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Leben im Isaan

Erstellt von waanjai_2, 01.03.2009, 12:47 Uhr · 9.456 Antworten · 844.450 Aufrufe

  1. #1371
    Avatar von benni

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    Zitat Zitat von KKC Beitrag anzeigen
    Das mag zwar eine sein, aber nicht immer und ausschliesslich.
    Städte wie Udon oder Khon Kaen haben sich in den letzten Jahren immens entwickelt und ziehe ich einem Moloch Bangkok oder so Touristädten wie Patty auf jeden Fall vor.
    und ich ziehe schöne Natur mit Meer vor, wie in Südthailand oder in Trat

  2.  
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  3. #1372
    Avatar von Silom

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    Zitat Zitat von KKC Beitrag anzeigen
    Das mag zwar eine sein, aber nicht immer und ausschliesslich.
    Städte wie Udon oder Khon Kaen haben sich in den letzten Jahren immens entwickelt und ziehe ich einem Moloch Bangkok oder so Touristädten wie Patty auf jeden Fall vor.
    Ehrlich gesagt würde ich (fast) keine thail. Ortschaft Bangkok und dessen Umgebung vorziehen.

  4. #1373
    Avatar von waanjai_2

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    Ich schlage vor, dass wir die Diskussion über Präferenzen in den Standorten an sich - also ob Meeresnähe, in den Bergern, in den Wäldern, an Flüssen, auf Inseln etc. - schlicht und ergreifend einstellen. Da gibt es halt verschiedene Geschmäcker. Und schon die alten Römer wußten, dass man über Geschmacksfragen nicht streiten darf oder soll. (De gustibus non est disputandum) Es gibt ohnehin keinen Konsens zwischen den verschiedenen Geschmäckern.

    Auch Chak hat nicht so argumentiert, sondern eine (falsche) Hypothese gehabt, warum das gezeigte Haus so günstig sein würde. Das Haus selbst würde überall hinpassen. Für mich war das zum Verkauf angebotene Haus ein Anlaß auf die schlichte Tatsache hinzuweisen, dass im Isaan von vielen Farangs sehr schöne Häuser gebaut werden.

    Und die Farangs kommen auch nicht unbedingt alle deshalb dort hin, weil ihre Frau da bereits ein Grundstück vom Vater geerbt hätte. Das mag für manche zutreffen. Für viele andere nicht. Meine Frau und ich wollten jahrelang in den Suburbs von Bangkok ein Haus bauen. Weil nur so - so dachten wir - wir das kulturelle Angebot von Bangkok nutzen könnten. Das bekannte Opernhaus, was - auch wenn es nie besucht wird - dennoch zur Wohnqualität beiträgt.

    Ich sah im Laufe der Jahre, wie die Suburbs immer enger wurden. Und ich sah durch die Besuche bei den Eltern in der Nachbarprovinz von Udon Thani - zu dessen Flughafen wir jedoch regelmäßig kamen - immer mehr von Udon Thani. Tagsüber und auch im Nachtleben. Bis eigentlich klar wurde: Das, was wir in Bangkok suchten, würden wir auch in Udon finden. Also fiel die Entscheidung für Udon und gegen Bangkok.

    Und um möglichst unabhängig zu sein, um auch für Monate nach Europa reisen zu können, haben wir dann beschlossen, die Familie aus der Nachbarprovinz in unsere Haus-Planung zu integrieren. Soll heißen: wir haben die rübergeholt, wir sind nicht zu denen gezogen!

    Ich verstehe jedoch auch andere Motive. Wenn die Frau an ihrem ehemaligen Arbeitsplatz gefallen gefunden hat, warum soll man nicht nach Pattaya ziehen? Die wenigsten Frauen haben da wohl seit Kindheit gewohnt.

    Ach ja, noch ein kleiner Punkt: Dies ist ein thread zum Thema "Leben im Isaan". In anderen threads würde ich gerne mehr lesen, wie eigentlich das Leben auf z.B. Phuket abläuft oder wie das alltägliche Leben in den Provinzen des alten Lanna abläuft. Mal ein Hinweis darauf, dass man dort irgendwie wohnen würde, verschafft einem ohne eigenes Anschauen ja keine Vorstellung, wie das Leben dort - der Alltag! - so abläuft.

