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Krabi - ein Reisebericht (V)

Erstellt von Jinjok, 09.08.2003, 16:04 Uhr · 8 Antworten · 1.197 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Jinjok

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    Krabi - ein Reisebericht (V)

    Tagesausflug Khlong Tom Hot Spring & Crystal Pool und Wat Tam Süa

    Da mein Fell nach nur 4 Tagen immer noch recht empfindlich auf Licht reagierte, sahen wir von eienr weiteren Bootstour ab und machten eine Urwaldtour mit badegelegenheit. Treffpunkt war 8.00 vor unserem Hotel. 7.50 Uhr klingelte das Telefon. Am anderen Ende war die Rezeption und meldete die Ankunft des Tour-Busses. Ein Blick aus dem Fenster bestätigte die Meldung, ein Isuzu Minibus stand mit laufenden Motor vorm Haus. Also Rucksäcke mit Badezeug und Kamera geschultert und los gings. Auch hier gabs bei der Bezahlung eine kleine Überraschung. Als ich den vereinbarten Betrag überreichte, bekam ich 150 THB zurück, da im Tourpreis die Nationalpark-Gebühren enthalten sind, meine Frau aber als Thai nur 50 THB statt der oligaten 200 zu entrichten haben. Auch gut. Im Bus saßen zwei jungen Frauen. Anja und Sarah Studentinnen aus Köln.

    Da es keine weiteren Gäste gab hatte jeder eine Reihe im Minibus für sich allein. Die Fahrt ging stadtauswärts in Richtung Flughafen, daran vorbei weiter nach Süden auf dem Highway Nr. 4. Neben dem Fahrer war noch ein Guide an Board. Wir unterhielten uns mit den beiden Frauen. Sie waren Pauschaltouristen und hatten 14 Tage Krabi in Deutschland aus in einem Reisebüro in K gebucht. Flug via Singapore direkt nach Krabi. Sie werden von Thailand nichts sehen außer Krabi. Sie haben bis jetzt auch nichts von der Provinz gesehen. Sie wohnen in einem Resort in Aonang mit Vollpension. Sie haben keine Ahnung wie und was man bei den Garküchen bestellen kann, haben keinen Markt gesehen und kennen auch sonst nur die Souvenirshops für Touristen am Strand von Aonang.

    Inzwischen haben wir die Schotterpiste erreicht, die uns in den Wald mit den heißen Quellen bringen soll. Der Guide erklärt uns auf Tinglish und meiner Frau auf Thai, was es mit den Plantagen auf sich hat, die wir passieren. Zuckerpalmen und Kautschuk. Als wir einen riesigen Kaschu-Strauch passieren hält der Fahrer, der Guide springt flink raus und angelt ein paar Früchte vom Strauch. Er bringt jedem von uns eine Frucht mit und erläutert, wie man die Nuß daraus bekommt. Meine Frau übersetzt für die Studentinnen alles auf Deutsch, da diese mit dem Tinglish bei laufendem Motor und Aircon nicht klarkommen.







    Als wir an einem kleinem See vorbeikommen, der komplett mit Lotus zugewachsen ist, hält der Bus wieder an und wir steigen aus um die Blume der Reinheit aus der Nähe zu betrachten. Es gibt alle Stadien von der geschlossenen grünen Knopse, den roséfarbenen Blumen halbgeöffnet oder in vollen Blüte sowie die oben abgeflachten grünlichen Früchte des Lotus. Meine Frau puhlt ein paar Kerne aus der Frucht und erzählt, daß das eine thailändische Naturmedizin gegen Halsschmerzen ist. Interessiert vernehmen die beiden, daß Thailand ein überwiegend buddhistisches Land ist. Tempel oder Mönche haben die beiden in Aonang keine gesehen. Ich erkläre ihnen die Symbolik der Lotusblüte im Buddhismus und demonstriere dazu die Wasser abweisende Fähigkeit der Blätter mit einem Guß aus der Wasserflasche. Das wollte ich schon immer mal in natura probieren




