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Leben im Isaan

Erstellt von waanjai_2, 01.03.2009, 12:47 Uhr · 9.456 Antworten · 843.700 Aufrufe

  1. #3331
    Avatar von waanjai_2

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    Heute einmal ein voellgi anderer Aspekt des Lebens im Isaan: Die Entstehung von Nachbarschaften.
    Wir in Udon haben unser Haus direkt an einer der vielen Ausfallstraßen aus Udon gebaut, so ca. 3 km jenseits der Ringroad (Highway 2) um Udon. In den letzten 4 Jahren ist dann folgendes passiert. Fast alle Grundstücke entlang der Ausfallstraße wechselten den Eigentümer. Das alles bestes thidin samlap baan - also Bauland - war und nicht nur Zugang zu Elektrizität, sondern auch zu Leitungswasser hatte. Da wurde dann ziemlich umgehend die Grundstücke aufgeschüttet. Die ersten Häuser wurden gebaut. Unser Grundstück wird von zwei Seiten durch a. die asphaltierte Staatsstraße und b. durch eine Soi (im Werden) begrenzt. Richtung Norden war bislang nichts außer ein Reisfeld und Richtung Westen, da gibt es ein Grundstück von 13 Rai Groeße, was teilweise als Reisfeld genutzt wird. Der Eigentümer will pro Rai 1 Million sehen, was inzwischen ein unbestrittener Bauland-Preis in Udon Thani ist. Das ist noch nicht verkauft, ist ja auch zu groß für einzelne Leute, die ein Haus bauen wollen. Man wartet wohl ab, bis eine Gesellschaft kommt, die darauf ein Moobaan errichten will. Ist uns nämlich vor 2 Jahren schon einmal passiert. 500 Meter von uns weg Richtung Udon rein entstand ein neues Moobaan mit ziemlich kleinen Einheiten. Wurde zunächst nur für Thais beworben. Inzwischen wohnen dort - wie mir erzählt wurde - auch einige Farang Klein-Rentner. Moped-Fahrer.

    Jetzt kommt die neue Dimension! Seit ein paar Tagen rollen bei uns die LKWs mit Mutterboden drauf. Ein Lärm und auch viel Staub. Die ersten 30 Meter unserer Soi, die schon asphaltiert wurde, weist nun deutliche Straßenschäden auf. Was wurde gemacht? An der Nordkante des Grundstücks wurde Erde aufgeschüttet. War ja für meine Frau ein Leichtes, zu erfahren, was da geplant ist. Der Eigner läßt aufschütten um dann Baugrundstücke für Häuser für Thais zu verkaufen. Die Grundstücke sollen deshalb so ca. 400 qm, also 1 ngaan groß sein. Das reicht für alleinstehende Häuser den Thais voellig aus. Und sie koennen diese auch genießen, weil da auch noch Platz für Grün vorhanden sein wird, und nicht alles wie oft in den Moobaans zubetoniert wird.

    Und so sieht das z.Zt. aus. Links die Ecke zwischen Soi und Nordkante



    Was man bis zu den Bäumen im Hintergrund sieht, sind etwas weniger als 2 Rai.

    Geht man hin bis zu jenen Bäumen, dann sieht man die komplette Nordkante unseres Grundstücks.



    und dahinter auch die Staatsstraße (telegraph road). Aus dem Streifen Land kann man 3 - 4 gute Baugrundstücke machen. Im Vordergrund links sieht man noch, dass auf der gegenüberliegeden Soi-Seite ebenfalls aufgeschüttet wird.
    Und da entsteht also ein mehr quadratisch zugeschnittener Bauland-Bereich:



    Also es wird nun nicht mehr lange dauern, dann gibt es Häuser gleich in unserer Nachbarschaft. Und dann wird dann auch etwas mehr in die Soi investiert. Die ja anfänglich von den Eignern der beiden versetzt gegenüberliegenden Farang-Häusern mit Privatmitteln geschaffen wurde. Hatten damals für beide Parteien insgesamt 40.000 Bath für Hin-Hin ausgegeben. Dieser thailändische Ersatz für Kieselsteine hat sich im Verlauf der Jahre gut mit dem Lehm vermischt und es entstand eine 100 m lange gut befestigte Soi, die man auch nach Regenfällen trockenen Fußes begehen konnte.

