Seite 148 von 946 ErsteErste ... 4898138146147148149150158198248648 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1.471 bis 1.480 von 9457

Leben im Isaan

Erstellt von waanjai_2, 01.03.2009, 12:47 Uhr · 9.456 Antworten · 844.345 Aufrufe

  1. #1471
    Avatar von waanjai_2

    Registriert seit
    24.10.2006
    Beiträge
    26.303
    Heute hatten wir Kindergeburtstag. Und zwar den 6. Nicht dass die Plim heute wirklich Geburtstag gehabt hätte. Nicht die Spur. Den hatte sie objektiv gesehen nämlich schon letzten Monat. Aber da war sie noch nicht in Udon, sondern in der Nachbarprovinz, wo sie zum Kindergarten geht.

    Ein Zweites kommt hinzu: Der individuelle Geburtstag spielt in Thailand/bei uns im Isaan garnicht so eine große Rolle. Gibt ja ohnehin so viele Feiertage aus buddhistischer Tradition. Also wird der Geburtstag häufig vergessen (zu feiern). So wie in D ja früher auch, als die Namenstage - also die Namen der Heiligen - zählten.

    Heute kam sie auf Urlaub wieder nach Udon und ich habe kurzerhand eine Geburtstagstorte gekauft. Und Kerzen für drauf und zum ausblasen. Das kennt natürlich jeder Thai aus den Soaps. Und dann singt man auf Hoch-Thai: Happy Birthday to You usw. Das macht Freude.



    Der Kleinen ist aufgefallen, dass am Schluß erstens noch Kuchen übrig geblieben war (von diesen süßen Buttercreme-Torten wird man ja so fürchterlich schnell satt) und zweitens noch die ausgeblasenen Kerzen. Sie schlug vor, morgen wieder ihren Geburtstag zu feiern. Was ich für eine gute Idee halte.

  2.  
    Anzeige
  3. #1472
    Avatar von Nokgeo

    Registriert seit
    18.01.2001
    Beiträge
    11.373
    Zitat Zitat von petpet Beitrag anzeigen
    In einigen Mobans wurden die individuellen Häuser auf ihren Parzellen so gebaut, dass trotz einer vorübergehenden Überflutung der anliegenden Straße, das Haus immer noch über der Nivellierung des vorbei strömenden Wassers trocken steht. Sollte dann einmal ein Jahrhundertregen stattfinden, wurde im Haus selber eine weitere Sicherheitsvorkehrung geschaffen, indem, ausgehend von außen nach innen, die Räume unterschiedlich nivelliert wurden. Somit hat man in der Mitte des Hauses den höchst gelegenen Raum, zum Schutz vor den hereinbrechenden Fluten.
    Ist schon schlau was du schreibst. Stellt sich mir die Frage..wie sowas im Nachhinein realisieren.

    Ansonsten..wollte hier mit den Fotos über Unangenehmes.. den Thread:
    " Leben im Isaan ", nicht stören. Zumal wohl gerade Kindergeburtstag angesagt ist.

    Evtl. lassen sich meine Post ja in den Moderatorenbereich oder sonstwohin verschieben ( Freundin sucht Hilfe -> im Treffpkt. ) damit das HIER nett und sauber bleibt.
    Hab ich vorher nicht überlegt.
    Nur " Leben im Isaan ",als Überschrift gelesen. Sollte nicht verschmuddelt werden hier.

  4. #1473
    Avatar von waanjai_2

    Registriert seit
    24.10.2006
    Beiträge
    26.303
    Zitat Zitat von Nokgeo Beitrag anzeigen
    Sollte nicht verschmuddelt werden hier.
    Keine Sorge, das tut doch das Thema "Hochwasser in Thailand" nie.
    Deine Frage zielt nun auf das "nachträgliche Revidieren". Ich schrieb doch schon von der Tendenz, dass dann Schutzwälle rund um das Mooban gebaut werden, die dann natürlich auch für Autos überwindbar gebaut werden. Und natürlich verbesserte Drainage-Systeme für das Gebiet des Moobaans selbst. Mann könnte es ja nach Bau der Schutzwälle wie ein Reis-Paddy ansehen. Es regnet und regnet - und kein Wasser fließt ab.

