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Reise mit Hindernissen

Erstellt von MadMovie, 16.01.2005, 01:21 Uhr · 46 Antworten · 4.129 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von MadMovie

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    Re: Reise mit Hindernissen

    Teil 7 - Sonntag, 21. 11. 2004 - Bangkok

    Die kleine Zimmerparty auf Tippel´s Bude war nicht so heftig, so dass wir uns ausgeschlafen den Attraktionen der Metropole Bangkok widmen können, die noch nicht so von Touristen überlaufen sind. Diesmal werden wir von Eak und Ned abgeholt.
    Mit dem Taxi geht es nach ausserhalb, zur weitläufigen Parkanlage Ancient City. Hier kann man einen geruhsamen Sonntag verbringen. Ned sagt, dass sie mit ihrem zukünftigen Ehemann, einem Holländer, hier mit Fahrrädern durch gefahren sind.


    Der Eintrittspreis von 100 Baht gilt für Thais, Farang zahlen 300 Baht

    Wir stoppen vor den originalgetreuen Nachbauten vieler Heiligtümer in Südostasien. Mühsam wird nur der Aufstieg zu den Ruinen von Angkor Wat.
    Hier im Bild ein Tempel im chinesischen Stil.



    Unbedingt empfehlenswert ist der Besuch des Erawan Museums.
    Der Taxifahrer macht sich gerade lustig über die Schlechtigkeit der Thaimänner - trinken, wetten, spielen usw.
    Ich werfe trocken ein: "You forgot mia noi!"
    Riesengelächter im Auto, nur Tippel kennt den Begriff nicht, zeigt aufgeregt auf einen riesigen dreiköpfigen Elefanten "Da will ich hin!"



    Wirklich beeindruckende Anlage! Der Rumpf des Elefanten wiegt allein 150 t, die drei Köpfe noch einmal 100 t. Alles ist innen begehbar. Das Bleiglasdach wurde von einem deutschen Künstler gestaltet.
    Wir fahren zurück zum Salon von Eak, immer noch beeindruckt davon, welche Sehenswürdigkeiten es ausserhalb von Bangkok (hier in Samut Prakan) zu entdecken gibt.
    Zurück im Salon lässt sich Tippel erst mal den Schnurrbart stutzen.
    Ich nutze die Gelegenheit, mich von der Chefin persönlich bedienen zu lassen.

    "One million Baht, or I´ll cut your left ear, tilak!"

    Mit dem neuen Haarschnitt mache ich mich auf in eine dunkle Seitengasse der Soi Happyland 2 zu einem Internet-Café.
    Ich komme gerade zurecht, um auf der Webseite der FIFA live das Elfmeterschiessen der deutschen jungen Damen in Chiang Mai im Viertelfinale der Fussball-WM U 19 zu verfolgen!
    Die deutsche Torfrau hält einen Elfmeter gegen Nigeria, alle anderen werden verwandelt, hochgradig spannend!
    Damit ist ein weiterer Programmpunkt unseres Thailand-Trips gesichert: Halbfinale der Fussball-WM U 19 Frauen Deutschland - USA am 24. 11.!
    Durch die Glasscheibe des Salons gebe ich Tippel Handzeichen: Fünf zu Vier!
    Eak kann die Begeisterung der fussballverrückten Jöhramans nicht teilen, ist aber gern bereit, dass zu organisieren. Die Reservierung auf der Terrasse des State Tower muss nun auf 20 Uhr verschoben werden, seufzt Eak.
    Wir warten auf Mo, die Englischlehrerin, und gemeinsam nehmen wir das Abendessen in einem typischen Thai-Restaurant in Bangkapi ein. Ich sage zu den Damen, bringt bitte Tippel vorsichtig bei, wann er morgen aufstehen muss, ich möchte keine Prügel beziehen. Um sechs Uhr soll es los gehen, d. h. kurz nach fünf Uhr aus den Federn!

