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Meine Einführung ins Paradies

Erstellt von Label1907, 10.10.2005, 14:28 Uhr · 95 Antworten · 9.057 Aufrufe

  1. #41
    Avatar von Label1907

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    Re: Meine Einführung ins Paradies


    Wir fuhren zusammen zum Bungalow, das heißt am Anfang zumindest. Micha stoppte kurz bei Seven Eleven um ein paar Utensilien einzukaufen. Ich saß mit Na wie jede Nacht auf dem Bett. Sie aß ihr Fast-Food und wir unterhielten uns ein wenig. Ich fragte sie nach ihrer Zukunft, was sie für Ziele hätte. Nun ja, wie die meisten suche sie auch nach einem Europäer mit gutem Herzen, der sie behütet und versorgt. Noch hätte sie Zeit mit 25 Jahren den richtigen zu finden. Doch so langsam sollte es schon passieren. Mitte dreißig würde es schon schwer werden da viele Männer jüngere Frauen bevorzugen. Eine erschütternde Bilanz wie ich fand. Es viel ihr nicht leicht, aber anschließend gestand sie mir ein Kind zu haben. Sie wäre immer sehr vorsichtig dies preiszugeben, da es viele abschreckt. Wer möchte schon das Kind eines anderen großziehen. Ihr Sohn lebe in Chaiyapum bei ihrer Mutter. Sie überweist jeden Monat einige Baht, da sie die einzige Einnahmequelle sei. Dieses Gespräch ging mir ganz schön an die Nieren. Bei dem ganzen Highlife vergißt man schnell warum die Mädels in diese Branche rutschen. Trotzdem ein wenig komisch, ihre Schwester lebt doch in Deutschland und betreibt ein Restaurant. Na ja, egal, ich dachte nicht länger darüber nach.

    Eine Stunde später schneite Micha mit Jaeb rein. "Den Geschwindigkeitsrekord brichst Du nicht oder gefiel dir die Aussicht so gut." "Wo bist Du gewesen?" Sein Gesicht schien schmerzverzerrt. "Ich mußte gerade eine peinliche Situation durchmachen." "Wieso, was ist passiert?" "Ich habe Dir doch von meinen Unheil im .......bereich berichtet." "Ja klar und weiter." "So richteg hat es nicht nachgelassen und auf dem Rückweg wurde es unerträglich. Habe dann kurz am Krankenhaus gehalten." (Das Krankenhaus liegt zwischen Chaweng und Chang Mon, also direkt auf unserem Weg zum Bungalow) "Ja wie und dann?" "Ich wurde schnell behandelt, mußte mich auf einer Pritsche hinlegen. Es standen fünf Personen mir gegenüber im weißen Kittel. Tja, und der Arzt war eine Ärztin. Das peinliche an der ganzen Situation bestand darin mein Problem auf Englisch zu erläutern." Da gab ich ihm recht, mein Vokabular käme da auch ganz schön ins stocken. "Wie hast Du das Problem gelöst?" "Ich bat Jaeb eine wenig zu übersetzen." Ich kam ins stocken, dies bedarf einer genauen Erläuterung. "Sie stand Dir bei der Untersuchung bei?" "Ja klar, ich hatte sie vorher über mein Unwohlsein aufgeklärt und bat sie ein wenig zu übersetzen." "Du bist mir einer, fängst Dir was mit einer anderen ein......" Egal, jedem das eine. "Wie lautete die Diagnose und was wurde dagegen unternommen?" "Die Doktorin stellte den Befund so dar. "Tripple Virus", so eine Art Überstrapazierung. "Ah ha, so etwas gibt es?!?! Gut zu wissen. "Ich bekam nur zwei Tabletten, da mein Geld sich fast dem Ende zuneigte, den Rest gibt es bei Tagesanbruch gegen frisches Bares."
    Gott sei Dank ist es nichts schlimmeres.

    "Apropo, mir ist noch ein dummes Mißgeschick passiert." "Für einen Tag geschieht Dir ganz schon viel. Was denn sonst noch?" "Als ich heute den ganzen Tag in Chaweng verbrachte, während Deiner Zeit mit Na, dachte ich mir die Preise im Optikergeschäft genauer unter die Lupe zu nehmen. Mich bedienten 4 wunderhübsche junge Damen in eng geschneiderten Uniformen. Ich konnte gar nicht anders, als mir einen kleinen Vorrat an Utensilien zuzulegen." "Wie Vorrat?!?!?" "Schreite Du mal ins Geschäft und jeder bestätigt Dir wie blendend Du mit einer eleganten Brille ausschaust." Das leuchtete mir ein, "Wieviel Geld bist Du losgeworden, 50 Euro?" "Das wäre noch eine akzeptable Summe. Die fertigen mir ein spezial Gestell an, muß erst noch in Bangkok gefertigt werden. Dazu kommen noch einige Kontaktlinsen. Insgesamt kostet mich der Spaß 400 Euro." "Bist Du des wahnsinns." " Ja ich weiß, das sprengt ein wenig meine Urlaubskasse." "Tja, ein bisschen Wasser und Brot hätte ich noch für Dich übrig."
    Ein langer Tag ging zu Ende. Was sollte der morgige noch bringen. Mehr Missgeschicke? Hoffentlich nicht, denn davon haben wir schon mitbekommen.

