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Leben im Isaan

Erstellt von waanjai_2, 01.03.2009, 12:47 Uhr · 9.456 Antworten · 844.705 Aufrufe

  1. #2151
    Bukeo
    Avatar von Bukeo
    Zitat Zitat von lucky2103 Beitrag anzeigen
    Diese Tatsache verblüfft mich nicht - aber nüchtern betrachtet sind solche Verhältnisse einfach nur verabscheuungswürdig.
    Das ist nicht Schwellenlandniveau, sondern Entwicklungshilfeniveau. Punkt.
    Kambodscha, auf welches die Thais immer so gerne herabblicken, ist mindestens genauso gut.
    ja, du hast ja recht - nur ist das halt mal so. Auch in der Türkei hat die Armee mehr Macht, als in anderen westlichen Ländern. Die verteidigen dort halt Atatürk.
    Aber besser, die Regierung einigt sich mit der Armee, die bekommen ein paar Knochen und gut ist es. Bei Samak und Somchai-Regierung mussten die PM´s ohne Armee auskommen und Somchai musste sich in einem Bunker in Chiang Mai verstecken. Ist auch keine Lösung, oder?

  2.  
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  3. #2152
    Avatar von berti

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    auch wenn das ein Thread über u. mit dem ROTEN ISAAN ist: bisher wurde er nicht durch Politgesabbere aufgeweicht (dafür gibt es ja im Forum andere Threads) u. ich möchte zumindest hier von diesen ewigen Kindereien Rot/Gelb/Blau verschont werden!

  4. #2153
    Bukeo
    Avatar von Bukeo
    Zitat Zitat von berti Beitrag anzeigen
    auch wenn das ein Thread über u. mit dem ROTEN ISAAN ist: bisher wurde er nicht durch Politgesabbere aufgeweicht (dafür gibt es ja im Forum andere Threads) u. ich möchte zumindest hier von diesen ewigen Kindereien Rot/Gelb/Blau verschont werden!
    da hast du vollkommen recht, man antwortet einfach und merkt nicht, das es OT ist. Sorry...

  5. #2154
    Avatar von waanjai_2

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    Zurück zum Leben im Isaan

    Ab Samstag, den 09. April gab es eine ungewollte Kommunikationspause, was die Nutzung des Festnetz-Telefons und der ASDL-Leitung für das Internet anbelangt. Wie sich erst später nach vergeblichen Vorschieben von Ausflüchten herausstellte, waren mal wieder jede Menge Kupferkabel gestohlen worden. Darunter auch welche im Einsatz. Heute, nach 11 Tagen lief es wieder. Es muß wohl an der Nähe zur Grenze nach Laos liegen, dass die Diebe überhaupt noch Hehler für die geklaute Ware finden.

    Ab dem 9. war dann bei uns auch der Pre-Songkran bei unserem Hauptsponsor in Udon wieder angesagt. Nach Vorführungen endet die Veranstaltung mit der "Rod - Nam - Dam - Hua"- Zeremonie. Da setzen sich die Ätesten und Angesehensten an einen langen Tisch und falten ihre Hände über eine Wasserschaale, die Hände mit einem Blütenstrauß umwunden. Dann kommen alle anderen Teilnehmer mit einem kleinen Schälchen parfümierten Wasser und übergießen die gefalteten Hände ein wenig mit einigen Tropfen Wasser. Man wünscht dabei den Ältesten und Angesehensten viel Glück für das Neue Jahr - also chok dee pi mai, sawatdii pi mai oder mit Anglizismus "Happy pi mai". Und der Wünschende bekommt ähnliche Wünsche zurück.

    Die kulturellen Darbietungen sind aber auch für echt weltliche Dinge gut geeignet. Durch die eingehende Betrachtung und Prüfung einer Tanzdarbietung durch die Schwestern des Hospitals war so etwas wie eine Vorab-Wahl der späteren Nachtschwester ermöglicht worden.



