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The Nation: Geschichten aus dem Alltag

Erstellt von Jinjok, 09.07.2005, 14:09 Uhr · 0 Antworten · 580 Aufrufe

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    The Nation: Geschichten aus dem Alltag

    [h2:3a5ffdb7d5]Über die Runden kommen: Treibstoffkosten bringen die Straßenhändler um[/h2:3a5ffdb7d5]
    veröffentlicht am 3. Juli 2005

    Wer auf Bangkok´s Straßen sein täglich Brot (Reis) verdient bekommt immer weniger raus und hat kaum Aussicht auf Besserung

    Steigende Treibstoffkosten machen nicht nur das Leben der Lohnempfänger schwerer, sondern auch das der Legionen von selbstständigen Essenhändlern, Moped-Taxi- und Vanbus-Fahrern. Bei Preiserhöhungen von Diesel und Benzin um die 50% im letzten Jahr, gehen immer weniger Menschen auswärts essen, sagt Sommai Nualramsri, der Nudeln aus einer fahrbaren Garküche an der Thanon Lat Phrao verkauft. "Es gibt keine Kunden mehr nach 23 Uhr. Ab dann ist es völlig tot", sagt er. "Normalerweise verkaufe ich 150 Schüsseln vom Nachmittag bis 1 Uhr morgens". Jetzt sind es nur noch 100 Schüsseln. Gleichzeitig sind aber die Ausgaben für die Zutaten von 1200 THB, zusätzlich zur monatlichen Rate für die Miete seiner Gerätschaften von 3000 THB, auf 1500 bis 1600 THB angestiegen. Aber die Schüssel geht immernoch für 20 THB über den Tresen, wie seit vielen Jahren. "Ich habe den Preis noch nicht erhöht", sagt Sommai. "Meine Hauptkunden sind Mädchen aus den Fabriken, da habe ich Angst, daß ich noch weniger verkaufe wenn ich die Preise erhöhe" Sommai ist 37 Jahre alt. Er trauert den Zeiten vor einigen Jahren nach, wo das Geschäft so brummte, daß er bis früh morgens offen halten konnte.

    Für Vanbus-Fahrer Boonma Meejaichuern, welcher einen Shuttelservice zwischen Thanon BangNa-Trat und Cental Lat Phrao fährt, bedeuten die himmelsstürmenden Dieselpreise heftige Steigerungen seiner täglichen Betriebskosten. "Vor acht Jahren nahm ich 20 THB für eine Fahrt, damals kostete der Liter Diesel noch 9 THB. Der Fahrpreis ist seitdam nicht gestiegen, aber der Liter Diesel kostet heute fast 22 THB." Boonma hat Nettoeinnahmen von 600 bis 700 THB am Tag, nach Abzug von 700 THB für Diesel und 240 THB für Mautgebühren. Dazu muß er noch jeden Monat 4000 THB Standgeld für die Busstation zahlen. Normalweise fährt er 6 oder 7 Fahrten von BangNa nach Lat Phrao, beginnend um 7 Uhr morgens bis 21 Uhr. Da nachmittags wenig Fahrgäste sind, macht er dann ein Nickerchen. Neben dem teuren Diesel hat Boonma auch unter der harten Konkurrenz von Newcommern zu leiden, da Vanbus-Fahren unter Bangkok´s Pendlern, speziell unter denen aus den Vororten, sehr beliebt geworden ist.

    Moped-Taxis sind eine andere populäre Form des innerstädtischen Transports. Pipat Arsaipathumma, 59, arbeitet an Bangkok´s Thanon Suthisan. Er sagt, seine Treibstoffkosten sind im letzten Jahr von 45 auf 70 THB am Tag gestiegen. Was aber noch schlimmer ist, daß die Anzahl seiner Fahrgäste gefallen ist, weil mehr und mehr Moped-Taxis die Sois bevölkern - ganz abgesehen von dem gestiegenen Wettbewerb zu den anderen Transportformen. Aber er vermutet die anhaltende Regenzeit wird ebenso schlecht für sein Geschäft sein. Das geschrumpfte Einkommen von Pipat macht es für seine Familie schwer, ökonomisch zu überleben. "Während die Mittel- und Oberschicht sich eindecken können, wann und wo die Preise niedrig sind, leben wir von einem Tag auf den anderen und müssen mehr bezahlen sobald der Preis steigt. Ein doppelter Nachteil. Pipat kämpfte seit Jahren darum seine Familie zu ernähren und 4 Kinder auf die Schule zu schicken. Heute verdient eine Moped-Taxis-Fahrer 500 bis 600 THB an einem guten Tag. In ruhigeren Gegenden machen sie nur 300 bis 400 THB.

    Sunan Khongkaew, 46, ein anderer Moped-Taxi-Fahrer Bangkok´s sagt, daß sein Job recht gefährlich ist in dem Gewirr der Sois, aber er liebt ihn dennoch. "Der Job ist unabhängig, ich kann jederzeit Feierabend machen, aber wenn ich mehr Geld brauche, kann ich auch länger fahren und dann muß ich besser aufpassen um keinen Unfall zu verursachen". Sunan arbeit in der Gegend der Soi Charan Sanitwong 35, wo er eine Standgebühr von 30 THB am Tag bezahlt. In dieser Gegend gibt es sage und schreibe 300 Moped-Taxis und es gibt immer Fahrgäste, weil die Soi zur Outer Ring Road, Thaling Chan, Bang Khae und Phuttamonthon Sai 5 führt. Die Staus sind jeden morgen lang, weil es für viele Leute eine bequeme Route zur Arbeit ist. Es sind viele Wohnsiedlungen hier herum. Für eine kurze Strecken von ein paar Kilometern nehme ich 6 THB, während die Gebühr für eine lange Fahrt zur anderen Seite der Stadt bis zu 100 THB betragen kann. Selbst bei den hohen Spritpreisen denkt Sunan immer noch, das sein jetziger Job besser ist als der, den er vor acht Jahren aufgab, einen Schwerlaster zu fahren. "Ich muß mich um eine große Familie kümmern", sagt er. "Der alte Job brachte mir 120 THB am Tag. Ich kann heute mindestens 500 THB verdienen, wenn ich von morgens bis abends arbeite. Benzin kostet mich heute 120 THB am Tag". "So weit so gut", fügt er hinzu. "Jetzt hatte ich mir gerade ein neues Moped mit der Easy Credit Karte gekauft."

    Für Sawai Kongsanong und seine Frau Suwannee gibt es trotz steigende Kosten für die Zutaten noch keine Pläne die Preise an ihrem Essensstand in Charan Sanitwong zu erhöhen. "Wir versuchen etwas mehr ökonomisch zu sein", erklärt Suwannee. Hier wird nichts verschwendet. Aber wenn sich die Situation verschlimmert, dann sind wir gezwungen, die Portionen zu verkleinern". Um einen täglichen Profit von 1000 THB zu machen, muß das Paar um 4 Uhr morgens aufstehen und zum Frischmarkt gehen. Sawai, der früher Türsteher in einem Hotel in Bangkok war sagt, "der Laden läuft gut seitdem in der Gegend eine Unterwäschefabrik, eine Taxi-Werkstatt und einige Büros eröffneten. Wir haben 50 Kunden am Tag. Eine gute Location ist das Wichtigste für ein Geschäft".

    Theeranuch Pusaksrikit,
    Pathonkanok Barnes
    The Nation
    übersetzt vom Jinjok

  2.  
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