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Thailand 2013 - ein schwangerer Hund und wilde Affen

Erstellt von MadMovie, 01.04.2013, 11:05 Uhr · 37 Antworten · 5.545 Aufrufe

  1. #1
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    Thailand 2013 - ein schwangerer Hund und wilde Affen

    Thailand 2013 – ein schwangerer Hund und wilde Affen


    Montag, 04. 03. 2013 – Schwarzheide – Berlin – Amsterdam – Bangkok


    Um 2:00 Uhr reißt mich das zum Wecker mutierte Handy aus dem unruhigen kurzen Schlaf.
    Schnell noch den letzten Müll weg geworfen und das Gepäck runter gebuckelt.
    Die immer zur Hausbesetzung bereiten Katzen – vor allem bei -4 Grad Celsius - sind nirgendwo zu sehen.


    Pünktlich 2:30 Uhr erscheint Herr Z. von Förster Reisen Ruhland.
    Unterwegs belle ich die ganze Zeit wie ein an Tuberkulose erkrankter Hund, bisher hatte ich die Symptome mittels Zink-Brausetabletten und Aspirin plus C noch im Griff.


    In Berlin-Tegel gleich der erste Aufreger dieser Reise:
    Das erinnert mich stark an Maßnahmen meines Arbeitgebers, Verbesserungen einzuführen, die in der Praxis zu mehr Chaos, mehr Fehlern und Unzufriedenheit bei fast allen Beteiligten führen, außer denen, die es erfunden haben.

    Eine Dame stolziert am Check-In herum und fragt nach den Bordkarten.
    Wo soll die herkommen? Aus der heimischen Fälscherwerkstatt?
    Wir müssen uns dann an Automaten aufstellen, von denen erst einer, dann zwei den Geist aufgeben.
    An den restlichen bilden sich Schlangen.
    Immer wieder muss die Aufpasserin eingreifen, weil es einem Reisenden nicht gelingt, die Bordkarte auszudrucken.


    Als ich endlich an der Reihe bin, versuche ich zunächst mich mit meinem nigelnagelneuen Reisepass einzuloggen und anschließend mit der Buchungsnummer der Airline – beides scheitert – “Passagier nicht gefunden”.
    Okay, fahre ich wieder nach Hause, hier soll es ja auch Frühling werden (wurde es aber nicht).
    Ich winke die Beraterin heran, die schwer beschäftigt ist.
    Die macht dasselbe wie ich und druckt dann eine Bestätigung aus, dass das Problem am Check-In-Schalter zu lösen sei!


    Ich weiß nicht, ob das nur ein Versuch von Air France und KLM ist, jedenfalls kann man da nur den Kopf schütteln.
    Als nächstes schicken die einen zum Großfluchhafen “Willy Brandt” und man kann sehen wie man weiter kommt!


    Am Check-In findet die mich binnen Sekunden im System, ich kann mir Gangplätze aussuchen, der Koffer wird bis Bangkok durchgecheckt.


    Der ungewöhnliche Reiseweg entsprang einer Silvesterlaune meinerseits.
    Unter den Prämissen, dass ich Air Berlin nicht leiden kann, seit Mehdorn den Non-Stop-Flug abgeschafft hat, Finnair im Krisenfall versagt ("Reiserandnotizen Teil I"), blieb nicht mehr viel übrig und ich entschied mich für die Kombination KLM Royal Dutch Airlines – China Airlines.


    Im KLM-Flieger übrigens eine Beinfreiheit, dass zwischen Knie und Vordersitzlehne noch meine korpulente Nachbarin auf einem Elefanten hätte durch reiten können.


    In Amsterdam angekommen, hörte ich fast nichts mehr, denn der notwendige Druckausgleich war von meinem Körper nicht vollzogen worden. Dafür bellte ich jetzt deutlich seltener als noch um 2:30 Uhr morgens.
    In einer Stadt wo das ...... erlaubt ist, sollte man meinen, dass die Raucherinseln im Nichtraucherflughafen strategisch günstig verteilt sind – und so war es auch, man musste nicht lange suchen.
    Ich hielt mich da aus gesundheitlichen Gründen nicht lange auf und stromerte herum.





    Wenn ich jemals behauptet haben sollte, ein Flughafenmuseum gibt es nur in Seoul, nehme ich das jetzt zurück – Amsterdam Schiphol hat auch eines.
    Das nennt sich großspurig “Rijks Museum”, ist aber nicht größer als sein Pendant in Seoul.
    Bemerkenswert ist die Gemäldeausstellung mit Originalen von Frans Hals und Jan Steen, um nur zwei zu nennen.
    Gemäß Internetseite des Flughafens wechseln die Bilder. Für Reisende mit Muße zu empfehlen.