    Man weiß ja, dass jede Genesung auch eine Frage des sich Wohlfühlens ist und die Privaten Krankenhäuser sind da glücklicherweise hoffentlich sehr liberal. Also habe ich mich schon 'mal vorsorglich für die Schwester vorne rechts interessiert. Reservation nicht Booking.



    Gut gelaunt fuhr man wieder nach Hause. Am kommenden Montag wollte man noch schnell einen Wochen-Einkauf abwickeln, denn ab Dienstag abend war der Teufel angesagt. Und man wolle dann ja wohl besser ganz zu Hause bleiben.

  6. #2155
    Avatar von tira

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    Cool

    Zitat Zitat von waanjai_2 Beitrag anzeigen
    .... waren mal wieder jede Menge Kupferkabel gestohlen worden.....
    moin,

    ..... war dieser tage ein bericht bei uns in der zeitung das kupfer künftig durch alu zu ersetzen, iss also alles nur eine frage der zeit


    Zitat Zitat von waanjai_2 Beitrag anzeigen
    ....
    mit genügend tambun kannste so eine hübsche ggf. im nächsten leben geniesen

  7. #2156
    Avatar von waanjai_2

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    Songkran im Isaan

    Wenn es bei den Bergvölkern des Okzidents heißt "Der Berg ruft", dann gilt es bei den Menschen im Orient zu NeuJahr: "Die Familie ruft". Jedenfalls habe ich mich am Dienstag, den 13. kurzfristig überreden lassen, am nächsten Tag zur Herkunftsfamilie in der Nachbarprovinz mitzukommen. Klar, einen geschlossenen Leihwagen zu mieten, dafür war es jetzt zu spät. Und meine Frau wollte es mir nicht zumuten, die knapp 100 km mit dem nach beiden Seiten offenen Tuk Tuk zu fahren. Da wäre ich ja zwangsläufig mehr als nur naß - eben klätsch-naß.

    Bewaffnet mit allen lebensnotwendigen Dingen - insbesonderer trockener Kleidung zum Wechseln - griffen wir dann an der Straße entlang unseres Grundstücks ein Samlor ab, der uns zum lokal relevanten Busbahnhof für die größeren Songtäos - Zweibänkler - in Richtung Westen bringen sollte. Allein im Zubringer-Samlor wurden wir schon mächtig oft getroffen ähm: es wurde uns ganz mächtig viel Glück gewünscht.

    Beim Songtäo frühmorgens angekommen, sah die Welt noch heile aus. Wir fuhren mit einem Songtäo in LKW-Größe, der von einer ganz bescheidenen Busstation abfährt. Im Hintergrund sieht man eine Wandtafel mit den Abfahrtszeiten Richtung Westen. Der "Linienbus-Verkehr" (allein halt mit der Besonderheit, dass er auch auf Handzeichen bzw. Ton-Signal anhält, wo man will) beginnt dort täglich morgens um 6.00 Uhr.





    Die beiden schmucken Mädel - die ihre Akne-Seife erfolgreich angewandt hatten - ließen einen hoffen, dass zumindest die Hinreise einigermaßen erträglich verlaufen würde. Was auch geschah. Nach gut 1 1/2 Stunden waren wir "zu Hause" im Sinne der Terminologie der symbolischen Ortsbezogenheit.

    Großes Tra-Ra, weil ja auch ein wenig als Überraschung inszeniert. Nur die Brüder meiner Frau waren vorab informiert. Jetzt war Farang da, also konnte nun so richtig gefeiert werden. Der am meisten Respekt Verdienende zahlt alles. Also ging es sofort zum lokalen Schlächter und es wurden eine Reihe von Leckerreien gekauft. Und deren Zubereitung ist zudem Männersache:



    Der Sänger schweigt sich darüber aus, was er alles an Organen einer toten Kuh gesehen geglaubt hat, noch über die Inhalte all dieser süßen kleinen Plastiktütchen, die Flüssigkeiten enthielten, die ich bislang nur von der Plasma-Spende her kannte. Einiges wurde später auch gekocht bzw. angebraten, aber vieles bliebt zwar verkleinert, aber dennoch Sushi.

