den Wat größer oder gleich 500 Baht, wurde augenblicklich ein großer Gong geschlagen und der Name des Spenders noch in der Salaa ausgerufen.
    Also spendete Jindi 500 Baht und durfte selbst den Gong schlagen. Das Geld wurde in ein aufgespaltetes Bambusstäbchen eingeklemmt und an einem „Geldbaum“ befestigt.


    An diesem "Geldbaum" wurde das dem Tempel gespendete Geld befestigt.

    Dieser sollte zum Abschluss des Tempelfests in einer Prozession durch das Dorf zum Tempel getragen werden.
    Nicht nur Jindi spendete, ich spendete ebenfalls.
    Etwa 10 Minuten nach unserer Spende wurde meine „edle Tat“ per Lautsprecherdurchsage bekannt gegeben:
    „Der Farang mit dem thailändischen Namen Mang-gon Jai hat soeben 20 Flaschen Chang-Bier gespendet!“ Beifall brandete auf und mir wurde anerkennend auf die Schulter geklopft.
    Mang-gon Jai hat Bier gespendet, werdet ihr euch jetzt vielleicht irritiert fragen.
    Ja, aber nicht für den Tempel. Es existieren 2 Spendenkassen. Eine Kasse für Geldspenden, die dem Tempel zu Gute kommen und eine weitere Kasse für Sachspenden. Diese Sachspenden, sie bestehen in der Regel aus Schnaps und Bier, sind für die freiwilligen Helfer, wie zum Beispiel für die Dorfpolizei, bestimmt.


    Zum Ende des Tempelfests wurde der "Geldbaum" in einer Procession durch das Dorf zum Tempel getragen.

  8. #7
    Avatar von Mang-gon-Jai

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    Re: Thailand - mein neuester Aufenthalt

    Den ganzen Tag über dröhnte die Musik – direkt vor unserem Haus. Etwas ist ja ganz schön, aber immer?
    Dieses scheint jedoch nur die Meinung eines Farang zu sein, denn Jindi war ganz begeistert. Gegen Abend fand sich dann die Dorfbevölkerung an der Lautsprecherwand, also direkt vor unserem Haus, ein. Man begann, auf der Straße und auf unserem Hof zu tanzen, „Lam-Thai“. Ich habe ja mit solcher „Verbrüderung“ etwas Probleme, bin ja schließlich Westfale, aber, wenn ich erst genügend Chang-Bier in mir habe, werde ich lockerer und so beteiligte ich mich schließlich an den Feierlichkeiten, dem Thai-Tanz.
    Das war nicht einfach, denn aller Augen ruhten auf mir. Jeder wollte sehen, wie ich mich mit „fließenden“ Bewegungen zur einheimischen Musik bewege. Ich gebe zu, reichlich gehemmt gewesen zu sein.
    Endlich hatte der „DJ“ ein Einsehen und er erklärte den Dorfbewohnern, nun einmal Farang-Musik, extra für mich, zu spielen. Man machte mir erwartungsvoll Platz und alle beobachteten, was ich anstellen würde.
    Ich war positiv überrascht, er spielte einen fetzigen Diskofox. Das kam meinen Fähigkeiten deutlich näher (ich habe mich früher einmal mit Turniertanzen beschäftigt und hatte Jindi bereits in die Grundschritte der unterschiedlichen (westlichen) Tänze eingeführt).
    Kurz, ich griff Jindi und wir legten einen recht hübschen Diskofox hin. Leichte Schrittfehler von ihr wurden gar nicht registriert.
    Der DJ legte noch einen drauf und er hatte einen echten „Langsamen Walzer“ auf Lager. Es klappte super und wir ernteten riesigen Beifall. Nun begann mir die Sache Spaß zu machen.
