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Thailand 2008/ Art. 1 GG.

Erstellt von i_g, 27.07.2008, 00:31 Uhr · 3 Antworten · 993 Aufrufe

  1. #1
    i_g
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    Thailand 2008/ Art. 1 GG.

    (1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

    Hierzu ein Beispiel wie damit in der Realität umgegangen wird.


    Nachdem mich ein lieber Freund (MK, Vielen Dank!!) um 05.00 Uhr zum Bahnhof im Ort gebracht hatte, war die Vorfreude riesig, trotz der sehr langen Zugfahrt nach Frankfurt.
    Nachdem der Zug 7 Stunden später den Fernbahnhof erreicht hatte, sofort nach einer „Smoking Area“ Ausschau gehalten. Ich bin Raucher und in den Zügen darf ja nicht mehr geraucht werden. Kann ich mit leben.

    Den großen Rucksack abgestellt und einen kleinen mit Papieren und Co. An mich genommen und zur Smoking Area gegangen. Es kamen 2 Beamte der Bundespolizei den Bahnsteig entlang, gingen an mir vorbei, mit einem komischen Seitenblick zu mir.

    Da ich mir keiner Schuld bewusst war bin ich stehen geblieben und habe weiter geraucht. Eine gefühlte Minute später, wurde ich recht barsch angesprochen was ich zu suchen habe. Ich rauche, war meine Antwort.
    Ob ich mich ausweisen kann
    Warum? (Ich meine eine berechtigte Frage).
    Es werden Drogen zum Flughafen gebracht und ich habe hier nichts zu suchen...!
    Auf meinen Hinweis das dies hier ein Bahnhof ist und ich ein Reisender ist nicht weiter eingegangen worden, bis auf das ich aufgefordert worden bin mich sofort auszuweisen, oder ich mit zu Wache kommen muss.
    Wiederwillig habe ich meinen Reisepass (deutsch) ausgehändigt, woraufhin sich der BP etwas zur Seite gestellt hat um – keine Ahnung- ?
    Noch während der 1. BP – keine Ahnung – bin ich von dem 2. BP aufgefodert worden mein Zugticket und meinen Flugschein zu zeigen.
    Auf meinen Einwand hin das ich dies nicht möchte, kam nur: Dann erteile ich ihnen einen Platzverweis für den Flughafen Frankfurt. Da ich keine Alternative mehr sah, habe ich ihm ebenfalls die geforderten Dokumente ausgehändigt.
    Diese befanden sich in dem kleinen Rucksack den ich bei mir hatte, um an die Sachen ranzukommen, habe ich den RS auf den Boden gestellt und mich hinunter beugt. Da die Papiere in einer zusätzlichen Tasche waren musste ich diese öffnen. Was einen Augenblick länger gedauert hat. Der BP hatte während ich nach den Papieren gesucht habe, eine Lasche am Holster gelöst und die Hand an seiner Waffe....
    Nachdem er die Papiere betrachtet hatte habe ich meinen Pass zurück bekommen und mir ist noch ein „schöner Tag“ gewünscht worden.

    Die Tränen kamen augenblicklich....... Angesprochen von einem älteren Ehepaar was mir mitteilte das ich das nicht so verbissen sehen sollte, die machen ja auch nur ihre Arbeit. Konnte ich nichts mehr erwidern. Für das Taschentuch bin ich allerdings immer noch dankbar.

    Bei der Passkontrolle:
    Ich bin zu dem Schalter und habe mit einem freundlichen Guten Tag (der Gruß wurde selbstverständlich nicht erwidert)meinen Pass zur Kontrolle eingereicht, dass meiner immer sehr genau betrachtet werden muss... ist nichts neues, aber nur in Deutschland der Fall. In allen anderen Ländern/ Flughäfen wird ebenso kurz geprüft wie jeder andere auch.
    Wo soll den die Reise hingehen?
    Das geht sie nichts an!

    Ich hatte vor einigen Jahren bereits einen sehr unerfreulichen Vorfall am Flughafen Hamburg, wo ich gefragt worden bin warum fliegen sie da X hin, Beruflich oder Privat? Antwort war Beruflich, was den Grenzbeamten zu der Frage brachte, ob ich soziale Leistungen des deutschen Staates beziehen würde.

    Ich möchte das Flugticket sehen.
    Nein! Warum?
    Das hier ist eine Ticket und Pass Kontrolle.
    Auf dem Schild steht nur das hier eine Passkontrolle ist.
    Entweder sie zeigen mir das Ticket...
    Da mir die Diskussion zu blöd wurde, habe ich recht selbstbewusst gefordert sofort seinen Vorgesetzten dazuzuholen.
    Der ist nebenan, der hat auch anderes zu tun... gleichzeitig habe ich meinen Reisepass zurück erhalten.

