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Somtam-Party

Erstellt von MadMovie, 05.08.2007, 01:00 Uhr · 98 Antworten · 8.784 Aufrufe

  1. #51
    Avatar von MadMovie

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    Re: Somtam-Party

    Ich bin ein paar Tage nicht da - die nächste Fortsetzung voraussichtlich am kommenden Wochenende!

  2.  
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  3. #52
    Avatar von Pee Niko

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    Re: Somtam-Party

    Ok, genehmigt unter der Vorrausetzung, dass es dann ein paar mehr werden.

  4. #53
    Avatar von ChangLek

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    Re: Somtam-Party

    .....treibt ihn doch nicht so - auch wenn wir noch so gespannt warten....

  5. #54
    Avatar von Yogi

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    Re: Somtam-Party

    Unter ein paar Tage verstehe ich genau 2 Tage. Und die sind jetzt rum. ;-D Voooortsetzuuung!!
    Gruss Jürgen

  6. #55
    Avatar von MadMovie

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    Re: Somtam-Party

    Zitat Zitat von MadMovie",p="520403
    die nächste Fortsetzung voraussichtlich am kommenden Wochenende!
    Damit ist alles gesagt...
    Jedes weitere Wort (über Reiseberichte in Deutschland) ruft den Zorn des Olymp hervor... :-)

  7. #56
    Avatar von MadMovie

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    Re: Somtam-Party

    „Fehlt eijentlich nur noch unser junger Freund“, sagte Jürgen ein wenig geistesabwesend und sich nach Lek umschauend, die aus dem Gewühl noch nicht wieder aufgetaucht war.

    „Der steigt gerade vom Motorrad“, antwortete Kurt seelenruhig und genehmigte sich einen weiteren Schluck stark verdünnten eisgekühlten Whisky.

    Das leere Glas wurde von Jeab sofort wieder gefüllt.

    „Servus, ihr Schwerenöter und Thailand-Experten!“ grüßte Sandro freundlich grinsend und strich sich durch das schweißnasse Haar.

    „Jetzt ohne Helm hätte ick dir ooch erkannt“, maulte Jürgen.

    An der verschlossenen Villa von Mam hatte niemand geöffnet und auf die Nachfrage, wo man hier die beiden Farang suchen könnte hatte Phichai „Nächstes Dorf, große Party“ als Antwort gemurmelt.

    Phichai verabschiedete sich und Sandro nahm am langen Tisch Platz und ließ sich ein Glas Eiswasser reichen.

    „Macht einen fertig, die Hitze hier“, brummte Kurt, nur um die Unterhaltung wieder in Gang zu bringen.

    Die Frauen tafelten auf: Schälchen mit gebratenem Reis, Hähnchenkeulen, pad pak – gebratenes Gemüse und natürlich Somtam, der nicht fehlen durfte.

    Obwohl alle bis auf Sandro gut gefrühstückt hatten hauten sie rein, als würde es bis morgen nichts mehr geben.

    Abseits des Festgeländes hatte Lek versucht, mit ein paar Telefonaten die Situation unter Kontrolle zu bringen, aber Jean Louis war schon im Lande und nun galt es unter allen Umständen, den Schaden zu begrenzen und die beiden Farang voneinander fern zu halten – soweit es in ihrer Macht stand.

    Urplötzlich stand Lek wieder neben Jürgen mit einem Glas des Whisky-Soda-Eis-Gemisches in der Hand.

    „Een Bier wär mir lieber, Schatz!“ grummelte er.

    Dann besann er sich darauf, dass seine süße Maus ja gar kein Deutsch verstand und fragte:

    „Bia Singh, tirak?“

    Das hatte er in zwei Tagen Thailand-Aufenthalt schon mehrfach gehört uns es ließ sich leicht merken.

    Lek eilte von dannen und war froh darüber, dass sie ihrem im Moment bevorzugten Verehrer nicht in die Augen schauen musste.

    Ganz so abgebrüht, wie eine in einem Touristenzentrum geschulte Thailänderin war sie dann doch nicht.

    Sandro schaute in die Runde, wurde aber von seinem Gedankengang, dass sich Kurt auch in Deutschland von Jeab richtig bemuttern lassen würde und niemand sich besser darauf verstand, als eine Thailänderin, wo hingegen bei Jürgen und Lek der Wurm drin war, unterbrochen, weil eine laute Stimme durch die überall angebrachten Lautsprecher plärrte.

