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Somtam-Party

Erstellt von MadMovie, 05.08.2007, 01:00 Uhr · 98 Antworten · 8.777 Aufrufe

  1. #71
    Avatar von MadMovie

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    Re: Somtam-Party

    „Dies ist ein geschäftlicher Notfall Euer Ehren – oder sagt man Sir oder khun?“, und er wandte sich hilfesuchend an Nok, Kurt und Jeab, die nur unisono die Schultern hoben.

    „Das fängt ja gut an“, räusperte sich kaum hörbar Kurt, aber der Jürgen mit seiner flinken Gusche wird es schon richten, dachte er.

    „Wir haben in Berlin gerade eine traditionelle Thai-Massage-Praxis eröffnet und suchen dringend qualifiziertes Personal. Daher möchten wir für die zwo hinter mir stehenden Damen ein Visum beantragen zur sofortigen Arbeitsaufnahme. Sie können sicher sein, dass die Damen nur zu dem Zweck und keinem anderen in Deutschland einreisen werden!“

    Jürgen wandte sich um, so als wolle er fragen: „Na, wie war ick?“

    Kurt fand auch, dass sich sein Kumpel tapfer geschlagen hatte.

    Der thailändische Schalterbeamte, der drei Sprachen beherrschte, fuhr sich durch seinen ergrauenden Bürstenhaarschnitt und dachte bei sich: „Netter Versuch!“

    Seine Augen verengten sich zu engen Schlitzen und er sagte spitzbübisch:

    „Kein Problem!“

    Und man hörte schon die Steine von den Herzen der beiden Deutschen herunter poltern und Jürgen feixte vor sich hin:
    „Siehste, Sandro, geht auch anders!“

    Aber er wurde ganz schnell in die Wirklichkeit zurück geholt.

    „Dann brauche ich von Ihnen die Geschäftsgründungsurkunde, den Eintrag im Handelsregister, die Bestätigung des Senats von Berlin, dass vor Ort keine geeigneten Arbeitskräfte verfügbar sind und natürlich die Urkunden, dass die Damen einen entsprechenden Lehrgang im Wat Pho mit Erfolg abgeschlossen haben!“

    Der Beamte lehnte sich zufrieden in seinem Bürosessel zurück, wohl wissend, dass es immer mal wieder Jöhramans gab, die glaubten, mit einem Trick das System überlisten zu können.

    „Ähem, na, ja, alle diese Urkunden haben wir nicht dabei, können sie aber beschaffen!“ räusperte sich Jürgen und musste sich der Bürokratie, die auch hier Fuß gefaßt hatte, geschlagen geben.

    „Ick habe es jeahnt, aber einen Versuch war´s wert!“ wandte sich Jürgen entschuldigend an Kurt.

    „Der Nächste bitte!“ sagte der thailändische Schalterbeamte ungerührt.

    Die beiden Frauen schauten sich mit kugelrunden Augen an und verstanden dann erst, was abgelaufen war, nach dem der Schalterbeamte ihnen etwas auf Thai zugerufen hatte.

    Nach einem Einkaufsbummel in Pratunam, auf den die Damen bestanden, und wo kein Wort über den gescheiterten Vorstoß in der Botschaft laut wurde, traf man sich abends wieder in der großen Bierschwemme des Suan Lum Night Bazaar.

    „Wir müssen es anders angehen“, sinnierte Jürgen.

    „Hat kein Zweck, Kumpel...“ Kurt wurde in seinem Gedankengang unterbrochen, weil wieder einmal ein hübsches Mädchen ein Getränkeangebot unterbreitete.

    Auch Jürgen starrte eine Sekunde zu lange auf die miniberockten Beine und empfing unterhalb der Tischkante einen schmerzhaften Ellenbogenstoß in die Seite.

    „You´re looking for mia noi, he?“ lächelte Nok ein wenig finster, aber wer genauer hinschaute, bemerkte auch den Schalk in ihren Augen.

    „Soweit sind wa schon, unglaublich Besitz ergreifend so eine thailändische Tigerin – ich möchte nicht dabei sein, wenn sie mal ihre Krallen ausfährt! - Wo waren wir stehen geblieben?“

    Jürgen wartete auf ein Stichwort von Kurt.

    „Es hat keinen Zweck, irgend eine andere Strategie auszuarbeiten und noch mal unsere Zeit in der Botschaft zu vergeuden“, sagte Kurt unwirsch und nippte am Weißbier.

    Und was schlägst Du vor?“ fragte Jürgen lauernd.

    Wenn es nicht funktionierte, konnte er hinterher sagen, die Idee kam von Kurt.

    Er hatte sich ja schon einmal in die Nesseln gesetzt.