    Bekleidet war ich mit einer dunkelgrauen Tourenhose und einem schwarzen (neuen) Polo Shirt. Dazu normale Turnschuhe.
    Alles in allem normale, saubere, bequeme Kleidung ohne ungepflegt zu wirken.
    Mein Ton ist in solchen Situationen neutral aber selbstbewusst.
    Neudeutsch würde man zu mir sagen, Mann mit mit Migrationshintergrund (mein persönliches Unwort des Jahrzehnts).

    Fortzestung folgt, dann aber erfreulichere Themen
    Wenn jemand Fragen hat, oder einen Kommentar abgeben möchte, würde ich mich freuen wenn er das in einem neuen Thread machen würde. z.B. hier:
    http://www.nittaya.de/viewtopic.php?...&look=1#613402

  2.  
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  3. #2
    i_g
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    Re: Thailand 2008/ Art. 1 GG.

    Beim Check In, der nächste kleine Dämpfer.. ein Fensterplatz sei vom Vermittler nicht in das System eingetragen worden. Nach einem recht enttäuschten Blick meinerseits, kam der Hinweis das ich doch noch mal beim Gate Fragen soll, nach der möglich eines Fensterplatzes.
    Der Fensterplatz ist mir wichtig, da ich sehr gerne beim Starten und Landen die Landschaft sehe... und ich bei Langstrecken sehr gerne schlafe und nicht ewig vom Sitznachbarn geweckt werden möchte..
    Nach dem Check in, erst mal runter zum Supermarkt um was zu essen, lecker 2 Hähnchenschenkel und 2 Frikadellen mit Schafskäse gefüllt, dazu ein Liter Saft, für rund 6 Euro und das im Flughafen!! Leider gibt/gab es keine Servietten... ein blöde Situation ;) Aber bei dem Preis durchaus zu verschmerzen.
    Noch einmal raus aus dem Terminal die „letzte“ Zigarette vor dem Abflug.. Interessant wie gestresst manche Menschen aussehen.. in erster Linie meine ich Touristen, keine Ahnung wieso die nicht mit etwas mehr Reserve zum Airport kommen....
    Durch die Passkontrolle und zum Gate, die sehr freundlichen Dame in der Thai Air Uniform hörte sich meinen Wunsch an und fing wortlos an im PC zu tippen, um mir wenige Augenblicke mitzuteilen das sie mir einen Platz am Notausgang gebucht hat. WOW!! Beinfreiheit!! Eine nette Sache auch mit 1,70 Meter.
    An Board selber habe ich nicht sehr viel mitbekommen.. der Schlaf war sehr erholsam : )
    Eine sehr nette Geste einer Flugbegleiterin nachdem ich Snacks und Co. verschlafen habe, fragte sie mich nachdem ich aufgewacht war ob ich vielleicht noch ein Frühstück haben möchte... Nennenswert, da sie auf mich zugekommen ist... und ich nicht gefragt habe, was ich auch nicht getan hätte...Der offizielle Service war bereits vorbei. Na ja ich fühlte durch diese sehr freundliche Geste sehr geschmeichelt.

    An der Immigration, einen fast freundlichen Beamten getroffen.. Stempel bekommen und in dem grauenhaft komplizierten Airport zum Public Bus Terminal durchgefragt.
    Ich weiß nicht wie es euch geht aber ich mag den „Schlag “ wenn man das erste mal wieder nach einiger Zeit ein Land in den Tropen betritt.

    Am PBT angekommen und ein Ticket nach Pattaya gekauft, ich bin nicht ganz sicher aber es nicht viel mehr als 100 Baht, vielleicht waren es auch 120 Baht. Auf jeden Fall sehr günstig und der Bus war in einem Top Zustand.
    Die Fahrt hat ca. 2,5 Stunden gedauert, soweit ich es mitbekommen habe gab es 5 Haltepunkte auf der Route, leider sprachen weder Fahrer noch der Beifahrer englisch. Bei mir ging es noch mit vielen Gesten und draufzeigen... klappte auch ganz nett.
    Später habe ich gesehen das ein mitfahrender Thai sich als Übersetzter bereit erklärt hatte, ich mag Thailand!!
    An meinem Stoppunkt angekommen standen schon einige Songthaos (?) bereit. Der erste wollte 200 und so weiter- der letzte wollte 30 Baht. Auch nett in 5 Minuten 170 Baht gespart..

