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Krabi - Ein Reisebericht

Erstellt von Jinjok, 14.04.2003, 15:39 Uhr · 11 Antworten · 3.180 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Jinjok

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    Krabi - Ein Reisebericht

    Alles fing damit an, daß wir letztes Jahr mit Thai Airways Intl. geflogen sind und dazu eine Vielfliegerkarte des Royal Orchid Plus Programms kostenlos registrieren lassen hatten. Als wir nach dem ersten Flug wieder daheim waren, hatten wir schon 16.648 Meilen auf unserem Konto. Einen Inlandsflug im Wert von ca. 125 € bekommt man schon für 15.000 Meilen. Also haben wir uns überlegt, wie wir die Bonus-Meilen am besten einsetzen. Natürlich hätten wir dafür auch nach Korat oder Sukothai fliegen können, aber wenn es gratis ist, dann sind die längsten Inlandsstrecken doch die besten.

    Da meine Schwiegermutter aus Songkhla stammt und dort noch Verwandtschaft wohnt, hatten wir einen Abstecher in den tifsten Süden ins Auge gefaßt. Ich hatte auch schon die Gegend nach Hotels und Sehenswürdigkeiten über das Internet untersucht, da kam auf TGN ein Bericht über Krabi, die Nachbarprovinz von Phuket. Nachdem ich bereits nur oberflächlich verglichen hatte, welche Möglichkeiten ein Aufenthalt in Krabi im Vergleich zu Songkhla bietet, stand ganz schnell fest: Wir fliegen für eine Woche nach Krabi. Ist ja letztlich egal, weil gratis.

    Also einen Flug von Montag bis Montag gesucht, damit man den einheimischen Wochenendurlauberandrang umgeht und Hin- und Rückflug jeweils um die Mittagszeit herausgesucht. Das ist praktisch weil wir in Bangkok nur 30 Min. Fahrzeit vom Don Muang Airport wohnen und auf Krabi paßt das gut mit dem 12:00-Uhr-Check out zusammen. Bei Thai Airways in Frankfurt am Montag angerufen und nach den Formalitäten erkundigt. Fax mit den Personen-, Meilen- und Flugdaten geschickt. Am nächsten Tag kam eine Fax mit der Rechnung über die Sicherheitsgebühren/ TAX nebst Kontonummer zurück. Nachdem ich sofort die 9 € online überwiesen hatte, waren die Tickets Samstags im Briefkasten.

    Nun galt es noch einen guten Startpunkt zum Erkunden der kleinen Provinz zu finden. Der Gedanke war schon verlockend, die ganze Woche in aller Ruhe an einem entlegenen Strand ohne viel Trubel zu verbringen. Baden, Lesen, Essen, Schlafen. Aber je mehr ich im Internet recherchierte, hatte ich das Gefühl, daß die Gefahr relativ groß ist an einen reinen Touristenstrand mit vielen Resorts ohne Thaiflair dafür aber viel westliche Komfort zu enden und eventuell durch die falsche Wahl dann die Woche über unzufrieden zu sein. Riskoreich, weil auch meine Frau noch nie in der Ecke war. An die großen Strände wie Ao Phra Nang oder nach Koh Lanta wollten wir nicht wegen dem Rummel und den Preisen. Auch glaubte ich, daß man an so einem Strand dann zusehr auf das lokale Angebot festgelegt wäre, was sich später noch als Trugschluß erweisen sollte..

    Also entschieden wir uns für Krabi-Town. Hier floriert das Thai-Leben und es gibt touristische Angebote. Zu verschiedenen Stränden kommt man mit offiziellen Transportmitteln im Linienverkehr. Auf der Webseite von www.Sabuy.com war im Webboard in einem Beitrag zu lesen, daß im Oktober ein nagelneues Hotel im Zentrum aufgemacht hat und bis Saisonende 25% Rabatt auf die 1200 THB für einen Standard Air Cond. Room pro Nacht anbot. Ich fand auch eine eigene Webseite vom Theparat Lodge Hotel die diese Angaben bestätigten. Nach Stadtplan waren vom Hotel alle Punkte im Stadtzentrum in max. 10 Minuten zu Fuß zu erreichen.