    „Ich schlage vor, die restliche Woche des Urlaubs, die uns verbleibt, zu nutzen, um die Papiere zu beschaffen, die uns die jeweiligen Standesämter nennen. Dann fliegen wir nach Hause, lassen uns diese Unbedenklichkeitsbescheinigung, oder wie das heißt, ausstellen – und je nach Finanzlage und Laune des Chefs sind wir in ein paar Monaten wieder hier, heiraten und beantragen Familienzusammenführung, wie Sandro es vorgeschlagen hat!“

    Jürgen kratzte sich am Kopf, musste aber aufpassen, dass er nicht an die Naht kam, wo erst vor wenigen Tagen die Fäden gezogen worden waren.

    „Please speak English“, bettelte Nok.

    „One moment tirak!“ sagte Jürgen und nahm einen tiefen Schluck aus seinem Halbliterglas.

    „Okay, Du hast Recht, Kurt!“ musste Jürgen nach einer Denkpause einsehen.

    „Wir sind da jetzt bekannt wie die bunten Hunde und mit einer neuen Geschäftsidee brauchen wir erst jar nicht kommen! Also heiraten – obwohl ich ja eijentlich das Zusammenleben erst mal ausprobieren wollte. Geht wohl nicht anders!“

    „So isses, Jürgen!“ sagte Kurt.


    wird fortgesetzt...

  2.  
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  3. #72
    Avatar von Pee Niko

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    Re: Somtam-Party

    Zitat Zitat von MadMovie",p="574212
    Und wenn ich Dich lese, fallen mir immer meine Bierschulden von 2005 ein... [picture]
    Spielschulden sind Ehrenschulden, sagte unser Oppa immer.

    Mit Zinsen gerechnet sollte inzwischen schon ein Additiv in Form eines kleinen Regency drinsitzen..

  4. #73
    Avatar von MadMovie

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    Re: Somtam-Party

    Zitat Zitat von Pee Niko",p="574238
    Mit Zinsen gerechnet sollte inzwischen schon ein Additiv in Form eines kleinen Regency drinsitzen..
    Oder zwei Cachaca!

  5. #74
    Avatar von MadMovie

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    Re: Somtam-Party

    Diesmal war es ein junger Mann, der ihnen unbedingt Schneider´s Weiße Dunkel andienen wollte und Kurt konnte sehr zum Missfallen von Jeab auch diesmal nicht Nein sagen.

    Jürgen hatte schon das Handy am Ohr und bimmelte Sandro an.

    „Okay, alles klar, danke, Sandro!“

    „Was hat unser lieber junger Freund gesagt?“ fragte Kurt nach.

    Jürgen lehnte sich zurück und sagte:

    „Wenn wir nicht ins Internet kommen, sollen wir uns das Merkblatt von irgendeinem deutschen Büro hier janz in der Nähe besorgen. Soll nur ein paar Minuten weg sein.“



    Am nächsten Vormittag holten sie sich das Merkblatt in dem Glaskasten in der South Sathorn Road ab, welches viele Büros beherbergte.
    Aber in dem Wirrwarr eines Feuerwehr-Alarms, wo die Evakuierung des Hauses geprobt wurde, fanden sie sich zunächst erst mal auf der Strasse wieder, bevor sie von einem Angestellten von Sebastian Kiesow freundlich beraten wurden.

    Die Aussicht, in einem Bus, in dem es ungeachtet der Aircon ziemlich stickig sein konnte, stundenlang durch die Landschaft zu schaukeln, war so reizlos, dass man sich entschloss, zum alten Flughafen Don Muang zu fahren, um dort einen Flieger in den Isaan zu besteigen.

    In Khon Kaen angekommen war zunächst einmal guter Rat teuer, denn einen neuen Mietwagen hatten sie nicht geordert und so musste mal wieder der gute Sandro aus der Ferne aushelfen – der gerade in Laos in einem Tempel über das künftige Zusammenleben mit Jean Louis nachdachte, vor allem darüber, wo der gemeinsame Lebensmittelpunkt sein sollte.

    Nach drei Stunden Wartezeit, während derer man sich nicht getraute, das Flughafengelände zu verlassen, trudelte dann Phichit mit einem Kumpel ein und die Farang, Thailadies und das Gepäck wurden in einem alten Honda verstaut.

    Die Stimmung von Nok und Jeab war auf dem Tiefpunkt, zum einen, weil es seit Stunden nichts zu essen gegeben hatte, zum anderen, weil die Farang es nicht geschafft hatten, Visa zu besorgen.

    Was sollte daran so schwierig sein?

    Jürgen bemerkte, dass seine Holde Nok Trübsal blies und fragte vorsichtig nach.

    Wieder einmal bimmelte im fernen Laos ein Handy und Sandro erläuterte auf Thai, dass es keinen anderen Weg gab, als dass die Männer zunächst nach Deutschland zurück kehren müssten und dann mit den erforderlichen Papieren heiraten würden – erst dann gab es die begehrten Visa.

