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Reise mit Hindernissen

Erstellt von MadMovie, 16.01.2005, 01:21 Uhr · 46 Antworten · 4.131 Aufrufe

  1. #21
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    Re: Reise mit Hindernissen

    Teil 14 - Sonntag, 28. 11. 2004 - Phuket

    Nach den Anstrengungen der letzten Tage steht uns nicht der Sinn nach grossen Ausflügen, obwohl es auf Phuket viel zu entdecken gibt.
    Wir treffen uns zu einem späten Frühstück erst gegen 10 Uhr und dann ab zum nur wenige Meter entfernten Strand zum Faulenzen und Schwimmen!

    Der Vorsprung, den die Damen beim Alkohol haben, wird von den Herren am Abend mühelos aufgeholt :-)

    Die Nixen Eak und Ned tummeln sich im Wasser. Mir gefällt dieser Strand auch besser, als der in Pattaya, obwohl die Wasserqualität draussen bei den Koh Phi Phi Islands und Koh Khai natürlich besser ist.
    Ich stürze mich ins Getümmel und spiele mit Eak abwechselnd Schlachtschiff und U-Boot. Sie quiekt, weil ihr Haar nass werden könnte.
    Wir machen einen Bummel die Thavee Wong Road entlang und ich stelle fest, dass das Preisniveau hier höher ist. Das geht schon bei den rotlackierten Minibussen los, deren Fahrer grundsätzlich 100 Baht verlangen und sich auch von den Mädels nicht herunter handeln lassen.
    Auf den häufig wiederkehrenden Ruf "Tuk-Tuk-Tuk?" antwortet Tippel: "No Tuk-Tuk-Tuk! Walk, walk, walk!" :-)
    Abends machen wir einen Bummel durch Patong. Das bunte Treiben speziell an der Bangla Road schauen wir uns interessiert an, gehen aber in keine Bar hinein.
    Tippel möchte wieder in die hier auserkorene Stammkneipe, das "Komma". Dort läuft Fussball der englischen Premier League im Fernsehen. Nach dem Essen trennen wir uns. Keiner soll jetzt denken, die braven Mädchen gehen sofort ins Bettchen. Am nächsten Tag bekomme ich heraus, wie das läuft: An der anderen Strassenseite hocken stets drei, vier junge Burschen auf ihren Mopeds. Für ein paar Baht holen die alles aus dem 7 Eleven, was man für eine Zimmerparty so braucht. Die Farangs, die sich manchmal wie Adolf in Thailand anstellen ,buckeln alles selbst heran - in diesem Falle hatte Tippel Leo Bier (Singha gab es nur in kleinen Flaschen) :-( und Mekhong gebunkert. Wir machen es uns auf dem Balkon bequem und geniessen die Aussicht.
    Wir sind uns einig: Schade, dass wir nur eine Woche hier sind.
    Niemand verschwendet einen Gedanken daran, dass in den Tiefen der See weit draussen eine Dame namens Tsunami schlummert...

  2.  
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  3. #22
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    Re: Reise mit Hindernissen

    Teil 15 - Montag, 29. 11. 2004 - Phuket/Patong, Karon, Kata Beach, Promthep View Point

    Nach dem späten Frühstück trennen wir uns von Tippel, der will zunächst in ein Internet-Café, um nachzusehen, wie sein Lieblingsverein Schalke 04 gespielt hat. Danach will er in Ruhe 15 Ansichtskarten schreiben. Meine werden zu dem Zeitpunkt gerade in Jöremanie zugestellt.
    Ich unterhalte mich mit der sympathischen Ned über Holland. Ich sage, wenn sie Mitte Dezember da hin will, soll sie sich warm anziehen. Sie sagt, kein Problem, ich war schon mal sieben Monate da und bin vom Boot meines Verlobten sogar ins Wasser gesprungen! Ich schaue Eak an, die beim blossen Anblick der Ostsee (im Hochsommer) Schüttelfrost bekam.
    Wir hatten uns mit Tippel im "Komma" verabredet, ich fange ihn aber auf dem Gehweg ab, da ich drei Karten (u. a. an Basti und den Rundfunkmoderator Thommi Froese) mit unterschreiben muss.
    Für den Nachmittag hat Eak ein Auto gechartert und wir lernen den Westen von Phuket kennen. Karon und Kata Beach und zu einem Aussichtspunkt mit grossartigem Rundblick.



