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Leben im Isaan

Erstellt von waanjai_2, 01.03.2009, 12:47 Uhr · 9.456 Antworten · 843.919 Aufrufe

  1. #9101
    Avatar von clavigo

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    Morituri, lieber Waani. Kann man von 'nem deutschen Akademiker wohl verlangen!?

  2.  
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  3. #9102
    Avatar von Franky53

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    Zitat Zitat von clavigo Beitrag anzeigen
    Morituri, lieber Waani. Kann man von 'nem deutschen Akademiker wohl verlangen!?
    du hast ja richtig Glück ,dass du einem richtigen Uni.Prof. hier antworten darfst.(laut Micha) ,wo hat man schon im richtigen Leben die Gelegenheit..

  4. #9103
    Avatar von waanjai_2

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    Zitat Zitat von Franky53 Beitrag anzeigen
    morituri te salutant...sollte es wohl heißen...
    Zitat Zitat von clavigo Beitrag anzeigen
    Morituri, lieber Waani. Kann man von 'nem deutschen Akademiker wohl verlangen!?
    Mensch, was macht Ihr für Sachen. Worte einer toten Sprache einfach nachplappern, wie es die Thais in der Schule machen?
    Ich hab' das so im Kopf noch von Asterix und Obelix.

  5. #9104
    Avatar von clavigo

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    @Franky53, ihr seht in Österreich doch auch den ARD-Tatort? Da gibt's in Münster einen Prof. der mir genauso dünkelhaft vorkommt wie unser verehrtes Forumsmitglied - mit dem Unterschied dass man über Boerne lachen kann. Mach' dich drauf gefasst: Bald werden wir wie weiland von FJS gefragt "Haben Sie eigentlich Abitur?"

  6. #9105
    Avatar von waanjai_2

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    OEPNVK im Isaan - also Oeffentlicher Personen Nahverkehr. Damit meint man im Grundsatz, 'was anderes als was diejenigen im Kopf haben, wenn die nach Bangkok oder Pattaya fliegen. Das nur vorab.

    Hier hat ein drastischer Wandel stattgefunden, wie ich nun aus eigener Anschauung und Gesprächen mit meiner Frau weiß.

    Ich will es mehr konkretisieren am Beispiel Udon und Umgebung. Vielleicht gibt es ja Gemeinsamkeiten mit anderen Systemen in den groeßeren Städten im Isaan.
    Also Udon hat neben der Eisenbahnverbindung, die von Bangkok nach Nong Khai führt, noch zusätzlich weitere - ziemlich langsame Verkehrsverbindungen.

    Da sind zunächst die Rod Mee und Rod Tua (Fernbusse, zumeist A/C). In Udon gibt es 2 Busbahnhoefe für die Fernbusse. Bus Terminal 1, der vornehmlich den Nord-Süd-Verkehr von Nong Khai nach Bangkok und darüber hinaus bedient. Er befindet sich in der Innenstadt. Dann gibt es einen Bus Terminal II, im Westen der Stadt, der vornehmlich die Ost-West-Verbindungen, also insbesondere die Verbindungen nach Westen in Richtung Chiang Mai, abwickelt. Wer zwischen den beiden Bus-Terminals wechseln muß, muß entweder ein Taxi oder einen Samlor nehmen.

    Dies sind also die Fernbusse. Zusätzlich gibt es ein Netz der Kurzstrecken-Busse, die so max. 100 km Strecke fahren. Das sind sogenannte große Songtheos, also zu Personenbefoerderung mit 2 gegenüberliegenden Sitzbänken umgebaute Klein-Laster. Dafür gibt es ebenfalls "Haltestellen", also insbesondere für alle Songtheos, die Richtung Nong Khai oder die Richtung Kut-Chap und darüber hinaus fahren. Diese Songtheos bedienen also wirklich benachbarte Provinzen, nicht nur Udon umgebende "Schlafgemeinden".