  2.  
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  3. #42
    Avatar von Label1907

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    Re: Meine Einführung ins Paradies

    Ich muß jetzt mal hier meine Freude niederschreiben.
    Gerade Ticket gebucht. Im Januar heißt es wieder ab nach LOS zu meiner Herzallerliebsten
    jipppppiiiiieee :bravo: :bravo: :bravo: :bravo:

    Alle die vor mir in den Genuß kommen,
    viel Spppaaaaaßßßßßß und nichts kaputt machen

    Schönes Wochenende
    Gruß
    Label

  4. #43
    Avatar von Label1907

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    Re: Meine Einführung ins Paradies


    Ein neuer Tag brach an. Ich öffnete gegen 11 Uhr meine Äuglein. Ein kurzer, nun ja längerer Blick nach rechts versetzte mich in eine äußerst gute Laune. Kann nicht jeder Morgen so beginnen. Langes wohl duftendes Haar, samtweiche leicht gebräunte Haut, die nur darauf wartete berührt zu werden. Ich küsste Na liebevoll auf die Schulter. „Good morning Tiluck“. Der Sandman schien noch nicht sein Werk vollendet zu haben. Ich ließ sie ein wenig schlummern und nahm eine kühle Dusche. Micha schien ebenfalls von den toten erwacht zu sein. Der Fernseher dröhnte aus seinem Zimmer. Ich besaß kein TV. Zwei Schlafzimmer aber nur einen Flimmerkasten. Kein Grund dies zu bedauern, denn zu Hause verbringt man schon genug Zeit davor. Kurz geklopft, um nicht in eine unpassende Situation herein zu stürmen ertönte ein „komm, rein“.
    „Na Du Pleitegeier, wie ist die Lage“. Die Tabletten schienen ihre Wirkung getan zu haben. Es ging ihm ein wenig besser. „Was unternehmen wir heute?“ „Keine Ahnung, frag Jaeb, die kennt sich aus. „Bist Du denn in der Lage Strapazen auf dich zu nehmen?“ „Ach das geht schon, muß nur kurz ins Hospital meine Tabletten abholen?“ Jaeb erwies sich in den folgenden Tagen als guter Tourist-Guide. Heute sollte die Tiger and Birdshow auf dem Programm stehen. Kurzer Ritt nach Lamai.

    Die Fahrt erwies sich als steil und kurvenreich. Jeder der schon mal dort war weiß was gemeint ist. Eine gute Gesäßmuskulatur und ein ausreichend motorisiertes Bike ist von nöten.Die Fahrt beanspruchte zirka 40 Minuten. Die Blick von den Erhöhungen über den Beach von Lamai ist einfach Traumhaft. Wir nahmen uns vor auf dem Rückweg den Strand ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen. Da uns der Hunger überkam, legten wir einen kurzen Stopp hin. Immerhin blieb uns noch eine Stunde bis zur Show. Ich konnte es nicht sein lassen mein Thaifood ausreichend zu würzen. Dies sollte später zum Verhängis werden. Eigentlich wie jeden Tag.

    Die Show ist wirklich ansehnlich. Berichtet wurde darüber schon genug hier im Forum. Auf dem Weg zur Bühne wird einem ein Einblick in die Unterwasserwelt gewährt. Hier ein paar Bilder. Micha assistierte zwischenzeitlich als Vogelscheuche. Ein kleiner Unfall schockierte das Publikum. Nicht ganz ungefährlich der Flug der Adler übers Publikum. Knautschzone von einem halben Meter. Ein König der Lüfte bevorzugte es auf dem Kopf der Dressiererin zu landen. „He attack me“. Und nicht zu knapp. Sie versuchte es zu überspielen, doch das Blut strömte unaufhörlich aus ihrer Wange. Das nenne ich Disziplin, die Show wurde fortgesetzt. Ganz schön hart im nehme die kleine Dame.




    Schwer zu erkennen. Schildkröten zielgerichtet auf saftige Salatblätter




    Papageien beim beseitigen von Bierdosen. Ganz putzig, das Öffnen des Deckels erforderte ein Fußtritt. Leider nicht verkäuflich die beiden.


    Wer hat hier ein Vogel. Micha als Assistent


    Neben der Anlage besteht die Möglichkeit zum Besuch einer Butterfly-Farm. Wir verzichteten darauf und entschieden uns zurück zu fahren. Micha fragte ob es beim Zwischenstopp am Strand bliebe. Ich gab die Frage weiter an Na. Sie beneinte dies. „Wieso, wenn wir schon mal hier sind. Wer weiß wann ich wieder die Chance dazu habe?“ Na stellte sich bockig. „Wo bleibt denn das standardmäßige up to you.“ Ihre Antwort: „Ich kann nicht immer nach Deiner Pfeife tanzen.“ Mein Unmut wuchs. So schlimm war es auch nicht. Hatte mich immer bemüht Rücksicht zu nehmen. Sie stellte sich stur und wir fuhren zurück. Kein Wort verließ unsere Lippen während der Rückkehr.

    Um Zirka 16.30 Uhr nach kurzem Halt am Barbecue-Stand trafen wir am Bungalow ein. Die Tour verursachte einige Verspannungen, so dass ein zwei Stunden relaxen auf dem Programm standen. Wir sprachen immer noch kein Wort miteinander. Ich versuchte die stille Situation zu beleben. „Was ist mit Dir, Du scheinst kein großes Interesse an Sehenswürdigkeiten zu haben.“ Sie teilte mir mit nicht sehr unternehmungslustig zu sein. Sie habe alles schon zu genüge gesehen. Dies leuchtete mir ein. Touris gerade beim ersten Besuch auf Samui möchten gerne einiges erleben. Wer weiß wie oft sie die Show sah. Na plauderte ein wenig mehr aus dem Nähkästchen. Sie hätte einen Freund in England, der seinen Urlaub in Thailand des öfteren mit ihr verbrachte. In dieser Zeit konnte sie ihren Tagesablauf selber gestalten. Er bevorzugte es überwiegend zu schlafen und relaxen. Ich konnte diese Einstellung nicht nachvollziehen. Fliege doch keine 10.000 Kilometer um im Bungalow herum zu hängen. Er wäre abends auch nicht ausgegangen. Wichtig schien ihm nur, die Nacht mit ihr zu verbringen ohne 5exuellen Aktivitäten. Na klar, dachte ich mir, wer soll den Mist denn glauben. Ein Doktor Sommer der Neuzeit. Die spinnen doch die Briten.