    Ein Mönch vom nahe gelegenen Kloster rief unverständliche Worte durch ein Mikro, die Thais sprangen auf und rissen die Arme in die Höhe.

    Nach einigem Zögern machten die drei Farang mit.

    Der Spuk war schnell vorbei und aus der übersteuerten Anlage dröhnte wieder Musik.

    Sandro war auf eine Laien-Combo aufmerksam geworden, die zwei Tische weiter Folklore Musik machte.

    Interessiert trat er näher und Jürgen folgte ihm.

    Ein Isaan-Bauer blies in eine überdimensionale Pan-Flöte und ein anderer nutzte alles, was herum stand, um darauf den Rhythmus zu klopfen.

    Sandro lachte und Jürgen stupste ihm in die Seite.

    „Wat singen die hier?“

    „Spottlieder über uns Farang! Ich werde als kathoey bezeichnet, was zwar nicht richtig, aber auch nicht ganz falsch ist, und du solltest dir lieber eine bodenständige mia noi suchen...!“

    Sandro verschluckte sich am gereichten Getränk, es war handwarmer Lao Khao, den er überhaupt nicht vertrug.

    „Wat zum Kuckuck ist eine mia noi?“ fragte Jürgen mit großen Augen.

    Die aufgetakelte Lek stand direkt hinter ihm, was der Volkspoesie Nahrung gegeben hatte.

    „Das einfache Volk erfasst manches schneller als Philosophen“, sagte Sandro vieldeutig.

    „Wat soll det nun wieder bedeuten und überhaupt haste meine erste Frage noch gar nich´ beantwortet“, stöhnte Jürgen, dem man gerade ein Glas Lao Khao reichte.

    Er konnte sich gerade noch beherrschen, um es nicht auszuspeien.

    „Ick persönlich gloobe, die vergiften hiermit Ratten, falls die Nager so blöde sind, det zu saufen!“

    „Mia noi heißt Nebenfrau und ist hier so etwas wie ein Statussymbol für vermögende Männer und Volkes Seele wollte dir nur verklickern, dass Du bei einer so attraktiven, aber womöglich auch schwierigen Partnerin dir lieber noch eine pflegeleichte zweite Liebhaberin zulegen solltest!“

    „Det verstehe wer will!“ grunzte Jürgen und kippte den Reisschnaps herunter.

    Das Volksfest zu Ehren des neuen Mönches erreichte so langsam den Siedepunkt und Sandro war der Meinung, dass seinen beiden Reisegefährten ein wenig Abkühlung gut tun würde.

    Mit seinem diplomatischen Geschick gelang es ihm auch, die Deutschen und die Thaimädels zum Aufbrauch zu bewegen.


    Fortsetzung folgt...in einer kürzeren Zeitspanne als zuletzt, versprochen!Danke für eure Geduld!

  8. #57
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    Re: Somtam-Party

    Für Sandro war das nichts Neues, aber Kurt und Jürgen wunderten sich schon, wie viele Leute in und auf einem Pick-Up, den Jeab flugs organisiert hatte, Platz fanden.

    Die drei Farang galten als VIPs und reisten besonders komfortabel im Geländewagen von Mam.

    Nok fügte sich seufzend in ihr Schicksal – in ihre verbeulte Nuckelpinne wollte niemand einsteigen.

    Der Autokorso bewegte sich zunächst zurück nach Chaiyaphum um dann nach Norden abzubiegen zum Tad Ton Nationalpark, das Naherholungsgebiet Nummer Eins für die Stadtbevölkerung von Chaiyaphum.

    Es ging über eine hügelige gerade Straße in Richtung eines Bergkammes.

    „Die Straßen hier sind tipptopp in Ordnung, kein Loch im Asphalt“, fühlte sich der Ingenieur Kurt bemüßigt zu sagen.
    „Na kein Wunder, die haben ja hier auch keinen Winter so wie wir“, lachte er.

    „Dafür extreme Hitze, sturzbachartigen Regen und höhere Temperaturgegensätze zwischen Tag und Nacht als die Zentralregion um Bangkok“, wandte Sandro ein.

    Jürgen beteiligte sich überhaupt nicht an der für ihn belanglosen Diskussion über die Straßenverhältnisse im Isaan. Er machte sich Gedanken darüber, warum seine Lek, der heiße Feger der letzten Nacht, sich plötzlich so anders verhielt.

