Seite 7 von 10 ErsteErste ... 56789 ... LetzteLetzte
Ergebnis 61 bis 70 von 99

Somtam-Party

Erstellt von MadMovie, 05.08.2007, 01:00 Uhr · 98 Antworten · 8.764 Aufrufe

  1. #61
    Avatar von MadMovie

    Registriert seit
    16.01.2005
    Beiträge
    1.457

    Re: Somtam-Party

    Auf dem Beifahrersitz saß Phichai mit einem Plastikbeutel Cola und Eis in der Hand und am Steuer ein Kumpel von ihm.

    „Sawadii krap, zum ´Drink & Diner´ bitte!“ grinste Sandro.

    „Sag mal, woran erkennt man in Chaiyaphum eigentlich ein Taximeter – das ist doch eines, oder nicht?“ wunderte sich Kurt.

    „Gar nicht! Nur gucken, wer vorbei fährt und wenn man jemand für vertrauenswürdig hält, einfach anhalten!“ lachte Sandro.

    „Jetzt nimmst Du mich aber auf den Arm“, sagte Kurt und drohte mit dem erhobenen rechten Zeigefinger.

    „Inzwischen sollte mich in Thailand gar nichts mehr wundern“, fügte er kopfschüttelnd hinzu.

    Sie brausten durch stockdunkle Sois, so dass bald selbst Sandro nicht mehr genau wusste, wo sie eigentlich waren.

    Erleichtert erkannte er die Strasse wieder, die am Schwimmbad vorbei führte.

    Das mit Leuchtgirlanden illuminierte „Drink & Diner“ war wirklich ein romantisches Gartenrestaurant am Rande von Chaiyaphum und Phichai murmelte zum Abschied „Chok dii!“ und nuckelte an seiner Cola.

    Kurt hatte sich schon gewundert, wo seine zukünftige Frau, der süße Engel – aber auch Drachen haben Flügel – wie Sandro immer zu sagen pflegte, abgeblieben war.

    Aber Thaifrauen sind eigentlich immer im Bilde, was den Aufenthaltsort des nicht nur, aber auch wegen seines Geldes so ge - und beliebten Farang betrifft.

    So winkte Jeab ihrem Kurt von einem Tisch in einem Pavillion zu, den sie längst reserviert hatte.

    Die anderen Somtam-Party-Ladies waren nicht zugegen, wie Sandro und Kurt sofort feststellen konnten.

    Aber sie blieben nicht lange zu Dritt, denn schon nach wenigen Minuten tippelte eine junge Frau an ihren Tisch und Kurt wollte sich schon räuspern, um bei der vermeintlichen Kellnerin zwei Bier zu ordern, als Jeab strahlte:

    „My niece Tui!“

    Sie begrüßten sich mit Wais, was bei Kurt immer noch ein wenig unbeholfen aussah, aber der gute Wille zählte.

    Wenn das eine Massenveranstaltung wird, wie soll ich dann mit Jean Louis unter vier Augen besprechen, was ich denke und fühle, fragte sich Sandro.

    Zunächst einmal musste in einem ausgiebigen Handy-Telefonat geklärt werden, wie es dem Farang Jürgen ging.

    Dass Nok als vermeintliche Freundin immer noch am Krankenbett eines Mannes saß, der eigentlich wegen einer anderen Thailänderin in den Isaan gekommen war, wurde als so selbstverständlich hingenommen, wie der nächste Sonnenaufgang über Chaiyaphum.

    Wenn ich mit einer Thailänderin glücklich werden möchte, dann muss ich mich daran gewöhnen, bestimmte Dinge einfach zu akzeptieren, seufzte Kurt und nippte am Bier, dass ein Kellner inzwischen gebracht hatte.

    Jeab umklammerte unter dem Tisch seine rechte Hand und strahlte ihn an.

    Kurt wünschte sich, einmal mit ihr alleine zu sein und über alle seine Sorgen und Wünsche sprechen zu können.

    Sandro übersetzte pflichtgemäß zwei, drei Sätze des langen Telefonats, wurde dabei aber immer unruhiger und schielte auf die Uhr an seinem linken Handgelenk.

    „You´re waiting for a friend?“ erkundigte sich Tui höflich und im guten Englisch.

    Diese Thailänderinnen sind wie Seismographen, sie registrieren jede emotionale Irritation, dachte Sandro und lächelte Tui an.


    wird fortgesetzt...