    Ich landete dann in einem holzgetäfelten holländischen Restaurant und bestellte Kaffee und “De Boerens Omelette” lecker mit Gemüse gefüllt, das richtige Frühstück.
    Ich vertrieb mir die restliche Zeit mit der Lektüre über die Geschichte des British Empire.
    Unglaublich, dass die Inder sich das bei Millionen Toten bei Hungersnöten so lange haben bieten lassen…


    Beim Boarding nach Bangkok und Taipeh ging alles professionell über die Bühne.





    Ich durfte wieder weit vorne sitzen, was Vorteile beim Aussteigen und bei der Bordversorgung mit sich bringt.
    Die Flugbegleiterinnen schienen direkt vom Casting fuer “TNSS” – “Taiwan‘s Next Super Stewardess” zu kommen, zumindest drei von denen.

    Vor mir eine Familie mit zwei kleinen Töchtern, die sich auffällig ruhig verhielten.
    Das Problem waren die holländischen Omis neben mir in der Reihe, wobei sich eine verflüchtigt hatte und ich konnte den Platz neben mir noch als Ablage nutzen.
    Die Omis schnatterten die ganze Nacht lang.
    Wegen meiner norddeutschen Vorfahren verstehe ich Platt, aber das Holländisch was die sprachen hat mit Plattdeutsch so viel zu tun, wie Schweizerdeutsch mit Hochdeutsch.


    Zwölf Stunden nach der Abreise daheim hatte ich wieder den gleichen Längengrad erreicht, allerdings in der Luft und 60 km südlicher.
    Irgendwann ging diese Reise schneller zu Ende als gedacht, denn der Pilot brauchte für die Strecke nur 10:35 h und landete weit vor der Zeit gegen 6:12 Uhr Ortszeit.


    Die gewonnene Zeit büßte ich dann an der Immigration wieder ein, so einen Auflauf habe ich dort lange nicht gesehen.
    Besser organisiert als noch vor zwei Jahren, aber Geduld ist mitzubringen, in Thailand eine immer wieder benötigte Tugend.


    Meine Großnichte und ich hatten es geschafft, die getrennt gebuchten Reisen so zu koordinieren, dass wir zur fast der gleichen Zeit ankommen (und wieder abfliegen). Theoretisch hätten wir uns schon in der Nähe des Gepäckbandes treffen müssen.


    Soweit die Theorie, die Praxis sah dann so aus, dass ich erstmal meine Abholer suchte – meine Frau hatte sich zwischenzeitlich zum Nickerchen ins Auto zurückgezogen und der Stiefsohn war auf der Toilette.
    Nach der Wiedervereinigung stellten wir fest dass Sophies Flieger mindestens eine Stunde Verspätung hat – vielen Dank auch, es dauerte viel länger.


    Als sie endlich unten war, starrten wir wie die hypnotisierten Reissäcke auf die Bildschirme am Meeting Point, wo man die Ausgänge kontrollieren kann, aber es passierte nichts.
    Meine Frau machte sich auf den Weg, falls Sophie am Exit versehentlich nach links gelaufen war, aber ich hatte sie ja instruiert.
    Wir starrten immer noch auf die Bildschirme, da standen die bereits hinter uns.


    “Hat sich euer Lastensegler verflogen?” begrüßte ich Sophie polternd.


    “Es ging schon in Frankfurt eine Stunde später los und setzte sich in Abu Dhabi fort.”


    Ich hätte jetzt wenigstens erwartet, dass sich jemand nach meinem Gesundheitszustand erkundigt.
    Die Antwort auf die nicht gestellte Frage hätte gelautet:
    “Halber Hörsturz, beginnende Rippenfellentzündung, weil der untere Rippenbogen beim Husten schmerzt, aber sonst bin ich okay!”
    Was hier so klingt wie die maßlose Übertreibung eines notorischen Hypochonders, war gar nicht so weit weg vom realen Zustand...


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  2.  
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  3. #2
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    Dienstag, 05. 03. 2013 – Ban Khwao – Ban Lup Pho


    Sophie und meine Wenigkeit waren dann kurz hinter Bangkok schon eingepennt und erwachten erst wieder beim Abzweig nach Chaiyaphum.
    Die Provinzhauptstadt ließen wir links liegen und nahmen eine Abkürzung nach Ban Khwao.
    Ein Isuzu Pick-Up hatte sich hinter uns gesetzt, keine Verfolger im kriminellen Sinne, sondern am Steuer saß die liebreizende Stieftochter Phuy, die gerade aus Korat kam.