    Der Email-Kontakt war freundlich und seltsammerweise immer auf Englisch, obwohl meine Frau auf Thai anfragte. Bliebe noch der Transport vom Airport 15 km außerhalb zu finden. Im WWW fand ich eine Reihe von Angeboten der lokalen Travel Agents von 300 bis 250 THB pro Person. Das Hotel gegengecheckt und 200 THB pro Nase angeboten bekommen. Klang alles ziemlich gut was wir schon vor unserer Abreise aus Deutschland klarmachen konnten. Dann haben wir erstmal eine Woche in Bangkok mit der Familie verbracht, bevor wir uns auf den Weg nach Krabi machten.

    Wird fortgesetzt ...

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Jinjok

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    Re: Krabi - Ein Reisebericht

    Die Anreise
    Die Reise begann mit der Fahrt zum Domestic Terminal des Don Muang Airports in Bangkok. Unser Flug sollte 12:30 Uhr abgehen, also sind wir 2 Stunden vorher zu Hause losgefahren. Anders als in den internationalen Terminals kommt man von der Straße nicht direkt zum Check In. Im Erdgeschoß gibt es nur ein paar Schalter von PB Air. In´s Obergeschoß zum Check In der anderen Fluggesellschaften kommt man über die Freitreppen oder mit einem Gepäcktrolley am besten mit dem Fahrstuhl. Wenn man bei Thai Airways gebucht hat, dann kann man sich ja an jeden x-beliebigen der vielen Thai-Schalter anstellen und braucht in der Regel nicht so lange zu warten wie bei einer ausländischen Airline. Das gilt auch im Internationalen Terminal. Als unsere Boarding Time heran gekommen war, begaben wir uns zu unserem Gate. Eine Boeing 737-400 stand draußen vor dem Fenster.

    Die Gates des Domestic Terminal ist schon komplett umgebaut, hier kann man sehen wie es bald auch in den Internationalen Terminals überall aussehen wird. Zumindestens die letzten 18 Monate, bevor der ganze Komplex stillgelegt wird und Shianwatra eventuell die beiden Häuser des Parlaments hier unterbringen wird. Die Gates sind keine abgetrennten Launches im Charme der späten 70er Jahre mehr sondern große offene Sitzgruppen mit moderneren Wand- und Weckenverkleidungen. Boarding und Start wurden pünktlich abgewickelt.

    Ich war erstaunt, daß es auch bei einem Inlandsflug der Thai von nur 70 Minuten die volle Palette an nationalen und internationalen Zeitungen gibt. Gleich nach dem Start gabs einen leichten Imbiss von .... & Pie, die auch im Domestic Terminal im Erdgeschoß einen Stand haben. Wir flogen die Küsten entlang nach Süden. Samut Prakan, Petchaburi, Cha Am, Hua Hin, Prachup Kirikhan, Koh Samui, dann gings über das Land nach Krabi. Langsam setzte die 737 zum Landeanflug an und die Landschaft kam näher. Sieht man im Anflug auf Bangkok hauptsächlich den grün-braunen Flickenteppich der Reisfelder unter sich, so wird das Bild der Provinz Krabi von oben durch Baum-Plantagen und einzelne daraus aufragenden Kalkfelsen geprägt. Die Landung der 737 in Krabi ist etwas ungewöhnlich, wenn man nur Großflughäfen mit 3...5 km langen Landebahnen gewöhnt ist.



    Die Maschine setzte recht schnell mit hoher Geschwindigkeit auf und sofort wurden die Triebwerke recht heftig auf Umkehrschub geschaltet um noch rechtzeitig vor dem Ende der kurzen Landebahn zum Stehen zu kommen. Hat bei uns auch genau am U-Turn Zeichen auf dem Asphalt geklappt. Da es keine Taxi-Spur gibt, rollt die Machine nachdem sie sich um 180° gedreht hat, die Start- und Landebahn bis in die Mitte zurück wo der Abzweig zum kleinen zweigeschossigen Terminal sich befindet. Auf der riesigen Betonfläche vor dem vergleichweisen kleinen Gebäude bleibt der Flieger stehen, eine Treppe kommt angefahren. Unsere Boeing war das einzige Flugzeug auf dem ganzen Flugplatz.