    Das Thema ist allerdings unter Thais wohl bekannt. Deshalb muß man sich bei der Wohnungs- bzw. Haus-Suche für die Spuren des letzten Hochwassers an den Häuser-Außenwänden sehr wohl interessieren. Würde doch auch keiner auf einer Hallig ein Haus kaufen, ohne sich vorher über die Auswirkungen der Gezeiten zu informieren.

    In Thailand gelten aber immer noch andere Erfahrungswerte. Da gibt es so Farangs, die ..... immer noch zu Hauf. Die sind als Mieter oder als Käufer von Häusern in solchen Moobaans bei allen irgendwie sehr beliebt. Unverständlich?

  5. #1474
    Avatar von Nokgeo

    Registriert seit
    18.01.2001
    Beiträge
    11.373
    In so einer Situation seh ich erstmal den Vorteil..eines NUR MIETERS..mit hoffenftlich nicht zuuu langem Mietsvertrag.

    Land neben uns war ex Reisland. Die 21 Rai sollen nun bebaut werden.Durch AMATA NAKORN ist Bedarf an Wohnfläche..
    Konjunktur... scheint zu laufen.

    Amata Industrial Estate, Thailand

  6. #1475
    Avatar von waanjai_2

    Registriert seit
    24.10.2006
    Beiträge
    26.303
    Zitat Zitat von Nokgeo Beitrag anzeigen
    In so einer Situation seh ich erstmal den Vorteil..eines NUR MIETERS..mit hoffenftlich nicht zuuu langem Mietsvertrag.
    .....
    Land neben uns war ex Reisland. Die 21 Rai sollen nun bebaut werden.
    Noch größeren Einfluß auf die objektbezogene Überschwemmungsgefahr hat man natürlich als Häuslebauer - und sei es auch erst in spe. Denn es gibt eigentlich keine Vorschriften, die das Aufschütten des ehemaligen Reislandes nach oben hin begrenzen. Also wird bei den meisten Neubau-Projekten zunächst über das Level der Staatsstraßen aufgeschüttet. Dann folgen weitere hausbezogene Aufschüttungen oder Erhöhungen des späteren Fußbodens des späteren Hauses durch Stufenlösungen.

    Leute, die wegen der ständigen Preiserhöhungen für zukünftiges Bauland schon jetzt und heute kaufen, ohne gleich mit dem Bauen anfangen wollen, lassen dann gar in Etappen aufschütten. Zuerst 1.50 Meter, dann mindestens 5 Jahre bzw. Regenzeiten warten, bis die Erde schon stark verdichtet ist. Dann kann sogar nochmals aufgeschüttet werden. Und wenn dann die Säulenfüße üblicherweise 1.50 tief gegraben werden, dann stehen die Säulenfüße nach 10 Jahren in alter, verdichteter Erde.

    Es sind eher die Käufer oder Mieter von fertigen Häuern in schlecht geplanten Moobaans, die einem höheren Gefährdungspotential ausgesetzt sind. Der Blick auf Hochwasser-Spuren entlang der Außenmauern gehört zum "Pflichtprogramm" eines jeden Käufers oder Mieters.

    Der Eigner oder Erbauer eines Hauses hat da viel mehr Optionen. Sehr beliebt ist da das Arrondieren des eigenen Grundstücks durch Aufkauf benachbarter Flächen - proaktive Nachbarschaftspolitik, i.S. von Vermeidung von Nachbarn überhaupt.

    Die Einsichtsnahme in die Bauleitplanung ist auch beim lokalen oder provinziellen Katasteramt möglich. Dort sieht man, wo zukünftig die Straßen verlaufen werden, wie und wo die Parzellen liegen, die evtl. höher aufgeschüttet werden könnten, als das eigene Grundstück.

    Alles im allem: Der Neubaubesitzer geht nicht aus seinem Haus auf die Straße, er steigt aus seinem Haus runter auf die Straße. long pai heißt das passende Richtungsverb in Thai.

  7. #1476
    Avatar von Pee Niko

    Registriert seit
    28.02.2005
    Beiträge
    2.790
    Ich lese immer von Geländeaufschüttungen und Wartezeiten > 5 Jahre zum Setzen der Aufschüttung:
    In wieweit ist in der thailändischen Bauweise das Verdichten von Aufschüttungen durch mechanische Verdichter, wie Rüttelwalzen und -platten bekannt?

