Seite 2 von 2 ErsteErste 12
Ergebnis 11 bis 15 von 15

Nan - Reise in die Provinz hinter den sieben Bergen

Erstellt von Jinjok, 08.03.2004, 14:43 Uhr · 14 Antworten · 2.195 Aufrufe

  1. #11
    CNX
    Avatar von CNX

    Re: Nan - Reise in die Provinz hinter den sieben Bergen

    Um die persönlichen Eindrucke des Einzelnen bei seinen Reiseberichten zu wahren, sollten zusätzliche oder ergänzende Beiträge mit dem Autor vorher besprochen werden.

    @Jinjok,
    mit "langweilig schön" hatte ich etwas positives zum Ausdruck bringen wollen.

    Wie viele Leser warte auch ich auf eine Fortsetzung.

    Gruss
    C N X

  2.  
    Anzeige
  3. #12
    Avatar von Jinjok

    Registriert seit
    05.07.2001
    Beiträge
    5.556

    Re: Nan - Reise in die Provinz hinter den sieben Bergen

    Teil III

    Die Stadt selbst ist eine angenehme Kleinstadt, die um einen alten Stadtkern gewachsen ist. Der historische Mittelpunkt ist reich an alten Tempeln und wird an einer Seite vom Menam Nan begrenzt. Die Stadt wurde im Mittelalter ein paarmal komplett verlegt. Gleiches ist ja auch von anderen berühmten Orten wie Nakhon Ratchasima bekannt. Gegründet wurde Nan von Abkömmlingen der Phuka-Dynasty, die auch Vientiane im heutigen Laos errichteten. Man nimmt an, daß der Hauptteil der Bevölkerung damals auch aus Lan Changs (Laoten) gebildet wurde. Die erste Hauptstadt war Pua (ca. 1280) etwas stromaufwärts des Meanam Nan, wo es in den Bergen reiche Salzvorkommen gab. Später (ca. 1350) zog man dann tiefer in die fruchtbare Ebene des Meanam Nan hinab und gründete Nan auf der linken Flußseite, wo heute der Wat Phratat Chao Heng liegt.

    Einige Zeit war das Königreich Nan mit Sukhothai verbündet, wurde dann mit Lanna vereint, blieb aber nach dessen Besetzung durch Burma und folgenden Niedergang viele Jahrhunderte selbstständig. Das unzugängliche Königreich verlor danach seine geschichtliche Bedeutung. 1788 wurde Nan eine autonome Vasallenstadt von Krungthep. Formal war das Reich Nan seit dem Fall von Lanna bis in die Rattanakosin-Zeit hinein unabhängig, aber ihre Präfäkten und Landesfürsten standen loyal zu Krungthep und seinen Königen. Besetzungen und Plünderungen durch die Nachbarn Laos und Burma waren immer nur von kurzer Dauer. Das Land war durch seine bizzaren Berglandschaften vor kriegerischen Einfällen recht gut geschützt. Vor dem Bau der Straßen über die Pässe war der Maenam Nan der Haupttransportweg. Nach dem Tod von Chao Maha Brahma Surathada, dem des letzten Königs von Nan 1931 wurde vollends Provinz von Thailand.

    Einen gewissen Teil der Bevölkerung (ca. 10%) machen auch heute noch aus China eingewanderten Bergvölker aus. Die wichtigsten sind Thai Lue, Hmong, Tin, Mlabri und Yao. Sie besiedeln vornehmlich die unzugänglichen Bergregionen und leben von der Landwirtschaft auf z.T. extrem steilen Handtuchfeldern und Plantagen. Die Thai Lue wurde nach Thawangpa umgesiedelt und sind für ihre Webereien bekannt. Das Nan-Volk bewohnte vorher schon die wenigen Ebenen und breiteren Täler und wurde nach und nach von den Siamesen assimiliert.



    Hervorragend informiert das Nationalmuseum von Nan über die wechselvolle Geschichte der Bergprovinz. Der Eintritt kostet 30 THB. Geöffnet ist das Museum von 9 bis 16 Uhr. Das parkgleiche Grundstück liegt an der Kreuzung von Suriyapong und Pha Kong Rd. Es war der Palast der Herrscher von Nan und wurde vom vorletzten royalen Regenten Phrachao Suriyaphong Pharidet 1903 im Kolonialstil erbaut. Davor wohnten die regenten in einem Teakpalast. Das unklimatisierte Gebäude besucht man am besten morgens. Einzig der verdunkelte Raum mit dem legendären braunen Elefantenzahn ist gekühlt.