  2.  
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  3. #12
    Avatar von MadMovie

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    Re: Reise mit Hindernissen

    Teil 8 - Montag, 22. 11. 2004 - Bangkok - Damnoen Saduak

    Ich habe vorsichtshalber bei der Rezeption einen Weckruf geordert; um 5:23 Uhr werde ich aus süssen Träumen gerissen.
    Tippel ist kein Morgenmuffel, wir treffen uns zu einem kurzen Frühstückssnack unten im Hotel. Pünktlich kurz nach 6 Uhr treffen auch Eak und Mo mit dem für diesen langen Tag gecharterten Wagen ein.
    Wer den Floating Market Damnoen Saduak erleben will, sollte möglichst an einem Wochentag zeitig dort aufkreuzen. Man kann nicht direkt mit dem Auto dahin, man muss ein Longtail-Motorboat chartern. An der Abfahrtsstelle reicht man uns Erfrischungen und los geht´s mit Karacho durch die khlongs!
    Nach etwa 30 Minuten erreichen wir den Floating Market und kaufen vom Boot aus Souvenirs.


    Man muss nicht, wie im Spreewald, ans Ufer, um Essen zu fassen

    Wir sind überwältigt von der Vielfalt des Angebots, unzählige schwimmende und feste Verkaufsstände. Am häufigsten sieht man Boote mit Garküchen oder mit Obst und Gemüse beladen.
    Mit dem Motorboot zurück zur Anlegestelle und mit dem Auto zum Rose Garden. Darunter hatte ich mir mehr vorgestellt. Mir hat die Show in Nong Nooch (südlich von Pattaya) ehrlich gesagt besser gefallen. Dafür zeigt man hier eine traditionelle Hochzeitszeremonie. Ich stupse Eak an: "I want to see you as a bride, but I don´t know the husband!" :-)
    Sie boxt mir in die Rippen.
    Wir steuern auch noch den Samphran Elephant Ground an und werden nicht enttäuscht.



    Eine mitreissende Show mit Pyrotechnik und Schlachtengetümmel.
    Zum Abschluss tragen die Elefanten ein Fussballspiel aus. Der Elefant "Ballack" verrichtet während des Spiels seine Notdurft,
    der Elefant "Del Piero" bugsiert den Torhüter gleich mit ins Netz und erhält nach wiederholtem Foulspiel die rote Karte.

    Zurück in Bangkapi suchen wir nicht weit entfernt von der Bangkapi Mall einen traditionellen Massagesalon auf, die Betonung liegt auf "traditionell" !
    Eine wohltuende Thai-Fuss-Massage für mich; Tippel bekommt eine Komplett-Massage. Die haben viel Spass, gemessen am Gelächter, das durch die Trennwände herüber schallt.
    Abends geht es zu dritt zum Krua Tee Song Restaurant, welches an einem See in der Nähe des Bungyai Restaurants (das ich vom März her kenne) liegt. Eak begrüßt mal wieder jemand aus der Kompanie "beste Freundin/Freund". Sieht aus wie ein Mann, sagt aber "Sawadee kaa". :???:
    Wir geniessen die wunderschöne Atmosphäre und Seafood. Tippel wird später schwärmen, das war der beste Fisch, den er je gegessen hat (Silberfisch).
    Spät am Abend warten wir vergeblich auf das Taxi, welches Eak per Handy geordert hat. Ist wohl zu abgelegen.
    Eak fragt ihre Freundin, ob sie uns nach Hause fährt.
    Kein Problem sagt sie/er und wir werden bis zum Alexander Hotel kutschiert. Die angebotene Aufwandsentschädigung wird abgelehnt.

  4. #13
    Avatar von MadMovie

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    Re: Reise mit Hindernissen

    Teil 9 - Dienstag, 23. 11. 2004 - Bangkok

    An diesem Vormittag geht es zur Vimanmek Mansion im Dusit Park. Das empfand ich schon im März als ziemlich langweilige Kiste, aber was soll´s, der Eintritt wurde ja schon beim Besuch des Grand Palace mit beglichen und Tippel hat es auch noch nicht gesehen. Der Guide weiß, wie man mich aufmuntert, er veranstaltet eine Art Quiz-Show, indem er nach der Herkunft bestimmter Ausstellungsstücke fragt. Nach meinem letzten Besuch vor ein paar Monaten müsste ich auf die volle Punktzahl kommen, weiß aber nicht mehr, ob die Spiegel nun aus Italien oder Belgien kamen. Eak raunt Tippel zu, dass sie schon viel mehr versteht, als bei der letzten Führung (dank der Englisch-Schule, die ich in diesem Bericht noch vorstellen werde).
    Die offene Bühne wird gerade rekonstruiert, so findet die Tanzshow in einem Raum nahe des Einganges statt und ist deutlich kürzer als im März.