    Micha kehrte eine Stunde später ein. Die Zeit brach an um den abendlichen Poolgang einzuleuten. Kaum zu glauben Jaeb hatte das Schwimmen ebenfalls nicht erlernt. Und auch keinen Bikini dabei. Schnell ein T-Shirt sowie Short organisiert um das kleinere Problem zu lösen. Das Schwimmtraining bedarf längerer Zeit. „Und wie gefällt dir Jaeb, hattest ja einige Zeit des kennenlernens.“ Micha schien sehr beeindruckt. So habe ich ihn selten erlebt. Sollte sich da etwas entwickeln??!?!?

    Die Dämmerung brach an. Der Hunger übermannte uns. Jaeb schlug vor in der Ark-Bar zu speisen. Also gut auf gings. Das abendliche Ambiente beeindruckte mich. Tagsüber kannte ich den Anblick, doch jetzt schimmerte der Strand a la „1001 Nacht“. Gemütlich gepolsterte Liegemöglichkeiten, charmante Beleuchtung und mitreißende musikalische Rythmen. Im Hintergrund erhellte der Strand vom Feuerspucker. Micha und ich kamen uns vor wie Adam und Eva im Paradies (er natürlich als Eva). So zergingen die Meeresfrüchte herzhaft auf der Zunge. Na und Jaeb orderten uns ein Menü. Krebse , Riesenkarnelen, Muscheln und Fischspezielitäten deren Name ich heute noch nicht weiß. Na war so aufmerksam die Schalentiere zu öffnen, da mir die Kenntnisse dazu fehlten. Krabbenpuhlen kein Problem, aber Krebsfleisch zu entfernen bedarf der richtigen Technik. Ich kam mir ein bisschen dämlich vor doch Na bestand darauf mich zu füttern. Kaum zu glauben. Wie bei Mama in jungen Jahren. Die Ark-Bar gefiel mir ganz gut, doch ein wenig zu überfüllt. Farangs in jedem Blickwinkel. Die Rechnung verschlug mir die Sprache. Das gibt es doch nicht. Mit vier Personen gut gespeist und ein Spottpreis von 20 Euro.






    Ein bisschen zu voll. Wir bevorzugten in den kommenden Tagen die Lokalitäten am Strand von Chang Mon. Die Ark-Bar diente als erste Anlaufstelle der Farangs.



    „Was steht nun an, fragte wissbegierig Micha?“ „Keine Ahnung, sollen die Mädels das entscheiden.“ Kurzes Gespräch der beiden auf Thai, es sollte eine Überraschung werden. Wir steuerten auf die Havanna-Bar zu. „Oh, sieht so aus als trinken wir ein Bier bei Simon.“ Weit gefehlt wir steuerten eine Bar schräg gegenüber an. Wirkte wie eine klimatisierte Discothek. Zwei Glastüren öffneten sich uns. Wir traten ein. Micha und ich starten uns verblüfft an. Das gibt es doch nicht. Die führen uns tatsächlich in einen Stangentempel. Das glaubt uns keiner zu Hause. Frauen die freiwillig so ein Ambiente betreten. Man führte uns in eine gemütliche Nische mit hervorragendem Blick zur Bühne. Bei uns Tanzen ein, zwei höchstens drei Frauen gleichzeitig, doch hier eröffnete sich der Blick auf 25 wohlgeformte Körper. Ich hatte ein bisschen bedenken in Bezug auf die Getränkekosten. Mein Unbehagen erwies sich als harmlos. Standardmäßige Preise. Na orderte ein Kellner und faselte etwas auf Thai. „Hast Du 100 Baht für mich.“ „Klar gerne.“ Anstatt einer Erfrischung reichte der Kellner ihr Tischtennisbälle. Ich spiele zwar in der Heimat ab und an aber auf Training war mich nicht zumute. „Hier wirf ein paar den Mädels zu“ „Wie wirf.“ Ich folgte ihrer Anweisung. Kaum zu glauben, die Masse setzte sich in Bewegung wie ein wild gewordener Hühnerhaufen. Erschütternde Szenen spielten sich ab. Anscheinend gab es für die Damen pro gefangenen Ball einen Bonus. Verrückt, verrückt. Die Solotänzerinnen starteten ihre Show. Wir genossen den Anblick. Na und Jaeb schien es ebenfalls zu gefallen und tanzten zur Musik. Der restliche Abend verlief nicht sonderbar spektakulär. Wir tanzten tranken und genossen die Anwesenheit unserer Begleitung. Ein weiterer Tag endete.

