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Tammy und die Falle

Erstellt von moselbert, 05.03.2006, 21:35 Uhr · 170 Antworten · 8.699 Aufrufe

  1. #61
    Avatar von moselbert

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    Re: Tammy und die Falle

    27

    Nach der Hochzeit, von der beide wussten, dass sie nur Mittel zum Zweck war, saßen sie abends in einem kleinen Restaurant in der Nähe des Hotels Manohra. Es war ein Buffet aufgebaut. Jeder konnte sich an Fleisch, Luk Chin, Garnelen, Gemüse, Reis, Nudeln, Dippsoßen und anderem bedienen, soviel er wollte. Das rohe, teils eingelegte Fleisch wurde dann auf einem kleinen Grill am Tisch gegart. Der Besuch des Restaurants kostete 109 Baht pro Person, Getränke kamen extra.

    „Schmeckt’s?“ fragte Tammy.

    „Ja, es ist gut.“

    „Wo willst Du hin? Wir haben jetzt Zeit. Wann ist der Rückflug?“

    „In knapp zwei Wochen.“
    antwortete Willi. „Wo ich hin will? Irgendwo ans Meer. Vielleicht Ko Samui. Oder Phuket. Oder Pattaya. Keine Ahnung. habe aber von diesen Inseln schon viel gehört.“

    „Viel gehört? Na ja.“
    stichelte Tammy. „Pattaya ist nicht gerade eine Insel. Schon mal was von Bang Saen gehört?“

    „Wo liegt das?“

    „In Thailand am Meer. Ist nicht so weit von Bangkok weg.“

    „Von mir aus.“
    sagte er.

    „Da gibt es auch sonst noch mehr zu sehen als Meer. Aber nur wenn Du willst.“

    „Ja, ist schon ok.“

    „Na, so ganz begeistert scheinst Du ja von Deiner Ehefrau nicht zu sein.“
    bemerkte Tammy. Ob er irgendetwas ahnte? Ob er ahnte, dass sie ihn so bald wie möglich wieder verlassen würde?

    „Ich muss mich erst dran gewöhnen.“ meinte er. Hoffentlich merkte sie nicht, dass der einzige Zweck der Hochzeit war, sie nach Deutschland zu lotsen.

    „Ich muss mich auch zuerst daran gewöhnen. Ich fahre heute Abend noch nach Hause und packe ein paar Sachen für den Strand. Ich hole Dich dann morgen früh ab. Okay?“

    „Wie weit ist es bis Bang wie auch immer?“

    „Bang Saen. 2 Stunden. Unterwegs machen wir noch an einem schönen Tempel Halt. Aber jetzt iss erst mal. Das Fleisch ist schon ganz schwarz.“


    Willi fluchte und versuchte mit den Stäbchen vergeblich das Fleisch vom Grill abzulösen. Tammy lachte und half ihm.


    Fortsetzung folgt

  2.  
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  3. #62
    Avatar von moselbert

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    Re: Tammy und die Falle

    28

    Am nächsten Tag kam Tammy wie verabredet mit einer kleinen Reisetasche zum Hotel Manohra.

    „Hallo Willi.“ begrüßte sie ihn. „Bist Du bereit, mit deiner neuen Ehefrau eine Strandurlaub zu machen?“

    Willi schluckte. Irgendwann würde er ihr erzählen müssen, dass sie nicht bei ihm leben könnte.

    „Ja, sicher.“ antwortete er zögernd.

    „Mit was willst Du fahren? Taxi? Bus?“

    „Ich weiß nicht so recht. Taxi ist doch recht teuer.“

    „Aber bequemer.“

    „Also gut. Taxi.“
    Gerald würde ja alle ihre Auslagen übernehmen, dachte Willi.

    Sie verließen das Hotel. Tammy sagte an der Rezeption, dass sie etwa 2 Wochen nicht da sein würden.

    „Mai pen arai.“ sagte man ihr. Das Zimmer war ja schon bezahlt.

    Tammy winkte freie Taxis herbei. Die ersten lehnten das Fahrtziel ab, das sie ihnen nannte. Schließlich aber erklärte sich dann doch noch einer bereit sie zu fahren.

    Sie verstauten ihre Taschen im Kofferraum und stiegen ein.

    „Wir fahren zunächst zu einem Tempel, wo ich für unsere gemeinsame Zukunft beten möchte.“ erklärte Tammy.

    „Ist schon ok.“ antwortete Willi.

    Das Taxi fuhr über gebührenpflichtige Schnellstraßen.

