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Songkhan im Isaan - Eine Annäherung

Erstellt von guenny, 23.04.2006, 09:18 Uhr · 40 Antworten · 3.757 Aufrufe

  1. #21
    guenny
    Avatar von guenny

    Re: Songkhan im Isaan - Eine Annäherung

    Teil XI

    Petchabun, oder Wildnis pur

    Am nächsten Tag dann, später Vormittag, alles ist gepackt und wir fahren los. Wie üblich und sicher allen hier bestens bekannt, ein Familienausflug mit Pickup bedeutet automatisch 10-15 Personen plus Gepäck. Wir waren nur 10. die Fahrt führte die N24 Richtung Korat und dann quer Richtung Nordwesten. Ich kannte die Strecke, sie ist eher langweilig und deshalb habe ich keine Fotos gemacht.
    Ich war auf die Entwicklung gespannt: Es hieß, zum Haus von Oma und Opa führt jetzt eine Straße und sie haben „Strom mit Sonne“, vorher gab´s da nur die Möglichkeit, die letzten 2 Kilometer zu Fuß oder mit dem Moped auf Dämmen zwischen den Reisfeldern, an Strom war nicht zu denken.

    Und dann tatsächlich, eine Straße, d.h. Ein Damm war bis zum Haus soweit verbreitert worden, dass ein Pickup genau draufpasste.
    Strom gab´s wirklich, eine Solarzelle mit fetter Batterie war vor dem Haus aufgestellt, und daher gab´s jetzt Ventilator, Fernseher und Batterieladegeräte für´s Handy.
    Alle waren erstmal geschafft, so am späten Nachmittag.
    Es war auch heiß, der Hund, der lt. Dieter hier ja tot überm Zaun hängt, lag diesmal schlafend im Schatten.




    Opa fing sofort an, für´s Abendessen zu sorgen. Die Hühner sind sein ganzer Stolz, zum Fangen hatte er seine eigene Technik mit den Körben:



    Futter hinwerfen, warten bis eine genügende Zahl großer Hühner da sind und dann einfach den Korb runterkippen, schon waren die Hühner gefangen. Dann noch durch die Öffnung oben die richtigen herausholen, schlachten, .....





    Derweil machte es sich Bom, eine Cousine von Mia in der Hängematte gemütlich. Die Cousins waren auch schon da, der kleine war ganz schön gewachsen seit dem letzten Mal.








    Irgendwie spricht sich so eine Ankunft rum, schon nach kurzer Zeit tauchen Nachbarn auf zum Schwätzchen



    Mit dem fliessenden Wasser ist das so eine Sache, es fliesst nur aus dem Eimer, man muss es aber vorher hochziehen!






    Am Teich hat Opa jetzt eine kleine Hütte gebaut, damit man beim Fischen und Zuschauen schön im Schatten sitzen kann. Wie Mia mir hinterher erzählte (Oma hat es ihr gesteckt), hat er die Hütte extra für mich gebaut, weil ich das so mag, am Wasser zu sitzen, zu schauen und zu ruhen.






    Mia machte es sich in der 2. Hängematte mit einer Flasche Singha gemütlich, Opa überlegt derweil, was er noch alles vorbereiten kann.




    Es ist ein Charakterkopf, dünn um nicht zu sagen dürr, er raucht diese stinkenden selbstgerollten und freut sich unheimlich, die Rolle als Gastgeber übernehmen zu können. Er hatte im Vorfeld unseres Urlaubs schon mal durchblicken lassen, dass er denkt wir wären sauer auf ihn, weil wir ihn nicht besuchen würden, aber jetzt ist alles in Butter. Gefühle lässt er nicht erkennen, aber er ist unermüdlich am machen und tun, wie man an den folgenden Bildern sieht:





    Das Eis muss in den Behälter zum Bier, es ersetzt den Kühlschrank.


    die Fische müssen zum Grillen vorbereitet werden.