    Schnieker Kasten das neue Haus, welches ich in natura aus den verschiedensten Gründen auch zum ersten Mal sah.








    Schwanzwedelnd begrüßten uns die Haus- und Hofhunde Lucky und der “Staubwedel” Sandy – auch das eine neue Qualität,
    denn in Ban Lup Pho hatte es nur streunende Hunde gegeben, abgesehen von der Episode mit dem viel zu früh verstorbenen Mah Ruai.


    Im Haus zwei Bade- und drei Schlafzimmer, W-LAN und einen Laptop zur eigenen Nutzung; meinen hatte ich zu Hause gelassen.


    Nach dem Frisch machen ging es umgehend in ein Restaurant in Ban Khwao, wo die Vegetarierin Sophie tatsächlich meiner nicht ernst gemeinten Aufforderung folgte, von der Tom Yam zu probieren.








    Anschließend ging es zum alten Grundstück nach Ban Lup Pho, das eine zeitlang vermietet war, jetzt aber einen etwas verwilderten Eindruck macht.
    Mit einer langen Stange wurden grüne Kokosnüsse von einer Palme geschlagen.











    Kokosnuss-Schlachtfeld


    An diesem Tag wurden wir nicht alt, unterließen weitere Aktivitäten und legten uns beizeiten zur Ruhe.
    Das Klima war so angenehm, dass ich auf die Inbetriebnahme der Air-Condition getrost verzichten konnte.


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  4. #3
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    Mittwoch, 06. 03. 2013 – Ban Khwao - Chaiyaphum


    An diesem Morgen wurde ich als eine für die thailändische Volksgesundheit gemein-gefährliche Bazillenschleuder eingestuft und durfte aus hygienischen Gründen an der Aktivität des Tages nicht teilnehmen.
    Meine Frau hatte für das Schulfest in Ban Khwao ja auch einen weiteren Farang-As im Ärmel –
    und die Sophie wurde ausgiebig bestaunt, obwohl auch in dieser Gegend des Isaan selbst Kleinkinder alle schon einmal einen Farang gesehen haben.





    Grundschule in Ban Khwao





    Flaggen der ASEAN-Staaten


    Ich kann also auch nur die Bilder kommentieren, die mit meiner alten Sony Cybershot aufgenommen wurden.
    Es war wohl so, dass eine Dame, die zum Förderverein der Grundschule Ban Khwao gehört, Geburtstag hatte und Haarschnitte und Essen für die Schüler sponserte.











    Zu diesem Anlass waren der örtliche Polizeichef und andere lokal begrenzt berühmte Promis erschienen, die sich bemüßigt fühlten, Reden zu schwingen.
    Insofern war ich gar nicht so unglücklich über meine Nichtteilnahme.








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  5. #4
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    Am frühen Abend im letzten Sonnenlicht ging es zum ältesten Denkmal der Stadt, der Ruine Prang Ku aus der Khmer Periode im 12. und 13. Jahrhundert.





    Anschließend ein Bummel über den Chaiyaphum Night Bazaar, der nur deshalb für die beiden Männer anstrengend geriet,
    weil immer wieder Halt gemacht wurde an Klamottenständen.

    Wir tüteten dann an mehreren Ständen unser Abendessen ein, das wir mit großem Appetit in unserem Haus in Ban Khwao verspeisten.





    Dank des massiven Einsatzes chemischer Substanzen (jeweils zwei weiße und zwei blaue Pillen täglich) ging es mir zunehmend besser und ein Arztbesuch erschien nicht mehr notwendig.

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  6. #5
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    Donnerstag, 07. 03. 2013 – Ban Khwao – Lam Phra Tao – Mor Hin Khao


    Wir Deutschen sind ja immer startbereit, weil es heißt, es geht da und dorthin.
    Langsam gewöhnte sich auch meine Großnichte an die Tatsache, dass der Plan, loszufahren und die Ausführung in Thailand zwei verschiedene Paar Schuhe sind.

    Da kommt erst mal der Tierarzt, um den Hunden Spritzen zu geben, an einem Grundstückskauf Interessierte wollen Dokumente (chanod) studieren usw.


