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Thailand 2007

Erstellt von Kali, 04.01.2008, 20:25 Uhr · 103 Antworten · 6.397 Aufrufe

  1. #81
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: Thailand 2007

    Auch Grazien gehen den Weg alles Irdischen.

    Yai Dtun (68, auf dem li. Auge blind), meine Schwiegermutter, also die Mutter der Frau, die wo was meine Jattin is´…


    Ihre Freundin(72)…


    …welche, da keine Angehörigen und fast blind, wohl ohne meine Schwiegermutter kaum noch was zu essen hätte.

    Am Freitag um 02:30 h aufgestanden, konnten beide nicht mehr schlafen. Den Rest gepackt, gefrühstückt (anschließend Tass Kaff und 2 Spautze).

    Natürlich, Stiefsohn Thong tauchte gegen 05:00 h auf (nüchtern), hätte im Wat geschlafen, wollte uns noch alles Gute für die Reise wünschen. Nein, Kohle gab´s von uns beiden nicht, hatte Suay sowieso beim letzten ´Ausrutscher´ gelinkt, weil er angeblich mit dem Bus nachhause fahren wollte.

    Gegen 05:20 h stand nicht nur Bun, der Grundstücksverkäufer und unser Fahrer vor der Tür, auch zwei Freundinnen von Suay, Nit und Djan, die uns nach Udon begleiteten.

    Tja, Issaan, das war´s – für dieses Mal

    Und so warteten wir auf den Rapid, der gar nicht so rapid war, wie er sich anhörte:


    Als wir bei der Abfahrt den auf´m Bahnsteig Stehenden zu wunken, beschlich mich eine leichte Melancholie, der ich erst einmal, nachdem das Gepäck verstaut war, durch ein kleines Nickerchen zu entfliehen suchte.

  2.  
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  3. #82
    Avatar von Herrmann

    Registriert seit
    27.11.2007
    Beiträge
    437

    Re: Thailand 2007

    Jetzt vermiss ich sogar den Isaan und das Dorf meiner Frau :-) Wie sich die Bilder doch gleichen

  4. #83
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: Thailand 2007

    Da saßen wir also leicht vor uns hin nickend in dem gar nicht so rapiden Rapid und schaukelten zunächst südlich und später gen Südwesten. Die halb-milchglasigen Fenster waren alle wegen der Aircondition geschlossen, welche uns recht bald nötigte, von den vom Begleitpersonal angebotenen Decken Gebrauch zu machen.

    Nach einer Dreiviertelstunde hatten wir beide ausgenickt, Zeit mal ein wenig die übrigen Fahrgäste in Augenschein zu nehmen. Gemischt: Jung, Alt, Mutter mit Kind, älteres Ehepaar, welches einen einander recht zugewandten Eindruck machte, ohne Kind, Heranwachsende ohne Eltern, zwei ältere thail. Frauen, welche den Eindruck erweckten, dass sie ihre Umwelt gar nicht mehr so richtig wahr nahmen – last, but not the least, ein ca. 8-jähriger Junge mit seiner in der Erziehung total überforderten Mutter.

    Die vorbeiziehende Landschaft wirkte in ihrer optischen Eintönigkeit recht schnell ermüdend, so dass wir unseren ersten Imbiss einnehmen wollten. Suay hatte zuhause noch was vorbereitet, öffnete den kleinen Kong Khao und strahlte, als ich bereitwillig einen Ballen Khao Niao in mich rein schob. Meiner Frage nach dem sonst üblichen zunächst luftgetrockneten und leicht angebratenen Schweinefleischstreifen begegnete sie mit einem bedauerlichen Achselzucken. Vergessen !