    Das macht natürlich alles durstig, außer Wasser trinkt er nichts, er hat noch nie was anderes getrunken, auch kein Bier oder Schnaps. Er trinkt noch nicht mal Soda.


    Tja, so siehts auf dem "Grill" aus, wird allerdings noch verfeinert, die Sache.

    Wenn man so keinen Supermarktgrill oder ähnliches hat, tut´s auch ein aufgeschnittenes Fass, als Rost nimmt man grüne Äste und damit das ganze nicht anbrennt, legt man zwischen Äste und Grillgut einfach ein paar frische Bananenblätter, die immer mal ausgetauscht werden.
    Funktioniert hervorragend, nur beim Umdrehen der Fische mit den Händen da heißt es aufgepasst.



    Inzwischen war auch Omas Bruder aufgetaucht, etwas gewaschen und ein anderes T-Shirt angezogen, damit man beim Essen fein ausschaut.



    Tja, der große Cousin, Jamlad, hatte seine Liebe entdeckt, Aen heißt die Auserkorene. Sehr nett, aber auch sehr schüchtern, wie das im Isaan schon mal passieren kann, außer mir hatte sie Farangs bisher nur im TV gesehen.



    Am Abend dann gab´s die Köstlichkeiten endlich zu essen,
    frisch gefangenen Fisch vom Grill, gebratenes Huhn, Klebreis und Som Tam, und dazu eiskaltes Leo-Bier, mitten in der Pampa.
    Aber auch davon, wie von allen Festen zu späterer Stunde gibt’s leider keine Bilder.

    Nächstes Mal, leider erst in 2 Wochen, Songkhan in Petchabun, ganz anders als man es kennt.

  2.  
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  3. #22
    guenny
    Avatar von guenny

    Re: Songkhan im Isaan - Eine Annäherung

    Hatte ich ganz vergessen,
    meine Lieblingslieder für die Autofahrt auf längeren Strecken,
    Musik aus Kambodscha, findet man im Mitgliederbereich, Songkhan im Isaan.
    viel Spass beim Hören!
    günny

  4. #23
    Avatar von Maenamstefan

    Registriert seit
    20.06.2005
    Beiträge
    4.024

    Re: Songkhan im Isaan - Eine Annäherung

    Super Bericht mit den Fotos, in den Gegenden war ich noch nicht!

    aus Berlin

  5. #24
    Sioux
    Avatar von Sioux

    Re: Songkhan im Isaan - Eine Annäherung

    Hallo Guenny, toller Bericht.

    In welcher Ecke von Petchabun lebt denn der Opa?

    War in meinem frueheren Thailandleben oefters in der Naehe von Wichianburi.

    Petchabun ist aber noch nicht Isaan. Wenn ich da auch keinen grossen Unterschied feststellen kann.

    Sioux

  6. #25
    guenny
    Avatar von guenny

    Re: Songkhan im Isaan - Eine Annäherung

    Zitat Zitat von Sioux",p="345003
    War in meinem frueheren Thailandleben oefters in der Naehe von Wichianburi.

    Petchabun ist aber noch nicht Isaan. Wenn ich da auch keinen grossen Unterschied feststellen kann.

    Sioux
    Da dann ist es ja nur noch ein Katzensprung, Petchabun ist die Provinzhauptstadt, in der Nähe von Wichianburi, "Pudhoei" oder so ähnlich heisst das Dorf, ich hab den Namen noch nie in Farangschrift gesehen.
    Mit dem geringen Unterschied hast du Recht, es ist nicht zu unterscheiden. Und da Opa wirklich in der Pampa lebt, einsames Haus, 5 km vom nächsten Ort, ....
    Es ist diee absolute Ruhe pur,
    wer kann shcon sagen, dass er einen ganzen Tag lang außer Vögeln, Grillen und sich eher leise unterhaltenden Leuten nichts gehört hat, kein Flugzeug am Himmel, kein Auto, kein Moped oder Tuk Tuk, einfach nichts.
    Günny

  7. #26
    guenny
    Avatar von guenny

    Re: Songkhan im Isaan - Eine Annäherung

    Teil XII

    Ein merkwürdiges Songkhan

    Am nächsten morgen schien zunächst alles wie gewohnt, aufstehen, duschen, die Leute gingen alle irgendeiner Beschäftigung nach. Irgendwas aber war anders.
    Cousinen und Cousins kicherten herum, waren irgendwie ein bisschen „aufgekratzt“.
    Ja und dann plötzlich diese mit weißem Puder eingeschmierten Gesichter.