  2.  
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  3. #3332
    Avatar von wasa

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    ... auch einige Farang Klein-Rentner. Moped-Fahrer.
    Zitat
    Wie bezeichnet du dich denn als Tuk-Tuk Fahrer?

    Ich rate mal,Grossrentner?
    Wann laesst du mal diese ueberhebliche Ausdrucksweise?

  4. #3333
    Avatar von waanjai_2

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    Zitat Zitat von DisainaM Beitrag anzeigen
    wie sieht es im Isaan mit der Rekrutierung von Haushälterinnen aus, sind manche bereit, auch etwas weiter weg zu gehen, für einen Haushälterjob ?
    Da kann ich Dir absolut nicht helfen, denn
    1. Wir haben in Udon selbst die allergroeßten Schwierigkeiten, Leute für Hausarbeiten zu bekommen, die gut sind. Bislang war meine Frau nie zufrieden. Ich dränge sie dennoch ständig, sich um Putzkräfte zu bemühen, denn ich will ja nicht, dass sie allein das 330 qm Bungalow in Schuß hält.
    2. Wir haben hier im Isaan keine spezialisierten Dienstleister oder Medien für die Vermittlung solcher Jobs. Wir sind stolz, dass wir nun mindestens 3 groeßere Immobilien-Makler haben. Denn bislang lief alles in den rein privaten Netzwerken, der Mund zu Mund Propaganda. Da wir zudem in einer anderen Gegend wohnen als die Eltern meiner Frau es taten, ist meine Frau in diese nicht hineingeboren worden. Sind alles Neu-Akquisitionen.
    3. Es scheint so zu sein, dass diejenigen, die Haushälterinnen sein wollen, sich gleich Richtung Bangkok bewegen und evtl. ab dort sich vermitteln lassen.
    4. Die Auswirkungen der Landflucht sind noch ungebrochen. Wer außerhalb arbeiten will, der ist schon längst weg. Durch den enormen Groeßenzuwachs von Udon bedingt, hoffen wir, dass in Udon bald wieder deutlich mehr Arbeitskräfte zu haben sind. Aber diese wollen eigentlich überwiegend nicht die alten Jobs - wie Bauer oder Haushälterin -, sonderrn die neuen, auch viel "sauberen" Jobs.

  5. #3334
    Avatar von waanjai_2

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    Zitat Zitat von wasa Beitrag anzeigen
    Wie bezeichnet du dich denn als Tuk-Tuk Fahrer? Ich rate mal,Grossrentner?
    Wann laesst du mal diese ueberhebliche Ausdrucksweise?
    Die Verwendung des Begriffs Bezieher einer kleinen Rente ist sehr ausdrucksfähig, weil sie viel über das Wohnen der Leute aussagt. Und dass viele Bezieher von kleinen Renten mit falschen Versprechungen nach Thailand gelockt wurden, dürfte auch bekannt sein. Ebenfalls sagt der Auto- bzw. Moped-Besitz viel über die reale Kaufkraft der Leute aus. Es ist ja Unsinn zu glauben, jeder im Isaan hätte einen Pick-Up. Nur muß man dann auch wissen, dass Besitzer von Mopeds auch sehr viel weniger großräumig herumkommen. Das hat dann z.B. Konsequenzen für die Nutzung von Kulturangeboten.

    Das sind einfache Faktenbeschreibungen und man braucht sich ja auch nicht dafür schämen. Nur wer andere als ueberheblich ansieht, meint sich kritisiert zu fühlen.

  6. #3335
    Avatar von benni

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    Die Frage stellt sich, ob nahe Nachbarschaft mehr Vorteile als Nachteile schafft oder umgekehrt. Es gibt darum genügend Farangs, die es gar nicht darauf ankommen lassen und gleich ein grosses Stück Land gekauft haben...