    Mit der Aussicht, in einigen Monaten nun doch das gelobte Land betreten zu können und gemeinsam im mit glühender Holzhohle beheizten Kessel rührend, war auch am frühen Abend die Laune der beiden jungen Frauen spürbar besser geworden.

    Jürgen und Kurt nippten schon wieder am kühlen Singha-Bier und tuschelten sich zu, dass Thailänderinnen entgegen den verbreiteten Klischees, vor allem bei Leuten, die höchstens mal eine Pauschalreise nach Phuket gebucht hatten und von Thailand nur einen Strandabschnitt kannten, keineswegs immer nur den ganzen Tag lächelten, sondern sehr wohl auch ihren Unmut äußern konnten.

    Sandro hatte ihnen alles telefonisch erklärt und den Mädels dämmerte inzwischen, dass dies ein Behördenmarathon werden würde.

    Jürgen und Kurt tranken auf Sandro, denn sie wussten genau, ohne ihn hätte man sich alles mühsam erarbeiten müssen.

    „Auf die Schwu..., äh, den lieben Kumpel Sandro meine ich natürlich!“ lachte Jürgen.

    „Mann, ist das ein cleveres Kerlchen! Verliebt sich in Thailand in einen EU-Bürger und spart sich die ganze Lauferei!“

    Kurt wischte sich den Schaum von dem Mund und kostete von dem gekochten Fleisch und Gemüse, das Jeab auf seinem pinkfarbenen kleinen Plastikteller geschickt mittels Holzstäbchen abgelegt hatte.

    „Dafür haben wir jetzt den Vorteil, dass wir nicht von Deutschland aus alles managen müssen, sondern gleich vor Ort dafür sorgen, dass auch ja keen Papier fehlt!“

    Jürgen wartete noch mit dem Essen und stieß dafür Rauchkringel in Richtung der hohen Dachkonstruktion.

    Auf der Bühne des Mong Party House drehte man an den Reglern und eine Rockband mit einer attraktiven Sängerin am Mikrofon nahm lautstark ihre Arbeit auf.

    „Wir sollten uns mit Bier ein wenig zurück halten“, rief Kurt über den Tisch.

    „Morgen müssen wir wieder mal zu einer Behörde – einer Thailändischen. Mal sehen, wies es da zugeht!“


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  6. #75
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    Re: Somtam-Party

    Jürgen schlief vom weit entfernten Autoverkehr unbehelligt bei Nok auf der Farm und erwachte beim ersten Schrei des erschreckend dürren Hahnes und Kurt musste wieder für das Siam River Resort löhnen, um Jeab nicht zu kompromittieren, denn noch war man ja nicht verheiratet.

    Nok spielte mit ihrem klapprigen Toyota Sammeltaxi und störte Kurt beim Frühstück, der gerade ein Thai-Omelette verzehrte.

    Das Einwohnermeldeamt war nicht im Zentrum der Stadt, sondern an der Peripherie – nicht weit entfernt vom Restaurant Drink & Diner, wo Sandro gestanden hatte, dass er in Jean Louis verliebt sei.

    Jürgen dachte nur einen kurzen Moment daran, dass man dafür, was die beiden trieben, im Europa des Mittelalters auf dem Scheiterhaufen landen konnte – inzwischen waren die Sitten etwas moderater geworden.

    In den Amtsstuben herrschte schon reger Betrieb und überall auf den blauen Plastiksitzen warteten Thais darauf, endlich aufgerufen zu werden.

    Die sonst eher zurückhaltende Jeab marschierte direkt zum Amtsleiter und behauptete einfach, die beiden Farang müssten dringend heute Abend in Krung Theb ihren Flug nach Hause erreichen und ob man sie nicht vielleicht vorziehen könnte...

    Der Amtsleiter, der kein eigenes Büro besaß, sondern rechts in einer Ecke hauste, ließ die vier sofort vor, aber nicht wegen Jeabs Intervention, sondern weil er vor langer Zeit mal mit Nok´s Mutter... was wiederum Jeab nicht wusste...

    In einer deutschen Amtsstube hätte dies zu Protesten der länger Wartenden und somit Benachteiligten geführt, hier in Thailand nahm man es zwar nicht gerade mit Begeisterung hin, aber mit Gleichmut – Falang eben – vielleicht hatten die einen Umschlag über den Schreibtisch wandern lassen...

    Jürgen wollte – wie in der Deutschen Botschaft leider geschehen – keinen Fehler machen, sondern begrüßte den Amtsleiter mit einem Wai, nahm nach einem Kopfnicken des freundlich drein blickenden Herrn mittleren Alters Platz und nestelte einfach das Merkblatt von Sebastian Kiesow hervor, welches auf Deutsch und Thai verfasst war.

    Der Beamte studierte dies aufmerksam, schob die Brille höher auf die Nase und beorderte mit einer Handbewegung eine Büroangestellte zu sich.