    Sie alberten herum, versuchten sich gegenseitig Puder ins Gesicht zu schmieren und der kleinste hatte plötzlich so ein Plastik-„Wassergewehr“, ich glaube ihr wisst was ich meine, und spritzte die Leute nass. Niemand schien es zu stören.
    Doch dann, ich hab das schön öfter erlebt, versammelte sich plötzlich alles um Oma und Opa, die sich wie zum Duschen bekleidet, auf einen Baumstamm setzten.




    Die Kinder und Enkel knien vor Oma und Opa, sie sprechen, schützten etwas Wasser auf die Hände von Oma und Opa, zuletzt waschen sie die Füsse von den beiden und dann werden sie mit Wasser über den Kopf beschüttet.




    Ich sehe das ganze von ferne, fotografiere und komme mir dabei fast ein bisschen wie ein Voyeur vor, der sich in eine intime Szene hineindrängt.
    Nachdem die Zeremonie vorbei ist, frage ich Mia was das ganze zu bedeuten hat. Sie erzählt mir, das sei Songkhan, dass das ganze jedes Jahr stattfindet. Die Kinder bitten ihre Eltern um Verzeihung dafür, dass sie sich im vergangenen Jahr nicht genug um sie gekümmert haben, sie vielleicht angelogen haben, „laut“ mit ihnen gesprochen haben oder sie sonst irgendwie nicht genügend geehrt haben und die Eltern vergeben den Kindern dann. Dazu das ganze dann mit einer symbolischen Fußwaschung.

    Songkhan hatte ich ja bisher nur rudimentär aus Berichten kennengelernt, jetzt war ich doch etwas verwirrt.
    Und das sollte nicht die einzige Verwirrung des Tages bleiben.
    Nachdem auch ich etwas eingepudert wurde, immerhin nahm man Rücksicht mit dem Wasser (ich schob immer die Kamera vor), hieß es Aufbruch, wir fahren zum Markt.

    Und, wie könnte es anders sein, zu einem Wat wegen Good Luck. Diesmal aber zu einem besonderen.
    Doch davon gleich mehr.

  8. #27
    guenny
    Avatar von guenny

    Re: Songkhan im Isaan - Eine Annäherung

    Ein Wat mit Frauen?!

    Wir fahren also los, durchs nächste Städtchen auf die andere Seite der Durchgangsstraße. Hier gibt es fast nur noch Zuckerrohrfelder.



    Es ist nicht sehr weit, und wir biegen in eine Zufahrtstraße zu einem kleinen Wat, erkennbar daran dass links und rechts der Weg mit kleinen Fahnen, abwechselnd gelbe und Nationalflaggen, abgesteckt ist.

    Irgendwie sieht das anders aus, als das was ich bisher kennengelernt habe.

    Die Hütten der Mönche sind wirklich Hütten.








    Und, die Wege, Grünanlagen wirken irgendwie anders, mit Blumenbeeten, irgendwie gepflegt. Die bisherigen waren eigentlich immer recht kahl, der Boden meistens sorgfältig gefegt, aber kein Schmuck, Blumen, nichts.
    Und dann, zu meiner Überraschung, Frauen in weissen Kutten, Kleider kann man dazu nicht sagen, es waren weisse Mönchskutten.
    Ich war überrascht und habe völlig vergessen zu fotografieren.
    Ich fragte Mia, was das zu bedeuten hat. Sie erklärte mir, dass da neben den üblichen männlichen Mönchen auch Frauen für eine – allerdings kürzere - Zeit Dienst für Buddha tun, so wie das fast alle männlichen Thais im Leben irgendwann mal tun.
    Damit erklärte sich natürlich jetzt das Umfeld, die Blumenbeete, die Umrandungen um die Wege, ich will ja nicht behaupten, dass Männer generell keinen Sinn für sowas haben, aber in diesem Fall wars schon sehr auffällig.

