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Reise mit Hindernissen

Erstellt von MadMovie, 16.01.2005, 01:21 Uhr · 46 Antworten · 4.125 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von MadMovie

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    Reise mit Hindernissen

    Teil III der Saga (Real Story - Teil I "The Discovery Of Siam"; Teil II "Eak in Jöremanie")

    Vorbemerkung


    Angesichts des Ausmasses der Naturkatastrophe in Südost- und Südasien fällt es nicht leicht, zur Normalität zurück zu kehren.
    Ich möchte dennoch beginnen, meinen Erlebnisbericht der letzten Reise hier zu posten. Einige der Schauplätze des Reiseberichts wurden teilweise oder komplett zerstört. Zum Glück sind keine Freunde und Bekannten in Thailand unmittelbar betroffen.
    Meine negativen und positiven Erlebnisse sehe ich heute mit ganz anderen Augen angesichts der Bilder, die uns am 26. Dezember und den darauf folgenden Tagen erreichten.
    _________________

  2.  
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  3. #2
    Avatar von MadMovie

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    Re: Reise mit Hindernissen

    Teil 1 - Montag, 15. 11. 2004 - Berlin

    Wie immer verläuft die Anreise nach Berlin problemlos, keine Staus, keine Blitzer und ich bin in rund 90 Minuten in Neukölln.
    Mein Freund Tippel überrascht mich mit der Hiobsbotschaft, dass unser Lieblings-Thai-Restaurant Mahanakhon dicht gemacht hat. Der Mietvertrag wurde vom deutschen Besitzer nicht verlängert und es soll jetzt irgendein türkischer Laden eröffnet werden. Wehmütig erinnern wir uns an die dort verbrachten Stunden. Wo sollen wir uns jetzt auf die anstehende Reise einstimmen?
    Wir düsen mit meinem Auto über die Stadtautobahn nach "JWD", wie der Berliner sagt, nach "Janz weit draussen" nach Heiligensee. Wir kurven über die Strassen mit Tiernamen und erreichen im Dunkeln das Haus von Basti, der in den kommenden 16 Tagen auf meinen französischen Flitzer aufpassen soll.
    Ich lasse Autoschlüssel und Fahrzeugpapiere bei ihm, eine weise Entscheidung, wie sich später herausstellen wird.
    Freundlicher Anschied von Basti, der uns eine gute Reise wünscht - keiner ahnt, wie bald wir ihn schon wieder brauchen werden!

    Teil 2 - Dienstag, 16. 11. 2004 - Berlin

    Nur noch ein paar letzte Besorgungen am Herrmannplatz gemacht, Lunch in einem spanischen Restaurant. Danach Tippel´s Blumen ins Bad geräumt - die Idee mit den Wollfäden war nicht so gut, die Pflanzen bekommen nicht genug Wasser. Das Gepäck wird kontrolliert - und das Reisefieber erreicht langsam den Siedepunkt - endlich geht es los nach LOS!!
    Wir sparen das Geld für ein Taxi und keuchen zur U-Bahn. Hat ja letztens, als ich aus dem LOS zurück kam auch alles bestens geklappt, was soll schon schief gehen?
    Wir warten auf den Flughafenbus TXL, aber es verbleiben noch drei Minuten. Viele Leute, aber kein Gedränge.
    Ein junger, gut gekleideter Mann südeuropäischen Typs spricht Tippel an, der erste Satz ist unverständlich. Beim zweiten Satz höre ich heraus, dass er wohl zur Galeria Kaufhof möchte. Ich recke meinen Hals, um dem kurzen Wortwechsel besser folgen zu können. Der junge Ausländer bedankt sich mit einem Kopfnicken und verschwindet mit grosser Eile in der Menge.
    Nun müsste ja bald der Bus kommen. Ich schaue nach links - jawohl, der graue Koffer mit hunderttausenden Flugkilometern ist noch da (wurde mal von der BA in London verschlampt, aber nach drei Tagen im Hotel in Denver abgeliefert). Ich schaue nach rechts und der Herzschlag setzt aus!
    Vielleicht wurde die schwarze Reisetasche nur von einem Passanten versehentlich weg geschoben? Nein, die ist nicht da! Ich rase los mit Koffer, gebe nach 200 Meter auf, der Komplize des jungen Mannes ist sicher längst durch die Unterführung Karl-Liebknecht-Strasse entschwunden.
    Tippel ruft mir nach: "Was ist los?"
    "Wir können diese Reise abblasen", knurre ich.
    _________________