  2.  
    Anzeige
  3. #62
    Avatar von MadMovie

    Registriert seit
    16.01.2005
    Beiträge
    1.457

    Re: Somtam-Party

    Sie war nicht abgeneigt, mit diesem jungen, gutaussehenden Farang, der zudem auch noch die Landessprache beherrschte, anzubandeln aber sie wurde von ihrer Tante in die Wirklichkeit zurück geholt.

    Mit knappen Worten in Thai-Isaan erklärte Jeab ihrer Nichte, dass dieser Farang auf Männer stand.

    Tui fügte sich in ihr Schicksal, wohl wissend, dass ihre Tante, wenn sie erst einmal in Deutschland Fuß gefaßt hatte, sie einladen und ihr einen gutsituierten, freundlichen Farang vorstellen würde.

    Aber dieser Sandro erhitzte nun mal die Fantasie der Frauen, auch wenn dies nicht auf Gegenseitigkeit beruhte.

    Tui und Jeab bestellten Tom Kha Gai, Gaeng Kheo Wan, Panaeng Moo und Pad Pak, weil Mam und andere irgendwann einmal erklärt hatten, dass die Farang dies lieber essen würden, als Somtam und Fischsuppe.

    Bevor das üppige Mahl serviert wurde, erkundigte sich Kurt pflichtgemäß danach, wie es denn nun um Jürgen stand, zumal seine zukünftige Frau ja lange genug telefoniert hatte.

    „Es geht ihm schon wieder besser“, sagte Sandro, dabei immer wieder auf seine Uhr schauend und zum Eingang spähend.

    „Morgen Vormittag kreuzen wir dort auf, mit Blümchen, Obst und Schokolade, okay?“

    Dann war es endlich soweit – Jean Louis entstieg einem schwarzen Honda Civic und kam gerade noch rechtzeitig zum Pavillion, bevor das Essen serviert wurde.

    Nach dem opulenten Mahl fragte Sandro unter einem Vorwand, ob man sich nicht lieber zu zweit in eine anderen Pavillion setzen sollte, um dort die Musik einer Live-Band besser genießen zu können.

    „Ich bin im Bilde, Sandro, zumindest glaube ich, dies zu sein. Ich habe lange darüber nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, ich sollte nicht von vornherein die Hälfte der Menschheit bei der Liebe ausschließen!“

    Sandro war erst einmal wie vor den Kopf gestoßen ob dieser für ihn durchaus vielversprechenden Antwort, hatte aber unter anderem in Thailand, aber nicht nur hier, gelernt, sich dies nicht anmerken zu lassen.

    Sandro rührte in seinem Drink und senkte den Kopf.

    Er war zu sehr Kind der europäischen Kultur und Denkweise, um im direkten Blickkontakt seine Gefühle unter Kontrolle zu halten.

    Aber dann wurde ihm bewusst, dass Jean Louis auch von diesem Kulturkreis geprägt war und man eigentlich offen reden konnte.

    „Du bist dem einen Geschlecht nicht abgeneigt, fühlst Dich aber auch zu dem anderen hingezogen? Darf ich Deine Worte so interpretieren?“

    Jean Louis schaute seinem Gegenüber offen ins Gesicht.

    „Ich bin kein Freddy Bulsara, besser bekannt als Mercury, der alles mitnahm, was sich ihm bot. Verstehe mich nicht falsch! Ich habe in meiner Jugend Zärtlichkeiten mit Mädchen und Jungen ausgetauscht, aber als Du mich am Wasserfall und im Krankenhaus so angesehen hast, erinnerte ich mich wieder daran...“

    „Welche Empfindungen waren damals nachhaltiger für Dich? Woran erinnerst Du Dich besonders gern?“

    Jean Louis ließ sich mit der Antwort lange Zeit und nippte an seinem bunten Cocktail.

    „Dies war mir lange Zeit nicht klar, aber wenn Du so direkt fragst – ich könnte mir vorstellen mit Dir gemeinsam dies heraus zu finden!“

    Sandro schwanden die Sinne.

    So eine präzise Antwort hatte er weder erhofft noch erwartet.

    „Und was ist mit Lek?“ fragte er tonlos, immer noch beeindruckt von dem eben Gehörten.

