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Nickreport

Erstellt von dear, 31.07.2008, 12:59 Uhr · 2 Antworten · 710 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von dear

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    Nickreport

    Hab hier drin schon lange nicht mehr geschrieben, wird mal wieder Zeit ;-D

    Nachfolgende Berichte habe ich in einem Schwangerschaftsforum geschrieben und durfte feststellen, dass ich vielen Frauen von der Seele schrieb.

    Ich habe mir gedacht, ihr seid hier so viele Männer die über eure Frauen auch oft schreiben - bringe ich euch doch auch mal die Gemütslage einer schwangeren näher. Vielleicht versteht ja dadurch einer seine Frau besser oder wird sich zurückerinnern wie es vor bei und nach der Geburt der Kinder war ;-D

    Für Männer, die mit Frauenkram nix am Hut haben wollen an dieser Stelle mein Tipp: NICHT LESEN!

    Ansonsten viel Spaß und: Wer Rechtschreibfehler findet kann sie an den meistbietenden verhökern ;-D (habe einfach noch keine Lust gehabt sie rauszusuchen )

    Schwanger sein 1
    Jetzt will ich mal mein kleines Resumé zum Thema schwanger sein abgeben... .



    Keine Frage, schwanger sein ist ein ganz besonderes Erlebnis das man nicht-schwangeren wirklich nur schwer erklären kann.

    Fast könnt man meinen das ist eine Art Lebensgefühl - vorausgesetzt man erwischt ne problemlose Traumschwangerschaft ohne piks hier und weh da.

    Ich leider gehöre nicht zu denen.
    Als ich von der Schwangerschaft erfuhr war für mich klar: Schwanger sein ist KEINE Krankheit, ich werde mich nicht so anstellen wie manche andere - an dieser Stelle Sorry Ihr unbekannten Frauen über die ich mal die Nase rümpfte... .

    Dann fangen wir doch mal mit meinen Fehlvorstellungen an:

    Schwanger sein bedeutet:

    - In der Zeit der Schwangerschaft keine Periode haben - d.h. keine Unterleibsschmerzen, kein Graus vor Blutungen mehr.

    - Im Jahr der Schwangerschaft nicht mehr jeden an die lästige Pille denken zu müssen.

    - Gedanken über die Figur machen ist erstmal vorbei - Frau ist schließlich schwanger!

    - Und wenn Frau wirklich zu der Sorte gehört der die Figur schnurz pieps egal ist - dann kann sie ja essen was und soviel sie will!!!!

    - Der Volksmund spricht ja immer von dem Inneren Glück der die Schwangere noch schöner erscheinen lässt als sie es eh war... .

    - Und speziell in meinem Fall:
    Ich wollte ne hippe schwangere sein, also immer perfekt angezogen und meinen Bauch schön betonend, damit die alle Welt sehen kann, dass ich schwanger bin und auch sehen kann, wie sehr ich mich über den Nachwuchs freue... .

    Dann dachte ich noch:

    - Und wenn man Probleme bei der Schwangerschaft hat - die Geburt ein Alptraum werden sollte - wenn das Baby da ist gehts einem blendend und die Welt erstrahlt in pastellenem Rosa.

    In meinen Gedanken sah ich immer zufriedene Mütter drei Tage nach der Geburt das Krankenhaus mit dem Säugling verlassend - ständig ein verträumtes Lächeln auf den Lippen, der Vater ein einziger Strahlemann. Daheim läuft alles nach Plan, Kind schreit, Mama gibt ihm die Brust, Papa wechselt die Windeln, während Mama Fläschchen warm macht - alles ist super... .



    Wochenfluss, Nahtschmerzen, Migräne, Schlaflosikeit, Übermüdung, Kohliken, Blähungen, 5exverzicht ect. pp- wieso erwähnte das nie jemand wenn man mal nachfragte? Haben die Frauen teilweise Angst als schlechte Mutter da zu stehen, wenn sie Schwächen eingestehen, für die sie noch nicht mal was können?

    Nun gut - das sind meine Erkenntnisse bis jetzt und ich habe noch was ganz wesentliches ausgelassen....