    Ein See voller Lotus

    Noch ein paar Kilometer auf der staubigen Schotterpiste waren bis zum Nationalpark mit den heißen Quellen zurückzulegen. Wir kamen vorbei an kleinen Dörfern mit einfachsten Pfahlhäusern, bestehend aus nur einem Raum, daneben eine Blechhütte und noch ein paar kleine Pfahlhäuschen. Vor manchen lag im Schatten der hohen Bäume ein altes Mütterchen auf einer Bambusliege und döste. Als der Bus vorbei schlich hob sie mit einem Auge blinzelnd den Kopf und ließ ihn dann wieder sinken. Wenn um die Hütten Kinder herum waren, blieben sie stehen und winkten uns zu wenn wir vorüberfuhren. Oft hingen neben den Hütten auch die bekannten Kautschuk-Matten zum Trocknen.



    Am Parkplatz des Nationalparks standen schon eine Handvoll Minibusse und einige Pickups. Die Schranke war heruntergelassen. Als wir auf dem Fußweg hinter dem Checkpoint vorbeigingen, grüßte der Guide den Kassierer und wir gingen unbehelligt weiter. Wahrscheinlich bezahlte der Fahrer für uns den Eintritt oder auch nicht - keine Ahnung. Der Fußweg führte in einem Meter Höhe auf Stelzen durch lichten, sumpfigen Wald. Der Guide ziegte uns die dornigen Rattan-Pflanzen und wies uns auf andere interessante Gewächse hin. Zwischen zwei Bäumen war ein schönes Spinnennetz mit einem Durchmesser von ca. 1 m gespannt. Es war gar nicht so einfach die Erbauerin vor dem dunklen Hintergrund abzulichten. Wieder einmal wurde mein Wunsch nach einer ordentlichen Digitalkamera laut.


    Termalbad á la Thai

    Dann hörten wir Kinderlachen und Gekreische. An einem steilen Hang im Hochwald ergoß sich ein Bach über versteinerte Kaskaden in einen kleinen, grünen Fluß. Der Bach wurde aus heißen Quellen gespeist. Offensichtlich waren im Wasser reichlich Mineralien gelöst, die beim allmälichen Erkalten des Wasser bei seinem Lauf durch den Wald im Bachbett ausfielen bzw. kristallisierten. Dadurch haben sich am Steilhang einige Kaskaden mit tiefen Badebecken gebildet, die randvoll mit mehreren einheimischen Familien samt Kindern waren. Am Sonntag haben die dann auch frei und bevölkern die Ausflugsziele. Merke: Sonntags keine Ausflüge! Anja wollte die Quellen ausprobieren, aber mich reizte ein heißes Bad im sumpfigen Wald inmitten der Sommerhitze von Thailand nicht sonderlich.






    Wir warteten bis sie zurückkam und gingen derweil die Treppen hinab zum Fluß (mit normal kaltem Wasser) wo sich die warmen Kaskaden in den Fluß ergossen. Der Fluß sah aus wie in den Mangroven und das Wasser war nicht besonders klar. Auf dem Rückweg zum Bus betrachteten wir nocheinmal die verschiedenen tropischen Urwaldpflanzen und erkannten einige davon als riesige Expamplare heimischer Wohnzimmerpflanzen. Fragt mich nicht nach Namen! Wieder beim Bus gings mit dem selben ein paar Kilometer tiefer in den Wald, wo die kristallklaren Waldbäder sein sollten. Am Schlagbaum parkten schon wieder jede Menge Minibusse, aber wir fanden noch ein Plätzchen im Schatten.

    Wegen der vielen verlinkten Fotos Teile ich das Posting auf

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Jinjok

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    Re: Krabi - ein Reisebericht (V)

    Vor dem Schlagbaum war ein Rastplatz mit 3 großen überdachten Tisch-Bank-Kombinationen aus Holz. Daneben war eine einfachste Garküche bestehend aus einem Wok und einem ungekühltem Glaskasten, indem sich die Zutaten für die Pfannengerichte befanden. Das Ganze war mit Straßenstaub übersäht und sah selbst für mich alles andere als vertrauenswürdig aus. Erleichtert stellte ich fest, daß der Guide aus dem Kofferraum kalte Flaschen mit Wasser brachte und 4 Pakete mit Khao Pad Khai in Styropor-Packungen. Das Essen war sogar noch warm. Da es jetzt Mittag war, aßen wir hungrig unseren gebratenen Reis. Fahrer und Guide setzten sich an einen kleinen, abseits stehenden Tisch und aßen etwas anderes und unterhielten sich mit den anderen Einheimischen.