    Es geht nach Chalong zu einem Juweliergeschäft (wo der Fahrer vermutlich Provision kassiert) mit einer grossen Auswahl an Perlen, Muscheln und Schmuck. Die Preise erreichen fast das Niveau von Tahiti, wo uns damals grosse, schwarze Perlen gezeigt wurden.
    Der Fahrer lädt uns am Kata Noi Beach ab. Tippel klagt über Rückenschmerzen und Eak organisiert sofort eine Masseuse, die meinen Freund für 300 Baht eine Stunde durch knetet.



    Der Fahrer kommt erst kurz vor 18 Uhr wieder, um uns zum Promthep Sunset View Point zu bringen. Eak raunt mir zu, dem Fahrer kein Tipp zu geben, da sie den Sonnenuntergang verpasst hätte. Wir kommen dennoch auf unsere Kosten (Foto siehe Teil 13).
    Abends gehen Tippel und ich in ein etwas feineres Etablissement, das Baan Laimai. Das Essen schmeckt und eine exzellente Live-Band covert Stücke von ABBA und vielen anderen.
    Fast jeden Abend entladen sich Gewitter über Patong.
    Die im Freien sitzenden Gäste des Restaurants werden evakuiert; der guten Stimmung schadet es nicht. Tippel und ich sind gezwungen, hier länger zu verweilen und ordern die Cocktailkarte.
    Als wir uns zum Aufbruch entschliessen, giesst es immer noch wie aus Kannen, aber hilfreiche Hände halten Regenschirme über uns.
    Der Minibus-Fahrer verlangt Unwetter-Zulage! 100 Baht für den kurzen Weg bis zum Seagull! :O

  4. #23
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    Re: Reise mit Hindernissen

    Teil 16 - Dienstag, 30. 11. 2004 - Phuket, Koh Phi Phi, Koh Khai

    Mein Vorschlag (ursprünglich der von Marco), das Phuket FantaSea zu besuchen, war an den vergangenen Abenden nicht mehrheitsfähig. "Zu müde, keine Lust, zu teuer" waren die häufigsten Ausreden.
    Als ich den Vorschlag unterbreite, zwei Tagesausflüge - zunächst zu den Koh Phi Phi Islands und morgen nach Phang Nga mit dem legendären James Bond Felsen - zu unternehmen, sind alle sofort Feuer und Flamme!
    Eak managt das über die Hotelrezeption, wo wieder ein erstaunlicher Rabatt ausgehandelt wird; statt 2800 Baht pro kurze und lange Nase bezahlen wird nur rund die Hälfte!

    Ich hoffe, es ist nicht zu respektlos von mir, jetzt schon wieder Werbung zu machen - aber die Region braucht den Tourismus - gerade jetzt!

    Morgens kurz nach 8 Uhr geht es im Kleinbus zur Lagoon Marina.
    Sicherheitsunterweisung durch den Tourguide Booboo, der uns charmant und temperamentvoll begleiten wird.
    Ned und Eak nehmen Taucherbrille, Schnorchel und Schwimmwesten mit; Tippel und ich verzichten darauf, wir wollen lieber fotografieren.
    Wenn ich mich richtig erinnere, hat das Speedboat drei Honda-Motoren mit je 225 PS Leistung. Das geht ab wie ein Torpedoboot! Nichts für Leute, die leicht seekrank werden!

    Warum wir so selten im Bild sind? Andere Touri´s sehen halt besser aus :-)

    Zunächst wird Phi Phi Ley angesteuert. In der Maya Bay und diversen anderen Buchten stürzen sich die Mädels ins Wasser, um zu schnorcheln. Ich werde dann am Nachmittag den hautnahen Kontakt mit Aquarienfischen in freier Wildbahn suchen!
    Auf den Koh Phi Phi Islands wurden auch viele Szenen des Films "The Beach" mit Leonardo Di Caprio gedreht.