    „Siehst Du da hinten die Pfeiler?“ fragte Tammy.

    „Ja. Wird da eine Brücke gebaut?“

    „Richtig. Es wird die größte Brücke Thailands, eine der größten der Welt.“
    erklärte Tammy stolz. „Sie überquert eine Flussschleife des Chao Phraya.“

    Nach einiger Zeit erklärte Tammy wieder etwas: „Hier ist Bangna. Diese Straße führt geradeaus bis zu unserem Ziel. Da rechts ist das BITEC Zentrum für Messen und Ausstellungen.“

    Sie sprach mit dem Taxifahrer.

    „Ich habe ihm gesagt, er soll unten fahren. Da ist es schattiger. Oben ist es heiß und kostet Geld.“

    „Das ist ja eine lange Hochstraße.“
    staunte Willi.

    „Ja. Bestimmt 30 Kilometer lang. Da hat übrigens eine deutsche Firma mitgeholfen.“

    ‚Bilfiger & Berger.’ las Willi an den Pfeilern.

    „Hier links ist der neue Flughafen.“ sagte Tammy nach einigen weiteren Kilometern.

    Willi schaute aus dem Fenster.

    „Den kann man von hier aus nicht sehen. Nächstes Jahr, wenn wir hierher in Urlaub fahren, landen wir auf dem neuen. Wir fliegen doch jedes Jahr nach Thailand, oder?“ fragte sie.

    „Jaja, sicher. wenn Du willst.“ beeilte sich Willi zu antworten.

    „Gut. Ich will ja meine Eltern besuchen.“ meinte Tammy.

    „Was machen Deine Eltern beruflich?“ fragte Willi.

    „Mutter ist Hausfrau. Vater war mal beim Innenministerium und ist jetzt Mönch.“

    Tammy dachte mit Respekt, aber auch mit einem gewissen Ärger an ihren Vater, der sie in diese Situation gebracht hatte. Oder war sie selber schuld? Hätte sie damals etwas besonnener reagiert und wäre nicht mit Cousin Watchara in das Haus eingebrochen, dann wäre so einiges nicht passiert. Ihr Cousin würde noch leben und nicht im Tsunami umgekommen sein. Hans würde ohne Probleme nach Thailand kommen können. Auf der anderen Seite, wäre seine Frau Sumalee noch am Leben.

    Aber nun war es so wie es war, und die Vergangenheit war nicht mehr zu ändern.

    „Und Deine?“ fragte Tammy.

    „Meine Eltern sind schon gestorben. Eine Oma lebt noch in einem Altersheim.“

  4. #63
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    Re: Tammy und die Falle

    29

    Nach einiger Zeit bogen sie von der Autobahn ab, die Hochstraße, die immer noch weiter nach Südosten führte, entschwand langsam aus ihrem Blick.

    Einige Kilometer weiter durchquerten sie einen Ort und sahen in der Ferne ein hohes Tempelgebäude.

    „Hier werde ich für unsere Zukunft beten.“ erklärte Tammy.

    „Wo sind wir hier?“ fragte Willi.

    „Wat Sothon Wararam Worawiharn in Chachoengsao.“

    Willi verstand nur Bahnhof.

    Sie stiegen aus, bezahlten das Taxi, nahmen ihre Sachen und gingen in den Tempel.

    „Ich werde etwas opfern. Du passt auf die Taschen auf, ok? Du kannst auch fotografieren, kein Problem.“

    „Ich habe meinen Fotoapparat in Deutschland vergessen.“
    sagte Willi.

    In Wirklichkeit hatte er aber keine Lust gehabt, einen mitzunehmen. Viele Fotos hätten Tammy gezeigt und vielleicht hätte er es bedauert, sie Gerald gegeben zu haben. Er durfte sich keine Gefühle für diese Frau erlauben. Denn er war nur der Lieferant, der noch ein bisschen Spaß haben wollte und sollte. Tammy war nur eine Ware, daran musste er immer denken.
    Allerdings, diesen schönen Tempel und die betenden Menschen hätte er schon gerne fotografiert. Na ja, es war nicht zu ändern. Vielleicht würde er ja mal privat nach Thailand kommen, mit Fotoapparat.

