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Krabi - ein Reisebericht (IV)

Erstellt von Jinjok, 08.08.2003, 18:57 Uhr · 9 Antworten · 1.324 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Jinjok

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    Krabi - ein Reisebericht (IV)

    Ich habe nochmal meine Ordner nach den verschollenen Dokumenten durchsucht. Hier kommt also die Fortsetzung von Teil III
    [hr:11a1450592]
    Der Tag nachdem der Jinjok sich verbrannte

    Nachdem ich meine verbrannten Hautareale mehrfach odentlich dick mit After Sun Lotion eincremen lassen hatte, war die Nacht auf dem Bauch verbracht letztlich nicht ganz so katrastrofal wie ich befürchtet hatte. Aber heiß wars mir von hinten schon ganz ordentlich. Auch am nächsten Morgen stand After Sun Lotion ganz oben auf der Prioliste. Sonnenschein wollte ich heute in keiner Weise begegnen. Da der Hunger uns dann aber doch gegen Mittag aus dem Hotel trieb, wurde es kein kompletter Tag in der Dunkelkammer zum ausglühen. Ich achtete peinlichst darauf, immer schön im Schatten der Ballustraden zu bleiben. Im lokalen Buchladen informierte ich mich ersteinmal ausgiebig über das Buchangebot in Farang-Sprache - das mündete bereits in einen anderen Thread.

    Neben dem Buchladen ist die Krabi Sinocha Bakery. Mein Lieblingsgebäck dortzulande sind alle mit Pandanas (Bai Toey)-Creme gefüllten Kanoms. Davon gibt es eine Menge. Im Supermarkt heißen die z.B. Euro Custard. Es gibt da in Thailand scheinbar nur die standardisierten Creme-Füllungen Vanilla-Custard und Pandanas-Custard. Alle anderen Füllungen sind sowas wie getrocketes Schweinefleisch mit Chili, Taro, Hühnchen, schwarze Bohnen etc. Lecker waren in dieser speziellen Bäckerei auch die chinesischen Blätterteig-Pies. Etwas weiter die Straße hinunter liegt das einzige Kaufhaus derProvinz "Vogue". Die Eröffnung des Kastens war bestimmt vor 20 Jahren ein Meilenstein für die Einkaufskultur dieser Region, aber heute hinkt es halt Äonen hinter den Konsumtempeln der Hauptstadt zurück, ist aber immernoch besser als das Kaufhaus in Hua Hin.

    Dennoch macht es mir immer wieder Spaß gerade in solchen Geschäften die Lebensmittelabteilung und die für das Küchenzubehör zu browsen. Damls suchten wir gerade einen Konturschneider, mit dem man Gemüse an der Außenhaut schabt/schneidet. Schneidet man Scheiben davon ab, erhält man zahnradähnliche Scheiben. Dekorativ weil das Auge ißt natürlich auch mit. Von der grünen Papaya kann man damit auch die für Som Tamm benötigten Schnitzel abhobeln. Geht völlig easy und ist die richtige Qualität. Apropos Qualität: Bei Metallprodukten schwöre ich auf Kiwi Brand.

    Nach dem herrlich kühlen Kaufhaus, gingen wir durch die Souvenir-Läden um verschiedene Mitbringsel für Bangkok und Deutschalnd zu suchen. Eine richtige Fundgrube sind dabei die One-Tamboon-One-Product-Shops. Dort gab es auch eine antike Kaffee-Sorte von Koh Lanta. Leider weiß ich jetzt nicht mehr was das Besondere an dem Kaffee war, jedenfalls wurde der anders zubereitet als die bekannten Arabica-Sorten. Hab auch keinen gekauft, das wollte ich später machen und habs dann vergessen. Maulbeertee hab ich gekauft, der ist lecker und kostet für 100g in Dortmunds Thai Shop ca. 5 €. Am besten schmeckt Maulbeertee mit einem Blatt Pandanas (Bai Toi)


    Ecke Maharaj Soi 4

    Zum Mittags sind wir wieder zum Eckladen an der Maharaj Soi 4 gegangen. Diesmal gabs nicht nur Suppe sondern pfannengerührtes "Make-to-Order". Mit der neuen Nation, die hier übrigens erst gegen 13 Uhr zu haben ist, und ein paar Teilchen vom Bäcker haben wir uns ins Hotel zum Lesen und zur Siesta zurückgezogen um in der Dämmerung wieder loszuziehen. Sonst brachte der Tag nichts an dieser Stelle berichteswertes.