    Ist es nicht wunderschön in den ersten Schwangerschaftswochen auf jede Veränderung zu reagieren? In sich hinein zu hören und auf jedes Neue wartend?

    Jeder Frauenarztbesuch war für mich heilig, wie es für Gläubige wohl ein Gebet ist, denn es hieß den Krümel zu sehen und ein neues Foto zu erhalten, das ich dem werdenden Papi präsentieren kann.

    Und jeder Arztbesuch hieß für mich eine Entwarnung vor den Ängsten, wegen dem Bauchstich hier und da.

    Ich habe jede Woche ein Foto meines Bauches gemacht, auch wenn sich Anfangs nur die Blähungen zeigten. Ich habe den Bauch mit dem 1mm Krümel gestreichelt und mir vorgestellt wie es wird wenn er größer ist.

    Jetzt reicht es mir vollkommen, wenn ich ihn täglich spüren kann, denn es ist immer unbeschreiblich schön. Auch wenn es Momente gibt in denen ich mir denke - "Kind das reicht langsam", aber trotzdem finde ich es schön.

    Er wächst, er wird kräftiger und er ist gesund, soweit es die Medizin jetzt sagen kann. Jeden Tag kreisen sich meine Gedanken um den kleinen Wurm in mir. Mir wäre es am liebsten er ist "fertig gereift" und ich kann ihn schon bald in den Armen halten.
    Im Bauch will ich ihn nicht mehr, ich will ihn im Arm halten und knuddeln und ihm zeigen, dass er nicht alleine ist und dass auf Papa und Mama immer verlass ist!! Und dass diese Welt durchaus Lebenswert sein kann. Ich will dafür sorgen, dass er niemals des Lebens müde wird wie es mir mal erging, ich will, dass er es liebt zu leben und Fehler macht aus denen er lernt und bei denen wir ihm beweisen können, dass wir für unseren Sohn alles tun.

    Und somit ist es mir jetzt egal, dass ich total schwach bin und ständig irgendwelche Schmerzen und Beschwerden habe. Ich bin schwanger - alles dreht sich um unser Baby und meine kleine Familie. Mir ist egal was andere von mir denken. Ich will nur, dass es uns gut geht und wir glücklich sind.

    Diese Zeit der Schwangerschaft lassen Gedanke und Wünsche und Ängste zu mit denen man sich vorher nicht richtig beschäftigen kann und wenn Frau sich dieser Gedanken und Gefühle bewusst ist - gehört das wohl zu den Gründen warum Mütter in Ausnahmesituationen Bärenkräfte entwickeln und unbeschreibliches vollbringen um ihre Familie zu schützen.

    Tja - das sind die ersten sechs Monate meiner Schwangerschaft und es kreisen noch jede Menge Gedanken in mir rum, aber die können wir in vier Monaten noch anführen
    Schwanger sein 2

    Es ist nicht die offizielle Fortsetzung… die wird wohl der Geburtsbericht werden – ich wollte nur mal berichten wie ich mich denn jetzt kurz vor der Niederkunft fühle:

    War ich jemals nicht schwanger?
    Hatte ich je eine Taille?
    Beschwerdefrei... wie fühlt sich das nochmal an?
    Nächte durchschlafen ohne aufs Klo zu müssen - gibts echt Menschen, die das können?


    Diese Fragen stelle ich mir in den letzen Wochen öfter und befürchte sie werden mich auch noch einige Wochen nach der Geburt begleiten.

    Ich beschwerte mich ja schon mal darüber, dass über die unangenehmen Begleiterscheinungen der Schwangerschaft selten geredet wird. Die kugeligen Damen die sich immer nur über Rückenschmerzen, ständigen Klogängen und geschwollenen Füßen begklagen sieht man doch immer - aber diese Wehwehchen sind ja wirklich nichts im Vergleich zu den psyschichen Belastungen!