    Bei bestem Wetter und pünktlich 13.40 Uhr liefen wir die wenigen 100 Meter zum Eingang. Das Gepäck war schnell gefunden und so gings vorbei an ca. 50 Abholern mit Schildern von Hotels, Resort und aller bekannten Locations in die Halle des Terminals. Wenn man aus dem Ankunftsbereich herauskommt, befindet sich links um die Ecke der Stand der offiziellen Taxis. Wenn man zielstrebig zum Ausgang läuft, hat man den immer im Rücken und übersieht ihn leicht. Das haben auch die zahlreichen Schlepper zum Ziel, die alles versuchen um die nicht abgeholten Touristen am Stand vorbei zu ihren oft überteuerten Transportunternehmen zu locken. Am Taxistand hängen die Preise für alle gängigen Ziele gut sichtbar aus. Bevor man sich also auf Verhandlungen mit einem Schlepper einläßt, ist es für den Krabi-Neuling ratsam dort über den Tarif für seine Destination zu informieren. Am besten gleich in Sichtweite der Preistafel verhandeln.

    Obwohl wir mit unserem Hotel einen Pick Up für 200 THB pro Nase gebucht hatten, gab es keinen Abholer für uns. Das ist ein wenig unangenehm, da man sich beim suchenden Umherstreifen in der Halle ständig der Schlepper erwähren muß. Da wir die Telefonnummern mitgebracht hatten, konnten wir im Hotel anrufen und erfuhren, daß unser Abholservice schon unterwegs war. 10 Minuten später tauchte eine junge Frau mit einem Theparat Lodge Schild auf. Im geräumigen Pickup ging es flott über die gut ausgebaute Straße 15 km in Richtung Krabi City. Dicht an der Straßen ragen einige imposante grün bewachsene Kalkfelsen schroff auf.



    Obwohl wir ein Standard Zimmer bestellt hatten (1200 THB /-25% Discount) bekamen wir ein Sea View Zimmer (1400 THB) zum abgesprochenen Preis. Beim Check In wurde uns gleich eine dicke Mappe mit Tourangeboten und Preisen übergeben. Das Hotel war wirklich noch nagelneu. Das Zimmer pikobello mit der Standard-Einrichtung für diese Preisklasse. Es gibt bei 4 Etagen keinen Aufzug und keinen Bellboy, so daß man die Koffer ein paar Treppen tragen muß. Wir haben ein Zimmer in der 3. Etage genommen, weil in der 4. Etage noch nicht saubergemacht worden wäre. Außerdem könnte es dort oben laut oder/und heiß sein, riet man uns ab. :???: Da aber an der Rezeption ein Dispatcher-Tafel hängt, auf der die Belegung der je 8 Zimmer auf 3 Etagen visualisiert sind, konnte ich sehen, daß außer uns überhaupt nur 3 Alleinreisende in Hotel eingecheckt waren, einer davon ein Japaner der gleich 2 Monate blieb. Der Rest der 24 Zimmer stand leer. In der Woche in der wir im Hause weilten, änderte sich an der Auslastung auch nicht viel. Die Mit-Besitzerin war sehr stolz uns den Fernseher mit 44 Kabelprogrammen vorzuführen und ließ nicht davon ab, bevor sie DW-TV gefunden hatte.

    Nachdem wir unsere Sache ausgepackt und uns erfrischt hatten, stellten wir fest, daß zwar der Platz unter dem Fernseher dafür vorhanden war, aber es keinen Kühlschrank gab. Letztlich wurde ein Kühlschrank auf den Webseiten aber auch nicht extra erwähnt, so daß wir verzichteten das zu reklamieren. Wir vermißten es eigentlich nur um nachts Eiswürfel zu frieren, die wir in der 0,5l Thermoskanne dann am Tag dazu benutzten immer kaltes Wasser oder Limo dabei zu haben, wenn wir unteregs sind. Als wir nach unserem obligatorischen Nachmittags-Cappuccino hinunter zur Rezeption gingen, bekamen wir einen der Gratis-Reklame-gespickten Stadtpläne, die auch Karten von den Inseln (Phi Phi, Pang Ngan, Lanta), den großen Stränden Hat Nopparat, Phra Nang, Railay) und eine Karte der Provinz enthielten. Also eine perfekte Ausstattung für einen Krabi-Neuling. Locations und Anbieter der Region auf einen Blick.

