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Liebe macht blind

Erstellt von moselbert, 21.04.2004, 13:50 Uhr · 74 Antworten · 5.204 Aufrufe

  1. #31
    Avatar von moselbert

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    Re: Liebe macht blind

    LIEBE MACHT BLIND
    Teil 5
    TUNGS SCHWAGER
    17.07.1988

    Ich hatte Schwierigkeiten mit der Zeitumstellung. Ich hatte nur bis 4 Uhr geschlafen. Aber müde war ich dennoch nicht.

    Jetzt hatte ich bis zum Frühstück noch etwas Zeit nachzudenken.

    Bangkok ist ein Traum. Bevor man hinfährt. Madchen, Tempel, was liest man da nicht alles.
    Wenn man dann da ist, muss man schnell alles vergessen, was man gelesen hat, alle Fotos vergessen, die man gesehen hat.

    Denn Bangkok war ein Alptraum. Ich weigerte sich, für das was ich bisher gesehen hatte, den Namen Bangkok in den Mund zu nehmen.

    Vielleicht würde Bangkok wieder ein Traum, wenn ich es schaffte, die ganzen widersprüchlichen Eindrücke, die da auf mich niederprasseln zu verarbeiten, zu sortieren und mit Deutschland zu vergleichen.

    Ich war so geschützt im Flugzeug, so geschützt im Bus, so geschützt im Hotel.

    Jatzt, draußen war ich alleine. Ungeschützt war ich dem Trubel ausgeliefert. Das war so schlimm, dass ich mir wünschte, die Augen zu schließen und in Hannover wieder aufzuwachen. Natürlich ging das nicht.

    Meine Gedanken waren auch nicht die klarsten. Die Einträge in mein Reisetagebuch entbehrten nicht einer gewissen Verzweiflung und Verwirrung. Ich atmete tief durch und begann den neuen Tag.

    ----------------------------------------------------------

    Nach dem Frühstück wartete ich in der Lounge auf Tung. Er kam pünktlich. Er hatte einen Bekannten dabei, der beim Tourist Office arbeitete und auch als Fahrer fungierte. Wir fuhren durch Bangkok. Ich verlor so langsam die Orientierung. Wir kamen in einer kleinen Straße an einem kleinen und hübschen Haus an. Schade, dass ich meinen Fotoapparat im Hotel gelassen hatte.

    Mir wurde der Schwager von Tung vorgestellt. Es ist übrigens seine Schwester, die nach Deutschland fahren will. Aber ihr fehlt noch etwas Geld.

    Wir unterhielten uns. Ich zeigte ihm die Adresse von Oin.
    Ja meinte er, das sei ganz in der Nähe wo seine Schwester wohnt.

    Ich nahm das Bild von Oin aus der Tasche.

    „Ich kenne sie.“ rief er aus. „Das ist doch die Tochter eines Bekannten, die kürzlich aus Deutschland gekommen ist.“

    Ich strahlte über beide Ohren. Das war doch wie ein Sechser im Lotto.


    Wirklich? Die Fortsetzung, Teil 6 „Make the game“ folgt in Kürze.

  2.  
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  3. #32
    Avatar von moselbert

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    Re: Liebe macht blind

    LIEBE MACHT BLIND
    Teil 6
    MAKE THE GAME
    17.07.88
    Der Schwager von Tung war Croupier in Malaysia, in Kuala Lumpur. In Thailand könne man dieser Arbeit leider nicht nachgehen, sagte er, weil es keine Spielcasinos gebe.

    Seine Schwester könnte noch etwas Geld für die Reise gebrauchen. Er meinte, er wolle es einem reichen malaiischen Plantagenbesitzer abnehmen.

    Er zeigte mir wie: mit einigen Falschspielertricks. Aber er brauchte einen Mitspieler, denn der Malaie traute ihm nicht so recht über den Weg. Und Tung habe kein Geld, das wisse der Malaie.

    Ich könne nicht spielen, zögerte ich. Ich hatte zuvor noch nie gespielt.

    Das bräuchte ich auch nicht, sagte er. Tung könne für mich setzen. Ich bräuchte nur 100 Dollar Startkapital. Das Geld würde er mir vorstrecken.

    Nein, ich wollte nicht spielen. Aber er kannte doch Oin, deshalb machte ich folgenden Kompromissvorschlag:

    Ich wollte zunächst seine Schwester informieren. Dann sollten wir Oin aufsuchen. Dann würde ich aus Dank zum Schluss sogar mit ihnen spielen.