    Eine Location des Films

    Mittags erreichen wir die grössere Insel Phi Phi Don. Ich hatte im Vorfeld viel darüber gelesen, dass es von Touristen geradezu überrannt wird. Vor Ort ist es dann nur halb so schlimm.
    In einer Gaststätte wird ein reichhaltiges Mittagessen serviert, wobei wieder mal auffällt, dass die Damen in der Gluthitze Bier und Alcopops konsumieren; wir Herren der Schöpfung warten geduldig auf die kühleren Abendstunden. Irgendwann verlieren wir Tippel aus dem Blickfeld. Ich stöbere ihn dann in einem Internet-Café auf. Nein, diesmal nicht beim Studieren von Fussballergebnissen erwischt; er schreibt eine Email an eine kanadische Brieffreundin. :-)
    Nachmittags geht es weiter zur kleinen Insel Koh Khai, die kaum auf der Landkarte zu finden ist.
    Alle machen es sich auf Liegestühlen bequem, Tippel nickt ein - aber ich bekomme jetzt Lust, zu schwimmen!
    Ich werde sofort von zwei Dutzend neugierigen Fischen umringt, die man in Deutschland nur im Aquarium bewundern kann.
    Ich denke mir, jetzt nur nicht die Badehose herunter ziehen, hier beissen die Fische schon beim kleinsten Wurm!
    Beim Sicherheitskurzgespräch habe ich nicht richtig aufgepasst und nähere mich den scharfkantigen Felsen. Erst am Ufer bemerke ich, dass ich blute. Ich gehe zu Booboo, um mir eine Erfrischung zu holen. Der zeigt auf meinen Fuss und sagt: "Das muss sofort amputiert werden!" :O
    "Na dann mal her mit dem Schlachtemesser", sage ich auf Englisch. Es genügen zwei Pflaster und Booboo sagt noch, der weisse Hai würde nichts riechen, wenn ich wieder ins Wasser steige. Das habe ich allerdings nicht vor.
    Am späten Nachmittag geht es dann zurück nach Phuket. Tippel ist müde. Er ist nicht böse, wenn ich mal einen Abend mit den Mädels aus gehe. Donnergrollen über Patong, wieder gibt es ein Gewitter. Wir springen über Pfützen aus dem Minibus und huschen in ein Seafood Restaurant im Zentrum von Patong.
    Das haben die Damen bereits gestern aufgesucht.
    Die Oberkellnerin ist wirklich Klasse und nicht auf den Mund gefallen. Ich schnappe mit meinen rudimentären Thai-Kenntnissen auf, dass sie nicht sicher ist, ob der Farang scharf essen kann.
    "I can eat pet mak!"

    "Give me the sledgehammer please, I want to eat the crab now!"

    Am Nebentisch nehmen verdächtige Gestalten mit seltsamen Tischsitten Platz. Ich erkundige mich bei der kessen Kellnerin, woher die kommen.
    "Somewhere from the Orient!"
    Ich umklammere meine Umhängetasche fester und Eak quittiert den Gag mit einem Lächeln.
    Der Fisch, den ich bestellt habe, wird von Ned zerlegt. Im ersten Urlaub war das noch anders. Ich verlange die Rechnung: "Check biin!"
    "One million Baht!" kommt wie aus der Pistole geschossen.
    "I don´t want to buy the restaurant", kontere ich. :-)
    Damit ist dieser Abend noch lange nicht zu Ende!
    Wir suchen noch das Laimai auf und die Live-Band mit den hübschen Sängerinnen spielt bis auf "Dancing Queen" ein komplett anderes Programm als gestern. Wir schlürfen Cocktails und Eak führt wieder eines der Endlostelefonate, geht wegen der Musik beiseite. Ned und ich lästern und wetten, wie lange es wohl diesmal dauern wird.
    Spätabends im Hotel sieht mich Eak einsam auf dem Balkon stehen.
    "You want to drink with me?"
    Die Damen öffnen die Verbindungstür und wir sprechen über alles, sehen dabei MTV Thailand. Manches bleibt auch unausgesprochen, aber ich habe die Illusion des unbeschwerten Urlaubs ein paar Monate zuvor...