    Ich kann kaum mehr geradeaus laufen ohne links und rechts irgendwo anzuecken, weil der Watschelgang einfach mehr Platz zur Seite erfordert - Schmerzen beim Laufen? Das ist bei jedem wohl verschieden und darauf will ich auch nicht eingehen, aber das Gefühl absolut dämlich dabei auzusehen und irgendwo ein Stückchen Würde zu verlieren ist schlimmer... .

    Würde verlieren - hmmm.... ist ja jetzt auch ein subjektives Empfinden, welches ich habe.

    Wann denke ich verliere ich meine Würde?

    Wenn ich vom Stuhl aufstehe und merke wie mir Tröpfchen das Bein runter laufen - das sieht ja keiner, aber ich spüre es!

    Wenn ich Dank hohen Schwangerschaftshosen erst nach einigen anderen Leuten merke wie mein halber Bauch rausguckt, weil das Shirt hochgerutscht ist.

    Wenn mich die einfachsten Dinge des Alltags überfordern - Socken und Schuhe anziehen ohne die Gefahr zur Seite umzukippen? Gibts nicht mehr... .

    Ständig fallen mir Dinge runter und beim Aufheben desselbigen noch ne gute Figur zu machen - absolut umöglich!

    Ich könnte die Liste endlos weiterführen und es gibt definitv Damen, die da noch einiges ergänzen können!

    Aber mein Ziel ist nicht über die Schwangerschaft zu schimpfen. Ich möchte mir nur gern den Frust runterschreiben, denn ich habe auch ein schlechtes Gewissen, dass ich von meinem "Zustand" so genervt bin... .


    Denn ein absolut süßes Kleines Wunder wächst in mir! Ich spüre dieses Wunder jetzt täglich und wir haben unsere kleinen Aaltäglichen Rituale gefunden.

    Ich werde morgens wach und merke wie ich von innen begrüßt werde, mal fühlen sich die Bewegungen Freudig an, mal energischer, weil ich schon viel zu lange im Bett rumlümmel.

    Ich gehe unter die warme Dusche und spüre wie sich unser kleines Wunder gegen die Bauchdecke drückt - ich bilde mir gern ein, dass es die Wärme des Wassers spürt und es auch genießt, zumindest die plätschernden Geräusche.

    Genau wie das Geräusch des Föns - ich trockne meine Haare und merke wie sich das Wunder wohlig streckt.

    Den Tag über gehen wir jeder unsere Beschäftigung nach, ich muss gestehen, wenn ich beschäftig t bin mache ich mir auch keine Gedanken darüber was unser Krümel nun gerade macht, denkt oder fühlt... .

    Aber dann kommt der Abend - die ruhige Papa Stunde auf der Couch oder im Bett, dann wenn mein Herz sich mit seinem Wunder auseinander setzt in dem er mit seinem Bauchi kuschelt, das Ohr dagegen drückt und sich freut von dem kleinen Wunder getreten oder geboxt zu werden.

    Dann genießen wir drei gemeinsam die Bauchmasssage - Mama und Kind entspannen und Papa genießt die Vorstellung gerade das Ärmchen, Beinchen oder Pöchen gespürt zu haben... .

    So etwas inniges und intimes habe ich in meinem Leben noch nicht erlebt und es ist wunderschön.
    Diese Momente der Freude und der Zweisam- / Dreisamkeit geben mir die Kraft mit den "Begleiterscheinungen" der Schwangerschaft zurecht zu kommen.

    Und nachdem ich das jetzt losgeworden bin fällt hoffentlich der offizielle zweite Teil von "Schwanger sein.." weniger genervt mit viel mehr schönen Seiten der letzten Schwangerschaftsmonate aus ;)
    Geburtsbericht
    Am Montag den 10.03.08 um 14:39h kam unser Sohn Nicolas Jaroon mit 52 cm, 3980g und einem Kopfumfang von 36cm zur Welt.

    Es war eine ganz normale Geburt…

    Nachdem ich ab der 35. Schwangerschaftswoche wegen vorzeitigen Wehen drei Wochen im Krankenhaus lag, damit der Kleine nicht zu früh auf die Welt kommt, lies er sich nach der Entlassung ganz schön Zeit (Spaziergänge, Se*x und Tees brachten nix außer schmerzende Beine und noch mehr Klobesuche und nen extrem relaxten Ehemann) und meine Geduld und mein Körpergefühl sank immer mehr dahin.

