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Leben im Isaan

Erstellt von waanjai_2, 01.03.2009, 12:47 Uhr · 9.456 Antworten · 843.660 Aufrufe

  1. #7391
    Avatar von Micha

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    Eines dieser Morlam-Plastikstuhl Konzerte mit riesen Bühne und Zuschauerzahl im vierstelligen Bereich zähle ich zu meinen größten Erlebnissen hier in Thailand überhaupt.

    Habe zwar noch andere Konzerte mit ihr erlebt, auch eines mit richtigen Tischen und 1000 Baht Eintritt. Aber das besagte "Plastik-Stuhl-Konzert" mit den vielen Zuschauern aus dem Isaan ging mir am meisten unter die Haut.

  2.  
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  3. #7392
    Avatar von waanjai_2

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    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    Selbst der des Thailändischen Nicht-Mächtige hätte nicht viel verpasst. Überhaupt komme ich recht gut ohne Morlam, Lukthung, und Pleng Phuea Chiwit aus, ohne dass ich dabei ein kulturelles Vakuum empfinde.
    Das stellt man bei Leuten aus dem deutschsprachigen Kulturraum ja oefters fest. Da reisen Leute in fremde Kulturen, leben dort sogar lange Zeit. Und dennoch finden sie keinen Zugang zur dortigen Kultur. Wie auch? Sind kulturell halt schon längst an ihr Limit gestoßen. Bleiben deshalb auch "Fremde in der neuen Heimat".

    Zitat Zitat von Phommel Beitrag anzeigen
    Kennt ihr schon die Happy Boys?


  4. #7393
    Avatar von x-pat

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    Zitat Zitat von waanjai_2 Beitrag anzeigen
    Das stellt man bei Leuten aus dem deutschsprachigen Kulturraum ja oefters fest. Da reisen Leute in fremde Kulturen, leben dort sogar lange Zeit. Und dennoch finden sie keinen Zugang zur dortigen Kultur. Wie auch? Sind kulturell halt schon längst an ihr Limit gestoßen. Bleiben deshalb auch "Fremde in der neuen Heimat".
    Ist aus dieser Auffassung zu schließen, dass ein in Bayern lebender Türke "kein Zugang zur Kultur findet" ohne Schuhplattler zu tanzen und zu jodeln? Das finde ich ein wenig übertrieben. Darüber hinaus handelt es sich gerade bei Morlam um eine lokal eng umrissene Stilform, die weder hier im Norden noch im Süden von Thailand viel Anklang findet.

    Ich habe natürlich schon in verschiedene Morlam, Lukthung, und Phuea Chiwit Songs hineingehört und besitze auch einige wenige CDs mit diesen Stilrichtungen. Ist aber nicht meine Welt; ich finde diese Richtungen musikalisch eher uninteressant und repetitiv, vor allen Dingen aus der Sichtweise meines bevorzugten Instruments (Schlagzeug & Percussion).

    Ich habe den Eindruck, dass du die kulturelle Bedeutung überbewertest. Und da wir gerade beim Überbewerten sind, können wir auch gleich Pira Sudham und die neue Isaan Literatur in die generell von Farangs überbewerteten Artefakte einreihen.

    Cheers, X-pat

  5. #7394
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Zitat Zitat von waanjai_2 Beitrag anzeigen
    Bleiben deshalb auch "Fremde in der neuen Heimat".
    Na ja, mit deutscher "Kultur" wie Schlager- und Rumtata-Musik und RTL-Vorabendsendungen habe ich es auch nicht so. Somit bleibe ich dann diesbezueglich auch in Thailand dieser Linie treu.

    Nein, auch in Deutschland ist fuer eine Integration nicht zwingend notwendig sich Schlager- und Rumtata-Musik und RTL-Vorabendsendungen zu geben.

    Nach meiner Erfahrung ist ausgezeichnete Integration in Thailand moeglich, auch ohne Morlam, Buddha-Anhaenger, Schutztaetowierung und sogar ohne Bier und Reisschnapps. Fundierte Sprachkenntnisse und Wissen wie der thailaendische Hase laeuft ist da weitaus wichtiger als Teilnahme an den Massengenuessen, des "einfachen Volkes" eines Landes.

    Eine lediglich visuell angelegte thailaendische Fassade macht noch lange keinen Auslaender zu einem Thailaender, weil sie eher im Regelfall laecherlich als ueberzeugend rueberkommt. Ist oftmals leicht zu durchschauen, auch von den Thailaendern.

    Habe auch schon mal einen Auslaender bei der Immigration in Bangkok im tradionellen blauen Isaan-Reisbauern-Outfit gesehen und natuerlich gehoerte auch ein Buddha-Amulett mit zu der Ausstattung. Einziges Manko, seine thailaendischen Sprachkenntnisse waren bestenfalls rudimentaer. Isst zwar in einer Demonstration sogar Lab Luead kann aber die Bezeichnung des Gerichts noch nicht einmal akzentfrei aussprechen. Somt bleibt dann dieser Farang auch immer irgendwie Farang. Weil er lediglich versucht einen thailaendischen Stereotypen zu schauspielern.