  5. #1374
    Avatar von Chak

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    Zitat Zitat von waanjai_2 Beitrag anzeigen
    Ich sah im Laufe der Jahre, wie die Suburbs immer enger wurden. Und ich sah durch die Besuche bei den Eltern in der Nachbarprovinz von Udon Thani - zu dessen Flughafen wir jedoch regelmäßig kamen - immer mehr von Udon Thani. Tagsüber und auch im Nachtleben. Bis eigentlich klar wurde: Das, was wir in Bangkok suchten, würden wir auch in Udon finden. Also fiel die Entscheidung für Udon und gegen Bangkok.
    Waanjai, wem willst du denn hier etwas vormachen? Wieviele kennst du in Udon, deren Frau von ganz woanders her kommt? Und was meinst du was meine Frau mir erzählen würde, wenn ich ihr vorschlüge dorthin zu ziehen (rein hypothetisch, wenn ich da hinwollte)?

  6. #1375
    Avatar von waanjai_2

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    Zitat Zitat von Chak Beitrag anzeigen
    Wieviele kennst du in Udon, deren Frau von ganz woanders her kommt?
    Ne Menge. Das mag aber daran liegen, dass ich durch den Udon Expatclub relativ viele Kontakte zu farang-thai Ehepaaren habe. Die waren übrigens nicht sofort nach Udon gekommen, als es damals hieß, sich in Thailand niederzulassen. Viele kamen in einem zweiten Schritt aus Bangkok oder Pattaya. Es ist ja auch nicht so, als sei das Thema überhaupt noch nie erforscht worden. Ich werde nicht müde, z.B. auf die folgende Magister-Arbeit aufmerksam zu machen, die den sehr ausdrucksfähigen Titel hat: Planning for International Retirement Migration and Expats: a case study of Udon Thani, Thailand.
    http://mspace.lib.umanitoba.ca/bitst...ch_schulte.pdf

    Da kann man die Zusammenhänge nachlesen. Teilweise auch ne Menge Zahlen. Noch neuere Zahlen kamen durch das sog. Udicad-Projekt auf den Tisch. Ich habe hier schon darüber geschrieben: http://www.nittaya.de/treffpunkt-16/leben-im-isaan-26704/index12.html#post707262
    Knapp 1000 farang-thai-Ehepaare allein im Kern-Bezirk von Udon Thani. So Mengen entstehen nicht (und können dies auch garnicht) aufgrund von Wohnortwahlen der Ehefrauen zurück ins Dorf ihrer Eltern. Denn in der Amphoe Mueang gibt es die kaum, das ist überwiegend schon urbanes Gebiet. Und die Wohnortwahlen sind multidimensional begründet: Einige finden z.B. die hohen Mauern um die Villen in Bangkok und die käfigartigen Dachkonstruktionen gegen Einbrüche in Bangkok einfach nicht mehr so prickelnd.

    Zitat Zitat von Chak Beitrag anzeigen
    Und was meinst du was meine Frau mir erzählen würde, wenn ich ihr vorschlüge dorthin zu ziehen (rein hypothetisch, wenn ich da hinwollte)?
    Was Deine Frau Dir erzählen würde, solltest Du ..... etc, dass hängt wohl nicht nur davon ab, was Dir Deine Frau bislang erzählt hat, wenn es um das Thema "Wohnen in Thailand" ging, sondern auch davon ab, wie sie selbst zur Wohnregion Isaan eingestellt ist. Wir wissen ja alle bestens, dass es in Thailand ne Menge von Vorurteilen gegenüber den verschiedenen Bevölkerungsteilen gibt und auch umgekehrt die Bangkoker (also die Zentral-Thais) bei vielen anderen Thais unbeliebt sind. Da hassen die einen die Moslems im Süden, die anderen die "Laoten" im NO und schließlich die anderen, die Bergvölker des Lanna. Thailand ist ja, was die politisch-ethnische Integration anbelangt, noch weit, weit zurück. Noch in einer Zeit, wo die Preußen nicht mit den Bayern, die Franken nicht mit den Bayern, die Fischköpp nicht mit den Rheinländern konnten. Hat man ja auch erst unlängst wieder in voller Schärfe in der Auseinandersetzung zwischen Gelben und Roten gesehen.

