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Herbstspaziergang im Plänterwald

Erstellt von Conrad, 14.10.2008, 13:25 Uhr · 32 Antworten · 1.865 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von Conrad

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    Re: Herbstspaziergang im Plänterwald

    Zitat Zitat von Maenamstefan",p="643161
    Zitat Zitat von Lamai",p="642960
    ...Von Weissensee bis Plänterwald sinds 5 Stationen mit der Tram zum Alex und dann nochmal ungefähr 5 Stationen mit der S-Bahn...
    Was hat das mit meinem "geografischen" Einwand zu tun?

    Vielleicht doch mal einen Stadtplan kaufen...Dann kennst du dich auch irgendwann im ehemaligen Arbeiter-und Bauern-Berlin aus.

    Du bist aber auch ein Scherzkeks ! Ich wohn hier schon seit über 10 Jahren du Superhirn.... !

  2.  
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  3. #12
    Avatar von Maenamstefan

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    Re: Herbstspaziergang im Plänterwald

    Zitat Zitat von Lamai",p="643184
    ...Ich wohn hier schon seit über 10 Jahren...
    Das unterscheidet dich halt von einem Berliner


  4. #13
    Avatar von Conrad

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    Re: Herbstspaziergang im Plänterwald

    Zitat Zitat von Maenamstefan",p="643222
    Zitat Zitat von Lamai",p="643184
    ...Ich wohn hier schon seit über 10 Jahren...
    Das unterscheidet dich halt von einem Berliner

    Da dir ja zum Thema Plänterwald, Spreepark und Arbeiter und Bauern Paradies nichts weiter einfällt, schlage ich vor, dass du dir ab jetzt weitere dämliche Kommentare und dumme Anmache sparst...

  5. #14
    Avatar von Fred

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    Re: Herbstspaziergang im Plänterwald

    lamai: finde alle deine beiträge
    ich war als kind im plänterwald - und war früher immer ganz aufgeregt, als wir aller 3 monate dort hingefahren sind

    finde berlin aber trotzdem potthäßlich.
    wenn dann würde es mich eher richtung prenzlauer berg ziehen.
    in fand ja früher mal kreuzberg nicht schlecht, heute finde ich es unerträglich.
    absolute no-go area zonen sind für mich neu-kölln, kreuzberg und marzahn.
    im welchen viertel wohnst du wenn man fragen darf?

  6. #15
    Avatar von Conrad

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    Re: Herbstspaziergang im Plänterwald

    Zitat Zitat von Fred",p="643272

    finde berlin aber trotzdem potthäßlich.
    Berlin ist auch potthäßlich, z.B. am Alexanderplatz, wo jetzt dieser fensterlose beige-graue Konsumknast "Alexa" hochgezogen wurde, passt allerdings wiederum zur grauen Architektur dort, alles eben im grauenhaften "Stil" des Paradieses der Werktätigen... ;-D

    Ich wohn in Weissensee, Pistoriusstr. Ecke Berliner Allee, wobei Weissensee auch eigentlich der absolute Assi-Bezirk ist und das war schon zu Ost-Zeiten so, wie mir ein ehemaliger Weissenseer erzählt hat, der dann in den Westen abgehauen ist. Mich stört das aber nicht weiter, da mir solch Klassendenken fremd ist.

    Hier gibts geräumige Altbauwohnungen und ausgebaute Dachgeschosswohnungen günstig, Sichtweite zum Alex, Mitte und Prenzlauer Berg sind um die Ecke, aber "der richtige Westberliner" würde natürlich nie in den Osten umziehen, dazu ist man einfach zu vernagelt und zu wenig offen für Neues, kein Wunder nach 40 Jahren eingemauert sein... ;-D .. da kriegt manch einer das Brett vorm Kopp nicht mehr ab.... ..das kleinkarierte Westberliner Spiessertum eben, die Elite der Elite ;-D

  7. #16
    Avatar von Fred

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    Re: Herbstspaziergang im Plänterwald

    naja, ich wohne auf st.pauli - ecke schanzenviertel -unweit der link5extremen hochburg -rote flora.
    das gute ist,dass ich hier unglaublich zentral wohne und vom ganzen kieztrubel nicht viel mitbekomme. und obwohl das viertel arm ist, die mieten unglaublich hoch sind und vergleichbar mit blankenese - man mag es kaum glauben.
    auch auf st.pauli wird schrittweise alles modernisiert und die schanze gehört mittlerweile zum yuppiviertel.

    möchte mich aber trotzdem bald mal umorientieren.

    für hafencity, alstergegend bin ich leider zu arm.

    und preiswerte mieten findet man nur in den asozialen gegenden.
    st.pauli hat im schnitt so 10 euro warm pro qm - und damit ist man noch gut bedient

  8. #17
    Avatar von bigchang

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    Re: Herbstspaziergang im Plänterwald

    als kind war ich auch oefters mal im plaenterwald,hab aber nur noch sehr wage erinnerungen daran

    danke fuer die fotos

    gruesse matt

  9. #18
    antibes
    Avatar von antibes

    Re: Herbstspaziergang im Plänterwald

    Zitat Zitat von Fred",p="643286
    für hafencity, alstergegend bin ich leider zu arm.

    und preiswerte mieten findet man nur in den asozialen gegenden.
    st.pauli hat im schnitt so 10 euro warm pro qm - und damit ist man noch gut bedient
    Man sieht immer wieder wie günstig Leipzig ist. Wer hier einen guten Job hat, kann in einer tollen Stadt mit billigen Mieten leben.