    Doch wozu hat man Mitreisende ? Der Mann des schräg gegenüber auf der anderen Seite sitzenden einander sehr zugewandten Ehepaares hatte wohl meine an Suay gerichtete Frage gehört, sprach kurz mit seiner Jattin und reichte uns verschmitzt lächelnd ein kleines Plastiktütchen mit eben den von uns vergessenen Schweinefleischstreifen rüber. Vielleicht hatte er wirklich noch nie einen khao-niao-essenden Farang gesehen.
    Das anschließend mit einem noch verschmitzteren Lächeln rübergereichte Plastiktütchen mit Pla Ra: hatte ich dankend abgelehnt, bemüht, den Schreck durch ein sein verschmitztes Lächeln durch noch größere Verschmitztheit übertrumpfen wollend zu verbergen. ;-D
    Vielleicht war er auch froh, dem Anblick eines pla-ra:-essenden Farang noch einmal entkommen zu sein

    So zogen nicht nur die Landschaft, sondern auch die Stunden vorbei, unterbrochen durch die Stopps an den Bahnhöfen bzw. in der Wildnis stehenden –steigen, von Händlern und Händlerinnen, die hier zustiegen, dort wieder ausstiegen, wobei die durch den Konkurrenzkampf bedingte Nervosität nicht zu übersehen war. Inzwischen saß der Schweinefleischstreifen- und pla-ra:-verteilende Mann dieses ansonsten einander zugewandten Ehepaares flirtend bei einer jungen Mutter mit ihrem Kind. Die Mutter des 8-jährigen hyperaktiven Jungen war mit ihrer Erziehung noch immer keinen Schritt weiter gekommen, derweil ich von einem käuflich erworbenen kühlen Wässerchen ausgiebig Gebrauch machte.
    Wir näherten uns dem süd-westlichen Rand des Korat-Plateaus, an dem es für den Rapid galt, sich zur Überquerung der Gebirgskette mal richtig ins Zeug zu legen. Kurzzeitig wurde es draußen interessant, als die skurrilen Bergzüge und einzelne steil nach oben ragende Gipfel vorüber zogen.

    Dafür ging´s dann hinter der Hügelkette tatsächlich rapide bergab, hinein in die fruchtbare Bangkoker Tiefebene. Ein erfrischender Anblick nach dem stereotypen rot-braun-grau der Issaanlandschaft, bei manch zu sehenden ausgedehnten Wasserflächen schon fast zu erfrischend.

    Auf jeden Fall wurde es eine ganze Ecke grüner, nicht nur draußen, denn der hyperaktive 8-jährige Junge war wohl übermüdet eingeschlafen, so dass ein wenig Ruhe einkehrte. Seine Mutter las derweil wohl eine thail. Pädagogik-Zeitschrift, um zu erfahren, was sie wohl bisher alles nicht so richtig gemacht haben könnte.

    Wir näherten uns Bangkok, wobei der Halt am Don Muang und die Sicht auf diesen – früheren – Verbindungsschlauch vom International zum Domestic-Airport Erinnerungen hoch kommen ließ. Nun waren´s ca. noch 20 km bis zum Hua-Lamphong. Die Stadtverwaltung hat wohl in den vergangenen Jahren an den Bahngleisen aufgeräumt. Kaum noch Hütten direkt bis an die Gleise, und recht bald wurde die Sicht auf die Armenviertel durch Sichtblenden verdeckt. Vermutlich unter dem Gesichtspunkt, dass, was nicht zu sehen ist, im Grunde gar nicht existiert.

    Die Halle des Hua Lamphong war übervoll, lange Schlangen an den Fahrkartenschaltern, klar, Neujahr stand unmittelbar vor der Tür, die wollten alle noch nach Hause, nach Norden und Nordosten. Nach Süden und Westen, die fahren ja – wie jedermann weiß - von einem anderen Bannof ab.

    Vor dem Portal sprach mich eine ziemlich abgewrackte ca. 40-jährige auf dem Boden sitzende Gestalt an. Sie wirkte irgendwie zugedröhnt, wollte lediglich eine Zigarette haben. Stellte sich raus, dass es ein Deutscher war, der total versackt war. Hätte eigentlich bereits vor vier Wochen das Land verlassen müssen, wartete auf einen Kumpel, der ihm aus der Klemm helfen würde.
    "Ist mir doch egal, dann gehe ich eben in den Knast," sein Kommentar. Vermutlich sitzt er heute noch da.