    „Ach, Lek, ich habe heraus gefunden, dass sie sich noch mit einem Belgier aus Antwerpen Emails austauscht, frage mich nicht, wie. Ich bin nur hierher gekommen, um sie zur Rede zu stellen und zu schauen, was sich so ergibt. Da bist Du mir über den Weg gelaufen!“

    „Nicht nur der Belgier, sondern auch Jürgen, der im Krankenhaus liegt...“

    „Ist nicht dein Ernst, oder? Der hat doch eine andere Freundin...“


    wird fortgesetzt...

  4. #63
    Avatar von raksiam

    Registriert seit
    10.08.2006
    Beiträge
    2.827

    Re: Somtam-Party

    Nur so aus Neugier. Wann geht es den weiter mit der Geschichte?

  5. #64
    Avatar von MadMovie

    Registriert seit
    16.01.2005
    Beiträge
    1.457

    Re: Somtam-Party

    Zitat Zitat von raksiam",p="540683
    Wann geht es denn weiter mit der Geschichte?
    Mir ist auch in vier Wochen Thailandurlaub nicht eingefallen, wie ich den Schluss gestalten soll...
    Sicher gibt es hier eine Fortsetzung und einen Schluss, aber nicht vor Ende des Jahres.
    Jetzt ich erst mal am Reisebericht, der auch, wie alle vorangegangenen, im Nittaya erscheinen wird.

  6. #65
    Avatar von MadMovie

    Registriert seit
    16.01.2005
    Beiträge
    1.457

    Re: Somtam-Party

    Entschuldigt die lange Verzögerung - aber jetzt geht es weiter - täglich!

    „Er ist wegen Lek her gekommen, das kannst Du mir glauben. Nok hat nur die Gunst der Stunde genutzt und sich im Krankenhaus als seine Freundin ausgegeben.“

    „Und das soll funktionieren?“ fragte Jean Louis stirnrunzelnd.

    „Warum denn nicht? Ich werde jedenfalls alles dafür tun, dass es funktioniert!“

    Kurt stolperte mit einem halbvollen Bierglas auf sie zu zu.

    „Männer, was´n mit euch los? Kommt ihr wieder rüber zur Party, oder was?“

    Sandro klatschte der Live-Band Beifall, bevor er sich erhob und dem eilig davon wuselnden Kurt folgte.

    Auf dem nur spärlich beleuchteten Pfad, der von der Straße zum Restaurant führte, sah Sandro eine zierliche Gestalt aus dem Schatten eines Baumes zu seinem Begleiter huschen.
    So viel Unverfrorenheit hätte er nun wirklich nicht erwartet.

    Lek schmiegte sich an Jean Louis und hauchte:

    „Tilak, I missed you so much, I only love you, sorry about misunterstanding!“

    Sandro hatte nicht übel Lust, sie nach Jürgen zu fragen und was so alles in der Villa von Mam geschehen war, aber diese Situation mussten die beiden nun selbst klären.

    Sandro und auf einen Wink hin auch Kurt ließen die beiden im Halbdunkel des Ganges der zu dem Pavillion führte, wo sie gegessen hatten, zurück.

    Nach fünf Minuten kam Jean Louis allein zum Tisch und bestellte zwei Cocktails.

    Sandro hielt sich zurück aber Kurt, beflügelt von drei Singha Bier, kicherte:

    „Wer wird nun dieses Siam-Kätzchen streicheln, ha ha?“

    Auf den fragenden Blick von Sandro hin erklärte Jean Louis:

    „Ich habe noch nie bei einer Asiatin so große, kugelrunde Augen gesehen -- als ich ihr erklärte, dass ich nun...“ er räusperte sich, „mit einem Mann zusammen bin!“

    Kurt verschluckte sich an seinem Bier und seine Jeab klopfte ihm behutsam auf den Rücken, aber so sacht, als würde ein Eichhörnchen über die Schultern huschen.

    „Das ist der Oberhammer – würde Jürgen sagen!“ kicherte Kurt.

    „Was Jürgen sagt, werden wir schon bald wissen“, schmunzelte Sandro.



    Sie hatten auf Blümchen und Konfekt verzichtet, dafür von einem Markt in Chaiyaphum frisches Obst mitgebracht, und zwar Sachen, die man in einem deutschen Supermarkt in der Regel nicht kaufen konnte, wie Mangostanen, Rambutan und Farang-Frucht.

