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Leben in Chiang Mai

Erstellt von x-pat, 03.04.2012, 05:01 Uhr · 2.106 Antworten · 180.543 Aufrufe

  1. #1351
    Avatar von ChangLek

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    ............die stehen gebliebenen Halme/Stauden von abgeernteten Reis/Mais - hm, wäre das nicht verwertbares Viehfutter...........

  2.  
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  3. #1352
    Avatar von franki

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    Die Straßenränder werden abgebrannt, so wie man bei uns das Gras mäht oder die Sträucher abschneidet. Damit es ordentlich ist! Meine Frau hatte aus dem Grund im Januar, als es in der Gegend eh schon sehr verbrannt roch, vor dem Grundstück am Straßenrand das Gestrüpp angezündet. Weil es so unordentlich ausgesehen hat!

  4. #1353
    Avatar von MadMac

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    Zitat Zitat von franki Beitrag anzeigen
    Weil es so unordentlich ausgesehen hat!
    ....weil sie es schon immer so gemacht haben. Schrieb ich schon. Also Idiotie pur. Wie auch in Indonesien.

  5. #1354
    Avatar von Helli

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    Witzig und typisch für die Thai-Denke ist es beim Zuckerrohr.
    Sie fackeln großflächig die trockenen Blätter ab, um dann beim Schnitt (per Hand) etwas Zeit und damit Geld zu sparen.
    Es hat sich aber noch niemand Gedanken darüber gemacht, dass bei der großen Fackel auch ein Teil der Feuchtigkeit in der Pflanze verloren geht (man kann es auch am weißen Qualm sehen!). Sie sparen also 10-15% bei den Erntekosten und nehmen ca. 20% Gewichtsverlust bei der Ablieferung in der Fabrik inkauf! "Das haben wir schon immer so gemacht!"

  6. #1355
    Avatar von ChangLek

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    .................da wundern auch 19 Putsche nicht mehr - das haben die schon immer so gemacht..................

  7. #1356
    Avatar von x-pat

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    Es gibt vielerlei Gründe für das Abbrennen. In kultivierten Flächen werden Ernterückstände abgebrannt, hauptsächlich Reisstroh und Mais, aber auch andere Biomasse. Das ist eine primitive Alternative zur Zerkleinerung der Rückstände und zum Umpflügen der Böden. Die Bauern haben entweder nicht die entsprechenden Maschinen, oder sie sind -was heute wahrscheinlicher ist- ganz einfach unwissend und unwillig bessere Methoden anzuwenden.

    Auf nicht-kultivierten Flächen und in Wäldern wird abgebrannt um das Unterholz zu entfernen, Flächen freizubekommen, und um den Boden für die Pilzernte zu düngen. Letzteres ist vor allen Dingen in den Wäldern in der Umgebung von Chiang Mai der Fall. Diese Art Brandrodung erleichtert Sammlern und Wilderern den Zugang zum Wald.

    Gelegentlich brennen auch Straßenränder. Das ist entweder die unkontrollierte Folge eines gelegten Wildbrandes, oder jemand hat irgendwo eine Zigarette aus dem Fenster geworfen.

    Die zurückbleibende Asche erhöht kurzfristig den Phosphor- und Potassiumgehalt des Bodens, laugt ihn allerdings langfristig aus, da Mikroorganismen zerstört werden und andere Minerale reduziert werden. In Waldgebieten ist es ganz besonders schädlich, weil durch das Feuer auch viele Insekten und Kleintiere, sowie Schösslinge, Wurzeln und Bodenpflanzen zerstört werden. Das führt insgesamt zu einer Reduktion der Biodiversität und zur Degradierung des Waldes.

    Darüber hinaus hat das Abbrennen die bekannten negativen Einflüsse auf die Luftqualität die wir gerade wieder zu spüren bekommen und es trägt zur globalen Erwärmung bei.

    Es gibt dazu Studien die lange veröffentlicht und bekannt sind, sowohl von thailändischen als auch von internationalen Universitäten. Leider geht das weder in die nordthailändischen Bauernschädel hinein, noch findet es von offizieller Seite Berücksichtigung. Die Haltung der offiziellen Stellen in Thailand kann man nur als inkompetent und gleichgültig bezeichnen.