    Natürlich könnte man das abtun mit einer Handbewegung und sagen „Weiber!“

    Aber er hatte das ungute Gefühl, dass mehr dahinter steckte und dies bereitete ihm Bauchschmerzen.

    Die Wagenkolonne stoppte links in einer Staubwolke.

    „Sind wir schon da? Ick sehe hier keen Wasser!“ rief Jürgen, der aus seinen Gedanken gerissen worden war.

    „Nahrungsbeschaffungsmaßnahme!“ grinste Sandro über beide Ohren.

    „Die haben ständig Hunger, sind nur am Futtern und bleiben dabei beneidenswert schlank, wie machen die das nur?“ stöhnte Kurt und strich sich über sein Bäuchlein, von Jeab liebevoll „pumphui“ genannt.

    Die Plastiktütchen wurden in den drei Autos verstaut und schon ging es weiter.

    Die Wagenkolonne stoppte an einem Kassenhäuschen und Sandro huschte aus dem Auto um mit den Angestellten der Parkverwaltung zu diskutieren.

    „Wat haste denen jesagt?“ brummte Jürgen.

    „Ich bin Englischlehrer, lebe schon lange in Thailand und möchte den Thai-Eintrittspreis! Klappt nicht immer, aber manchmal“, schmunzelte er.

    „Und heute?“ fragte Kurt.

    „Hat es geklappt! Macht aber nicht viel aus beim Gesamtpreis, da ich für euch wohl kaum das Gleiche behaupten konnte.“

    Die Wagenkolonne bog ein auf einen schattigen asphaltierten Parkplatz und alle sprangen von der Ladefläche oder den edlen Ledersitzen, je nach Gefährt.

    Es war noch ein kleiner Fußmarsch zu bewältigen vom Parkplatz zum in der Ferne tosenden Wasserfall, zumeist unter schattigen Bäumen, was die Hitze für die aus allen Poren schwitzenden Farang erträglich machte.

    Von den anderen unbemerkt beobachtete Sandro einen jungen Mann mit langen welligen braunen Haaren, der aus einem Mietwagen stieg und irgend etwas rief, was aber nicht zu verstehen war, weil man sich schon zu weit entfernt hatte.

    Sandro konnte den Blick nicht von dem gutaussehenden Mann lassen und schickte ein Stoßgebet zum Himmel:

    „Bitte lass ihn Männer und nicht Frauen lieben!“

    Aber Sandro wusste genau, dass er wohl eher im Lotto gewinnen, als dass diese Bitte erhört wurde.

    Es war nun mal so, dass alleinreisende Männer meist wegen der Frauen nach Thailand kamen, auch wenn sie andere Gründe vorschoben.

    Lek blickte kurz über die Schulter und wurde für eine Sekunde kreidebleich unter der braunen Haut, hatte sich aber sofort wieder im Griff.


    wird fortgesetzt...

  9. #58
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    Re: Somtam-Party

    Auch dies war wiederum nur von Sandro bemerkt worden, da er ohnehin in dieselbe Richtung wie Lek gestarrt hatte.

    Alles klar, dachte Sandro bei sich und verabschiedete sich schon mal von seinem Traum.

    Ein anderer Liebhaber von Lek ist unvermittelt aufgekreuzt und die Süße weiß nun nicht, wie sie sich verhalten soll.

    Schlechtes Timing – Profis klären so was im Vorfeld und führen einen Kalender.

    Dies würde noch ein amüsanter Nachmittag werden, dachte Sandro und vergaß alle Sorgen im Zusammenhang mit Aad und auch den kurzen Traum, den er vorerst begraben musste.

    Jürgen und Kurt trampelten beflügelt vom Alkohol, den sie auf dem Fest zu Ehren des künftigen Mönches genossen hatten, vornweg und suchten nach einem geeigneten Platz zum Rasten.

    Die sie begleitenden thailändischen Damen hatten aber ihren eigenen Kopf und breiteten eine Decke an einem Platz aus, der ihnen genehm war.

    Sofort wurden die unterwegs erworbenen Speisen ausgepackt und von den Mädels ausgiebig verkostet.

    „Bei der Hitze hab ich nicht ständig Hunger!“ knurrte Jürgen.

    Im Fluss oberhalb des Tad Ton Wasserfalls planschten an diesem Wochenendtag viele jugendliche Thais, züchtig bekleidet mit T-Shirts und Boxershorts.

    „Schlimmer als am Wannsee an einem Hochsommertag!“ stöhnte Jürgen und streifte Jeans und Hemd ab.

