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Leben in Chiang Mai

Erstellt von x-pat, 03.04.2012, 06:01 Uhr · 2.143 Antworten · 191.572 Aufrufe

  1. #151
    Avatar von x-pat

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    Die wenigsten wissen, dass das "ursprüngliche" Chiang Mai ca. 4 km südlich des heutigen Chiang Mai in Saraphi liegt. Bekanntermaßen wurde die Stadt im 13ten Jahrhundert von König Mengrai gegründet, aber jener schlug seine Zelte nicht an der Stelle des heutigen Stadtgrabens auf, sondern zunächst auf der anderen Flußseite etwas weiter im Süden. Dort entstand eine Besiedlung die heute als Wiang Kum Kam bekannt ist, bzw. als "ancient city". Übrig geblieben davon sind leider nur Ruinen, denn es stellte sich bald heraus, dass die Gegend in Saraphi ständig von Überflutungen heimgesucht wird, was übrigens heute noch der Fall ist. Einige Jahre nach der Gründung von Wiang Kum Kam wurde Chiang Mai nach Norden an den heutigen Standort verlegt. Wiang Kum Kam wurde jedoch nicht ganz aufgegeben. Die Besiedlung wuchs und existierte weiter während um das heutige Chiang Mai ein Befestigungswall gebaut wurde. Nach dem Verfall der strategischen Bedeutung von Chiang Mai und der burmesischen Besatzung im 16ten Jahrhundert wurde Wiang Kum Kam verlassen und verfiel. Die Ruinen wurden erst Mitte der 1980er wieder ausgegraben und stehen heute zur Besichtigung frei.


    Amn erreicht Wiang Kum Kam über die zweite Ringstraße Thanon Somphot 700 Pi.


    Das Gelände kann zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Bus, oder am besten mit einer der angebotenen Pferdekutschen erkundet werden.


    Die Pferdekutschenfahrer können ein wenig über die Ruinen erzählen. Leider spricht kaum einer Englisch. Trotzdem lustig.
    Außerdem gibt es ein Besucherzentrum und ein Museum mit Artefakten des alten Lanna Königreichs.


    Das Hauptgebäude ist der Chedi von Wat Chang Kam.


    Die Ruinen sind teils begehbar. Die Anzahl der Gebäude und deren geographische Verteilung deuten auf eine größere Ansiedlung hin.


    Wat Phra Chao Ong Dam. Die Architektur unterscheidet sich nur wenig von heutigen Tempelanlagen.


    Wat E-Kang. Die Ausgrabungen hier wurden erst 2003 beendet.


    Der Chedi von Wat E-Kang ist einigermaßen intakt und lässt die ursprüngliche Form erkennen.

  2.  
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  3. #152
    Avatar von x-pat

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    Die Pferdekutschen setzen Ponies ein.


    Die Überreste von Wat Nan Chang.














    Wat Chedi Liam ist das größte und am besten erhaltenste Gebäude in Wiang Kum Kam. Der Tempel ist heute noch "in Betrieb".
    Er wurde um 1287 gebaut, ca. 10 Jahre vor der Gründung des heutigen Chiang Mai.



    Cheers, X-pat

  4. #153
    Avatar von x-pat

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    Hier sind wir in San Patong in einer Schule in den Bergen. Meine Frau hatte Ende 2010 einen Fundraiser organisiert, um Decken und Kleidung an die Schulkinder zu spenden. Dabei haben uns freundlicherweise einige Expatfamilien aus dem Bekanntenkreis unterstützt. Die Fotos sind von der Übergabe. Seit dem Event spenden wir einmal jährlich Lehrmaterialien, Spielsachen, und Kleidung an mittellose Schulen in der Gegend.







    Cheers, X-pat

  5. #154
    Avatar von x-pat

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    Heute sehen wir uns einen nordthailändischen Waldtempel an, und zwar Wat Tham Muang Na im nördlichen Chiang Dao Distrikt von Chiang Mai. "Tham" bedeutet "Höhle"; der Tempel ist um eine Höhle herumgebaut. Er wurde gegründet von Luang Ta Ma, dem heutigen Abt des Tempels, der in den frühen 80er Jahren aus Ayutthaya in diese abgelegene Gegend von Chiang Dao kam. Die Höhle liegt in einem dicht bewaldeten Gebiet in Muang Na wenige Kilometer von der burmesischen Grenze entfernt. Mit einem Fernglas kann man ein burmesisches Fort auf der anderen Seite erkennen. Auf der thailändischen Seite gab es früher ein Shan (=Thai Yai) Flüchtlingslager. Mittlerweile haben sich die Shan fest in diesem Landstrich angesiedelt. Luang Ta Ma ist ein Schüler des berühmten Luang Pu Du aus Ayutthaya, der nach einigen Jahren Dutang (=Tudong) Pilgerschaft in Chiang Dao verblieb und dort mehr als ein Jahrzehnt in vollkommener Isolation in der Höhle von Muang Na meditierte. Wir lernten ihn und Wat Tham Muang Na auf einer kleinen historischen Reise im Jahr 2007 kennen, auf der wir die militärischen Kampagne des thailändischen Königs Naresuan durch Nordthailand nachvollzogen. Inzwischen ist Luang Ta Ma in Thailand selbst einigermaßen bekannt geworden und seine Schule hat heute mehrere Zweigtempel in verschiedenen Provinzen.


