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Snowman

Erstellt von Chonburi's Michael, 17.05.2004, 10:05 Uhr · 0 Antworten · 833 Aufrufe

  1. #1
    Chonburi's Michael
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    Snowman

    Im Dorf wurde im Teich nicht nur gefischt und die Waesche gewaschen sondern es wurde auch der Koerperhygene nachgegangen. Es war wie eine Gemeinschaftsbadewanne. Kinder und Erwachsene schwammen und Tauchten um die Wette. In den Anfangswochen meines Aufenthaltes traute ich mich nicht so recht rein. Gab es doch Schlangen darin. Sie machten sich immer einen Spass daraus, eine Schlange zu fangen und mich damit zu Erschrecken. So sah ich das Treiben aus sicherer Entfernung zu.

    Wenn genug geschwommen und gespielt war kam die Zeit den Koerper zu waschen. Das war ein Schauspiel fuer sich. Kleine braune Koepfe schauten aus der trueben mit Seerosen bedeckten Wasseroberflaeche, lachend und prustend. Zuerst wurden die Zaehne geputzt, dann wurde die Seife, war immer nur ein Stueck da, von Mensch zu Mensch gereicht. Haarshammpoo war Luxus so wurde auch Seife benutzt. Die Maedchen und Frauen hatten T-shirts und Shorts, die Jungs nur meistens die Unterhose an. Es wurde geschruppt, gelacht und gejohlt. Einige wollten dass ich mich an diesem Vergnuegen beteilige und sie schlichen sich von hinten an mich heran und schubsten mich ins Wasser. So schnell ich auch drinnen war so schnell war ich wieder draussen.

    Meine Waschzeremonie war das “Waschen vor dem Haus”. Ich ging in die Hockstellung und die Kinder schuetteten Wasser ueber mich , das sie aus einem grossen Onk schoepften. Wenn ich mich einseifte wurde ich genau beobachtet. Es war ein wenig peinlich wenn ich mich unten herum einseifte. Es war fuer mich Neuland innerhalb der Unterhose mich einzuseifen ohne mich dabei zu entbloessen. Ich glaube die Erwachsenen und Kinder hatten mehr spass als ich. Wenn ich mir das grosse Handtuch um meine Lenden wickelte und meine nasse als Badehose fremdentzweckten Unterhose abstreifte, kamen neugierige Blicke und fuer mich peinliche Fragen, bezueglich meines Maennlichkeit. Die trockenen Shorts wurden mir nicht sofort gereicht. Sie spielten damit herum und bewunderten die Groesse eines 2 Mann Zeltes. Wer glaubt das die Maedchen da eine Ausnahme machten, liegt falsch. Die waren die Motivatoren der Jungs um mich irgendwie dazu zu Bewegen, das ich mein Handtuch verliere.

    Ich weiss nicht wann, aber sie schmiedeten einen Plan. Es wurde am Nachmittag beschlossen nach Khon Kaen zu fahren um beim Thaiboxing Nachwuchstalent unsere Jungs im Dorf anzufeuern. Ich war natuerlich voll dabei, denn endlich bekam ich die Gelegenheit auch mal dieses Event Live zu erleben.

    So war die Zeit des Waschen da, denn man konnte ja nicht verschwitzt auf solch eine wichtige performance fahren. Ich begab mich in meine tolpatschigen Hockstellung umringt von den Maedchen und Jungs. Alles schien nach einem normalen Waschvorgang. Diesmal allerdings fehlte der Vater des Hauses. Er sei seine Haehne am reinigen. Er hat auch sechs Kampfheahne die er taeglich persoenlich versorgte. Mit feuchten Tuechern wird der Koerper gereinigt. Mit dem Kiel einer Hahnenfeder wird der Schlund des Hahnes gereinigt. Es war interessant ihn dabei zu beobachten. Die Haehne waren sein stolzer Besitz. Er hat damit gutes Geld verdient. So war das fuer mich eine verstaendliche Erklaerung seiner Abwesenheit.

    Nun war es an der Zeit mein Handtuch um die Hueften zu wickeln und mich meiner nassen Hose zu entledigen. Ich das Handtuch um die Lenden, Hose abgestreift und mich nach meinen Shorts umgesehen. ich war erstaunt, denn wie sonst ueblich spielten die Kinder nicht damit. Diesmal war sie verschwunden. Ich dachte ich habe sie im Haus vergessen. Die Kinder riefen nach dem Vater, das haette meine Zweifel wecken muessen, doch ich dachte mir nichts dabei. Sie riefen er moege doch mir meine Shorts aus dem Hause bringen. Warum ist mir nichts aufgefallen. Sie alle grinsten und schauten nur.

    Der Vater kam aus dem Huehnerverschlag und rief mir zu das er mir die Hosen bringe. Er kam auch im ganzen Gesicht grinsend mit der Hose zurueck. Noch immer merkte ich nicht dass etwas nicht stimmte denn ich war viel zu viel damit beschaeftigt das ich mein Handtuch festhielt damit es nicht zu Boden faellt. Er hielt mir meine Hose in Brusthoehe damit ich sie mir greifen konnte. Spaetestens jetzt haette es mir auffallen muessen. Alle um mich herum wurden still. Nein, mir viel nichts auf. Ich schnappte mir die Hose und mit einer Hand die andere Hand hielt das Handtuch. Es kam was kommen musste. Eine kleine lebendige Babywasserschlange viel aus meiner Hose mir direkt vor die Fuesse. Ich sprang wie ein Hampelmann, Haende und Fuesse weit von mir gestreckt. Das das Handtuch dabei zu Boden fiel war mir egal. Ich hatte andere Sorgen. Die Kleine Schlange schlaengelte sich so schnell sie konnte unters Haus und entschwand meinen Blicken. Ich war noch ganz verdattert vor Schrecken und Angst. Das laute Lachen ringsum war das Signal fuer mich endlich an meinen entbloessten Koerper zu denken. Es war zu spaet. Ich stand da in vollem Adamskostuem. Alle grinsten hielten sich den Bauch vor Lachen. Sie japsten nach Luft. Mein Schneeweisser Hintern hat es ihnen angetan. Viele Finger zeigten auf mich und dabei rief ein kleiner Junge:

    “He is a Snowman” und es wurde nur noch gelacht.

    Ich nahm das Handtuch von Boden wurschtelte es irgendwie um mich und lief ins Haus. So war ich fuer die Dorfbewohner der Snowman Michael. Dies Geschichte hab ich auch im Unterricht erzaehlt. Wenn der Unterricht mal zu Ernst wird, sagen die Studenten sie wollen auch den “Snowman” sehen. Sollte mal ein Farang auf der Strasse sein, so sagen die Studenten nicht,>Farang, Farang< sie sagen: “Look Michael a Snowman” und ich weiss um das Vorstellungsvermoegen meiner Studenten.

    Ich liebe diesen Ausdruck, denn er erinnert mich ans Dorfleben. An vielen kleinen Dingen die ich nie erlebt haette wenn ich ein Griesgram waere.

  2.  
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