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Kambodscha Erfahrungen

Erstellt von tomtom24, 29.12.2008, 06:42 Uhr · 78 Antworten · 7.500 Aufrufe

  1. #21
    i_g
    Avatar von i_g

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    Re: Kambodscha Erfahrungen

    wow, vielen Dank!!
    Die Zeilen lesen sich richtig schön, Informativ und ohne den typischen Blick (rosa Brille,nennt ihr das hier, oder?) eines Touristen.

    Ob Schleichwerbung oder nicht sei dahingestellt, der informative Teil überwiegtja, wenn jemand Drogen konsumieren möchte, wird es tun, in Kambodscha, in Deutschland, oder egal wo er sich aufhält.
    Für echte Entwicklungsländer, gehört sehr viel geistige Reife dazu.
    Die Touristen die ich ausserhalb von Sieam Reap getroffen habe, fehlte diese Reife, die haben sich nicht wohlgefühlt. Ich kann nur von meiner Altersgruppe um die 30 sprechen, vielicht die 2 oder 3 Reise ausserhalb der Inseln (meist Briten, oder Australier) und sich dann gleich ein Land wie Kambodscha vornehmen.. das muss schiefgehen.

    Die Eltern dieser Generation waren in Goa und haben da ihre Exesse gefeiert.. nur Goa ist nicht Indien und Indien ist nicht Goa... anders SR ist nicht Kambodscha und Kambodscha..


    Ich mag Kambodscha, totz allem sehr gerne. Ich denke so wie die meisten Khmer, waren die Thais vor 20 jahren... Freundliche und meist aufgeschlosse Menschen, zumindest mir gegenüber.
    Freue mich darauf mehr von dir zu lesen.

    Gruß I_G

  2.  
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  3. #22
    Avatar von tomtom24

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    Re: Kambodscha Erfahrungen

    Und genau da setzt halt eines der Hauptprobleme in Kambodscha an. Ich weiss, jetzt, dass Gesetze und Vorgaben vom Staat Sinn machen. Es kann einfach nicht jeder mit diesen Freiheiten umgehen. Viele straucheln in Kambodscha. Ich hab - übrigens ein deutscher Polizist, wusste das aber erst gar nicht ;-D - mal zu einem Gast an der Bar gesagt so im Spass, ich könnte eigentlich nach D zurückgehen, um mich dort bei der Polizei zu bewerben. Könnten sie sich Drogentestgeräte sparen. Denn nach einem Jahr hinter Bars in Kambodscha konnte ich ziemlich genau sagen, wer zuviel von was genommen hatte.

    Und genau da liegt auch einer der Gründe, weshalb ich Kambodscha u.a. verlassen hatte. Das bringt einen alles nicht wirklich weiter im Leben. Es war durchaus eine tolle Zeit, die ich in Kambodscha hatte. Und ich habe auch gute Freunde gewonnen. Ab und an mal hinkommen - ja. Aber dort permanent leben - nein.

    Und wie schon erwähnt. Nicht alle haben diese Freiheiten im Griff. Entsprechend sieht man halt Leute auf der Strecke bleiben. Und da meine ich jetzt nicht die Leute, die sich ihr Tütchen durchziehen. Nein. Sondern die, die mit den harten Sachen anfangen und irgendwann dann auch Yaba und Ice nehmen wie andere Lakritz.

    Und das betrifft auch Einheimische. Ich habe oft Leute gesehen, die sich auf Droge gefetzt haben, hauptsächlich Yaba. Und man bekommt ja auch unter den Touristen genügend Drogentote mit. Entweder weil sie die Reinheit der Drogen dort unterschätzen, oder sich einfach soviel kaufen können weil so billig, dass es reicht. Viele Sachen, die ich dort erlebt hatte, kannte ich zuvor nur aus den Medien.

    Tja, und dann gibt es dort noch einen anderen Schlag Menschen: Die, die vor irgendwas davonlaufen. Sei es nun aus privaten Gründen oder aber auch, weil sie mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind. Die ärgsten sind da m.E. die, die es zuvor schon nicht geschafft haben und meinen, in Kambodscha läge das Geld auf der Strasse. Träumer und Looser, die es in Kambodscha noch viel weniger auf die Reihe bekommen. Das ganze liegt wohl aber auch weniger an Kambodscha als vielmehr an den extrem lockeren Visabestimmungen. In welchem Land bekommt man schon ein Jahres Visa für 280 Dollar aus dem Supermarkt?