    Karten-Sammlung

  4. #3
    Avatar von sunnyboy

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    Re: Krabi - Ein Reisebericht

    die volle Palette an nationalen und internationalen Zeitungen ,
    Jinjok, mit den internationalen Zeitungen sind die BKK-Post und Natíon gemeint, oder gibts mittlerweile mehr?
    Schön detailierter Bericht .
    Gruß Sunnyboy

  5. #4
    Avatar von Jinjok

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    Re: Krabi - Ein Reisebericht

    Hallo Sunnyboy
    Asia Wallstreet Journal und Phuket Gazette hast Du vergessen. Sind natürlich keine internationalen Zeitungen, englischsprachig wäre hier das richtige Adjektiv gewesen, da hast Du recht. Aber mich hat's dennoch gewundert. Ich ärgere mich jedesmal, wenn ich mir schon die Nation gekauft habe.
    Jinjok

  6. #5
    Avatar von Jinjok

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    Re: Krabi - Ein Reisebericht

    Der erste Rundgang
    Soviel ich weiß gibt es in Krabi City (noch) keinen Superstore. Gleich auf unserem ersten Rundgang durch die Stadt fiel mir auf, daß es hier noch alle Arten von kleinen und kleinsten Läden für alle mögliche und unmögliche Dinge gibt. Souvenir- und andere Farang-Shops gibt es in der Stadt nicht so viele wie z.B. in Hua Hin. Die meisten Touristen wohnen ja auch direkt in den kilometerlangen Guesthouse-, Hotel- und Bungalowsiedlungsstraßen an den großen Stränden. Krabi ist ein verschlafenes Provinzstädtchen und hat gar nichts von einer Hauptstadt. Wer im Urlaub Entertainmentpaläste benötigt, wird hier auf jeden Fall noch nicht fündig, aber dazu später. Uns hat es hier sofort gefallen. Moslemische Insignien sind allgegenwärtig im Stadtbild, dominieren aber bei weitem nicht so wie man es bei 80% Moslems in der Provinz annehmen könnte.

    Da wir dank unserer rührigen Rezeptionistin/Mitbesitzerin mit einem Stadtplan ausgestattet waren, konnten wir uns auf unserem ersten Spaziergang gut orientieren. Unser Hotel liegt an der Th. Maharaj zwischen Soi 7 und 9. Bis zum Zentrum (so um die Soi 4 bis 2) sind es nur 5 Minuten zu Fuß. Wir gingen dorthin und dann die Soi 6 hinuter bis zum Fluß. Mittlerweile war es 17 Uhr geworden und das Abendniedrigwasser war schon stark gefallen. Der Fluß hatte sich weit in die Mitte des Flußbettes zurückgezogen und auf beiden Seiten des leicht abfallenden Ufers tummelten sich Winkerkrabben und Schlammspringer (Pla tien) im Schlamm des Hafenbeckens. In Richtung Norden ragten von der Abendsonne angestrahlt, die beiden Kalkfelsen des Khao Kanapnam auf. Dort wollte ich undedingt mal hin. Die grünbewachsenen Felsen sind irgendwie ein Landmark in der Ladschaft. Am gegenüberliegenden Ufer begannen schon die Mangroven-Sümpfe.