  5. #24
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    Re: Reise mit Hindernissen

    Teil 17 - Mittwoch, 01. 12. 2004 - Phuket - Phang Nga

    Wie immer an den letzten Tagen spätes Frühstück im Hotel, kurz bevor die Servicekräfte alles weg räumen. In der mittäglichen Gluthitze geht es diesmal in einem grossen, klimatisierten Reisebus nach Phang Nga. Der Tages-Tour-Guide sieht mit dem Pferdeschwanz und der sonnenverbrannten Haut recht verwegen aus und bekommt von mir sofort den Spitznamen "Pirat".
    Es ist eine lange Fahrt. Wir passieren das Denkmal mit den Heldinnen von Phuket, zwei Frauen, die eine Invasion der Burmesen vereitelten. Zur Einstimmung zeigt man uns den ersten Teil des James-Bond-Klassikers "The Man With The Golden Gun". Tippel und ich amüsieren uns prächtig über die Autojagd quer durch Bangkok; so etwas müsste man heute mal probieren! :-)
    Wir machen einen Abstecher zu einem Tempel in einer Höhle, der von einer Horde Affen bewacht wird.

    "Hier bin ich der Boss! Wirf die Banane rüber und dann zisch ab, Farang!"

    An der Bootsanlegestelle wieder kurze Sicherheitsunterweisung und Anlegen der Rettungswesten, die obligatorisch vorgeschrieben sind. Lange Warterei auf das Einschiffen; dieser Ausflug ist lange nicht so perfekt durch organisiert wie gestern.
    Tippel murrt und die Damen sind mit den Handies beschäftigt. Mir wird es nie langweilig, ich beobachte die Leute um uns herum.
    Endlich dürfen auch wir in unser Longtail-Motorboot springen.
    Tippel und ich sitzen ziemlich weit hinten, was noch negative Auswirkungen haben wird.
    Zunächst bewundern wir die Mangrovenwälder am Ufer, dann geht es hinaus auf die offene See mit Blick auf die vielen kleinen Inseln. Für den Bootsführer wird es schwierig, einen Landeplatz zu finden. Der Touristenauftrieb ist hier an diesem Tag schlimmer als auf den Koh Phi Phi Islands. Tippel und ich müssen über alle Sitzbänke turnen, an der letzten Bank macht Tippel schlapp!
    Hexenschuss - er bleibt verkrümmt stehen. Dem Piraten und mir gelingt es, ihn ans Ufer zu hieven. Er kann aber nicht ohne fremde Hilfe gehen. Da ist guter Rat teuer. Ich bleibe bei Tippel, um meinem Freund beizustehen und verpasse diese Aussicht:


    Die Mädels erkunden allein James-Bond-Island. Ich entferne mich nur ein paar Meter, um mir die Souvenirstände anzusehen.
    Irgendwie gelingt es uns auch, Tippel wieder ins Boot zu bekommen (zweite Reihe) und am Dorf der Seenomaden bis zum Restaurant zu schleppen, wobei die Hauptarbeit der umsichtige und hilfsbereite Pirat leistet.


    Ned und Eak wählen das Abendessen aus, wobei ich eine Gänsehaut bei dem aufgeschnappten Begriff "gung then" bekomme. Es handelt sich aber hier nicht um den lebenden Salat, den Eak in Pattaya verspeiste, sondern ganz normal um kleine gekochte Garnelen.
    Khao pad gai für uns, ich muss bei dem Klima nicht immer üppig schlemmen.
    Während der Fahrt zur Bootsanlegestelle schiessen mir tausend Gedanken durch den Kopf. Morgen ist Abreisetag! Was wird mit Tippel?
    (wird fortgesetzt)

  6. #25
    Avatar von rudi

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    Re: Reise mit Hindernissen

    hallo
    jau watt soll ich sagen .......binn sprach bzw.schreiblos
    so nen super klasse bericht sieht und liest man nich alle tage
    vielen dank für deine viele mühe und schreib weiter.....fotos natürlich auch..............beneide dich um deinen schönen urlaub
    aber meiner kommt auch.
    mfg rudi

  7. #26
    Avatar von MadMovie

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    Re: Reise mit Hindernissen

    @ Rudi,
    vielen Dank! Lese bitte mal die Reiseberichte z. B. von Otto Nongkhai, dagegen bin ich ein kleines Licht!