    Es wird kein finanzieller Background hinterfragt, den man aber braucht zum Überleben. Denn durch in Kambodscha angebotene Arbeit kommt man auch nicht weiter - 100 bis 150 Dollar - teilweise wie im Dolphin, nur gegen Schlafplatz und Verpflegung.

    Die einzigen, die wirklich verdienen sind Khmers. Und zwar die, die die ganzen Plätze vermieten. Zu Preisen, teilweise teurer, wie in touristischen Orten wie Phuket, aber weniger Touris und sehr niedrige Preise mit entsprechend geringem Profit. Für den Touristen ist es gut - alles preiswert. Und hier all you can eat und dort 2 Dollar BBQ.

    Was auch immer mehr nach Kambodscha bzw. Sihanouk drängt, sind die - wir haben sie so genannt - Pattayaner. Noch aber sind vor allem junge Touristen auffällig, die wegen der Drogen und der extrem preiswerten Angebote kommen. Die Szene bewegt sich jetzt mehr weg von den Backpackern mehr hin zu den Individualtouristen. Wobei auch die "Wanderwege" der Backpacker und Alternativen ganz interessant sind: von Goa aus nach Thailand (Fullmoon Parties Koh Phangan) dann weiter nach Kambodscha und es wird mittlerweile schon über Birma (Myanmar) spekuliert.

    Die Backpacker habe ich als diese Art Touris erlebt, die den Tourismus in solchen Ländern erst ermöglichen, denn sie sind mit die ersten die sich in best. Länder wagen und dann entspr. Reiseberichte mit nach Hause bringen, die dann mehr Leute ins Land zieht.

    Was Kambodscha aber durchaus für Touristen bietet, sind auch während der Highseason, einsame, schneeweisees Tropenstrände, die man ganz alleine für sich haben kann. Die Zeiten, wo man erst an 5 km Hotelburgen vorbeifahren muss, sind noch nicht da. Man kann verträumte Ecken finden und tolle Urlaube hinlegen. Und für die, die genug Eigenverantwortungsgefühl mitbringen, wird es ein Traumurlaub werden. Man muss sich halt nur immer klar machen, dass in Ländern wie Kambodscha alles anders läuft.

    Da bekommst Du nicht recht, weil Du Recht hast. Nein Du bekommst Recht, weil Du den grösseren Geldbeutel hast. Oder den höheren Militär kennst. Auch als Tourist.

    Zwischen all dem findet man aber auch tolle Leute. Ein total liebes Khmer Pärchen, die auch ganz schön rackern, findet man am Serendipity Beach. Ich weiss jetzt nicht genau, wie der Laden heisst, aber ein Skandinavier (auch ein top Kerl) unterstützt sie während der High Season. Ich glaub sie nennen ihre Bar "on the Rocks"; das ist in der Kurve, wo der Beach in die Felsen Richtung Sokha Beach ausläuft. Ich erwähne dieses Pärchen deshlab, weil sie wirklich aus der Masse hervorstechen und Leute wie sie braucht das Land. Haben dort auch nette Beachbungalows, grade neu gemacht.

    Ich finde es halt deswegen erwähnenswert, da man in Reiseführern meist allen voran vom Dolphin liesst, und das ist ne Spelunke. Und wer noch etwas tiefer eintauchen will, der sollte wirklich mal dem Yin Yang Max einen Besuch abstatten. Nahezu 10 Jahre Kambodscha Erfahrungen. Kein Schönreden aber auch keine Urlaubsstimmung vermiesen ;)

    Eine Sache übrigens, die ich zwar nicht bestätigen kann, aber von so vielen Leuten wurde es mir so begeistert erzählt, dass es gar nicht falsch sein kann: Eine Bootsfahrt von Laos nach Kambodscha den Mekhong runter. Ich hatte bisher keine Leute getroffen, denen das nicht gefallen hätte. Jedoch haben andere gesagt, dass diese Fähren/Boote immer mehr eingestellt werden, da die Strassen immer weiter ausgebaut werden. Wer also eine tolle Sache machen will, solange es noch möglich ist, sollte das vielleicht schon mal mit einplanen ;)

  4. #23
    Avatar von J-M-F

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    Re: Kambodscha Erfahrungen

    also alk mache ich ja noch mit, wenn die khmers dann unterm tisch liegen kann ich schlafen gehen ;-D

    aber sobald man mir drogen "aufdrängen" wollte, bin ich gegangen und das hat schon viel ärger gegeben. drogen rühre ich nicht an! ich kann die drogen nicht richtig steuern, um zum schluss noch bei sinnen zu sein.

    ps: da meine thaifreundin im nöchsten jahr kein urlaub mehr hat, werde ich im oktober 14 tage im nord osten kambodschas unterwegs sein. wer war schon dort? einheimische haben mir geraten, da nur mit knarre hinzufahren! ist das so?