    Hier ein Foto von der Show am Vimanmek Mansion vom März 2004

    Anschliessend besuchen wir das Jim Thompson House & Museum. Der ehemalige amerikanische Architekt und Offizier brachte die Thai-Seide-Produktion zu neuer Blüte und ließ in den 50er Jahren alte Thai-Häuser aus der Gegend von Ayutthaya hierher nach Bangkok versetzen. Zu bewundern ist eine von Thompson zusammen getragene Sammlung von Kunstgegenständen.
    Irgend jemand fragt, ob Thompson mit einer Thaifrau verheiratet war. "Nein", sagt die Führerin.
    "Der wusste schon, warum", raunt mir Tippel ins Ohr.
    Jim Thompson verschwand 1967 unter ungeklärten Umständen spurlos im Dschungel von Malaysia.
    Anschliessend statten wir dem Sua-Lum Night Bazaar (auf meine Empfehlung hin) noch bei vollem Tageslicht einen Besuch ab.
    Ausgiebiges Shopping ist angesagt, ich besorge alle Geschenke für die Familie vom Wickelrock bis zum Feuerzeug.
    Abends geht es auf Wunsch von Tippel noch einmal ins Koh Lanta Restaurant. Mo verspätet sich, sie hatte am Handy etwas verwechselt. Da man in den meisten Restaurants Mekhong Whiskey nicht im Schnapsglas bestellen kann, hat sie sehr zur Freude von Tippel (und mir) eine Flasche aus dem 7 Eleven mitgebracht.
    Eak beichtet mir, wer so alles mit nach Sukhothai kommt. Wird da ein Van reichen?

  5. #14
    Avatar von dschai jen

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    Re: Reise mit Hindernissen

    Habe das Spiel der deutschen Damen gegen Nigeria live im Stadion gesehen.

    Wie man soviele Chancen versieben kann wie die beiden Mannschaften an diesem Abend, unglaublich :O

    Aber spannend war´s auf jeden Fall.


    Guter Bericht , bin gespannt wie´s weitergeht!

    dschai jen

  6. #15
    Avatar von MadMovie

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    Re: Reise mit Hindernissen

    @ dschai jen,
    den Spielbericht vom Halbfinale poste ich morgen, damit es nicht zuviel auf einmal wird!

  7. #16
    Avatar von MadMovie

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    Re: Reise mit Hindernissen