    Weitere Kurzstrecken-Busse, die so ca. 40 km weit fahren, sind die aus Pick-Ups umgebaute Songtheos, die hauptsächlich die Ausfallstraßen nach Osten (Baan Chiang) bzw. nach Süden (Straßenverkehrsamt Udon Thani) aber auch noch so manche Ausfallstraße aus Udon bedienen. Kurzstrecken-Busse, die Schlafgemeinden bedienen. Unser Haus liegt an so einer Buslinie.

    Schließlich gibt es die nahezu "innerstädtischen Songtheos", die jeden Morgen und Abend, die Schüler zur Schule und zurück fahren und die Marktfrauen zum Markt und zurück fahren. Es gibt von denen eine Vielzahl von Linien, die auch alle sich irgendwie in ihrer Linienführung kreuzen und deshalb prinzipiell umsteigefähig machen. Halte-Zeichen genügt. Habe früher einmal auch Karten mit innerstädtischen Buslinien gesehen, aber die waren schon bei Drucklegung veraltet. Also gehoert eine Menge Erfahrungswissen dazu, durch quer Udon zu fahren.

    Für alle, die es individuell wollen gibt es seit je her die Samlors - die Dreiräder - die traditionell die Rolle der Taxen übernahmen. Seit wenigen Jahren gibt es allerdings auch Taxi-Meter nach Bangkoker Vorbild. Und zwar am Bus Terminal 1. Ich kann nicht sagen, daß die gut frequentiert seien, einfach zu teuer, vermute ich.

    Aber - außer den Fernbussen! - all das Gesagte gilt nur für die Tageszeit. Wird es dunkel, brechen schlagartig diese Nahverkehrssysteme ein. Nichts geht mehr.

    Was bleibt übrig?
    An einigen zentral gelegenen Hotels und an den zentralen Nachtmärkten gibt es auch weiterhin Samlor krüangs - motorisierte Dreiräder. Das war es dann auch. Ausnahme Taxi-Meter am Bus Terminal 1.

    Wenn es dunkel wird, bleibt man zu Hause. Muß es früher wohl geheißen haben. Hier setzte die zentrale Bedeutung der durch Thaksin eingeführten Mikro-Kredite auf Gemeinde-Ebene ein. Man konnte sich einen Kredit verschaffen, um tagsüber beruflich mobil zu werden, um zu fern abgelegenen Betriebsstätten zu gelangen. Wäre früher nur als Hitchhiker moeglich gewesen, also faktisch und täglich unmoeglich.

    So bekam der Isaaner nicht nur seine für den Beruf erforderliche Mobilität, sondern auch die Mobilität für die Zeitscheibe zwischen Sonnenuntergang und Zu-Bett-Gehen. Mit anderen Worten: das Moped. Begündete bleibende Loyalitäten. Wen wundert's. Wenn die anderen einfach zu bloed waren.

    Und dann gibt es natürlich immer auch noch die "Institution" des Abholens. Man fährt zu den Sathani rod tua, um die Leute die letzten Meilen nach Hause zu bringen.
    Heute war ich wieder 'mal dran. Großmutter, Jüngste Tochter und Cousine kamen mit dem Bus aus Jomtien zurück. Gut 12 Stunden Fahrt und Ankunft in Udon nach Dunkelheit. Immer wieder schoen, neues Leben in die Hütte zu bringen.

  7. #9106
    Avatar von Chak

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    Zitat Zitat von waanjai_2 Beitrag anzeigen
    Hier hat ein drastischer Wandel stattgefunden, wie ich nun aus eigener Anschauung und Gesprächen mit meiner Frau weiß.
    Worin besteht nun der drastische Wandel?

  8. #9107
    woody
    Avatar von woody
    Zitat Zitat von Chak Beitrag anzeigen
    Worin besteht nun der drastische Wandel?
    Hat er doch schoen beschrieben. In UT gibt es inzwischen auch einen Nah- und Fernverkehr wie im restlichen Thailand seit mind. 50 Jahren.