    Kurt genierte sich ein wenig, aber die Umkleidekabinen waren zweihundert Meter weg und so pellte er sich aus den verschwitzten Klamotten, wie es der Berliner vorgemacht hatte.

    Sandro hielt weiterhin Ausschau nach dem hübschen, jungen Mann, konnte ihn aber nirgends entdecken.

    „Wat is´, Sunnyboy, willste nich´ ooch mit ins Wasser?“ riss ihn Jürgen aus seinen Gedanken.

    Der Berliner und der Schwabe waren bereits dabei, die Treppen hinunter zum Wasserfall zu steigen.

    „Seid bitte vorsichtig Männer“,warnte Sandro, „ihr habt gegessen und getrunken und seid verschwitzt – steigt langsam in die kühlen Fluten!“

    „Jawoll, Super-Nanny!“ kicherte Jürgen.

    Zuvor hatte er noch versucht seine liebe Lek zum Bad in den Stromschnellen zu bewegen. Die hatte ihn aber angesehen, als solle sie zum Mond ohne Rakete und Schutzanzug fliegen.

    Kurt stieg behäbig, so wie es nun mal seine Art war, ins Wasser und vergewisserte sich bei jedem Tritt, dass er auf den rundgewaschenen glitschigen Steinen einen einigermaßen sicheren Stand hatte.

    Jürgen hingegen stürzte sich ungeachtet der Warnungen mit einem Bauchklatscher ins Wasser und blieb zum Spaß so lange in einer Mulde unter Wasser, bis Kurt vorsichtig herangewatschelt kam, um nach dem Rechten zu sehen.

    Jürgen stieß in einer Gischtfontäne nach oben und bespritzte den verdutzten Kurt.

    „U-Boot spielen macht hier keinen richtigen Spaß, dafür isset zu flach – aber herrlich kalt, fast wie im Atlantik, brrr!“

    „Du hast mir aber einen Schrecken eingejagt!“ schnauzte Kurt.

    „Ich dachte schon, Du wärst untergegangen!“

    „Quatsch! Hol´ lieber die Schwuch..., äh, den Sandro her, damit er ein Foto von uns macht!“

    Gehorsam stiefelte Kurt über die rutschigen Steine und Felsplatten im Wasser wieder Richtung Ufer um Sandro herbei zitieren zu können.

    Dieser fand auch den Fotoapparat von Jürgen in dessen Gepäck, schlüpfte aus Jeans und T-Shirt und watete kopfschüttelnd zu den anderen beiden Deutschen.

    Diese Heteros sind schlimmer wie die kleinen Kinder, dachte er bei sich.
    Aber was soll´s.

    „Näher zum Wasserfall!“ dirigierte Jürgen. „Das wird sicher ein geiles Foto!“

    Und er schickte sich an, rückwärts in Richtung des donnernden Wasserfalls zu balanzieren, was zunächst auch gut ging.

    Jürgen ruderte aufgeregt mit beiden Armen.

    „Wo bleibt ihr beiden Trödelliesen, sorry, die sitzen ja am Ufer und mampfen Grünzeug, welches sie zuvor mittels Gewürzen und Fischsaucen für unsereins ungenießbar gemacht haben, also Trödelauguste, wobei ick mir für Sandro noch etwas and...aaah!“

    Jürgen rutschte auf dem runden Steinblock aus, stürzte nach hinten, schlug mit dem Hinterkopf auf und versank im Wasser.


    wird fortgesetzt...

  10. #59
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    Re: Somtam-Party

    Nach wenigen Sekunden tauchte der reglose Körper wieder an der Wasseroberfläche auf und trieb langsam, aber unerbittlich in Richtung des in die Tiefe stürzenden Wasserfalls.

    Nach einer Schrecksekunde warf Sandro dem verdutzten Kurt den Fotoapparat zu und hüpfte geschmeidig wie ein Muay Thai Kämpfer von einem Felsblock zum anderen.

    Ein junger Thai hatte ebenfalls den Unfall bemerkt und näherte sich im selben Tempo von links.

    Ein anderer Farang rannte vom rechten Ufer kommend über die Felsblöcke.

    Sandro registrierte aus den Augenwinkeln, dass dies ausgerechnet jener junge Mann war, auf den er ein Auge geworfen hatte, der aber sicher nur wegen Lek hier war.