    Rammpfählen scheint wohl überhaupt nicht zur Diskussion zu stehen?

  8. #1477
    Avatar von waanjai_2

    Registriert seit
    24.10.2006
    Beiträge
    26.303
    Zitat Zitat von Pee Niko Beitrag anzeigen
    In wieweit ist in der thailändischen Bauweise das Verdichten von Aufschüttungen durch mechanische Verdichter, wie Rüttelwalzen und -platten bekannt?
    Rammpfählen scheint wohl überhaupt nicht zur Diskussion zu stehen?
    Bin kein Mann vom Fach, kann also nur aus eigener Erfahrung berichten:

    1. Nach der allerersten Aufschüttung unserer knapp 1 Rai thidin samlap baan - also Bauland - leicht über das Niveau der vorbeilaufenden Staatsstraße um durchschnittlich 1 Meter - an bestimmten Ecken des Grundstücks, das an tief ausgehobenes Reisland anschloß, waren es auch mehr - kam eine große 4 Tonnen? Dampfwalze, so wie man sie aus dem Straßenbau kennt. Verdichtungs-Methode 1.

    2. Sofort nach der Aufschüttung des Grundstücks begannen wir mit dem Bau der Umfassungsmauer. Deren Säulen grundsätzlich in alter Erde gegraben wurden. Hatte an einer einzigen Stelle zur Folge, dass die Mauer 4 m hoch wurde. Nach dem Mauerbau wurde noch 2 x das gesamte Grundstück aufgeschüttet, allerdings keine mechanischen Verdichter eingesetzt. Dies lag darin begründet, dass wir zur Stabilisierung der Mauer - soll heißen zur Erreichung einer möglichst großen Fähigkeit, die gewaltigen Wassermassen, die während der Regenzeit auf das Grundstück prasseln, vor Abfluß auch aushalten zu können - unterirdische, seitliche Streben in Säulenbauweise an jeder 2. Mauersäule gebaut haben. Als die dann mit Erde abgedeckt waren, kam keiner auf die Idee über diese Quersäulen mit der Dampfwalze zu fahren. Das sollte, bitte schön, die Regenzeit tun. 3 Regenzeiten waren nötig, um den Prozeß des Verdichtens der Erde entlang der Mauer und insbesondere dort, wo die Säulenfüße der Mauern lagen, durch den Regen zum Abschluß zu bringen. Wir haben also mit der Schubkarre jedes Jahr immer wieder neu entstandene Zwischenräume aufgefüllt. Regenzeit als Methode 2.

    3. Als es dann nach einem Jahr darum ging, das Haus - Neben- und Haupthaus - zu bauen, war es erforderlich, gemäß der Bauzeichnung das Haupthaus ca. 80 cm höher als das Nebenhaus zu legen. Dies wurde durch die Anbringung des Streifenfundamentes in 60 cm Höhe oberhalb der damaligen allg. Grundstückshöhe erreicht. Die Oberkante des Streifenfundaments entspricht der späteren Unterkante des Esstrichs - des aus Beton gegossenen Fußbodens - der so ca. 20 cm stark ist. Hierdurch entstanden nach dem Ausgießen des Streifenfundaments (in der Regel 4m x 4m Räume) Quadrate, die mit Lehm etc. aufzufüllen waren. Höhe ca. 60 cm. Hier haben wir zunächst Lehm, dann den thail. Ersatz für Kieselsteine - den Hin Hin - und dann normalen, aber teuren Sand eingesetzt. Während dieses Prozesses hatten wir einen kleineren Rüttler, der bei jeder Schicht zur Anwendung kam. Verdichtungs-Methode 3.

    4. Der größte Verdichtungsbedarf beim Hausbau auf der Basis von Säulen und Säulenfüßen entsteht jedoch an denjenigen Stellen, wo für die ca. 1.5 m 1.5 m großen Säulenfüße die Löcher gegraben wurden. Aus denen dann später Säulen der Stärke 25 cm x 25 cm "herauskamen". Die mußten nämlich sich alle wieder mit Erde verdichten lassen. Und zwar zuerst. Was haben wir da tagelang das Leitungswasser auf diese betroffenen Ecken rund um jede der insgesamt 32 Säulen des Hauses laufen lassen. Gar Tankwagen mit irgendwelchem Wasser unbekannter Herkunft anfahren lassen, die ihr Wasser an diesen Stellen der Auffüllung mit Erde bzw. Lehmboden ablassen mußten. Der Wasser-Einsatz war deshalb die 4. Verdichtungs-Methode.

