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Holiday einmal anders - Im Provinzkrankenhaus

Erstellt von JT29, 30.04.2007, 09:32 Uhr · 8 Antworten · 1.255 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von JT29

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    Holiday einmal anders - Im Provinzkrankenhaus

    Well Gemeinde,

    so ein Familienbesuch kommt immer anders wie man denkt. Nein, mich persoenlich betrifft es nicht - eher die halbe Familie meiner Frau.

    Nach dem auf und ab ihrer Oma hat es nun gleich zwei Tanten erwischt und das zur selben Zeit. Also habe ich Zeit hier zu berichten, auch eine Art Urlaub zu machen

    Ja, wir sind momentan in Ban Phai, das ist 43km suedlich von Khon Kaen am Highway gelegen, eine beschauliche Kleinstadt. Hier gibt es eine kleines Krankenhaus, ja wenn man es so nach westl. Standart nennen moechte.

    Eine Tante meiner Frau hat so etwas in die Richtung eines gutartigen Tumors (zumindest habe ich es so bisher verstanden) und heute Nachmittag soll also der Bauch geoeffnet werden und man gedenkt 3kg rauszunehmen :O . Warum die Damen alle so spaet zum Arzt rennen ist mir ein Raetsel, denn die Wampe kam ja nicht von heute auf morgen.

    Die andere Tante kam heute ins Hospital und haengt erstmal am Tropf - kann irgendwie nicht essen und liegt schon seit Tagen darnieder - jetzt ist sie erstmal am Tropf, sieht auch reichlich dehydriert aus - vorher machte sie schon einen wesentlich munteren Eindruck, erste Diagnose Rheuma, aber das kann ja nicht alles sein.

    Also was bekommt man fuer 30 THB? Nicht allzu viel. Die Damen liegt zu 24 in einem Saal und es geht zu wie im Taubenschlag. Essen? Fehlanzeige, kostet extra oder die Familie muss sich darum kuemmern - respektive wir momentan. Hygienisch, na ja - erinnert mich irgendwie fast an die 60er Jahre - ABER es scheint ja auch irgendwie zu funktionieren.

    Die Bauchoeffnung der anderen Tante macht mich da schon nachdenklicher - das OP-Team traegt zumindest westliche OP-Kleidung - in ein paar Stunden weiss ich mehr.

    Ach ja noch so eine Story von gestern. Es gab ein Problem - es ist nicht genug Blut da! Hae, wie kann man eine OP planen und die Resourcen fehlen? OK, war mal wieder typisches Falang Denken. Es ist schon noch genug da, aber fuer den +Notfall+ braeuchte man noch. Jetzt habe ich auch verstanden und ein Spender musste gesucht werden - den fand man auch und der Spass kostete 1000 THB. Da der Mann aus der Nachbarschaft momentan arbeitslos ist, waren beide Seiten happy - alternativ haette man auch Blut kaufen koennen, ware dann teurer geworden - soweit die Moeglichkeiten bei 30 THB

    Die Tante hat man nun wenigstens in einen kleineren Raum verlegt, sind nur 2 Kinder noch drin, bin ja mal gespannt wie es weiter geht.

    Fazit: Es kommt immer anders wie man denkt, aber wie meine Frau meine Familie ertragen darf, bin nun ich an der Reihe - werde wohl morgen nach KKC fahren, etwas anderes sehen als Krankenhauser ;-D

    to be continued ....

    Gerade rief meine Frau an, OP wurde vertagt die Werte sind zu schlecht .


    Juergen

  2.  
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  3. #2
    Avatar von JT29

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    Re: Holiday einmal anders - Im Provinzkrankenhaus

    Fortsetzung:

    Jetzt kam die erste Diagnose: Die eine Tante hat zuviel Kortison intus (Morbus Kotschin), durch falsche/zuviel Tabletten !

    Eine Nacht im Krankenhaus / auch eine interessante Erfahrung. Mein Frau mit Cousine weilten bei den Tanten. Abends war da ein riesen Galama in den Schlafsaelen. Kindergeschrei, Stimmengewirr, Frischoperierte neben fast Gesunden, Handybimmeln - irgendwie unglaublich. Familienmitglieder weilen bei den Kranken, es ist ein Kommen und ein Gehen. Meine Frau und Cousine bringen die Tanten nachts auf die Toilette, macht keine Krankenschwester - die wollen am liebsten in Ruhe gelassen werden und machen es fast nichts. am Morgen dann Fruehstueck organisieren, dann zum Doc - Nr. 164 - aha es geht laenger, dann wird aber im Minutentakt abgefertigt, da der Doc aus der Clinic kommt und mit den 30 THB Patienten schnell fertig sein will. Jetzt rollt das Putzkommando an, sieht alles "sehr" sterial aus ;-D

    Juergen

  4. #3
    Avatar von JT29

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    Re: Holiday einmal anders - Im Provinzkrankenhaus

    Vorerst letzter Akt:

    Beide Tanten sind nun wieder zu Hause. Fuer die eine geht es am 09. wiedermal zum Check, mal sehen wie sich die andere haelt .... da rollt noch etwas auf uns zu. Sie wird langsam seniler und laesst sich nichts sagen. Kommentar von Buddah, dem Moench: Wenn sie tot ist, gibt es ein Tambun und Feuer und das war es :O - manchmal kommen da harte und klare Worte von ihrem Sohnemann rueber, das ist schon erstaunlich.