    Also hast Du es in der Hand, das Vorstellungsvermögen Deiner Frau einmal konkret zu testen. Gib Ihr aber dennoch einige Fakten und mögl. Beurteilungskriterien für Wohnqualität an die Hand, damit sie ein wenig komplexer denkt. Soll ja nicht dazu führen, dass sie - wie aus der Pistole geschossen - antwortet: Ich will nach Hongkong, da bin ich am Meer und die Stadt ist so wunderschön "urban".

  7. #1376
    Avatar von Chak

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    Zitat Zitat von waanjai_2 Beitrag anzeigen
    Knapp 1000 farang-thai-Ehepaare allein im Kern-Bezirk von Udon Thani. So Mengen entstehen nicht (und können dies auch garnicht) aufgrund von Wohnortwahlen der Ehefrauen zurück ins Dorf ihrer Eltern. Denn in der Amphoe Mueang gibt es die kaum, das ist überwiegend schon urbanes Gebiet. Und die Wohnortwahlen sind multidimensional begründet: Einige finden z.B. die hohen Mauern um die Villen in Bangkok und die käfigartigen Dachkonstruktionen gegen Einbrüche in Bangkok einfach nicht mehr so prickelnd.
    Das will ich gar nicht abstreiten. Insofern stellt dann Ampör Müang ein Kompromiss dar: Die Ehefrau ist in ihrer Heimat, dem Isaan, und der Mann muss nicht ganz in der Pampa leben.
    Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren. Also bei wievielen der von dir genannten 1.000 Ehepaaren kommt die Ehefrau nicht aus dem Isaan?

    Laut der von dir verlinkten Magisterarbeit
    The fact that the wives were from Udon Thani province is the biggest factor in the move.
    und weiter
    Almost all of the retirees have married females from Udon Thani or the
    surrounding area. This is the largest reason for choosing Udon Thani.
    Ansonsten, mit welchen Vorzügen der Umgebung sollte ich wohl meiner Frau den Ort schmackhaft machen können, weiterhin rein hypothetisch?

  8. #1377
    Avatar von waanjai_2

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    Zitat Zitat von Chak Beitrag anzeigen
    Insofern stellt dann Ampör Müang ein Kompromiss dar: Die Ehefrau ist in ihrer Heimat, dem Isaan, und der Mann muss nicht ganz in der Pampa leben.
    ........
    Ansonsten, mit welchen Vorzügen der Umgebung sollte ich wohl meiner Frau den Ort schmackhaft machen können, weiterhin rein hypothetisch?
    Deine erste Aussage stellt eine weitgehend zutreffende Verallgemeinerung dar, finde ich. Denn in dem ethnisch und sprach-räumlich aufgeteilten Thailand sind die Dialekte halt im Alltag noch von ganz besonderer Bedeutung. Übrigens auch, obwohl in allen Schulen Hoch-Thai gelehrt wird. Wenn die Tochter dann zu Hause ist, geht's weiter in Thai-Isaan. Sind ja noch ein paar andere Leute da. Abgesehen vom Deutschen, welches wir auch ganz bewußt pflegen.
    Also empfinden die Leute aus der Region Isaan - was ja keine kleine Region ist und auch sonst: Wahlstimmenmäßig, Geburtenüberschuß-mäßig eine große Bedeutung in und für Thailand hat - als "Heimat". Aus welchen der vielen Provinzen des Isaans die Leute dann kommen ist oftmals schon sekundär - obwohl der Morlum Udon-Style schon wieder anders ist als der Morlum Khon-Kaen-Style. In diesem Sinne ist dann auch im Isaan eine zunehmende Verschmelzung der Subregionen in den Konzepten der symbolischen Ortsbezogenheit (Heimat) feststellbar. Da werden dann Städte wie Korat, Khon Kaen, Udon und Nong Khai irgendwie austauschbar. Und die Standortwahlen orientieren sich immer häufiger auf die attraktiven "Suburbs" dieser Städte. Dort wird dann realisierbar, was schon seit Jahrzehnten des Deutschen liebster Wohnstandort ist: Am Waldesrand 10 Minuten vom Stadtzentrum entfernt. Das ist in D bekanntlich ein nicht realisierbarer Widerspruch in sich. Im Isaan läßt sich dies jedoch ... kilo salis realisieren.