  4. #3
    Avatar von MadMovie

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    Re: Reise mit Hindernissen

    Fortsetzung Teil 2 - Dienstag, 16. 11. 2004 - Berlin

    "Wieso das denn?" ruft Tippel entgeistert.
    "Die haben dich in ein Gespräch verwickelt und ein anderer hat mein Handgepäck geklaut! Online-Buchungsbestätigung, Reisepass, Geld, alles weg!"
    Ich stehe noch unter Schock.
    Tippel winkt ein Taxi heran, der Bus fährt ohne uns ab.
    "Zur nächsten Polizei-Dienststelle!" weisen wir den Fahrer an, der mir den guten Rat gibt, ich solle mich an den Bundesgrenzschutz in Tegel wenden, die stellen Notpapiere aus. Ich winke ab. Damit lässt mich der Immigration Service der Thais nicht rein, ich brauche einen richtigen, amtlichen Pass.
    Auf dem Revier A 32 Berlin Mitte bekomme ich die niederschmetternde Nachricht, die Ausstellung eines neuen Reisepasses hätte im schnellsten Fall drei Tage gedauert. Der Beamte sollte sich zum Glück gründlich irren, wie sich später heraus stellt. Ansonsten sieht man den Fall sehr gelassen, so was komme hier jeden Tag vor; erst gestern war ein Geschäftsmann da, dem das Gepäck mit wichtigen Unterlagen gestohlen wurde.
    "Und ja nicht verfolgen! Die haben Klappmesser!" warnt der Polizist ein wenig zu spät.
    Bei der Protokollaufnahme wird mir erst mal bewusst, welchen Verlust ich erlitten habe: Ausser Reisepass sind alle persönlichen Dinge weg, wie Notizbücher mit Adressen und Telefonnummern, dazu Fotoapparat, Brille, Euro-Bargeldreserven und alle Geschenke für meine Freundin und ihre Mutter usw. Zum Glück habe ich ein paar Euro, ein paar tausend Baht, Kreditkarten und Handy gerettet.
    "Nach ihrer Täterbeschreibung", sagt der Beamte, "müsste ich jeden zweiten Ausländer aus Südosteuropa in der Stadt verhaften lassen!"
    Erst später bemerke ich, dass auf dem Papier Stempel und Unterschrift fehlen. Egal, erst mal zum Flughafen. Wir hätten sogar den Flieger noch erreicht! Der Angestellte der Swiss Air zeigt sich sehr entgegen kommend. Überhaupt kein Problem, sagt er, wir halten euch zwei Plätze frei, jeden Abend bis Freitag. Die Tickets sind ein Jahr gültig. Fragt aber lieber noch mal die Buchungsagentur, die müssten es auch ändern.
    Die erste gute Nachricht nach dem Schock!
    Weiter im Taxi nach Heiligensee, ich brauche ja meinen Personalausweis, der dort sicher verwahrt ist. Wir klingeln Sturm, aber niemand öffnet. Natürlich hat auch niemand die Handy-Nummer von Basti im Kopf.
    Zurück im Taxi nach Neukölln, das verbliebene Gepäck abgestellt und Einkehr bei unserem jugoslawischen Stammwirt Vladi, um den Kummer zu ertränken.
    Je nach dem, wen man in diesen Stunden fragt, erhält man verschiedene Versionen von der Herkunft der Täter. Der türkische Taxifahrer sagt, das waren mit Sicherheit Rumänen, die klauen dir auch bei einer zufälligen Umarmung die Armbanduhr. Vladi behauptet, das waren Albaner.
    Tippel ruft über das Festnetz Basti an und sagt, er solle sofort mit meinen Fahrzeugpapieren und Ausweis nach Neukölln kommen. Bast ist in einer halben Stunde da und wir geben ihm ein Essen aus. Glück im Unglück, Autoschlüssel, Fahrzeugpapiere und Ausweis waren bei ihm sicher verwahrt.
    Nach ein paar Bier und einem vom Wirt spendierten Slivowitz wanken wir nach Hause und räumen die Blumen wieder auf das Fensterbrett.
    (wird fortgesetzt; auch mit Fotos!)