  5. #64
    Avatar von moselbert

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    Re: Tammy und die Falle

    30

    Tammy betete inbrünstig. Sie hatte Räucherstäbchen, Kerzen und Lotosblüten in den Händen. Sie betet für sich und für Hans. Und dafür, dass Willi nicht zu früh merkte, dass er nur Mittel zum Zweck sein sollte. Knapp 2 Wochen musste sie den Schein einer guten Ehefrau noch aufrechterhalten. Vielleicht etwas länger. Dann würde sie Willi verlassen. Sie durfte keine Gewissenbisse haben wegen ihm. Hans war wichtig. Nachdem sie Räucherstäbchen, Kerzen und Blüten an den vorgesehenen Stellen abgelegt oder gestellt hatte, klebte sie die Goldplättchen in Höhe des Herzens an eine wichtige Buddhafigur. Dann nahm sie einen Becher mit Holzstäbchen und schüttelte ihn. Das eine Stäbchen, das herausfiel, sollte ihr die Zukunft weisen. Sie las die Nummer ab, ging zu einem Regal und holte sich den passenden Zettel heraus.


    „Du wirst Deinen Weg machen. Du wirst gesund bleiben, 4 Kinder zur Welt bringen und viele Enkel haben.
    Aber Du musst in nicht allzu ferner Zukunft viele Schmerzen ertragen. Eine Freundin wird Dir helfen. Ein guter Freund wird Dich retten, wenn er Dich findet.
    Deine Glückszahlen sind die 19, 25, 53, 78, 79.“

    Wie immer war die Vorhersage etwas mystisch und verworren. Aber sie würde sich schon das heraussuchen, das für sie passte.

    Sie ging zu Willi zurück. Sie nahmen ihre Taschen und versuchten an der Straße ein weiteres Taxi zu bekommen, das sie nach Bang Saen bringen sollte.


    Fortsetzung folgt

  6. #65
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    Re: Tammy und die Falle

    31

    „Bang Saen ist mehr etwas für Thais als für Farangs.“ sagte Tammy zu Willi. „Die gehen eher nach Pattaya. Dafür ist es da auch teurer. Und in manchen Hotels dort werden Thaimädchen schief angesehen, wenn sie mit einem Farang kommen. Ich bin aber nicht so eine und will auch nicht so angesehen werden.“

    Sie saßen in einem kleinen Restaurant und aßen Seafood.

    „Wenn Du lieber Bratwurst willst…“

    „Nein, das ist schon gut hier. Bratwurst gibt es in Deutschland genug.“

    „Was soll ich Dir denn kochen? Drüben?“
    fragte Tammy scheinheilig. „Ich kann nur thailändisch kochen. Vielleicht sollte ich mir ein Kochbuch kaufen, wenn Du lieber deutsch essen willst.“

    Willi hustete. Er hatte sich verschluckt. Vor Schreck. Denn auf die Frage war er gar nicht gefasst gewesen. Er hatte sich keine Gedanken gemacht, weil er es nicht brauchte.

    „Ach, ich weiß nicht. wenn es nicht so scharf ist, gerne Thaiessen. Ansonsten… Ich kann ja auch mal was kochen.“

    „Richtig. Du hast ja Restaurants.“

    „Als Besitzer muss man nicht kochen können.“
    meinte Willi.

    Nach dem Essen gingen beide in ihre Pension zurück, in der sie ein Zimmer gemietet hatten.

    Sie schliefen kurz miteinander, dann legte Willi sich auf die Seite und fing an zu schnarchen.

    Das Bier das er jeden Abend zu trinken pflegte, tat seine Wirkung.
    Tammy dachte nach. Sie hatten sich einiges angeschaut. Den Khao Kiau Open Zoo, das Aquarium in Bang Saen, den einen oder anderen Tempel. Ins Meer waren sie beide auch mal schwimmen gegangen. Allerdings, so viel machten sie sich nicht daraus.

    Aus Willi wurde sie nicht richtig schlau. Er schien es noch gar nicht realisiert zu haben, dass er mit einer Thai verheiratet war. Er schien sich noch gar keine Gedanken über das Leben mit ihr in Deutschland gemacht zu haben.

    Umso besser, dachte sie. Dann würde er es auch vielleicht rascher verschmerzen können, wenn sie plötzlich verschwand.

    Obwohl, eigentlich war er ja ein netter Kerl.


  7. #66
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    Re: Tammy und die Falle

    32

    Schließlich waren die Tage am Meer zu Ende gegangen. Sie kehrten wieder nach Bangkok zurück.

    Tammy hatte sich entschlossen, ihrem Mann am letzten Tag vor dem Abflug reinen Wein einzuschenken.

    „Tammy.“ sagte er zu ihr.