    Jetzt zu Deiner zweiten Frage: Was sind denn die Vorzüge der zumeist gewählten Wohnstandorte im Isaan:
    1. Ökonomisch kann man sich im Isaan ein Haus mit großen Garten leisten. In Bangkok und auf den Inseln nicht.
    2. Ökonomisch kann man sich die Ausstattung mit Swimmingpool leisten, wenn man Spaß an swimming pools hat. Ich dusche lieber oder sitze in der Badewanne.
    3. Sind Kinder im Haushalt, so ist die Austattung mit Schulen der Grund-Haupt- und Sekundarstufe o.k. Für Unis muß man mobil sein.
    4. Freizeit-Einrichtungen wie Kino etc. gibt es zuhauf. Karaoke-Plätze, Discos bis spät in die Nacht auch. Musik-Veranstaltungen sind oftmals vielfältiger und leichter zu erreichen als in Bangkok. Dafür gibt es nämlich Morlum-Schuppen und Freililchtbühnen zu Hauf. Gerade erst vor kurzem ergänzt durch UD-Bazar und UD-Town. Im Dezember sogar 14-Tage lang Freiluft-Konzerte am Stück.
    5. Das Opernhaus fehlt. Mir nicht so sehr, weil ich es auch in Köln kaum besucht habe.
    6. Die Shopping-Möglichkeiten (für Nahrungsmittel, nicht so sehr für Mode) sind nahezu unbegrenzt und direkt vergleichbar mit Bangkok. Wir haben z.B. in Udon: 1 x Robinson, 1x Big C, 1 x TOPS, 1 x Makro, 3 x Lotus/Tesco, (noch) 1 x Carrefour, 2 x einen chinesischen Supermakrt. Dazu kommen - wunderschön ergänzend - die ständigen lokalen Märkte - ob tagsüber oder in der Nacht. Wobei die Nachtmärkte den Einkauf mit dem Essen verbinden.
    7. Die Ausstattung mit Restaurants ist vielfältig. Darunter befinden sich auch deutsche. Die dann zumeist ne Bäckerei betreiben oder einen Metzgerladen. Für Freunde der Fusion-Küche. Restaurants werden gerne mit Angelmöglichkeiten ausgestattet.
    8. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind ab Einbruch der Dunkelheit völlig unzureichend. Dafür tagsüber vielfältig und in kleinen Intervallen fahrend. Die Überland-Verbindungen mit den A/C-Reisebussen sehr gut ausgestattet. Von z.B. Udon haben wir z.Zt. 3 x täglich Flugverbindungen nach BKK via Thai Airways; ebenfalls 3 x täglich via Nok Air, 2 x täglich via Air Asia - also 8 Flüge täglich Hin-und Rückflug.
    9. Das Meer ist weit weg, aber dafür gibt ja die vielen Häuser mit Dachziegeln in si thalee - Meeresblau. Dafür gibt es den Mekong. Kein Wunder, warum sich so viele Europäer, die die europäischen Flüsse gewohnt sind, sich hier wohlfühlen. Der Rheinländer an sich natürlich auch. Auf die Wolgadeutschen können wir gerne verzichten.
    10. Im Isaan kann man sehr gut Subsistenz-Wirtschaft betreiben und in bestimmten Bereichen autark werden. Reisanbau etc. macht nicht nur Sorgen - wo bleibt der Regen? - sondern auch Spaß. Hat man einen "grünen Daumen", dann macht der Obstanbau ebenfalls viel Spaß. Gemüse gibt es so viel frische Ware auf den talads, da lohnt sich der Eigenanbau erst garnicht.
    11. Die nationalen Medien - ob nun gerade mal wieder gleichgeschaltet oder nicht - sind überall gleich inhaltsleer und doof. Dafür braucht man nicht in Bangkok zu sitzen.
    12. Die Kriminalitätsraten sind äußerst gering.
    13. Die Wahrscheinlichtkeit, dass der durch die Notruf-Zentrale in Fahrt gesetzte Notfall-Wagen Dich als Verkehrsopfer noch lebend erreicht, ist groß. Das empfinden viele Bangkoker als eine lebenswerte Alternative.
    14. Insgesamt ist die medizinische Vorsorgung sehr gut. Wir haben z.Zt. 3 internationale Krankenhäuser - also wo Man Englisch sprechen darf und er sich notfalls auch ganz allein durchwursteln kann. Die Kosten für die med. Versorgung sind vergleichsweise gering. Ein wichtiger Grund für den sog. Medizin-Tourismus nach Thailand.
    15. Im Isaan sind die Menschen noch freundlich. Während man im Süden und in Teilen von Bangkok den Eindruck gewinnt, dass man schon als "Objekt Kunde" angesehen wird, so ist das im Isaan (vielleicht noch) nicht der Fall.
    16. Da man als Farang max. im eigenen Garten arbeiten darf, veranstaltet man als "gehetzter Rentner" halt gerne Parties. Bis hin zu einmal im Jahr ein Tambun Baan, welches die gesamte Familie i.S. von Brüdern und Schwestern nebst deren Anhang an einem Orte versammelt. Dies trägt zum Zusammenhalt des Clans bei. Wie auch in Europa von früher. Weil man ein eigenes Haus hat, kann man solche Parties auch durchziehen.
    17. Man kann sich ganz gut in die lokale Nachbarschaft integrieren. Gleiches gilt auch für den Aufbau von politischen Kontakten, obwohl man hierfür sich in Gruppen engagieren muß.
    18. Das Klima im Isaan ist besonders für ältere Leute sehr bekömmlich. Leute mit ehemaligen Bewegungsproblemen berichten von wahren Wundern.
    19. Wir können im Isaan das gesammelte Regenwasser trinken, weil wir keine Umweltverschmutzung im großen Stile haben.
    20. Wenn man erst ein eigenes Haus hat, dann kann man sich Hunde und andere Haustiere halten, wie man Lust hat. Braucht sich nicht - wie in Bangkok - vor den Soi-Kötern fürchten.
    21. Wohnt man im eigenen Bungalow und nicht im Condo, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass man tödlich abstürzt, ziemlich gering.

