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Kambodscha, ein schönes, freundliches Land im Wandel!

Erstellt von Otto-Nongkhai, 15.12.2003, 00:14 Uhr · 186 Antworten · 21.574 Aufrufe

  1. #141
    Avatar von Otto-Nongkhai

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    Schöne Bilder,schime!

    Was mich mal interessieren würde,bekommt man immer noch so leicht ein Business-JahresVisa wie früher.
    Auch konnte man früher schnell mal die kambodschanische Nationalität erhalten und somit auch einen Pass.

    Drogen bekam man am besten bei der Polizei,die hatte einen guten Preis und saubere Ware.

    Alles Stand 2009

  2.  
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  3. #142
    Avatar von Uns Uwe

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    Zitat Zitat von schimi Beitrag anzeigen
    Rückseite ist mit grosser Raute, Ehrenwort
    Da hast Du ja gerade noch die Kurve gekriegt. Aber mal im Ernst, solche Fotos gucke ich mir wesentlich lieber an, als den dreitausendsten Wat.

  4. #143
    Avatar von schimi

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    In Kambodscha fällt einem immer sofort auf, dass es wenig alte Menschen gibt. Das liegt natürlich nicht zuletzt an dem Genozid den die roten Khmer betrieben haben. Dies ist ein ganz trauriges Kapitel des eigentlich schönen Landes.

    Hier ein paar Eindrücke vom Killing Field wenig außerhalb von Phnom Phen. Es gibt viele, einige hundert von diesen Killing Fields in Kambodscha. Es wurden hundert tausende umgebracht dort, eines der bedeutendsten ist das Choeung Ek:




    Gedenkpagode mit gestapelten Totenköpfen:


    Die ausgegrabenen Löcher in denen die Menschen hineingeworfen wurden, sind zum Teil umzäunt:




    An dem Baum links wurde kleine Kinder erschlagen. Man fand Knochen und Fleischreste an der Rinde, konnte sich das aber erst erklären, als man die umliegende Erde aushob und die Leichen der kleinen Kinder fand:


    In der Pagode sind die ausgegrabenen Schädel aufgebahrt. Die Menschen wurden mit Schaufeln, Hacken und anderen Geräten erschlagen. Dann zum Teil lebend in 5 Meter tiefe Löcher geworfen und mit DDT betreut, damit die noch lebenden sterben. Kugeln waren zu wertvoll für die roten Khmer.






    Es ist sehr bedrückend in Choeung Ek, viele gehen weinend durch die Anlage, aber es ist ein Teil dieses Landes und seiner Geschichte und es sollte jeder mal gesehen haben, der Kambodscha besucht.
    Sie haben es dort auch gut, im Sinne von informativ, gemacht. In bestimmt zwanzig Sprachen kann man einen MP3 Player bekommen der einem zu den gut 25 Stationen in der Anlage vollumfänglich informiert, mit zum Teil original Interviews der damaligen Aufseher/Mörder.

  5. #144
    Avatar von strike

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    Zitat Zitat von schimi Beitrag anzeigen
    ...
    War 2007 dort.
    Harte Kost.
    Noch mehr hat mich Tuol-Sleng beeindruckt bzw. mitgenommen.

    Interessant war in Choeung Ek - ich war der einzigste Besucher zu diesem Zeitpunkt, damit war etwas Zeit - ein Gespräch mit einer Studentin, die sich bitter darueber beklagte, dass die Täter mehr oder weniger unbehelligt leben und auch der Westen stumm bleibt. Viel schlimmer noch: weil den Amerikaner die Vietnamesen als Befreier nicht passten, das Land jahrelang durch Pol Pot Vertreter politisch vertreten wurden.

    NACHTRAG
    Sehe gerade, ist auch in wikipedia dokumentiert.

    In einem Blitzkrieg stießen vietnamesische Elitetruppen der 5. Division bis zur thailändischen Grenze vor. Die Vertreibung der Roten Khmer und die Besetzung Kambodschas durch Vietnam wurde seitens der USA, der Volksrepublik China und der pro-westlichen ASEAN-Staaten als Versuch einer vietnamesischen Expansion mit sowjetischer Unterstützung in Asien betrachtet.