    Am Samstag den 08.03. hatte ich recht regelmäßige Wehen in 5 bis 7 Minutenabständen und ich freute mich schon, dass es endlich los geht, nach einer Stunde machte ich dann den Badewannentest und die Wehen waren ebenso wie meine Vorfreude dahin.
    Das selbe Spiel ereignete sich am Sonntag und mir graute es schon vor einer Einleitung, wenn unser Kleiner weiterhin nicht rauskommen wollte. Am Dienstag 11.03. ist der errechnete Geburtstermin.

    Mürrisch ging ich zu Bett und war jetzt schon davon genervt ab Montag alle zwei Tage zum Doc zu rennen wegen dem CTG.

    Um kurz vor eins in der Nacht wachte ich auf weil mich die Blase mal wieder drückte – ist ja nichts neues, immerhin hab ich mich gefreut, dass ich bis dahin schon ganze drei Stunden ohne Klounterbrechung durchschlafen konnte.

    Auf der Toilette bemerkte ich dann den rießigen nassen Fleck im Slip und dass mein Unterleib ganz schön zog und sofort musste ich in den Bauch atmen. Aber da ich ja eh nicht damit rechnete, dass ich heute noch gnädig der Schwangerschaft entkomme habe ich das nur zur Kenntnis genommen und hampelte dann ein wenig im Badezimmer rum um zu testen ob ich nicht doch noch mehr Flüssigkeit verliere… - hmm… hat sich die Alte vielleicht doch endlich mal in die Hose gemacht… .

    Doch dann kam wieder so eine schmerzhafte Wehe, dass es mir die Luft verschlug und ich mich am Waschbecken festhalten muss – nach dieser Attacke hatte ich nen ordentlichen Druck im Darm und setze mich gleich wieder aufs Klo dabei bemerkte ich dann frisches Blut im Höschen, nur zwei Tröpfchen zwar, aber das reichte um schlagartig hellwach zu werden.

    Ich wollte eigentlich noch etwas abwarten bevor ich meinen Mann weckte, doch die Wehen kamen in zwei Minuten Abständen, also doch gleich Schatzi wach gemacht – dieser war ganz locker und hoffte nur, dass es kein Fehlalarm sei. In der Zeit in der er dann wach wurde und sich frisch gemacht hatte habe ich mich noch schnell geduscht und im Forum bescheid gesagt – letzteres brachte mir nur ungläubiges Lachen von meinem sonst so verständnisvollen Mann ein.

    Bereits gegen 2h waren wir dann im Krankenhaus.

    Ich habe mir vorher schön vorgenommen immer auf die Uhr zu sehen um einen schönen Detailgetreuen Geburtsbericht abliefern zu können – doch Fehlanzeige.

    Die Wehen waren Schmerzhaft (was ne Überraschung) und ich hatte in den zwei Minuten Wehenpausen kaum Gelegenheit etwas Kraft zu tanken. Ich habe die Hebamme um die PDA gebeten, doch wir mussten warten bis der Muttermund auf 5 cm auf war. Bei Ankunft im Krankenhaus war er etwa bei drei Zentimetern (bereits zwei Wochen vorher hat sich mein Mumu auf 2 cm geöffnet).

    Nachdem ich ein nichtwirkendes Zäpfchen gegen die Schmerzen bekommen habe spritze mir die Hebamme etwas in den Po, was mir längere Wehenpausen verschaffte in denen ich dann auch richtig schön schlafen konnte. Ich bin zwar bei jeder Wehe wieder aufgewacht, weil ohne veratmen nichts mehr ging, aber als die schwächer wurden war ich auch schon wieder weg. Mein Mann war immer bei mir, massierte mich, brachte mir was zu trinken und ertrug es, dass ich ihm bei jeder Wehe die Arme zerdrückte.