  5. #24
    Avatar von fred2

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    Re: Kambodscha Erfahrungen

    Hallo Tomtom,

    kanntest Du in SV das ungarische Restaurant, es lag im WEsten, wenn man vom Ochetaulstrand die Strasse hochging zu der langen Strasse die zum Victory Hill führte. 5 UNgarn haben das Interieur selbst gebaut im Oktober und haben meinem Freund L, der auch Ungar ist erzählt, dass die Polizei ihnen geholfen hat. Ich habe mir gedacht, ja die helfen bei den Anfangsproblemen bis der Laden läuft. Nun ist mein Freund diese Tage wieder nach SV gefahren und meldet das ungarische Restaurant gibt es nicht mehr, total umgebaut. In Vietnaam habe ich einige Leute getroffen, die ihr Geschäft in Kambodscha aufgegegeben haben und jetz in VN sind. Das scheint sehr riskant zu sein in KB.

    Servus fred2

  6. #25
    Avatar von Thaimax

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    Re: Kambodscha Erfahrungen

    Zitat Zitat von tomtom24",p="673559
    Jetzt mal Erlebnis in anderer Richtung

    Kambodscha - die unbegrenzte Partymeile....

    Du gehst auf Tour, gibst Dir die Kante - aber bis zum Anschlag - und es fällt nicht auf - denn Du bist in Kambodscha. Exzessiv. Wenn es dafür einen Ort gibt, dann Kambodscha.

    Was ich jetzt scheibe, ist irgendwie ganz gegen meine Einstellung, aber dennoch so geil, dass Du es einfach machst - Pary exzessiv.

    Wenn es einen Ort auf dieser Welt gibt, wo die Preise in absolutem Einklang mit dem Wunschdenken eines guten Abends stehen, dann ist es Kambodscha. Du lässt die Sau raus, wie es Dir gefällt. Du machst was Du willst. Es passiert, was Du willst. Und am nächsten Tag hast Du kein schlechtes Gewissen. Denn Du bist in Kambodscha und Du kannst tun und lassen was Du willst.

    Hol Dir Gras (Amsterdam Qualität), versuch es mit Ice, kauf Heroin, das so sauber ist, dass es wie Kokain aussieht und verreck daran, WEIL Du denkst dass es Koks ist oder es Dir als Koks verkauft wird . Das ist Kambodscha. Und das ganze dann noch mit entsprechender Musik, vielleicht am Beach - und Du bist in einer Welt, in der selbst deutsche Polizisten, die hierher zum Urlaub machen kommen, sagen - "lass sie doch!". Und dazu nimmst Du Dir an Mädchen, was Du willst - für echt wirklich nur ein paar Dollar, und sie macht was Du willst, denn höchstwahrscheinlich ist sie auf Yaba.

    Du denkst, Du bist der Beste. Du kannst es. Du bist jung und stark.
    Kambodscha bietet alles für junge Leute, was sie in Europa vermissen, weil verboten. Und am Anfang ist es echt geil. Anders kann man es nicht sagen. Nur - dann kommen die Nachteile. Im schlimmsten Fall liegst Du in einer Kiste, wenn Du heimfliegst. Im harmlosen Fall bist Du einfach nur so pleite, dass andere für Deinen Rückflug sponsern. Das ist "Cambodia".

    Du bekommst alles in diesem Land. Und Du zahlst für alles in diesem Land. Auf die eine oder andere Weise - aber Du zahlst.

    Keine echten Verbote. Fahr so besoffen wie Du willst. Kein Problem. Kiff Dich so zu wie Du willst - kein Problem. Nimm an Drogen was immer Du willst, kein Problem. mach mit den Mädchen was Du willst, kein Problem. Aber wehe Dir geht das Geld oder Hirn aus. Dann bist Du in Kambodscha. Alleine. Keiner hilft Dir. Du hilfst Dir selbst. Und sonst keiner. Und das können viele nicht mehr weil sie auf Sonnenschein Drogen sind.