    Auf jeden Fall. Ich hatte am Schluß ein unheimlich leckers Laab-Nüa (Rindfleisch-Salat) mit Klebereis und ungekochtem Gemüse und Salaten. Das bißchen Frisch-Blut, was vor dem Anbraten des Rinder-Gehackten (Tartar) hinzugefügt wurde, hatte deutliche Geschmacksspuren hinterlassen. Jedenfalls habe ich gute Miene zu all dem gemacht und ihnen erzählt, was die alten Germanen damals in Kriegszeiten mit dem rohen Fleisch gemacht hätten, als es keine Zeit zum Braten über Feuern o.ä. gab. Und wir wären auch damals schon keine Menschenfresser gewesen. Am Vorabend hatten wir den preisgekrönten Film "Am Anfang war das Feuer" uns in Udon angeschaut. Ich hatte meiner Familie gesagt, es handele sich um das erste Zusammentreffen des Farangs mit den khon Thai so ca. 80.000 v.Christi. Das förderte das Interesse sehr.



    Und danach begann die Zeremonie, weshalb wir überhaupt gekommen waren. Es ging zunächst darum, die Ältesten, die Eltern zu ehren. Auch hier wieder die Zeremonie des Überschüttens der Hände mit wohlriechendem Wasser. Was meine Frau in Udon bei Lotus als eine Art "nam hom" wohlriechendes Wasser - Parfüm - gekauft hatte, wird auf dem Lande für Pfennigsbeträge durch Zusätze von Ginseng-Wurzeln erreicht. Derer gibt es nämlich viele verschiedene und deshalb kaufen ja auch ständig viele neue Leute diese Extrakte, die angeblich alt und stark machen. Hier wurden Wurzeln verwandt, die das Wasser gilbten und wohlriechend machten.





    Ist das vorbei, dann gibt es ein kurzes Gebet des Familienoberhauptes und alle hören sich den ein oder zwei merkigen Satz an.



    Danach geht es dann auch erst zum Verteilen des symbolischen weißen Bändchens, das jedem Kind und angeheiratetem Schwager bzw. Schwägerin verpaßt wird. Es dient der ständigen Verstärkung und regelmäßigen Intensivierung der Familienbande in einer Gesellschaft ohne ausdifferenzierte Rentenversicherungssysteme im großen Stil. Erst recht nicht für die Landbevölkerung. Die haben schon seit Jahrhunderten die Falschen gewählt, sofern sie durften.



    Über die Rückreise schweig' ich mich lieber aus. Wir wollten so kurz vor 14 Uhr den Bus - Songtäo - nehmen, der normalerweise am Haus vorbeifährt. Hatten aber nicht bedacht, dass nun die hohe Zeit des Ausfalls sein würde. Also 2 Stunden kein Bus. Danach einer, der fuhr oftmals nur im Schritt-Tempo, weil inzwischen alles was laufen konnte, auf den Straßen war. Und nichts als schöner, edler und besser sah, als die Passagiere in den offenen Song-Täos einmal ganz besonders eingehend ein Frohes Neues Jahr zu wünschen. In bestimmten Ortschaften waren alle 50 meter eine Straßensperre von wasser-verschüttenden Bevölkerungsgruppen. Im schlimmsten Fall kamen die in den Songtäo hinein mit ihren Eimern voll Wasser und walteten ihres Amtes. Was will man da machen. Ist übrigens auch alles recht lustig und angenehm, wenn sie "normales" Wasser verwendeten. Einige Perverse verwandten allerdings auch eisgekühltes Wasser, was deutlich unangenehm ist und vor allem in den Ohren ebenfalls ungern gesehen wird. Kurz: Wir brauchten bis nach Udon auf der Rückfahrt gut 2 1/2 Stunden. Und dann noch mal knapp eine Stunde, um mit einem Samlor nach Hause gebracht zu werden. Die Sonne war weg und die naßen Klamotten waren auch eine Belastung. Glücklicherweise trägt der aufgeklärte Farang Tropenkleidung. Die trocknet am Körper im Nu und führt nicht zur Unterkühlung.