    -Fortsetzung folgt- kann aber wieder dauern

  4. #3
    i_g
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    Re: Thailand 2008/ Art. 1 GG.

    Nachdem unkomplizierten Check-in im Sunshine Hotel and Residence, duschen und einem Augenblick der Ruhe, raus zur Beachroad der Hunger schrie...
    Gebucht und bezahlt hatte ich über Hotelthailland.com, was einwandfrei geklappt hat.

    Nachdem ich mich nicht zwischen Schweinshaxen mit Kohlgemüse und gebratener Ente mit Bratkartoffeln entscheiden konnte, bin ich an die gegenüber liegende sehr wohlriechende, Garküche gelaufen und habe köstliches Thai Food bekommen. Da ich kein Thai und die Inhaber/ Betreiber der Garküche kein Englisch sprechen, half mir neben dem Einsatz von Händen und Füßen auch ein freundlicher Thai der ein paar Brocken Englisch konnte. Ich mag Thailand... Die ehrliche Hilfsbereitschaft für jemanden den man nicht kennt und von dem durch seine Hilfe auch keinen Vorteil zu erwarten hat, trotz einer massiven Sprachbarriere versuchen zu helfen ist wohl eine einmalige Geschichte die man in den wenigsten Ländern Asiens erlebt. In Kambodscha habe ich ähnliches erlebt.
    In Indien und in Vietnam das genaue Gegenteil. In China und den Philippinen soll es ähnlich sein, was ich aber nur von Hör sagen wiedergeben kann, da ich selber nicht da war und auch nicht unbedingt daran interessiert bin. Zumindest noch nicht.
    Was ich genau serviert bekommen habe weiß ich nicht, es aber sehr lecker.

    Anschließend noch etwas durch Pattaya gelaufen und mich so langsam gefragt was ich hier zu suchen habe...
    Ich war 2006 das erste mal in Thailand und habe neben Bangkok auch Pattaya besucht. Bangkok empfand ich als grauenhaft, Pattaya dagegen als „schön“, bzw. geblendet durch die Bierbars, die Frauen und die doch etwas erträglichen Temperaturen, als in Bangkok als „erholsam“ empfunden.
    Nachdem ich 2007 das Land weiter bereist habe und die wahre Schönheit kennen lernen durfte- hat sich meine Meinung zu Pattaya etwas geändert. Mag sein das sich das Bild wieder verändert wenn man in Thailand leben möchte, dies kann ich nicht beurteilen, meine Sichtweise ist die eines Touristen/ Reisenden.
    In erster Linie wollte ich mich etwas erholen und mich wieder an das tropische Klima gewöhnen, hat gut geklappt. Dazu muss ich sagen das ich durch 3 Arbeitsstellen in Deutschland extrem unter Druck stand/ stehe. Doch gehört dies nicht hierher ;)

    Nachdem ich Abend noch etwas durch die Soi´s spaziert bin und mithilfe einiger Biere.. die nötige Bett schwere erreicht hatte- war auch der erste Tag schnell vorbei.
    Am nächsten morgen wurde ich beim Frühstück mit den Worten:“ Guten Morgen Herr Gxxxx, ich hoffe sie hatten eine angenehme Nacht“ begrüßt. Ich muss wohl sehr irritiert geschaut haben, den die Dame die mich im fast akzentfreien deutsch begrüßt hatte, grinste über das ganze Gesicht.. und klärte mich auf das sie sehr lange in Deutschland gelebt hatte und nun wieder in Thailand lebt. Im Hotel ist sie Ansprechpartnerin für die vielen Deutschen Pauschaltouristen arbeitet. Nachdem ein paar harmlosen Höflichkeiten, ging sie leider wieder ihrer Arbeit nach, schade ich hätte gerne was über ihr Leben erfahren, meiner Erfahrung nach kommen da meist sehr interessante Geschichten bei raus. Ich wollte nicht unhöflich sein und fragte nicht weiter.

