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Leben im Isaan

Erstellt von waanjai_2, 01.03.2009, 12:47 Uhr · 9.456 Antworten · 844.285 Aufrufe

  1. #5291
    Avatar von waanjai_2

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    Heute, Tag 4 auf'm Feld. Alles ist nun 2 x gepflüggt und zwar gründlich. Nun gibt es "nur noch" die Arbeit des Eggens. Ganz hinten auf dem Feld ist alles schon abgeschlossen. Im vorderen Hintergrund sieht man noch 2 Paddies, die noch 2 x ge-eggt werden müssen. Das Paddy im Vordergrund wird z.Zt. mit der Egge zum ersten Mal bearbeitet. Beim Eggen wird nicht so stark in den Boden eingegriffen als daß man die Stahlräder auf den Kubota montieren müßte. Es reichen die Profilreifen aus, die auch für die Verwendung als Straßengefährt benutzt werden.



    Ist ein Bereich fertig das 1. Mal ge-eggt, dann säät meine Frau aus.



    Hier wird gerade der Rest des vorderen Paddys zum 1. Mal ge-eggt.



    Nach dem Aussähen wird noch einmal darüber ge-eggt, auf daß das Saatgut nicht ganz offenkundig für jeden einzelnen Vogel wird. Jetzt wird auf den nächsten Regen gewartet, der dann die Reiskoerner zum Treiben bringt. Auf einem Nachbarfeld, welches bereits letzte Woche fertiggestellt wurde, sieht man den ersten Grünschimmer. Er kommt. Der Reis.

    Morgen wird das Feld fertig.

    P.S. Soeben kam ein längerer Regenschauer. Was will man mehr?

  2.  
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  3. #5292
    Avatar von norberti

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    Also keine künstliche Bewässerung so wie es bei uns gemacht wird und was passiert wenns einwenig regnet und dann alles keimt aber dann nur noch Sonne kein Regen?

  4. #5293
    Avatar von waanjai_2

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    Dann hat man Pech gehabt und man darf nachsääen.
    Reisanbau im Isaan wird tendenziell immer risikobehafteter, weil das Einsetzen des Monsunregens immer schwieriger zu prognostizieren ist. Früher war alles einfach: Ab Mitte Mai regnet es, basta.

    Es gab schon Jahre, da fing der Regen aber erst im Juli an. Zitterpartien der dschau na. Da gibt es keine Sozialpläne. Was wir aber am 7-Rai Feld haben, ist ein Klong, in dem die Gemeinde, regiert durch die Bauern, dann evtl. Wasserreserven durchleitet und wir den Klong direkt am Feld anstechen.

    Dieses Jahr sieht aber alles gut aus. Sagen die Seher.

    Seers predict good harvest | Bangkok Post: news

    Im übrigen ist halt der Isaan so etwas wie die Vulkaneifel in D. Eine karge Landschaft. Wer hier leben und arbeiten und überleben will, darf kein Städter sein. Erst recht kein Weichei und Warmduscher. Viel zu viele von diesen "Kulturbegeisterten" sind nach Thailand gekommen und haben von der Realität absolut nix verstanden.

  5. #5294
    Avatar von waanjai_2

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    Was sich gestern im Kleinen auf dem 7-Rai-Feld abspielte, gab es heute in der Provinz Korat auch schon 'ne Nummer groeßer:

    Hier aus einem e-mail von meinem dortigen Freund:
    "das sah bei uns heute anders aus: ich habe um 6h mit dem Farm - LKW 16 große Säcke auf die Felder gefahren, abgeladen; dann kam der Traktor u. hat schnell noch einmal gepflügt; um 11h kam {seine Frau} mit einem Trupp von 8 Helfern u. hat ruckzuck ausgesät, um 17h kam der Traktor u. hat geeggt / geharkt".

    Man sieht, es gibt ne Menge Farangs im Isaan, die sich im Reisanbau engagieren und dabei Spaß haben. Im Lanna - dem Land der Millionen (Lan) Reisfelder (na) - wird es wohl so ähnlich sein. Und die Leutz waren vorher in D alle keine Landwirte, hätten wohl auch den Wechsel nicht finanzieren koennen.

  6. #5295
    Avatar von siamthai1

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    abend waanjai2 ! du weisst doch schon das aussään,absulut unüblich ist ! der ertrag ist am ende wesentlich dürftiger als wenn du steckst.

  7. #5296
    Avatar von x-pat

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    Was'n los bei euch in Udon? Hat der Expat Club die jährlichen Polospiele abgesagt und stattdessen eine Kubota-Eggen-Meisterschaft ausgerufen? Selbstverständlich in langen Clubhosen.