    Da sowohl Nok als auch Jeab in Dörfern rund um Chaiyaphum geboren worden waren, dauerte es nur Minuten, bis die entsprechenden Urkunden auf dem Schreibtisch des Amtsleiters landeten.

    Neben den Geburtsurkunden wurden auch die Kopien aus dem Melderegisterauszug nur kurze Zeit später erbracht.
    Kurt und Jürgen warfen sich einen vielsagenden Blick zu.

    „Wow! Die können ziemlich fix sein, die Thais, meinst Du nicht auch?“ flüsterte Jürgen.

    Da weder Nok noch Jeab zuvor mit einem Thai verheiratet waren (zumindest nicht registriert) und keine Kinder hatten, konnte man sich eine Menge Papier ersparen und mit Wais vom Amtsleiter verabschieden.

    Dieser Erfolg musste natürlich begossen werden und dafür hatte sich Nok etwas ganz besonderes ausgedacht:
    Sie entführte Jürgen, Kurt und Jeab ins Halbdunkel des Tawandaeng, einen Preßluftschuppen im besten Sinne des Wortes, denn hier steppte bereits kurz vor 23 Uhr der Elefant.

    Eine Band auf der Bühne bot eine Mischung von Isaan-Folk-Pop-Rock und als man Farang unter den Gästen erkannte, stellte man kurzerhand das Programm um und spielte zwei Stücke der Scorpions und von Celine Dion.

    Beim Gang auf die Toilette spürte Kurt plötzlich, wie sich eine Hand in seinem Genick verkrallte um ihm anschließend einen Handkantenschlag auf die Schulterblätter zu geben.

    Für einen Überfall war der Schlag eindeutig zu schwach gewesen.

    Kurt hielt inne und schielte rüber zu Jürgen, der ihn begleitet hatte und seelenruhig weiter pinkelte.

    Inzwischen wurde die Klopferei auf seinem Rücken immer hektischer und Kurt drehte sich vorsichtig um zu sehen, wer da auf ihn eindrosch.

    „Thaimassage good for fitness!“ grinste ein schmächtiger Thai ihn an und hielt die offene hohle rechte Hand hin.

    Um den Mann los zu werden, kramte Kurt sein ganzes Kleingeld aus der Hosentasche – insgesamt etwa 40 Baht – wusch sich schnell die Hände und hastete Jürgen hinterher, der vor der Toilette mit glimmender Zigarette auf ihn wartete.

    „Sag bloß, das hast Du gewusst, dass man hier hinterrücks ohne Vorwarnung massiert wird!“

    Das „massiert“ sprach Kurt mit einer Leidensmine aus, als hätte gerade ein Muay Thai Kämpfer ihn malträtiert.

    „Nö, gewusst nicht, aber gehört und gelesen habe ich schon davon“, grinste Jürgen.

    „Sach mal, haste mal wieder was vom Lockenkopf Lek gehört?“ fragte Kurt lauernd.

    Hier neben der Bühne war es zwar immer noch recht laut, aber man konnte sich besser unterhalten, als am Tisch.

    Jürgen´s Haltung versteifte sich unmerklich.

    „Nok hat nur jesagt, die wäre nach Süden entschwunden, um sich in einem Seebad einen Farang zu angeln“, knurrte Jürgen.

    Es wurde dennoch ein amüsanter Abend und weil es die Farang nicht auf den Stühlen hielt und sie zur Thai-Musik mit den Armen schlenkerten, prostete man ihnen von den Nebentischen gut gelaunt zu.

    „Hello, Farang, chok dii!“


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  7. #76
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    Re: Somtam-Party

    Am nächsten Morgen brummte Jürgen noch der Schädel, während Nok bereits die Tiere gefüttert hatte und taufrisch, als hätte sie sich nicht auch die halbe Nacht im Tawandaeng um die Ohren geschlagen, ihren Verlobten wach küsste.

    „Today we go swimming nam tok Tad Ton!“

    Jürgen warf ein Kissen nach ihr und begnügte sich damit, nach Thaiart zu duschen, in dem er kaltes Wasser über den mehr oder weniger wohl proportionierten Körper schüttete – während Kurt im Hotel in einer richtigen Duschkabine „Wind Of Change“ vor sich hin pfiff.

    Wieder einmal hieß es Abschied nehmen vom Isaan, einer Landschaft, die den beiden Deutschen immer besser gefiel, was vor ein paar Wochen noch keiner von ihnen geahnt hatte.

    Und Kurte ahnte auch nicht, welche Tricks die Barmädchen in den Touristenhochburgen so auf Lager hatten – Jürgen hatte einige haarsträubende Stories zumindest schon mal im Internet gelesen...

    Vor allem bei einer hatte er den Kopf geschüttelt, wo eine Tänzerin einer A-GoGo in Pattaya von ihrem Freier, der bereit war, regelmäßig Geld zu überweisen, damit sie ihren Job aufgeben konnte, weg gerissen wurde und in einem Nebenzimmer scheinbar verprügelt wurde.

