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Strandgeschichten

Erstellt von sirhenry, 09.01.2008, 16:25 Uhr · 2 Antworten · 640 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von sirhenry

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    Strandgeschichten

    Hi Leutz

    Hab hier mal ne Geschichte zusammen geschrieben. Wer möchte darf gerne auch eine Geschichte dazufügen.

    Viel Spaß

    So echt und unverfälscht geschehen.

    Dezember 2003 am Strand von Krabi LOS.

    Wir hatten schon 2 ein halb Wochen einiger Massen schönes Wetter, doch die letzte Woche war echt nicht zu Toppen. Der Planet stach runter und wir tankten noch mal so richtig auf.
    Es waren ja nur noch 3 Tage bis Abflug.
    Also wie gesagt, wir Chillten so rum, mal ein Drink mal ne Massage, mal frisches und kaltes Obst vom netten jungen Thai der den ganzen Tag den Strand auf und ab lief um sich sein Essen zu verdienen.
    Es schien rund um ein ganznormaler Strandtag zu werden, als plötzlich schräg hinter uns zwei blass aussehende Urlauber mit zwei Thai Frauen platz nahmen.
    Die Zwei Männer die an Ihren Englisch und der Art sofort als Engländer zu erkennen waren, verhielten sich als wären sie allein an diesem Strand. Sie hatten wahrscheinlich schon Alkohol oder eventuell sogar Drogen intus. Bier hatten sie in Mengen gleich dabei.
    Als der nette Thaijung mit dem Obst sich näherte und sein Sprüchen rief, rief ein der zwei Männer ihn laut, lachend und erniedrigend im Ton herbei. Der Junge kam schon wieder willig zu den zwei Pärchen.
    Er zeigte seine Körbe mit frischen im Eis liegenden Ananas und gekühlten Dosen dem Engländer. Er schickte ihn mit einem abwinken gleich weiter, auf die Art dein weg war um sonst. Die zwei Pärchen lachten lauthals und machten sich über den Jungen lustig, so dass es einige mit bekamen.
    Der Junge lief sichtlich gekränkt weiter und versuchte sein Geld zu verdienen. Ca. 20 min. später befand sich der nette Thaijung wieder auf dem Rückweg, als ich sah das er versuchte einen Bogen um die Engländer zu machen.
    Auf der Höhe von uns, allerdings unten am Wasser, rieft der Engländer von seinem Platz aus wieder lauthals nach dem Jungen, der wieder mehr unfreiwillig als freiwillig hin ging. Der Junge zeigte wieder seine Körbe her, in diesem Moment als er seinen Korb mit Ananas her zeigte, schmiss der blasse Mann die gesammelten Zigarettenstummel der Vier Strandgurken in den Korb und winkte ihn wieder ab mit seinem erniedrigten Blick und Bemerkungen.
    Dies war dann doch zu viel, eine Freundin von mir die dies ja auch alles beobachtete stand im gleichen Moment auf und ging zielstrebig auf die Engländer zu.
    Ich dachte mir man o man das geht nicht gut, dann sprang ich ebenfalls auf und begleitete die so tapfere Freundin. Dort angekommen, legte sie los, „was soll das?“ sagte sie zu dem behaarten, blassen und ungepflegtem Mann, der frech antwortete,
    „halt dich da raus!“. Sie erwiderte mit dem Satz, „Sucht euch jemand anderen den ihr Ärgern könnt!“ ich immer noch neben ihr mit geschwelter Brust schon darauf wartend das die zwei aufstehen und uns eine Klatschen. Aber weit gefehlt, er winkte ab und brummelte in sich hinein und wir gingen wieder an unseren Platz mit einem Puls von 180. Wir hörten nur noch das sie sich unterhielten und ab und zu Lachten. Der Junge stattdessen lief im gleich Moment hinter den nächsten Baum und weinte vor sich hin und fluchte auf Thailändisch. Wir halfen ihm mit unserm Trinkwasser das Obst wieder sauber zu bekommen und er ging mit rot unterlaufen Augen seiner Wege. Er grinste bis über beide Ohren, als er den restlichen Tag an uns vorbei lief. Einwenig später, so etwa 20 min nach dieser Aktion gingen die Vier endlich und es kehrte Ruhe ein. Eine nette Stimme sagte, “Hey ihr!“, „ich hab gesehen was ihr gemacht habt!“, „war echt nett von euch!“. Und sie schenkte uns ein ganzes Tablett mit frischem Obst und jeden weiteren Tag den wir noch da waren. Was sich herausstellte war die Frau von der wir das Obst bekamen, die Chefin von dem Jungen die dies auf beobachtet hatte. Leider waren es ja nur noch zwei Tage.
    Aber was lernen wir daraus? Gute Taten lohnen immer, ob frisches Obst oder nur ein lächeln entschädigt ist egal. Es ist richtig etwas zu tun.

    Liebe Grüße

    Alle gefundenen Rechtschreibfehler dürfen behalten werden

  2.  
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  3. #2
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Strandgeschichten

    Erster Thailandurlaub, anno 1999.

