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Organspende

Erstellt von moselbert, 12.12.2004, 17:36 Uhr · 18 Antworten · 1.366 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von moselbert

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    Organspende

    Namen und Örtlichkeiten sind frei erfunden. Alle Ähnlichkeiten mit lebenden Personen oder existierenden Schauplätzen sind zufällig. Die Handlung soll sich aber so oder ähnlich bereits irgendwo auf der Welt zugetragen haben.

    Meine Frau erzählte mir vor wenigen Tagen, dass es so einen Fall irgendwo in Asien vor kurzem gegeben habe. Sie hatte es in den Nachrichten gehört. Daraufhin entschloss ich mich, daraus eine Kurzgeschichte zu machen.



    Organspende


    I

    Ingenieur kann doch ein schöner Beruf sein. Wenn man Auslandsprojekte betreuen muss, kommt man viel in der Welt herum. Und so lernt man interessante Länder, Kulturen und Menschen kennen. Nur verheiratet zu sein, wäre in diesem Fall nicht so gut gewesen. Zum einen hätte die Frau mehrere Monate im Jahr alleine zu Hause gesessen. Zum anderen lernte man in der Fremde öfters nette Frauen kennen, bei denen es nicht immer bei einem Gespräch blieb. Man musste im Zeichen von AIDS natürlich vorsichtig sein, aber die Latexindustrie hatte ja ausreichend Schutz in ihrem Angebot.

    Nicht, dass ich unbedingt auf ein Abenteuer aus war. Aber manchmal ergab es sich halt so.

    Meine Firma hatte mich für ein paar Monate nach Thailand geschickt. Hier in Bangkok bauten wir an einer neuen Stadtautobahn mit. Die Hauptstadt Thailands war schon ein richtiger Moloch. Verkehr bis zum Abwinken, die öffentlichen Verkehrsmittel waren meist Taxen und Busse und bewegten sich natürlich auch auf den Straßen der Stadt. In manchen Straßen ging die morgendliche Rushhour nahtlos in die nachmittägliche über. Nur tief in der Nacht und am Wochenende sank die Anzahl der Autos und der Verkehr floss einigermaßen zügig.

    Ich bestellte mir noch ein Bier. Ich hatte mich in eine Karaoke Bar in der Sukhumvit Straße gesetzt und genoss den Feierabend. Am morgigen Samstag und am Sonntag hatte ich ausnahmsweise mal zwei freie Tage am Stück. Einige der einheimischen Arbeiter, die an der Autobahn mitbauten, hatten dieses Vergnügen nicht. Jeweils zehn Stunden an sieben Tagen in der Woche arbeitete so mancher. Zwar hatte der Staat Vorschriften erlassen, was die maximale Zahl der Arbeitsstunden pro Woche angeht. Aber sogar in Deutschland gab es gewaltige Unterschiede zwischen Vorschriften und der Wirklichkeit. Gerade auf dem Bau.

    Das Bier kam. Es hieß Singha und schmeckte eigentlich sehr gut. Ich konnte mich nicht beklagen. Ich lächelte der Bedienung zu und lauschte den vergeblichen Versuchen der Einheimischen und der Fremden, ihren Kehlen zur Hintergrundmusik passende Töne zu entlocken. Dieter Bohlen hätte hier mit Sicherheit seine Freude gehabt. Wahrscheinlich wären ihm aber bald die dummen Bemerkungen ausgegangen.

    Okay, vielleicht wäre es das nächste Mal besser, eine richtige Musikkneipe aufzusuchen, von denen es in Bangkok auch einige gab, wie ich mir hatte sagen lassen. Alt würde ich hier nicht werden, das wusste ich. Dennoch war es erstaunlich voll. Es gab kaum noch freie Plätze. Karaoke war bei Asiaten anscheinend sehr beliebt. Ob die Touristen, die hier anwesend waren, auch noch einmal wiederkommen würden, bezweifelte ich.

    „Ist hier noch frei?“ fragte eine weibliche Stimme auf Englisch.

  2.  
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  3. #2
    Avatar von moselbert

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    Re: Organspende

    II

    „Selbstverständlich.“ antwortete ich.

    Eine etwa 30 jährige Asiatin setzte sich an meinen Tisch. Ich schaute sie an. Sie hatte schulterlanges Haar, schwarz, wie es sich für Asiaten gehörte. Sie war etwa 1.65 groß, schlank, aber nicht zu schlank. Ihr Gesicht war das eines Engels. Die goldbraune Hautfarbe, die schmalen Lippen, der leicht lächelnde Mund, die mandelförmigen Augen, die allerdings etwas unruhig wirkten.