  5. #4
    Avatar von rudi

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    Re: Reise mit Hindernissen

    jau datt hoff ich doch mal datt da ne vortsetzung kommt
    binn schon gespannt wie et euch weitererging
    also bitte auch wenn et ne menge arbeit und geschreibsel iss
    gib gass ich binn gespannt.
    und danke für die mühe..........
    mfg rudi

  6. #5
    Avatar von MadMovie

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    Re: Reise mit Hindernissen

    Teil 3 - Mittwoch, 17. 11. 2004 - Berlin

    Tippel sagt, wenn wir das nicht bis zum Wochenende auf die Reihe bekommen, denkt er darüber nach, last minute auf die Kanaren zu entschwinden, was ihm niemand verübeln kann. Er selbst will aber eigentlich auch viel lieber nach Thailand und hängt sich rein, bis die Telefondrähte glühen. Bei der Polizeidienststelle geraten wir an einen Paragrafenreiter, der sagt, für den zivilrechtlichen Teil der Sache müssten wir einen Rechtsanwalt einschalten. Ich will mich aber nicht herum streiten, sondern nach LOS zu meiner Kleinen!
    Auch beim Online-Reisebüro Traveltopia zeigt man sich uneinsichtig. Die Swiss Air, mit der es angeblich öfter Probleme gäbe, hätte so etwas niemals versprechen dürfen, dieTickets sind nicht umbuchbar. Tippel ruft das Einwohnermeldeamt Charlottenburg an.
    "Wann wollen Sie denn fliegen? Wir können gleich einen Pass ausstellen. Ist ihr Freund Berliner?"
    Die Frage muss leider verneint werden.
    "Oh, kein Berliner. Die zuständige Mitarbeiterin hat erst morgen um 11 Uhr Sprechzeit!"
    Wir sind wieder mal am Boden zerstört und LOS scheint unerreichbar!
    Dann rücken wir den Behörden mal persönlich auf den Pelz!
    Auf dem Revier A 32 ist der freundliche Wachhabende sofort bereit, dem Blatt mit der Vorgangsnummer einen amtlichen Charakter zu verleihen. Na also, geht doch!
    Wir stemmen uns dem kalten Wind entgegen und stiefeln über Gendarmenmarkt und Jägerstrasse zum Reisebüro.
    So ein Online-Reisebüro ist eine feine Sache, so lange alles glatt läuft. Auf Gäste sind die schon gar nicht eingerichtet. Eilig werden zwei Stühle herbei geschafft.
    Es gelingt uns nach zähen Verhandlungen - wobei wieder Tippel der Wortführer ist - Herrn P. davon zu überzeugen, dass unsere Tickets re-booking free of charge sind. Die Swiss Air will uns befördern, nun muss er es nur noch ändern und die Verlustbestätigung des Passes rüber faxen.
    Wir einigen uns auf Freitag mit dem Ausweichtermin Samstag.
    Draussen frage ich "Wieso Samstag? Da hat ohnehin keine Behörde auf, wo ich meinen Pass abholen könnte!"
    Ich muss alle Sachen neu kaufen, von der Zahnbürste bis zum Ladegerät für das Handy. Schnell noch in ein Internet-Café, um eine weitere Mail an Eak zu schreiben. Die hat inzwischen bei meiner Schwester angerufen und musste sich anhören "Der ist doch in Thailand!"
    Ein Tag voller hektischer Betriebsamkeit geht zu Ende.
    Tippel und ich lenken uns ab mit dem Fussball-Länderspiel Deutschland gegen Kamerun.