    Teil 10 - Mittwoch, 24. 11. 2004 - Bangkok

    Vormittags suchen wir nach einer Umhängetasche für Tippel in der Bangkapi Mall, aber die Marke "4 You" haben sie hier nicht.
    Auf uns warten zwei absolute Highlights dieses Thailand-Trips!
    Zunächst machen wir uns eigenständig auf den Weg zum Salon, aber der Taxifahrer setzt uns an der Soi Happyland 1 aus und ich muss Eak telefonisch um Hilfe bitten. Wir gehen dann fast den gleichen Weg zurück zur Soi Happyland 1, denn dort befinden sich nach dem Umzug die neuen Räume der Englisch-Schule. Ich freue mich, den hier seit vielen Jahren lebenden Ami Roger wieder zu sehen. Die Schule ist jetzt deutlich besser eingerichtet. Er wäscht mir den Kopf, weil ich Pass und Bargeld im Handgepäck hatte, aber ".... happens". Wir flaxen mit Toon herum (mit der wir in den kommenden Tagen noch viel Spass haben werden). Sie sagt zu Roger: "Only one moment!"
    "American moment or Thai moment?"
    Und zu uns gewandt: "Maybe one Thai moment means five days!"
    Wir warten auf Mo, weil wir glauben, sie würde uns begleiten, aber sie muss noch Stunden geben. So machen wir uns auf den letzten Drücker auf zum Supachalasai Stadium. Nachmittagsstau in Bangkok und wir werden ein wenig nervös.
    "Die fangen auch ohne uns an", murrt Tippel.
    Wir legen unsere Kleidung für den Abend in Ned´s Privatwohnung in der Nähe des Victory Monument ab und kommen zu spät zum Stadion. Vielleicht wäre es besser gewesen, den Skytrain zu nutzen. Schnell drei Karten für je 20 Baht erworben und rein ins Stadion! Es steht bereits 1:1, wie ein schneller Blick zur Anzeigentafel verrät. Das Supachalasai ist zwar ein Leichtathletikstadion mit Tartanbahn, man hat aber hervorragende Sicht auf das Spielgeschehen. In der ersten Halbzeit ausgeglichenes Spiel zwischen Deutschland und den US-Girls. Es herrscht eine hervorragende Stimmung dank eines Thai-Trommlers. Wir feuern lautstark die uns bekannten Spielerinnen Peggy Kuzmik (geboren in Finsterwalde, Heimatstadt von Tippel) und Anja Mittag an. Die thailändischen Zuschauer drehen sich zu uns um. Schade, dass die Fotos nichts geworden sind. :-(
    In der zweiten Halbzeit geben unsere Mädchen Gas und gewinnen das Halbfinale der WM mit 3:1! :-)
    Tippel skandiert: "Finale! Ohohoho!"
    Eak läßt sich zu einem kurzen Beifall hinreissen.
    Schnell raus aus dem Stadion und diesmal mit dem Skytrain zurück, schnell frisch gemacht und umgezogen in Ned´s Wohnung und mit dem Taxi zum State Tower. Eak sieht im kleinen Schwarzen hinreissend aus. Unterwegs passieren wir das Manohra Hotel (Eak weist mich extra darauf hin), das es zu einer gewissen Berühmtheit gebracht hat.
    Im März war ich auf dem Baiyoke Sky Tower, dem höchsten Gebäude. Aber überall Geländer und Panzerglas. Ich kann jedem Bangkok-Besucher nur wärmstens die Dachterrasse des State Tower empfehlen! Grossartiger Rundblick von 250 m Höhe auf Bangkok by night ohne Glasscheiben open air!



    Tippel schiesst Fotos ohne Ende mit 40 Sekunden Belichtungszeit.


    Dank an Tippel für das gemailte Foto!

    Schade, dass Serge nicht kommen konnte, er war eingeladen.
    Essen und Getränke haben ihren stolzen Preis hier oben, wo sich die Geschäftswelt trifft. Eak macht ein Gesicht wie drei Wochen Monsunregen; es deutet sich hier schon an, was erst nach dem Urlaub zur Gewissheit wird.
    Ihr Gesicht hellt sich auf, als in der Nähe des State Tower ein Feuerwerk abgebrannt wird.
    Tippel beliebt wieder, zu scherzen und sagt zu der netten Bedienung:
    "Bring us three parachutes please!"
    " :???: "
    "If we can´t pay the bill we want to jump down!"
    "Okay, there´s a hospital nearby!" :-)
    Nach Mitternacht ist dieser aufregende Tag noch nicht zu Ende. Wir stoppen wieder an Ned´s Wohnung, um das Gepäck zu holen, bringen Eak nach Hause und lassen den Fahrer an einem 7 Eleven halten, um Nachschub zu tanken.
    Bis morgens um zwei Uhr feiern wir auf Tippel´s Bude den deutschen Halbfinalsieg.