    Das war eine Bekanntschaft, bei der ich hoffte, dass es nicht nur bei einem Gespräch blieb. Ich hatte eigentlich vorgehabt, nach diesem Bier zu gehen, aber jetzt disponierte ich kurzfristig um. Mal sehen, was sich entwickelte.

    Sie bestellte sich eine Cola mit Rum. Wir kamen ins Gespräch. Sie erzählte, sie sei aus Taiwan und habe beruflich in Bangkok zu tun. Sie sei in der Konfektionsbranche als Einkäuferin tätig. Und jetzt sei sie in diese Karaokebar gekommen, weil sie Karaoke liebe. Da waren wir allerdings unterschiedlicher Ansicht. Mir gefiel der Laden hier nicht mehr. Sie meinte allerdings, Karaoke mache Spaß. Es müsse ja nicht immer alles so perfekt sein. Bei der Arbeit komme es auf Perfektion an, in der Freizeit könne man es ja ein bisschen lockerer angehen lassen.

    Sie war eine Frau, mit der man sich wunderbar unterhalten konnte, wie ich feststellte. Und auch ihre körperlichen Reize wirkten auf mich. Ich merkte schon, wie sich unten bei mir etwas regte.

    Aber sie war ja kein Barmädchen, keine Prostituierte, die freiwillig zu mehr bereit war als zu einem Gespräch. Wie sollte ich es einer taiwanesischen Geschäftsfrau klar machen, dass ich sie begehrte? Mir war klar, dass es nur ein one - night - stand werden würde. Vielleicht auch zwei oder drei Nächte. Je nachdem wie lange sie beruflich in Bangkok zu tun haben würde. Morgens noch ein gemeinsames Frühstück mit ihr, dann würde mir die Arbeit in den nächsten Tagen wesentlich leichter von der Hand gehen.

    Sie fasste sich an den Kopf.

    „Entschuldigen Sie, ich habe einen leichten Schwindelanfall. Ich muss mal kurz auf die Toilette.“

    Sie stand auf und verschwand. Asiaten vertrugen nicht so viel Alkohol, das hatte ich schon gehört. Aber ein Glas Cola mit Rum, das war doch eigentlich nichts. Schade, dann würde es wohl doch nichts mit einem näheren Kennenlernen. Ich hatte mich schon so gefreut.

    Sie kam zurück und nahm wieder Platz.

    „Würde es Ihnen etwas ausmachen, wenn Sie mich zu meinem Hotel begleiten würden? Ich fühle mich nicht so besonders und es wäre vielleicht besser, wenn ich zu Bett gehen würde. Außerdem habe ich meine Tabletten im Zimmer vergessen. Sie können dann anschließend ja hierhin zurück oder in Ihr Hotel. Den Umweg mit dem Taxi werde ich Ihnen natürlich bezahlen.“

    „Das Bezahlen ist nicht nötig. Wenn Sie eine starke Hand oder eine beschützende Schulter brauchen, bekommen Sie meine gerne.“

    „Vielen Dank. Das finde ich sehr nett von Ihnen.“

  4. #3
    Avatar von MenM

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    Re: Organspende

    @ moselbert
    so weit so gut,
    "spende" jetzt aber ruhig weiter

  5. #4
    Avatar von moselbert

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    Re: Organspende

    Zitat Zitat von MenM",p="195839
    ... "spende" jetzt aber ruhig weiter
    Ich fahre gerade zweigleisig, vielleicht hätte ich erst die eine Geschichte beenden sollen, bevor ich die andere anfange.
    Keine Bange, die Geschichte ist schon fertig, aber ich kann Euch ja nicht alle Happen auf einmal hier auftischen, dann verschluckt Ihr Euch vielleicht. Also schön nacheinander.

  6. #5
    Avatar von Sakon Nakhon

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    Re: Organspende

    Dafür hat Roger jetzt wohl Urlaub? :-(

  7. #6
    Avatar von moselbert

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    Re: Organspende

    Zitat Zitat von Sakon Nakhon",p="195854
    Dafür hat Roger jetzt wohl Urlaub? :-(
    Bei Roger darfst Du selber mitschreiben. Los, los! Auf auf! Schreib, schreib! Nicht meckern, schreiben.

    Für diesen Schmarrn hier bin ich selber verantwortlich.


  8. #7
    Avatar von moselbert

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    Re: Organspende

    III

    Wir bezahlten unsere Getränke und gingen. Auf der Straße stand ein Taxi. Der Fahrer hatte mit zwei Passanten eine lebhafte Diskussion. Die beiden Personen wandten sich wütend vom Wagen ab. Meine Begleiterin zog mich zu diesem Taxi.