    Wenn die Sonne dann erbarmungslos vom Himmel brennt – wobei wir an den ersten zwei Tagen noch Glück hatten, es war nicht gar so heiß – steigen wir dann in den Wagen mit voll aufgedrehter Aircon.
    In diesem konkreten Fall warteten wir zudem noch auf einen Fahrer mit einem schwarzen Toyota Pick-Up,
    obwohl zu unserem Fuhrpark ein Isuzu Pick-Up gehört, bei dem wegen der eingebauten Beschallungstechnik die Sitzverhältnisse hinten sehr beengt sind.


    Erstes Ziel ist das Restaurant am Lam Phra Tao Stausee nördlich des Tat Ton Nationalparks,
    wo sich schon eine fröhliche Meute versammelt hat, darunter das befreundete Bauunternehmerpaar Wan und Wirat.





    Zunächst bin ich erschüttert, denn bei meinem letzten Besuch hier lag der Wasserspiegel noch rund drei Meter höher und reichte bis zu den Partyhäuschen.








    Dafür gibt es jetzt so etwas wie einen Strand, man kann sich dem Badevergnügen hingeben und es stehen zwei Partyflöße bereit, landläufig Long Pair genannt.





    Ich war ja von der Grippe noch geschwächt und außerdem war mir das Wasser im Uferbereich zu dreckig, was aber Sophie und Phuy nicht davon abhielt, herum zu plantschen.





    Die im Bild zu sehende Plastikflasche markiert als Boje den Verlauf einer Wasserleitung durch die mittels einer Pumpe Wasser aus dem See gesaugt wird – ich hoffe nur zur Versorgung der Pflanzen.





    Hier werden auch die Katzen satt...


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  7. #6
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    Thailand 2013 - ein schwangerer Hund und wilde Affen

    Anschließend ging es nach Mor Hin Khao,








    das besser ausgeschildert und ausgebaut ist (Campingground inclusive),
    als noch vor ein paar Jahren und gern als “Stonehenge Of Thailand” vermarktet wird





    – mit dem Unterschied, die Vorfahren der Engländer haben die jungen Felsen über weite Entfernungen heran geschleppt,
    die im Isaan stehen ohne menschliches Zutun schon eine Weile länger da herum.





    Blütenzauber trotz Trockenzeit





    „Wenn ihr Faxen macht – das kommt alles in den Reisebericht!“


    Da gab es bei den Fotoshootings jede Menge Spass…

















    Abzweig zu Mor Hin Khao





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  8. #7
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    Thailand 2013 - ein schwangerer Hund und wilde Affen

    Freitag, 08. 03. 2013 – Ban Khwao – Chaiyaphum


    Ich war ja der Meinung, zwischen 2006 und 2009 schon so ziemlich alles abgeklappert zu haben, was es in vernünftiger Reichweite von der Heimatbasis (einst Ban Lup Pho) Sehenswertes zu besichtigen gibt.
    Das ist aber ein Irrglaube, denn mit intensiver Recherche findet man immer noch etwas, wo man noch nicht war.


    Bei dieser Reise stand ich zu dem vor der Schwierigkeit, dass Sophie noch nichts gesehen hatte und ich manches mehrfach.
    Ein Ausflugsziel hatte ich noch nicht besucht, aus dem einfachen Grund:
    Das gab es vor zwei Jahren noch gar nicht.


    Der Star Tiger Zoo (Adresse: 121 Moo 3, Na Fai, Tambon Khok Sung, Anfahrt: Richtung Tat Ton Nationalpark, an der großen Kreuzung links)











    wurde neu gebaut und wird noch erweitert (u. a. ist ein Delphinarium im Bau).


    Wenn man schon einen Zoo neu konzipiert, sollte man die Gehege großzügig anlegen und die Tiere nicht einpferchen wie in einer Menagerie.





    Weißen Tigern geht es in Las Vegas besser und auch ihren Artgenossen mit buntem Fell im Wat Phra Luangta (Kanchanaburi Provinz), obwohl letztgenanntes Refugium auch umstritten ist.








    „Rate mal, wie schnell ich mit meinem Schnabel über den Zaun bin!“


    Die einheimische Tierwelt ist für meinen Geschmack unterrepräsentiert, das ist noch ausbaufähig.





    Dafür kann man auf einer Brücke Giraffen von oben in den langen Hals gucken.





    Will man einen Elefanten sehen, geht man über die Straße auf ein Privatgrundstück, wo ein junges Tier angekettet ist, welches Sophie (angehende Tierärztin) am liebsten befreit hätte.
    Der Jung-Elefant schlug sofort mit dem Rüssel zu, weil Sophie die Frechheit besaß hier ohne ein Büschel Bananen aufzutauchen.