    Der Eingang zur Tham Muang Na Höhle. Dies ist der Kern des heutigen Tempels. Früher lebten hier hauptsächlich Fledermäuse und andere Wildtiere.


    Die Höhle ist wie ein großer zum Dschungel geöffneter Saal, ca. 12m breit und 30 m tief. Es gibt mehrere kleinere Höhlen.


    Luang Ta Ma (r.) und einer seiner Schüler.


    Der Aufgang zu den Kutis der Mönche.


    Die Kuti von Luang Ta Ma.


    Weitere Kutis.


    Mit Freunden auf dem Weg zum Berggipfel.


    Der Aufstieg hat einige Tücken.


    Die Sicht von der Meditationsplatform macht es lohnenswert.


    Auf dem Gipfel ist eine weitere von Mönchen bewohnte Höhle.

  6. #155
    Avatar von x-pat

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    Die nach oben offene Höhle ist vom Dschungel überwachsen.


    Hier habe die Mönche Unterstände, Wassertanks, und einen Weg (für Walking Meditation) installiert.


    In manchen der kleineren Höhlen sind Statuen aufgestellt.


    Andere dienen zur Meditation. In den Höhlen ist es einige Grad kühler.


    Tempelfest in Chiang Dao.


    Luang Ta Ma und seine Schüler bei der Einweihung neuer Statuen.


    Ich würde meine Hand nicht unbedingt in die Nähe der geschmolzenen Legierung bringen.


    Die Metallurgen bei der Arbeit.


    Auf dem Tempelfest in Chiang Dao.

    Cheers, X-pat

  7. #156
    Avatar von x-pat

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    Die Architektur in Nordthailand unterscheidet sich heute kaum von der im restlichen Thailand; dies war allerdings nicht immer so. Bis etwa Mitte des 20ten Jahrhunderts hätte man ein Lanna Dörfchen ohne weiteres an den traditionellen Merkmalen und Baustilen erkennen können. Holz war einst der Baustoff der Wahl aufgrund der üppigen Wälder in Nordthailand und der damals noch nicht existierenden Abholzungskontrolle. Neben Teak zählen zu den beliebten Bauholzsorten vor allen Dingen Mai Yang (verschiedene Arten des Dipterocarpus Genus) und Mai Daeng (z.B. Pterocarpus macrocarpus). Wer in den 70er, 80er oder frühen 90er Jahren nach Nordthailand reiste, dem fielen sicherlich die Straßenzüge der aus Holz gebauten Geschäftshäuser aus. Sie hatten typischerweise große Holztore und Laden, eventuell eine Galerie und ein Vordach auf der ersten Etage und manchmal Balkone auf der zweiten Etage. Das erste Foto zeigt so ein Haus mit unverkennbarem westlichen (Kolonialstil) Einfluss. Die Wohnhäuser der Thais waren eher traditionell gebaut, wobei es bei den nordthailändischen Wohnhäusern einige Abweichungen vom zentralthailändischen Stil gibt. Bei den Sakralbauten von Nordthailand zeigt sich vor allem der Einfluss der benachbarten Gebiete, hauptsächlich burmesische und Shan Einflüsse. Ich beginne erst mal mit kontemporären Bauten und danach schauen wir uns einige traditionelle Häuser an.



    Altes Geschäftshaus im Kolonialstil in der Innenstadt von Chiang Mai.


    Ein privates Wohnhaus verbindet moderne Baustoffe und Konzepte mit dem traditionellem Look.


    Ein opulentes Privathaus in der Bor Sang Handicraft Zone mit aufwändiger Dachkonstruktion.


    Dieses Restaurant, das für seine Nudelsuppen berühmt ist, weist einen ähnlichen Stil auf.


    An Tradition angelehnte moderne Archtiektur in Lamphun.


    Ein modernes Geschäftszentrum im traditionellen Stil wurde 2006 an der Atsadathon Rd. errichtet.


    Der damalige "Good Taste Market" war ursprünglich als Handicraft Markt konzipiert.


    Die Konstruktion ist ähnlich wie bei typischen Einfamilienhäusern.


    Aufwändige Stufendächer sind ein dekoratives Feature, dass man vor allen Dingen aus Burma kennt.