    Er würde mich auf jeden Fall zu Oin fahren. Keine Frage. Aber der Malaie würde heute um 17 Uhr wieder zurück nach Kuala Lumpur fliegen. Und er hätte auf die Schnelle niemand anderen. Gott hätte mich geschickt.

    Dann kam der Malaie. Es war ein sehr unsympathischer, korpulenter Typ. Eigentlich sollte man dem wirklich das Geld aus der Tasche ziehen. So arrogant wie der war.

    Ich fühlte mich nicht sehr wohl in meiner Haut. Das sah man mir wohl auch an, denn Tungs Schwager erklärte dem Malaien, dass ich am Morgen schon einige Verluste beim Spiele gemacht hatte. Deshalb würde ich so traurig aus der Wäsche gucken.

    Wir setzten uns an einen Tisch.

    Das Spiel begann.


    Wie geht das Spiel aus? Die Fortsetzung, Teil 7 „Gewinn und Sicherheit“ folgt in Kürze.

  4. #33
    Iffi
    Avatar von Iffi

    Re: Liebe macht blind

    @Moselbert,

    jetzt wird's interessant... :O

  5. #34
    Avatar von moselbert

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    Re: Liebe macht blind

    @iffi
    Soll ich Euch eine Sommerpause gönnen, wie "Wetten Dass"? Erhöht die Spannung. ;-D

  6. #35
    Iffi
    Avatar von Iffi

    Re: Liebe macht blind

    Jetzt mach bloss keinen auf Gottschalk...

  7. #36
    Avatar von moselbert

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    Re: Liebe macht blind

    Ganz persönlich für Dich, Harry:
    Zitat Zitat von Harry55",p="128771
    ... Ist es zu indiskret zu fragen, mit wem du jetzt zusammen bist?
    Wenn du Zeit hast, schicke bitte eine PN.
    Gruss, Harry55
    Zitat Zitat von moselbert",p="128776
    ...Nein. Fragen kostet nichts. Aber eine Antwort bleibe ich Dir jetzt noch schuldig...
    Zitat Zitat von moselbert",p="129069
    ...Moselbert gingen in seinem Schlaf viele Dinge durch den Kopf. Wie er das erste Mal in Thailand war um seine Oin zu suchen. Wie er auf seiner zweiten Reise mit Nuu verkuppelt wurde. Das fand er damals gar nicht so gut. Inzwischen war er froh darüber. Sie war zwar nicht die hübscheste, aber die liebste. Er öffnete die Augen. Da saß sie vor ihm...
    Ich hoffe, Deine Frage ist jetzt beantwortet.

    Die Geschichte geht gleich weiter ... ohne Sommerpause

  8. #37
    Avatar von moselbert

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    Re: Liebe macht blind

    LIEBE MACHT BLIND
    Teil 7
    GEWINN UND SICHERHEIT
    17.07.88

    Wir spielten Black Jack. Das ist so etwas wie 17 und 4. Tungs Schwager hatte mir das Spiel vorher erklärt. Man zieht Karten, und versucht möglichst nahe an 21 Punkte zu kommen. Im Idealfall hat man natürlich genau diese 21. Bilder zählen 10 Punkte.
    Hat die Bank einen Black Jack, Bild und As, so muss sie sofort aufdecken.

    Ich nahm etwas missmutig am Spiel teil. Tung saß neben mir und half mir. Er hielt die Karten, die ich nicht anrühren wollte. Er schlug mir vor, ob ich steigern sollte oder lieber nicht.

    Dann bekam ich folgende drei Karten: 6, 5 und Bild, das macht 21. Die Bank wurde vom Malaien gehalten. Seine erste (aufgedeckt liegende) Karte war ein Bild. Seine zweite deckte er nicht auf. Also konnte er keine 21 haben. Also hatte ich gewonnen.

    Wir setzten. Tung, der meine Karten in der Hand hielt, gab mir zu verstehen, ich könne bei diesem Blatt nicht verlieren.

    Auch der Malaie schien sich seiner Karte sicher zu sein. Hatte er zwei Bilder? Er steigerte. Tung steigerte für mich, wenn ich nickte. Obwohl ich manchmal lieber den Kopf geschüttelt hätte.

    Schließlich lagen virtuelle 11000 Dollar von jedem im Topf. Virtuell deshalb, weil ja keiner so viel Geld dabei hatte.

    Das machte natürlich nichts, da ich ja gewonnen hatte.

    Der Malaie meinte auch gewonnen zu haben. Er zweifelte, ob ich denn so viel Geld überhaupt hatte, um seinen eventuellen Gewinn zahlen zu können. Wir (Tung, Tungs Schwager und ich) müssten zunächst erst einmal eine Sicherheit vorweisen, bevor weiter gespielt werden könne.