  8. #17
    Avatar von MadMovie

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    Re: Reise mit Hindernissen

    Teil 11 - Donnerstag, 25. 11. 2004 - Bangkok - Phitsanulok - Sukhothai

    Wir checken vormittags aus dem Alexander Hotel aus und Tippel klopft wieder einen seiner markigen Sprüche:
    "Der flinkeste Angestellte des Hotels war der Lift!" :-)
    So schlecht war der Service nicht, aber kein Vergleich mit dem Landmark.
    Ein kleiner Reisebus rollt vor und mir fällt das alte deutsche Lied ein "Hab mein Wage voll gelade..." An Bord eine buntgemixte Damengesellschaft: Eak, ihre Mutter, Mo und die kesse, lebenslustige Toon, die wir vom ersten Abend her kennen.
    Schon beim ersten Stopp möchte Eak, dass ich neben ihr in der zweiten Reihe Platz nehmen soll. Sie will gern das bun bui pillow zum Schlafen nutzen, sehr zum Missfallen ihrer Mutter.
    Ich staune, wie selten Halt gemacht wird zum Essen fassen. Dafür knistern überall Plastiktüten mit Snacks.
    Wir passieren Phitsanulok, das von Tippel und mir sofort in Pizza-ohne-Loch umgetauft wird, spricht sich leichter. Ich möchte keinem Expat, der dort vielleicht lebt, zu nahe treten, aber eine Vorzeigestadt ist das nicht.
    Nachmittags sind alle - Thailadies, Chauffeur und Farangs - so hungrig - dass wir hinter Phitsanulok an einem einfachen Restaurant an der Fernverkehrsstrasse halten.
    Tippel würzt die Speisen meist noch nach, aber diesmal schlägt das Schicksal unbarmherzig zu!


    Sieht harmlos aus, aber die dunkelgrünen Schoten sind grüner Pfeffer

    Tippel hält es für Fleisch oder Gemüse und beisst voll rauf! :O
    Er beginnt Feuer zu spucken und schneidet Grimassen. Ich frage besorgt, ob die Feuerwehr aus Pizza-ohne-Loch alarmiert werden muss.
    Die Thailadies sind viel praktischer veranlagt: Sie reichen ihm Klebereis und Bier. Nach 15 Minuten ließ der Schmerz nach, berichtet Tippel später.
    Es ist fast schon dunkel, als wir in Sukhothai eintreffen. Der Chauffeur aus Bangkok kurvt hier auch nicht jeden Tag herum und muss sich durch fragen. Alle grossen Hotels waren bereits im Oktober ausgebucht. So müssen wir mit einer bescheidenen Herberge vorlieb nehmen. Das Bett hat ungefähr den Bequemlichkeitsgrad eines Sargdeckels oder einer Hobelbank.
    So beschliessen wir noch auszugehen. Unten in der Lobby sitzen bereits Eak und Toon mit geöffneten Bierdosen. Ich muss nícht viel Überredungskunst aufbringen, um alle davon zu überzeugen, in einem Wirtshaus aus richtigen Gläsern zu trinken.
    Da wir uns hier nicht auskennen, gehen wir nur 200 Meter weiter in ein einfaches, offenes Strassenrestaurant. Es dauert nur Minuten, da knacken die Mädels Muscheln, während die bei diesem Klima stets dehydrierten Farangs sofort Singha inhalieren. Das erste verdampft zumeist, ohne den Magen zu erreichen.
    Das wird ein wunderschöner Abend, weil wir die Gaststätte zum lustigen Klassenzimmer umfunktionieren und Deutschunterricht erteilen. Eak, aber vor allem Toon, sind gelehrige Schülerinnen, die fast akzentfrei solche Sachen, wie "Kicher, kicher, grins" (Idee von Tippel) nachsprechen können.
    Am nächsten Tag begrüsst uns Toon mit "Guten Morgen - kicher, kicher, grins!"

  9. #18
    Avatar von UweFFM

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    Re: Reise mit Hindernissen

    @MM
    Tatkraft und Unternehmungslust sind ja auf allen Seiten ungebrochen. :bravo:
    Dann warte ich mal aufs Happyend.
    Gruß Uwe

  10. #19
    Avatar von MadMovie

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    Re: Reise mit Hindernissen

    Teil 12 - Freitag, 26. 11. 2004 - Sukhothai und Umgebung

    An diesem Vormittag besuchen wir nach dem Frühstück in einem Strassencafé (im Hotel gibt es keins) den Si Satchalanai Historical Park mit ein paar Ruinen, wie dem Wat Chang Lom.