    Die Kunsthandwerksläden in diesen Galerien hielten sich ca. 2 Jahre lang. Danach wurden die Gebäude von Pubs und Bars übernommen.

  8. #157
    Avatar von x-pat

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    Ähnlich wie in Zentralthailand, ist das traditionelle nordthailändische Haus ein auf Stelzen gebautes Holzhaus. Das traditionelle Lanna Haus erkennt man an folgenden Merkmalen: die Wände sind normalerweise senkrecht ohne Neigung, die Dachkonstruktion ist nicht gewölbt sondern gerade mit flacheren Winkeln. Oft findet man Fußwalmdächer mit dem unteren Teil als Überhang verlängert. Typisch sind überdachte Treppen mit Podesten, die oft auf eine kleine Veranda führen, die "Kalae" Giebeldekoration, sowie der zentrale "Ran nam" Wasserspeicher. Unterschieden wird in Nordthailand zwischen Bambushäusern (ruen mai bua) und den Hartholzhäusern (ruen mai ching), wobei letztere vor allem von den wohlhabenderen Städtern bevorzugt wurden. Das traditionelle "high-end" Haus in Nordthailand war demnach ein größer angelegtes Teakhaus mit einer Terasse, das reichlich mit dekorativen Elementen verziert wurde. Die Terasse hatte oft eine gesellschaftliche Funktion; dort wurden Gäste empfangen und bewirtet. Die Kalae Giebeldekorationen wies normalerweise auf einen wichtigen oder wohlhabenden Besitzer hin. Für die Dachabdeckung wurden im Gegensatz zu Zentralthailand häufiger Holzschindeln verwendet.


    Diese Lanna Häuser stehen nicht in Chiang Mai, sondern im Bang Sai Arts and Craft Centre in Ayutthaya.
    Der Park enthält eine Kollektion mit Beispielen aller traditionellen Baustile Thailands. Sehr empfehlenswert für Architektur-Interessierte.


    Ein weiteres Lanna Haus in Bang Sai. Das "Kalae" Kreuz auf dem Giebel war einst typisch für Nordthailand. Mittlerweile sieht man es auch in anderen Regionen.


    Dies ist die typische "Ran Nam" Getränkestation. Hier fehlen allerdings die Krüge.


    Die Treppen verlaufen meist parallel zur Hauswand.


    Dachkostrunktion aus Holz. In diesem Beispiel sind die Dachlatten verkleidet. Das sieht man eher selten.


    Querträger und Giebelentlüftung. Die Dachräume sind immer offen.


    Im Außenbereich werden die Dielen so verlegt, dass Regenwasser ablaufen kann.


    Eine traditionelle thailändische Küche. Der Sandkasten soll verhindern, dass das Haus Feuer fängt. Die Wände sind durchlässig zur Entlüftung.


    Zum Vergleich die Dachkonstruktion eines zentralthailändischen Hauses. Man erkennt den spitzeren Winkel und die Wölbung auch von innen.
    Auch die verwendeten Panele sind anders gebaut.


    Verzierte Traufbretter waren einst das non plus ultra für das "stilvolle Leben". Die Schnitzkunst ist weit verbreitet in Nordthailand.

    Cheers, X-pat

  9. #158
    Avatar von x-pat

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    Dieses typische Lanna Haus steht im Tweechol Botanical Garden an der Rd. 118.


    Es verfügt über eine geräumige Terasse und Wandpanele im Wohnraum.


    Die Fenster sind unverglast. Das Dach ist offen. Die gesamte Konstruktion is aus Holz, einschließlich Wackelbett.


    Die zentrale Terasse ist der öffentlichste Raum und gleichzeitig der Brennpunkt des Hauses.


    An dieser Küchenvorrichtung wird offensichtlich im Stehen gekocht.
    Das Lattenrost an der Decke dient zum Aufhängen von Utensilien und Lebensmitteln.


    Das mit Terracottaziegeln gedeckte Dach macht einen guten Eindruck. Keine Löcher.
    Erweiterungen mit Vordach werden häufig verwendet um den Innenraum zu maximieren.


    Aussicht vom Wohnraum auf Terassen und Treppenaufgang. Ein Haus dieser Bauart war nicht das typische Bauernhaus, sondern eher das einer reichen Familie.


    Ansicht von der Rückseite.

  10. #159
    ILSBangkok
    Avatar von ILSBangkok
    Hey X-Pat

    Werde am Do oder Freitag in "Mae ai" beim Wat Thaton übernachten. Wohnst du dort in der Nähe? Ist zwar schon fast (oder ist) Chiang Rai. Bin aber noch nicht sicher ob wir auch in Do Ithanon übernachten

  11. #160
    Avatar von x-pat

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    @ILSBangkok, ich wohne in Chiang Mai, das ist einige Autostunden von Mae Ai entfernt. Falls du in Chiang Mai bist, sag Bescheid.

    Cheers, X-pat

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