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Leben im Isaan

Erstellt von waanjai_2, 01.03.2009, 12:47 Uhr · 9.456 Antworten · 844.753 Aufrufe

  1. #7401
    Avatar von strike

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    Zitat Zitat von waanjai_2 Beitrag anzeigen
    Das stellt man bei Leuten aus dem deutschsprachigen Kulturraum ja oefters fest. Da reisen Leute in fremde Kulturen, leben dort sogar lange Zeit. Und dennoch finden sie keinen Zugang zur dortigen Kultur. Wie auch? Sind kulturell halt schon längst an ihr Limit gestoßen. Bleiben deshalb auch "Fremde in der neuen Heimat".
    @waanjai_2,
    was macht Dich so sicher, dass dies vor allem und besonders für Menschen "aus dem deutschsprachigem Kulturraum" gilt? Ich hätte hier eher auf Allgemeingültigkeit getippt.

    Und an welchen Indikatoren machst Du ein Ausbrechen aus diesem Muster fest?
    Um für andere die Machbarkeit zu unterstreichen und den (lohnenden?) Weg dorthin zu skizzieren: wie hast Du es denn geschafft, Dich der offensichtlichen Mehrheitshaltung zu entziehen?

    Die Antworten werden sicher dem Einen oder Anderen helfen, Resignation und Hilflosigkeit bei der Bewältigung dieser Herausforderung gar nicht erst aufkommen zu lassen. Der I-Punkt wäre ein kurzer Abriss des Konzeptes, das die friedliche Koexistenz des deutschen Vereins- und Sicherheitsdenkens mit der kulturellen Identifizierung im Zielland sicherstellt.

  2.  
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  3. #7402
    Avatar von waanjai_2

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    Zitat Zitat von strike Beitrag anzeigen
    was macht Dich so sicher, dass dies vor allem und besonders für Menschen "aus dem deutschsprachigem Kulturraum" gilt? Ich hätte hier eher auf Allgemeingültigkeit getippt.

    Und an welchen Indikatoren machst Du ein Ausbrechen aus diesem Muster fest?
    Um für andere die Machbarkeit zu unterstreichen und den (lohnenden?) Weg dorthin zu skizzieren: wie hast Du es denn geschafft, Dich der offensichtlichen Mehrheitshaltung zu entziehen?

    Die Antworten werden sicher dem Einen oder Anderen helfen, Resignation und Hilflosigkeit bei der Bewältigung dieser Herausforderung gar nicht erst aufkommen zu lassen. Der I-Punkt wäre ein kurzer Abriss des Konzeptes, das die friedliche Koexistenz des deutschen Vereins- und Sicherheitsdenkens mit der kulturellen Identifizierung im Zielland sicherstellt.
    Zunächst, es steckt viel Allgemeingültigkeit darin, nur die Ausgangslagen sind für die Angelsachsen halt besser, weil die eine Weltsprache von Kindheit an sprechen, die zudem in Thailand auch gesprochen wird/sollte. Das führt dazu, daß die räumliche Segregation bei den Deutschsprachigen ins Ghetto-hafte auswächst.

    Man kann dagegen steuern. Nachdem sich wohl abzeichnete, daß meine thail. Freundin wohl mehr bedeuten würde, habe ich mich aufgemacht, die Musik ihrer Heimat zu verstehen. Ähnlich wie es ja auch viele der ersten Generation Nittayaner hinsichtlich der Religion gemacht haben und heute gute Kenner des Buddhismus sind.

    Ich also den Weg der Musik gewählt. Und hier mich für Neues interessiert. Man braucht hier nicht allen wohl gesetzten Worten zu glauben, man sieht es an den Taten. So schlage ich vor, einmal die Musikthreads danach zu untersuchen, wie sehr da retrogrades Musikinteresse vorherrscht. Mein Gott, auch ich wäre beinahe bei Woodstock persoenlich dabei gewesen, aber ich hänge doch der Musik vergangener Jahrzehnte und Jahrhunderte nicht hinterher. Habe mich deshalb bereits in Deutschland für bestimmte thailändische Künstler stark interessiert und diese gar gesammelt. Weil es aus Deutschland so wunderschoen schwer war, reizte es mich immer mehr. Heute bin ich z.B. einer von 3-4 Farangs weltweit, die das komplette Werk von Jintara Poonlarb vollständig haben. Das sind mehr als 65 Alabams.