    Als dann endlich die Ärztin kam um mir die PDA zu spritzen, aber nicht bevor ich dies und jenes Unterschrieb (nicht mal wenn man Schmerzen hat wird man von der Bürokratie verschont*grml*) war es bereits 8h früh.

    Die Zeit verging bis dahin wie im Flug, umso länger kam es mir dann vor bis die PDA endlich saß und wirkte. Das legen des Schlauches habe ich gar nicht gemerkt. Ich wollte schon vor Erleichterung endlich aufatmen, doch ich musste noch etwa ne halbe Stunde lang diese widerlichen Wehen ertragen – in der Zeit erhielt ich noch eine Infusion, damit ich später keine Kopfschmerzen bekomme.

    Und dann musste ich mich noch alle drei Minuten von links nach rechts drehen, damit sich die Flüssigkeit gleichmäßig verteilte. Dieses Spiel ging über eine Stunde und wiederholte sich bei jedem Nachspritzen der PDA.

    Es ist krass wie schnell das Zeug seine Wirkung verliert, von der einen auf die andere Minute spürte ich plötzlich wieder den Schmerz einer Wehe und musste jedes Mal wieder warten bis die PDA dann wieder wirkte.

    Doch wenn sie wirkte war es eine herrliche Zeit!! Mein Mann und ich konnten dann sogar noch rumalbern und die Muse mit der zukünftigen Patentante (die übrigens um einiges aufgeregter schien als ich es war) am Telefon zu quatschen hatte ich dann auch noch. Das war dann etwa gegen 10h oder 11h.

    Die Hebamme fragte mich schon ständig ob ich nen Druck nach unten spürte – tat ich nicht, doch irgendwann meinte ich, es könnte doch gut möglich sein und sagte einfach mal JA… .

    Damit war es dann vorbei mit der unbeschwerten Zeit!

    Nach dieser Antwort von mir hörte alles für mich auf – es gab dann kein Raum und Zeit Kontinuum mehr, kein oben oder unten - für mich bestand die Welt dann nur noch aus Schmerzen!

    Schlimme Schmerzen, die fiesesten Schmerzen, von denen ich nie gedacht habe, dass es diese geben könnte. Die PDA bekam ich nämlich nicht mehr nachgespritzt, da das die Geburt behindere – grob gesagt. Im Nachhinein denke ich, ich hätte wirklich darauf bestehen sollen und das werde ich auf jedenfall, wenn Nick ein Geschwisterchen bekommen sollte – WENN!

    Meine ...... und die Beine waren weiterhin recht taub, doch der Unterleib bekam die Geburtswehen in vollem Zuge. Und ständig nervten die Bänder des CTGs, die hätte ich mir am liebsten abgerissen und noch lieber wär ich nach hause gegangen.

    Ich habe öfters gelesen, dass die Presswehen das schlimmste seien und es dann so erleichternd sei, wenn man dann endlich mitpressen konnte – ich durfte im Höhepunkt meiner Schmerzen immer mitpressen, aber den Drang dazu habe ich nie verspürt. Ich presste, weil es die Hebammen (irgendwann waren es dann zwei) so sagten und ich wollte, dass er endlich raus kam.

    Irgendwann durfte ich nicht mehr pressen sondern nur noch wie ne bekloppte Hecheln, weil der Arzt (ja, irgendwann war auch der dann noch im Zimmer) meinem Kleinen Blut aus dem Kopf abnahm, weil seine Herztöne so schlecht waren.

    Das hat sich für mich wie eine Ewigkeit angefühlt, als ich dann endlich wieder pressen durfte konnte ich dies nicht mehr ohne zu schreien, selbst in den Wehenpausen konnte ich nur noch schreien – wahrscheinlich weil ich gar keine Pausen mehr in dem Sinne hatte – kaum wurde die eine Wehe schwächer kam auch schon die nächste – ich dachte ich lebe nur noch zum pressen und schreien – und plötzlich war alles weg! Plötzlich hatte ich keine Schmerzen mehr und musste oder konnte auch gar nicht mehr pressen! Ich hatte die Augen die ganze Zeit fest zusammengekniffen als ich sie aufmachte sah ich grad wie sie unser Sohn aus mir heraus zogen und hörte ihn kräftig und energisch schreien.