  5. #44
    Avatar von Label1907

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    Re: Meine Einführung ins Paradies


    11 Uhr. Schweiß gebadet erwachte ich. Was für eine Bullenhitze. Entweder hatte ich einen wirklich schlechten Traum oder ein Fußballmatch mit Verlängerung hinter mir. Ein kurzer Blick zu Na bestätigte mir das es ihr auch so erging. An derweile nächtliche Aktivitäten konnte ich mich nicht erinnern. Nach genauer Untersuchung der Situation stellte sich eine Beschädigung der Klimaanlage heraus. So ein Mist. Ich weckte Na. Sie wälzte sich von rechts nach links und erwachte. Ich schilderte ihr den Ausfall. Ihre Antwort veranlaßte mich sofort zur Tat zu schreiten.“Noch eine Nacht ohne Klima halte ich nicht aus, dann mußt Du alleine schlafen.“ Dies hieß es zu verhindern, aber flott.

    Anscheinend hatten nur wir Pech, Micha und Jaeb genossen ein wohl klimatisiertes Zimmer. „Was steht heute auf dem Programm“, warf ich in die Runde. Wir diskutierten ein wenig. Jaeb empfahl uns Big Buddha zu anzusehen. Es sei eine tolle Sehenswürdigkeit. Zudem könne sie das mit einem Gebet verbinden. Sie konnte ja nicht ahnen, das wir schonmal den Weg dort hin gefunden hatten. Dem Gesuch nach einem Gebet mußten wir natürlich nachgehen. Abends sollte ein Grillabend folgen. Sie würde noch ein paar Freunde aus der Bar einladen. Dies hörte sich gut an. Je mehr desto besser.

    Auf gings. Erster Stopp an der Fischzucht. Micha stürmte los und besorgte dementsprechend Futter. Jaeb wunderte sich ein wenig. „You know that.“ Er kannte sich zu gut aus. Thaifrauen führen Farangs anscheinend als erstes immer zu Big Buddha. Anschließend kam Jaeb zu ihrem Gebet. Sie leutete an allen Glöcken ringsum Buddha. Dies bringe Glück. Nun gut, davon konnte/kann ich reichlich gebrauchen. Zu viel klingeln bewirkt anscheinend das Gegenteil :-)


    Fischzucht.


    Big Buddha in voller Pracht.


    Die Plattform durfte nicht mit Schuhen betreten werden.







    Die Uhr schlug 14. Bis zum Grillabend dauerte es noch ein wenig, deswegen warfen wir einen kleinen Happen am Strand von Chang Mon ein. Die Hitze schien unerträglich. Kaum zu glauben das einige sich wirklich bei den Temperaturen sonnen. Ich orderte Steak und mußte feststellen das diese hier wirklich sehr herzhaft sind. Neben uns am Stich saß eine deutsche Großfamilie. Ihre Blicke spiegelten sämtliche Gedankenzüge. Wieder zwei Snobs mit gekauften Frauen. Vati konnte seine Augen trotzdem nicht abwenden. Waren halt besonders schöne gekaufte Frauen. Ich lächelte nur freundlich und mußte mir vor Augen halten wie es in der Heimat ablaufen würde z.B. mit Na durch Essen zu spazieren. Ein dickes Fell wäre von Nöten. Weiter wollte ich dies aber nicht durchdenken.


    Strandblick in Chang Mon.

    Nachmittags trudelten wir am Bungalow ein. Der Grillabend bedarf einiger Vorbereitungen. Jaeb und Na übernahmen diese Aufgabe. Sie wußten am Besten kulinarische Köstlichkeiten für einen kleinen Baht zu kaufen. Während der Einkaufsphase saßen Micha und ich am Pool, genossen zwei bis drei, es mögen auch vier gewesen sein, Singha. Wir waren froh so zwei vertrauensvolle Menschen gefunden zu haben. Nicht selbstverständlich, denn Anfang des Jahres machten wir schlechte Erfahrungen in Budapest. Die beiden hätten uns bis auf den letzten Cent ausrauben können samt Vespa. Unsere Begeisterung nahm stetig zu. Wer hätte das Gedacht. Meine Anfangsworte vor dem Urlaub ließ ich Revue passieren „Mit dem Schlag Mensch kann ich nichts anfangen“. Was für ein Trottel ich war.

    Der Abend brach an. Es konnte losgehen. Na und Jaeb trudelten mit Begleitung ein. Zwei Freundinnen sowie ein Pärchen aus dem Havanna-Club beehrten uns. Zum Glück schienen wir die einzigen Besucher der Bungalow-Anlage zu sein, sonst wäre dies Arrangement nicht möglich gewesen. Jaeb organisierte eine Art Grillvorrichtung aus der hintersten Ecke. Beim Blick auf die eingekauften Köstlichkeiten lief mir das Wasser im Mund zusammen. Wer sollte dies alles essen. Kaum zu glauben Speiß und Trank für 8 Personen. Kostenpunkt 20 Euro. Überwiegend tuschelten alle auf Thai. Jetzt konnte ich mir vorstellen wie sich mancher ausländischer Mitbewohner bei uns fühlt. Nach dem Essen sollst Du ruhen, doch wir planschten ein wenig im Pool.






    Komisches Gebilde aber grillfähig.