    Sie kam mit verheulten Augen und blauen Flecken wieder – der Verehrer war nun erst Recht bereit zu zahlen – aber die blauen Flecken waren Schminke...

    „Sachen jibt es...“ murmelte Jürgen vor sich hin.

    „Was meinste denn konkret, Jürgen?“ gähnte Kurt.

    „Wir kennen nur einen Bruchteil von Thailand, aber vielleicht nicht mal den schlechtesten Bruchteil, lieber Kurt“, sagte Jürgen philosophisch.

    Kurt registrierte es mit einem Kopfschütteln.

    Man konnte in Thailand auch unwissend gut durch kommen, wenn man die richtigen Freunde, wie Sandro und Jürgen hatte.

    Wobei Jürgen eine flinke Gusche und viel gelesen hatte, aber längst nicht alles wusste, zum Beispiel nicht, was im fernen Berlin, seiner Heimatstadt, gerade ausgeheckt wurde...

    Nok fuhr diesmal selbst und hoffte inständig, dass der klapprige Toyota nicht vor Krung Theb den Geist aufgeben möge...

    Das heißt, er müsste retour auch noch halten...

    Vielleicht wäre es ja möglich, dass Jürgen einen kleinen Beitrag für eine dringend notwendige Reparatur da ließ, hoffte sie...

    Kurt und Jürgen würden in drei Monaten mit den Ehefähigkeitszeugnissen wieder kommen, hatten sie versprochen.

    Dem davonschwebenden Flieger blickten Nok und Jeab noch lange nach, bevor sie zum Parkdeck huschten...


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  8. #77
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    Re: Somtam-Party

    11

    Jürgen vernachlässigte zu Hause die Internetforen, was sich noch als Fehler erweisen sollte.

    Er war zu sehr mit dem Gedanken beschäftigt, was nach der Schließung des traditionsreichen Flughafens Tempelhof passieren würde.

    Er hoffte, entweder in Schönefeld oder Tegel weiter beschäftigt zu werden. Eine Familiengründung ohne Job, ohne Geld?

    Aber noch war nicht aller Tage Abend, denn eine Bürgerinitiative versuchte, die Schließung des Flughafens zu verhindern.

    Diese Sorgen hatte sein Kumpel Kurt nicht, mit dem er regelmäßig telefonierte, denn deutsche Autos waren international immer noch gefragt und der Job von Kurt sicher.

    Jürgen kam dank seiner hervorragenden Kontakte günstig an Flugtickets von LTU, die inzwischen drei Mal wöchentlich direkt von Tegel nach Bangkok flogen.

    Kurt musste dafür den weiten Weg nach Berlin in Kauf nehmen, was den gemütlichen Schwaben nicht wirklich störte. Im ICE konnte er nach einem Bierchen friedlich eindösen, was im Auto unmöglich gewesen wäre.

    In einem kleinen schicken Thai-Restaurant in Berlin-Friedrichshain mit einem neugierigen Kellner, der immer wieder über ihre Schultern lugte, verglichen sie ihre Papiere, denn es gab ja womöglich Unterschiede zwischen den Bundesländern.
    Aber es schien alles in Ordnung zu sein.

    „Auf unsere letzten Tage als Junggesellen!“ prostete Jürgen seinem Kumpel mit Singha-Bier zu – obwohl man hier auch bayerisches Hefeweizen oder Berliner Pilsner hätte ordern können.

    „Wird Zeit, dass wir unsere Süßen endlich heimführen können!“ prostete Kurt gutgelaunt zurück.

    Die Küche war hier hervorragend, stellte der Schwabe anerkennend fest.
    Nur der Schärfegrad war niedriger, dafür die Preise deutlich höher, als im Heimatland von Restaurantbesitzerin, Kellner und Köchin.

    Nach dem fröhlichen Gelage im Thai-Restaurant checkten sie anderntags nochmals alle Papiere und bestiegen nachmittags im Nieselregen wieder einmal einen Airbus, der sie auf Silberschwingen zu ihren Bräuten bringen sollte.


    Zum Begrüßungskomitee am Suvarnabhumi Airport gehörte diesmal eine etwas ältere, aber immer noch attraktive Frau, welche Jürgen nicht kannte – aber instinktiv spürte er, dass er ihr einen besonderen Wai erweisen sollte.

    Es war die Mutter von Nok, welche während ihres letzten Aufenthaltes nie in Erscheinung getreten war, da sie ihre Schwester in einer Gegend, wo sich Tuckae und Jinjok „Gute Nacht!“ sagen, besucht hatte.

    Wie so oft in Thaifamilien, wurde der Vater nicht mit einem Wort erwähnt, weil seit vielen Jahren unbekannt verzogen...