    So kann der Sammlertrieb z.B. ein wichtiger Motor bei der Assimilation an eine neue, ehemals fremde Kultur werden. Jedenfalls als soziales Verhalten effektiver als abends in seinem Haus die "Wacht am Rhein" zu trommeln. Dieses rückwärts gewandte Fan-Verhalten bedeutet für mich kulturelles Absterben. Leben ist jedoch die ständige Neuerung. Wird kulturelle Integration zum Hobby, dann kann man gar auf dieser Basis Freunde in Thailand finden, Gleichgesinnte halt. Wie ich einen Freund, der früher in D Radio-Moderator war. Jetzt sind wir beide in Udon zu Event Junkies geworden und planen unverdrossen die Herausgabe des Udon Event Calendars.

    Wenn wir schon nicht arbeiten dürfen, so dürfen wir doch unseren Hobbies froenen. Der eine mag mehr Jintara, Siripon Ampaipong, Tai Orrathai, Tuktan Chollada, Phai Phongsatorn oder Monkan Gankon, also Loogthung, der andere mehr Carabao, Pongsit Kampee. Satien Tummeur, also Lieder des Lebens, oder Job2Do, also Reggae. Man muß einfach mal anfangen hinzuhoeren.

  4. #7403
    Avatar von wasa

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    Es ist immer wieder erfrischend zu lesen,wenn gute Bekannte einen "intellektuellen" Austausch pflegen.

  5. #7404
    Avatar von rolf2

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    Spricht ja nichts dagegen sich intensiv mit seiner neuen Heimat zu beschäftigen, nur sollte man dabei auf dem Teppich bleiben.

    kann sehr gut sein, das Du weltweit einer von ganz wenigen Farangs bist die ne komplette Plattensammlung einer regional geachteten Künstlerin besitzt. Daraus kann man jetzt aber durchaus andere Schlüsse ziehen als Du.

    Wie würdest Du es bezeichnen wenn der Nigerianer in Deutschland aufs Dorf zieht, altes Gerümpel fotografiert und die arme Bauernküche,
    (Hirsebrei, Bratkartoffeln mit Speck, Pellkartoffeln mit Magerquark) als kulinarische Köstlichkeiten preist?

    ist der dann Supereinwanderer so wie Du, oder doch eher etwas eingeschränkt in der Wahrnehmung?

  6. #7405
    Avatar von waltee

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    Zitat Zitat von Dieter1 Beitrag anzeigen
    Schau Dir mal die Isaanfarangs an, wenn sie sich mal in die Zivilisation verirren. Die stuerzen sich mit Heisshunger auf eben diese Mc Donalds.
    Zivilisation = Mc Donalds?

    Leider wurden in den letzten 20 Jahren auch die (jungen) Thais mit diesem industriellem Junkfood angefixt von den amerikanischen Coca-Colonialisten. Die primitive Werbung dafür ist ja allgegenwärtig.

    Morlum ist für mich Thai-Reggae, gerade wegen der einfachen repetitiven Rhythmen. Als ich 76 Bob Marley entdeckte musste ich mich auch gegen das Vorurteil 'ist ja immer dasselbe' verteidigen. Das wiederholte sich dann beim Punk und beim Techno. Wer Musik mit dem Gehirn statt mit dem Herzen hört ist halt im Nachteil.

    PS: Der Aufrüstung an Thai Konzerten mit Mega-Watt Lautsprechertürmen gehe ich schon lange aus dem Weg weil es in den Ohren schmerzt. Gilt übrigens auch für viele Tempel Anlagen.

    Ausserdem, wenn ihr hier zivilisiertes Essen predigt und den Isaan Food prinzipiell schlecht macht, vergesst ihr dass wir auch mal 'unverbraucht' und offen für alles unsere erste Reise nach Thailand unternommen haben. Weshalb gönnt ihr den jungen Travellers nicht das Vergnügen exotische Nahrung zu entdecken: Somtam dass die Tänen fliessen oder Innereien raffiniert gewürzt etc. Ich musste auch zuerst lernen dass man nicht alles isst, z. B. ein Tom Ka Gai nicht restlos verschlingt.