    Die Nacht schritt vorran. Heute sollte die Solo-Bar erkundschaftet werden, da am darauf folgenden Tag die Blackmoon Party anstand, also ein Ruhetag der Solo-Bar. Mir gefiel es dort. Alles tanzt, feiert und läßt die Nacht ausklinken. Für Kandidaten mit wackeligen Beinen zwecks Alkohol, standen Liegemöglichkeiten zur Verfügung. Ich mußte zwischenzeitlich ebenfalls dort eine Pause einlegen. Wer noch keinen Partner hatte, versuchte hier fündig zu werden. Ich und Micha tanzten auf einer runden Erhöhung. Wenn man das als tanzen bezeichnen konnte. Na unterhielt sich länger mit einem Engländer. Meinen grimmigen Blick bemerkte sie sofort und eilte nach kurzer Zeit herbei. Ich sollte mir keine Gedanken machen, er wäre ein Freund aus der Vergangenheit. Sie hätte sich bei ihm immer bei Problemen ausweinen können. Ja, ja der nette Brite von Nebenan. „Warum bist Du nicht dazu gekommen.“ So weit kommt es auch noch. Darf ich vorstellen mein Exstecher und mein neuer Stecher. So bezaubernd sie aussah und so gern ich sie gewonnen hatte, so groß war die rosarote Brille nun doch nicht. Zwischenzeitlich begegnette ich Mä oder auch May keine Ahnung wie sich das schreibt. Ihr Gruß beschränkte sich auf den Mittelfinger. Die Dame schien noch ziemlich angefressen. Konnte nur hoffen das Micha ihr nicht über den Weg laufen würde. Na und ich machten uns um 4 Uhr auf die Socken. Leider konnten wir aufgrund des niedrigen Benzinpegels meines Mopeds nicht mehr selber fahren. Egal, bleibt es halt hier stehen. Na fand die Idee nicht sonderlich gut und orderte eine Freundin herbei. Es wäre besser wenn sie es mit nach Hause nehme. Sicher ist sicher. Sie wohne direkt eine Straße weiter. Also gut ich war ziemlich müde um anders zu entscheiden. Ein Taxi schuffierte uns heimwerts. Zum Glück funktionierte die Klimaanlage wieder. Ich mußte nicht alleine schlafen.

  6. #45
    Avatar von Label1907

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    Re: Meine Einführung ins Paradies


    Die Tage vergingen wie im Flug. Kein Wunder, gutes Essen, perfektes Wetter (nun ja ein bisschen zu heiß für meinen Geschmack) und eine wunderschöne Frau. Manchmal auch ein ganz schöner Dickschädel. Der viele Alkohol vom Vortag hinterließ Spuren. Die Kopfschmerztabletten lagen standardmäßig auf der Komode neben dem Bett. Ein kurzer schon einstudierter Griff sollte mich von den Schmerzen befreien. Na schien schon durch die Gegend zu laufen. Ich wollte mich anziehen doch dazu fehlten meine Klamotten. Der Alkohol läßt manche Erinnerungen verblassen doch ausgezogen hatte ich mich vor dem Bett, ganz gewiß. Ich suchte Na, vielleicht wußte sie wo mein Outfit lag.

    Ich ging ein Stück vor den Bungalow. Sie kam mir gerade entgegen, beladen mit Frühstück, obwohl eher Mittagessen die bessere Bezeichnung war. Das nenne ich Service. Ich fragte sie nach meiner Kleidung. Die sind in der Wäsche. Wie konnte ich das verstehen. Direkt um die Ecke, war für mich gar nicht zu identifizieren, stand eine Reinigung. Morgen seien alle Sachen frisch gewaschen und gebügelt. "Ah ha, und was kostet der Spaß", entgegnette ich ihr. Höchstens dreihundert Baht. Die Kimmlade viel mir förmlich zu Boden. Für den Preis waschen die mir zu Hause höchstens zwei Hemden. Ich mußte an die vielen Stunden des bügelns denken. Die Vorteile dieses Landes sind einfach vorzüglich, natürlich nur im Falle einer finanziellen Unabhängigkeit. So komme ich das erste mal mit frischen Klamotten nach Hause. Arbeit gespart.


    Na kümmerte sich immer um die Bekleidung. Das auch alles nach dem Schwimmen ordentlich trocknette.

    Für diesen Tag sollte oder besser gesagt mußte ich eine Art Freizeitanzug tragen. Na hatte mir diesen netter Weise besorgt. Eine weiße dünne Stoffhose mit passendem Oberteil. Der weite Ausschnitt bescherrt einen kleinen Anblick der Brustbehaarung. In meinem Fall natürlich nicht, denn "auf Stahl wachsen bekanntlich keine Haare". Na gefiel dieses Outfit. Ich hakte es unter dem "Win to Win-Prinzip" ab. Sie glücklich und ich ebenfalls, denn wer mag es schon wie Tarzan durch die Gegend zu laufen. Die Hose trage ich heute noch. Sehr bequem um in der Wohnung damit herum zu stolzieren.

    Was sollte heute unternommen werden. Micha wollte unbedingt einen Abstecher nach Kophangan wagen. Einige Meter von Big Buddha ergibt sich die Möglichkeiten mit Speedbooten über zu schiffen. Fahrtzeit zirka eine Stunde. Mir gefiel die Idee gut. Na blockierte wieder. "Dann komm doch ohne sie mit", legte mir Micha nahe. Ich mußte stark grübeln. Mit ihr war über dieses Thema nicht zu diskutieren. Sie hatte einfach keine Lust auf diese Tagestour. Was sollte ich tun. Micha drängelte ein wenig. Nach langem überlegen sagte ich ab und zog es vor mit Na den Tag zu verbringen. Sie sagte mir zwar das es für sie nicht schlimm wäre den Tag alleine zu verbringen. So fuhren Micha und Jaeb alleine. "Macht ein paar schöne Fotos", warf ich ihnen hinterher. Micha und Fotosn da treffen Welten aufeinander. Er hat einfach kein ruhiges Händchen.

