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Mein Privates Tagebuch

Erstellt von Serge, 11.05.2004, 08:30 Uhr · 1.164 Antworten · 64.196 Aufrufe

  1. #1071
    Avatar von Samuianer

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    Re: Mein Privates Tagebuch

    Gibt es bei den Wasserbueffeln auch... habe mal das (sagenhafte)Delphinpaar gesehen, der Eine "weiss" (so wie der Olifant) und der Andere halt in diesem Antrazit Ton.... nahe dem Raja Ferry Pier Ban Don - Surat.

  2.  
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  3. #1072
    Avatar von Serge

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    Re: Mein Privates Tagebuch

    Es war einmal in 2007...

    Heute geht es um die Geschichte von Khun Somjit und seiner Frau Nuy.


    Khun Somjit war lange Zeit Koch auf Schiffen der koeniglichen Marine. Als er dann seine Frau kennenlernte, entschied er sich, die Kochmuetze an den Nagel zu haengen und ein neues Leben zu beginnen.



    Nach vielen Jahren auf See, er hat ganz Asien und Nordamerika bereist, sehnte er sich nach Tieren und Natur und nach Thailand.


    So zogen die beiden nach ihrer Heirat in die zum Teil wunderschoene Flussgegend in und um Samut Sakhorn. Da bein schon seit Ihrer juengsten Kindheit Anhaenger Seiner Majestaet des Koenigs waren, entschieden sie sich, der Lehre des Koenigs zu folgen.

    Das Prinzip der Autarkie - der Selbstbestimmung - wurde zu ihrem Lebensinhalt, und sie lebten und ernaehrten sich ausschliesslich von der Natur - sie wurden autarke kleinfarmer.


    Ein kurzes Wort zur Self-Sufficiency Theoerie:
    "...Genug zum Leben zu haben und genug zu haben fuer das es sich zu Leben lohnt, das nenne ich Autarkie (Selbstversorgung im engeren Begriff). Falls jedermann genug zum und fuer das Leben haette, waere es gut, wuerde dies auch noch fuer die ganze Nation zutreffen, waere es gar noch besser..." so Seine Majestaet der Koenig.

    Oftmals wird diese Theorie als nur fuer Farmer geltend missverstanden, aber eigentlich meint es alle und ist, wenn man mal ganz in Ruhe darueber nachdenkt, ein zumindest fuer Thailand sehr sinnvolles Prinzip, wobei ich behaupten moechte, ein bisschen Self-Sufficiency taete uns allen ganz gut.

  4. #1073
    Avatar von Serge

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    Re: Mein Privates Tagebuch

    Khun Somjit sagt:
    "Thailand ist ein reiches Land, allerdings findet man diesen Reichtum nicht auf dem Papier oder in grossen Hallen. Der Reichtum liegt im Boden und im Wasser, in der Luft und in den Herzen. Leider aber verarmt unser Land immer schneller..."

    Khun Somjit und seine Frau umgibt eine Menge Liebe. Liebe ist ihr Lebensprinzip, Liebe zu allem. Zur Natur, ihren Tieren, den gefangenen Fischen, den Kindern, dem Koenig und ihnen selbst.


    So beginnt ihr Tag jeden morgen mit einem gemeinsamen Fruehstueck und das schon zeit 20 Jahren. Auch in Thailand gibt es lange Liebespaare. Nur sieht man diese eventuell nicht so oft.



    Nachdem geht es dann an das gemeinsam Tageswerk. Alles was die beiden verzehren bauen sie selbst an und kochen sie selbst. Und die Dinge die sie kaeuflich erwerben muessen, dieses Geld erwirtschaften sie mit einem daheim produzierten Produkt: Hoh Mok!


    Die Hoh Mok von Khun Somjit sind weit ueber die Grenzen Samut Sakohrns hinaus bekannt. Leider wurden an diesem Tage keine Hoh Mok hergestellt, so kann ich Euch auch keine Bilder direkt zeigen, aber die beiden haben fuer uns gekocht - das war so aehnlich.


    Wie gesagt alles was fuers Leben benoetigt wird, stammt aus dem eigenen Umfeld.




    Hier ein paar Hoi Kom, die Khun Somjit selber zuechtet, und die vorzueglich in einem Gaeng Kua schmecken. Nicht jedermanns Sache, aber ich finde es grossartig.




    Fischbecken ala Khun Somjit. Nicht jeder Fisch eignet sich fuer ein echtes Somjit Hoh Mok. Heisst aber nicht, das die anderen Fische verkommen. Die Becken sind gefuellt mit verschieden Fischsorten und mit Netzen am Grund werden diese bei Bedarf dann hervorgeholt.

  5. #1074
    Avatar von Serge

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    Re: Mein Privates Tagebuch


    Somjits Hoh Mok beginnt natuerlich beim Fisch und damit beim Fluss.


    Nun gut, eigentlich beginnt es mit der Produktion des richtigen Koeders. Ich kann mich nicht mehr erinnern, um was genau es sich hier handelte, es war aber ein Mix aus Fischschuppen, gekochten Graeten, Mehl und ein paar Kartoffeln sowie altes Kokosnussfleisch, alles vermischt zu diesem Brei.