    „Sehr praktisch. Hier ist gerade eines frei. Dann brauchen wir nicht zu warten.“

    Sie öffnete die Tür und setzte sich auf den Rücksitz. Ich folgte ihr. Sie nahm eine thailändische Visitenkarte aus ihrer Handtasche und reichte sie dem Fahrer. Dieser schaute sie an, gab sie ihr wieder zurück, sagte so etwas wie „Krab, krab.“ und fuhr los. Die beiden Passanten auf der Straße schauten uns mit ziemlich bösen Blicken an.

    „Was die wohl haben.“ bemerkte ich. Ich fuhr fort: „Was ist das für eine Visitenkarte?“

    „Die hat mir das Hotel gegeben. Wenn ich die den Taxifahrern zeige, wissen sie, wo es lang gehen soll. Hier kann ja nicht jeder Englisch. Wir bekommen von unserer Firma ein Vertragshotel genannt, das liegt etwas außerhalb. Wundern Sie sich also nicht, dass es etwas länger dauert, bis wir dort sind.“

    Sie stutzte und nahm ein Pillendöschen aus ihrer Tasche. „Ach, hier sind ja die Tabletten. Sie müssen wissen, ich habe einen etwas schwachen Kreislauf und ab und zu brauche ich ein Medikament. Können Sie den Fahrer mal fragen, ob er Wasser hat?“

    „Mister.“ Ich tippte dem Fahrer auf die Schulter. Er schaute mich im Rückspiegel an. „Water. Do you have water?“ Er schien nicht zu verstehen. Ich machte eine Geste des Trinkens. „Naam, krab, krab. Diau, diau, krab.“ Er griff an die Vorderseite seines Sitzes. Offenbar hatte er dort eine Halterung für Wasserflaschen anbringen lassen. Er reichte mir eine Flasche nach hinten. Sie war noch verschlossen.

    „Krab.“ antwortete ich. Der Fahrer grinste mir durch den Rückspiegel zu.

    „Sie können Thai?“ fragte meine Begleiterin.

    „Nein. Aber der Fahrer hat dieses „krab“ so oft benutzt, dass es sicher etwas positives sein muss.“ Ich öffnete die Flasche und gab sie ihr.

    „Danke, vielen Dank.“ Sie nahm eine Tablette aus dem Döschen und nahm sie mit ein paar Schlucken Wasser ein. „Was machen wir mit der angebrochenen Flasche?“ fragte sie.

    „Ich mache sie erstmal zu.“ Danach wollte ich dem Fahrer die Flasche wiedergeben. Er schüttelte den Kopf. „Mai pen rai, mai pen rai, krab.“ sagte er.

    „Er will sie wohl nicht wieder zurück.“ bemerkte ich.

    Wir fuhren durch das dunkle Bangkok. Ihr Hotel lag wirklich ziemlich außerhalb. „Ist es noch weit?“ wollte ich wissen.

    „Es tut mir Leid, dass ich Sie jetzt ganz umsonst mitgenommen habe. Ich hätte etwas genauer in meiner Tasche nachschauen sollen.“

    „Oh, das braucht Ihnen nicht Leid zu tun. Das mache ich gerne. Man fährt ja nicht jeden Tag mit so einer sympathischen Begleitung durch die Gegend. Von mir aus kann es noch ein bisschen dauern.“

  9. #8
    Avatar von moselbert

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    Re: Organspende

    IV

    „Macht es Ihnen etwas aus, wenn wir in meinem Hotel noch einen Schluck gemeinsam trinken? So quasi als Entschädigung.“

    „Es wird mir eine Freude sein.“ sagte ich wahrheitsgemäß. „Ich habe mich noch gar nicht vorgestellt, entschuldigen Sie. Ich heiße Ingolf.“

    „Mein Name ist Maizheng Hua. Alle nennen mich Mai.“

    Nach einiger Zeit hielt das Auto in einer recht einsamen Gegend. Von der Hauptstraße war das Taxi in eine Seitengasse abgebogen. Dort nach etwa 200 Metern hielt es vor einem dreistöckigen, etwas längeren Gebäude. Mai bezahlte.

    „Kommen Sie.“ sagte sie.

    Wir stiegen aus und betraten das Hotel. Im kleinen Eingangsbereich standen ein paar Sessel herum. Ein Portier saß an der Rezeption und war eingenickt.

    Mai schlug auf die Glocke und der Portier fuhr erschocken auf. Er sah uns an, als hätte er zwei Gespenster vor sich.