    Das ganze Dorf, besonders die älteren Frauen, wollten jetzt „Langsamen Walzer“ lernen. Also begannen wir mit einem Unterricht.
    In Reihen aufgeteilt unterrichteten wir „Langsamen Walzer“. Ich musste also schon ziemlich „zu“ gewesen sein, aber die Resonanz war riesig! Es wurde ein sehr schöner Abend.
    Es gab einen Stand, wo die gespendeten „Naturalien“ aufgebaut waren, also auch das von mir gespendete Bier. Kleine Schilder wiesen die Namen der jeweiligen Spenders aus.
    Hier erschien nun ein unangenehm dicker Farang (leider ein Deutscher), der mir bislang gar nicht aufgefallen war. Er war mit seiner thailändischen Freundin dort und er war, gelinde gesagt, sturzbetrunken.
    Er legte 100 Baht auf den Tisch und griff sich eine der Chang-Bier Flaschen. Man versuchte, ihm zu erklären, dass er dieses Bier nicht kaufen könne, dieses seien Spenden.
    Das störte den Dicken überhaupt nicht.
    “Where is the Problem?“, grölte er. “I give you money and I can drink!”
    Die Dorfbewohner und seine Freundin, der das offenbar peinlich war, versuchten, ihm zu erklären, dass dieses Bier tabu sei, er jedoch im etwa 10 Meter entfernten Laden ausreichend Bier kaufen könne.
    Er wollte nicht, er wollte dieses Bier haben und wurde recht laut und aggressiv.
    Ich habe mich allen Ernstes für ihn geschämt. Wahrscheinlich dachten alle Dorfbewohner, alle Farangs seien gleich. Ich versuchte also, ihn zu beschwichtigen. Daraufhin drohte er mir Schläge an.
    Natürlich hätte ich keine Probleme gehabt, ihm die Leviten zu lesen, aber dazu kam es leider nicht. Meine neuen Freunde, die Dorfpolizei, mit denen ich in der letzten Nacht Bier getrunken hatte, glaubten, mich beschützen zu müssen. 5 Leute drehten ihm die Arme auf den Rücken und brachten ihn fort. Schade eigentlich, ich hätte ihm gern eine Ohrfeige verpasst.
    Er war an diesem Abend der Einzige, der gepöbelt hatte. Das warf sicher kein gutes Licht auf uns Farangs!
    Dann endete die laute Musik. Man hatte einen „Karaoke-Automaten“ aufgebaut. Die Dorfbewohner rissen sich um das Mikrofon und das Gerät wurde mit unzähligen 5 – und 10-Baht-Stücken gefüttert. Hier konnte ich natürlich nicht mehr mithalten – dachte ich.
    Laufend wurde ich jedoch aufgefordert, mich am Karaoke zu beteiligen. Ich konnte mich aber immer damit, dass ich die thailändische Sprache nicht lesen zu können, herausreden.
    Fehlanzeige! Sie besaßen auch englische Titel.
    OK, ich war wohl nicht mehr ganz nüchtern und ließ mich schließlich überreden, auch einmal das Karaoke-Mikrophon zu übernehmen.
    „The House Of The Rising Sun“, mit meiner recht tiefen und sicher schon rauchigen Stimme, traf ich wohl den Geschmack der Thai. Sofort wurde Geld nachgeworfen, noch einmal!
    Sogar Jindi schaute mich bewundernd an, sie hatte mich vorher noch nie singen gehört.
    Bis in die frühen Morgenstunden saßen wir zusammen und feierten und die Thai lernten, dass nicht alle Farang so sind, wie der Dicke.