    Anschliessend geht es in ein Töpfereimuseum und zum Souvenirshopping. Ich erwerbe einen wunderschönen Suppenlöffel mit Ablage.
    Sukhothai ist u. a. bekannt für seine Goldschmiedekunst. Wir schauen in einer Werkstatt den Goldschmieden über die Schulter.
    Höhepunkt dieses Urlaubs ist zweifellos das berühmteste Loy-Krathong-Festival Thailands. Monate zuvor hatte ich in meinen Emails darauf hingewiesen, dass ich es unbedingt sehen will.
    Wegen der Strassensperren muss unser Fahrer grosse Umwege in Kauf nehmen. Endlich sind wir auf dem Festivalgelände.
    Wer eine Phobie vor grossen Menschenmassen hat, sollte diese Veranstaltung meiden, denn heute ist hier halb Thailand auf den Beinen! Ich schaue mich immer wieder um, damit ich Tippel im Blickfeld behalte. Wir kommen gerade zurecht, um den Festumzug zu sehen. Das Fotografieren wird bei dem Gedränge schwierig.


    Jeder grosse Weihnachtsmarkt in Deutschland ist ein armseliges Dorffest, verglichen mit Loy Krathong in Old Sukhothai! Die Fressmeilen und Verkaufsstände erstrecken sich über ein riesiges Areal. Ich glaube, wir haben nur einen Bruchteil gesehen.
    In einem Biergarten verabschieden wir uns von der liebenswerten Mo, die Loy Krathong mit ihrer Nichte und anderen Verwandten in der Nähe von Phitsanulok feiern möchte. Eak und Toon machen sich auf den Weg, um die Karten für die Abendshow zu organisieren und sparen wieder mal am falschen Ende. Für eine bessere Sicht hätten Tippel und ich auch das Doppelte ausgegeben.


    Beim Aufsuchen der Toiletten (auf die Damen müssen wir lange warten) kommt mir eine Geschäftsidee: Mit einer Pachttoilette auf diesem Gelände kann man vermutlich ganz schnell Baht-Millionär werden!
    Leider gibt es diesen Massenauftrieb nur einmal im Jahr.
    Die Damen kaufen an einem der vielen bunten Stände krathongs.






    Stapellauf unseres krathongs, versehen mit den besten Wünschen...


    Da es ein stehendes Gewässer ist, kann man die krathongs stundenlang beobachten, wenn man will

    Tippel ist begeistert von den vielen fliegenden Säcken, die mit dem Feuer, welches die heisse Luft erzeugt, den Abendhimmel erleuchten. Leider habe ich kein Foto davon, aber der Anblick der sehr hoch und weit fliegenden Plastiksäcke ist überwältigend!
    Wir drängeln uns durch zur Light and Sound Show. Erzählt wird die Geschichte des Königreichs Sukhothai und natürlich die bekannte Legende, wie Loy Krathong entstand. Hier die verkürzte Version: Rama der Tapfere hatte eine Lieblingsmätresse (ich nenne sie mal die Gräfin Cosel von Thailand), Tochter eines Priesters. Sie sahen in einer Vollmondnacht im November, wie die Untertanen am Fluss zu Ehren der Wassergeister ein Fest gaben. Die Geliebte des Königs kam auf die Idee, dieses Fest aufzuwerten und bastelte aus Bananenblättern, Blüten und einer Kerze den ersten krathong. So gibt es seit 700 Jahren Loy Krathong, das romantischte aller Feste im LOS.
    Die Show ist spektakulär aufgezogen, etwas ähnliches habe ich bisher nur im Polynesischen Kulturzentrum auf den Hawaii Inseln gesehen. Wer im November 2005 in der Nähe ist, unbedingt ansehen!
    Die von Mo vorhergesagten Staus gibt es nicht und wir sind schon gegen 23 Uhr am Hotel. Wohin? Na, klar in unsere Stammkneipe 200 Meter weiter! Es gibt eine Premiere: Tippel und ich werfen uns Windjacken über, da es frisch ist, wie in einer deutschen Sommernacht! Ich frage Eak, die am Bier nippt: "Thus your mother know?"