  8. #27
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: Reise mit Hindernissen

    Zitat Zitat von MadMovie",p="208853
    ... dagegen bin ich ein kleines Licht!
    Hier gibt's keine kleinen Lichter. Ich komme nun nicht so oft nach Thailand - war vor zwei Jahren das letzte Mal da -, von daher lese ich die Reiseberichte immer sehr gerne.
    Und Deiner ist einfach Klasse !

  9. #28
    Avatar von MadMovie

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    Re: Reise mit Hindernissen

    Fortsetzung Teil 17 - Mittwoch, 01. 12. 2004 - Phuket/Patong

    Zurück an der Anlegestelle nimmt Tippel auf einem Stapel Holzpaletten Platz. Ein Motorrad fährt vor, Tippel lehnt das Aufsitzen ab. "Geht nicht!" stöhnt er.
    Der Pirat beordert dann den Bus direkt zu uns, auch Eak ist sehr besorgt um meinen Freund und bleibt bei uns.
    Während der Rückfahrt nach Patong schauen wir uns den zweiten Teil des James-Bond-Films an und Tippel ist schon wieder für Witze empfänglich:
    "Da werde ich wohl den Herrn P. in Berlin anrufen müssen, um alles umzubuchen! Machen wir uns noch ein paar schöne Tage auf Phuket!"
    Tippel muss fit gespritzt werden, koste es, was es wolle!
    Wir steigen abends nach 20 Uhr vor dem Hotel aus und schicken sofort jemand los, um einen Minibus zu organisieren.
    Dieser bringt uns für 150 Baht ins Patong Hospital, ein beeindruckender Gebäudekomplex.
    Eak begleitet uns. Ich möchte sie dabei haben, denn die Ärzte sprechen in der Regel perfekt Englisch; bei den Krankenschwestern bin ich mir nicht so sicher.
    Aufnahme und Ausstellung eines Patientenausweises ("Gut aufheben, du warst im Jahr 2547 in ärztlicher Behandlung!" ) so flott wie im Pattaya Memorial Hospital. Tippel muss zwei Mal zum Röntgen, weil zunächst der Brustkorb durchleuchtet wird.
    Dann wird er zur Beobachtung weg geschoben. Eak und ich harren im Warteraum aus. Nach einer halben Stunde marschiert Eak los, um sich zu erkundigen, was los ist.
    Ich schaue sie fragend an.
    "He got injection, Doctor said, we have to wait one hour!"
    Dann verabschiedet sie sich zum Duschen und Umziehen und versichert mir, in spätestens 40 Minuten wieder da zu sein. Ich weiß, auf sie ist Verlass, sie lässt einen in Krisensituationen nicht im Stich.
    Im hoch aufgehängten TV-Apparat läuft eine Casting-Show, die scheinbar weltweit gerade grosse Mode sind. Ich nenne es mal "Thailand sucht den Superstar". Auch wenn ich die Worte nicht verstehe, man bekommt dennoch mit, wer Talent hat und wer nicht. Zwischendurch verlasse ich die Notaufnahme, um eine zu Rauchen. Irgendwann erscheinen dann auch Eak und Ned wieder und ich werde langsam hibbelig, es muss eine Entscheidung fallen! Wir marschieren rein zu Tippel, der beklagt sich zunächst bei mir, er würde falsch behandelt.
    Aha, denke ich, nicht überall sind solche Profis am Werk, wie in Pattaya.
    Tippel ist es gewohnt, in Deutschland fünf kreisrund angeordnete Einstiche in das Rückenmark zu bekommen, danach kann er wieder hüpfen wie ein Känguruh. Davon will man hier nichts wissen, es gab nur eine Injektion in die Seite.
    Ich versuche, so gut es geht, alles zu übersetzen. Eak reicht mir ihr Handy, na klar, Mo wurde zugeschaltet, die mit mir über Versicherungsfragen reden will. Das ist im Moment nicht so wichtig, denn vorrangig ist, dass Tippel fit wird, um ein Flugzeug zu besteigen.
    Der Arzt beharrt darauf, Tippel über Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus zu behalten. Es wäre sehr preiswert, würde "nur" 8000 Baht kosten. Ich bin ein sehr geduldiger Mensch, eine Eigenschaft, die man in Thailand zuweilen auch braucht, aber hier reisst mir der Geduldsfaden! Ich ersuche die Damen, dem Doktor auf Thai zu erklären, dass ich meinen Freund jetzt mit nehme, insofern der gehfähig ist. Tippel nickt eifrig mit dem Kopf.
    Wir holen die Medikamente in der Apotheke und ich bezahle die Rechnung. Mit etwas mehr als 1100 Baht exakt die gleiche Summe, wie in Pattaya.
    Tippel geht es etwas besser. Ein Angestellter des Krankenhauses fährt uns mit seinem privaten Pick-up zum Hotel. Das ist bequemer und sogar noch billiger als ein Minibus.
    Tippel und ich sind fast am Verdursten. Die Mädels wundern sich, wieviel "Medizin" ein Farang verträgt (Bier und Mekhong, den es hier sogar gläschenweise gibt). Wir nehmen gegen 23 Uhr ein spätes Abendessen ein. Tippel ist zuversichtlich, dass er morgen die Heimreise antreten kann. Ich mache mir dennoch grosse Sorgen, denn er kann nicht ohne fremde Hilfe laufen.