    „Jetzt nur nichts falsch machen“, dachte Jürgen bei sich und legte die Hände knapp über der Nasenspitze zusammen und verneigte sich tiefer, als er es je bei Lek oder Nok gemacht hatte.

    Die Schwiegermutter in spe erwiderte den Wai und lächelte Jürgen freundlich an, auch weil ihr zu Ohren gekommen war, das der künftige Ehemann ihrer Tochter in der Hauptstadt von Jöremanie im Management der Flughäfen tätig sein sollte.

    Wenn schon ein Farang, dachte sie ein wenig konservativ, dann einer mit einem lukrativen Job und dschai dii.
    Wie tief die Zuneigung zu ihrer Tochter war, spielte nur eine nebensächliche Rolle.

    ´Man liebt die Frau, die man heiratet, und nicht umgekehrt´, dachte Wan – so hieß die Mutter von Nok – pragmatisch.

    Jeab wiederum war wie üblich etwas zurückhaltend in ihrer Euphorie, Kurt wiederzusehen.

    Der Schwabe hatte sich schon daran gewöhnt, dass man sich in Thailand in der Öffentlichkeit nicht um den Hals fiel und zu Boden knutschte und erfreute sich an einem angedeuteten Thai-Kuss, wobei Jeab ihm mit dem Stupsnäschen über die linke Wange fuhr, so dass nur ein Hauch zu spüren war, als sie die Luft über seiner Haut einsog.

    Man hatte sich bei Bekannten in Bang Sue einquartiert und zwar in einer Villa, die auch noch Platz bot für die beiden Farang.

    Eine Cousine von Wan hatte einen reichen Thai-Chinesen geheiratet und der Wohlstand resultierte aus zwei florierenden Unternehmen in der Bau – und der Logistikbranche.

    Jürgen und Kurt wunderten sich nicht zum ersten Mal über die Gegensätze in Thailand – auf der einen Seite bittere Armut bei den Reisbauern im Isaan, Bettler in Bangkok und in dieser Soi im Stadtbezirk Bang Sue diese Villa mit einem Fuhrpark von drei Autos.

    Zur Abendunterhaltung trug ein Großbild-Fernseher neuester Bauart bei, den weder Jürgen noch Kurt zu Hause ihr Eigen nennen durften.

    Nach einer angenehmen Nachtruhe in dieser ruhigen Gegend ohne Durchgangsverkehr machte man sich am nächsten Morgen wohlgemut auf zum von Nok telefonischen vereinbarten Termin bei der Deutschen Botschaft in der South Sathorn Road.

    Jetzt konnte nichts mehr schief gehen, den Antrag auf eine Konsularbescheinigung hatte man vorab per Email gestellt und nachdem die beiden Pärchen ihre Taschen und Handys abgegeben hatten, wurden sie wieder einmal mit einem alten Bekannten konfrontiert, dem Mann mit dem ergrauenden Bürstenhaarschnitt.

    Er hatte diesmal wirklich auch nichts auszusetzen und wünschte freundlich „Chok dii!“


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  9. #78
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    Re: Somtam-Party

    Nach kurzer Taxifahrt fanden sich Jürgen und Nok, Kurt und Jeab und die sie begleitenden Trauzeugen im unscheinbaren Flachbau des Bezirksamtes Bang Rak wieder, wo freundliche junge Thais Papiere ausfüllten, Fragen stellten, zum Kopierer rannten und alles zum leitenden Standesbeamten, der wie der Zwillingsbruder des Angestellten in der Deutschen Botschaft wirkte, schafften.

    „Jetzt wird’s ernst!“ raunte Jürgen seinem Kumpel Kurt zu.

    Der leitende Standesbeamte machte „kurzen Prozess“ und nach einem netten Plausch waren zunächst Jeab und Kurt und anschließend Nok und Jürgen standesamtlich getraut.

    Erste Gratulanten waren Wan, die Mutter von Nok, Mo, die Cousine und Nu, die Freundin von Jeab und Nok.

    „So schnell geht das – und schon ist man verheiratet“, wunderte sich Kurt.

    „Tja, mein Lieber – hier in den Tropen gedeihen die Blüten ein wenig schneller“, sagte Jürgen gut gelaunt.

    Auf ausdrücklichen Wunsch der beiden Farang fand der Umtrunk anlässlich der Vermählung im Bierparadies des Suan Lum Night Bazaar statt.

    Nach dem zweiten Schäumchen klingelte Jürgen´s Handy und er ging ein wenig abseits, weil er in dem Trubel, der um ihn herum herrschte, nicht alles verstehen konnte.