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Jinjok

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    Re: Krabi - ein Reisebericht (IV)

    Am Strand ohne Meer

    Da wir am Vorabend zeitig daheim waren, wachten vom morgendlichen Straßenlärm schnell auf und machten uns beizeiten auf den Weg zum Krabi-Aonang-Taxistand am 7eleven auf. Wir schwangen uns auf die Bank des Song Teaw und warten noch ein paar Minuten bis der Fahrer abfuhr. Morgens ist Markt in Krabi in der Soi 8 ist die ganze Straße voller Stände in 2 Doppelreihen. Für mich es immer wieder ein wahre Freude, die erntefrischen Gemüsen aus der Region sauber gewaschen und fein säuberlich aufgestapelt zu sehen. Die Kilopreise treiben einen die Freudentränen in die Augen. Wie ein Hohn kommen einem da die 1,25 € für ein Plastiktütchen mit 3 Stengeln irgendwas von Thai Chin im heimischen Asia Shop vor.

    Vom Markt kamen nun ein paar ältere Damen (Moslems, ein mit Bommelmütze). Die Bemützte hatte 101 Plastiktüten dabei, die ihr ein sehr alter Mann in schmutzigen und zerlumpten Sachen vom Markt mit einer Sackkarre hinterher gefahren hatte. Seine Bezahlung schein frei Bordsteinkannte gewesen zu sein, denn er kippte die Tüten flugs ab und entschwand mit der Karre im Getümmel. Nun begann die Mützenfrau immer schön eine Tüte nach der anderen umständlich in den Mittelgang des Song Teaws zu schieben, bis wir alle aufstanden und in einer Kette den Einkauf geschwind durchreichten und in der Mitte aufgestapelt hatten.

    Bedankt hat sie sich zwar nicht als das Taxi dann losfuhr, aber sie blinzelte mir und meiner Frau verschmitzt zu, als sie uns musterte. Es war wie gesagt noch früh am morgen und auf der kurvenreichen Fahrt durch die Sparot- und Kautschuk-Platagen und vorbei and en Felsen wehte ein angenehm kühler Fahrtwind. In einem der Siedlungen unterwegs steigen die Moslem-Frauen aus und wir fuhren allein weiter bis zwei junge Frauen einstiegen, die wohl zur Arbeit nach Aonang wollten. Dieses Mal fuhr das Taxi bis zum Bungalow Resort ganz in der hintersten Ecke des Hat Nopparat Strandes. Hier gibt es unter Nadelbäumen auch eine ganze Reihe offene Restaurants. Unweit hinter den Bungalows war ein Fluß mit einem Pier, wo eine reger Bootsverkehr herrschte.


    Morgenstimmung am Hat Nopparat

    Es war nun gegen 9 Uhr und wir sind mit dem Ziel nach Hat Nopparat gekommen um in der milden Morgensonne am einsammen Strand zu baden. Als wir vorgestern Mittag hier vorbeifuhren sah die Sandbank so nah und einfach zu erreichen aus. Wir verließen das Song Teaw und ging mit schnellen Schritten durch die Nadelbäume hinüber zum Strand. Aber schon von weitem sah ich, daß mit dem Strand irgendetwas nicht stimmte. Richtig - es war kein Wasser drauf! Noch war Ebbe und die Bucht war ein einziges Watt - eine wellige Sandwüste überzogen mit Abermillionen von kleinen Sandkügelchen der Sandpillenkrabben.