    Cheers, X-pat

  8. #1357
    Avatar von Helli

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    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    Es gibt vielerlei Gründe für das Abbrennen. In kultivierten Flächen werden Ernterückstände abgebrannt, hauptsächlich Reisstroh und Mais, aber auch andere Biomasse.
    Man stelle sich nur mal ansatzweise vor, was man mit dieser abgefackelten Biomasse alles machen könnte.
    Man hat in über 2.500 Jahren Buddhismus den vorherigen Geisterglauben nicht aus den Köpfen bekommen, wie lange wird es dann wohl bei der Beratungsresistenz und bei den Umweltproblemen dauern?

  9. #1358
    Avatar von x-pat

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    Für die Reis- und Maisbauern habe ich noch ein gewisses Verständnis, denn es ist aufwändiger die Pflanzenrückstände in den Boden zu arbeiten als sie zu verbrennen. Die brauchen ein bischen Zeit und Unterstützung um nachhaltige Methoden zu lernen. Was allerdings ganz schlimm ist, sind die Waldbrände. Die Flächen die von Wilderern und Sammlern in Brand gesteckt werden sind gewaltig und diese Feuer richten weitaus größeren Schaden an als die Brände auf den Kulturflächen. Als Mountainbiker sehe ich jedes Jahr das Ausmaß der Zerstörung mit eigenen Augen. Auch vor Nationalparks wird nicht Halt gemacht.

    Cheers, X-pat

  10. #1359
    Avatar von Yogi

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    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    ......................
    Die zurückbleibende Asche erhöht kurzfristig den Phosphor- und Potassiumgehalt des Bodens, laugt ihn allerdings langfristig aus, ................
    War dir jetzt Kalium zu, ähh, schnöde

  11. #1360
    Avatar von x-pat

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    Zitat Zitat von Yogi Beitrag anzeigen
    War dir jetzt Kalium zu, ähh, schnöde
    Sorry, passiert schon mal dass ich englische und deutsche Fachbegriffe durcheinanderwerfe. So schaut es jetzt vielerorts in den Wäldern um Chiang Mai aus. Biomasse verschwunden - viel Kalium am Boden!



    Das hier ist am Fuß des Doi Suthep Nationalparks in Mae Rim. Die Asche hat den sonst unscheinbaren Singletrack Pfad scharf gezeichnet.



    Man kann sich vorstellen, das Kleintiere, kleinere Pflanzen, Insekten, und Gelege am Boden keine Chance haben. Da sich die Brände jährlich wiederholen und ziemlich weite Flächen abdecken, fast überall wo Siedler sind, können sich die Ökosysteme nicht wirklich davon erholen, obwohl es kurz nach Beginn der Regenzeit wieder grün ausschaut.



    Dieses Bild ist aus dem Bezirk Pa Phai der am Beginn einer ca. 100 Quadratkilometer großen Wildnis nordöstlich von Chiang Mai liegt. Hier bin ich oft mit dem Fahrrad durchgefahren. Es sind ständig Fischer, Wilderer und Sammler unterwegs. Ich kann mich an keinen Tag erinnern, an dem ich keine Schüsse im Wald gehört habe. Im März brennt das Gebiet und im Mai sehe ich die Pilzsammler.

    Das idyllische Bild trügt, denn die Vegetationsdecke besteht aus wenigen Baumarten die vor einem Jahrzehnt im Rahmen einer Wiederaufforstung angepflanzt wurden. Der Boden ist vollkommen erodiert und besteht aus Geröll und Sand. Die Wildererpfade verlaufen sich nach ca. 10 km im Inneren. Weiter bin ich noch nicht gekommen. Vielleicht gibt es im Inneren noch intakten Wald.

    Unter den gegenwärtigen Praktiken wird sich das Gebiet wahrscheinlich nie richtig erholen. Wenn man bedenkt, dass hier vor einem halben Jahrhundert wahrscheinlich Montanwald gestanden hat in dem viele Säugetiere zu hause waren, ist das schon schade.

    Cheers, X-pat

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