    Grüne Hölle

    Danach verzog sich der Fahrer zu seinem Bus und wir gingen in den Wald. Es war ein ca. 1,5 km langer Rundwanderweg, der zum "Waldbad" führen sollte. Hier gingen wir aber überwiegend auf einem unbefestigten Weg, der sich dem Gelände anpaßte. Trotzdem wir die meiste Zeit im Schatten der hohen Bäume gingen, war es in der Mittagsglut eine schweißtreibende Wanderung. Mit dem baldigen erfrischenden Bad vor dem geistigen Auge, konnte ich mich dennoch an der seltsammen Vielfalt der Waldes erfreuen. Wir gingen neben einem klaren Bachlauf stromauf, der sich immer wieder zu flachen Seen verbreiterte. Dabei fiel auf, daß der Untergrund grünlichweiß und das Wasser kristallklar war. Aber in den Seen waren sehr viele Fadenalgen zu erkennen. Das soll mit dem veringerten Wassermenge zu Beginn der trockenen Jahreszeit zu tun haben. Das Gelände stieg jetzt allmählich an. Durch die Bäume war die Geräuschkulisse eine Freibades immer lauter werdend zu vernehmen.



    Dann hatten wir den Cristallpool erreicht. Es war ein ca. 30 m breiter runder See. Durch den seltsammen Untergrund sah es wie eine helltürkisfarbene gigantische Badewanne aus. Darin tummelten sich schon ca. 50 Leute, hauptsächlich Kinder. Sonntag halt. Aber auch einige schweizer Leute waren zu vernehmen. Ich zog mich im Schatten um und wollte mich an einer ebenfalls schattigen Stelle zu Wasser lassen. Aber das Ufer fiel überall steil ab und im Wasser badende Thais warnten mich, daß es sehr glitschig wäre. Ich ging also zu der flachen Stelle wo die Kinder planschten in stieg vorsichtig in den Tümpel. Das Wasser war angenehm frisch und klar. Aber der Boden und die Ränder waren mit einer dicken Algenschicht überzogen. Da das Wasser Schultertief war schwamm ich lieber ein paar Runden und ruhte mich dann im Schatten am steilen Ufer aus, um mich von der Wanderung etwas abzukühlen.



    An einer Seite des Sees war eine kleine Sala mit mehrstufigem Dach errichtet worden. Daran, daß der Zutritt mit einer Absperrung verwehrt ist, konnte man schon erkennen, daß die Sala wichtigen Persönlichkeiten vorbehalten war. Tatsächlich hatte die Kronprinzessin Maha Chakri Sirindthorn vor ein paar Jahren an dieser Stelle die Attraktion für die Touristen eingeweiht im Rahmen eines Programmes den Tourismus in dieser Region, in der die Kautschuk- und Palmzucker-Gewinnung immer mehr an Bedeutung zu verlieren droht. Aber das wir wegen dieses natürlichen Pools nun so weit gefahren sein sollten, enttäuschte mich dann innerleich schon ein wenig. Zwar war das Gebiet nur 90 Minuten auf der Staatsstraße 4 von Krabi City entfernt, aber die letzten 15 km auf der Schotterpiste kommt man zum Teil nur im Schritt voran, weil die LKW der Plantagen bei Nässe riesige Furchen in den Weg gefahren hatten, in denen der Bus manchmal ganz verschinden könnte. Aber irgendwann wird zugunsten des Touristenstromes auch diese Piste asfaltiert sein und dann können auch die großen Tourbusse direkt bis an den Pool fahren. Dann wird es bestimmt auch Souvenir-Shops, Beer Bars und Toiletten an diesem Kleinod Thailands vielfältiger Natur geben