    Wir lösten das Problem mit 20 Baht – für den Mahout…





    Wir machten dann noch Stopp am zentralen Einkaufstempel Chaiyaphum’s, dem Tesco Lotus – das hatte ich in den vergangenen Tagen schon vermisst.
    Sophie war entsetzt, dass das Fleisch hier so offen rum liegt.
    Ich sagte, dass ich ihr mal einen Markt zeige, wo mittels einer Apparatur die Fliegen bei 40 Grad verscheucht werden.
    Meine Frau sagte, wir sind noch eingeladen von einem Mann, dessen Frau in Deutschland lebt.


    Von den Topf-am-Tisch-Restaurants wie dem M. D. bin ich nicht so angetan, weil alles ein wenig wässrig schmeckt, mit Ausnahme eines Restaurants versteckt links des Weges zum Tat Ton Nationalpark, wo deutsches Brühpulver verwendet wird.

    Aber geschenktem Gaul…


    Ich hätte bei einer Absage auch das Original Sofa verpasst, nein, kein Sitzmöbel, sondern der Nickname des nach eigener zutiefst bescheidener Darstellung “Superstars of Chaiyaphum”.
    Wenn man nur die Hälfte glaubt und den Rest in Frage stellt, bleibt folgendes übrig:


    Die Frau lebt getrennt von ihm in Wilhelmshaven, die Tochter erhält als Unterhalt 1000 – nicht Baht sondern Euro – monatlich!
    Auf die berechtigte Frage nach der Quelle des Reichtums flüsterte mir meine Frau zu, dass Sofa ein Casino in Chaiyaphum betreibt, was in Thailand illegal ist.
    Wenn das stimmt, muss der Mann Behörden und Polizei gut im Griff haben.
    Wie zur Bestätigung erschien dann ein Geldbote und dicke Geldbündel wechselten den Besitzer – grob geschätzt 100000 Baht.
    Dafür muss ein Farang schon mehrere ATM plündern und eine alte Frau lange stricken.


    Sofa und sein Bodyguard, der nach eigener Aussage mal Muay Thai betrieben hat, baggerten dann ziemlich unverblümt meine Großnichte an und Sophie erhielt eine Lektion im Machotum thailändischer Männer.
    Das Ansinnen, sie nach Hause zu fahren, lehnte sie natürlich ab.
    Draußen stand übrigens kein Mercedes, sondern ein weißer Honda.
    Selbst wenn die geflunkert und übertrieben haben – das Geld war real da und keine Einbildung.
    Die Zeche von 2000 Baht zahlte der Bodyguard aus der Portokasse.


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  9. #8
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    Thailand 2013 - ein schwangerer Hund und wilde Affen

    Samstag, 09. 03. 2013 – Ban Khwao – Khon Sawan


    Khon Sawan (nicht zu verwechseln mit der Stadt der vier Flüsse Nakhon Sawan im Westen) ist sehr alt (14. Jahrhundert) und hieß früher Mueang Ka Long.
    Das liegt etwa 50 km von Chaiyaphum entfernt.


    Mich als historisch Interessierten zog es dahin, weil es im dortigen Wat Phra Yai etwas außerhalb der City eine 3-m-Buddha-Statue aus der Dvaravati-Periode geben soll, genannt Luang Pho Yai.





    In der angrenzenden Halle sind Grenzsteine aus Sandstein mit Szenen aus den Jataka Geschichten, welche bis auf das 9. Jahrhundert zurück datiert werden (Jataka Tales: im eigentlichen Sinne Wiedergeburtsgeschichten aus den Leben des Siddharta Gautama mit moralischem Zeigefinger; später kamen auch Tiergeschichten hinzu ähnlich unseren Fabeln) ausgestellt, als diese Gegend im Mittelalter noch vom Khmer-Reich beherrscht wurde.








    Die weißen Flecken resultieren aus Songkran-Bräuchen, wo Buddha-Bildnisse zwar gereinigt, aber auch mit einer Art Balsam bespritzt werden.


    Sophie hätte sicher gern eine etwas eindrucksvollere Tempelanlage besichtigt, aber ich vertröstete sie darauf, dass wir noch genug sehen werden.
    Sie fragte mich auch, wo die Mönche seien – die kamen dann gerade um die Ecke von einer Beerdigung.
    Der Verbrennungsplatz ist etwa 300 Meter entfernt.





