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"Nur die Spitze des Eisbergs A-1"

Erstellt von Schornstein, 24.10.2010, 16:46 Uhr · 14 Antworten · 2.140 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Schornstein

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    Exclamation "Nur die Spitze des Eisbergs A-1"

    Hallo ihr lieben ,

    ich habe hier mittlerweile viele Beiträge über die A-1 Sprachkurs-Schwierigkeiten gelesen.

    Ich verstehe, Deutsch ist eine der schwersten Sprachen, man braucht einen starken Willen und Motivation um sie zu lernen. Einige Thai/Deutsche Ehepaaren haben das Gefühl, nach der A-1 Prüfung eine Art "Aufnahmeprüfung" bestanden zu haben, doch in der Realität sieht alles nicht so rosig aus, wie es scheint. Und nein, ich bin nicht deprimiert!

    Auf was ich hinausgehen will ist, ja schon wieder, das Integrationsproblem in Deutschland. Sehen wir uns das doch mal im Detail an:

    - Eine mit einem Deutschen verheiratete Thai reist in die BRD ein (Familiennachzug), der erste Weg geht zur Ausländerbehörde, in der die Frau ihren Aufenthaltstitel herhält mit der Auflage einen Integrationskurs zu besuchen.

    - Der Umfang des Integrationskurses ist 645 Stunden (mit 45 Stunden Orientierungskurs). Da ich selbst erst vor einigen Wochen den Orientierungskurs abgeleistet habe, merkte ich das die meisten Klassenkameraden selbst nach 600 Stunden Integrationskurs noch keine ausreichenden Sprachkenntnisse hatten. Viele der Teilnehmenden wurden von der Agentur für Arbeit zu weiteren Sprachkursen "verdonnert" um bessere Arbeitsstellen finden zu können, oder sie hätten Arbeitslosengeld II beantragen müssen bzw. in die Reinigungsbranche oder ähnliches.

    Im Grunde genommen waren viele der Teilnehmenden im Stande qualifizierte Arbeit zu verrichten. Nehmen wir mal an, eine thailändische Akademikerin in Deutschland hat alle Sprachkurse die ihr auferlegt wurden, bzw. die sie freiwillig besucht hat, erfolgreich abgeschlossen. Trotzdem wird sie kaum eine Arbeit finden, die vergleichbar ist mit der Arbeitsstelle/Position die sie in Thailand inne hatte. Ich habe eine gute Freundin, die in Thailand eine Grundschullehrerin für Englisch und Allgemeinfächer war. Nun lebt sie mit ihren Ehemann in Deutschland, sie ist mittlerweile Mutter von 2 Kindern. Chancen ihren alten Beruf auszuüben hat sie definitiv nicht.

    Ich habe in einer renommierten Universität in Bangkok studiert und erfolgreich abgeschlossen. Auch in Deutschland war ich einige Semester auf einer Hochschule. Aus finanziellen Gründen, konnte ich das Studium nicht weiterführen. Deshalb ging ich in den sozialen Bereich und schloss mit einer Berufsausbildung ab. Nun stehe ich im Beruf und muss jeden Tag um die Anerkennung von den Deutschen Mitarbeitern kämpfen. Viele sehen mich als „die kleine Asiatin“, wahrscheinlich voller Vorurteile: klein, zierlich, naiv und Mitläufer, immer freundlich, untertan. Wenn manche Vorurteile nicht bestätigt werden, sind die angesprochenen Deutschen überfordert und wissen nicht wie sie mit „so einer“ umgehen sollen. Ich habe mich des öfteren gefragt: Seit ihr, die Gesellschaft, überhaupt bereit für eine Integration der Ausländer, ja von gut ausgebildeten, akademischen, integrationswilligen, motivierten Ausländern?

  2.  
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  3. #2
    Avatar von HPollmeier

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    Zitat Zitat von Schornstein Beitrag anzeigen
    ... Seit ihr, die Gesellschaft, überhaupt bereit für eine Integration der Ausländer, ja von gut ausgebildeten, akademischen, integrationswilligen, motivierten Ausländern?
    Offensichtlich nicht, denn das Problem wird seit Jahrzehnten nicht gelöst; die Politiker sind noch unfähiger als die von Dir angesprochenen 'Mitarbeiter' - ein deutsches Trauerspiel!