    Auf unserer Flußseite lagen eine Reihe von Longtailbooten auf dem Trockenen fest. Die Skipper waren alle am nahen Pier, wo das Restaurant-Boat vertäut liegt, versammelt. Als wir dem Uferweg folgend an ihnen näher kommen, löst sich gleich einer aus der Gruppe und stellt sich uns mit den freundlichen Worten "Hey you! Want boat? 300 Baht each" in den Weg. Da wir solche Situationen aus anderen Touristengegenden schon kennen, machen wir eine kleine Bogen um den Mann und bedankten uns höfliche für sein Angebot. Er setzt sich in Bewegung und redet auf Thai auf meine Frau ein, die ihm ein paar mal erklärt, daß wir essen wollen und keine Bootstour in den beginnenden Sonnenuntergang machen wollen. 200 Baht each ruft er mir fast flehend hinterher und blieb stehen.

    Ein paar hundert Meter flußabwärts kamen wir zum eigentlichen Bootspier, von wo man nach Phuket, P.P. und Lanta ablegen konnte. Das Geschäftsgebäude wird allerdings gerade umgebaut. Am Anleger liegen 3 modern und nach Weisser Flotte aussehende Fahrgastschiffe westlichem Stils. Die Straße Khongkha macht einen Bogen und verbreitert sich vor dem Pier und zieht sich so breit bis zum Hügel hin, den die Straße wieder schmaler werdend sanft hinaufgleitet. An der Ecke mit der Th. Chaofah die zu dieser Kreuzung den Berg steil herabschießt, beginnt gerade auf dem ganzen breiten Seitenstreifen vor dem Pier ein Foodstand des Nachtmarktes nach dem anderen aufzubauen und einige bruzzeln sogar schon, leckere Düfte in den lauen Abendwind schickend, der von den Mangroven angenehm kühl über den Fluß weht. Wir entschließen uns die knappe Stunde bis zur Dunkelheit in einem Internet-Cafe direkt an der Th. Khongkha bei Nittaya.de nach dem Rechten zu sehen.



    Gegen 25 THB pro Stunde und mit Fan kann man nichts sagen. Als wir wieder zum Foodmarkt kommen, ist es finster und die Essensstände werden von bunten Leuchstoffröhren erleuchtet. Überall steigen Rauchsäulen in den Nachthimmel und es duftet nach gebratenen Knoblauch, gegrilltem auf Holzkohlenfeuer, frittierten Huhn, am einzigen Issan-Stand klopft der Mörser und es duftet nach Plara. Die meisten Stände sind jetzt von hungrigen Thais umlagert, aber auch einige Farangs trauen sich, die Einladung der Standbesitzer zum Essen auf der Straße anzunehmen. Wir finden einen Doppelstand mit muslimischen Frauen, der nicht nur sehr sauber und ordentlich aussieht, sondern auch gleich einen Stand mit einem Mixer zum Bereiten von Eisshakes mit Fruchtsäften nebenanzu stehen hat.

    Diese Eisshakes sind für mich das Beste überhaupt. Frisch gepreßtrer Saft von Orangen, Zitronen oder Fruchtfleisch von Bananen, Ananas, Melone, Kokosnuß oder anderen Früchten werden in den Mixer mit einem Becher Eis"würfeln" und etwas Rohrzuckersaft gegeben und solange gemixt, bis alles zu einem feinkörnigen Eisbrei zerhackt ist. Der wird dann in ein Glas gekippt und durch einen dicken Strohhalm geschlürft - herrlich erfrischend! Dem Essensstand haben wir fast jedem Abend einen Besuch abgestattet und wir haben keinen Abend das Gleiche gegessen. Interessanterweise gab es hier so nahe am Fluß abends kaum Moskitos, wie ich in den ganzen 8 Tagen nicht einen einzigen Stich bekommen haben - und Moskitos lieben mein Blut normalerweise.



    Bei den günstigen Restaurantpreisen für Thai-Gerichte könnten wir ganz locker jeden Abend in den an die Hotels und Guesthouses angeschlossenen Restaurants essen. Aber auf den Märkten und Foodständen kann man einfach aus einer Fülle von Speisen auswählen und auch ungezwungen etwas von einem anderen Stand mitbringen um sich genau das zusammenzustellen, was man gerade essen möchte. Diese Straßenstände sind für mich einer der Gründe, warum es mir in Thailand so gefällt. Allerdings sollte man bei der Wahl seines Standes immer einen Blick dafür haben, wo die Kanalisations-Öffnungen sind. Denn wenn nicht gerade Regenzeit ist, dünsten die Kloaken doch recht ungenehm aus, daher lohnt ein Blick nach unten bevor man sich an einem Stand niederläßt.