    Das war im Moment völlig irrelevant – zu dritt schafften sie es gerade noch, die Füße des bewusstlosen Jürgen zu packen, bevor dieser über die schäumende Kante des Falls in die Tiefe gerissen wurde.

    Dabei brachten sich die drei Retter selbst in Gefahr und hatten alle Mühe, den Verletzten gegen die Strömung vom Wasserfall weg zu ziehen, um ihn dann ans rechte Ufer zu tragen.

    Nok, Jeab, Mam, Nu, Muay und Lek waren aufgesprungen und pressten die Hände vor den Mund.

    Für einen Moment sah es wirklich so aus, als würde Jürgen 40 Meter in die Tiefe gerissen werden.

    Mit vereinten Kräften hatten Sandro, der junge Thai und der Franzose Jean Louis es geschafft, den immer noch bewusstlosen Jürgen an Land zu hieven, die Treppenstufen hinauf zu tragen und auf die Decke zu betten, die von den Damen in Windeseile von Geschirr, Besteck und Essensresten beräumt worden war.

    Kurt war geistesgegenwärtig zum nahe gelegenen Häuschen der Nationalparkverwaltung gerannt und händeringend im gebrochenen Englisch darum gebeten, sofort einen Rettungswagen aus Chaiyaphum anzufordern.

    Offensichtlich hatte man ihn auch verstanden, denn die Angestellte der Parkverwaltung telefonierte umgehend.

    Erleichtert machte sich Kurt auf den Weg zum Rastplatz, wo es eigentlich Lek´s Aufgabe gewesen wäre, sich um ihren Liebsten zu kümmern.

    Diese versteckte sich allerdings hinter Mam und Muay, während Nok und Jeab die Bemühungen der Männer unterstützten, den Verunfallten wieder in diese Welt zu holen.

    Als alles nichts mehr half, gab Sandro dem Jürgen eine Backpfeife und brüllte:

    „Hey, Jürgen, hörst Du mich!?“

    „Wir müssen versuchen zu pumpen Wasser aus die Bauch“, wagte Jean Louis im gebrochenen Deutsch einzuwenden.

    Sofort machte er sich wie ein professioneller Rettungssanitäter ans Werk, drehte den Kopf des Unfallopfers nach rechts und machte mit den Armen Pumpbewegungen.

    Tatsächlich spie Jürgen nach einer Minute Wasser aus dem Mund und begann zu Husten.

    „Wir ´aben ihn wieder!“ freute sich der Franzose und wunderte sich über den intensiven Blick, mit dem ihn der junge, gutaussehende Deutsche, der auf der anderen Seite neben dem Kopf des Unfallopfers kauerte, ihn musterte.

    Inzwischen war auch ein Rettungssanitäter von der Parkverwaltung eingetroffen, der erleichtert feststellte, dass es für ihn nicht mehr viel zu tun gab.

    Es dauerte nicht lange, da tauchten zwei weitere junge Thais auf, die eine Trage herbei schleppten.

    „Die sind aber fix hier!“ staunte Kurt nicht schlecht und wartete auf einen Hubschrauber oder Rettungswagen, wie er es aus Deutschland gewohnt war.

    Hier befand man sich allerdings in der thailändischen Provinz, im Isaan, wo ein wenig mehr Eigeninitiative gefragt war.

    Lek hatte sich noch immer nicht aus ihrer Deckung getraut, ja sie war sogar wie vom Erdboden verschluckt, wie Sandro mit einem kurzen Blick feststellen musste.

    Irgendwie musste die sich unbemerkt aus dem Staub gemacht haben, obwohl ihr aktueller Lover auf einer tragbaren Liege festgeschnallt immer noch nach Luft rang.


    wird fortgesetzt...

  11. #60
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    Re: Somtam-Party

    „Rettungswagen kommt nicht, da Patient wieder bei Bewusstsein. Habt ihr ein großes Fahrzeug hier?“ fragte der junge Sanitäter der Nationalparkverwaltung.

    „Ja, haben wir, vorn am Hauptparkplatz!“ antwortete Sandro auf Thai und wechselte einen kurzen Blick mit Jean Louis, wer den vierten freien Griff an der Trage übernehmen würde.

    Sandro überließ nur zu gern dem Franzosen den Vortritt, um den Mitreisenden Kurt und die sie begleitenden jungen Frauen zu informieren.

    Mam verstand sofort, dass man ihren Wagen nutzen würde und eilte vorneweg.