    Die folgenden 2 Tage liefen gleich ab, viel schlafen, gutes Essen genießen und in Gesellschaft von den Mädels an den Bars Bier trinken.
    Am letzten morgen vor der Abreise in Richtung Bangkok, habe ich leider eine Barlady ausgelöst... Ich bin auch nur ein Mann und ich habe mich einsam gefühlt..Abgemacht war 1000 Baht für eine gemeinsame Nacht – Nach ca. einer halben Stunde wollte sie wieder gehen, was soll ich da sagen nachdem ich die zwischenmenschliche Seite an der Bar für passend hielt, war ich etwas irritiert. Aber nun gut – ich habe nicht versucht sie an unsere Abmachung zu erinnern, habe ihr das vereinbarte Geld gegeben. Was ihr nicht passte.. sie möchte 2500 Baht, da wir ja 5ex hatten...
    Nach einem kleinen Wortgefecht ging sie, nicht ohne mir zu drohen das ich doch massive Probleme haben werde, ihr Vater (von dem sie in den Stunden in der Bar nicht gutes gesagt hatte) sein Polizei Capitan in Bangkok.. und sie hätte ja auch viele Freunde hier in Pattaya die mir das Leben sehr schwer machen können.... Ich habe ihr nicht mehr als das vereinbarte Geld gegeben. Ich denke meinen Teil einer geschäftlichen Transaktion habe ich erfüllt. Kurze Zeit später öffnete sich meine Zimmertür, der Sicherheitsriegel war eingehakt so das nichts weiter passiert ist.. Ich habe keine Ahnung ob die Tür nicht richtig zu war, oder was da passiert ist. Im nach hinein möchte das auch gar nicht wissen.
    Die folgende Nacht war für mich voller Angst und wenig Schlaf. Am folgenden morgen bin ich aus dem Hotel raus und wie geplant nach Bangkok zum Flughafen.
    Leider hatte ich den Airportbus mit dem ich nach Pattaya gereist war, um ca. 5 Minuten verpasst. Der nächste Linienbus der mich bis zum Busbahnhof in Bangkok bringt, kam Gott sei dank auch recht fix so das ich sehr froh war das ich Pattaya mit heiler Haut verlassen konnte......

    Fortsetzung folgt diesmal kurzfristig.

  5. #4
    i_g
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    Re: Thailand 2008/ Art. 1 GG.

    Der Flug nach Phnom Penh, war recht angenehm, bis auf einige recht massive Turbolenzen. Ein beklemmendes Gefühl, wenn sogar der Getränke und Essens Verkauf durch die Cabin Crew eingestellt wird....

    Als äußerst interessant empfand ich die Visa on Arrival Prozedur am Flughafen in Phnom Penh. Im Flieger wurde bereits einiges an Formularen verteilt, Visa Antrag und Zoll Erklärung. Diese Papiere mussten zusammen mit dem Reisepass an einen Beamten (den ersten von ca. 10) übergeben, anschließend wurde der Pass durch alle Beamte gesichtet und am Ende des langen Tresen wurde das Visa eingeklebt, bzw. gestempelt. Man wurde ausgerufen hat seine 20 US Dollar bezahlt und den Pass zurück bekommen. Die Beamtin hatte für jeden Einreisenden trotz der monotonen Tätigkeit ein kleines Lächeln übrig.
    Nach der Aufnahme des Gepäcks, durch den Zoll – die Beamten wünschten noch ein: „Welcome“ ebenfalls mit einem kleinen lächeln.. gefiel mir sehr gut. Raus aus dem Airport und mein über das Hotel gebuchter Fahrer stand bereits mit einem Schild und erwartete mich. Auf der Fahrt zum Hotel , bekam ich einen ersten Eindruck von der Stadt. Ich fühlte mich etwas beklommen, die ganze Zeit gingen mir Bilder durch den Kopf, wie die Menschen sich genau über diese Straße im April 1975 aus der Stadt heraus bewegen mussten. Die wenigsten sind zurück gekommen.
    Nach einigen Kilometern, bot mir der Fahrer seine Dienste an.. ob er mich zu einem „Club“ fahren soll, wo ich den: Very pretty and young Girls, also Virgins..
    Etwas verärgert habe ich abgelehnt. Ich wollte mit meinen trüben Gedanken aus Büchern die die Stadt Evakuierung und das unsäglich Leid der Bevölkerung beschrieben, alleine sein. Was er noch so erzählte habe ich nur am Rande mitbekommen. Man muss dazu sagen das (Auto/ Taxi) Fahrer in Kambodscha, immer noch ein recht ertragreicher Job ist, auch ohne die Provisionen die, sie in den „Clubs/ .......en“ erhalten.
    Nach Ankunft im „Paragon Hotel“ wurde ich so gleich von zahlreichen anderen Fahrern angesprochen, die mir ihre Dienste anboten. In einer Lautstärke und engem Körperkontakt indem sie an mir zogen und mich festhielten. In verschiedenen Internetforen habe ich gelesen das Kambodscha wie meine Heimat (Indien) nichts für Asienanfänger ist.. nun wusste ich warum ;)
    Die Situation kann man am besten mit Skurril bis Bizarr beschreiben – ich hatte sofort Ruhe nachdem ich sagte das ich bereits einen Fahrer habe – Die meisten zogen sich zurück nur einige blieben noch und fingen an mir Fragen zu stellen, wo ich herkomme was ich hier vorhabe und und..
    Die Beschreibung mag sich bedrohlich anhören, war sie aber nicht, nicht ein bisschen.