    Auf Druck dieser Staaten erkannte die UNO die neue kambodschanische Regierung nicht an, vergab den kambodschanischen Sitz in der UNO an die Roten Khmer und forderte den sofortigen Abzug aller vietnamesischen Truppen aus Kambodscha. Die Besetzung Kambodschas durch Vietnam wurde seitens der UNO bis 1988 offiziell als einziges Problem Kambodschas betrachtet, während die Bedrohung des kambodschanischen Volkes durch die Roten Khmer nicht in den Konflikt des kalten Krieges passte und daher aus politischen Gründen ignoriert wurde.

    Obwohl die Vertreibung der Roten Khmer durch die vietnamesische Armee für viele Kambodschaner eine Erlösung und die Rettung vor dem sicheren Tode war, war das Land weit entfernt von der Rückkehr in die Weltgemeinschaft, da es erneut zum Spielball der Supermächte wurde.

    Ein absurder Stellvertreterkrieg begann. Die Sowjetunion hatte im November 1978 einen Freundschafts- und Beistandspakt mit Vietnam geschlossen und war Hauptwaffenlieferant Vietnams. China leitete nach der vietnamesischen Invasion eine Strafaktion ein, bei der chinesische Truppen die vietnamesische Grenze überschritten. Die USA waren lachende Dritte und begannen schließlich sogar, Pol Pot mit Waffenlieferungen in seinem Kampf gegen die kambodschanische Regierung zu unterstützen.

    Menschenrechtsüberlegungen gegen den Terror von Pol Pot spielten auf allen Seiten keine Rolle.
    Das Wirtschaftsembargo der westlichen Welt gegenüber Vietnam wurde daher auf Druck der USA auch auf Kambodscha übertragen und die geflüchteten Roten Khmer als nicht-kommunistische Widerstandsgruppe und legitime Regierung Kambodschas deklariert.

    Die Haltung der USA und der UNO und die völlige Ignoranz gegenüber den Verbrechen der Roten Khmer in und außerhalb Kambodschas verbitterte die Vietnamesen und die neue kambodschanische Regierung. Dies führte wiederum zu einem tiefen Misstrauen gegenüber allen westlichen Organisation und einer Blockade gegenüber allen Hilfslieferungen durch den Westen in das Landesinnere. So wurde die westliche Hilfe weitgehend an die durch die Roten Khmer kontrollierten Flüchtlingslager an der thailändischen Grenze oder in den Stützpunkten der Roten Khmer in der grenznahen Bergregion Kambodschas verteilt.

    Wie schon in der Zeit zwischen 1970 und 1975 standen viele Kambodschaner vor der Wahl, zu verhungern oder sich als Arbeitssklaven in die von den Roten Khmer kontrollierten Gebiete zu begeben.

  6. #145
    Avatar von clavigo

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    Dein letzter Absatz stimmt nur bedingt, lieber Frank. Die Vietnamesen und die USA hatten weitreichende Geheimverhandlungen miteinander die zum Friedensvertrag auch (Wieder)Aufbauhilfe beinhalten sollte. Deng Xiao Peng setzte darauf Carters Delegierten die Pistole auf die Brust: " Wenn Ihr das macht, dann gibt's keine Handelsabkommen mit China ". Wie die Entscheidung der Amis ausfiel brauch ich wohl nicht erklären....

    Das war die chinesische Strafe das die Vietnamesen die Khmer Rouge vertrieben haben denn Pol Pot war ja Peking's Zögling. Dabei ging es den Vietnamesen eigentlich weniger um die "Befreiung" der Kambodschaner als um Vergeltung des Massakers an Vietnamesen und Vietnamabkömmlingen in Kambodscha und die wiederholten Einfälle der Khmer Rouge in die vietnamesischen Grenzprovinzen mit Raub und Mord.

  7. #146
    Avatar von strike

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    Zitat Zitat von clavigo Beitrag anzeigen
    ... Die Vietnamesen und die USA hatten weitreichende Geheimverhandlungen miteinander die zum Friedensvertrag auch (Wieder)Aufbauhilfe beinhalten sollte. Deng Xiao Peng setzte darauf Carters Delegierten die Pistole auf die Brust: " Wenn Ihr das macht, dann gibt's keine Handelsabkommen mit China ". Wie die Entscheidung der Amis ausfiel brauch ich wohl nicht erklären.......
    Okay, dann liegt der schwarze Peter wohl eher bei den Chinesen.
    Die junge Dame hat allerdings die Chinesen gar nicht, den Westen und die USA dagegen sehr oft angeklagt.