    Zitat Zitat von waanjai_2 Beitrag anzeigen
    Man sieht, es gibt ne Menge Farangs im Isaan, die sich im Reisanbau engagieren und dabei Spaß haben. Im Lanna - dem Land der Millionen (Lan) Reisfelder (na) - wird es wohl so ähnlich sein.
    Ehrlich gesagt, nein, so viel Langeweile kommt hier selten auf. Die Zitronenernte (ein Baum) war für mich bisher der äusserste landwirtschaftliche Vorstoß und zur körperlichen Ertüchtigung fahre ich lieber Mountain Bike.

    Zitat Zitat von waanjai_2 Beitrag anzeigen
    Wer hier leben und arbeiten und überleben will, darf kein Städter sein.
    Ich nehme an, das schließt den Kölner Städter aus. ;)

    Cheers, X-pat

  8. #5297
    Avatar von waanjai_2

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    Zitat Zitat von siamthai1 Beitrag anzeigen
    abend waanjai2 ! du weisst doch schon das aussään,absulut unüblich ist ! der ertrag ist am ende wesentlich dürftiger als wenn du steckst.
    Ja, dies ist eine Gesetzmäßigkeit. Dennoch wird das Setzen nach meiner Erfahrung sehr, sehr selten angewandt. Gründe: Zu wenig Menschen für den Job, wurde mir immer gesagt.
    Zudem das ja nur ein - wenn auch wichtiger - Faktor unter vielen sei.
    Später kommt hinzu: Wie wird der Reis geschnitten: manuell oder maschinell? Mit der Entscheidung pro oder contra sind schnell mal 30% Einbußen verbunden.
    Bislang lief es bei uns immer so: Aussääen per Hand, Schneiden per Hand, Dreschen per Maschine.

    Auch in Korat wurde heute wieder ausgesäät. Per Hand.

    War jetzt ja desoefteren bei Kubota gewesen. Da stand jede Menge Gerät zum maschinellen Aussääen auch für die walk-behind-tractors herum. Vielleicht setzt sich so etwas durch?

    Mein Eindruck ist nur der: Jeder Reisbauer scheint so seine eigene Kostenkurve zu haben. Und bei meiner Frau beinhaltet die: Ich kriege kein Personal für den Setzlinge-Job. Der Landflucht geschuldet.

    Habe es aber dennoch schon gesehen. Als Schwager und Schwägerin ein relativ kleines Paddy, was ganz hoch voll mit Wasser war, so bepflanzt haben. Aber so viel Paddies voll von Wasser sieht man hier immer weniger. Oder zumindest in den letzten Jahren.

  9. #5298
    Avatar von waanjai_2

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    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    Ehrlich gesagt, nein, so viel Langeweile kommt hier selten auf.
    Du meinst, Reisanbau im Land der Millionen Reisfelder passiert nur noch aus Langeweile?
    Ist der Norden kein relevantes Reisanbaugebiet mehr?
    Ich kann's kaum glauben.

  10. #5299
    Avatar von rolf2

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    Waani,

    was ist daran schwer zu verstehen?

    ein Großteil der Member hier würde nicht so leben wollen wie Du, es ging hier nicht um den Reisanbau im Allgemeinen, sondern darum das
    Dir das scheinbar Spaß macht und andere Leute lieber die Großstadt genießen bzw ne Moutainbiketour machen oder was auch immer.

    Ich hingegen bin für Abwechslung und warum nicht son büschen Landwirt spielen ab und an, und wenn dir Udon und der Esarn gefällt, ist doch alles ok, anderen gefällts halt nicht, ist doch Wumpe, kann doch jeder halten wie er will.

    ich find Deinen Kubota und den Anhänger toll und Dein TukTuk auch, die Reisfelder auch

    so leben wie Du möchte ich allerdings nicht, aber ist ja Dein Leben und nicht meins,

    also sei zufrieden und gut ist

  11. #5300
    Avatar von waanjai_2

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    Da hast Du sicher recht. Und Reisanbau im Isaan ist ja auch nicht ganzjährig, sondern von Mai bis November. Fahrad-Fahren tun hier aber nicht sehr viele. Dafür fahren umso mehr alleine oder in Clubs mit dem Motorbike. Von Udon mindestens bis Korat oder gar bis Bangkok. Die HW 2 ist hierfür sehr beliebt. Die Kurven und Steigungen halten sich auch in Grenzen.

    Deshalb kann man das als das sportive Abenteuer nennen, was die Städter bei uns ausleben.

    Aber der wirkliche Heartbeat einer Region wird schließlich dennoch von der Fruchtfolge der Landschaft bestimmt. Und dies gilt auch in den Städten des Isaans. Was mag dies wohl in Bangkok sein?

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