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GESCHICHTEN AUS DER PAMPA: Khun Hans

Erstellt von Sakon Nakhon, 12.02.2004, 09:20 Uhr · 50 Antworten · 4.331 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von Sakon Nakhon

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    Re: GESCHICHTEN AUS DER PAMPA: Khun Hans

    Khun Hans, Teil II


    Da lag er also wirklich. Ein leibhaftiger Farang-Mönch. Ich hatte es ja zuerst für eine lustige Geschichte gehalten, aber es entspricht wohl den Tatsachen.
    Wir befanden uns in einer Art Gebets-Haupthaus. Was heisst Haus – es war ein 15 Meter durchmessendes Rondell, nach alles Seiten luftig offen. So ganz fertig war es auch noch nicht. Aber auf jeden Fall sass schon mal ein 1,50 m grosser goldener Buddha drin, mutmasslich aus Plastik.

    „Good Morning“ schallte es mir mit kräftiger Stimme entgegen. Natürlich entgegnete ich: „Good Morning Sir – Sawadee Khrab, oder auf gut Deutsch Hallo.“
    „Oh you german? Sie sind aus Deutschland?“
    „Ja, aus Hamburg“
    „Ich komme ursprünglich aus Frankfurt/M.“

    Mit auf Besuchstour waren meine Schwiegermutter, ihre Schwester, ihre Nachbarin und deren Tochter, sowie mein Freund „Boss“ und natürlich meine Frau Ya.
    Ich sass schon bei Khun Hans, als sie ganz zögerlich mit ungläubigen Minen zu uns stiessen. Noch ungläubiger die Blicke, als Hans sie in astreinem Thai begrüsste und ihnen Platz anbot. Ein junges Mädchen brachte Wasser und einige Gläser.

    Jetzt brach natürlich der Journalist in mir durch (Ist wirklich mein Job) und ich wurde sehr neugierig. Wahrscheinlich auch deswegen, weil Hans einen sehr sympathischen Eindruck machte.
    „Wo sind die anderen Mönche?“
    [Hans lacht] „Ich bin der einzige...“

    Er erzählte seine Lebensgeschichte bestimmt nicht zum ersten mal, aber er tat es mit Begeisterung. Was davon wirklich der Wahrheit entspricht und was geflunkert oder geschönt ist kann ich nicht beurteilen, zumal ich es derzeit auch nicht nachrecherchieren kann. Deswegen schreibe ich seine Story einfach sinngemäss nieder, wie er sie mir geschildert hat.

    Hans’ erster Asien-Kontakt... in Teil III

  2.  
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  3. #12
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: GESCHICHTEN AUS DER PAMPA: Khun Hans

    Ich freue mich auf die Fortsetzung...

  4. #13
    Avatar von Sakon Nakhon

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    Re: GESCHICHTEN AUS DER PAMPA: Khun Hans

    Ich möchte mich schon mal vorab für die vielen aufmunternden Worte bedanken.
    Ab hier wäre es sehr schön, wenn ihr auch eure Kommentare zu Khun Hans abliefern würdet.
    Kennt den eiggentlich jemand von euch schon?

    Mike




    Khun Hans, Teil III


    Wie schon erwähnt, ist Khun Hans ja ein echter buddhistischer Mönch. Die Betonung liegt hierbei wirklich auf echt. Hat natürlich auch einen Riesenvorteil für ihn als Resident in Thailand. Offiziell ist er eigentlich kein Resident. Er bekommt einmal im Jahr ein Visum für ein Jahr. Allerdings muss er dafür nicht nach Bangkok eiern. Ein „Obermönch“ im benachbarten Wat bestätigt der entprechenden Behörde, dass Hans praktizierender Mönch ist. Die für Mönche zuständige Behörde in BKK klatscht ihren Stempel auf Hans’ Dokumente und die Sache ist geritzt.
    So nebenbei: Alle Mönche in Thailand unterstehen direkt dem König, der ja quasi einen ähnlichen Stellenwert hat, wie im Westen der Papst – nur eben, dass seine Durchlaucht Bhumipol wesentlich fitter und gesünder ist als unser Pole.