  9. #8
    Avatar von Mang-gon-Jai

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    Re: Thailand - mein neuester Aufenthalt

    Auch am nächsten Morgen wurde ich, gegen 6 Uhr, durch lautstarke Musik geweckt. Mit dröhnenden Trommelfellen saßen wir erneut am Frühstückstisch. Mein aus Deutschland mitgebrachter Kaffe war zu Ende und so gab´s Nescafe mit Som-Tham (Papayasalat – höllisch scharf).
    Dann, gegen 9:00 Uhr, wurde die Musik beendet. Jetzt kamen Psalmähnliche Gesänge aus dem Tempel. Man hatte offensichtlich ein Mikrophonkabel zum etwa 200 Meter entfernten Tempel gelegt, vielleicht ging´s auch drahtlos.
    Das Problem bei diesem Sprechgesang ist, dass ich nichts verstehe. Es handelt sich weder um Thai noch um Laotisch, es ist Pali, eine ursprünglich alte indische Sprache.
    Dieser Sprechgesang wurde von Zeit zu Zeit unterbrochen und die Namen und Beträge der Spender (die Geld an den Tempel gespendet hatten, nicht wie ich, Bier für die „Werktätigen“) wurden verlesen. Nun musste also auch Jindis Name verlesen werden.
    Sie wurde aber enttäuscht. Ihr Name wurde nicht aufgerufen.
    „Die Mia vom Farang mit Namen Mang-gon Jai hat 500 Baht gespendet“, hieß es nun. Mias brauchen wohl keinen eigenen Namen.
    Dann kamen wieder Tempelsprechgesänge, dann erneute Musik. Auch der Dorfvorsteher ließ sich hören und verkündete, dass auch weiterhin gespendet werden könne. Bis zum Abend würden noch Spenden angenommen.
    Im Grunde war die Lautsprecheranlage dauernd im Betrieb und ich suchte nach einem Grund, abzuhauen.
    „Ich denke, wir fahren nach Ban-chiang“, sagte ich daher zu Jindi.
    Vielleicht sollte ich jedoch erst einmal erklären, was Ban-chiang eigentlich ist:
    Bis vor noch nicht langer Zeit dachte man, die ältesten Kulturen stammen aus China. Vor ein paar Jahren wurde jedoch in dem kleinen Ort Ban-chiang, etwa 15 Km entfernt, eine sensationelle Entdeckung gemacht. Man fand dort die bislang älteste Kulturstätte der Menschheit. Als wir in Europa noch in Höhlen lebten, lange bevor die Pyramiden in Ägypten gebaut wurden, lebten hier, im heutigen Issaan, bereits hoch entwickelte Menschen.
    Sie waren in der Lage, Tontöpfe zu fertigen und mit so genannter „Bandkeramik“ zu verzieren. Sie stellten Speer- und Pfeilspitzen aus Bronze her und sie fertigten sogar Schmuck. Diese Fundstelle stellte der König unter seinen privaten Schutz und sie wurde zum Weltkulturerbe erklärt.
    Ich bin schon häufig dort gewesen, liegt es doch geradezu vor meiner Tür. Jindi ist allerdings kein Freund von solchen Besichtigungen.
    „Warum willst du schon wieder alte Knochen und kaputte Töpfe ansehen?“, maulte sie ohne Verständnis für mich. „Kaputte Töpfe kann ich dir auch zeigen“ (das erkläre ich unten).
    Natürlich kam sie mit, begeistert war sie allerdings nicht.
    Wir fuhren also los, es war angenehm ruhig im Auto, keine Lautsprecheranlage mehr. Dann fand Jindi allerdings den Knopf, um das Radio einzuschalten.
    Die Ausgrabungsanlage befindet sich in Ban-chiang an zwei verschiedenen Orten. Eine große Menge von Fundstücken befindet sich in dem dafür erstellten Museum. An einer zweiten Stelle, im Tempel, hat man die Fundstücke in der Erde gelassen und das Ganze überdacht. Hier sieht man in etwa 4 Meter tiefen Schächten die Skelette und Grabbeigaben auf dem Boden liegen, so, wie sie schon seit 5.000 Jahren dort liegen.
    Erstaunlicher Weise war in dieser Anlage heute kein Besucher. Auch die sonst üblichen Führer, die sonst stets versuchen, sich mit einer kurzen Führung etwas Geld zu verdienen, fehlten. Alles sah recht verlassen aus.
    Ich sah einen älteren Mönch und fragte ihn.
    „Wir hatten einen Schlammeinbruch“, erklärte er. „Der Schlamm ist in die Schächte geflossen und hat alles unter sich begraben.“
    „Konnte man das nicht verhindern?“
    „Wozu? Und wie? Der Schlamm ist nachts gekommen. Am Morgen war alles zerstört.“
    „Kann ich es mir trotzdem ansehen?“
    „Warum nicht?“, er schloss die Tür zur Ausgrabungsstelle auf und ließ uns allein.
    Ein Weltkulturerbe, eine mehr als 5.000 Jahre alte Ausgrabung war verschwunden. Ich verstehe nicht, wieso man bei uns nichts darüber in den Nachrichten gebracht hat – ein Weltkulturerbe ist ja schließlich schon was.


    So sah es vor etwa 6 Monaten dort aus.


    So sieht es heute aus.



    „Liegen die alten Knochen wohl noch da unten?“, fragte Jindi und deutete auf den Schlamm, der meterhoch in den Schächten stand.
    „Ich weiß es nicht“, antwortete ich. „Ich denke aber schon, dass sie noch dort unten sind.“
    „Da sollten sie besser bleiben“, meinte Jindi. „Es ist nicht richtig, Tote auszugraben und zu begaffen.“



    [hr:146a6711db]
    P.S.
    „Kaputte Töpfe kann ich dir auch zeigen“, hatte Jindi zu mir gesagt. Damit hatte sie nicht gelogen.
    Als wir das erste mal in Ban-chiang gewesen waren wo ich mir die Scherben der Tontöpfe betrachtet hatte, behauptete Jindi, so etwas auch in ihrem Dorf zu haben. Sie zeigte und erklärte es mir nach dann unserer Rückkehr.
    Solange man in Jindis Dorf zurückdenken kann, ist das Ackern auf den Reisfeldern äußerst schwierig. Der Grund dafür sind die Mengen der Tonscherben, die mit dem Pflug an die Oberfläche geholt werden. Diese müssen, ehe die Saat beginnt, in Handarbeit gesammelt und entsorgt werden. An manchen Reisfeldern gibt es große Haufen, die aus uralten Tonscherben bestehen.
    Die 5.000 Jahre alte, heute längst verschwundene Kultur war also nicht nur in Ban-chiang, sondern zumindest auch im etwa 20 Km entfernten Dorf von Jindi beheimatet. Wahrscheinlich erstreckte sie sich über einen recht großen Bereich.