    Neben den architektonischen Besonderheiten im Hausbau wird breiter Raum der nativen Waldbevölkerung, dem letzten König von Nan sowie historischen Buddhafiguren und anderen Kunstgegenständen eingeräumt. Auch die ehemals reichen Teakwälder, die nur noch in Fragmenten erhalten sind werden beschrieben. Im Foyer befindet sich eine gigantisch Holzplatte, die den Schnitt durch einen Teakbaum über der Wurzel darstellt.

    Das Brauchtum in der Lanna-Tradition kann man ebenso kennenlernen wie die beiden berühmten Künstler der Provinz des letztem Jahrhunderts. Bis in die Rattanakosin-Zeit verwendete man in Nan noch die Lanna-Schrift. An vielen alten Gebäuden, vor allen Tempeln, findet man heute noch die Schriftzeichen, die mich an Burmesisch oder Sanskrit erinnern. Früher als man noch zu Fuß von Ort zu Ort wanderte, wenn es keinen Fluß gab, stand vor jedem Haus ein Überdachtes Gestell mit ein oder zwei Tongefäßen mit Trinkwasser sowie einer dazugehörenden Kelle und Waschwasser. So hatte man auf der Wanderschaft immer die Möglichkeit sich zu reinigen und sauberes Wasser zu Trinken. An vielen Tempeln und alten Häusern findet man die Gestelle mit Wasserkrügen noch heute.

    Übrigens ist Nan Ampör Muang nur 670 km von Bangkok entfernt. Das Reich Nan war früher als das Land der Leute mit den gelben Blätter bekannt, weil die Hütten mit grünen Blättern bedeckt wurden die sich dann gelb färbten. Die Provinz Nan ist zwar bei der Größe auf Platz 13 unter den Provinzen in Thailand aber bei der Bevölkerungsdichte nur Nr. 73 von 76.

    Leider fand in nur wenig exakte historische Informationen über Nan, so daß ich schwer bereue, mir keine Notizen im Museum gemacht habe. Denn die meisten Ausstellungsstücke sind auch in Englisch beschrieben. Im nächsten Teil werde ich einen virtuellen Stadtrundgang machen. Dann wird es wieder mehr Bilder als Text geben.

  4. #13
    Iffi
    Avatar von Iffi

    Re: Nan - Reise in die Provinz hinter den sieben Bergen

    gut und informativ, Jinjok.

  5. #14
    CNX
    Avatar von CNX

    Re: Nan - Reise in die Provinz hinter den sieben Bergen

    [mod:2a54f3293c="CNX"]Habe die Beiträge zu Störungen und Ehrenkodex hierher verschoben. Die Diskussion kann dort weitergeführt werden.

    Gruss
    C N X[/mod:2a54f3293c]

  6. #15
    Iffi
    Avatar von Iffi

    Re: Nan - Reise in die Provinz hinter den sieben Bergen

    Mal ein Wort zu den Teak Wäldern dort im Norden.

    Als ich dort voriges jahr zum ersten mal war, habe ich eigentlich das Schlimmste in Bezug auf Abholzung erwartet.

    Um so freudig überraschter war ich, als ich es überall grünen sah und die Strassen mit Teak Bäumen gesäumt waren. Ich schätze ihr Alter auf ungefähr 10-15 Jahre plus.

    In der Tat waren die Teak Bäume überall sehr auffällig. Es hat dort wohl eine signifikante Aufforstung stattgefunden.

    "Good news" finde ich.

Seite 2 von 2 ErsteErste 12

Ähnliche Themen

  1. Hinter Hua Hin
    Von Herrmann im Forum Touristik
    Antworten: 11
    Letzter Beitrag: 17.06.09, 08:38
  2. Ehen auf sieben Jahre befristen
    Von Monta im Forum Sonstiges
    Antworten: 75
    Letzter Beitrag: 05.10.07, 19:16
  3. Sieben Jahre in Tibet, 25.02.05, 20.15 PRO7
    Von Rene im Forum Thailand News
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 09.02.05, 16:25
  4. Geführte Trekking Touren in den Bergen Thailands
    Von waanjai im Forum Touristik
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 28.05.04, 06:00
  5. Sieben Kilo Ecstasy entdeckt?
    Von odysseus im Forum Thailand News
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 28.08.02, 19:32