    Bei anderen Gespraechen hatte ich uebrigens manchmal den Eindruck, dass die Vietnamesen nicht mehr sehr willkommen waren.
    Trotz der Befreiung des Landes von Pol Pot.
    Dem damaligen Regierungschef Kambodschas wurde von manchem eine (zu) grosse Vietnam-Naehe/Hoerigkeit nachgesagt.

  8. #147
    Avatar von clavigo

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    Es gibt so viele Ungereimtheiten hier! Das Sihanouk den Khmer Rouge solange die Treue gehalten hat obwohl die seine halbe Familie umgebracht haben, das Leute wie Noam Chomsky die Berichte über die Killing Fields als CIA-Propaganda abgetan haben...

    Du kannst Dir auch sicherlich vorstellen das Hun Sen einem Prozeß vor dem ICJ in einem neutralen Land nie zugestimmt hätte wenn Zeugen keine Angst vor Repressalien und evtl. Mord haben müssten. Dann wäre nämlich seine Rolle auch durchleuchtet worden. Niemand ist über ein Jahrzehnt ein hoher Kader in einem Regime ohne in einem gewissen Maße mitgemacht zu haben.

    Oder wie meine Frau sagte: "Das wäre das Gleiche als wenn die Engländer nach dem Krieg Rudolf Hess als deutschen Regierungschef eingesetzt hätten".

  9. #148
    Avatar von schimi

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    Erschreckend ist an sich ja die Tatsache, dass die westlichen Staaten nichts gegen den Genozid unternommen haben. Vielmehr nach der Befreiung durch die Vietnamesen haben sie immer noch die roten Khmer als eigentliche Regierung anerkannt und den Einmarsch der Vietnamesen verurteilt.
    Und heutzutage immer noch keine konsequente Verfolgung der Mörder erfolgt, ist für uns auch unverständlich. Sie leben friedlich zusammen, trotz der traumatischen Erlebnisse.

  10. #149
    Avatar von schimi

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    Da Strike das Tuol-Sleng, das berüchtigte S-21 Foltergefängnis erwähnt, will ich auch noch ein wenig darüber berichten, bevor ich wieder die schönen Fotos von Kambodscha einstelle.

    Das S-21 habe ich am selben Tag besucht wie Choeung Ek, auch weil mir klar war, dass es mich mitnehmen würde, also wenn dann richtig. Strike hat Recht, dass Tuol-Sleng bedrückender ist, weil es auch anschaulicher ist. Es ist heute ein Museum, vor der Nutzung als Foltergefängnis war es ein Gymnasium.



    Auf einem Teil des Schulhofes sind die letzten Toten bestattet, die die Vietnamesen fanden, als sie nach Phnom Phen kamen. Die Schergen hatten sich zu dem Zeitpunkt bereits verzogen:


    Die ehemligen Klassenräume wurden unterschiedlich genutzt. In den unteren Klassenräumen wurden winzige Einzelzellen eingebaut, andere wurden nur leer geräumt und die Massen reingepfercht.






    Die Einzelzellen wurden z.T. gemauert, oder aus Holz gebaut. Die Metallprofile wurde nachträglich angebracht, damit die Mauern erhalten bleiben:





    Kaum mehr als einen Quadratmeter groß:


    In den Zellen warteten die Menschen bis sie an der Reihe waren, gefoltert zu werden:



    verschiedenste Praktiken wurde angewandt:




    unvorstellbare Grausamkeit. Es reichte die bloße unbegründete Denunzierung durch Nachbarn um hier zu sterben. Teils unter Folter erpresste "Geständnisse" führten dazu dass andere Personen ebenfalls hier landeten.



    Die roten Khmer arbeiteten extrem genau. Jeder wurde erfasst, bekam eine Nummer und musste einen Lebenslauf schreiben. Auch viele Kinder starben hier:






    Nur 7 Insassen von ca. 20.000 ! überlebten den Aufenthalt. Sie wurden fotografiert, als die Vietnamesen kamen:






  11. #150
    Avatar von Otto-Nongkhai

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    Ich war damals auch geschockt,habe Kambodsha immer mit dm ......-Deutschland verglichen.
    Die Viet wussten schon warum sie dieses Museum für die Üffentlichkeit freigaben und erhielten.

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