    Diejenigen Punkte, die ich vergessen habe, können entweder andere und/oder später nachgetragen werden. Wollte ja erstmal einen Anfang machen.

  9. #1378
    Avatar von Chak

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    Waanjai, wenn du wirklich geglaubt hast, du könntest mir etwas vormachen, dann musst du wohl vergessen haben, dass ich schon öfter im Isaan war als mir lieb ist. Zugegebenermaßen habe ich für eine Weile das ereignisarme Leben genossen, um dann nach spätestens einer Woche einen Lagerkoller zu bekommen. Aber in sofern muss ich dir sagen, entweder hast du eine tiefrosa gefärbte Brille auf oder die Vororte Udons sind so ganz anders als die Dorfer etwa 60 Kilometer weiter südlich.

    Zitat Zitat von waanjai_2 Beitrag anzeigen
    Und die Standortwahlen orientieren sich immer häufiger auf die attraktiven "Suburbs" dieser Städte. Dort wird dann realisierbar, was schon seit Jahrzehnten des Deutschen liebster Wohnstandort ist: Am Waldesrand 10 Minuten vom Stadtzentrum entfernt. Das ist in D bekanntlich ein nicht realisierbarer Widerspruch in sich. Im Isaan läßt sich dies jedoch ... kilo salis realisieren.
    Ich bezweifle, dass ihr da richtigen Wald habt, denn der ist ja vor Jahrzehnten dem Reis- und Zuckerrohranbau zum Opfer gefallen. Welche anderen landschaftlichen Vorzüge es dort gibt wüsste ich immer noch gerne.