    Wir packten unser Gepäck und steuerten auf ein Tuk Tuk zu, dass uns zum Hotel gleich umme Ecke bringen sollte, dorthin, wo wir immer übernachtet hatten, wenn wir am Hua Lamphong zu tun hatten. Ein netter, junger Mann, dieser Tuk-Tuk-Fahrer. Meinte zum Abschluss, nachdem er uns ordnungsgemäß abgeliefert hatte, zu Suay: "Sag´ mal, Oma, wie bist du eigentlich an einen Farang gekommen ?"

  5. #84
    Avatar von woma

    Registriert seit
    20.01.2004
    Beiträge
    3.243

    Re: Thailand 2007

    Zitat Zitat von Kali",p="565066
    "Sag´ mal, Oma, wie bist du eigentlich an einen Farang gekommen ?"
    die Menschen in Thailand können schon sehr direkt fragen

    dazu ein passt ein, für meine Frau, niederschmetterndes Erlebnis aus unserem letzten Urlaub:

    meine Frau ist nicht etwa pummelig oder gar dick :schuettel: für mich läuft sie unter wohlproportioniert und ich stehe auch gar nicht auf solche Hungerhaken-Models, die bei mir irgendwelche Fütterungsinstinkte wecken :schuettel:

    wir kaufen also auf dem Markt Obst und Gemüse ein, da fragt doch die freche Verkäuferin:
    "ist das dein Mann? Das habe ich auch noch nie gesehen, dass Farangs auf dicke Frauen stehen"

    woma schöne Fotos

  6. #85
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: Thailand 2007

    OK, so waren wir denn nach dieser berauschenden Frage des Tuk-Tuk-Fahrers in unserem Stamm-Hotel gelandet, in dem, in dem wir stets dann zu nächtigen gepflegt hatten , wenn wir in Bangkok was Botschaftliches zu erledigen hatten.

    Die Preise hatten sich erstaunlicherweise nicht verändert, immer noch 700 THB für Doppelzimmer mit AC, Fernseher und Bad.

    Sicher, im Grunde ein Wohnbunker, doch für unsere Ansprüche allemal ausreichend:


    Vor allen Dingen einen Blick auf das Bangkok, was es neben den Neonlichtern auch noch gibt:






    Und hier mal einen Blick auf und in den Bannof, den Hua, den Lamphong:






    Ein Imbiss auf der gegenüberliegenden Seite vom Hauptportal, auf der bereits einige Jungmönche auf’m Sprung waren:


    ‚n Happen gegessen:


    …Issaaner unter sich, der junge Mann kommt aus Kon Khaen, gesellte sich zu Suay und unterhielt sich ein wenig mit ihr.

    Es krachte auch schon mal…


    …derweil sich dieser Mönch mehr um etwas Stärkendes bemühte:


    Kleiner Bummel anschließend in den engen Verkaufsgassen…



    …nein, diese gepanzerten Schutzhauben waren nun nicht im Visier, um käuflich erworben zu werden


  7. #86
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: Thailand 2007

    Nun gut, von den gepanzerten Schutzhauben, denen, die nun busenmäßig was schützen sollen, wurden keine erworben.

    Sind dann langsam ins Hotel zurück, unterwegs im Bannof nach ´n Happen gegessen, Suay was Issaanisches, ich daselbst zwei Croissants. Noch ´n büschen vor der Glotze gesessen, geduscht – na ja, und was man sonst so macht, wenn man mit seiner Jattin alleine is.

    Am nächsten Morgen ins unten liegende Restaurant, zwei Spiegeleier auf Brot, welche allerdings von einer Konsistenz waren, dass man sie besser in der Tasse serviert hätte.

    Wie dem auch sei, hatte aber trotzdem geschmeckt – tja, und da war er, Juap – der Taxifahrer, der uns vor fünf Jahren bereits Mal gefahren hatte. Er hatte uns erkannt, Suay hatte ihn erkannt – ich lief erst mal blind durch die Gegend.

    70 Jahre alt, der Mann...


    Wie dem auch sei: Er machte den Vorschlag, nachdem wir ihm unterbreitet hatten, ein wenig noch zu sehen, nach Putthamonthon zu fahren, einem berühmten Wat, ca. 35 km außerhalb Bangkoks.