    Du bekommst hier alles und Du kannst hier alles verlieren. Leute, ich habe es erlebt. Die Freiheiten sind zu gross, als dass die meisten Europäer damit umgehen könnten.

    Wenn ich das so schreibe, mag es vielleicht wie Werbung klingen für ein paar. Aber in Wirklichkeit ist der Schritt vom Paradies in die Hölle ein sehr, sehr kleiner in Kambodscha.

    Wer nach dem ultimativen Kick sucht, wird ihn in Kambodscha finden. Wer dem nicht gewachsen ist, wird böse untergehen. Das geht von pleite nach Hause fliegen bis in der Zinkkiste in Deutschland ankommen...
    :bravo:

    Super geschrieben, gefällt mir, ich glaube, dass ich mich dort sehr wohl fühlen würde ;-D

  7. #26
    Avatar von tomtom24

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    Re: Kambodscha Erfahrungen

    Zitat Zitat von fred2",p="676364
    Hallo Tomtom,

    kanntest Du in SV das ungarische Restaurant, es lag im WEsten, wenn man vom Ochetaulstrand die Strasse hochging zu der langen Strasse die zum Victory Hill führte. 5 UNgarn haben das Interieur selbst gebaut im Oktober und haben meinem Freund L, der auch Ungar ist erzählt, dass die Polizei ihnen geholfen hat. Ich habe mir gedacht, ja die helfen bei den Anfangsproblemen bis der Laden läuft. Nun ist mein Freund diese Tage wieder nach SV gefahren und meldet das ungarische Restaurant gibt es nicht mehr, total umgebaut. In Vietnaam habe ich einige Leute getroffen, die ihr Geschäft in Kambodscha aufgegegeben haben und jetz in VN sind. Das scheint sehr riskant zu sein in KB.

    Servus fred2
    Das war die "Event Hall". War so teuer, dass keiner reingegangen ist. Alle bis auf einen sind sie nach Phnom Penh. Der letzte hatte immer wieder versucht, sich überall Geld zu leihen. Das hatte er in seiner Verzweiflung im Casino verspielt. Schlussendlich wurde der Laden dann von der Polizei geräumt.

    Kurz nach der Schliessung hat dann was ähnliches aufgemacht (Atmosphere). Die werden es auch noch lernen ;)

    Der Punkt ist, dass viele Geschäfte von Khmers geführt werden. D.h., die haben keine Mietzahlungen zu leisten und können alles entspr. günstig anbieten. Die meisten Ausländer hingegen haben überhöhte Miet-/Pachtkosten, müssen aber, um konkurrenzfähig zu bleiben, mit den Preisen unten bleiben, ansonsten machen sie kein Geschäft. Das ist auch einfach erklärt:

    Die Season geht ca. 3, 4 Monate. D.h. den Rest des Jahres braucht man Expats (und die meisten betreiben irgendwelche Geschäfte wie Restaurants und Gästehäuser). Die leben aber auch sparsam. Und später, wenn Season ist, empfehlen diese Expats dann auch die anderen Kneipen weiter. Und wer empfiehlt schon Kneipen weiter, die einem pers. zu teuer sind oder die man nie besucht?

    Ausserdem eröffnen immer mehr Betriebe. Und die Touristen verteilen sich noch mehr und alles erscheint irgendwie leer.

    Ausserdem ist die besagte Strasse ab 23.00 Uhr tot. Da ist dann nur noch Beach angesagt. Kann also nicht funktionieren

  8. #27
    Avatar von tomtom24

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    Re: Kambodscha Erfahrungen

    So. Mal wieder Zeit Bilder leider immer noch nicht, da ich noch keine Zeit hatte, meine Festplatte wegzubringen.

    Mal was zu den ganzen Sachen, die mit Aufenthalt zu tun haben:

    Visa: Ich habe bisher kein land gesehen, dass so einfache Visabestimmungen hat. Irgendwo habe ich aber auch mal gelesen, dass, je schwächer die Ökonomie eines Landes, desto einfacher das Visa - und natürlich umgekehrt. Und das macht auch Sinn.