    Als wir beim Essen saßen, sahen wir ca. alle 5 bis 10 Minuten ein weißes Songteaw mit dem Schild "Krabi - Aonang" die Straße hinauffahren, wenden und zurückkommen. Dabei hupte der Fahrer gelegentlich um etwaige Fahrgäste auf sich aufmerksam zu machen. Die Sitzbänke im Fond waren meist dicht mit Touristen besetzt und wenn dann noch ein Pärchen Backpacker mit ihren unhandlichen Tragegestellen kamen, stieg der fahrer kurzerhand aus und befröderte das Sperrgut mit kühnen Schwung auf den Dachgepäckträger. An der Rezeption hat man uns gesagt, daß man zum Baden mit dieser Linie gut fahren könne. Das wollten wir morgen früh gleich nach dem Frühstück ausprobieren.



    Also gingen wir nach dem Abendessen gemütlich zu unserem Hotel. Die Th. Maharaj war jetzt kaum wiederzu erkennen. Die vierspurige Avenue mit ihren Laternen auf dem liebevoll gepflegten Grünstreifen in der Mitte, auf denen jeweils ein sich aufbäumendes Elefantenpaar eine Laterne von der Form einer Lotosknospe am aufgerichteten Rüssel trug, war jetzt eine Hauptverkehrsader, auf der die Fahrzeuge unablässig ins Stadtzentrum strömten. Auf die andere Seite zu kommen ist eine kleine Geduldsprobe. Wir nahmen vom Bäcker und dem 7Eleven noch etwas für das Frühstück mit und gingen zum Hotel.

    In unserem Zimmer angekommen hatten wir sofort den entscheidenden Nachteil des Hauses ausgemacht, der noch schwerer als der fehlende Kühlschrank wiegen sollte. Der Straßenlärm dröhnte unbarmherzig herauf. Also für einen erholsammen Aufenthalt war das die falsche Absteige. Ab 22.00 Uhr begann der stadteinwärts fließende Verkehr abzuebben und der Strom der Fahrzeuge stadtauswärts verdichtete sich, was natürlich die Hupe als Forbewegungsmittel recht häufig zum Einsatz bringt. Aber schließlich waren wir doch müde genug, daß wir noch vor 23.00 Uhr einschliefen und nicht mehr hörten, wann es unten auf der Straße ruhiger wird. Das Hotel selbst war mehr als ruhig, der ja fast jeder Gast alleine auf der Etage war.

  7. #6
    Avatar von Otto-Nongkhai

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    Re: Krabi - Ein Reisebericht

    Ein interessanter Reisebericht ,Jinjok.
    Bin noch nie vom Domestic Terminal des Don Muang Airports gestartet.

    Auch den Luxus in Krabi habe ich noch nie genossen.
    Das letzte mal in Krabi ,so um 1988 ,habe ich in einem Guest House in Krabi Town fuer 60 Bath geschlafen.
    Es gab wenig Touristen und ich half dabei ,die Speisekarte auf Englisch zu uebersetzen.

    Gruss

    Otto

  8. #7
    Avatar von Otto-Nongkhai

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    Re: Krabi - Ein Reisebericht

    Diese Eisshakes sind für mich das Beste überhaupt. Frisch gepreßtrer Saft von Orangen,

    Ich will dir ja nicht den Appetit verderben ,Jinjok ,aber ich habe mal gelesen ,dass diese Shakes nicht gesund sind.
    Beim Pressen werden oft die Schalenreste mit verarbeitet und diese enthalten hochgiftige Ungeziefervertilgungsmittel.

    Trotzdem : Guten Appetit.

    Gruss

    Otto

  9. #8
    Avatar von Stefan

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    Re: Krabi - Ein Reisebericht

    Hallo Jinjok

    Auch von mir ein dickes Lob für deinen Reisebericht.