    Rammpfählen habe ich im Isaan noch nie gesehen - oder gehört. Der Boden im Isaan gilt als knochenhart, nie als sumpfig. Die Erde im schon längst verdichteten Garten und Vorgarten ist so etwas von hart. Man glaubt es kaum. Wenn man da mit dem Spaten zu arbeiten beginnt, dann wundert man sich nur noch. Also, ich könnte mir da so einen Kartoffelanbau, den ich als kleiner Junge noch bei meinem Großvater gesehen habe, nie und nimmer vorstellen.
    Dies ist übrigens mit ein Grund, warum selbst im Isaan die Löcher für die Säulenfüße zu graben, als Arbeit an Dritte vergeben wird. Da kommen dann irgendwelche drahtigen Mitglieder von Wanderarbeitern, die pro Loch bezahlt werden.

  9. #1478
    Avatar von Yogi

    Registriert seit
    05.01.2007
    Beiträge
    27.503
    Mein lieber Mann, wenn ich das so lese bin ich ja wie ein hirnloser Depp in das Projekt Haus in Thailand gestossen.
    Respekt waanjai_2. Ich war mit meiner Angetrauten in den Suburbs von Pattaya und wir haben uns Mo Baans angeguckt. Bei dem was uns gefiel haben wir zugeschlagen und gekauft.
    Nach den jetzigen Erklärungen hätten wir aber auch alles falsch machen können. Im Endeffekt haben wir nur Sahne gehabt, das uns Wiedrigkeiten wie Überschwemmungen erspart blieben.
    Auch die Substanz unseres Billigheims scheint mir relativ gut zu sein, da im Vergleich zu Nachbarhäusern Setzrisse nur minimal aufgetreten sind.
    Einfach nur Glück gehabt.

  10. #1479
    Avatar von waanjai_2

    Registriert seit
    24.10.2006
    Beiträge
    26.303
    Zitat Zitat von Yogi Beitrag anzeigen
    Auch die Substanz unseres Billigheims scheint mir relativ gut zu sein, da im Vergleich zu Nachbarhäusern Setzrisse nur minimal aufgetreten sind. Einfach nur Glück gehabt.
    Da ja auch Otto Normal-Thai kein Haus in überschwemmungsgefährdeten Moobaans, noch Häuser kaufen will, die in unverdichteter Erde gesetzt wurden, habt ihr vielleicht ja nur ein ganz normales Objekt gekauft, dass nicht bereits für besonders Bekloppte ausgezeichnet war.
    Das Problematische am Hauskauf durch Farangs liegt ja insbesondere darin begründet, dass weder die Gattin noch der Gatte besondere Kenntnisse über den Markt an Häusern in Thailand hat. Woher auch? Oftmals war das Thema bislang kein Thema für die thail. Frau noch für den Farang-Mann. Wenn da die thail. Frau nicht ihren normalen Instinkt gegenüber Betrügern einsetzen kann, gehört man zur Species der Gefährdeten.

  11. #1480
    Avatar von Yogi

    Registriert seit
    05.01.2007
    Beiträge
    27.503
    Recht hast du. Es kommt zu unserem Glück folgendes noch hinzu. Beim Kauf war nur ein Musterhaus im Bau und weitere ca. 20 Stück im unterschiedlichen Stadien des Rohbaus.
    So standen bei uns die Betonsäulen und das vergossene Fundament. Nach einem halben Jahr ist meine Frau vorgeflogen um die Einrichtung im fertigen Haus zu gestalten.
    Viel naiver kann man eigentlich nicht an ein Projekt gehen. Heute haben wir ein intaktes Village mit 105 Häusern. Noch mal, einfach Glück gehabt und wir fühlen uns jetzt immer noch wahnsinnig wohl.

Ähnliche Themen

  1. Antworten: 1120
    Letzter Beitrag: 19.01.15, 17:51
  2. Antworten: 175
    Letzter Beitrag: 13.12.13, 15:21
  3. Mein Leben noch mal leben ...
    Von MichaelNoi im Forum Literarisches
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 03.03.05, 10:52