  10. #29
    Avatar von MadMovie

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    Re: Reise mit Hindernissen

    Teil 18 - Donnerstag, 02. 12. 2004 - Phuket - Bangkok

    Ich bin erleichtert! Tippel kann dank der wirksamen Tabletten, die ihm verschrieben wurden, fast im Alleingang alle Treppen hinunter zum Frühstücksbufett laufen. Damit ist definitiv die Entscheidung gefallen, dass wir nun doch abreisen!
    Leider müssen wir die geplante Shopping-Tour nach Phuket Town abblasen; es wäre zu anstrengend für meinen Freund.
    Am Vorabend hatten wir bereits Ned verabschiedet, die noch in den Isaan will und dann am 13. Dezember nach Holland.
    Ich denke mir "Jetzt oder nie!" und marschiere zu Eak unter dem Vorwand, ihr das Geld für die Inlandflüge zu übergeben.
    Sie hat kein Interesse an einer Aussprache, sondern holt ihr Beauty Case, um sich zu schminken.
    Bis Mittag müssen wir zwei Zimmer geräumt haben. Ich starte gerade den zweiten Versuch, noch einmal das Herz von Eak zu erreichen, da klopft Tippel an die Tür und ich muss sein Gepäck rüber holen. :-(
    Nach dem Lunch räumen wir auch das Zimmer von Eak, bezahlen die Rechnungen und werfen einen letzten wehmütigen Blick auf Patong Beach! Falls ich noch einmal hierher zurück komme, dann für mindestens drei Wochen...
    Für 600 Baht geht es zum Flughafen und Tippel hält sich tapfer, kann fast schon wieder senkrecht stehen, nur beim Laufen gibt es Probleme.
    Während des Fluges sitze ich neben Tippel, habe wieder keine Gelegenheit, mit Eak zu reden. :-(
    Wir nehmen in Bangkok unser Gepäck in Empfang, laden alles auf einen Trolley, an dem sich Tippel fest halten kann. Viele kennen ja den langen Gang (560 Meter) zwischen Domestic und International Airport). Wir haben uns die Rückflüge nicht bestätigen lassen und erkundigen uns erstmal am Schalter von Swiss Air, ob wir überhaupt mit fliegen dürfen.
    Irgendwann kommt die Stunde des Abschieds von Eak. Für ihre Verhältnisse verabschiedet sie sich überaus herzlich, erkundigt sich extra bei Tippel, ob er sie wieder sehen möchte. Ich küsse sie sanft und winke ihr lange nach mit einem klammen Gefühl...
    Ein Urlaub voller Missgeschicke, Missverständnisse, aber auch vieler schöner Eindrücke geht zu Ende.
    Ich möchte die Leser nicht weiter langweilen, mit dem, was während des Heimfluges und in Berlin geschah. - ENDE -

    Nachbemerkung

    Meine kleinen, privaten Problemchen verblassen angesichts dem, was am 26. Dezember geschah.

  11. #30
    Avatar von MadMovie

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    Re: Reise mit Hindernissen

    In einer viertel Stunde in der ARD:

    The Man With The Golden Gun

    Mit einer wilden Autojagd quer durch Bangkok (das ging damals noch ;-D ) und die Inseln in der Bucht von Phang Nga spielen natürlich auch eine Rolle!

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