  9. #9108
    Avatar von waanjai_2

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    Zitat Zitat von Chak Beitrag anzeigen
    Worin besteht nun der drastische Wandel?
    Es ist gar nicht so schwer, den zu erkennen. Man muß nur das von mir gezeichnete Netzwerk der Erreichbarkeiten als Kommunikationsnetzwerk jetzt ansehen, mit Durchsatzraten.

    Der groeßte singuläre Enfluß hierauf hatte die Änderung der Taktfrequenz der public transports in diesem Netz seit der Forcierung des Individualverkehrs.

    1. Seit der zunehmenden Individualisierung des Personenverkehr sind leider die Mittelstrecken-Verbindungen (z.B. von Stadt Udon nach einer Amphoe in Nong Bua Lam Phu) drastisch in ihrer Häufigkeit reduziert worden. Das war noch nicht einmal beabsichtigt, aber dennoch kam es dazu. Dies hatte kaum Konsequenzen für Udon als Stadt im Zentrum, wohl aber für jeglichen oeffentlichen Transport "in der Fläche". Wo es früher noch stündliche Takte gab, gibt es zumeist noch 4 Fahrten pro Tag.

    Dies führt zu dem - in anderen threads feststellbaren - Phänomen der Langeweile bei denjenigen, die halt - aus ziemlich unerfindlichen Gründen, außer, daß das Grundstück bereits der Ehefrau gehoerte - doch tatsächlich sich zur Niederlassung im "Dorf der Ehefrau" bequatschen ließen. Die mußten ab nun, sollten sie überhaupt noch irgendwo hin wollten, zumindest schwach motorisiert sein. Also ein Moped ihr eigen nennen koennen. Aber auch dafür reichten die Reserven nicht in jedem Fall.

    Jedenfalls, diese beschriebenen Veränderungen führten zu drastischen Erreichbarkeitsproblemen. Nicht jeder ohne eigenes Auto schafft es da problemlos täglich dort hin zu kommen, wo er eigentlich hin moechte. Was früher durch Wechsel zwischen Sontheos und rot mee oftmals überhaupt kein Problem war. Da gab es noch diese diversen "kleinen Busbahnhoefe" in der Fläche.

    2. Zeitweilig gab es auch eine Änderung der Faktfrequenzen bei den innerstädtischen Songtheo-Linien, sogar zu Linien-Konsolidierungen. Aber der Transport der Schulkinder, der Marktbeschicker und Marktbesucher hatte ziemlich schnell stabilisierende Wirkung. Dies führt halt dazu, daß das Ausmaß moeglicher Unzufriedenheit mit dem oeffentlichen Personen-Nahverkehr sich kaum in den Städten bündelt, sondern hauptsächlich bei denen "in der Pampa" verbleibt. Somit geringe Änderungschancen. Die Leute, die dort wohnen wollen, müssen halt ihre Transportkosten von Anfang an grundsätzlich neu ansetzen. Mit anderen Worten: ein Moped für jeden oder ein Auto haben.

    3. Dies wären so etwa die Schlußfolgerungen, die allein aus den Änderungen im OEPNV in den letzten Jahren folgerten.

  10. #9109
    Avatar von waanjai_2

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    Nichts für Warmduscher - Wärmegewitter und Sturm in N und NE

    Hatten wir gestern schon. Was die Einheimischen schlicht: Monsun-Sturm nennen plus kräftige Regenschauer.
    Plus natürlich auch Stromausfall. Hält schließlich kein Überland-Netz aus.
    Und von daher gibt es auch kein warmes Wasser für Jedermann.

    Heute ist Gleiches wieder angesagt. Leutz, bleibt zu Hause!

    North, northeast residents warned of heat wave, thunderstorms - The Nation

  11. #9110
    Avatar von rotbaer

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    Ergänzung: Und selbst wenn man ein Auto hat (wie wir) Treibstoff nach Udon und zurück 750Thb, Busfahrkarte 2 Personen rd 150 ThB.
    Mit Abschreibung und Verschleiß Kostet die Fahrt mit dem PKW rund das 15 fache...Und mit dem Moped 2 x 70 km..nein danke...

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