  10. #9
    Avatar von Mang-gon-Jai

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    Re: Thailand - mein neuester Aufenthalt

    Christian schrieb:
    Etwa eine Woche später erkrankte meine Frau. Mal Fieber, dann wieder mal fieberfrei. Sie verfiel sehr schnell und war zu schwach zum aufstehen.
    Es ist schon eigentümlich, denn so ging es mir auch:
    Als wir abends in unser Miethaus zurückkamen, fühlte ich mich schlapp und elend. Ich musste mich dringend hinlegen. Trotz der dröhnenden Lautsprecheranlage legte ich mich ohne zu essen ins Bett und schlief offenbar sofort ein.
    Nachts wurde ich dann wach. Jindi lag neben mir. Mir war schrecklich heiß, das Bett war nass geschwitzt.
    Nach kurzem Toilettenbesuch änderte sich das. Ich fror. Ich empfand es als so kalt, dass ich am ganzen Körper zitterte und mir die Zähne aufeinander schlugen.
    „Dein Körper ist ganz heiß, sagte Jindi. Du hast hohes Fiber, soll ich einen Arzt holen lassen?“
    „Nein, lass nur.“
    Ich legte mich wieder hin und wurde mit allen zur Verfügung stehenden Decken zugedeckt. Trotzdem fror ich weiterhin.
    Nach etwa 5 Minuten änderte es sich erneut, es war glühend heiß und ich warf alle Decken von mir, den Ventilator auf höchste Stufe geschaltet.
    So ging es einige Stunden. Im 5-Minuten Rhythmus war mir eiskalt, dann glühend heiß. Ich spürte, wie ich immer schwächer wurde.
    Irgendwann bin ich dann doch wieder eingeschlafen und erwachte, trotz Lautsprecheranlage erst gegen 11:00 Uhr vormittags. Obwohl ich mich noch schlapp fühlte, spürte ich, dass ich wieder gesund war. Eine kräftige Suppe tat ein Übriges.

  11. #10
    Avatar von Mang-gon-Jai

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    Re: Thailand - mein neuester Aufenthalt

    OK, Nguu-Hau. Weiter mit der Erzählung, ist aber bald zu Ende.

    Das Ran-Wat (Tempelfest) war schon lange vorbei. Die Lautsprecheranlage vor meinem Haus war jedoch weiterhin in Betrieb. Jeden Tag, ab Sonnenaufgang, wurde ich von dröhnenden „aktuellen Thai-Songs“ geweckt. Mein schöner Außensitz, an dem ich zu frühstücken zwischenzeitlich gewöhnt war, war etwa 7 Meter entfernt. Ein normales Gespräch war nahezu unmöglich.
    Wir beschlossen also, hier unsere Zelte abzubrechen.
    Erschien mir ursprünglich diese Behausung als äußerst preiswert, änderte sich meine Meinung, als ich die Endabrechnung präsentiert bekam:
    Zwei Mal hatten die Wasserbehälter nachgefüllt werden müssen (ich dusche in der Hitze nun mal 3 Mal am Tag). Das Haus hatte eine Stereoanlage und ein Fernsehgerät (hatte ich beides nie benutzt). Unser Stromverbrauch war natürlich in dem Mietpreis nicht enthalten gewesen. Zusätzlich fehlten bei unserem Auszug zwei Gläser (Senfgläser). Alles zusammen waren dieses natürlich keine Beträge, über die man sich Gedanken machen muss; trotzdem ärgerten mich diese Nachforderungen, die natürlich nur von einem Farang erhoben wurden.
    Selbstverständlich bezahlte ich, ohne Murren.