    Na und ich einigten uns auf eine Shoppingtour. So lernte ich das Lotus, Lotup ausgesprochen, kennen. Der Gang über die Türschwelle des großen Einkaufszentrums in den klimatisierten Bereich läßt jede Schweißperle verdampfen. Einfach angenehm. Wir kauften einige Utensilien. Unter anderem ein Badminton-Set. Na würde gerne ein wenig spielen. Warum nicht aber eher abends, bei der Bullenhitze war bei mir nie an Bewegung zu denken. Ausser im Pool natürlich. Da ich eine leidenschaftlicher Sushi-Genießer bin, fragte ich Na diesbezüglich. Und siehe da eine traumhafte Theke eröffnette sich mir. Bei den Preisen kam ich ins staunen. 12 Stück jeglicher Art 55 Baht. Von da an nahm ich jeden Tag einen kleinen Vorrat mit. Dieser Tag gab mir wiederrum Einblick in Na’s Leben. Wir hatten einige Zeit zum quatschen. Das Thema heiraten kam irgendwie zur Sprache. Sie sagte mir, das sie im Falle einer Hochzeit mit einem Farang 5000 Euro zahlen würde. Die Summe kam mir utopisch vor. Wie will sie so viel Geld aufbringen. Sie hätte einiges gesparrt. Die Sache kam mir komisch vor. Hörte sich eher nach einer Scheinhochzeit an. Ich teilte ihr mit das ich nie für Geld in den Hafen der Ehe einlaufen würde. Sie hielt an ihrem Standpunkt fest, da ihrer Meinung nach es nicht billig wäre eine Thaifrau zu ehelichen. Sie schien sich perfekt auszukennen.

    Spät nachmittags trudelten wir voll beladen wieder am Bungalow ein. Michas Handy bimmelte. Ich hatte mein Mobile Phone in der Heimat gelassen. Dies ersparte mir einige Euros. Ich kenne mich gut genug um zu wissen im betrunkenen Zustand Stundengespräche nach Deutschland zu führen. In diese Versuchung durfte ich nicht kommen. Micha rief sich selbst an. Ich nahm das Gespräch an. "Hallo Micha, na etwa schon ertrunken oder gestrandet?" Er klang nicht begeistert, blabberte etwas von Schiff abgefahren. "Beruhig dich erstmal und fang nochmal von vorne an. Ein Lachkrampft streckte mich zu Boden. "Dumm und Dümmer" unterwegs. Die beiden hatten Tickets für die Überfahrt des letzten Speedboots dieses Tages. Sie saßen im Kaffee unbewußt der Zeit und sahen dem Boot genüßlich hinterher. Typisch für Micha. Wer ihn kennt weiß bescheid. "Was soll ich nun machen", fragte er hektisch. "Meine Kreditkarte liegt im Bungalow und mein Bargeld beschränkt sich auf 800 Baht." " Tja, am Strand schlafen." "Witzbold", schallte es nur aus dem Hörer. Ich erläuterte Na kurz die Situation, vielleicht hatte sie eine zündende Idee. Sie tauschte sich kurz mit Jaeb aus. Die einzige Möglichkeit bestand darin ein Fischerboot zur Überfahrt zu organisieren. Mit 800 Baht keine einfache Mission. Da Jaeb zu verzweifelt schien, sprach Na mit dem Kapitän des "Tretboots". Preis 1.200 Baht. Nach Erläuterung der Notsituation ließ er Gnade walten und akzeptierte Michas restliches Geld. Zahlung vor Abfahrt. Kein Problem, Micha kramte in seiner Tasche und holte einen kleinen Batzen Scheine hervor. Zu seiner Verwunderung steckten 3 Tausender darunter. Typisch für ihn. Zum Glück kamen diese nicht in den Augenschein des Kapitäns. Die Fahrt dauerte zwei Stunden. Micha und Jaeb trudelten nach Einbruch der Dunkelheit ein.

    "Na wie war die Reise", fragte ich ihn neugierig. "Hin sehr gut, doch die Rückfahrt hinterließ einige Sorgenfalten. Warum, siehe Fotos. Das Schiff erschien einem größeren Ruderboot. Micha mußte über die Sicherheitsvorkehrungen schmunzeln. Jaeb erlitt anscheinend Höllenängste. Kein Wunder, immerhin konnte sie nicht schwimmen. Anstatt einer Schwimmweste, reichte man ihr einen Kanister. Sehr beruhigend im Falle eines Kenterns. Micha, mit seiner großen Klappe, machte kleine Späßchen. Wie es denn mit einer Shark-Attack aussah. Jaeb wimmerte vor sich hin, denn unnatürlich wäre es nicht. Beide hatten die Fahrt verletzungsfrei überstanden.


    Das besagte "Tretboot"


    Der Kapitän bei der Arbeit. Kein normales Steuerrad.


    Die Schwimmweste in Form eines Kanisters.