    Wir gehen zu einer Hütte, die Damen der Familie knien allesamt vor dem Priester nieder, ich halte mich etwas seitwärts.
    Der Priester hört sich das Anliegen an (Good Luck für meine Frau, die ja jetzt für lange Zeit die Heimat verlassen wird).
    Er spricht wenig, ich bemerke, dass neben ihm, im verborgenen, eine der Frauen sitzt, mit der er sich immer wieder kurz berät. Es dauert alles etwa eine halbe Stunde, dann gehen wir wieder.
    Ich frage natürlich höflich nach, was er denn so alles gesagt hat. Und wieder, wie schon bei der Frau die mich massierte, er hat Mia einiges erzählt von mir und meiner Familie, hat ihr Ratschläge gegeben, ich wusste mal wieder nicht was ich sagen sollte. Denn er hat Dinge erzählt und interpretiert, die er unmöglich wissen konnte, weil nur ich sie ihm hätte erzählen können!

    Mit einem Blick in die typische Landschaft verließ ich relativ sprachlos mit den anderen das Wat.



    Nachdenklich fuhr ich los, ins nächstgelegene etwas größere Dorf, dort wollten wir auf den Markt um ein paar Sachen einzukaufen.

    Da habe ich dann meinen Foto wieder in die Hand genommen und diesen Markt rauf und runter fotografiert. Dieses Angebot, die Menschen, die Vielfalt der Farben und Gerüche, auch wenn ich sicher nicht alles essen würde, was dort angeboten wird, interessant und faszinierend ist es für mich immer wieder.

    Also schlendern wir jetzt mal über den Markt, ohne viele Worte.

  9. #28
    Avatar von tira

    Registriert seit
    16.08.2002
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    17.260

    Re: Songkhan im Isaan - Eine Annäherung

    Zitat Zitat von guenny",p="347324
    ....frage ich Mia was das ganze zu bedeuten hat. Sie erzählt mir, das sei Songkhan, dass das ganze jedes Jahr stattfindet. Die Kinder bitten ihre Eltern um Verzeihung dafür, dass sie sich im vergangenen Jahr nicht genug um sie gekümmert haben,.....Dazu das ganze dann mit einer symbolischen Fußwaschung.....
    jo guenny, habe ich jetzt aus gegebenem anlasss auch x gemacht
    nicht nur eltern auch alte leute im dorf erhalten diese fusswaschung,
    äusseres zeichen einer noch vorhandenen dorfgemeinschaft.

    gruss

  10. #29
    guenny
    Avatar von guenny

    Re: Songkhan im Isaan - Eine Annäherung

    Der Markt, groß, bunt, lebhaft, ein ständiges Kommen und Gehen und alles im Angebot, was es auf Landmärkten so gibt.



    Zwiebeln, Knoblauch, Chili und in den großen Säcken, das ist Tabak.


    Fisch, die Makrelen für 10 THB das Stück, richtig frisch war keiner


    Immer wieder diese Fressstände, Spiesse in allen Varianten


    die Fische lebten wenigstens noch, waren also schön frisch.


    Reichhaltiges Fleischangebot, immer griffbereit der Stock mit der Plastiktüte zum Fliegenwedeln


    Gemüse in allen Variationen


    Zwischendurch was Süsses, die kleinen Kokos-Milch-Zuckertörtchen

  11. #30
    Avatar von martinus

    Registriert seit
    25.06.2003
    Beiträge
    2.958

    Re: Songkhan im Isaan - Eine Annäherung

    @ guenny

    klasse Bericht und Fotos!

    Phanom Rung habe ich auch besucht, aber deine Fotos sind viel schöner als meine. :bravo:

    Martin

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