  10. #19
    Avatar von Oliang

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    Re: Herbstspaziergang im Plänterwald

    Brett-vor´m-Kopp durch 40 Jahre(effektiv 29)eingemauert sein.

    Hört sich ja an,wie der Leserbrief eines Aktivisten der ersten Stunde in NEUES DEUTSCHLAND.
    In der Tat waren wir "Insulaner" jahrzehntelang eingemauert;gegen das "Brett-vor´m-Kopp"-Syndrom gab es aber Therapien:man konnte in Tempelhof in ein Flugzeug steigen und z.B.nach Thailand fliegen.Wer´s nicht so dicke hatte konnte sogar vom damals "paradiesischen" Flughafen Schönefeld in die weite Welt fliegen,inklusive kostenloser Anreise mit VEB Busreisen(sponsored by Erich&Erich).
    Wenn dann beim Einchecken das Reiseziel erwähnt wurde,ging ein Raunen durch die umstehende Menge der "Nichteingemauerten und Brett-vor´m-Kopp-losen".Ach!Wie wurde man beneidet und die Therapie begann zu wirken.

    Allerdings konnte man auch mit anderen Verkehrsmitteln,sich Schikanen der fünften Besatzungsmacht aussetzend(Gänsefleisch mal den Gofferraum
    uffmachn),von der "selbstständigen politischen Einheit Westberlin" durch die sogenannte DDR in das übrige Bundesgebiet fahren.(damaliger Jargon)
    Und im Ernst,wer wollte schon in ein Land reisen in dem es
    Orte gab,die Stalinstadt und Karl-Marx-Stadt hießen.

    Druschba! ;-D

  11. #20
    Avatar von HPollmeier

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    Re: Herbstspaziergang im Plänterwald

    Hallo Lamai & Fred,

    wenn die grossen Staedte so ihre Tuecken haben, dann will ich Euch einmal – ein wenig boshaft – vom Landleben erzaehlen:



    Mein Landleben
    © Text & Photos Pollmeier



    Mitten in Lette steht der Kirchturm, wie sollte es in einem westfaelischen Dorf anders sein.




    "Die im Jahre 1914 fertiggestellte Pfarrkirche bietet mit der Strahlenmadonna ueber dem Mittelgang, den Hoch-, Marien- und Johannesaltaeren und den Fenstern der Seitenschiffe etliche Sehenswuerdigkeiten", sagt ein Reisefuehrer. Salbader.

    Schade, dass die Schubladenarchitektur den Krieg ueberstanden hat. Nicht weit entfernt liegt natuerlich die Kneipe.



    "Lette ist Coesfelds kleine Schwester mit der charmanten Art", saeuselt die Werbeindustrie.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Coesfeld-Lette

    Der Dorfkern soll malerisch sein. Der Schreiberling hat offensichtlich die Dorfgrenzen nie ueberschritten.

    Im alten Rathaus - Lette war bis 1974 selbststaendige Gemeinde, gehoert aber seit der nordrhein-westfaelischen Gebietsreform als Stadtteil zur Kreisstadt Coesfeld im Muensterland – praesentiert jetzt das Heimatmuseum

    http://www.heimatverein-lette.de/Hei...matmuseum.html



    Bodenfunde, landwirtschaftliche Arbeitsgeraete, Hausrat der Buerger und Bauern sowie Darstellungen zum Gemeindewesen, die Schul- und Vereinsgeschichte und Nachweise ueber den Rittersitz "Haus Lette".



    Im alten Bahnhofsgebaeude gammelt ein Eisenbahn-Museum still vor sich hin; Abriss waere sinnvoller gewesen.

    http://www.bahnhof-lette.de/

    Einzig sehenswert ist ´Der Alte Hof Herding´ mit dem im Jahre 1996 eroeffneten Glasmuseum.



    Die viergeschossige Achtkant-Kappenwindmuehle von 1812/13 wurde zum Wahrzeichen von Lette hochstilisiert. "Das Muehlendorf" sagen vollmundig die Lokalnachrichten, wenn sie sich in Werbung versuchen.





    Die modernen Wohnsiedlungen, durchweg eingeschossig, sind steril, eintoenig, schablonisiert, aber ordentlich, sauber, gepflegt – eben deutsch.



    In den Gaerten boomt die Heimwerkerindustrie, vom Rasenmaeher ueber den Kantenschneider zum Laubsauger, gewerkelt wird an Veranden, Gartenhaeuschen und den misslungenen Klonen der kleinbuergerlichen Schwimmbaeder, weil es zu den ueppigen Anlagen der Reichen & Schoenen eben nicht reicht.