    Habe jetzt wieder einmal für die nächsten Jahre keine Lust mehr. Oder halt eine Limousine.

  8. #2157
    Avatar von waanjai_2

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    Mit soviel Glückwünschen für das Neue Jahr ausgestattet, haben wir uns gedacht, dass nun die beste Zeit eingetroffen sei, um die Reisfelder neu zu bestellen. So hatten es auch die Leutz angesehen, die bereits für einen Beitrag von 270 Baht pro Rai die Felder umgepflüggt hatten. Am Samstag, den 16.4. ging es also zur Inspektion derselbigen.
    Zunächst zum Reisfeld 6 Rai. Bei diesen Inspektionsgängen verwendet meine Frau immer ihren hellgrünen Sombrero, um besser auf allen Fotos erkannt zu werden. So auch hier.



    Zur besseren Verdeutlichung ihre jeweiligen Standortes bitte ich Sie immer darum, eine auf sich-retrospektiv in Gelb leuchtende Taschenlampe mitzunehmen. Was einfach das Erkennen erleichtert. Da gibbet nixs.



    Natürlich mit einer Hacke bewaffnet. Hier jetzt im 7 Rai-Feld:


    Wenn 'se weit weg ist, iss se wirklich weit weg, finde ich.



    Und da auf dem 7-Rai-Feld noch genügend Wasser sich befand, haben wir gestern und heute dort khau suai ausgesäät. Da kann man - sofern man in den richtigen Provinzen sich befindet - ganz ohne große Nachfragen zu den örtlichen Vertretern der Democratic Party hingehen und sagen, dass es einem deutlich schlechter gehen würde, als irgendwie vorher. Dann bekommt man in Chiang Mai ohne großes Fragen gutes Geld für den Rai. Das fand meine Frau als einen guten Grund, nun einmal Khauu mali auszusääen. Kann man ja nur bei gewinnen.

  9. #2158
    Avatar von Yogi

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    Zitat Zitat von waanjai_2 Beitrag anzeigen
    Habe jetzt wieder einmal für die nächsten Jahre keine Lust mehr. Oder halt eine Limousine.
    Ein sehr launiger Beitrag. Ich ahb mich sehr amüsiert. Sawasdee pee mai, deiner Familie und dir.

  10. #2159
    Avatar von wasa

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    Songkran im Isaan
    Danach geht es dann auch erst zum Verteilen des symbolischen weißen Bändchens, das jedem Kind und angeheiratetem Schwager bzw. Schwägerin verpaßt wird. Es dient der ständigen Verstärkung und regelmäßigen Intensivierung der Familienbande in einer Gesellschaft ohne ausdifferenzierte Rentenversicherungssysteme im großen Stil. Erst recht nicht für die Landbevölkerung.
    Zitat waanjai_2
    Ausser Spesen nix gewesen,keine Geldspende an die Herkunftsfamilie zwecks Anhebung des Lebenstyles oder Hausrenovierung wegen fehlender Rente?
    Normalerweise werden zu Songkran die gefuellten roten Briefumschlaege innerhalb der Familie verteilt.

  11. #2160
    Avatar von strike

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    Zitat Zitat von wasa Beitrag anzeigen
    ... Normalerweise werden zu Songkran die gefuellten roten Briefumschlaege innerhalb der Familie verteilt.
    wasa, habe ich noch nie beobachtet oder gar in der Familie erlebt.
    Und ich habe das ja jetzt auch schon ein paarmal traditionell mitgefeiert
    Der Brauch gilt vielleicht nur fuer bzw. bei Wohlhabende?

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