    „Zimmer 112, bitte.“

    Mit zittrigen Händen griff er an das Schlüsselbrett und reichte ihr den gewünschten Schlüssel.

    „Was möchten Sie trinken, Ingolf?“ fragte Mai. Sie zwinkerte mir zu. „Da es hier keine Bar gibt, ist es vielleicht besser, wir nehmen den gemeinsamen Schluck auf dem Zimmer. Cola mit Rum?“

    „Ja, gerne.“ Sie bestellte das Gewünschte beim Portier.

    Na, die ganze Geschichte lief ja in eine sehr erfreuliche Richtung. Und nach ihrer Reaktion zu urteilen, schien sie auch gegen etwas mehr als einen Schluck Cola mit Rum nichts einzuwenden zu haben. Ich griff in meine Jacketttasche. Die Pariser aus London waren an ihrem Platz, stellte ich beruhigt fest.

    Wir gingen die Treppe hoch in den ersten Stock. Das Zimmer befand sich am Ende des Ganges. Sie öffnete mit dem Schlüssel. Ich trat ein und war überrascht. Das Zimmer war komfortabler als ich es in diesem Hotel erwartet hatte. Es gab einen kleinen Flur. Von diesem ging eine Tür ins Bad mit einer richtigen Badewanne und einer zusätzlichen Dusche. Eine weitere Tür führte ins großzügig dimensionierte Zimmer. Dort gab es ein Bett auf der einen Seite. Auf der anderen Seite standen Sitzecke, Tisch und Fernseher. Ein Kleiderschrank war auch noch vorhanden.

    „Hier kann man es aushalten, nicht war? Es ist zwar etwas außerhalb, aber durchaus komfortabel. Und zudem auch preiswert. Setzen Sie sich, Ingolf.“

    Ich legte mein Jackett ab und nahm auf der Sitzecke Platz. Es klopfte an der Tür. Mai öffnete. Der Portier brachte eine große Flasche Cola, eine kleine Flasche Rum sowie zwei Gläser auf einem Tablett. Mai nahm das Tablett an und brachte es an den Tisch. Der Portier schaute mich mit großen Augen an und schloss die Tür.

    „Ich mache mich etwas frisch. Ich komme sofort wieder.“ Mai verschwand im Bad. Ich lehnte mich gemütlich zurück. Das waren die Momente, die mir bei den Auslandsreisen am liebsten waren. Leider kamen sie doch zu selten vor. Heute hatte ich richtig Glück gehabt.

  10. #9
    Avatar von moselbert

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    Re: Organspende

    V

    Mai kam wieder zurück. Sie ging zum Fernseher. Unter diesem war ein Radio, das sie einschaltete. Sie stellte es leise ein. Die Musik bildete ein sanftes Hintergrundgeräusch.

    „Darf ich Ihnen einschenken?“ fragte ich.

    „Gerne, Ingolf.“

    Ich öffnete die Flaschen und gab von beiden etwas in jedes Glas. Bei den Gläsern merkte man schon, dass das Hotel vom Service her nicht zu den besseren gehörte. Der Portier hatte zwei unterschiedliche gebracht. In einem richtig guten Hotel wäre das nicht passiert. Aber das war beim jetzigen Stand der Dinge doch völlig egal.

    Mai setzte sich neben mich. Wir prosteten uns zu.

    „Sind Sie verheiratet, Ingolf?“

    „Nein. Das ist bei meinem Beruf, der mich viel durch die Welt führt nicht so gut. Zum einen würde die Frau mehrere Monate im Jahr alleine zu Hause sitzen. Zum anderen, ach, lassen wir das. Und Sie?“

    „Ich bin auch nicht verheiratet. Ich wollte lieber Karriere machen. Außerdem bin ich nicht hübsch genug.“

    „Bitte? Sie machen Witze. Ich finde Sie ausgesprochen attraktiv.“

    „Danke, Ingolf. Sie sind sehr freundlich. Aber in meiner Familie bin ich wirklich die hässlichste von 4 Schwestern.“

    „Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass Sie noch hübschere Schwestern haben. Ehrlich.“

    „Sie sind wirklich sehr freundlich. — Oh, mir wird etwas schwindelig. Vielleicht doch der Alkohol. Leihen Sie mir mal ihre Schulter, bitte?“

    Ohne auf meine Antwort zu warten, hatte sie sich an mich gekuschelt und die Augen leicht geschlossen. Ich schaute sie an. Nicht hübsch, hatte sie gesagt. Mag sein, dass es in ihrer Familie ein Schönheitsgen gab und dass alle so hübsch waren. Aber so wie sie da an meiner Schulter angelehnt saß, konnte ich mir kein hübscheres Wesen vorstellen als sie. In dem Moment öffnete sie ihre Augen. Unsere Blicke trafen sich. Ich beugte mich zu ihr herunter und küsste sie auf die Stirn.