    Der erste Asienkontakt für Hans fand vor ca. 30 statt (Anm. d. Autors: er ist jetzt schätzungsweise Ende 50, Anfang 60).
    Hans war für eine grosse Technologiefirma tätig und wurde beauftragt beim Ausbau des Telefonnetzes in Thailand zu helfen. Ich glaube es handelte sich hierbei um Siemens, was bei Telephonie ja naheliegend ist, wie auch bei Skytrain und U-Bahn in BKK (die immer noch auf ihre Triebwagen und Waggons wartet).

    Dieser erste Aufenthalt in Asien hatte es Hans schon angetan, aber er konnte es nicht recht einordnen. Eigentlich sollte es noch längger dauern, bis er es wirklich einordnen konnte.

    Der nächste Auftrag führte ihn nach Singapore, schon damals eine westliche Geldmetropole.
    Es ergab sich, dass Hans sich entschloss in Asien bleiben zu wollen (warum wusste er immer noch nicht genau – ist aber auch egal).
    Er gründete im Bereich Technology seine eigene kleine Firma, die rasch wuchs. Hans war/ist nämlich ein cleverer Geschäftsmann. Das ist er heute auch noch – nur auf andere Art und Weise. In besten Zeiten hat diese Firma, laut Hans einen Jahresumsatz von 35 Mio. US-$ gemacht. Ein stolzes Sümmchen, vor allem wenn man der Vorsitzende dieser Firma ist.

    (Ich muss hier Anmerken, dass die Geschichte ab hier nicht nachprüfbar ist und deswegen wirklich eine (seine) Geschichte ist).

    Vor rund acht Jahren setzte sich Hans in seinen Sportwagen, weil er nach Malaysia musste (klimatisierter Porsche, oder irgend so eine Luxusmarke). Ein erfolgreicher Geschäftsmann, der gerne Gas gibt. Diesmal zu viel Gas. Er baute auf dem Highway in Malyasia einen schweren Unfall. Der Sportwagen nur ein Klumpen Blech – Totalschaden. Er selber kommt wie durch Wunder mit fast keinen Schrammen und einem gewaltigen Schrecken davon.
    Zurück in Singapore die ersten Gedanken über den Sinn des Lebens: „Das kann doch nicht alles sein. Millionen scheffeln und in einem Sekundenbruchteil fast das Leben verlieren?“

    Die Konsequenzen, die Khun Hans zieht – in Teil IV

  5. #14
    Avatar von Sakon Nakhon

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    Re: GESCHICHTEN AUS DER PAMPA: Khun Hans

    Khun Hans, Teil IV


    Diese Gedankengänge haben unseren guten Hans nicht mehr losgelassen. Er hätte ja einfach beschliessen können, beim nächsten mal vorsichtiger und vor allem langsamer zu fahren. Aber irgendwie waren seine Gedankengänge tiefschürfender.
    Er entschloss sich das zu tun, was wir Westeuropäer normalerweise aussteigen nennen. Hans stellt hier gleich die Gegenfrage: „Aussteigen? Aus was eigentlich?“ Für ihn ist heute ein Umsatteln. Der Wechsel des Lebensstils und der Umstände. Aussteigen kann man nur aus seinem Leben und das bedeutet Sterben.

    Er macht Nägel mit Köpfen:
    Seine Firma überschrieb er an zwei enge Mitarbeiter, die ihm seit der Gründung treu zur Hand gingen. Seine drei Häuser in Singapore, die er mittlerweile besass bekam sein Bruder. Der meinte nur: „Lasst ihn nur machen, in einem halben Jahr ist er wieder hier und macht weiter.“

    Hans machte sich, befreit vom schnöden Mammon auf nach Thailand und entdeckte dort im grössten Binnensee Inseln. Diese kleinen Inseln waren unbewohnt – genau was er suchte.
    Auf einer baute er eine kleine Hütte und lebte fortan als Mönch dort. Natürlich nicht unbeobachtet, denn die thailändische Bevölkerung in dieser Region hielt den Farang auf der Insel für äusserst Ting Tong. Welcher Thai käme auch schon auf die Idee christlicher Eremit auf der Insel Mainau zu werden (zumal die nicht unbewohnt ist)?!