    Micha und Jaeb schienen sich wieder ein Stückchen näher gekommen zu sein. Ihm schien etwas auf der Seele zu liegen. "Na erzähl schon, was ist los." Er übermittelte seine neuen gewonnen Erkenntnisse. Jaeb habe vergangenes Jahr in Phuket als Köchin in einem Hotel gearbeitet. Ihren Urlaub verbrachte sie für zwei Wochen zu Hause in Chaiyapum. Während dieser Zeit überflutete der Tsunami die Insel. Alle ihre Freunde wären ums Leben gekommen. Dies erschütterte mich zu tiefst. Das Ausmaß der Katastrophe wird einem erst richtig vor Ort bewußt. Es trifft immer die Armen. Wer dieses nette und liebenswürdige Volk kennen gelernt hat wird verstehen was ich meine. Jaeb betet jeden Tag und dankt Buddha überlebt zu haben. Als Köchin konnte sie nicht mehr arbeiten, deswegen führte sie der Weg vor zwei Monaten nach Samui. Micha teilte mir mit Jaeb zu unterstützen. "Und wie willst Du das bewerkstelligen" fragte ich ihn. "Ich möchte das sie hier nicht mehr arbeitet." "Ah ha und weiter." Sie kommt mit uns für den Rest des Urlaubs. Wenn wir in die Heimat fliegen, fährt sie von Bangkok mit dem Bus nach Hause." Und was ist mit dem Verdienstausfall", stellte ich ihm zurecht die Frage. "Sie arbeitet in ihrem Dorf als Köchin, natürlich zum Vergleich hier für einen winzigen Lohn. Ich unterstütze sie monatlich, damit sie und ihre Familie auskommen." Ich war verdutzt. Der dicke Klops an Neuigkeiten mußte erstmal verdaut werden. Micha meinte er ernst. "Und wie lange soll Deine Unterstützung anhalten." "Erstmal drei Monate, dann komme ich wieder und besuche Jaeb im Isaan." Er schien die Sache genau durchdacht zu haben. "Nun gut, du bist erwachsen genug um solche Entscheidungen zu fällen." Mir fielen Michas Worte ins Gedächtnis. "Mir passiert so etwas nicht, ich lege mich nicht auf eine Person fest." Jetzt war er sogar einen Schritt weiter.

  7. #46
    Avatar von MadMovie

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    Re: Meine Einführung ins Paradies

    Zitat Zitat von Label1907",p="285409
    "auf Stahl wachsen bekanntlich keine Haare"...,denn wer mag es schon wie Tarzan durch die Gegend zu laufen.
    Was der alte Gorilla auf dem Rücken trägt, hab' ich auf der Brust. ;-D
    Mach´ weiter, Label!

  8. #47
    Mandybär
    Avatar von Mandybär

    Re: Meine Einführung ins Paradies

    Unterhaltsam zum lesen

    erinnert mich auch an so manche Stunden in
    Samui. ;-D


    Bitte weitermachen :bravo:

    Grüße
    mandybär

  9. #48
    Avatar von Label1907

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    Re: Meine Einführung ins Paradies


    Unser Urlaub nahm langsam Konturen an. Was sollte noch alles passieren. Wir kamen mit der Absicht einen schönen Urlaub zu verbringen. Die ersten Tag schien es auch so, zwar ein bisschen Kopflos und mit einigen verwirrenden Situationen, aber im Grunde genommen sehr unbefangen. Doch unsere Vorstellungen wurden bei weitem übertroffen. Woran lag es. Keine Ahnung, es wirkten zu viele positive Aspekte auf uns ein. Micha erkannte ich kaum wieder. Seine neu gewonnene Leidenschaft zu diesem Land und vor allem zu Jaeb sprudelte förmlich aus ihm heraus. Ich stand kurz davor den Kopf zu verlieren. Na hatte mich in ihren Bann gezogen. Ich verstand mich selber nicht. Wie konnte das passieren. Hatte doch die unzähligen E-Mails gesehen. Sie hielt sich sämtliche Optionen offen. Ein bisschen nachvollziehen konnte ich es schon. In ihrer Vergangenheit gab es zu viele Versprechen jeglicher Farangs. Auch dies leuchtete mir ein. Ich mußte ebenfalls im betrunkenen Zustand aufpassen ihr nicht die Welt zu Füßen zu legen. Kaum zu glauben wie einfach ich doch gestrickt bin. Da treffe ich eine süße, braungebrannte dunkelhaarige, liebevolle Schönheit und werfe alle Prinzipien über Bord. Zum Glück war/bin ich kein Einzelfall. Meine Gedankenzüge nahmen weitere Ausmaße. Was passiert nach zwei Wochen gemeinsamer verbrachter Tage. Bricht der Kontakt ab, telefoniert man regelmäßig? Ich wußte keine Antwort, denn in solch eine Situation kam ich bisher noch nicht. Dies Beschäftigte mich ununterbrochen. Jetzt wäre es an der Zeit das Hirn wieder einzuschalten. Ist anscheinend in Düsseldorf am Flughafen liegen geblieben. Ich hatte mir den Entschluss gefaßt ein wenig Licht in den Tunnel zu bringen.

    Ein neuer Tag stand bevor. Ich ließ Na nicht ausschlafen, denn es gab etwas zu klären. Zwei Wochen Urlaub sind ein wenig kurz um genauere Kenntnisse zu erlangen. Also fragte ich, ob sie Interesse hätte mich in Germany zu besuchen. Drei Schlitze entwickelten sich in Ihrem Gesicht. Zwei Guck- und ein Grinseschlitz. Ein komisches Bild. Sie strahlte mich förmlich an. "Sehr gerne". Dies treffe sich gut, da sie nächsten Monat sowieso plane nach Deutschland zu kommen. Ihre Schwester (verheiratet mit einem italienischen Restaurantbesitzer oder Pizza-Bude, keine Ahnung) in Berlin, hatte vor ihr eine Verpflichtungserklärung (bis ich das erstmal begriffen hatte. Sie nannte es Evecation. Typisches Thai-Englisch. Invitation natürlich gemeint) zu schicken. Die Hälfte des Geldes für den Flug bekäme sie von ihrer Schwester, den Rest habe sie selber. "Bestens dachte ich mir." Dann steht dem nichts im Wege. Wo sollte ich nach dem Urlaub Geld für Ihren Hin- Rückflug hernehmen. Ich ließ es zu sehr krachen um mit Restgeld nach Hause zu kommen.