    Ich habe Krabi Town ebenfalls positiv in Erinnerung, Veränderungen des Stadtbildes zugunsten von Massentourismus fehlen fast gänzlich.
    In Krabi habe ich mir vor 3 Jahren eine wunderschöne Buddha Statue gekauft. Es war wohl der gelassene, leicht lächelnde Gesichtsausdruck des Buddhas, der mich zu dem Kauf veranlasste. Erst als ich mit der 7 Kilo schweren Statue in verschieden kleinen Seitenstrassen herumirrte und nach einem Taxi Ausschau hielte, war mir klar, daß es wohl doch nicht so klug war, gleich zu Beginn meines 6 wöchigen Urlaubs, mich für so einen kiloschweren Kauf zu entscheiden.
    Bei meinen anschließenden Reisen, hatte ich dann auch manchmal das Gefühl der leicht lächelnde Gesichtsausdruck des Buddhas verändert sich in ein verschmitztes GRinsen

    Du schreibst Die vierspurige Avenue mit ihren Laternen auf dem liebevoll gepflegten Grünstreifen in der Mitte, auf denen jeweils ein sich aufbäumendes Elefantenpaar eine Laterne von der Form einer Lotosknospe am aufgerichteten Rüssel trug, war jetzt eine Hauptverkehrsader, auf der die Fahrzeuge unablässig ins Stadtzentrum strömten. hast du ein Foto von den Laternen ? Ich habe ein Faible für schöne Lampen.....

    Hi Otto

    Es gab wenig Touristen und ich half dabei ,die Speisekarte auf Englisch zu uebersetzen jetzt weiß ich endlich, weshalb gerade auf Krabi so viele Fehler auf den Speisekarten zu finden sind

    Grüße und einen schönen Ostersonntag noch

    Stefan

  10. #9
    Avatar von Jinjok

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    Re: Krabi - Ein Reisebericht

    @ Stefan

    Die Straßenlaternen sind natürlich 3...4 Meter hoch und die Spitze ist recht schwer vom Boden aus zu fotografieren. Dennoch hatte ich Glück, denn aus dem Hotelfenster konnte ich eine auf Augenhöhe, wenn auch in einiger Entfernung, auf den Chip brennen. Alle großen Straßen sind mit diesen Laternen ausgestattet. Wenn sie auf dem Mittelstreifen stehen sind 2 Elefanten drauf, die über beide Fahrbahnen eine Leuchte halten. Am Straßenrand gibts dann nur einen Rüsselträger.




    Der Elefant muß in der Geschichte Krabis eine besondere Rolle gespielt haben. Ich konnte mich aber noch nicht damit beschäftigen. Auch auf jedem Straßenschild ist ein Elephas maximus abgebildet. Statt einer Lotuslaterne tragen sie da aber ein über den Kopf erhobenes Schwert.



    @ Otto
    Keine Bange, Du kannst mir nicht den Appetit verderben. Ich sehe mir einen Stand genau an bevor ich etwas bestelle. In Übrigen sieht man bei der Zubereitung zu, daß heißt ich habe gesehen daß weder von Bananen, Annanas, Kokosnüssen oder Orangen die Schalen in den Mixer gewandert sind. Außerdem kennst Du ja sicher die thailändische Saftpresse, in der die Orange halbiert hineingelegt und flach gepreßt wird.
    Jinjok

  11. #10
    Avatar von Jinjok

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    Re: Krabi - Ein Reisebericht

    Ich werde das Thema wohl teilen und die nächsten Berichte in einem neuen Thread unterbringen, sonst lädt sich das Forum mit den Bildern auf die Dauer einen Wolf.

    Hallo Stafan
    Manchmal bereut man es, etwas voreilig gekauft zu haben. Meistens aber bereut man es, etwas nicht gleich gekauft zu haben, wenn man sich dann nämliche dumm und dämlich nach dem speziellen Etwas sucht. Aber eine 7 kg schwere Buddha-Figur ist Lehre genug.

    Taxis gibt es in Krabi übrigens immer noch nicht. Moto Sai ist neben den Song Teaws das einzige innerstädtische öffentliche Verkehrsmittel.

    OK, und nun gehts an die nächste Ausgabe.
    Viele Grüße
    Jinjok

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