    Im Hotel wurde mir mein gebuchtes Zimmer gezeigt und noch 2 Alternativen die auch hätte haben können. Interessanter weise war auch ein deutlich billigeres Zimmer dabei.
    Die Preisliste die ich bereits vorab über eMail erhalten hatte sah so aus:

    Zimmer ohne Fenster 15 USD
    Zimmer mit Fenster 20 USD
    Zimmer mit Fenster und Riverview 25 USD

    Entschieden habe ich mich vorab gebucht für das 20 USD Zimmer, mit Blick auf die Seitenwand des Nebengebäudes was ca. 50 cm entfernt war ;) Da das Bad deutlich größer war ist der Aufpreis für das Zimmer ohne Fenster schon gerechtfertigt.
    Nach kurzer Dusche erstmal raus, der Hunger trieb mal wieder... Draußen auf den Sisowath Blvd. sind sehr viele kleine nette Restaurants die einen schönen Blick auf die Flusspromenade erlauben. Die Bilder die ich im Internet gesehen hatte, waren wohl doch etwas älter.. eine riesengroße Baustelle und massiver Verkehr auf der Straße – so oder so war die Atmosphäre aber sehr schön. Mein Lieblingsgericht aus der Khmer Küche ist ein Fischcurry mit Reis, Amok (das A wird etwas länger gesprochen), trotzdem ein amüsanter Name.
    Anschließend bin ich noch etwas in der Umgebung spazieren gewesen, Phnom Penh wirkt im Vergleich zu Pattaya eher wie ein größeres Dorf. Der erste Gesamteindruck war sehr nett.
    Nachdem ich an einer Kreuzung mich auf der Karte orientieren musste, sprach mich ein junger Mann an, ob er mir helfen könne. Ich hatte kein direktes Ziel, vielleicht eine Bar wo es nicht ganz so laut ist. Für einen Dollar würde er mich gerne etwas herum fahren, vielleicht kennt er ja etwas was mir gefallen könnte. Abgemacht- er brachte mich zu einer Bar namens „Martini Club“ viele „Barrangs“, nicht unbedingt das was ich gesucht habe.. Das Publikum bestand aus 70% „Ladys“ und 30% Gästen Entgegen meinen Erwartungen habe ich dort recht interessante Menschen getroffen, ist wohl auch ein Treffpunkt für die vielen Mitarbeiter der NGOs die in Kambodscha tätig sind.
    Ein Mann aus den Niederlanden hat mir sehr imponiert, er ist als Soldat der UNTAC nach Kambodscha gekommen, hat sich hier in Phnom Penh in eine Frau verliebt und ist geblieben. Mittlerweile arbeitet er für eine NGO und lebt von einem Einkommen von ca. 500 USD (was in Kambodscha ein Vermögen ist).
    Auf meine (dumm banale) Frage wie er sich sein weiteres Leben vorstellt, lächelte er und fragte mich was es schöneres geben könnte, als in einem Land zu leben wo das Leben jeden Tag sich mehr und mehr zum positiven hin entwickelt. Gekommen ist er um mit notfalls militärischer Gewalt, ein Land zu demokratisieren. Phnom Penh glich damals einer großen Ruine – es gab nichts. Weder Hoffnung noch eine kleine Perspektive. Schau dir die Stadt heute an. Voller Leben und Visionen für die nähere und längerfristige Zukunft. Ein Gefühl was man sich als Europäer nicht vorstellen kann.
    Recht hat er, ich kann es mir immer noch vorstellen.
    Nachdenklich und peinlich berührt habe ich mich verabschiedet.

    Für den nächsten Tag hatte ich mich mit dem jungen TukTuk Fahrer verabredet, der mich auch zurück gebracht hatte. Über das Gespräch mit dem Niederländer habe ich noch lange im Bett nachgedacht, leider ohne seine Gründe in ein für mich nachvollziehbares Muster zu bringen. Bin ich wirklich schon so sehr, an mein einfaches aber gutes Leben in Europa gewöhnt, davon verwöhnt?

    Fortsetzung folgt-

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