  7. #6
    Avatar von MadMovie

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    Re: Reise mit Hindernissen

    Teil 4 - Donnerstag, 18. 11. 2004 - Berlin

    Pünktlich 10 vor 11 betreten wir die heiligen Hallen des Bezirksamtes Berlin-Charlottenburg, mit Passbildern in der Tasche und Hoffnung im Herzen.
    Die kesse Berlinerin ist sehr aufgeschlossen und hilfsbereit, kopiert sorgfältig das amtliche Papier der Polizei.
    "Neuer Pass? Kein Problem, ich muss mir nur grünes Licht von ihrer Stadtverwaltung holen, nehmen Sie so lange draussen Platz!"
    Wir rutschen auf Plastikhalbschalen aufgeregt hin und her und harren der Dinge. Eine obdachlose Berlinerin erzählt uns ihre halbe Lebensgeschichte. Die Dame will unbedingt den elften neuen Ausweis binnen weniger Monate haben.
    Nach einer knappen Stunde habe auch ich einen neuen Pass, ein Jahr gültig.
    Wir hopsen freudetrunken aus dem riesigen Bürokomplex und bimmeln Herrn P.mit dem Handy an.
    "Wir fliegen noch heute, bitte alles umbuchen!"
    Der Mann ist sicher froh, wenn wir endlich weg sind. ;-D
    Wir räumen die Blumen wieder ins Bad, darin haben wir inzwischen ja schon Übung. Schnell ins Internet-Café und eine zweite Email an Eak geschickt. Ich hatte sie ja nicht angerufen, aber rechtzeitig per mail darauf aufmerksam gemacht, dass es sich nicht um einen Scherz handelt.
    Wir verabschieden uns von René, dem Zeitschriften- und Tabakhändler hier im Kiez, auch Basti wird die frohe Botschaft telefonisch übermittelt:
    Heute Abend geht es endlich los! :-)

    Wir bestellen ein Taxi vor die Haustür und stehen diesmal besser gelaunt am Schalter von Swiss Air. "Sie können gleich zum Check-In-Schalter gehen! Alles klar!"
    Alle echten Schweizer bitte ich um Entschuldigung für die folgenden Wortwechsel! Uns hat es jedenfalls viel Spass gemacht. Tippel und ich unterhalten uns in einer seltsamen Version von Schwyzerdütsch, angelehnt an die hervorragenden Schweizer Comedians Emil Steinberger und Marco Rima.
    "Siehst du da unten die Leute auf dem Kartoffelacker, wie sie auseinander stieben? Oh, ha!" :-)
    "Hier in Zürich sind sogar die Kartoffeläcker beleuchtet!"
    "Vielleicht landen wir gar nicht auf einem Kartoffelacker, womöglich ist dies der Flughafen!"
    Und noch ein wenig schwarzer Humor:
    "Gib Obacht auf dein Gepäck! Vielleicht sind dir die albanischen Kofferdiebe gefolgt, die denken, der MadMovie war einmal so blöd, da versuchen wir es noch einmal!"
    Schade, kommt in der geschriebenen Version nicht so gut.
    Problemloses Umsteigen in Zürich am späten Abend ohne grosse Wartezeiten, wie noch vor ein paar Monaten in Kopenhagen.
    Im Flieger nach BKK gelingt es mir zum ersten Mal nach vielen Langstreckenflügen, ein paar Stunden am Stück zu schlafen.
    Die letzten Tage waren doch ein wenig anstrengend. Vor dem Einschlafen denke ich an Eak.
    Tippel sagt gähnend zu mir: "Wer weiß, was in so einer Thailady vor sich geht. Vielleicht will sie dich gar nicht wieder sehen?" :???:

  8. #7
    Avatar von MadMovie

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    Re: Reise mit Hindernissen

    Teil 5 - Freitag, 19. 11. 2004 - Bangkok

    Eine denkbare Variante ist, dass Eak einen geschäftlichen Termin hat und uns deshalb nicht persönlich abholen kann.
    Erst mal raus aus dem Flieger - diesmal lange Schlangen am Immigration Service. Tippel holt seinen speziellen Ausweis aus der Tasche, wir werden von einem älteren, freundlichen Beamten durch gewunken und sind fast die ersten am Gepäckband.
    Geld müssen wir nicht tauschen, ich habe genügend Baht in der Tasche. Wir schieben uns durch das Gewühl Richtung Ausgang, da sehe ich eine kleine Gestalt wie ein Mäuschen durch die Menge huschen. Aha, denke ich, sie hat Mo als Empfangsdame geschickt.
    Nach der freundlichen Begrüssung (ich hatte Mo seit dem Abschied in Ayutthaya im März nicht mehr gesehen), versichert mir Mo mit schalkhaftem Blick, dass Eak nicht kommen konnte. Es dauert aber nur ein paar Sekunden, da werde ich erschreckt -
    Überraschung gelungen!
    Tippel wird nicht von der Dunstglocke erschlagen, er sagt, Mexiko war fast noch schlimmer.
    Eak winkt ein Taxi heran und quer durch Bangkok nach Bangkapi.
    Tippel schüttelt immer wieder den Kopf. "Im Vergleich zu Bangkok ist Auto fahren in Berlin eine erholsame Angelegenheit!"
    Wir erreichen das Alexander Hotel und checken ein, um uns frisch zu machen. Ein Eckzimmer, Blick auf einen khlong rechts und das Rajamangala Stadion links. Ich hätte mich auch wieder auf der Sukhumvit einquartiert, aber Eak wollte ein Quartier in der Nähe ihres Shops.