  7. #3336
    Avatar von wasa

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    Deine Antwort ist Quatsch,dass weisst du genau.
    Moped fahren kann auch Spass machen und diese Fahrer kommen bestimmt auch dahin,wohin dich dein Tuk-Tuk bringt,z.B. den Kultur Angeboten in UT,sofern sie daran interessiert sind.
    Ich frage mich schon lange,warum Du nicht,angepasst an deinen Lebensstil und reale Kaufkraft,nicht einen Benz als Zweitwagen hast?

    Also Hut ab vor dem GROSS - Rentner und gebrauche weiterhin deine Ausdrucksweise ,so wenn es dich gluecklicher fuehlen laesst.

  8. #3337
    Avatar von waanjai_2

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    Zitat Zitat von benni Beitrag anzeigen
    Die Frage stellt sich, ob nahe Nachbarschaft mehr Vorteile als Nachteile schafft oder umgekehrt. Es gibt darum genügend Farangs, die es gar nicht darauf ankommen lassen und gleich ein grosses Stück Land gekauft haben...
    Darin liegt viel Wahrheit. Wir haben auch anfangs nach Grundstücken von 2 Rai an Ausschau gehalten. Haben dann das Grundstück, auf dem wir gebaut haben, näher angesehen. 2 Seiten durch Straße begrenzt schien uns gut. Nur noch 2 Seitenkanten, wo Nachbarschaft entstehen koennte. Klar, wäre auch an weiteren Arrondierungen interessiert gewesen. Der 13 Rai-Nachbar wollte aber weder etwas stückeln, noch schien der wirklich an einem Verkauf interessiert zu sein. Und 13 Millionen Baht für das Nachbargrundstück war mir einfach zu teuer. Wollte nicht auch noch eine Existenz als Resort aufbauen.

    Wir koennten jetzt zwar an der Nordseite mitmischen, tuen es vielleicht ja auch. Meine Frau setzt eher darauf, dass das Landamt nicht eine Zerstückelung unter 100 waa zuläßt. Denn dann gäbe es wenigstens eine gewisse Art von sozialer Selbst-Selektion. Da, wo keine Wohngaragen entstehen, hat sie weniger Befürchtungen. Denn ansonsten verstehen wir uns ganz gut mit den 4 Nachbarn, die wir jetzt schon haben.

    Aus dem Flieger von Chiang Mai kommend, habe ich einmal die Außenmauer zum Westen fotografiert. Daran erkennt man schon ganz gut, dass bei uns in der Ecke noch nicht viel Bebauung gibt. Da koennte ich mir dichtere Bebauung an begehrten Stränden weitaus mehr vorstellen. Das große Grundstück vor der Mauer und links davon ist also das 13 Rai Grundstück. Die zwei Moobaans im linken Vordergrund stehen schon einige Jahre länger dort.


  9. #3338
    Avatar von waanjai_2

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    Ein Bericht über das Leben im Isaan - mit besonderer Berücksichtigung von Udon - bliebe unvollständig, würde man nicht auch einmal besonders herausheben, dass die Thai-Chinesische Community in Udon ganz besonders aktiv ist. Das erleben wir an allen Festtagen und ganz besonders natürlich zu Chinesisch Neujahr im Februar. Man muß wissen, dass Udon einer der Städte Thailands ist, die ein separates Chinatown haben. Irgendjemand hat mir einmal erzählt, dass die Chinesen, die nach Thailand kamen nicht nur freiwillig in ein Ghetto zogen, sondern man dies auch von ihnen verlangte. Waren ja damals hauptsächlich Flüchtlinge vor dem Maoismus. Auch in Udon haben die Chinesen einen großen Einfluß auf das Geschäftsleben. Als Familien waren sie ja immer oekonomisch weit cleverer als die Laoten und Thais, da die Clans auch als Kreditgeber fungierten. Während die Thais vor Thaksin noch die allergroeßten Schwierigkeiten hatten, überhaupt an Kapital für Geschäftsgründungen zu gelangen. Ist ja bekannt, dass Bauern kaum jemals die Chance zur Kapitalakkumulation hatten.