    Wattenlandschaft

    Weit draußen zwischen zwei Inselchen konnte ich die Wasserkannte sehen. Das war etwas von einer Enttäuschung. Die Sandbank war jetzt eine sanfte Erhebung auf dem Watt. Wir gingen langsam über den nassen Sand, der aber relativ fest und gar nicht schlammig war. Allein die viele Minikrabben machten uns Skrupel, denn bei jedem Schritt gingen dabei wohl ein Dutzend hops. Die müßten halt schneller abhauen. Wir gingen immer weiter hinaus ins Watt in der Hoffnung, daß wir an den Inselchen etwas trockenen Sandstrand oder einen Felsen finden würden, an dem wir unsere Sachen sicher und trocken ablegen könnten.


    Seesterne

    Aber auch da wurden wir enttäuscht. Die Inselchen entpuppten sich als zwei ca. 50 Meter voneinander entfernt im Wasser liegende steil aufragende Felsen. Kein Strand und alles sacknaß. Auch war das Wasser, welches nun langsam zu steigen begann nicht sehr tief. Als wir nun sahen wie weit wir vom Strand entfernt waren überlegte ich mir wie schnell das Wasser wohl in der flachen Bucht steigen würde. Wir waren ca. 20 Minuten in Watt hinausgelaufen. Also kehrten wir um und beeilten uns wieder ans Ufer zu kommen. Unterwegs sahen wir größere Wasserlöcher in den viele handtellergroße Seesterne lagen. Lebend sehen sie ganz anders aus, als getrocknet und lackiert an einem Souvenierstand.


    Sekunden vor der Flucht

    Auf unserem Weg übers Watt habe ich immer wieder frisch ausgehobenene Höhleneingänge gesehen, 5 cm im Durchmesser. Ich war neugierig, was für ein Viech sie weit draußen im Wasser seine Behausung gegraben hätte. Ich hoffte auf was spektakuläres, eine Schlange oder eine Wassereidechse. Dann bewegte sich plötzlich etwas graues seitwärts von mir weg. Eine stattliche Krabbe mit Stielaugen tänzelte hochaufgerichtet hin und her als ob es mich täuschen wollte. Dann sah ich das schwarze Loch im Sand und mit einem großen Satz hatte mein Bata-Fuß die Öffnung zugestampft. Nun war Herr Krabbe ganz kopflos und flüchtete bald in die eine Richtung und bald in die andere. Sobald ich die Verfolgung einstellte begann er sofort im festen Sand zu graben. Aber ich ließ ihm keine Zeit. Im Laufen hatte ich meine Olympus C-100 startklar gemacht und versuchte ihn nun so nah wie möglich in Bild zu bekommen. Aber das Biest war auf dem grauen Sand erstaunlich kontrastarm. Dennoch habe ich einige Trophäen geschossen, bevor ich ihn in Ruhe ein neues Schlupfloch buddeln ließ.


    Amaryllis am Strand ohne Meer

    Als wir den Strand erreichten, war es schon fast 10 Uhr. Der Stand wäre ideal für ein lichtscheues Reptil in der Häutung wie mich gewesen. Schöne hohe Bäume, ein ebener Boden und Schatten. Zwischen den Bäumen wuchsen wilde Amaryllis, die ihre orangenen Glockenblüten weit geöffnet hatten. Der Blick auf die weite Bucht war einfach herrlich und wenn Wasser darin gewesen wäre, hätte zu meinem Glück nichts weiter gefehlt. Aber ruhig und menschenleer war es wohl freilich nur, weil Ebbe war. Wir gingen zur Straße und nahmen das nächste Song Teaw nach Aonang. Die Fahrt von hier dauert nur noch 5 Minuten.


    Busstop

    In Aonang ist 10 Uhr auch noch früh am Morgen und der Strand noch relativ leer. Wir gingen wieder weit raus nach Osten unter die Palmen wo wir schon vor 2 Tagen schwimmen waren. Eigentlich hätten wir wie Seven ein Boot zu einer der nahen Inseln nehmen sollen, aber mit meiner krebsroten Rückseite war ich etwas gehandicapt und blieb lieber unter den Bäumen die ich kannte. Ich hatte immer noch nicht meine Lektion über Wasser in Tropensonne gelernt und verbrannte mir beim Schwimmen und waten im Wasser am Strand auch noch die Vorderseite, hauptsächlich die Schienbeine, die Fußoberseiten und die Brust. Man sah abends genau bis wohin ich gecremt hatte. Das Foto erspare ich Euch.