    Jetzt zu Deiner zweiten Frage: Was sind denn die Vorzüge der zumeist gewählten Wohnstandorte im Isaan:
    1. Ökonomisch kann man sich im Isaan ein Haus mit großen Garten leisten. In Bangkok und auf den Inseln nicht.
    Das stimmt. Die Gründe sind die gleichen, warum in Mecklenburg ein Haus mit großem Grundstück das doppelte von einem Haus mit kleinem Grundstück in einem Vorort von Hamburg kostet: Die Menschen ziehen da eher weg als hin.
    3. Sind Kinder im Haushalt, so ist die Austattung mit Schulen der Grund-Haupt- und Sekundarstufe o.k. Für Unis muß man mobil sein.
    O.K. heißt nicht besonders gut. Also eher ein Argument für die eigentlich Zentren.
    4. Freizeit-Einrichtungen wie Kino etc. gibt es zuhauf. Karaoke-Plätze, Discos bis spät in die Nacht auch. Musik-Veranstaltungen sind oftmals vielfältiger und leichter zu erreichen als in Bangkok. Dafür gibt es nämlich Morlum-Schuppen und Freililchtbühnen zu Hauf. Gerade erst vor kurzem ergänzt durch UD-Bazar und UD-Town. Im Dezember sogar 14-Tage lang Freiluft-Konzerte am Stück.
    Morlam ist ja mal ganz lustig, wenn ich sturzbetrunken bin, aber ein wirklicher Punkt der für den Isaan spricht ist das nicht.

    5. Das Opernhaus fehlt. Mir nicht so sehr, weil ich es auch in Köln kaum besucht habe.
    Geschenkt, in der Oper war ich einmal und bin in der Pause gegangen. Das braucht in der Tat kein Mensch.
    6. Die Shopping-Möglichkeiten (für Nahrungsmittel, nicht so sehr für Mode) sind nahezu unbegrenzt und direkt vergleichbar mit Bangkok. Wir haben z.B. in Udon: 1 x Robinson, 1x Big C, 1 x TOPS, 1 x Makro, 3 x Lotus/Tesco, (noch) 1 x Carrefour, 2 x einen chinesischen Supermakrt. Dazu kommen - wunderschön ergänzend - die ständigen lokalen Märkte - ob tagsüber oder in der Nacht. Wobei die Nachtmärkte den Einkauf mit dem Essen verbinden.
    Ich gehe davon aus, dass das ironisch gemeint war, denn du kannst ja nicht ernsthaft die genannten Einkaufsmöglichkeiten mit denen Bangkoks vergleichen.
    7. Die Ausstattung mit Restaurants ist vielfältig. Darunter befinden sich auch deutsche. Die dann zumeist ne Bäckerei betreiben oder einen Metzgerladen. Für Freunde der Fusion-Küche. Restaurants werden gerne mit Angelmöglichkeiten ausgestattet.
    Wieviele von den Restaurants sind richtig gut? Auch gute Italiener oder Franzosen?
    8. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind ab Einbruch der Dunkelheit völlig unzureichend. Dafür tagsüber vielfältig und in kleinen Intervallen fahrend. Die Überland-Verbindungen mit den A/C-Reisebussen sehr gut ausgestattet. Von z.B. Udon haben wir z.Zt. 3 x täglich Flugverbindungen nach BKK via Thai Airways; ebenfalls 3 x täglich via Nok Air, 2 x täglich via Air Asia - also 8 Flüge täglich Hin-und Rückflug.
    Wenn es da so toll ist, warum sollte das dann für Udon sprechen, dass man da gut wieder weg kommt? Aber du hast recht, das ist wirklcih ein großer Vorteil.
    9. Das Meer ist weit weg, aber dafür gibt ja die vielen Häuser mit Dachziegeln in si thalee - Meeresblau. Dafür gibt es den Mekong. Kein Wunder, warum sich so viele Europäer, die die europäischen Flüsse gewohnt sind, sich hier wohlfühlen. Der Rheinländer an sich natürlich auch. Auf die Wolgadeutschen können wir gerne verzichten.
    Ich möchte nicht anderen Rheinländern Unrecht tun, indem ich deine Vorlieben für repräsentativ halte. Ich nehme an, die ziehen ansonsten auch das Meer einem schlammigem Fluss vor.
    10. Im Isaan kann man sehr gut Subsistenz-Wirtschaft betreiben und in bestimmten Bereichen autark werden. Reisanbau etc. macht nicht nur Sorgen - wo bleibt der Regen? - sondern auch Spaß. Hat man einen "grünen Daumen", dann macht der Obstanbau ebenfalls viel Spaß. Gemüse gibt es so viel frische Ware auf den talads, da lohnt sich der Eigenanbau erst garnicht.
    Das ist allerdings nur dann ein Vorteil, wenn man schon immer mal Bauer werden wollte. Der Gedanke kam mir allerdings noch nicht.