    Wir verlegten unseren Wohnsitz etwa 3 Km weiter in eine Resort-Anlage.
    Der Besitzer dieses Resorts ist ein guter Freund (Einheimischer) von mir, wir wurden also mit Freuden aufgenommen.
    Dieses Resort, ich glaube, ich habe in der Vergangenheit einmal davon berichtet, dient eigentlich als Stundenhotel. Einheimische auf Moped, ein Girl hinten drauf, mieten sich hier für eine Short-Time ein. Uns stört das nicht, ganz im Gegenteil, gibt es hier oft recht lustige Begegnungen.
    Früher waren wir hier die einzigen Langzeit-Gäste. Dieses Mal war das jedoch anders.
    Der Bungalow, direkt neben meinem „Stammquartier“, war von einem Europäer (62 Jahre alt), samt seiner thailändischen Mia (ca. 25 Jahre alt), bezogen worden. Beide wohnten schon seit etwa 3 Monaten dort.
    Er war Norweger, hieß Leif (wie kann ein Norweger auch sonst wohl heißen) und freute sich, endlich jemanden gefunden zu haben, mit dem er sich unterhalten konnte. Die Unterhaltung mit ihm war jedoch nicht ganz einfach. Ich verstehe kein Norwegisch und sein Englisch war so schlecht, dass ich wirklich kaum etwas verstehen konnte (vielleicht kann ich ja auch kein Englisch). Er war eigentlich auch regelmäßig betrunken und lallte seine wenigen englischen Brocken.
    Seine Frau konnte ihn allerdings recht gut verstehen und übersetzte in Thai. Irgendwie klappte es also.

    Kurz zu ihm und seiner thailändischen Frau:
    Er hatte sie in Pattaya kennen gelernt. Sie war in einer Wäscherei tätig gewesen – sagte er.
    Sie hingegen erklärte ganz offen, dass sie ihn in einer Bar, in der sie gearbeitet hatte, kennen gelernt hatte. Es war uns jedoch eigentlich ganz egal, wer von beiden sich hier geirrt hatte.
    Die beiden kannten sich seit etwa einem Jahr. Er hatte versucht, sie nach Norwegen einzuladen, ihr Visum war jedoch abgelehnt worden. Er war also nach Thailand zurückgekehrt und hatte sie geheiratet.
    Als Hochzeitsgeschenk hatte er ihr ein Auto geschenkt. Er selbst fuhr Moped.
    Nun ließ er sich (natürlich auf Namen der Frau) ein Haus bauen. Während dieser Bauphase wohnten sie in dem besagten Resort.
    Wenn ich etwas in Thailand nicht mag, sind das intensive Kontakte mit anderen Europäern. Es blieb uns aber nicht erspart. Ganztägig hatten wir die beiden als Gast, wir wohnten ja nur ein paar Meter auseinander.
    Es war schon ganz lustig, täglich gab es Zoff: Sie, seine Frau, beschimpfte ihn ganztägig als „Kii-niao“, weil er sich beharrlich weigerte, ihre Familie finanziell zu unterstützen. Er verdächtigte sie, neben ihm noch andere Männer zu haben.
    Er war jedoch keineswegs geizig. Fast jeden Abend ließ er gutes Essen aus einem der zahlreichen Restaurants anliefern und freute sich, dieses uns und dem Betreiber des Resorts (samt Familie) zu servieren.
    Für mich war es recht anstrengend. Gern gehe ich in den Reisfeldern spazieren. Sonst hatte ich meist einen Hund bei mir, jetzt jedoch hatte ich Leif, der eigentlich nie aufhörte zu reden.
    Irgendwann kam es zwischen Leif und seiner Frau dann zum ernsten Krach.
    Er wollte von ihr nichts mehr wissen und fuhr nach Chiang-Mai, um einen Freund zu besuchen. Seine Mia blieb allein zurück. Aber nicht lange! Einen Tag später fuhr sie mit einer Freundin nach Pattaya.
    Einen weiteren Tag später kam er zurück. Seinen Freund in Chiang-Mai hatte er angeblich nicht angetroffen (er war wahrscheinlich nie in Chiang-Mai gewesen). Nun suchte er seine Frau. Die Nachricht, dass sie in Pattaya war, traf ihn offensichtlich, zumindest soff er sich vollständig zu.
    Die ganze Nacht saß er bei uns, um uns von seinen Problemen mit seiner Frau zu berichten. Es war schon recht öde.
    Mitten in der Nacht musste ich dann versuchen, seine Frau in Pattaya anzurufen – und ich erreichte sie tatsächlich. Ich reichte ihm das Telefon und er sprach ein paar Worte mit ihr. Die Hintergrundgeräusche (laute Barmusik) störten ihn jedoch gewaltig und er war der Meinung, sie ginge ihrem früherem Beruf (Wäscherei?) erneut nach.
    Allerdings hatte sie ihm versprochen, sofort in den Issaan zurückzukehren. Wie auch immer, hatten wir ihn die gesamte Nacht, es wurde schon hell, am Hals und mussten uns die, mit weinerlicher Stimme, vorgetragenen Probleme mit seiner Frau anhören. Es war schon ein schöner Urlaub.
    Kurz: Einen Tag später kam seine Frau zurück. Mit Tränen in den Augen lag er in ihren Armen. Es war schon ein schönes Bild.

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