    Das grosse Empfangsessen war schon einmal zwei Tage früher angesetzt gewesen. Erstaunlich, wie viele Freundinnen Eak immer aus dem Hut zaubert. Dabei dachte ich, die meisten hätte ich schon im März kennen gelernt. Eine nette, junge Frau nach der anderen betritt den Salon von Eak; bis auf Mo kenne ich keine.
    Mit zwei Taxen geht es zum Koh Lanta Restaurant - ich habe eine Visitenkarte in Thaischrift, fragt mich bitte nicht, wo das ist!
    Ein traditionelles Thai-Restaurant mit Holztischen an einem Teich.
    Auch Tippel amüsiert sich prächtig. Ich hatte ihn gewarnt, in den Thai Restaurants in Deutschland bekommt man eine entschärfte Variante von Thaifood, hier das Original. Es schmeckt ihm und er lässt sich den Chili-Dipp reichen . Die jungen Damen, speziell Susi - die aufgrund ihrer häufigsten Antwort den neuen Spitznamen "Me too!" erhält - kichern um die Wette. Es wird ein amüsanter Abend in zauberhafter Atmosphäre.
    Da uns zwei Tage fehlen, müssen wir leider auf die Abstecher nach Kanchanaburi und Lop Buri (Heimatstadt von Eak) verzichten.
    Der Abend ist noch jung und Eak fragt, was wir uns noch ansehen möchten.
    "Patpong! Tippel muss mal gesehen haben, was da so abgeht."
    Wir verabschieden die Schar fröhlicher junger Damen und ab geht es in das Revier, was einige Zeitgenossen mit Thailand assoziieren. Wir schieben uns durch das Gedränge der Silom Road und biegen rechts ab. Vor einer Bar macht eine junge Dame einen Wai und fragt freundlich, ob wir nicht auf zwei Drinks einkehren möchten, es würde nur 1500 Baht kosten. Eak raunt mir zu, dass sei ihre beste Freundin Ned. Davon gibt es mindestens ein Dutzend, denke ich verstimmt. Später auf Phuket werde ich meine negative Einschätzung gründlich revidieren.
    Wir marschieren zu einer anderen Soi, vorbei an der Radio City Music Hall, aus der heute Jazz-Musik dröhnt. Wir nehmen irgendwo Platz, geniessen unser Bier und beobachten das Geschehen, kathoeys und Pärchen flanieren die Soi entlang.
    Im Taxi zurück nach Bangkapi. Eak und ich sind schwer beschäftigt.
    Tippel hebt gelegentlich drohend den Finger, wenn ihn das Geschehen auf der Rücksitzbank zu sehr irritiert. :O

  9. #8
    Avatar von MadMovie

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    Re: Reise mit Hindernissen


    Teil 6 - Samstag, 20. 11. 2004 - Bangkok



    "Komm´ raus, Dämon, du bist umzingelt!"
    Tippel nun endlich auf Entdeckungstour durch Asien


    Endlich habe ich sie wieder gesehen!

    Nachdem Trickdiebe neben Pass, Geld und Brille auch meinen Fotoapparat gestohlen hatten (siehe Teil 2), musste ich während des Urlaubs leider mit einer geborgten, sehr einfachen Kamera auskommen. Ich bitte daher, die Qualität der Fotos mit Nachsicht zu betrachten.