    Ich konnte es nicht fassen – er war da!!! Geweint habe ich die ganze Zeit über nicht, auch jetzt konnte ich nicht weinen, obwohl ich so fertig und glücklich und so gerührt war – ganz besonders als sie ihn mir auf den Bauch legten – umso mehr musste dann mein tapferer Mann weinen, der in der letzten Phase so verzweifelt und voller Angst um mich war.

    Während ich dann noch genäht wurde, weil ich zweiten Grades gerissen war (die tägliche Dammmassage hatte bei mir leider nichts eingebracht außer regelmäßigen Geschlechtsverkehr ) konnten sich mein Mann und unser Sohn sich schön lange gegenseitig beschnuppern.

    Ich war dann auch schon wieder zum scherzen und plaudern mit dem Doc zwischen meinen Beinen und der einen Hebamme an meiner Seite aufgelegt.

    Und es stimmt was alle sagen: Die Schmerzen waren sofort vergessen. Die beschwerlichen Monate der Schwangerschaft und die Krankenhausaufenthalte haben einen Sinn gehabt und ich wurde dafür belohnt.

    Wir haben wirklich einen entzückenden kleinen Jungen und ich dachte nicht, dass ich ihn sofort so heiß und innig lieben könnte.

    Und doch will ich diesen Schmerz nie nie nie ganz in Vergessenheit geraten lassen – denn ich bin dadurch noch ein Stück gewachsen, ich bin stärker als ich dachte und sehr stolz auf mich, dass ich es geschafft habe. Aber wie erwähnt – das nächste Mal nur mit vollständiger PDA!
    Noch einmal muss meine Kraft nicht bewiesen werden
    Nickreport

    Es ist der 14. Juli 2008

    Nick hat heute zum dritten Mal zu Mittag Karottenbrei bekommen und wen wundert’s: Ihm schmeckt es wunderbar. Es kann nicht schnell genug gehen – Mama muss ihren Fütterungstempo rasant erhöhen um das Baby zufrieden zu stellen. Wenn es nach ihm ginge könnte er jetzt schon ein 190g Gläschen verputzen – aber bis es soweit ist wird nach der Karotte noch mal 180 ml Milch weggepumpt.

    Soweit zum Ist-Bestand.

    Unser Sohn wächst und gedeiht.

    Nach meinen zwei Berichten in der Schwangerschaft und dem Bericht über die Geburt gebe ich jetzt mal ein Zwischenbericht ab wie es sich mit unserem Sohnemann lebt:

    Es ist toll!!

    Nick gehört zu den ruhigen und mit wenig zufriedenen Knirpsen.
    Er schreit nur wenn er Hunger oder die Nase voll hat. Hat er die Windel voll wird mal kurz geknatscht, ist er müde wird kurz gequengelt. Wir können ihn wach ins Bettchen legen und nach einigen Malen Schnuller-wieder-rein-stecken ist er tief und fest eingeschlafen.

    Seit er ca. vier Wochen alt ist schläft der kleine Herr auch schon durch. Max. um 21h geht’s ins Bett und am nächsten Morgen ist er zwischen 6.30h und 9h wieder wach. Seit einer Woche werden wir anstatt mit einem Hungergeschrei mit einem Lächeln begrüßt. *herrlich*
    (Leider verlangt er Nachts dafür einige Male noch mal nach seinem Schnuller, aber das kann Mama auch im noch im Tiefschlaf erledigen *g*).

    Gerade liegt er neben mir auf dem Schreibtisch auf seinem Platz und lauscht meinem Tippen, ja – unser Kleiner findet das total spannend.

    Ich habe vorher ja solche Ängste gehabt wie das Leben mit einem Baby wird. Ich hatte Angst, dass ich das nicht hinbekomme, die Wohnung zu müllt, ich tagelang keine Seife sehe und nur noch gerädert durch den Tag schleiche und das Kind womöglich nicht lieben kann.

    HAHAHAHAHAHAHAHAHAHA!!! Jetzt muss ich laut lachen über diese Gedanken.