    Laub und Wildgraeser, Voegel und andere Wildtiere sind verpoent; man trauert lieber mit der Lokalpresse um den "Vogel des Jahres", dem letzten seiner Spezies. Was sich an ´Ungeziefer´ breitzumachen versucht, wird gnadenlos mit der Flittspritze bekaempft.





    Aber es gibt Katzen und reichlich Hunde, der Trend zum Dritttier ist unaufhaltsam. Kinder sieht man selten, schliesslich brauchen die Koeter zum Winter ein warmes Wolljaeckchen.



    Die Haelfte der Vorgaerten ist gepflastert; hier werden die Zweit- und Drittwagen vom Cityjeep bis zum Wohnwagen praesentiert, gewaschen und gewienert. Noch sind die Garagen und ´Carports´ nicht groesser als die Einfamilienhaeuser, aber die Staaten lassen bereits gruessen.



    Wer vom ´ruhigen Landleben´ traeumt, sollte schleunigst in die Grossstadt ziehen. Mein Sohn in Hamburg lebt in der Zimmermannstrasse ruhiger als ich in der Rentnersiedlung in Lette.

    Neben kleinen Industriegebieten gehoeren zu Lette viele Bauernschaften im Umkreis von mehreren Kilometern. Daher wehen die Guelleschwaden, und das charmante Parfum der Pestizide schwaengert die Luft. Fuer Grundwasserverseuchung und Nitrate zahlt der Kunde, bis es halt kein Trinkwasser mehr gibt.



    "Schoene Wanderwege, gepflegte Gasthoefe und ein attraktives Sport- und Freizeitangebot gepaart mit der bestechend laendlichen Atmosphaere geben Lette seinen besonderen Reiz", sagt der Reisefuehrer. Aber die vielgeruehmte westfaelische Parklandschaft ist zur landwirtschaftlichen Produktionstaette verkommen, Wald – soweit noch vorhanden – durchrationalisiert, Wildbestand reduziert bzw. ausgerottet; nur die Trittin-Gedaechnisraeder gaukeln Umweltromantik vor.



    Aber zur Jagdzeit wird es interessant im Muensterland: Der bodenstaendige Bauer oeffnet die Volieren, raubt dem Fasan die Stossfedern und entlaesst die Mastzucht-Exemplare in eine voeruebergehende Freiheit, in der sie kraeftig weitergefuettert werden. Zur ´hohen Kunst der Jagd´ erscheinen die Oberschichten aus dem Ruhrgebiet und erlegen aus ihren ´Cityjeeps´ die Exemplare, die nicht schneller fliegen als sie schiessen koennen. Sonst kommt es zu sogenannten tragischen Unfaellen.



    Das Dorfleben ist oberflaechlich betrachtet ruhig und friedlich. Intrigen und Machtkaempfe toben im Untergrund. Da die moderne Landbevoelkerung heutzutage dreisprachig ist: Man spricht Hochdeutsch, Denglisch – ´Hi´ sagt froehlich der gebildete Nachbar und verschwindet schnell, damit kein Englaender antwortet – und ueber andere Leute; somit weiss jeder ueber jeden Bescheid. Ob der neue Mercedes des Maurers auf Wechseln laeuft oder bezahlt ist, wird man gelegentlich erfahren.



    Werktaetige treten kaum in Erscheinung, sie sind vollauf beschaeftigt. Dorfemanzen und Rentner bilden eigene Gruppen: Die einen – falls sie nicht gleichzeitig Beruf, Kinder und Konsum wollen – ‚pampern’ nur ihre Blagen hoch, bis sie Harz IV beantragen koennen, die anderen froenen ihrem Jugendlichkeitswahn, bis sie umfallen, meist auf den Kanaren, weil die alten Koerper die pralle Sonne nicht mehr abkoennen. Beide Gruppen lassen keinen Trend aus. Nur abends wird es still im Dorf, denn die allgemeine Volksverdummung im Fernsehen will keiner verpassen.

    Genuss und 5ex spielen sich klammheimlich – nicht offen wie in Berlin, Hamburg oder Pattaya - ab. Die Bienenhaeuschen liegen wie die Asylantenheime am Dorfrand. Dort geht es geschaeftlich zu. Die wahren Orgien finden abwechselnd auf einzelen Bauernhoefen statt: Pauschaliertes K.o.-Trinken und Kampfbumsen. Rauchen ist verboten, Alkohol wir gefoerdert, andere Drogen werden geduldet.



    Die ruestigen Rentner haben es da schwerer. Aber gerade auf dem Land muss man die modernen Kommunikationsmittel nutzen:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Blind_Date

    So geraet allerdings mancher Nutzer an seine scharfe Nachbarin, Mann auf Montage.



    Auf ihr sproedes ´Hi´ in den naechsten Tagen wird er wohl ein wenig verlegen antworten.

    Aber sie gibt es also noch: Die heile Welt des Landlebens – auch in Zeiten der Globalisierung.

    Gruss
    HPollmeier

    PS: Meine bunte Schwedenhuette passt natuerlich in diese Idylle wie Faust auf Auge:



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