    Aehnlich, als wuerde ein Nigerianer die Manfred Manta Nummer in Deutschland geben um dem deutschen Michel zu imponieren wie deutsch er, der Nigerianer, doch sei wobei seine Lingo einen knueppeldicken nigerianischen Akzent aufweist. Dies kann dann auch kein Fuchsschwanz an der Antenne und noch nicht einmal 'ne strohdumme blonde Friseuse in Begleitung voll und ganz kompensieren. Da meint dann sogar Susi selbst, dass Mantoba zwar 'nen g.oiles Audo und 'nen Schwengel wie Pferd haben tut aber 'nen echter deutscher Jung ist aber doch irgendwie nich so rischtisch. Kann ja noch nich mal Eleckitaetswerch sagen.

  6. #7395
    Avatar von Franky53

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    Zitat Zitat von waanjai_2 Beitrag anzeigen
    Das stellt man bei Leuten aus dem deutschsprachigen Kulturraum ja oefters fest. Da reisen Leute in fremde Kulturen, leben dort sogar lange Zeit. Und dennoch finden sie keinen Zugang zur dortigen Kultur. Wie auch? Sind kulturell halt schon längst an ihr Limit gestoßen. Bleiben deshalb auch "Fremde in der neuen Heimat".
    deine Freude am Morlam sei dir ungenommen,aber wer wo ans kulturelle Limit gestoßen ist , ist wohl jedem seine Sache.
    nur vergiß bitte nicht ,denen du hier Kulturunverständnis vorwirfst ,die werden und wollen nie im Isann leben.

    irgendwie klingt das Ganze bei dir nach.. Plaaraa predigen und Sizzler-Salat essen.

  7. #7396
    Avatar von Franky53

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    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen

    Nein, auch in Deutschland ist fuer eine Integration nicht zwingend notwendig sich Schlager- und Rumtata-Musik und RTL-Vorabendsendungen zu geben.
    vielleicht kommt noch ,dass die Schlagertexte der "Birkenstocker Kropfjodler" ein Teil der Integrationsprüfung wird.

    PS ,machmal ein Bierchen in geselliger Runde schadet selbst Wassertrinkern nicht.

  8. #7397
    Avatar von Micha L

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    Man muß zwischen Integration und Assimilation unterscheiden. D.h. um sich zu integrieren, muß man seine bisherige Identität nicht aufgeben. Im Gegenteil: ein Festhalten daran kann die Integration begünstigen und die neue Heimat bereichern.
    Ohne die Japaner wäre Düsseldorf sicherlich kulturell ärmer. Niemand wird deren Gemeinde die Integration absprechen wollen.
    Wenn unsere Frauen (ggf. Männer) im eigenen Heimatverein tätig sind und damit auch in der deutschen Öffentlichkeit wirksam werden, dann fühlen sie sich wohl hier und integrieren sich besser.
    Umgekehrt pflegen Deutsche im Ausland ihre Traditionen.
    RTL und Schlager sind bestenfalls Moden, keine Traditionen, Buddha-Anhänger und traditionelle Kleidung bei den Asiaten schon. Da sollte man nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.
    Wenn diese Dinge bei Deutschen dort nicht nur Äußerlichkeiten darstellen, ist das in Ordnung, wenn sie sich darauf einlassen.
    Umgekehrt beindrucken mich besonders Asiat(innen), die bei uns traditionelle deutsche Handwerksberufe erlernen oder anderen tatsächlichen deutschen Traditionen nachgehen.

  9. #7398
    Avatar von berti

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    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    ...dass ein in Bayern lebender Türke...
    mein Regensburger Freund behauptet, daß in Bayern keine Türken leben, die seien alle in Köln, Duisburg, Bochum etc. (also bei den richtigen Malochern)

  10. #7399
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Zitat Zitat von Franky53 Beitrag anzeigen
    PS ,machmal ein Bierchen in geselliger Runde schadet selbst Wassertrinkern nicht.
    Confirmed, wobei ich aber persoenlich dann aber eine kleine aber feine Runde klar einem johlenden Mob vorziehe.

    Masse macht noch lange keine Geselligkeit meiner Meinung nach, sondern sie bewirkt eher das Gegenteil. Obwohl es gibt wohl auch Menschen, die erst im Sommerschlussverkauf bei C&A so richtig aufbluehen und im Bad im Menschenmeer Ihre Erfuellung zu finden scheinen.

  11. #7400
    Avatar von berti

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    Zitat Zitat von waanjai_2 Beitrag anzeigen
    Bleiben deshalb auch "Fremde in der neuen Heimat".
    was meinst Du, wieviele Generationen von Chinesen/Japanern/Ialienern in USA, Italienern in Argentinien, Deutschen/Franzosen in Canada, Russen/Rumänen in der Schweiz, Türken/Russen/Rumänen/Belorus/Polen in Deutschland etc. bestens damit umgehen können?

    diese melting pot und big apple- Theorien sind doch nur Beschwichtigung, um ein VielvölkerPulverfaß nicht hochgehen zu lassen und sonst nix. Bestes Beispiel dafür sind alle Mafia- Org. in all diesen Ländern, da gibt es keinen "melting pot", da wird nur ital. oder chin. gesprochen (auf jeden Fall gedacht) und die Handvoll N.E.G.E.R in einer chin. Mafiastruktur wird ja auch nicht aus Proporzgründen sondern für die Drecksarbeit "angestellt"

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