    Totaler Blödsinn! Ich sah ihn und ich war verliebt in das rote etwas mit dem komisch verbeulten Schädel.

    Alles ist viel einfach als ich es je gedacht habe. Ich dusche nach wie vor täglich, komme auch täglich dazu die Wohnung zu putzen und meine Ehe leidet überhaupt nicht darunter.

    Es ist wunderschön geworden, wir sind eine glückliche Familie. Nick könnte keinen besseren Vater bekommen. Mein Mann ist Klasse. Nach einem langen Arbeitstag kommt er heim, isst etwas und kümmert sich liebevoll um den Kleinen und bringt ihn jeden Abend ins Bett, so dass ich auch mal einen kleinen Feierabend bekomme.

    Sooooweit zum wunderschönen Leben mit einem so wundervollen Kind.

    Und nun zurück zu den Tagen nach der Geburt:

    So wenig die Geburt ein Spaziergang war so wenig toll fühlte ich mich danach körperlich.

    Wie schon im ersten Bericht geschrieben wird selten über die Schmerzen und Unannehmlichkeiten gesprochen. Und die will ich mir selber hier aufführen, damit ich diese nie vergesse und nicht noch mal so rosarot in eine Geburt „stolpere“ ;) .

    Mal sehen, was war da noch außer drei Wochen wegen vorzeitigen Wehen im Krankenhaus liegen zu müssen und nicht gehen zu dürfen? 19 Tage lang 24 Stunden lange an einem Wehenhemmer angeschlossen zu sein mit fast täglich neuen Nadeln an verschiedenen Stellen?

    Ach-ja…

    Zuerstmal habe ich vergessen im Geburtsbericht zu erwähnen, dass mein Körper noch so einiges außer einem Baby verloren hat. Ich habe mir, noch bevor die Wehen nach absetzen der PDA den Höhepunkt erreichten, den Verstand aus dem Leib gekotzt. Vielleicht war es mir ja nur deswegen möglich später wie ne verrückte zu schreien?!? Und während der Geburt habe ich auch noch einiges mehr rausgepresst – aber hier reicht wohl nur die Andeutung.

    Zweiten Grades Gerissen zu sein war für mich schon fürchterlich – da will ich nie einen dritten, vierten oder *hoffentlich gibt’s so was nicht* fünften Grad erleben.
    Es hat über drei Monate gebraucht bis ich nicht mehr täglich an den Riss erinnert wurde.
    Einige Fäden wurden in der ersten Woche von der Hebamme gezogen – auch dies fand ich nicht sonderlich lustig – aber ich würde es immer wieder tun lassen, weil es einfach viel viel besser war danach – und doch nicht gut genug *heul*

    Geschlechtsverkehr geht erst seit einer Woche wieder fast normal. Und an dieser Stelle höre ich auf, weil das ja eigentlich schon alles war mit dem Gejammere *selber erstaunt bin*

    Außerdem mein Sohn, hast Du vielleicht spätestens nach dem Wort „Geschlechtsverkehr“ bestimmt schon knallrote Ohren *je nachdem wie alt Du bist, wenn Du das hier liest, wenn Du das jemals lesen willst – vielleicht hast Du auch schon beim ersten Bericht aufgehört als die Worte „Wochenfluss und Nahtschmerzen“ fielen *g*

    Meine Berichte sind nicht nur für mich sonder auch für Dich – sollte es Dich vielleicht bei der Geburt Deines ersten Kindes interessieren, wie es mir denn mit Dir erging.

    In Liebe Deine Mama.









  2.  
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  3. #2
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: Nickreport

    Danke für den offenen Einblick, denn auch ich war damsl als Vater mit Sicherheit mit einer ´anderen´ Intensität an die Geburt gegangen (war übrigens dabei, mich hätte er als Ersten gesehen, wenn er die Augen bereits aufgehabt hätte).

  4. #3
    Avatar von dear

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    07.11.2005
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    1.459

    Re: Nickreport

    Es ist eine besondere Zeit, das kann ich nicht für mich behalten :-)