    Wo nun sollte ich die Sicherheiten herbekommen. Natürlich hätte ich niemals 11000 Dollar auf den Tisch legen können. Woher auch, bei meinem kleinen Gehalt als halber Angestellter.

    Schließlich schlug jemand vor, wir könnten doch auf meine Kreditkarte Wertsachen wie goldene Uhren kaufen.

    Das Spiel wurde unterbrochen.

    Tungs Schwager hatte zwei Briefumschläge herausgeholt, in die wir die Karten hineinlegten. Ein Umschlag für den Malaien, einer für mich. Sie wurden zugeklebt. Ich markierte sie, damit weder die Umschläge noch der Inhalt ausgetauscht werden konnten. Tungs Schwager legte sie in einen Schrank.

    Wir fuhren mit einem Taxi durch Bangkok in ein riesiges Einkaufszentrum. Wir kauften bei einem Juwelier für 20000 Baht Armbanduhren. Visa wird sich wundern.

    Wir fuhren wieder zum Haus von Tungs Schwager zurück. Der Malaie war nicht mehr da, er wollte seinen Flug canceln. Außerdem mußte auch er Sicherheiten besorgen. Denn er wollte sich ja den vermeintlichen Gewinn nicht entgehen lassen.

    Die anderen setzten mich in ein Taxi, nachdem sie die Uhren zu den Briefumschlägen im Schrank gelegt hatten. Sie sagten noch, sie wollten mich um 18 Uhr am Hotel zur Farewell Party ihrer Schwester abholen.

    Ich fuhr mit dem Taxi zum Hotel zurück. Das Geld hatte der Taxifahrer schon von Tungs Schwager bekommen.

    Im Hotel wurde der Kopf wieder klarer, nachdem in den vergangenen Stunden doch wirklich so einiges passiert war.


    Werde ich endlich vernünftig? Die Fortsetzung, Teil 8 „Vor der Farewell Party“ folgt in Kürze.

  9. #38
    Marco
    Avatar von Marco

    Re: Liebe macht blind

    Hallo Norbert,

    da fliesst ja das Adrenalin gleich literweise durch den Körper :O . Mach weiter, jetzt wird's spannend.

    MArco

  10. #39
    Avatar von moselbert

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    Re: Liebe macht blind

    LIEBE MACHT BLIND
    Teil 8
    VOR DER FAREWELL PARTY
    17.07.88

    Bei klarerem Kopf und alleine und mit Air Condition konnte ich besser nachdenken als mit einigen argumentierenden Thais um mich herum.

    Entweder die Geschichte war hier zu Ende. Dann hatte ich für 20000 Baht Uhren verloren. 2000 DM in den Sand gesetzt. Oder aber die Herrschaften holten mich wirklich um 18 Uhr zur Farewell Party ab. Auch in diesem Fall konnte noch einiges schief laufen.

    Ich würde mir auf jeden Fall mal die Daten des Schwagers von seiner ID Karte notieren. Wenn er überhaupt zur Party kommt. Und vor der Schwester zunächst mal einen falschen Namen nennen und nicht den von Oin.

    Wenn alles gut gehen würde, hatte ich 5000 US$ gewonnen. Es ging höher hinauf, als der Schwager angenommen hatte, soviel Geld brauchte er nicht. Der Rest sollte mein Anteil sein.

    Da inzwischen eh alles egal war, war ich erstaunlich ruhig. Erfindungsreich waren sie ja, das musste ich den Leuten lassen.

    Warum ich dennoch ein gutes Gefühl hatte? Die Reaktion des Schwagers auf die Adresse, die Freude über das Bild von Oin.
    Hatte ich Tung das alles erzählt? Ich war mir nicht sicher, aber die Reaktion des Schwagers schien echt zu sein. Obwohl...

    So einen Zufall konnte es eigentlich nicht geben. Nicht in einer Millionenstadt. Oder doch? Ich nahm jetzt mal den schlimmsten Fall an, ich sehe die Freunde nicht wieder und buche das ganze unter Geschäftsausgaben ab.

    Wie gesagt, Visa wird sich freuen. Teure Reise.

    Wahrscheinlich würde ich heute Abend niemanden von denen mehr sehen. Ich wollte sie aber unten erwarten.


    Sehe ich sie noch mal wieder oder nicht? Die Antwort in Teil 9 „Finish the game today“ nach der Sommerpause in diesem Theater.

  11. #40
    Johann43
    Avatar von Johann43

    Re: Liebe macht blind

    moselbert aber das mit der Sommerpause meinst Du doch nicht ernst???????

    Gruss Johann

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