    Sie gab mir eine kurze Einweisung, was sie benötige um ein Visum zu beantragen. Ich bekäme eine Kopie ihres Reisepass. Müßte damit zur Ausländerbehörde gehen, eine Verpflichtungserklärung beschaffen und ihr zukommen lassen. Sie könnte damit nach Bangkok fahren und ein Visa beantragen. Klang simpel.

    Ich informierte Micha über mein Vorhaben. Sein gegacker schalt heute noch nach. "Du bist mir einer, willst mir ein erzählen, weil ich Jaeb nach Hause schicke und Du nimmst sie direkt mit. Das glaubt uns zu Hause keine Sau. Deine Eltern werden begeistert sein." Da hatte er Recht. In Sachen Kommunikation sah ich schwarz, denn meine Erzeuger sprechen kein Englisch. Was solls, so konnte es wenigstens keins der üblichen Verhöre geben. Ihr wißt schon, neue Freundinnen werden immer mit Fragen gelöchert.

    Der Tag schritt vorran. Micha wollte nach Chaweng. Schließlich sollte Jaeb ihren Job quasi kündigen. Auf gings. Bevor wir zur Havanna-Bar schritten, stärkten wir uns ein wenig mit Thai-Food. Nun war es an der Zeit. Jaeb teilte Coi (die Barbesitzerin) mit, das sie wieder nach Hause fahren würde und nicht mehr hier arbeiten möchte. Pro Tag hatte Micha eine Auslöse für Jaeb bezahlt. 300 Baht pro Tag. Jetzt standen weitere 2500 Baht an. Sozusagen eine Abfindung für den Besitzer. Jaeb kramte ihre restlichen Sachen zusammen und wir fuhren wieder zum Bungalow.

    Die heutige Nacht sollte lang werden da die Blackmoon-Party anstand. Gegend abend führen wir wieder zur Ark-Bar, eine Kleinigkeit essen. Anschließend die üblichen Stationen. Dejavu, Havanna-Bar, Moonbar und Green Mango. Mein Alkoholpegel kratzte an der Full-Anzeige. Viel konnte ich nicht mehr vertragen. Ich bevorzugte Wasser und Cola um nicht früh zu enden. Die Uhr schlug zwei. Bars und Discotheken schlossen ihre Pforten. Wie es nun mal ist, Bier verursacht Appetit. Also kurzer Zwischenstopp am Suppenstand.





    Nun sollte die Blackmoon-Party erkundschaftet werden. Wir maschierten zu unseren Motorbikes, die auf einem Hinterhof parkten. Na quengelte. Sie habe keine Lust und möchte lieber schlafen. Micha platze der Kragen. Die ständige Nörgelei ging ihm auf den Keks. Immer wieder "Nein, ich habe keine Lust". Die beiden gerieten heftig aneinander. Die Stimmlage erhöhte sich. Ich dachte nur ach du Schreck. Na explodierte vulkanartig. Sie schnappte sich eine leere Bierflasche und drohte Micha damit eine über die Rübe zu ziehen. Ach Du Scheiße, träumte ich das gerade, war das etwa ein Long-Island-Ice-Tea zuviel? Es schien dem nicht so. Micha lag mir Nahe die Verrückte zu entfernen. Ich faßte mir nur an den Kopf, das darf doch nicht war sein. Das Paradies entwickelte sich gerade für mich zu einem Desaster. Micha hatte keinen Bock mehr auf dieses Spektakel. Er schritt mit Jaeb davon. Seine letzten Worte lauteten "Die Psychopatin will ich morgen nicht mehr sehen." Eine Welt brach für mich zusammen. Ich mußte mich erstmal auf den Bordstein setzen. Irgendetwas ist hier gerade schief gelaufen. Na war ausser Rand und Band. Motzte vor sich hin das sie einen chinesischen Killer organisiere. So respektlos hätte sie noch niemand behandelt.

    Ich konnte sie ein wenig beruhigen. Was sollte ich tun. Ich war verliebt und mein Freund Micha hatte die Nase voll von ihr. Vielleicht würde sich die Situation am nächsten Tag entspannen. Schließlich hatten alle einen im Tee. Na setzte sich in den Kopf mich zu verlassen. Sie nuschelte immer wieder vor sich hin. "We finished. I cannot stay with Micha." So eine Dackelkacke. Das klang nicht gut. Wir fuhren zum Bungalow zurück. Ich diskutierte lange mit Ihr. Sie solle es sich nochmal überlegen. Ich kläre das mit Micha morgen. Die Worte bewirkten keine Veränderung der Situation. "Und was nun, willst Du gehen", fragte ich sie. "ich bleibe solange bis Du eingeschlafen bist." Dies tat ich dann auch.

  10. #49
    Avatar von rudi

    Registriert seit
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    Beiträge
    113

    Re: Meine Einführung ins Paradies

    toll ganz toll

    und wie soll ich jetzt bitteschön einschlafen ........

    mann so ne klasse geschichte ne so klasse geschichten wie deine und von mad movie hab ich schon lange lange nicht mehr gelesen.........

    mach mal schön noch nen paar urlaube und schreib dann weiter........

    ich freu mich drauf....

    mfg rudi

  11. #50
    Avatar von Der-Hilfesuchende

    Registriert seit
    26.07.2005
    Beiträge
    64

    Re: Meine Einführung ins Paradies

    Schliesse mich dem Rudi an !!!!

    :bravo: :bravo: Super Geschichte :bravo: :bravo:

    Kommt mir vor als wenn ich dabei gewesen wäre !

    Mach weiter . . .

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