    Drei Wochen chillen am MaeNam war angesagt mit zwei alten Kumpels. Keine 20 Meter bis ins Wasser, Bungalow in der ersten Reihe, herrlich. Da wir alle drei Hundefreunde sind, haben wir sehr schnell Konkakt zu den Strandkoetern unseres Abschnitts aufgebaut. Eine Meute von sechs groesseren, aelteren, und dazu noch drei jungen Hunden. Auch wenn sie nicht ins Restaurant durften, so wurden sie doch vom Resort versorgt. Eine preiswerte aber sehr effektive Alarmanlage, wenn sich Fremde in der Anlage rumtreiben wollen. So wurde jedes Fischerboot, was auch nur in die Naehe des Strandes kam, sofort verbellt.

    Es waren vielleicht 7 oder 10 Tage vergangen, wir sitzen mittags wieder mal sehr entspannt auf der Terrasse, da sehen wir wie die Meute einen ortsfremden Koeter den Strand runterjagt, bis zum Resort. Dem schwarzen ca. dreijaehrigen Hund fiel nichts besserers ein, als sich quasi vor unseren Augen ins Wasser zu fluechten. Unsere Resorthunde postierten sich auf zwanzig Metern entlang der Wasserlinie, dem Eindringling blieb keine Moeglichkeit an Land zu kommen. Zunaechst war es noch in "Wir draussen-Du drinnen", aber irgendwann begann der Anfuehrer (wir hatten ihn damals aufgrund seiner Gesichtsnarben gleich am Anfang ´Scareface´ getauft, und darauf reagierte er auch) ins Wasser zu gehen, und den fremden Hund in immer tieferes Wasser zu treiben. Solange, bis der nur noch schwimmen konnte, weil er keine Pfote mehr auf den Grund bekam.

    Haben uns das immer noch -jetzt schon weniger entspannt- nur angesehen. Wir sind hier in Thailand, und das ist ein reales Beispiel fuer natuerliche Auslese. Sich mit einer Strandhundemeute auseinanderzusetzen, die gerade auf Jagd ist, ist nicht jedermans Sache. Der schwarze Hund schwamm mittlerweile um sein Leben, sank immer tiefer ins Wasser und war ziemlich entkraeftet, schluckte auch Wasser durch die Wellen.

    Wir blickten rueber zum Bungalow neben uns, dort sass ein englisches Ehepaar um die 30. Ein kurzes Nicken, dann sind wir alle fuenf aufgestanden. Wir Deutschen haben uns um die Resorthunde gekuemmert, versuchten sie irgendwie vom Strand fernzuhalten, waerend die Englaenderin ins Wasser ging, und den voellig fertigen Hund auf ihre Schultern packte und rausgetragen hat. Natuerlich wollte die Meute sofort ran, wir haben gebruellt was geht, zum Glueck hatten wir die Hunde bereits gut kennengelernt. Sie haben gehoert und sind stehengeblieben, vor allem Scareface der Rudelfuehrer. Nach ihm haben sich auch die anderen gerichtet.

    Manchmal kann es ganz nuetzlich sein, wenn man als alter Interrailer zusammen mit den Strandhunden ein paar Naechte auf der Terrasse pennt. Sie wissen dann, wer hier momentan Chef ist. In diesem Fall hat es dem schwarzen Hund sein Leben gerettet, denn die Englaenderin hat ihn wirklich bis an die Resortgrenze und noch weiter getragen, um ihn dann wegzujagen.

    Sie hat mich spaeter gefragt, wieso Scareface auf mich gehoert hat, ich konnte ihr keine genaue Antwort geben. Ausser, das wir drei Naechte gemeinsam draussen gepennt haben, und er in meine Naehe auch nur seine Gefaehrtin zugelassen hat. Nichtmal seine Jungen durften auf der Terrasse schlafen, sondern drunter. Gut, ich war der einzigste Spinner, der staendig mit Scareface geredet hat, und ihm ab und zu etwas Trinkwasser aus der hohlen Hand gab. Zu fressen hat er von uns nie etwas bekommen, anfuettern war fuer uns alle drei ein absolutes Tabu. Mal streicheln, oder eine kurze Rueckenmassage, das war alles. Er hat sich uns ausgesucht, nicht umgekehrt. Und Scareface hatte fast die Statur eines Schaeferhundes, also wenn er gewollt haette, dann waere die Sache boese ausgegangen.

    Er und seine Truppe sind uns seitdem gar nicht mehr von der Seite gewichen, aber Scareface kam nur mit mir ins Meer zum baden.
    War sehr interessant, eine Lektion ueber die halbwilden Strandhunde zu lernen. Die ja unsere Sprache eigentlich gar nicht verstehen.

    Chock dii, hello_farang

    p.s.: Scareface:

    (seine Rute sieht nur auf dem Foto etwas merkwuerdig aus, weil er gerade damit wedelt)

  4. #3
    Avatar von sirhenry

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    01.09.2007
    Beiträge
    56

    Re: Strandgeschichten

    Auch eine interessante Geschichte, kann man mal sehn was das so bringen kann, Hunde Freundschaften zu knüpfen.
    Hatten 2003 auch fast an jeder Anlage einen Wachhund der uns nie von der Seite gewichen ist. War schon lustig und vor allem hat man sich Nachts sicher gefühlt.

    THX von Mir, kann ja keine THX senden im eigenen Tread. :bravo:

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