    „Hallo, Sandro, altes Haus, wie jeht es Dir? Die große Liebe noch frisch?“

    „Ja, alles bestens! Hier in Good Old Germany sind neue Bestimmungen in Kraft getreten, welche den Zuzug ausländischer Ehegatten regeln – hat mir ein befreundeter Rechtsanwalt mitgeteilt. Dachte mir, könnte nicht schaden, euch darauf hinzuweisen, dass sie für das Vi... vorab D... lernen... mü...!“

    „Hallo, Sandro? Ick kann Dir janz schlecht verstehen! Wat soll det heißen, vorab Deutsch? Verstehe ick nich´!“

    „Ja, sie brauchen für das Visum ein Zer...“

    Die Verbindung war unterbrochen und Jürgen starrte ungläubig auf das Handy.

    Als er versuchte zurück zu rufen, wurde er von einer sanften weiblichen deutschen Stimme darauf hingewiesen, dass sein Guthaben nur noch 45 Cent betrug.

    Auf dem Rückweg zu ihrem Tisch kam Jürgen an einem Döner-Stand vorbei und machte sich den Spaß, den Mann mit der weißen Schürze mit zwei Brocken Türkisch anzuquatschen, die er in Berlin aufgeschnappt hatte.

    Der Mann antwortete in derselben Sprache und Jürgen lachte, als sich heraus stellte, dass der Verkäufer absolut echt war.

    „Einen Döner in der Hand, Weißbier auf´m Tisch und auf der Bühne Reggae-Musik – man gloobt gar nich´, dass man in Bangkok ist!“

    Jürgen zwinkerte Kurt zu, der gerade lustlos in seinem gebratenen Reis stocherte.

    „Gibt es hier auch Spätzle?“ wollte Kurt wissen, dem weder der Appetit auf Khao Pad Gai noch Döner stand.

    „Sicher jibt es dat! Hier in Bangkok ´Bei Otto´ und oben im Isaan in Khon Kaen!“ lachte Jürgen und verschluckte sich beinahe an seinem Döner mit Knoblauch und Chili.

    „Weeß ick alles aus´m Internet!“

    Die Soße tropfte ihm bereits vom Kinn und eilfertig hatte Nok ein Papiertaschentuch bei der Hand, um ihren Ehemann abzutupfen.

    Wan, die Schwiegermutter, hüstelte ebenfalls in ein Papiertaschentuch.

    ´Irgendwie kommen mir die Farang immer ein wenig wie Barbaren vor, ich hoffe nur, dass mein Mädchen in dem fremden, kalten Land glücklich wird´, dachte sie.

    „Übrigens hat der liebe, jute Sandro angerufen“, sagte Jürgen, nachdem er endlich den Döner verspeist und einen tiefen Schluck vom Weißbier genommen hatte.

    „Ich hoffe, es geht ihm gut“, antwortete Kurt zerstreut und drückte unter dem Tisch die Hand seiner Angetrauten Jeab.

    „So janz bin ick nich´ schlau draus jeworden, wat er wollte, aber dat kriegen wir raus!
    Es war irgend etwas mit Deutsch lernen vorab...“


    Am nächsten Morgen ging Jürgen im Office neben dem Haus von Mo in Bang Sue mit seinem Laptop online und versuchte zu ergründen, was Sandro eigentlich hatte sagen wollen.

    Und bald klappte ihm der Kiefer herunter.

    „Det kann doch nich´ wahr sein!“ fluchte er laut.

    Und die beiden jungen Frauen im Office schauten erschrocken von ihren Schreibtischen hoch.

    „Keene Panik Mädels, macht weiter, lasst euch von mir nich´ irritieren!“


    wird fortgesetzt...

  10. #79
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    Re: Somtam-Party

    Ich war unterwegs - aber jetzt geht es weiter!

  11. #80
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    Re: Somtam-Party

    Jürgen klappte sein Laptop zusammen und eilte zum Frühstück, wo bereits alle versammelt waren.

    Über den TV-Bildschirm, so groß wie eine Kinoleinwand, flimmerten die Nachrichten, wo zumeist eine wohlgenährte Prinzessin zu sehen war, die irgendein neues Projekt einweihte.

    „Sawadii khrap!“ sagte Jürgen und machte einen Wai, vor allem in Richtung von Wan, denn er wusste ja was sich gehörte.

    ´Vielleicht kann man aus diesen Farang doch noch anständige Menschen machen – am besten, ich reise gleich mit nach Jöremanie´, dachte Wan.

    „Was gibt es Neues?“ fragte Kurt kauend.

    „Sandro hatte es schon angedeutet. Es gibt eine Gesetzesnovelle, welche den Nachzug ausländischer Ehegatten regelt. Und jetzt kommt es dicke...“ Jürgen machte eine bedeutungsschwangere Pause.

    „Sie müssen auf der Botschaft vor der Erteilung des Visums elementare Deutschkenntnisse nachweisen und das geht nur über ein Zertifikat eines der Goethe-Institute, wo eine Prüfung abgelegt werden muss!“

    „Kann ja nicht so schwer sein“, lachte Kurt, „sogar meine Jeab kann schon ´Liebling´ und ´Schatzi´ sagen!“

    „Dir wird det Feixen schon noch vergehen, lieber Freund, oder weißt Du genau, was die unter einfachen Deutschkenntnissen verstehen?“

    Jürgen kümmerte sich nicht um den Protest des entrüsteten Kurt, der sich auf den Schlips getreten fühlte, sondern übersetzte alles für seine junge Frau ins Englische.