  11. #20
    Avatar von MadMovie

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    Re: Reise mit Hindernissen

    Teil 13 - Samstag, 27. 11. 2004 - Sukhothai - Bangkok - Phuket

    Ein reiner Transfertag, von dem es nicht viel zu berichten gibt.
    Es geht zeitig los, schon gegen 8 Uhr sind wir nach dem Frühstück on the road.
    Eak sagt, sie muss noch Bankgeschäfte erledigen und einiges regeln, bevor es am frühen Abend weiter geht nach Phuket.
    Alle dösen oder knabbern an Thai-Snacks, manchmal macht sich auch ein Handy lautstark bemerkbar. Tippel dreht sich um und sagt auf Deutsch: "Thaifrauen haben drei wesentliche Hobbies:
    1. Essen, 2. Schlafen und 3. Quatschen/Telefonieren!" Vielleicht ein wenig spitz formuliert, aber ein Körnchen Wahrheit ist dran.
    Ohne grosse Zwischenstopps erreichen wir am frühen Nachmittag Bangkok und lassen uns erst mal zum Lunch in Bangkapi nieder.
    Es ist immer wieder spannend, Garküchen aufzusuchen, da es keine Speisekarte gibt und man sich auf seine Intuition verlassen muss. Tippel wählt Penang Moo und ist sehr zufrieden damit.
    Wir verabschieden die fröhliche Toon und dann heisst es im Haus von Eak warten, warten, warten. Der Hund Yentafo, der die Farangs während der ersten Tage nur böse angeknurrt hat, ist heute viel besser drauf und will spielen.
    Wir sagen zum Fahrer, der auf dem Sofa lümmelt, "German Soccer", aber eigentlich heisst das Spiel "Dummer Junge", d. h. wenn der Ball richtig gelupft wird, hat der Hund keine Chance, die Gummikugel zu fangen. Immer mit Blick auf Eak's Mutter, die mit der Wäsche beschäftigt ist, sind wir darauf bedacht, möglichst wenig kaputt zu schiessen.
    Ich gehe nach draussen, um die Strasse und Orchideen beim Nachbarn zu fotografieren, nicht ahnend, das dies womöglich mein letzter Besuch sein wird.
    Nach der 15Jährigen, die mit im Haus wohnt, erscheint irgendwann dann auch Eak wieder. Das Gepäck in den Bus geladen und los geht's zur Ramkhamhaeng Road, um Ned einzuladen. Tippel und ich sind nicht gerade hochgradig begeistert, hatten wir uns doch schon mit der lebenslustigen Toon angefreundet. Wir erreichen pünktlich den Domestic Airport.
    Da noch etwas Zeit ist, bummeln wir getrennt durch die Halle, die Damen können mich ja jederzeit mittels Handy aufspüren.
    Gebucht wurde bei NOK, wir fliegen aber mit Thai Airways. Hier wird sogar während des einstündigen Fluges ein Abendessen serviert. Leider ist es schon dunkel, so dass wir von Phuket nicht viel sehen. Der Wagen des Hotels steht bereit - Eak hat wieder mal alles gut organisiert - und der Fahrer hat unsere Lieblingsmusik eingelegt, The Eagles - das hebt die Urlaubsstimmung!


    Abendstimmung auf Phuket

    Nach langer Fahrt erreichen wir Patong, fast am Ende der Thavee Wong Road liegt das Seagull Hotel, das uns sehr gut gefällt. Wir beziehen unsere Zimmer; mein Einzelzimmer hat eine verschlossene Durchgangstür zum Zimmer der Damen, die wir später auch einmal nutzen werden.
    Die Aussicht vom Balkon auf Patong Beach ist grossartig. Ich geniesse den Blick über die Bucht, nicht ahnend, was hier in mehr als drei Wochen passieren wird...
    Niemand mag jetzt schon Schlafen gehen; wir gehen noch auf ein Bier in die 200 Meter entfernte Komma-Bar (nicht Koma :-)).

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