    „Ja, Willi?“

    „Ich muss Dir etwas gestehen.“
    sagte er.

    „Ich wollte Dir auch gerade etwas gestehen.“ lachte sie. „Aber fang Du an.“

    Willi schaute irritiert. Tammy hatte in den letzten Tagen kaum gelacht. Sie war in sich gekehrt gewesen. Als ob sie etwas von dem ahnte, was Willi vorhatte. Aber auch sie schien irgendetwas zu bedrücken.

    „Erzähl Du zuerst.“ forderte Willi sie auf.

    „Nein, Du hast zuerst gesagt, Du wolltest etwas gestehen. Also fang Du an.“ beharrte sie.

    „Na gut. Ich gehöre nicht zu den Reichen in Deutschland. Meine Restaurants gehen schlecht, deswegen habe ich mir Flug und Aufenthalt nicht leisten können. Ein Freund hat mir das Geld geliehen. Und das muss ich ihm wieder zurückzahlen.“

    Tammy wurde hellhörig.

    „Und?“ bohrte sie nach.

    „Wenn Du für ihn arbeiten würdest, könnten wir die Schulden schneller zurückzahlen.“

    Auch Tammy hatte schon vor den Geschichten gehört, in denen thailändische Frauen im Ausland im ....... arbeiten mussten. Sie erschrak.

    „Welche Arbeit?“ fragte sich schnell.

    „Du arbeitest am PC für ihn. Englisch kannst Du ja auch. Also alles kein Problem für Dich denke ich.“

    Tammy war erleichtert. Also keine Prostitution. Das hätte sie auch nicht mitgemacht, sondern wäre lieber in Thailand geblieben. Aber da sie schon PCs verkauft hatte, war das bestimmt etwas für sie.

    „Ok.“ sagte sie. „Und was genau muss ich machen?“

    „Genau weiß ich das auch nicht. Irgend so ein Personal Service am PC. 8 Stunden am Tag. Die Arbeit bringt etwa 2 Euro.“


    Tammy rechnete nach. Das waren 100 Baht pro Stunde. Am Tag 800 Baht, vielleicht mehr. Bei 25 Tagen Arbeit im Monat wären das 20000 Baht. Kein schlechter Verdienst.

    „2 Euro pro Stunde ist nicht schlecht. Da wirst Du die Schulden schnell zurückzahlen können.“

    „2 Euro pro Minute, Tammy.“

    „So viel?”

    „Aber nur, wenn jemand Deine Dienste auch in Anspruch nimmt. Vielleicht bekommst Du von den 8 Stunden nur 2 bis 3 bezahlt. Die andere Zeit, wo Du nur rumsitzt und wartest, bekommst Du nichts.“


    Tammy rechnete wieder. 2 Euro pro Minute, mal 2 Stunden, wären 240 Euro pro Tag. Mindestens. Sie freute sich. So könnte sie Willis Schulden schnell zurückzahlen helfen und um so eher würde sie frei für Hans sein.

    „Ich wusste ja, dass man in Deutschland mehr Geld verdient als hier. Aber so viel…“

    „Mein Freund hat auch eine lukrative Firma.“
    sagte Willi. „Und was wolltest Du mir beichten?“ fragte er.

    „Och, ich wollte fragen, ob ich in Deutschland arbeiten kann.“ log sie. „Aber das hat sich ja schon erledigt.“


    Fortsetzung folgt

  8. #67
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    Re: Tammy und die Falle

    33

    „Willi, ich fahre noch mal nach Hause, packe alle Sachen, die ich benötige und dann komme ich hier ins Hotel zurück. Ok?“

    „Ja, Tammy. Und Du bist mir nicht böse wegen der Arbeit?“
    fragte Willi.

    „Nein, natürlich nicht. Und es gehört sich ja für Mann und Frau, dass sie sich helfen.“

    „Danke. Mit dem Geschäft läuft das derzeit nicht so gut in Deutschland. Und ich habe gerade noch ein neues Lokal aufgemacht.“
    log Willi.

    Tammy verabschiedete sich, ging aus dem Hotel und winkte ein Taxi herbei.

    Es war zufälligerweise ein blaues. Und da blau ihre Lieblingsfarbe war, hielt sie es für ein gutes Omen.