    Mit der Musik habe ich es wie mit dem Essen: Ich kenne ein reiches Spektrum, aber noch lange nicht alles, und bin deshalb immer offen für Neues.

  7. #7406
    Avatar von waanjai_2

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    Zitat Zitat von Micha Beitrag anzeigen
    So hatte ich letzthin knusprige Ente testen wollen. Ja, da kam auch ein riesen Teller. Was drauf war wirkte durchaus knusprig und roch auch gut gewürzt. Nur waren das halt alle möglichen Körperteile des Wasservogels mit Haut und Knochen. Nach dem mageren Brustfleisch wie ich es aus Thairestaurants in D kenne, suchte ich dabei vergebens.
    Wir waren heute mittag mal wieder im MK Suki. Irgendwie machen die nicht viel Reklame um ihre Non-Suki-Gerichte, aber sie sind tatsächlich eine in Thailand weit verbreitete Kette mit einem speziellen Appeal für Chinesen. Deshalb auch die Speisekarte auf Chinesisch.

    Und die haben alles, was den Entenfan erfreut. Und ohne Innereien und ohne Knochen. Die Haut gehoert aber bei der geroesteten Ente unbedingt dazu. Evtl. desoefteren mit der Gabel durchstochen, um die Fettschicht unter der Haut abfließen zu lassen.

    Man verzeihe die schlechte Qualität der beiden Bilder, die ich heute von der Speisekarte machte. Aber sie zeigen wenigstens, daß MK auch einmal deshalb aufgesucht werden sollte.



    Sie haben die Ente allerdings immer nur als Roasted Duck. Was mir auch ganz genehm wäre, wäre diese krossen Enten, die die China-Restaurants in D haben. Ente Szechuan Art oder so. Aber was weiß ich schon - als jemand der noch nicht in China war - von der Authentizität der "chinesischen Küche" in Deutschland.



    Im Isaan sei Dir auch der klassische Fleischsalat - der laab - des Isaans empfohlen. Und den gibt es auch als laab phet und nicht nur als laab gai. Die beiden Geflügel-Salate sind deshalb bei Farangs besonders beliebt, da diese Fleischsorten kaum Knorpel haben. Im Gegensatz zum laab muu oder dem laab nüa (im Isaan auch: ngua), wo Fett und Knorpel halt extra vom Farang abgewählt werden müssen.
    Guten Appetit!

  8. #7407
    Avatar von rolf2

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    Der Punkt ist , ja es gibt Thaimusik, ja es gibt Morlum, das kann man mögen. Die eigenen Wurzeln die eigene Musik braucht man deswegen nicht zu beerdigen oder runterzureden, bzw. Der thailändischen Musik eine Bedeutung zu geben die sie eben höchstens für Thais hat, doch aber nicht in der Welt.

    Wanni führt sich doch langsam immer mehr so auf als wäre der Isaan der Mittelpunkt der Welt und jeder der nicht dieser Meinung ist wird als unfähig zur Einwanderung in Thailand abqualifiziert. Das gilt übrigens auch für seine Hütte die das Maß aller Dinge darstellt, ich find das alles viel zu dogmatisch und intolerant.

    Leben und Lebenlassen, das sollte die Devise sein und nicht ständige Abgrenzung.

  9. #7408
    Avatar von wasa

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    Meine Lieblingsspeise bei MK ist "Ente",runtergespült mit unverdünntem Singha Bier.

  10. #7409
    Avatar von waanjai_2

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    Zitat Zitat von wasa Beitrag anzeigen
    Meine Lieblingsspeise bei MK ist "Ente",runtergespült mit unverdünntem Singha Bier.
    Mir ist inzwischen auch ein wenig klarer geworden, woher dieses "chinesische Appeal" herrührt.

    Thai suki - Wikipedia, the free encyclopedia

  11. #7410
    Avatar von wasa

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    Zur Ente wird bei MK ein spezieller Entendip serviert,aber ich muss gestehen,dass ich lieber die Entenstückchen in der
    spicy "sukiyaki sauce" dumpling.

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