    12. Die Kriminalitätsraten sind äußerst gering.
    Liegt dir hierzu eine Statistik vor? Mein Eindruck war ein anderer. Yaa Baa ist sicherlich nicht ganz unschuldig daran, dass es selbst in den entlegeneren Dörfern Einbrüche, Mord und Totschlag gibt.

    18. Das Klima im Isaan ist besonders für ältere Leute sehr bekömmlich. Leute mit ehemaligen Bewegungsproblemen berichten von wahren Wundern.
    Du meinst es laf an der Kälte, dass sie steife Glieder hatten? Mir war es jedenfalls immer zu heiß, aber das ist ein genereller Nachteil von Thailand.
    19. Wir können im Isaan das gesammelte Regenwasser trinken, weil wir keine Umweltverschmutzung im großen Stile haben.
    Du meinst, weil ihr keine Industrie mit den entsprechenden Emissionen habt. Einen Grundwasserbrunnen habt ihr wohl nicht, denn die Belastung mit Pestiziden dürfte nicht gerade gering sein.
    20. Wenn man erst ein eigenes Haus hat, dann kann man sich Hunde und andere Haustiere halten, wie man Lust hat. Braucht sich nicht - wie in Bangkok - vor den Soi-Kötern fürchten.
    Auch da war meine Erfahrung eine andere. Das waren vielleicht keine herrenlosen Hunde, aber ohne Knüppel abends durchs Dorf zu gehen war auch nicht ratsam.

    21. Wohnt man im eigenen Bungalow und nicht im Condo, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass man tödlich abstürzt, ziemlich gering.
    Und aus dem ersten Stock überlebt man den Fall auch, aber dafür sollte man dann die Bremsleitungen vor Fahrtantritt kontrollieren.

    Was du aber nicht widerlegt hast ist meine, durch die von dir verlinkte Magisterarbeit bestärkte Theorie, dass dort diejenigen hinziehen, die partnerschaftlich mit dem Isaan verbunden sind.

  10. #1379
    Avatar von waanjai_2

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    Zitat Zitat von Chak Beitrag anzeigen
    Was du aber nicht widerlegt hast ist meine, durch die von dir verlinkte Magisterarbeit bestärkte Theorie, dass dort diejenigen hinziehen, die partnerschaftlich mit dem Isaan verbunden sind.
    Nicht nur partnerschaftlich, sondern auch gefühlsmäßig. Und die Optionen, die man dort inzwischen hat, sind gewaltig und real bedeutsam. Was nützen mir 100 Lotus/Tesco, wenn die kein Einzelmensch besuchen kann noch will. Über die Isaan Küche haben wir ja noch garnicht gesprochen.

    Jedensfalls gibt es nun eine kleilne Liste von - nun 22 - Punkten, die all diejenigen, die ihre Wohnstandorte näher beschreiben wollen, als Orientierung nutzen können. Darauf warte ich übrigens schon lange. Auch auf die Beschreibung Deines Wohnortes, lieber Chak.

    Ja, ich warte aber auch z.B. auf die Beschreibungen der Insulaner, die da schreiben werden:
    "Schon im zehnten Jahr gehe ich vor dem Frühstück über den traumhaft weißen Sandstrand direkt vor meinem Haus ins Meer, um zu baden. Freue mich morgens über die vielen Nackedeis aus der Nachbarschaft, denn die Besucher der Discos schlafen ja noch. Dann gibt es Frühstück auf der sonnenüberfluteten Terrasse mit meiner derzeitigen Partnerin. So gestärkt, gehts mit Ihr wieder ins Bett. Ich würde meinen Alltag hier auf Koh XXX nicht mit anderen Wohnstandorten tauschen wollen."

    Aber diese Alltags-Beschreibungen fehlen hier im Forum irgendwie. Gibt es diesen Alltag vielleicht garnicht? Frage in die Runde.

  11. #1380
    Avatar von benni

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    Lebe seit über 20 Jahren genau so minus den benachbarten Nackedeis, dafür mit Familie.

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