    „Ich glaube nicht, dass dies für uns schon gilt, wir haben den Antrag doch schon gestellt“, knurrte Kurt.

    „Das können wir nur vor Ort raus kriegen!“



    „Wir wollten uns nur höflich erkundigen, wie weit die Bearbeitung der Visa für die Familienzusammenführung fortgeschritten ist. Sie haben sicher Verständnis dafür, dass wir leider nicht unbegrenzt Urlaub haben und außer der Reihe noch einmal vorsprechen. Ich weiß, dass die Bearbeitung einige Zeit in Anspruch nimmt, aber...“

    Derselbe Schalterbeamte mit dem ergrauenden Bürstenhaarschnitt wie beim letzten Mal unterbrach mit einer Handbewegung den Redeschwall des korpulenten Jöhraman.

    Aus diplomatisch-taktischen Gründen hatte Jürgen diesmal Kurt vorgeschickt und hielt sich dezent im Hintergrund.

    „Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass Sie die Visa erst in vier Wochen abholen können unter der Voraussetzung, ihre Frauen haben eine Deutschprüfung erfolgreich absolviert auf dem Level A 1 des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens.“

    Bevor Kurt Luft holen konnte für einen neuen Redeschwall schob der Schalterbeamte durch den Schlitz der Glasscheibe ein Papier.

    „Auf diesem Merkblatt finden Sie alles, was Sie wissen müssen, vor allem, dass die Prüfung hier am Goethe-Institut Bangkok abgelegt werden muss! Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Urlaub!“

    Kurt war so perplex, dass er das Merkblatt nahm und sich vom nächsten Antragsteller einfach wegdrängen ließ.

    „Tja, sieht wohl so aus als ob unser lieber Sandro Recht behalten hat! Leider hast Du nicht mehr gefragt, ab welchem Stichtag dies gilt, aber das ist jetzt auch egal – ick gloobe, ick brauche erst mal een Bier!“ seufzte Jürgen.

    Da es bis zu den bestens bekannten Zapfhähnen von hier nicht weit war, machte man sich zum Leidwesen der Damen zu Fuß auf den Weg, um den Frust per pedes abzureagieren.

    „What´s the matter, tilak?“ fragte Nok, als sie endlich an einem der Metalltische saßen und diesmal schon vormittags nach einem Bier hechelten.

    „Du musst Deutsch lernen, Liebes!“ sagte er auch auf Deutsch und Nok´s Stupsnase kräuselte sich ein wenig.

    „Ich wette, in zwei Jahren sagt sie ´Icke, dette, kieke mal!´!“ lachte Kurt.

    „Und Jeab wird schwäbeln und Spätzle schnitzen!“ polterte Jürgen und klopfte sich vor Vergnügen auf die Oberschenkel.

    So schlecht musste die Nachricht, die sie auf der Embassy erhalten hatten, nicht gewesen sein, mutmaßten Nok und Jeab, denn sonst würden sie sich nicht wie die kleinen Kinder aufführen.

    „Unsere Frauen werden sich nach jahrelangem Aufenthalt in verschiedenen Kulturkreisen weiterhin nur in Thai Lao verständigen können!“ setzte Jürgen noch eins drauf.

    „Thai Isaan, we are not Lao!“ zischte Nok, die nur das Letzte verstanden hatte.

    Jürgen übersetzte nun alles, nach dem er vom eiskalten Bier genippt hatte, ins Englische und die Gesichter von Nok und später auch Jeab wurden immer länger.

    Nok reizte es gar nicht, ihre kleine Farm außerhalb von Chaiyaphum vier Wochen allein zu lassen in der Obhut von Verwandten.

    Jeab hatte zwar nicht alles verstanden, aber auch sie würde ihre Familie und Freunde vermissen, dass heißt, mit Nok blieb sie ja zusammen. Und da sie schon in der Schule von Nok abgeschrieben hatte, erhoffte sie sich auch diesmal einen Vorteil davon beim Erlernen der so schwierigen und völlig fremden Sprache.

    „Wir schaffen das gemeinsam“, sagte Jürgen sanft und drückte Nok´s Hand.

    „Wie nun weiter?“ fragte Kurt, der ebenso Jeab´s Hand gedrückt hielt.

    In den nächsten Wochen würde sich ihre gemeinsame Zukunft entscheiden und alles hing davon ab, ob ihre Frauen binnen kürzester Frist eine ihnen völlig unverständliche Sprache lernen würden, zumindest so, dass es den Anforderungen der Stufe A 1 GER entsprach – was immer das bedeuten mochte...


    wird fortgesetzt...

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