    Kambodscha braucht momentan die Ausländer, da sie den Khmers im Prinzip zeigen, wie man mit westlichen Touris umgeht und damit diese auch lernen können. Denn die Motivation, beruflich etwas auf die Beine zu stellen, ist bei 90 Prozent der Khmers schlicht nicht vorhanden.

    Arbeitszeiten werden bspw. mehr als strikt "eingehalten". 8 Stunden arbeiten am Tag bei 2 Stunden Mittag. Und danach fällt der Griffel buchstäblich aus der Hand. Ob da jetzt Zeitdruck seitens des Auftraggebers ist oder nicht - spielt keine Rolle. Auch die Staff für einen Gastronomiebetrieb macht da keine Unterschiede. Wenn man zuviel verlangt, hören sie einfach auf zu arbeiten. "Stresst" oder pusht man sie zu sehr - Kündigung. Wollen sie frei haben und bekommen das nicht - Kündigung.

    Und die, die Land oder Häuser besitzen, die sie gerne an Ausländer vermieten wollen, sehen oftmals (nicht alle, aber doch sehr viele) ihre grosse Chance, dick Geld zu machen. Will man bspw. ein Objekt anmieten, sind Deposits bis zu 12 oder 24 Monatsmieten (bezogen auf die Länge eines Mietvetrages) keine Seltenheit. Ausserdem werden die Verträge eher kurzfristig als langfristig geschlossen. Zwar machen viele sogenannte Mietoptionen, aber rein gesetzlich gesehen sind sie nicht das papier wert, auf dem sie stehen; nämlich gar nichts. Und die Art der kalkulation ist ziemlich einfach:

    Ein Beispiel: Ein Bekannter hatte einen Pachtvertrag übernommen, der ursprünglich 750 Dollar kostete. Weil er ja trotz laufenden Vertrages übernehmen wollte: 1.000 ab sofort. Anschliessend hat er dann das ganze Gebäude grundlegend renoviert und auch noch hochwertig angebaut. Nach einem Jahr hatte er sich umentschieden und wollte das Projekt nicht weiterführen. Ein Nachmieter war auch schnell gefunden. Der Vermieter meinte - kein Problem. Allerdings mit einer Miet in Höhe von jetzt 1.750. Denn schliesslich ist das ganze jetzt ja mehr wert. Der Einwand, dass das ja aus der Tasche des Nochmieters aufgewertet wurde spielte dabei keine Rolle. Oftmals kommt es auch vor,dass man, wenn man aufwertet (bspw. bei einem Guesthouse Air/Cons einbaut, anbaut etc.) dass höhere Pachtforderungen sofort kommen, da die vorherige Bruchbude ja schliesslich jetzt mehr wert ist. Dass das der Mieter aus eigener Tasche bezahlt hat, spielt dabei keinerlei Rolle und die Vermieter haben auch in keinster Weise ein schlechtes Gewissen.

    Rechtlich dagegen vorgehen nützt i.d.R. auch nicht viel, da die meisten Grundstückseigner hochrangige Militärs sind, wo man keinerlei Chance hat.

    Das mit Recht haben und Recht bekommen ist übrigens auch so eines Sache: Grundsätzlich kann man sagen, dass folgende Regel gilt: wer mehr zahlt hat Recht. Wer höher gestellt ist hat Recht. farang gegen Khmer - khmer hat recht.

    Einmal habe ich einen Bekannten dabei unterstützt, vor der Polizei nicht einzuknicken, denn die Geschichte war glasklar (zu Gunsten meines bekannten). Irgendwann, als die Khmers merkten, dass sie nicht weiterkommen, haben sie einfach einen Verwandten, seines Zeichens hochrangiger Militär, angerufen und gebeten, er möge doch das Geschäft des farangs schliessen.

    Und hier die Visabestimmungen im einzelnen: Man reist auf ein 4wöchiges Businessvisa ein, damit man dieses für ca. 280 USD bei entsprechenden stellen (Supermarkt, Reisebüro) zur Jahresverlängerung abgeben kann. Will man wirklich Business machen, muss man normalerweise auch eine Company/partnership anmelden, die ähnlich funktioniert wie in Thailand (Khmer muss drinnen sein, nur 49 Prozent etc.). macht aber keiner, weil nicht wirklich jemand danach frägt.