    Die Thai-Chinesen in Udon sollen - so erzählte man mir - auch nicht so auf die klassischen Thais herabschauen, wie dies halt typisch für die Thai-Chinesen in Bangkok gilt. Kommt wohl auch daher, dass sie eben lange Zeit Minorität waren.

    Immer wenn es also etwas zu feiern gibt, dann sind bei den Festivitäten jede Menge Thai-Chinesen dabei. Wie hier zur Parade am 1. Dezember 2011, dem Tag an dem auch die Landeskirmes mit täglichen Live-Konzerten vom 1.-15.12 jeden Jahres startet.
    Am Anfang wird eine Szene aus der chinesischen Folklore gezeigt: When the lion drank too much Rice Whisky they laughed at it. The rice harvest is over and traditionally this is a time for the people of Isaan (N/E Thailand) to relax and enjoy. Soon they will be replanting.



  10. #3339
    Avatar von waanjai_2

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    Zitat Zitat von lucky2103 Beitrag anzeigen
    1.) Siang Isaan (Nok Noi Urai-....)
    2.) Rattanasil
    3.) Kala
    4.) Sokul (So cool)
    5.) Pongsit Kamphee (Poo)
    6.) Ra-biab
    7.) Pra-tom
    8.) Sek Loso
    9.) To-No-Rak-Sen (Kann ich nicht genau lesen)
    10.) Labanoon
    11.) Bank
    12.) Valentine
    13.) Bua-phan See-chak
    14.) Micro
    15.) Mai Thai (Look Phrae)

    Geile Besetzung, keine Frage. Würde ich auch gerne hingehen. !!!!
    Also heute ist Bank angesagt. Unter Thai Online music-movie VCD-DVD, Thai Book and Muay Thai Shorts-Thai Boxing by Thai Product Store.
    werden da gleich mehrere verschiedene? angesagt. Aber wofür hat man Kinder. Der Lead-Singer der Gruppe CLASH kommt heute mit den Kollegen, die wohl nicht mehr unter dem alten Namen auftreten. Beweis: der Poster an der Kleiderschrank-Tür, wo Jungens ja meist die Pinup-Girls kleben hatten. Bei ihr halt alles Milch-Bubis.

    Und deshalb auch die ganze Aufregung bei uns seit gestern. Wo wir die Kinder von den Brüdern meiner Frau zu Besuch bekamen. Die waren halt gekommen, um in Udon zur Landeskirmes zu gehen. Hatten ja keine Schule. Gestern abend sind sie aber schon relativ früh zurückgekommen, sind nicht zur Gruppe Labanoon gegangen. Dafür geht's heute also zur ehemaligen Gruppe CLASH.

    Und im Vergleich zum Vorjahr hat sich ja auch etwas im Haus infrastrukturmäßig verändert. Seitdem wir 2 PCs am DSL Modem von TOT betreiben - via Wireless-G Broadband Router 2.4 GHz -werden wohl insbesondere die Kinder aus der Nachbarprovinz mit ihren wireless-fähigen Notebooks häufiger uns besuchen kommen. Endlich Internet für lau. Hat auch seine Obergrenze: Nur bis zu 100 IPs gleichzeitig.

    Und so knubellte sich die Horde, die in einer Ecke des Wohnzimmers übernachtet hatte, heute vor einem dieser Notbooks.


  11. #3340
    Avatar von Chak

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    Zitat Zitat von waanjai_2 Beitrag anzeigen
    Die Thai-Chinesen in Udon sollen - so erzählte man mir - auch nicht so auf die klassischen Thais herabschauen, wie dies halt typisch für die Thai-Chinesen in Bangkok gilt. Kommt wohl auch daher, dass sie eben lange Zeit Minorität waren.
    Meinst du, sie schauen nicht auf die ethnisch laotischen Thailänder in Udon Thani herab oder auf die "klassischen Thailänder", die an anderen Orten leben wie Bangkok?

    Und warum meinst du, sie verhalten sich als Minorität in Udon Thani anders als als Minorität in Bangkok?

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