    Nach einer halben Stunde rasanter Fahrt war man am Städtischen Krankenhaus Chaiyaphum angekommen, nicht weit entfernt von dem Hotel, wo sie sie zuerst abgestiegen waren, und Kurt staunte nicht schlecht – das hatte europäischen Standard, den er hier in der thailändischen Provinz nicht erwartet hätte.

    Jürgen wurde mit dem Fahrstuhl ins Obergeschoss befördert und niemand nahm Anstoß daran, dass ihn ein ganzer Tross von Farang und Thailänderinnen begleitete.

    Man sah einfach darüber hinweg.

    Jürgen bekam ein nobles Einzelbettzimmer und Nok schaute sich um.

    Von Jürgens Freundin Lek war weit und breit nichts zu sehen.

    Der Stationsarzt fragte auf Thai, wer die Freundin des Verunfallten sei und Nok nutzte die Gunst der Stunde und blieb einfach am Bett sitzen.

    Kurt runzelte die Stirn, aber Sandro gab ihm mit einem Handzeichen zu verstehen, die Klappe zu halten.

    Dann wurden alle Begleitpersonen außer Nok vom medizinischen Personal hinaus komplimentiert.

    Draußen auf dem Gang konnte Jean Louis sich nicht mehr zurück halten und fragte Sandro ungeniert:

    „Du starrst mich die ganze Zeit an? Was ist mit dir? Kennen wir uns?“

    Sandro fühlte sich ertappt und er spürte wie ihm das Blut in die Wangen schoss.

    „Das besprechen wir besser bei einem Abendessen, okay? Kennst Du das romantische Drink & Diner in der Nähe des Schwimmbads? Ich lade dich ein!“

    Jean Louis fühlte sich ein wenig überrumpelt ob dieser Antwort, aber er war hier im Urlaub und seine Bekannte hatte das Weite gesucht, und er wusste nicht, ob es mit seinem überraschenden Erscheinen zu tun hatte.

    Frauenseelen sind unergründlich – vor allem die thailändischen...

    Er war neuen Erfahrungen gegenüber durchaus aufgeschlossen und so stimmte er mit einem Kopfnicken zu, nicht ahnend, was sich daraus noch ergeben könnte.

    Kurt nahm auf einem blauen Plastiksessel Platz, bereit darauf zu warten, dass ein Arzt grünes Licht gab und sein Reisegefährte außer Lebensgefahr war.

    Sandro lehnte sich an die Wand und winkte dem davon huschenden Jean Louis zu:

    „See you later!“

    Es dauerte nur zehn Minuten, da erschien der Stationsarzt und musterte die wartenden Farang durch seine altmodische Hornbrille.

    „Ihr Freund ist wieder okay. Lunge und Herz arbeiten wieder normal. Wir werden ihn aber zwei Tage zur Beobachtung hier behalten, die Kosten muss ihr Freund selber tragen!“

    „Khop khun maak khap, khun doctor...“ sagte Sandro, alles weitere konnte Kurt nicht verstehen.

    Aber der Doktor und Sandro verabschiedeten sich mit einem Händeschütteln und alles schien in bester Ordnung zu sein.

    Sandro dachte nur noch an seine Verabredung, wollte aber Kurt nicht so einfach ins Hotel schicken und lud ihn ein, mit zum Abendessen ins Restaurant „Drink & Diner“ zu kommen.

    Eigentlich brauchte er keinen „Anstandswauwau“ im Restaurant, aber Kurt hatte sich heute so besonnen verhalten, den wollte er jetzt nicht so einfach ins Bettchen schicken.

    Auf dem Weg zur Hauptstrasse, wo sie hofften, ein Taxi stoppen zu können, was in Chaiyaphum nicht ganz so einfach war, wie in Bangkok, fragte Kurt mit gerunzelter Stirn:

    „Sag mal, Sandro, war das in Ordnung, dass sich Nok so einfach als Lebensgefährtin von Jürgen ausgegeben hat?“

    „Nok ist die bessere Wahl im Vergleich zu Lek, wie man heute gesehen hat!“

    „Mag ja sein, aber wenn Jürgen aufwacht und wieder bei Sinnen ist wird er Fragen stellen...“

    „Manchmal muss man dem Glück ein wenig nachhelfen...“ grinste Sandro und stoppte einfach einen Wagen, der gerade vorbei fuhr.

    „Ganz wohl ist mir bei der Geschichte dennoch nicht“, grummelte Kurt und kratzte sich am Stoppelkinn.


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