    Ein kristallklares Bad inmitten des Urwaldes

    Auch wenn der glitschige Untergrund nicht sehr angenehm war, war das Bad im Wasser doch sehr erfrischend gewesen. Und die Umgebung ist ja für so einen Pool auch nicht gerade alltäglich. Wir gingen dann weiter auf dem Rundwanderweg, wobei der Rückweg ein breiter Fahrweg durch den Wald darstellte, sodaß wir bei der Wärme angenehmer vorwärts kamen. Plötzlich ging der Guide langsam zu einem Baum an Straßenrand und griff schnell zu. Er zog seine Hand langsam mit einer Echse zurück deren Schwanz er zwischen Daumen und Zeigefinger hielt. Damit wir sie besser sehen konnten, setzte er sich das Reptil aufs T-Shirt. Der restliche Weg zurück zum Minibus verlief ohne weitere Aufregungen. Als wir ankamen lief schon der Motor und der Innenraum war heruntergekühlt. Offensichtlich waren alle Touren exakt getimed und verliefen jedesmal gleich.


    Ginlee

  4. #3
    lui
    Avatar von lui

    Re: Krabi - ein Reisebericht (V)

    hallo jinjok,
    sehr schoener reisebericht von krabi.muss man ehrlich sagen!
    :bravo: :bravo: gruss lui

  5. #4
    Avatar von heini

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    Re: Krabi - ein Reisebericht (V)

    klasse jinjok :bravo:
    könnte jetzt auch ein bad ala 3.letztes foto gebrauchen

    Dann wird es bestimmt auch Souvenir-Shops, Beer Bars und Toiletten an diesem Kleinod Thailands vielfältiger Natur geben
    hoffe doch, das du für dich eine option auf eine der ersten beer bars vorgemerkt hast.....?

    gruss heini

  6. #5
    Avatar von Didel

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    Re: Krabi - ein Reisebericht (V)

    Also Jinjok,
    diese detailierten Beschreibungen und diese tollen Fotos....
    ...einfach Klasse


    Gruß Didel

    PS:
    Diese Pauschalurlaubenden im vollpensionierten Hotel untergebrachten, nichts anderes von Thailand sehenden, kann man wohl nur bedauern.

  7. #6
    Avatar von Jinjok

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    Re: Krabi - ein Reisebericht (V)

    Zitat Zitat von Didel
    Diese Pauschalurlaubenden im vollpensionierten Hotel untergebrachten, nichts anderes von Thailand sehenden, kann man wohl nur bedauern.
    Hallo Didel
    Ich hoffe ich konnte sie etwas neugierig auf das "Umland" von der Provinz Krabi machen. Ich denke sie werden mit einer besseren Reisevorbereitung noch einmal zurück kommen und etwas mehr von Thailand sehen.
    Jinjok

  8. #7
    Avatar von Dr. Locker

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    Re: Krabi - ein Reisebericht (V)

    @Jinjok
    Ich war vor ca 6-7 Jahren das letzte Mal in dieser Gegend um Krabi...

    Nun als ich Deine Photos sehe kommen die Erinnerungen wieder hoch.

    Ich war seinerzeit mal eine Woche mit einem Freund im Dschungel dort unterwegs um Spinnen zu sammeln. Er sammelt Spinnen und haelt Sie in seiner Wohnung...

  9. #8
    Avatar von Peter-Horst

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    Re: Krabi - ein Reisebericht (V)

    Hallo Jinjok,

    toller Reisebericht und Super Bilder (es muß nicht immer ne Digicam sein).

    Gruß Peter

  10. #9
    Avatar von Jinjok

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    Re: Krabi - ein Reisebericht (V)

    Es freut mich wenns Euch gefällt. Jetzt muß ich den Bericht über diesen Ausflug noch mit dem Wat Tham Süa (Tigerhöhlen-Tempel) abschließen. Aber heute und morgen nicht.

    Jinjok

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