    Nok erweckte den Eindruck, den Platz am Bett nicht eine Sekunde verlassen zu haben, wirkte ein wenig übernächtigt, aber glücklich.

    Jürgen hüpfte quietschvergnügt vom Bett durch das Zimmer zur Tür, um Jeab, Sandro, Kurt und Jean Louis zu begrüßen.

    „Heute Abend machen wir wieder Ramba-Zamba, wenn die Weißkittel mir raus lassen! Is´ doch Wochenende, oder nich´?“

    „Schön, dass es Dir wieder besser geht“, sagte Sandro.

    „Wäre ick in die Spree jefallen, hätte es der ärztlichen Kunst gar nicht bedurft“, lachte Jürgen.
    „Danke an euch für die Rettungsaktion“, sagte er, für ein paar Sekunden mit ernster Miene an Jean Louis und Sandro gewandt.

    „Ick weeß nicht, wie mein Schädel auf den Plumps bis janz nach unten reagiert hätte!“

    „Kannst Du Dich noch an alles erinnern, Jürgen?“ fragte Kurt mit gerunzelten Augenbrauen besorgt, da es ja schon Fälle von Amnäsie nach so einem Sturz gegeben hatte.


    wird fortgesetzt...

  7. #66
    Avatar von jeen

    Registriert seit
    09.06.2007
    Beiträge
    291

    Re: Somtam-Party

    Zitat Zitat von MadMovie",p="573263
    Entschuldigt die lange Verzögerung - aber jetzt geht es weiter - täglich!
    Jens

  8. #67
    Avatar von MadMovie

    Registriert seit
    16.01.2005
    Beiträge
    1.457

    Re: Somtam-Party

    „Die Hirnmasse hinter dem Schädel, hart wie ehemalige Berliner Mauer, is´ noch intakt...“

    Jürgen wollte sich seinen Haarschopf kratzen, die rechte Hand ertastete aber nur eine Mullbinde.

    „Jetzt weeß ick, was ihr meint!“ Jürgen drohte mit dem erhobenen Zeigefinger.

    „Ihr gloobt, ick bin so meschugge, det ick nich´ weiß, dass meine personengebundene Krankenschwester hier nicht meine Freundin ist, wegen der ich ...?“

    „Es liegt uns fern, Dir irgend etwas zu unterstellen, Jürgen. Wir glauben schon, dass Du bei klarem Verstand bist“, insistierte Sandro.

    „Glooben? Det is´ fakt!“ Jürgen fuchtelte wild mit den Armen herum, musste aber seinen Bewegungsdrang bremsen, da sich die Prellungen im Schulter- und Oberarmbereich schmerzhaft bemerkbar machten.

    „Ick hatte viel Zeit zum Nachdenken, soweit dies den Umständen entsprechend möglich war, aber denn fiel mir ein Spruch meines Opas ein: ´Von einem schönen Teller kann man nicht essen!´
    Soll heißen: Die Lek ist der Oberhammer bei vergnüglichen Stunden zu Zweit, aber zu einem vertrauensvollen Zusammenleben gehört noch ein wenig mehr. Ick werde also die liebe Nok in´nen Koffer packen und mitnehmen. Und dann mach ick den Koffer off und sie schnuppert Berliner Luft!“

    Jürgen war erschöpft ob der langen Rede und ließ sich auf die Kante seines Krankenhausbettes fallen, stöhnte leise, da er auch eine Prellung im Beckenbereich davongetragen hatte.

    Sandro und Kurt und später auch Jean Louis prusteten los und mussten lachen, während Nok´s große Augen verwundert von einem Farang zum anderen wanderten, um den Grund der Heiterkeit irgendwie an den Gesichtern abzulesen. Das waren schon merkwürdige Gestalten, diese Farang, aber sie würden lernen müssen, damit umzugehen.

    „Mal wieder im Ernst“, sagte Sandro.
    „Touristen-Visa könnt ihr euch abschmatzen.“

    „Wieso das?“ ereiferte sich Kurt. „Das werden wir ja sehen, wenn wir da nur selbstbewusst genug auftreten und unser Anliegen überzeugend rüber bringen!“

    „Mal sachte mit die jungen Pferde“, brummte Jürgen.
    „Nok hat mir schon ein paar Fälle erzählt, wo junge Frauen aus der Gegend hier kein Touri-Visum für unser gelobtes Land bekommen haben.“

    „Ich will aber meine Jeab mitnehmen nach Stuttgart und sie sieht es genau so!“ maulte Kurt und ließ seinen massigen Körper auf den einzigen freien Plastikstuhl im Krankenzimmer fallen.