    Gegen Mittag hatte sich der Strand zunehmend mit den Resort-Touristen gefüllt. Vornehmlich Schweden, die zum Teil noch röter waren als ich. Als gegen Mittag immer mehr Schweden kamen und ich spürte, daß ich genug Sonne hatte, fuhren wir zum Essen nach Krabi zurück. Wir überlegten uns, was wir an den verbleibenden Tagen noch unternehmen könnten. Eine große Bootstour z.B. nach Pang Nga kam nicht in Frage. Auch eine Kajaktour zum Meeresnationalpark war wohl keine gute Idee, auch wenn ich mir ein dünnes, weißes langarmiges Cottonshirt gekäuft hatte. Aber es gab ja auch Kajak-Touren in den Mangroven.

    wird fortgesetzt

  4. #3
    Avatar von alhash

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    Re: Krabi - ein Reisebericht (IV)

    Feiner Bericht Jinjok :bravo:

    musste herzlich über die 3 Stengel für 1,50 lachen, verurteile aber Deine tierquälerrische Art, schlecht für Dein Karma. Im nächsten Leben wirst Du auch ein Krabbe sein und geärgert werden

    Interessant, wie schnell und heftig die Sonne bei Dir eingeschlagen hat, mir ist aber bewusst, daß Du zu dieser hellhäutigen Spezie Mensch gehörst die beim ersten Sonnenstrahl schon aus den Latschen kippen :-)

    Es grüßt freundlich
    AlHash

  5. #4
    Avatar von Jinjok

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    Re: Krabi - ein Reisebericht (IV)

    Hallo Alhash
    Ich möchte hier nochmal betonen, daß für diesen Bericht keine Tiere (auch nicht Herr Krabbe) zu Schaden kamen. Der sportliche Wettlauf mit ihm wird mein Karma nicht stark bealstet haben. ;-D

    In Teil III hatte ich mich beim stundenlangen Schnorcheln ohne entsprechenden Sonnenschautz an der Rückfront doch übermäßig dem Planeten ausgesetzt.
    Jinjok

  6. #5
    Iffi
    Avatar von Iffi

    Re: Krabi - ein Reisebericht (IV)

    Danke JJ, hat bei mir wunderschöne Erinnerungen wachgerufen. Kam irgendwie zur rechten Zeit.

  7. #6
    Avatar von Didel

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    Re: Krabi - ein Reisebericht (IV)

    Toller Bericht und sehr gut gelungene Fotos finde ich.



    Danke

  8. #7
    mrhuber
    Avatar von mrhuber

    Re: Krabi - ein Reisebericht (IV)

    Ein klasse Bericht, für mich auch insofern, da ich mir für meinen nächsten Aufenthalt auch Krabi überlegt habe für ein paar Tage.
    Mittlerweile kann ich auch einschätzen, was da für ein Zeitaufwand dahintersteckt - vor allem mit dem reinkopieren der Fotos - die allesamt einfach spitze sind (komplimentiert Dir ein alter Fotograf )

    Teil III hat mich ebenso, wenn nicht mehr, begeistert!

    Bester Gruß
    Karlheinz

  9. #8
    Avatar von Peter-Horst

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    Re: Krabi - ein Reisebericht (IV)

    Hallo Jinjok,

    sehr schöner Bericht mit sehr guten Fotos.

    Gruß Peter

  10. #9
    Avatar von Jinjok

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    Re: Krabi - ein Reisebericht (IV)

    @ all
    Danke schön.

    Dann bin ich ja froh, daß ich die ollen Kamellen noch mal rausgekramt habe.
    Jinjok

  11. #10
    woody
    Avatar von woody

    Re: Krabi - ein Reisebericht (IV)

    Hallo Jinjok,
    ein guter Bericht und schöne Fotos, es hat mir wie immer, beim Lesen sehr viel Freude gemacht.
    gruss woody

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