    Zwei Jahre vergingen so. Hans hatte sich einige kleine Sachen zurechtgezimmert und fühlte sich, nach eigener Aussage ziemlich wohl. Wie jeder Mönch lebte er von dem, was die Bevölkerung ihm gab. Er ist zwar Farang, aber als Mönch geniesst er trotzdem Respekt.
    Durch einen Bekannten verschlug es ihn nach diesen zwei Jahren in ein Wat, ca. 40 Kilometer von Sakon Nakhon entfernt.
    „Die benötigen dort bei einigen kleinen Bauvorhaben deine Erfahrung“, sagte ihm der Bekannte. Gesagt getan, aug nach Sakon Nakhon. Die kleinen Bauvorhaben dauerten auch nur bescheidene zwei Jahre.
    Zurück auf’s Inselchen wollte er nicht, im Wat bleiben aber auch nicht. Weil Khun Hans aber schon immer ein Macher war und das wohl auch nie abstreifen kann kam ihm die entscheidende Idee.

    Und welche – lest ihr in Teil V

  6. #15
    PETSCH
    Avatar von PETSCH

    Re: GESCHICHTEN AUS DER PAMPA: Khun Hans

    :bravo: Klasse, SN, lass weiter die Tasten glühen

  7. #16
    Chak
    Avatar von Chak

    Re: GESCHICHTEN AUS DER PAMPA: Khun Hans

    35 Mio. Umsatz klingt erstmal viel, ist aber eigentlich uninteressant, viel interessanter ist doch, was übrig bleibt.

    Das nur am Rande, die Geschichte ist ohne Frage spannend.

  8. #17
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: GESCHICHTEN AUS DER PAMPA: Khun Hans

    Zitat Zitat von Chak",p="113503
    35 Mio. Umsatz klingt erstmal viel, ist aber eigentlich uninteressant, viel interessanter ist doch, was übrig bleibt.
    Wenn ich Khun Hans richtig verstanden habe, ist es gerade diese Denke, von der er sich befreit hat oder noch befreien will.

    Weiter so, Sakon Nakhon...

  9. #18
    Avatar von Sakon Nakhon

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    Re: GESCHICHTEN AUS DER PAMPA: Khun Hans

    Danke, danke...

    Ich muss Euch bis Teil V etwas vetrösten, denn heute bin ich "kikiyat" und morgen gehts erst mal nach Ban Dung - Grosseinkauf ;-D

    Euer Mike aus (z. Zt.) S.N.

  10. #19
    Avatar von Sakon Nakhon

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    Re: GESCHICHTEN AUS DER PAMPA: Khun Hans

    Hallo liebe Freunde - ich würde die Geschichte von "Khun Hans" gerne weiter erzählen. Die nächsten beiden Teile sind auch schon fertig, aber als vom "Hausmeister" abgemahnter sehe ich keine Veranlassung das Forum weiterhin mit Sachen zu füllen. Egal ob die nun interessant sind oder nicht. Die Geschichte von Khun Hans geht weiter, wo gebe ich in den nächsten Wochen hier bekannt. - DANKE

    Euer Mike aus S.N.

    Wer kontakt möchte: mike@promotionmedia.biz

  11. #20
    Chak
    Avatar von Chak

    Re: GESCHICHTEN AUS DER PAMPA: Khun Hans

    Meine Güte, ich hoffe nicht alle hier stecken so wenig weg. Kaum einmal eine Abmahnung, gleich wird nicht mehr weitergeschrieben. Es hätte mich schon interessiert, aber noch so einer Minose hinterherzulaufen habe ich keine Lust.

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