    Nach diesen Erfahrungen kann ich nur jedem empfehlen, eine vernuenftige Versicherung zu haben, die auch bezahlt wenn der worst case eintritt - Das Krankenhaus stellt eine Grundverorgung, aber diese an sich ist schon sehr minimal.

    Es gibt uebrigens auch kleinere Zimmer dort, sogar mit a/c, aber das geht mit 30 THB nicht und ist auf die reichere zahlende Kundschaft ausgerichtet, wie so ueberall.

    ---------------------------

    Juergen

  5. #4
    karo5100
    Avatar von karo5100

    Re: Holiday einmal anders - Im Provinzkrankenhaus

    Nach dem Schreck würde ich mir ein gutes Essen bei Johann genehmigen

  6. #5
    Avatar von raksiam

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    Re: Holiday einmal anders - Im Provinzkrankenhaus

    Hallo JT29,

    habe deinen Bericht mit großen Interesse gelesen. Das Problem ist jedoch das die Krankenversicherungen in Thailand ab einen bestimmten Alters des Antragstellers den Vertragsabschluß verweigern.

    Ich wollte für meinen Schwiegervater vor einigen Jahren eine Krankenversicherung abschließen, ging aber nicht da keine Gesellschaft ihn mit seinen damals 71 Jahren aufnehmen wollte.

  7. #6
    Avatar von Serge

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    Re: Holiday einmal anders - Im Provinzkrankenhaus

    Aus dem wahren Leben. Viel Glueck Juergen! Und falls, Gruss an Johann.

  8. #7
    Avatar von Armin

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    Re: Holiday einmal anders - Im Provinzkrankenhaus

    @JT29,

    Ban Phai ist doch garnicht so eine kleine Stadt?
    Ich meine immer Touristen sollten nicht in allgemeine, öffentliche Krankenhäuser eingelassen werden. Dort geht es für deutsche Augen einfach zu exotisch zu.
    Ansonsten kann ich über thailändische Krankenhäuser nur gutes berichten. Ich war schon in vielen und nicht nur in privaten. Dass für 30 Baht nicht viel geboten wird ist verständlich, doch die ärztliche Betreuung ist gewährleistet und die Pflege im Durchschnitt auch. Dass es da oft wie im Hühnerstall zugeht liegt an den besorgten Angehörigen, die alle ums Bett stehen und liegen und Reden und Essen. Es läßt dich keiner alleine verrecken. Da die Säle meist überbelegt sind ist es sehr schwer für das Personal, wird aber auch viel Arbeit abgenommen.

    Eine gute Versicherung kann an diesen Zuständen auch nichts ändern. Du hast jedoch bessere Chancen eine Erstbehandlung zu bekommen, was ohne Versicherung, oder Geld, nicht garantiert ist.

  9. #8
    Avatar von JT29

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    Re: Holiday einmal anders - Im Provinzkrankenhaus

    Zitat Zitat von karo5100",p="476700
    Nach dem Schreck würde ich mir ein gutes Essen bei Johann genehmigen
    Noe, Karo, da gibt es Besseres, ich war mit zwei Ladies (wohnen in meiner Ecke und sind Freundinnen meiner Frau) lecker Seafood essen am See.

    @Armin
    Klar, ist es hier exotischer als in DE, fuer 30 THB kann man halt auch nicht so viel erwarten - die Grundversorgung ist da.

    Epilog zur Story:

    Die eine Tante ist nun in Khon Kaen im Krankenhaus nachdem Onkel Buddah Rabatz gemacht hatte. Die andere Tante wieder zu Hause und es ging ihr wieder deutlich schlechter. Gestern Abend wieder ins Krankenhaus und siehe da, der Chefarzt war vor Ort und er hat festgestellt, dass sie die falschen Medikamente bekommt - jetzt geht es ihr auf einmal deutlich besser - das laesst mich in der Tat nachdenklich stimmen.

    Juergen

  10. #9
    Avatar von songthaeo

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    Re: Holiday einmal anders - Im Provinzkrankenhaus

    Zitat Zitat von JT29",p="479626
    ...

    Epilog zur Story:

    Die eine Tante ist nun in Khon Kaen im Krankenhaus nachdem Onkel Buddah Rabatz gemacht hatte. Die andere Tante wieder zu Hause und es ging ihr wieder deutlich schlechter. Gestern Abend wieder ins Krankenhaus und siehe da, der Chefarzt war vor Ort und er hat festgestellt, dass sie die falschen Medikamente bekommt - jetzt geht es ihr auf einmal deutlich besser - das laesst mich in der Tat nachdenklich stimmen.

    Juergen
    Ist auch nicht anders als in Deutschland.Da muss man auch manchmal drueber nachdenken.Machmal auch Rabatz machen. :-)

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