    Nicht jeden Tag faengt Khun Somjit den passenden Fisch fuer sein Hoh Mok. Faengt er ihn jedoch, lueftet sich das erste echte Geheimnis der Produktion - das Ausnehmen. Khun Somjit bereit den Fisch vor, aber Khun Nuy hat im Laufe der Jahre eine Technik entwickelt, bei der alles Fleisch erhalten bleibt aber so gut wie keine - eigentlich gar keine - Graete im Hoh Mok landen kann. Sie entzieht dem Fisch mit 5 Schnitten praktisch alle Graeten auf einmal.


    Die hier ist jedoch kein Hoh Mok Fisch, sondern Tom Yam Fisch - sieht man spaeter noch.


    Hier das Fruehstueck der beiden mit Ton Som Pla - Fisch mit Chili und Zitronengras alles selbst angebaut.


  6. #1075
    Avatar von Serge

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    Re: Mein Privates Tagebuch


    Nach dem der Fisch praepariert wurde begibt sich Khun Nuy in den Kraeuterkarten um dann mit den selbstgezogenen Kraeuten die eigene Past fuer ihr Hoh Mok herzustellen. Hier sehen wir sie bei der Herstellung von Tom Yam Paste.


    Wahrend dann Khun Somjit die Kraueter mit dem Fisch aufkocht, auch hier kocht er wieder Tom Yam,


    Wuerde Khun Nuy in der Zwischenzeit KATI - die Kokosnussmilch - an dieser alten Maschine zubereiten. Die ist die ganz alte Version, sie hat noch eine zweite, mit einem kleinen Elektromotor.

    Und dann nach dem Vermengen der einzelnen Bestandteile, waere das Hoh Mok hergestellt.


    Muellberge ala Thailand aus der guten alten Zeit.

    In dieser Art stellen die beiden aus einem Fisch - je nach groesse des Fisch - 150 - 200 Hoh Mok her, die sie das Stueck fuer 10 Baht verkaufen. Die 200 Hoh Mok sind innerhalb 1 Stunde ausverkauft, falls nicht alle schon vorbestellt wurden.

    Wir haben uns dann mal mit Khun Somjit und Khun Nuy auf die Faehrte begeben und geschaut, was es sonst so kosten wuerde. Wuerden die beiden alle Zutaten einkaufen, waeren die KOSTEN von einem Hoh Mok exakt 39 Baht! Und - sie schmecken nur halb so gut wie die Originale.

    Khun Somjit:
    "Das Land gibt uns was wir benoetigen. Wir nehmen nicht mehr und fragen auch nicht nach mehr."


    Somkit's und Nuy's Hoh Mok sind bekannt fuer ihre vorzuegliche Currypaste, kann ich nur bestaetigen, sowie das gute Fischfleisch, oft Pla Chon, ohne Graeten.


    Kunden kommen gar aus Chiang Mai angereist, um in den Genuss dieses Gerichts zu kommen - wer weiss was Essen in Thailand bedeutet, kann dies verstehen. In der Regel gibt es pro Einkaeufer - auch in Gruppen - nicht mehr als 10 Hoh Mok.

  7. #1076
    Avatar von Serge

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    Re: Mein Privates Tagebuch

    Wie gesagt gab es heute leider kein Hoh Mok. Dafuer aber z.B. Sai Bua - Lotus, an dem ihr ein wenig sehen koennt, wie oben gesagtes funktioniert.


    Hier der Sai Bua in seiner natuerlichen Umgebung.


    Nach dem Schneiden.



    Weiterverarbeitung durch Khun Somjit.


    Der letzte Schliff kommt wie immer von Khun Nuy.



    Und dann - Ready to Eat! Rechts die Tom Yam - hervorragend - kein Witz - und nichts ausser dem Oel zum braten stammt nicht aus dem Garten der beiden.

    Und zum Dessert


    wurden diese Bananen dann noch in


    Kluai Pua Chi verwandelt.



    Soweit die Geschichte von Khun Somjit, und seiner Frau Nuy, die an einem Fluss in Samut Sakohrn leben und den Worten seiner Majestaet Taten folgen liessen.


    Ein Einblick in einen etwas anderen Alltag hier in Thailand.





  8. #1077
    pef
    Avatar von pef

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    Re: Mein Privates Tagebuch

    @serge,

    jetzt habe ich aber Hunger bei den schönen Bildern. :-)

  9. #1078
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: Mein Privates Tagebuch

    @Serge, deine Schilderung hat mich sehr berührt. Die richtige Einstimmung in ein friedliches Wochenende...

  10. #1079
    Avatar von Serge

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    Re: Mein Privates Tagebuch

    Freut mich sehr Kali

    Guten Appetit Pef - aber leider schon ausverkauft...

  11. #1080
    Avatar von Peter-Horst

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    Re: Mein Privates Tagebuch

    @serge,

    Danke für die Einblick, ist für mich ne schöne Einstimmung ggf. dieses Jahr wieder mal nach BKK zu kommen.

    Schöne Grüß (heute mal aus Berlin Tegel)

    Peter

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