  4. #3
    Avatar von Micha

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    Zitat Zitat von HPollmeier Beitrag anzeigen
    Offensichtlich nicht, denn das Problem wird seit Jahrzehnten nicht gelöst;
    Wollte das überhaupt jemand lösen?
    Deutschland hat sich - warum auch immer - Jahrzehnte lang erfolgreich auf die Einwanderung in die Sozialsysteme und Haftanstalten spezialisiert.

    Von qualifizierter Einwanderung - wie in vielen anderen Ländern der Welt üblich - hört man verstärkt erst seit wenigen Wochen - warum auch immer.

  5. #4
    Monta
    Avatar von Monta
    @plô:ngfai, wie lange hast Du denn gebraucht um so gut Deutsch zu beherrschen?

  6. #5
    Bajok Tower
    Avatar von Bajok Tower
    Zitat Zitat von Schornstein Beitrag anzeigen
    Deutsch ist eine der schwersten Sprachen
    Eigentlich nicht.

  7. #6
    antibes
    Avatar von antibes
    Für mich eher Thai.

  8. #7
    Avatar von Hans.K

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    Liebe Schornstein, beziehungsweise Herr Ehemann und Übersetzer. Ich kenne mich relativ gut mit dieser Materie aus und muss dir von daher einen kleinen Deckel verpassen.
    Thais, oder andere Dritte- Welt- Ländler haben auf dem deutschen Arbeitsmarkt null Chance da Sie die hiesige Gepflogenheiten und Arbeitsanforderungen nicht kennen und keine vergleichbare Schulausbildung hatten (nicht böse, abwertend, aber ehrlich gemeint)
    Eine Thai in Deutschland muss lernen, von ganz unten anzufangen, auch wenn sie noch so eine gute Ausbildung in Thailand genossen hat. Schafft sie diesen Schattensprung nicht, kann Sie alle weiteren Träume vergessen.

  9. #8
    Avatar von tira

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    Lightbulb

    Zitat Zitat von Schornstein Beitrag anzeigen
    .....Ich habe eine gute Freundin, die in Thailand eine Grundschullehrerin für Englisch und Allgemeinfächer war. Nun lebt sie mit ihren Ehemann in Deutschland, sie ist mittlerweile Mutter von 2 Kindern. Chancen ihren alten Beruf auszuüben hat sie definitiv nicht......
    sorry,

    ..... denke x, hat diese den sprachlevel eines hiesigen 10-klässlers in enlisch, dann iss sie für thaiverhältnisse schon gut.


  10. #9
    Avatar von Schornstein

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    9
    Zitat Zitat von Hans.K Beitrag anzeigen
    Liebe Schornstein, beziehungsweise Herr Ehemann und Übersetzer. Ich kenne mich relativ gut mit dieser Materie aus und muss dir von daher einen kleinen Deckel verpassen.
    Thais, oder andere Dritte- Welt- Ländler haben auf dem deutschen Arbeitsmarkt null Chance da Sie die hiesige Gepflogenheiten und Arbeitsanforderungen nicht kennen und keine vergleichbare Schulausbildung hatten (nicht böse, abwertend, aber ehrlich gemeint)
    Eine Thai in Deutschland muss lernen, von ganz unten anzufangen, auch wenn sie noch so eine gute Ausbildung in Thailand genossen hat. Schafft sie diesen Schattensprung nicht, kann Sie alle weiteren Träume vergessen.
    Überleg doch mal, wenn sich eine überqualifizierte Person bereiterklären muss, von ganz unten anzufangen, ist die Demotivation schon vorprogramiert. Wer hat dann noch Lust, in die Arbeit zu gehen - sich zu integrieren?

    Ausserdem kenne ich viele deutsche Kollegen, die genau über Arbeitsanforderungen Bescheid wissen, ignorieren diese aber ganz einfach!

    Selbst ich mit meinen deutschen Ausbildungen, fühle mich nicht von der Gesellschaft akzeptiert.

  11. #10
    Monta
    Avatar von Monta
    Kann ich ja verstehen.
    Umgekehrt, Deutscher in Thailand, wird ein Schuh daraus.

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