  9. #68
    Avatar von moselbert

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    Re: Tammy und die Falle

    34

    Daheim hatte Tammy schon alles vorbereitet. Da in Deutschland jetzt die warme Jahreszeit war, hatte sie nur wenige Pullover eingepackt. Pullover mussten sein, denn die warme Jahreszeit in Deutschland war kälter als die kalte in Bangkok. Und wenn es in Bangkok mal so richtig kalt war, was selten vorkam, dann wäre das für Deutschland normal. Hatte sie jedenfalls gelesen. Sie würde sich in Deutschland auf jeden Fall noch ein paar wärmere Sachen kaufen müssen, dachte sie.

    Dann suchte sie ihre Mutter. Die stand in der Küche und hackte ein Hähnchen klein.

    „Du kochst selber?“ fragte sie.

    „Ja. In der letzten Zeit mache ich das öfter.“

    Tammy nahm sie in den Arm.

    „Ist es so weit, Tochter?“

    „Ja, Mutter. Ich fliege morgen. Heute werde ich zu Willi ins Hotel gehen.“


    Ihre Mutter fing an zu weinen.

    „Ich habe von Deinem Urgroßvater geträumt, Tammy.“

    „Der beim König gearbeitet hat?“

    „Ja, genau der. Er hat wieder einmal vor den Franzosen und Engländern gewarnt. Das macht er immer, wenn etwas passieren wird. Die haben ja sich von Thailand einige Gebiete einverleibt im Osten und Süden. Hoffentlich verliere ich Dich nicht auch an die Farangs.“

    „Nicht ganz, Mutter. Einen Teil meines Herzens habe ich schon Hans geschenkt. Aber einen Teil lasse ich bei Dir.
    Übrigens Hans. Ich muss ihm noch sagen, dass ich komme. Er wird sich freuen, dass ich bald bei ihm bin.“


    Sie ging in ihr Zimmer und setzte sich an ihren PC.


  10. #69
    Avatar von moselbert

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    Re: Tammy und die Falle

    35

    „Hans, ich habe eine Überraschung für Dich.“ schrieb Tammy.

    „Was für eine, mein Schatz?“

    „Ich komme nach Deutschland.“

    Hans wusste nicht, wie ihm geschah. Er war davon ausgegangen, dass sie kein Touristenvisum bekam. Wie hatte sie es angestellt? Er fragte nach.

    „Ich habe geheiratet. Aber nur zum Schein.“

    „Geheiratet?“

    „Ja. Ich werde ihn aber verlassen, sobald ich geholfen habe seine Schulden zu bezahlen. Ich werde arbeiten. Für 100 Euro pro Tag.“
    Sie zog in Gedanken schon die Hälfte für das Zurückzahlen der Schulden ab.

    „Du bist blauäugig, Tammy. Lass die Finger davon weg.“

    „Du denkst an Prostitution? Habe ich auch erst. Aber es ist eine Art Auskunftsjob am PC wo ich Englischkenntnisse brauche. Und wenn ich gerade am PC warte, kann ich mit Dir Kontakt aufnehmen. Das ist doch ideal. Ich weiß noch nicht, wie viele Schulden Willi hat, aber ich bin sicher, es dauert nicht lange, dann hat er sie abbezahlt und ich bin frei.“

    „Frei bist Du dann noch lange nicht. Du bist dann mit ihm verheiratet.“

    „Das lässt sich regeln, denke ich. Außerdem arbeite ich nicht jeden Tag. Und so können wir uns vielleicht auch vorher mal sehen. Ach Hans, ich freue mich.“

    „Ich mich auch, Tammy. Aber das geht alles verdächtig schnell.“

    „Schnell ist es nur für Dich. Ich arbeite schon seit Monaten daran. Für mich hat es sehr lange gedauert. Aber ich wollte es Dir nicht vorher sagen.“

    „Wann fliegst Du?“

    „Morgen.“

    „Was? Morgen schon? Soll ich Dich abholen?“

    „Nein. Ich komme ja mit Willi. Ich melde mich dann von meiner Arbeit.“

    „Pass auf Dich auf, Tammy. Ich liebe Dich.“

    „Ich liebe Dich auch Hans. Mach Dir keine Sorgen. Alles wird gut.“
    Sie unterbrach die Verbindung.

    ‚Hoffentlich wird alles gut.’ dachte Hans Es hörte sich alles etwas zu positiv an.


    Fortsetzung folgt

  11. #70
    big_cloud
    Avatar von big_cloud

    Re: Tammy und die Falle

    @ Moselbert
    mach weiter immer weiter ich les schneller als Du schreiben kannst!

    Danke fuer die spannende Story
    der
    Lothar aus Lembeck

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