    Eak und Mo holten uns an diesem Samstagvormittag von unserem Hotel ab. Wir fahren mit dem Taxi diesmal nur ein kurzes Stück, um das neueste und modernste Verkehrsmittel Bangkok´s zu testen, die U-Bahn. Der U-Bahnhof Ramkhamhaeng Road erinnert in seiner Weitläufigkeit an Metro-Stationen in Moskau, aber hier ist alles noch neu und blitzblank. Doppelte Sicherheit beim Einsteigen, niemand kann vor den Zug geschubst werden. Die Türen öffnen selbstverständlich automatisch. Als ich im März aus dem LOS zurück kam, hatte ich noch den Skytrain im Hinterkopf und vergass, den Türöffner in der Berliner U-Bahn zu betätigen, womit ich mir harsche Kritik von den Berlinern einhandelte. Von der Endstation Hauptbahnhof geht es weiter mit dem Tuk-Tuk zum Grand Palace. Wie nicht anders zu erwarten, grosses Touri-Gedränge vor dem Königspalast und Wat Pho. Ich hatte das ja alles schon gesehen, aber Tippel noch nicht. Am Eingang sagt man uns, wir sollten besser am Nachmittag wiederkommen.
    Also haben unsere charmanten Tourguides improvisiert und die Tour mit einem Longtailboot durch Thonburi vorgezogen.
    Ich erkläre Tippel, dass es vor 100 Jahren hier überall khlongs gab und Bangkok das Venedig des Ostens genannt wurde.
    In den nächsten Tagen werden wir auch noch die schwimmenden Märkte besuchen.
    Wir legen an am Wat Arun und Tippel ist begeistert von der Architektur, wundert sich nur, warum die relativ kleinen Thais so grosse Treppenstufen gemeißelt haben.
    Lunch in einem kleinen Restaurant direkt am Chao Phraya.
    Nachmittags hat auch das Gedränge am Grand Palace etwas nachgelassen und wir können Tippel alles zeigen.



    Für den Abend hat Eak eine Überraschung geplant, wir sind gespannt.
    Eak hatte nur gesagt, wir sollten die Pässe einstecken. Auf geht´s ins Nachtleben von Bangkok!
    Eine Schranke und Security vor der Einfahrt in eine Seitengasse.
    Dann wird endlich das Geheimnis gelüftet: Wir stehen vor dem Hard Rock Café Bangkok!
    Eak muss ihren Ausweis zeigen, wir Farang passieren problemlos die Gesichtskontrolle. :-)
    Klasse Musik und flotte Bedienung. Das Hühnerfleisch auf dem Teller sieht aus, als wäre es nur an einem Eimer mit heißem Wasser vorbei getragen worden. :O
    Der Kellner beäugt misstrauisch die Pfeifenkollektion von Tippel; der Tabak wird unter einem Vorwand beschlagnahmt!
    "Aha", denke ich, "draussen steht ja dran: Drugs and nuclear weapons are not allowed!" Mit einer Pfeife macht man sich hier verdächtig, man könnte auch etwas anderes hinein stopfen!
    Nach zwei Minuten bekommt Tippel seinen aromatisierten Pfeifentabak zurück. "Good stuff", grinst der Kellner. :-)
    Unten im Parterre beginnt die Live-Band zu spielen. Leider habe ich vergessen, nach dem Namen der Band zu fragen.


    Gedränge auf dem Weg zur Toilette, dennoch gelingt mir dieser Schnappschuss

    Sie spielen Songs von Carlos Santana, aber auch andere Stücke hervorragend nach.
    Wir ordern Cocktails und Wein für Eak und singen kräftig mit.
    Es wird ein sehr vergnüglicher Abend.
    Im Souvenirshop erwirbt Tippel noch eine Speisekarte und bekommt die Getränkekarte gratis dazu.

  10. #9
    Avatar von bigchang

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    Re: Reise mit Hindernissen

    mach bloss bald weiter ,verrueckter film,liesst sich klasse

    gruesse matt

  11. #10
    Avatar von Ralf_aus_Do

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    Re: Reise mit Hindernissen

    Zitat Zitat von MadMovie",p="207272
    [b]Teil III der Saga (Real Story - Teil I "The Discovery Of Siam"; Teil II "Eak in Jöremanie")
    Wann gehts endlich weiter? (Ein ungeduldig mit den Fingern auf dem Tisch trommelnder

    Ralf


    fand schon Teil I und II super


    :bravo: :bravo: :bravo: :bravo: :bravo: :bravo:

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