    „Mai, Du bist so schön.“ sagte ich. Sie lächelte. Meine Lippen näherten sich den ihren. Wir küssten uns intensiv. Unsere Zungen umspielten einander.

    Man mag mich für ein bisschen verrückt halten, aber so manchmal glaube ich, dass der erste Kuss, den man mit einer begehrenswerten Frau austauscht, fast das Schönste an der ganzen Beziehung ist. Sozusagen der Aperitif auf das Kommende. Das Herz beginnt zu rasen, die Hitze steigt zu Kopf und man vergisst die ganze gute Erziehung. Ob es den Frauen ähnlich geht? Keine Ahnung.

  11. #10
    Avatar von moselbert

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    Re: Organspende

    VI

    Engumschlungen saßen wir auf dem Sofa. Unsere Hände hatten inzwischen den Weg unter Bluse und Hemd des Anderen gefunden. Ich nestelte an ihrem BH, während sie langsam mein Hemd aufknöpfte.

    „Du hast ja ein richtiges Fell auf der Brust.“ lachte sie. „Asiaten haben da meist eine Wüste.“

    „Dafür fällt bei mir oben schon mal öfter was aus.“ antwortete ich.

    Inzwischen hatte ich sie von BH und Bluse befreit. Ihre kleinen apfelgroßen Brüste waren zum Anbeißen. Mai spielte mit meinen Brusthaaren und näherte sich mit den Händen meinem Lendenbereich. Als sie zwischen meinen Beinen angekommen war, hielt sie inne.

    „Ich scheine Dir ja wirklich zu gefallen.“ sagte sie. Sie stand auf und bewegte sich tänzerisch um den Tisch herum. „Bleib sitzen, Ingolf. Ich werden Dir noch eine Show bieten.“

    Passend zur Musik tanzte sie und öffnete ihre Jeans. Langsam ließ sie das Kleidungsstück fallen. Ihr Körper hielt auch weiter unten, was die Jeans versprochen hatte. Schließlich zog sie auch den Slip aus und warf ihn mit einer lässigen Handbewegung in meine Richtung.

    „Mal sehen was er dazu sagt.“ lachte sie und winkte mir. Ich stand auf und ging zu ihr hin. Gekonnt öffnete sie meine Hose und zog sie mitsamt dem Slip herunter.

    „Ihm gefällt es anscheinend. Komm, lass uns Duschen.“ Sie fasste mich an die Hand und zog mich ins Bad. Sie bewegte den Mischhebel und das Wasser kam angenehm temperiert aus dem Duschkopf. Wir stellten uns unter das Wasser und seiften uns ein. Nach dem Duschen wickelten wir uns in Badetücher.

    „Moment, ich gehe vor.“ sagte sie geheimnisvoll. Sie verschwand aus dem Bad. Kurze Zeit später rief sie, ich könne jetzt kommen. Ich ging ins Zimmer. Mai lag schamhaft zugedeckt im Bett und lächelte mir zu. Die Gläser hatte sie neu gefüllt auf den Nachttischchen abgestellt. „Komm Ingolf.“ lockte sie.

    Da konnte und wollte ich nicht widersprechen. Ich warf mein Badetuch auf den Boden und huschte zu ihr unter die Decke.

    Ich nahm mein Glas. „Auf einen wundervollen Abend.“ sagte ich. Sie nahm das ihre. Wir stießen an, stellten sie wieder auf den Tischchen ab. Wir kuschelten uns aneinander, streichelten uns, küssten uns an allen möglichen und unmöglichen Stellen. Wir liebten uns in allen möglichen und unmöglichen Stellungen.

    Irgendwann dachte ich mal kurz an die Präservative, die irgendwo unbenutzt in der Jackettasche schlummerten und heute umsonst auf ihren Einsatz warteten. Ja, es gibt Situationen wo ein Mann sein Gehirn ausschaltet und in die sklavische Abhängigkeit von seinem Geschlechtsteil gerät. Und in diesem Moment empfindet der Mann keine Reue. Vielleicht kommt dann in den Zeiten von AIDS später das böse Erwachen.

    Ich war in der Phase des Genießens und verschwendete keinen Gedanken an die Zukunft. Ich liebte die schönste Frau der Welt, Mai. Sie liebte mich. Unterdrückte Schreie der Ekstase zogen durch den Raum. Am Ende fiel ich in einen wohligen entspannenden Schlaf.

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