    „Dann bleibt nur eins...“ Sandro kratzte sich am Kinn.
    „Ihr müsst die Damen heiraten und Familienzusammenführung beantragen. Dazu braucht ihr aber wieder Papiere, wie eine Eheunbedenklichkeitsbescheinigung, die ihr nur in Deutschland beschaffen könnt.“

    „So kompliziert ist das?“ fragte Kurt ungläubig.

    „Ist leider so und das Beschaffen aller notwendigen Papiere kann schon mal ein paar Monate dauern.“

    „Wenn die Weißkittel mir raus lassen, fahren wir sofort nach Bangkok, um uns zu erkundigen!“ meldete sich Jürgen zu Wort, der wieder aufgestanden war und durchs Zimmer hüpfte.

    „Nach meiner unmaßgeblichen Meinung würde ich euch raten, die Papiere zu beschaffen, die euer zuständiges Standesamt haben möchte, und zwar im Original mit beglaubigter Übersetzung!“ sagte Sandro.



    Und so kam es, dass Sandro und Jean Louis eine Reise nach Nong Khai und weiter nach Laos planten und die Pärchen Kurt und Jeab sowie Jürgen und Nok die Reisetaschen packten, um sich auf den Weg nach Bangkok zu machen – weil sie nicht glauben wollten, was Sandro ihnen erzählt hatte.

    „Das ist doch eine Schwu... äh, 5exuell anders Orientierter, woher will der das so genau wissen!“

    „Immerhin hat er Dir das Leben gerettet!“ wagte Kurt einzuwenden.

    „Das qualifiziert ihn aber nicht zum Fachanwalt für Ausländerrecht! Wir werden das Kind schon schaukeln, vertraue mir, lieber Kurt!“ zwinkerte Jürgen seinem Reisegefährten zu.
    „Ick habe auch schon eine Idee...“


    wird fortgesetzt...

  9. #68
    Avatar von MadMovie

    Registriert seit
    16.01.2005
    Beiträge
    1.457

    Re: Somtam-Party

    10

    Nok beauftragte eine Nichte, die liebend gern auch mit nach Bangkok gefahren wäre, mit der Betreuung des Hundes und der anderen Tiere auf der kleinen Farm und Jeab brauchte auch einen ganzen Tag, um sich nur von den wichtigsten Freunden und Verwandten zu verabschieden, Kurt immer im Schlepptau, der die Dörfer rund um Chaiyaphum nie mehr vergessen würde.

    Dann stiegen sie alle in den Aircon-Bus Richtung Metropole, brauchten aber geschlagene viereinhalb Stunden, da der Bus an jeder Bananenstaude hielt, an die gerade ein Hund pinkelte.

    Sie suchten sich ein preiswertes Hotel in der Nähe des Suan Lum Night Bazaar, weil Jürgen irgendwo im Internet gelesen hatte, dass es dort so ziemlich alle deutschen Weißbiersorten gab. Die Zustimmung von Kurt war ihm sicher...

    Sie beschränkten sich an diesem Abend in diesem Paradies für Biertrinker auf zwei dunkle Hefeweizen pro lange Nase, denn sie wollten ja ihren Plan nicht mit einer Alkoholfahne vortragen und die sie begleitenden thailändischen Perlen standen nicht auf Alkis und rümpften schon bei der zweiten Bestellung die Stupsnäschen.

    Der wieder hergestellte Jürgen machte die Feststellung, dass zwar die fast schon vergessene Lek im Sonnenlicht ungemein fotogen war, aber die liebe Nok im Dunkeln im Hotelzimmer so einiges zu bieten hatte...

    Und wieder einmal verfluchte er sich selbst, warum er erst im Frühherbst seines Lebens nach Thailand geflogen war.

    Im Nachbarzimmer verlor auch die sonst so zurückhaltende Jeab jede Scheu – hier in Krung Theb kannte sie ja keiner und so konnte sie auch nicht ihr Gesicht verlieren, und der knuddlige Kurt schlief nach einer „Spezialbehandlung“ friedlich schnaufend ein – nur kurz gestört von einem Boxhieb in die Seite, weil er schnarchte...