    So nahmen wir´s denn an, zumal es für die drei Stunden tatsächlich bei 600 THB blieb.

    Ich lasse es einfach mal mit eingeschränkten Kommentaren wirken:









    Eine wahrlich riesige Anlage, dieses Wat Putthamonthon, wobei ich die inhärenten Impressionen einfach mal so nachschiebe.

    Auf jeden Fall war die Buddhastatue, die überdimensionierte, noch nicht ganz fertig:


    Kein Hinderniss für die bei solchen Gelegenheiten üblichen Thambun-Leistungen:



    Derweil der gärtnerisch stilvoll gestaltete Elefant kaum ein Nachsehen hatte…


    Hier noch ein paar Eindrücke inside…





    Womit wir uns denn wieder auf den Heimweg machten, dieweil ich noch einen Blick in und auf den Siam-Paragon-Tower werfen wollte…-.

    -

  8. #87
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: Thailand 2007

    So fuhren wir denn wieder Richtung Bangkok, wobei das Verkehrsleitsystem irgendwo hin stach – wenn´s auch nur ins Auge war…




    Vióla – there we were…




    Und natürlich inside, wobei ich in einem Laden eine sehr gefällige Elefantenlederaktentasche gesehen hatte – 80.000 THB -, nun, gut, ich hab´ ja zuhause eine von Tchibo, die hatte weiland 27 € gekostet, echt Leder, allerdings nichts Elefantiöses…

    Schau´n wir doch mal rreeiin






    Und so stiefelten wir wieder nach draußen, auf die andere Seite der Straße vor dem Siam-Tower, den Skytrain über unseren Köpfen:


    Dieser junge Mann fuhr uns denn wieder ins Hotel – ohne eine blöde Frage zu stellen.


    War schon beeindruckend, dieser Konsumtempel, nett anzusehen – is´ allerdings nix für mich.

    Den restlichen Nachmittag noch ein wenig relaxed, gegen Abend noch einen kleinen Spaziergang in die Umgebung gemacht, etwas gespiesen, eine Kleinigkeit getrunken, im Grunde ein wenig Abschied von Thailand an sich genommen.

    Nein, wir waren nicht deprimiert, Suay ebenfalls nicht, für sie war´s einer der schönsten Thailand-Aufenthalte an sich. Ihre Enkelin auf´m Arm gehabt, ein Grundstück gekauft - und einen phua, der immer gelassener wurde ;-D

    Tja, die letzte Nacht bricht an, wir hatten mit Juab vereinbart, dass er uns am nächsten Morgen gegen 08:00 h abholen und zum Suvarnabhumi-Flughafen bringen sollte.

    "OK, prungni: bpai suvannabum…" – in Ordnung, die Ausrucksweise erschien mir ein wenig herb, doch ganz wie er will…

    Er kam tatsächlich pünktlich, der Flieger ging um 12:55 h…

  9. #88
    Avatar von MenM

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    Re: Thailand 2007

    und einen phua, der immer gelassener wurde

    DU hast verstanden Kali, DAS ist der unterschied

  10. #89
    pef
    Avatar von pef

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    3.974

    Re: Thailand 2007

    Klasse Bilder

  11. #90
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: Thailand 2007

    Vor dem morgigen Abspann - habe ich gerade beim Aufräumen gefunden.

    Machte mir Gedanken, wie ich meinen Photoapparat - wegens der Elektronik - vor der Luftfeuchtigkeit schützen könnte.

    Nun, für meine analogen Filme hatte ich seinerzeit eine Lösung: Tupperdose, die für die runden Wurstscheiben, trockenen Reis rein, vorschriftsmäßig unter Niederdrücken der Deckelmitte dicht gemacht, und schon blieb´s trocken.

    Hatte leider keine Tupperdose an der Hand, in die mein Photoapparat reingepasst hätte.

    Min Fru wusste Rat und schritt sogleich zur Tat:


    Vióla - das Säckchen mit dem Reis auf den Phototaschenboden unter den Photoapparat - und schon war das Gewissen beruhigt

    Gut, dass sie mich am Zoll nicht gefilzt hatten

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