    Ausserdem braucht man eine Business Licence. Die muss man aber nicht selber irgendwo beantragen. Irgendwann kommt der gute Mann vom gewerbeamt schon vorbei. Ihm gibt man dann die geforderten Unterlagen und gut ist es (kostet normalerweise ca. 80 USD). Irgendwann schaut dann auch das Tax Office vorbei. Aber vorsicht: Zum einen wird die monatliche Steuer vor Ort wortwörtlich ausgehandelt (gängig sind so um die 10 USD mtl). Rechnungen, Unkosten, Ausgaben, Verluste etc. interessieren dabei absolut null. Zum anderen sind auch verschiedene "Steuer Teams" unterwegs. So kann es schon mal vorkommen, dass man - auch mit entsprechenden Quittungen der bereits vorher an ein anderes "Team" bezahlten Steuern - nochmal zahlen darf.

    Nach "ich erfülle alle Auflagen" vorgehen bringt i.d.R. gar nichts. Es ist in diesem Land viel Willkür im Spiel und als barang zieht man normalerweise immer den kürzeren.

    Das ganze spiegelt sich dann von Zeit zu Zeit auch wieder mal in beziehungen Touri-barang/Khmer wider: Wir hatten immer alle Gäste gewarnt und darauf hingewiesen, bei ihrer Urlaubspartnerin unbedingt einen gültigen Nachweis zu fordern (was gar nicht einfach ist) der insebsonder bei jüngeren Mädchen um die 20 das Alter bestätigt. Denn, es kommt durchaus oft vor, dass sich die Mädchen mit einer Trennung nicht einverstanden erklären: Da werden dann schon mal so Sachen vom Stapel gelassen wie "dann geh ich halt zur Polizei und sage denen, dass ich minderjährig bin, wenn Du Dich von mir trennst". Und wisst Ihr was? Die machen das auch! Oder - in Kambodscha ist Protitution ja verboten - mancher Barang hat dann die schlaue Idee, ihr "Schweigegeld" oder ne Art "Trennungsentschädigung" anzubieten. Da kann es dann passieren, dass sie Drohung kommt, dass Frau jetzt zur Polizei geht und sagt, dass der man sie als Prostituierte behandelt. Nämlich Dienstleistungen gegen Geld. Oder aber - hat man vorher ausgehandelte Preise bezahlt, die Drohung, zur Polizei zu gehen, von haus aus kommt. Und manche tun das auch.

    Oftmals machen die Mädels ihre Drohungen war. Denn sie haben ja nichts zu verlieren. Aber für Barang kann das ganz schön Ärger bedeuten. ich weiss nicht nur einen Fall, wo der barang buchstäblich geflohen ist, weil er sich keinen anderen Ausweg mehr wusste....

    um es nochmal klarzustellen. Ich will dieses Land nicht schlecht reden. Es hat auch durchaus schöne Seiten. Nur sind das teilweise Probleme, mit denen man sich halt rumschlagen muss, wenn man dort lebt. Und in der Summe kann das nerven (ums es milde zu sagen). Deshalb - als Urlaubsland oder zjm Freunde besuchen für mich eher, als dort zu leben...

  9. #28
    Avatar von maphrao

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    Re: Kambodscha Erfahrungen

    Klingt insgesamt aber nicht gerade positiv und vor allem nicht billig. Wenn ich da an die Internetpreise etc. denke, frag ich mich, wieviel Geld man mitbringen muss, um überhaupt die Chance auf ein gewinnbringendes Geschäft zu haben.

  10. #29
    Avatar von fred2

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    Re: Kambodscha Erfahrungen

    @maphrao
    Gewinnbringend? Du bist ein Optimist.

    Was glaubst Du wie viele Geschäftsleute mit verlorenem Kapital nach Vietnam abgehauen sind.
    Etlich sind froh, da lebend wieder rausgekommen zu sein.

  11. #30
    Avatar von rolf2

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    Re: Kambodscha Erfahrungen

    vor allem am Anfang als Tomtom aus Thailand nach Kambodscha
    ging, klang das gaaaanz anders.

    Nicht für ungut Tomtom, ich lese Deine Berichte gerne, ich glaub du gehörst zu denen die sich schnell für etwas begeistern und es dann anpacken. Warum nicht am Anfang etwas blauäugig mit Begeisterung ansteuern, solange man in der Lage ist auch mit den negativen Dingen klarzukommen.

    Dafür ausdrücklich meinen Respekt

    Das ist insgesamt glaubhafter und symphatischer als das was so manch anderer unfehlbarer Member hier abliefert.

    rolf2

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