    Am nächsten Morgen zwängten sich alle nach dem Frühstück im Hotel in ein Taxi und die Thailadies tuschelten aufgeregt: Warum hatten sich die Farang in weiße Hemden, Krawatten und Jacketts gewandet? Wollten die etwa heute schon in Bang Rak Termine machen? Nein, unmöglich, denn dazu brauchte man Papiere – soviel verstanden selbst die Mädels aus der Provinz.

    Nach nur fünf Minuten waren sie schon am Ziel in der South Sathorn Road angekommen und Jürgen bezahlte den Taxifahrer.

    Von Außen deutete nichts darauf hin, dass es sich um die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland handeln könnte – bis auf den Bundesadler auf einem Schild an einer verputzten Mauer.

    „Denn mal rin in die jute Stube!“ schmunzelte Jürgen.

    „Macht auf mich eher den Eindruck eines Hochsicherheitstraktes eines amerikanischen Gefängnisses“, flüsterte Kurt kleinlaut.

    „Wenn Du Dich drinnen so aufführst, wird das nie was mit unserem genialen Plan!“ polterte Jürgen und wurde von zwei dunkel gekleideten Sicherheitsbeamten in Empfang genommen.

    Nach dem Jürgen Umhängetasche, Handy und andere als gefährlich eingestufte Utensilien in einen Plastikkorb abgelegt hatte, war er auch etwas kleinlauter geworden, behielt aber seinen Optimismus.

    Zunächst mal waren beide überrascht - mal abgesehen davon, dass durch die hohen Mauern und die Sicherheitskontrollen tatsächlich so etwas wie eine Gefängnisatmosphäre geschaffen wurde – dass alle Angestellten in dieser deutschen Behörde scheinbar Thais waren.

    Besonders gut drauf war der junge Thai am Empfangsschalter, der, nach dem er sich das Anliegen auf Deutsch angehört hatte, schmunzelte und „Viel Glück!“ wünschte.

    Ungeachtet der frühen Morgenstunde war der „Gefängnisvorhof“ schon gut besucht und unsere beiden Antragsteller fielen gegenüber den anderen Deutschen in ihren Shorts und Hawaii-Hemden allein schon durch ihre geschäftsmäßige Kleidung auf – ein Effekt, den Jürgen einkalkuliert hatte, obwohl er auch zum ersten Mal da war, und nicht wissen konnte, was da abging.

    „Kleider machen Leute!“ flüsterte er Kurt ins Ohr und seine Zuversicht wuchs, als sie sich zu dem Schalter bewegten, der ihnen genannt worden war.

    Zunächst wurde ein anderes Pärchen abgefertigt und der männliche, das heißt deutsche Part, fluchte leise.
    „Schei... Gerade das Papier habe ich nicht mit dabei!“

    Dann wurden Jürgen und Nok aufgerufen...


    wird fortgesetzt...

  10. #69
    Avatar von Pee Niko

    Registriert seit
    28.02.2005
    Beiträge
    2.790

    Re: Somtam-Party

    Es macht immer wieder Spaß, dich zu lesen, [s:4901258736]S[/s:4901258736] MM :bravo:

  11. #70
    Avatar von MadMovie

    Registriert seit
    16.01.2005
    Beiträge
    1.457

    Re: Somtam-Party

    Zitat Zitat von Pee Niko",p="573947
    Es macht immer wieder Spaß, dich zu lesen
    Und wenn ich Dich lese, fallen mir immer meine Bierschulden von 2005 ein...

Seite 7 von 10 ErsteErste ... 56789 ... LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. 31.12 Party in BKK ???
    Von Tschaang-Frank im Forum Treffpunkt
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 27.12.09, 05:55
  2. Tot nach Somtam-Essen
    Von resci im Forum Essen & Musik
    Antworten: 21
    Letzter Beitrag: 20.07.07, 10:08
  3. PARTY die 2te!!
    Von Tschaang-Frank im Forum Treffpunkt
    Antworten: 9
    Letzter Beitrag: 08.08.05, 22:34
  4. Party!!!!!!!!
    Von Tschaang-Frank im Forum Treffpunkt
    Antworten: 14
    Letzter Beitrag: 07.08.05, 18:44
  5. SomTam = Steckrüben Pok Pok
    Von heini im Forum Essen & Musik
    Antworten: 17
    Letzter Beitrag: 21.10.02, 09:40