    Zu Hause war bereits diskutiert worden, wo wir baden gehen.
    Meine Frau schlug den Tat Ton vor, gab aber zu bedenken, dass man die Eintrittspreise auf 400 Baht pro lange weiße Nase angehoben hatte.
    Ich kenne noch die Zeiten, als die Personen auf dem Pick-Up gezählt wurden plus Räder des Fahrzeugs und nach Addition des Datums kamen auch nicht mehr als 400 Baht heraus!
    Diese Abzocke, dass allein Sophie und ich schon 800 Baht berappen sollen, mache ich nicht mit!
    Es wurde ein Schwimmbad in Chaiyaphum angesteuert, aber da war Phuy das Wasser zu dreckig.


    Meine Frau kam dann mit der Idee um die Ecke, dass Schwimmbad in Ban Khwao aufzusuchen, von dem ich bei meinen vielen Besuchen noch nie etwas gehört hatte.
    Thailand ist voller Überraschungen…
    Das sieht aus wie ein Resort, hat eine schmale Zufahrt, ist aber öffentlich und nennt sich “Relax Home”.
    Da hatten wir jede Menge Spass!








    Die Rutsche habe ich nicht getestet, da ich nicht die Kosten für den Wiederaufbau tragen wollte.
    Sie hält aber drei Leichtgewichte aus.





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  10. #9
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    Thailand 2013 - ein schwangerer Hund und wilde Affen

    Sonntag, 10. 03. 2013 – Ban Khwao – Chaiyaphum


    Mal ein reines Männer-Sonntagsvergnügen!
    Aad und ich beim Punktspiel gegen den Tabellenersten der Vorsaison, in der Relegation nur knapp am Aufstieg in die First Division gescheitert, Roi Et United.


    Das frühere Chaiyaphum United nennt sich jetzt nach dem Hauptsponsor Mashare Chaiyaphum FC und leistet sich trotz begrenzter Mittel drei Spieler aus Westafrika.





    Die nicht sehr zahlreichen Ultras, The Crane Warriors (es waren vor zwei Jahren noch mehr)





    werden aufgestockt durch vier Mädels, die auch bei offiziellen Anlässen des Vereins Spalier stehen.





    Der Favorit aus Roi Et mit dem gefälligeren Spiel im Mittelfeld und den besseren Chancen, folgerichtig fällt irgendwann das 0:1.





    Danach Chaiyaphum immer wieder mit langen Bällen, mit denen die Nr. 9, der Ghanaer David, gesucht wird.
    Der setzt sich halbrechts durch, knallt den Ball an die Latte, dreht sich und versenkt den Abpraller mittels Fallrückzieher selbst im Netz!
    Bereits das vierte Unentschieden des CFC in dieser noch jungen Saison, Platz 10, während Roi Et auf Platz 4 zurückfällt (das Auswärtsspiel in Yasothon am darauf folgenden Sonntag endete ebenfalls 1:1).





    „Gibt es die Zahnspangen auch in den Farben von Mashare Chaiyaphum FC?“


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  11. #10
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    Thailand 2013 - ein schwangerer Hund und wilde Affen

    Montag, 11. 03. 2013 – Ban Khwao –Wat Kut Yang – Chaiyaphum


    Kurz vor Mittag taucht ein Engländer mit seiner Freundin hier auf, der an einem Grundstückskauf interessiert ist, und hält mir erst mal einen ellenlangen Vortrag darüber, dass er mit seinem 12-Monats-Visum kein eigenes Konto in Thailand eröffnen kann.
    Zu allem Überdruss beschränkt seine Bank in England die Transfers auf 10000 Pfund pro Überweisung und erhebt jedes Mal eine Gebühr.


    Ich erkläre ihm geduldig, dass mit Pass, Visum, Meldeadresse in Thailand sowie einem Bürgen das aber machbar sein müsse und verweise auch auf Beiträge dazu in Thailand-Foren.
    Meine Frau fährt dann mit zur Filiale der Bangkok Bank und siehe da es funktioniert!


    Wat Kut Yang mit einer restaurierten Khmer-Ruine Prang Ku Daeng aus dem 12. Jahrhundert ist gar nicht mal so weit von meinem langjährigen Urlaubsdomizil Ban Lup Pho entfernt – ich hatte es nur nicht auf der Agenda und meine Frau hatte schlichtweg vergessen, mich darauf hinzuweisen.








    „Vorsicht vor der Naga, Sophie!“





    „Auch von es noch so heiß ist – nicht essbar!“








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